Der 98-jährige Holocaust-Überlebende Benno Kern als Protagonist.
Die Conference on Jewish Material Claims Against Germany (Claims Conference) hat jüngst in Wien feierlich das Projekt «Benno’s Light» vorgestellt: Mixed-Reality-Technologie bringt dem Publikum die bewegende Geschichte des 98-jährigen Holocaust-Überlebenden Benno Kern über VR-Headsets oder am Computer persönlich nah. Das Projekt knüpft an das bahnbrechende XR-Projekt «Inside Kristallnacht» der Claims Conference aus dem Jahr 2024 an. Dabei wird Dr. Charlotte Knobloch durch die Strassen Münchens begleitet, während sie vom Novemberpogrom in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 berichtet. Sie musste sich damals als Sechsjährige gemeinsam mit ihrem Vater vor den Nazis verstecken.
Auch «Benno’s Light» soll den Zugang zu Wissen über den Holocaust erweitern und künftige Generationen auf fesselnde Weise erreichen, so Gideon Taylor. Der Präsident der Claims Conference erklärte: «Mixed Reality ist die Technologie der Gegenwart und der Zukunft. Genau deshalb ist es so entscheidend, dass wir uns fortschrittlicher Technologien bedienen, um künftigen Generationen das Verständnis des Holocaust zu vermitteln. Wir dürfen nicht zulassen, dass Geschichten wie die von Benno im Dunkeln der Vergessenheit verschwinden.»
Das Projekt entstand in Zusammenarbeit mit der österreichischen Regierung und dem Technologie-Unternehmen makemepulse. Der österreichische Bundeskanzler Christian Stocker würdigt das nun Online verfügbare Vorhaben: «Das Gedenken an den Holocaust ist nicht nur eine Verpflichtung gegenüber der Vergangenheit, sondern auch ein Auftrag für die Zukunft. Eine lebendige und zukunftsorientierte Erinnerungskultur erfordert, dass wir heutige und künftige Generationen dort abholen, wo sie stehen. … Österreich ist sich seiner historischen Verantwortung bewusst und setzt auf innovative Bildungsangebote, um die Wahrheit über die Shoah lebendig zu halten. Diese Angebote sollen das Bewusstsein schärfen, das Verständnis vertiefen und unsere Wachsamkeit gegenüber Antisemitismus, Hass und Intoleranz in all ihren Formen stärken.“
Benno Kern wurde 1927 in Wien geboren und schildert die Verfolgung und Ermordung seiner Familie durch die Nazis, aber auch sein Leben in einer Stadt, die ihm sowohl wegen ihrer Musik und ihres intellektuellen Geistes als auch wegen der Pogrome in Erinnerung geblieben ist (Link).