Washington 11. Feb 2026

US-Religionskommission nach hitziger Debatte unter Druck

Carrie Prejean Boller spricht während der öffentlichen Anhörung der Kommission für Religionsfreiheit des Weissen Hauses am 9. Februar 2026.

Carrie Prejean Boller weigert sich zum Rücktritt.  

Carrie Prejean Boller, Mitglied der neu eingerichteten White House Religious Liberty Commission, hat Forderungen nach ihrem Rücktritt energisch zurückgewiesen, nachdem sie in einer öffentlichen Anhörung zur Bekämpfung von Antisemitismus mit scharfer Kritik und anti-zionistischen Fragen für Aufsehen gesorgt hatte. 
Während der Sitzung am Montag, die offiziell dem Thema Antisemitismus in den Vereinigten Staaten gewidmet war, rief Prejean Boller mehrere Male kontroverse Positionen auf, indem sie unter anderem hinterfragte, ob Kritik an Israel oder die Ablehnung des Zionismus automatisch antisemitisch sei und ob jüdische Gemeinschaften Unterstützung für den Staat Israel voraussetzen sollten. Sie bezog sich dabei auch auf ihr katholisches Glaubensverständnis und sagte: „Ich bin katholisch, und Katholiken umarmen den Zionismus nicht … also sind alle Katholiken Antisemiten?“ 
Die Reaktionen auf ihre Beiträge reichten von scharfer Kritik durch jüdische Interessenverbände und katholische Mitglieder der Kommission über Tweets konservativer Aktivistinnen wie Laura Loomer bis hin zu öffentlichen Stimmen, die ihren Rücktritt fordern. Prejean Boller lehnte das mit deutlichen Worten ab. Sie erklärte auf Social-Media-Plattformen, sie weigere sich, „den Kniefall vor Israel zu machen“, und betonte, sie sei nicht antisemitsch, sondern setze sich für „religiöse Freiheit“ ein. 
Die Sitzung war von Spannungen geprägt, als Zeugen und Kommissionsmitglieder wiederholt versuchten, die Debatte auf die konkreten Herausforderungen von Diskriminierung und Hassverbrechen gegenüber jüdischen Gemeinden in den USA zu lenken, während Prejean Boller ihre Fragen zu aussenpolitischen Konflikten und theologischen Auslegungen fortsetzte. Beobachter sehen darin eine Verschiebung der Diskussion um Antisemitismus hin zu einem breiteren, politisch aufgeladenen Streit über Zionismus und das Verhältnis von Religionsfreiheit zu politischer Kritik. 
Die Religious Liberty Commission war im Mai vergangenen Jahres von Präsident Donald Trump ins Leben gerufen worden, um Empfehlungen zur Stärkung religiöser Freiheiten auszuarbeiten. Ihre erste öffentliche Anhörung zu Antisemitismus hat nun jedoch intern wie öffentlich für erheblichen Streit gesorgt. 
 

Redaktion