Mailand 11. Feb 2026

Sicherheitsdebatte um Milano-Cortina-Olympia

Kontroverse über ausländische Sicherheitskräfte.  

In den Tagen vor der Eröffnung der Milano-Cortina Winter Olympics 2026 hat eine Sicherheitsdebatte die öffentliche Wahrnehmung des Grossereignisses in Norditalien bestimmt. Während die italienischen Behörden rund 6000 Sicherheitskräfte – darunter Polizei, Anti-Terror-Einheiten und private Vigilanzdienste – zum Schutz der Spiele mobilisieren, sorgen Berichte über mögliche Aktivitäten ausländischer Sicherheitskräfte für heftige Diskussionen in den Medien und der Öffentlichkeit. 
Im Zentrum der Debatte steht die angebliche Präsenz von Beamten der US-Einwanderungs- und Zollbehörde ICE in Italien. Demonstrationen in Mailand wurden öffentlich als Proteste gegen „ICE-Sicherheit bei den Olympischen Spielen“ dargestellt. Experten betonen jedoch, dass ICE-Personal in Italien keinerlei Befugnisse für Einwanderungskontrolle oder Festnahmen besitze und ausschließlich in koordinierender, unterstützender Funktion im Rahmen der Zusammenarbeit mit italienischen Behörden tätig sei. 
Sicherheitsanalysten und -praktiker sehen die zugespitzte Wahrnehmung als Folge von Informationsverzerrungen: Kooperation zwischen internationalen Diensten sei bei Grossveranstaltungen üblich, etwa zur diplomatischen Sicherheit und zum Schutz offizieller Delegationen, erklärte ein Experte für Terrorismusbekämpfung. Die Präsenz qatarischer Elite-Sicherheitskräfte – über 100 Personen wurden im Rahmen bilateraler Abkommen entsandt – sei Teil dieser regulären Unterstützung. 
Neben der Diskussion um ausländische Sicherheitskräfte wurde in den sozialen Medien auch über einen angeblichen Diebstahl bei der israelischen Delegation berichtet. Spätere Klarstellungen wiesen jedoch darauf hin, dass sich der Vorfall nicht in Italien ereignet habe, sondern an einem Trainingsort in Europa, was zuvor zu Verwirrung geführt hatte. 
Am Rande der Spiele kam es in Mailand zudem zu Protesten, bei denen zunächst Tausende friedlich demonstrierten, die Situation am Abend aber eskalierte und sechs Personen festgenommen wurden. Beobachter kritisieren, dass mediale Überzeichnungen von Einzelfällen zu breiteren Sicherheitserzählungen beitragen können, die von der Realität vor Ort abweichen. 
Italienische Experten betonen abschließend, dass der Schutz der Olympischen Spiele unter Kontrolle sei und gewisse Informationshypes durch verantwortungsvolle Medienarbeit gedämpft werden müssten, um öffentliche Verunsicherung zu vermeiden. 

Redaktion