Budget über 34 Millionen Dollar, Erwartung privater Spenden.
Die israelische Regierung hat ein Budget in Höhe von 100 Millionen NIS (33,4 Millionen Dollar) zur Förderung jüdischer Tagesschulen in den USA und Kanada bewilligt. Dazu sollen private und Stiftungs-Spenden in gleicher Höhe kommen. Die konkrete Unterstützung läuft über den Dachverband «Jewish Federations of North America» (JFNA). Die Organisation spricht gegenüber «eJewishPhilanthropy» (eJP) von einer substanziellen Unterstützung und einer symbolische Geste, die zu Hilfen animieren solle.
Laut JFNA-CEO Eric Fingerhut wurden die Mittel bereits bewilligt, nun aber offiziell zugewiesen. Der Verband hat die jüdische Bildung in den letzten Jahren und zumal nach dem 7. Oktober 2023 priorisiert und sieht jüdische Tagesschulen als eines der wichtigsten Mittel, um der nächsten Generation eine starke jüdische Identität zu vermitteln, so JNFA-Vorstand Gary Torgow gegenüber «eJP»: «Diese Partnerschaft mit der israelischen Regierung bietet uns die Gelegenheit, die Reichweite der jüdischen Verbundenheit für die nächste Generation zu vergrössern.»
Die JFNA drängt dazu auch auf neue Abschreibungsmöglichkeiten für Steuern auf Bundesebene: Gaben an Organisationen, die Stipendien vergeben, sollen so erleichtert werden, was schwächer gestellten Familien die Anmeldungen ihrer Kindern an Tagesschulen erleichtern könnte.
Premier Binyamin Netanyahu erklärte zu dem Schul-Budget, Israel diene als Anker für die Sicherheit des jüdischen Volkes: «Heute stärken wir zudem eine der wichtigsten Säulen unserer Zukunft: die jüdische Bildung. Dies ist eine bedeutende Investition in die nächste Generation des jüdischen Volkes, in seine Identität, seine Werte und seine tiefe Verbundenheit mit dem Staat Israel.» Der Regierungsbeschluss bezeichnete die Hilfen für die Diaspora als «strategische nationale Priorität von höchster Bedeutung, insbesondere angesichts der Herausforderungen, vor denen das Weltjudentum steht, und des Anstiegs antisemitischer Vorfälle seit dem Terrorangriff vom 7. Oktober.»
Die 100 Millionen NIS für jüdische Bildung in den USA stösst in Israel anscheinend aber auch dank eigener Bedürfnisse auf Skepsis. Jedenfalls hat das Ministerium für Diaspora-Angelegenheiten im Dezember 2024 das Pilotprojekt «Aleph Bet» zur Förderung jüdischer Bildungsinitiativen in Nordamerika aufgegleist. Ursprünglich war ein Volumen von 40 Millionen Dollar geplant; aufgrund von Haushaltskürzungen infolge der Terrorangriffe vom 7. Oktober und des darauffolgenden Krieges gegen die Hamas im Gazastreifen wurde das Programm jedoch auf vier Millionen Dollar reduziert. Nun, fast zwei Jahre später, nähert sich das Projekt wieder dem ursprünglichen Budget an (Link).