Aussagen des Handelsminister zu Beziehungen mit Epstein als unwahr entlarvt.
Neue Informationen aus Regierungsdokumenten zu Jeffrey Epstein belegen, dass US-Handelsminister Howard Lutnick seine Verbindungen zu Epstein vertuscht hat. Lutnick hat als CEO der Investmentbank Cantor Fitzgerald über zehn Jahre lang an der Upper East Side von Manhattan neben Epstein gewohnt und im Oktober an einem Podcast erklärt, er habe die Beziehungen zu Epstein 2005 nach einem Besuch in dessen Haus abgebrochen, weil er sich davon angewidert gefühlt habe. Aus den Akten geht indes hervor, dass Lutnick mindestens bis 2018 private und geschäftliche Kontakte mit dem 2019 verstorbenen Epstein gepflegt hat. Dieser ist bekanntlich 2010 erstmals wegen Sexualdelikten verurteilt worden.
Am Dienstag haben Mitglieder des Haushaltsausschuss im US-Senat Lutnick bei einer zu anderen Themen angesetzten Anhörungen nach seinen Verbindungen zu Epstein befragt. Lutnick räumte weitere Kontakte ein, so habe er mit seiner Familie Epstein 2012 zu einem Lunch auf dessen Karibikinsel besucht, beteuerte aber: «Ich hatte keinerlei Beziehung zu ihm. Ich hatte kaum etwas mit ihm zu tun». Auch republikanische Senatoren äusserten Unmut über Lutnicks Vertuschungsmanöver, sehen aber bislang von Rücktrittsforderungen ab.
Demokratische Abgeordnete wie Ro Khanna fordern dies jedoch: «Wir müssen in diesem Land eine Entscheidung treffen. Wollen wir zulassen, dass reiche und mächtige Leute, die befreundet waren und problemlos Geschäfte mit einem Pädophilen machten, der minderjährige Mädchen vergewaltigt, einfach so davonkommen?» Amerika solle nun «Verantwortliche zur Rechenschaft ziehen» (Link).
Daneben hat der republikanische Abgeordnete Thomas Massie auf CNN erklärt, aus den von ihm eingesehenen Akten ginge hervor, dass Lutnick und Epstein ihre Telefon-Nummern ausgetauscht hätten. Zudem hätten beider Assistenten anschliessend (anscheinend bis 2018) Gespräche zwischen Lutnick und Epstein arrangiert. Massie kritisierte einmal mehr die weitgehenden Schwärzungen auf zahlreichen Dokumenten – diese Zensur würde auch auf die angeblich «ungeschwärzten» Epstein-Unterlagen betreffen, die das Justizministerium am Freitag Kongress-Abgeordneten zur Einsicht übergeben hatte (Link).