Der über Hochstapelei gestolperte ex-Abgeordnete soll illegale Wetten auf Prognose-Markt abgeschlossen haben.
Das US-Justizministerium und die zuständige Aufsichtsbehörde Commodity Futures Trading Commission (C.F.T.C.) haben Untersuchungen zu George Santos aufgenommen. Der ex-Abgeordnete steht im Verdacht von Insiderhandel, indem er auf der Prognose-Plattform Kalshi Wetten darauf abgeschlossen hat, ob er Ende Februar bei der Rede zur Lage der Nation von Präsident Trump im US-Kongress erscheinen würde.
Kurz zuvor hatte Santos auf sozialen Medien seine Anwesenheit angekündigt. Dies war ein heiss diskutiertes Thema unter Online-Wettenden im Bezug auf die Gästelisten Trumps und anderer Politiker. Dann erschien Santos jedoch nicht. Wie nun bekannt wird, hat Kalshi bald danach festgestellt, dass Santos gegen seine eigene Anwesenheit gewettet hatte. Anschliessend schaltete das seit Anfang Jahr mit dubiosen Wetten über kriegerische Aktionen der Trump-Regierungs in Gerede gekommene Unternehmen die Behörden ein.
Kalshi unterhält Kontakte zum Geschäftsimperium der Trumps und ernannte Donald Trump Jr. Anfang Jahr zu einem «strategischen Berater». Laut Recherchen der «New York Times» hat die C.F.T.C. unter Trump seit Anfang 2025 wiederholt zugunsten von Prognosemärkten entschieden und zwei hochrangige Beamte aufgrund von Bedenken hinsichtlich des Umgangs mit dubiosen Wetten entlassen.
Der 37-jährige Santos geriet nach seinem überraschenden Einzug in den US-Kongress als republikanischer Abgeordneter für einen Distrikt auf Long Island im Jahr 2021 in einen Skandal über flagrante Hochstapelei und Betrugsmanöver. So hatte er sich fälschlicherweise als Nachkomme von Holocaust-Überlebenden ausgegeben. Er wurde im Jahr 2023 wegen Betrugs angeklagt, aus dem Repräsentantenhaus ausgeschlossen und schliesslich zu sieben Jahren Haft verurteilt.
Doch im Herbst hat ihn Trump begnadigt und dazu gepostet: «George Santos war gewissermassen ein ‘Schurke’, doch es gibt in unserem ganzen Land viele Schurken, die nicht gezwungen werden, sieben Jahre im Gefängnis zu verbringen.» Zudem habe Santos «den Mut, die Überzeugung und die Intelligenz, IMMER REPUBLIKANISCH abzustimmen!» gehabt (Link). Dieser Zuruf hat Santos jedoch nicht vor den neuen Ermittlungen geschützt.