Olympisches Komitee verteidigt Verkauf umstrittener T-Shirts mit Motiv von 1936
Das Internationale Olympische Komitee (IOC) steht in der Kritik, weil es im offiziellen Online-Shop ein T-Shirt angeboten hat, das das historische Motiv der Olympischen Spiele 1936 in Berlin zeigt – ausgerechnet jener Spiele, die im Dritten Reich als Propagandainstrument dienten. Das Kleidungsstück gehört zur sogenannten «Heritage Collection», die Designs aus 130 Jahren olympischer Geschichte aufgreift und nach Angaben des IOC auch bereits ausverkauft ist.
Ein Sprecher des IOC räumte zwar ein, dass die Spiele mit dem NS-Regime und dessen Propagandastrategien verbunden seien, betonte jedoch, dass das Motiv in die Reihe historischer Designs passe und erinnerte zugleich an positive sportliche Aspekte jener Spiele: So habe etwa der afroamerikanische Leichtathlet Jesse Owens mit seinen vier Goldmedaillen den rassistischen Ideologien der Zeit eine Antwort entgegengesetzt.
Jüdische Organisationen und gesellschaftliche Akteure und Akteurinnen haben den Verkauf scharf kritisiert. Sie halten die Verherrlichung oder kommerzielle Nutzung eines solchen Motivs für unsensibel, gerade in einer Zeit, in der antisemitische Tendenzen wieder sichtbar würden. Vertreter mahnen, dass die Spiele von 1936 dazu genutzt worden seien, das nationalsozialistische Regime auf der internationalen Bühne zu legitimieren, während Juden und andere Minderheiten systematisch diskriminiert und ausgeschlossen wurden.