Interview zu «Fucking Crazy»-Leak; Präsident weist Verdacht israelischer Manipulation zum Krieg zurück.
An einem Interview mit der «New York Post» wurde Trump gestern Mittwoch von der Journalistin Miranda Devine nach Behauptungen gefragt, wonach «Bibi Netanyahu Sie dazu gebracht – oder getäuscht – hat, im Iran einzumarschieren?» Trump wies die von rechten Meinungsmachern wie Tucker Carlson kolportierte Vermutung zurück: «Ich bin doch derjenige, der das Ganze ins Rollen gebracht hat – denn … wir dürfen nicht zulassen dürfen, dass sie in den Besitz einer Atomwaffe gelangen.» Dies würde «natürlich auch Israel treffen». Ohnehin gäbe es ohne ihn «heute kein Israel mehr … Hätte ich diesen Angriff nicht befohlen … dann hätte der Iran jetzt eine Atomwaffe, und das Regime hätte diese fast augenblicklich eingesetzt.»
Die Behauptung entbehrt jeder Grundlage. Aber der zunehmend unpopuläre Krieg bringt Trump unter Druck. So bestätigte er einen Bericht von «Axios» vom Montag, wonach er Netanyahu wegen dessen Eskalation im Libanon grob angefahren und als «verdammt verrückt» bezeichnet hatte (Link).
Netanyahu bestritt seinerseits an einem Interview mit CNBC keineswegs, dass das Telefonat «schwierig» gewesen sei, spielte jedoch die Bedeutung der Kraftausdrücke herab: «Ich werde nicht auf die Einzelheiten unserer Gespräche eingehen. Wir haben Tausende geführt – nun ja, sehr viele Gespräche.» Dabei sei es mitunter rauer zugegangen: «Aber wir haben immer einen Weg gefunden.» Er und Trump seien sich in den wesentlichen Dingen einig – einschliesslich der «Notwendigkeit, zu verhindern, dass der Iran eine Bedrohung für Israel, die Region und die Welt wird».
Auf die Frage nach angeblichen Äusserungen Trumps, wonach er ohne die Hilfe des US-Präsidenten aufgrund seiner Korruptionsprozesse «im Gefängnis sitzen würde», gab Netanyahu zurück: «Ich werde nicht auf die Einzelheiten eingehen; er hat sich jedoch sehr deutlich über die Absurdität dieses fingierten Prozesses geäussert, dem ich mich derzeit stellen muss» (Link).