Basel 17. Apr 2026

Erinnerungen leben weiter

Eine treue Gemeinschaft folgte auch in diesem Jahr der Einladung der liberalen jüdischen Gemeinde Migwan zur Gedenkstunde anlässlich von Jom Haschoah. Im Rahmen von «Sikaron basalon» («Erinnerung im Wohnzimmer») stand das persönliche Erinnern im Mittelpunkt. Im Zentrum des Abends erzählte Nava Rueff die bewegende Geschichte ihres Vaters, eines Holocaust-Überlebenden. Seine Odyssee führte ihn nach der Befreiung durch verschiedene Stationen als Displaced Person, bevor er 1948 auf dem Seeweg Israel erreichte. Die Erzählung zeichnete ein Bild von Verlust, Überleben und Neubeginn und machte Geschichte greifbar. Einfühlsam eröffnet und moderiert wurde die Gedenkstunde von Sylvia Bodenheimer, die dem Abend einen würdigen Rahmen gab. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von Zohar Alon an der Violine, dessen zarte Klänge die Erinnerungen unterstrichen. Nach dem Kerzenzünden setzte Géza Kocsis mit seinem kraftvollen Tenor beim «El male rachamim» einen emotionalen Höhepunkt. Die Gedenkstunde klang bei einem kleinen Apéro und persönlichem Austausch aus, getragen von der gemeinsamen Verantwortung, Erinnerung lebendig zu halten.

Emily Langloh