Aufregung um antisemitische Flugblätter in Tennessee.
Lokale Gruppen der «Young Republicans» sind während der letzten Jahre in New York oder Florida durch rassistische, chauvinistische und antisemitische Chats oder Events mit Rechtsradikalen aus Europa ins Gerede gekommen. Nun erregt ein Vorfall im ländlichen Tennessee die Gemüter. Dort wurden jüngst Postwurfsendungen mit der Parole «Keine Kriege für Juden» an Tausende von Haushalten versandt. Angesprochen wurden primär Adressen mit jungen Männern als Bewohnern. Diese wurde aufgefordert, der Ortsgruppe der «Young Republicans» in Maury County südlich von Nashville beizutreten. Verantwortlich ist ein junger Konservativer namens Austin Lee, der sich als Vorsitzender der Young Republicans im Landkreis bezeichnet.
Die Flugblätter führten zu einem Eklat bei einem lokalen Treffen von Republikanern (GOP). Dabei rief der Gliedstaatsabgeordnete Scott Cepicky aus: «Ich bin Jude!» Lee entgegnete: «Wir werden keine Kriege für euch führen» und wurde dann von Polizisten aus dem Saal begleitet. Cepicky gibt sich gegenüber tachles entsetzt über den Vorfall. Damit seien «Antisemitismus, Rassismus gegen Schwarze und weisser Nationalismus» in der Region angekommen.
Die Werbesendungen enthielten zudem Parolen wie «Stoppt den Grossen Austausch» (eine Anspielung auf die antisemitische Verschwörungstheorie), «Verbot von Islam und Hinduismus» und «Männer an die Macht». «Versuche von Massenabschiebungen» seien gescheitert. Nun müssten Bürger «dieses Problem selbst lösen.»
Die Flugblätter tragen das Logo der «Tennessee Young Republicans». Doch die Organisation und die Partei im Gliedstaat distanzierten sich rasch und kritisierten die Flugblätter harsch als «entsetzlich», so der lokale Vorsitzende Jason Gilliam: «So etwas widert mich wirklich an. Ich habe eine israelische Flagge an meinem Auto.» Lee bekleide keine offizielle Führungsposition bei den Republikanern im Bezirk, und die Ortsgruppe der «Young Republicans» in Maury County sei derzeit inaktiv.
Gilliam und Cepicky kündigen eine Untersuchung der angeblich unbefugten Verwendung des Namen der «Young Republicans» auf den Flugblättern an. Zudem sei Lee in der Partei nicht aktiv. Der behauptete auf sozialen Medien und Interviews indes, Präsident der «Maury County Young Republicans» zu sein. Er habe «diesen Ortsverband übernommen». Fragen nach Geldgebern für seine Werbesendungen liess er unbeantwortet (Link).