Ehe handfeste Details über Cole Tomas Allen und seine Motive bekannt werden, machen Verschwörungstheorien innere Konflikte der USA handgreiflich.
Die «New York Post» hat gestern Sonntag ein angeblich kurz vor seinem Attentatsversuch am Washington Hilton Samstagnacht von Cole Tomas Allen Online publiziertes «Manifest» publiziert, in dem der 31-jährige Lehrer aus dem kalifornischen Torrance anscheinend Auskunft über seine Motive gibt. In dem wirren Konvolut lautet ein womöglich auf Trump gemünzter Schlüsselsatz: «Ich bin nicht länger bereit, einem Pädophilen, Vergewaltiger und Verräter zu erlauben, sich mit seinen Verbrechen die Hände zu beschmutzen.» Seine «Ziele» seien «Regierungsbeamte (mit Ausnahme von Herrn Patel – dem FBI-Chef, Red.), priorisiert nach Rang, vom höchsten zum niedrigsten». Zudem bezeichnet er sich als «Christ», der nicht mehr länger gewillt sei, «die andere Wange hinzuhalten» (Link).
Gleichwohl bleiben die Motive von Allen bei Redaktionsschluss unklar (Link). Dies hält Konten auf Social Media nicht von der Verbreitung wildester Gerüchte ab. So zeigen zahlreiche Posts ein Foto Allens, das ihn angeblich in einem T-Shirt mit IDF-Logo zeigt. Der Schluss: Allen sei «Zionist» und ein Feind von Christen (Link).
Die Trump-Unterstützerin Laura Loomer macht derweil gleichzeitig Demokraten und konservative Rebellen wie Tucker Carlson oder den ex-Direktor des «National Counterterrorism Center» Joe Kent verantwortlich (Link). Hochkonjunktur hat zudem ein Verschwörungs-Klassiker: Nämlich, dass die Regierung das mutmassliche Attentat «inszeniert» hat.
Auch der wegen der Verbreitung von Lügen-Propaganda im Zusammenhang mit dem Waffenmassaker an der Grundschule Sandy Hook in Newtown, Connecticut, verurteilte Alex Jones kann dieser Versuchung nicht widerstehen. Allerdings kommt er zu dem Befund: dieser Attentatsversuch wurde nicht «inszeniert» – im Gegensatz zu der angeblichen «Inszenierung» des Mordversuchs an Trump in Butler, Pennsylvania, im Sommer 2024 (Link).