Epstein-Affäre 11. Feb 2026

FBI-Informant als Holocaust-Leugner enttarnt

Charles Johnson hatte 2020 behauptet, Epstein sei ein Mossad-Agent gewesen.  

Die letzte Tranche von Dokumenten des US-Ministeriums zu Jeffrey Epstein enthält explosive Behauptungen einer anonymen Quelle FBI aus dem Jahr 2020. Demnach sei der 2019 verstorbene Sexualverbrecher ein Mossad-Agent gewesen. Recherchen der Medien-Plattform «Semafor» ergeben nun, dass es sich bei dem FBI-Informanten um Charles Johnson handelt. Dieser ist auf Social Media als ultrarechter Provokateur und Holocaustleugner aktiv. Johnson wurde zudem als Betrüger verurteilt. 

Aber war aber auch vor 2010 als Assistent von Alan Dershowitz tätig, der seinerzeit Anwalt Epsteins war und für diesen ein nach allgemeinem Dafürhalten sehr günstiges Schuldabkommen von 18 Monaten Haft in den ersten Missbrauchsklagen in Florida ausgehandelt hat. Dershowitz hat nun erklärt, bei dem FBI-Informanten handele es sich um Johnson.

2020 hatte Johnson dem FBI erklärt, die Informationen basierten auf seiner Beschäftigung bei Dershowitz und er sei Zeuge von Kommunikationen des damaligen Harvard-Professors und Staranwalts mit dem israelischen Geheimdienst gewesen. Dies habe ihn davon überzeugt, dass Epstein ein Mossad-Agent war. Epstein sei zudem unter Leitung des ehemaligen Premierminister und IDF-Generalstabschefs Ehud Barak zum Spion ausgebildet worden. Daneben erklärte Johnson damals, die Chabad-Bewegung tue «alles, um die Präsidentschaft Trumps zu vereinnahmen». Trump sei von Israel kompromittiert, Dershowitz sei selbst ein Mossad-Agent und zudem seien im Zusammenhang mit Dershowitz und Epstein Ermittlungen gegen die Familie von Jared Kushner geboten.

Dershowitz liess die «Times of Israel» wissen, dass das FBI Johnson keinen Glauben geschenkt habe. Er selbst habe seit über zehn Jahren keinen Kontakt mehr zu Johnson. Dieser wurde 2025 von einem Gericht in Texas wegen Betrugs und Erpressung zu rund 70 Millionen Dollar Geldstrafe verurteilt. Er hatte sich fälschlicherweise als Informant von US-Regierungsbehörden ausgegeben, um Unternehmen unter Druck zu setzen und zu Geschäftsbeziehungen zu zwingen. Johnson hat dagegen Berufung eingelegt.

Das Dokument mit Johnsons Aussagen fand indes immenses Interesse und wurde von prominenten Israel-Kritikern wie Glenn Greenwald, Dave Smith und Hasan Piker als Beweis für Epsteins Verbindungen zum Mossad angeführt. Der Vorgang zeigt die Attraktion der Epstein-Affäre für antisemitische und Israel-feindliche Verschwörungstheoretiker, wurde aber auch von der britischen «Times» und Israel-kritischen Medien in Nahost wie «Al Jazeera» und iranische Staatsmedien aufgegriffen (Link).

Andreas Mink