USA – Politik 11. Jun 2026

Eine gute Wahlsaison für Bernie Sanders

Bernie Sanders

Progressive punkten landesweit bei Vorwahlen.  

Am Dienstag haben von Bernie Sanders unterstützte Kandidaten bei demokratischen Vorwahlen landesweit einen «Erdrutschsieg errungen», so «Politico». Angeführt wurde die Machtdemonstration von einem klaren Erfolg des umstrittenen Senatskandidaten Graham Platner in Maine. Daneben erreichte der Kongress-Kandidat Randy Villegas in Kalifornien (wo Auszählungen von Briefwahl-Stimmzetteln seit acht Tagen laufen) die Stichwahl und stach den vom Partei-Establishment in Washington (Democratic Congressional Campaign Committee, DCCC) unterstützten Kandidaten aus. Villegas könnte daher in einem umkämpften Wahlkreis im Central Valley gegen den republikanischen Amtsinhaber David Valadao (Republikaner) antreten. 

Daneben konnten die Bernie-Verbündeten Adam Hamawy und Analilia Mejia in New Jersey, Sam Forstag in Montana, Brian Poindexter in Ohio und Bob Brooks in einem wichtigen Wahlkreis in Pennsylvania in den letzten Wochen punkten. Sanders hat sich persönlich besonders für Platner stark gemacht, was erheblich zu dessen Erfolg am Dienstag beigetragen haben dürfte.

Der 84-jährige, demokratische Sozialist aus Vermont erklärte dazu: «Die Progressiven sind auf dem Vormarsch». Er unterstütze «Kandidaten, die bereit sind, sich für die arbeitende Bevölkerung einzusetzen, das Establishment herauszufordern und zu gewinnen.» Auch ein Sprecher von «Our Revolution», der 2016 von Sanders gegründeten Wahlorganisation, gab sich selbstbewusst: «Unsere Bewegung ist nach wie vor eine starke Kraft in der Wahlpolitik und wird immer stärker.» Deutlich werde nun, «dass Progressive nicht nur in traditionell demokratischen Wahlkreisen, sondern auch in deutlich moderateren Bezirken konkurrenzfähig und wählbar sind.»

Daneben gewannen nicht ausdrücklich von Sanders unterstützte Progressive in mehreren Bundesstaaten, darunter in Philadelphia und Los Angeles. Dort sicherte sich die Linke Nithya Raman einen Platz in der Stichwahl um das Bürgermeisteramt gegen die Amtsinhaberin Karen Bass und besiegte den Republikaner Spencer Pratt. 

Derweil gibt sich Rebecca Katz von der Strategie-Firma «FIGHT Agency» optimistisch: «Es geht nicht nur um progressive Kandidaten. Man wird auch viel mehr Kandidaten sehen, die sich gegen das Establishment stellen und gewinnen. Die Wähler haben die Nase voll von diesem Unsinn in der Politik.» Katz und ihre Agentur haben Platner und zuvor Zohran Mamdani in New York beraten (Link).

Andreas Mink