Minneapolis 25. Jan 2026

ICE gegen Rabbinerin 

Rabbinerin Emma Kippley-Ogman, fünfte von links, wurde während der Demonstration festgenommen und kurzzeitig in Gewahrsam genommen.  

Dutzende Geistliche bei Protest gegen ICE-Einsätze in Minnesota festgenommen.

Bei einem Protest gegen die verstärkten Einsätze der US-Einwanderungsbehörde ICE in Minnesota sind am Freitag Dutzende Geistliche, darunter auch eine Rabbinerin, vorübergehend festgenommen worden. Die Aktion fand am Minneapolis-St. Paul International Airport statt, wo sich hunderte religiöse Führer aus dem ganzen Land versammelt hatten, um gegen Abschiebeflüge und die Praxis der Behörden zu demonstrieren. 

Unter den kurzzeitig in Gewahrsam genommenen Teilnehmern war Rabbi Emma Kippley-Ogman, jüdische und interreligiöse Seelsorgerin am Macalester College in St. Paul. Sie wurde zusammen mit anderen Geistlichen von der Polizei abgeführt, nachdem die Gruppe über die genehmigten Demonstrationsbereiche hinausgetreten war. Die Festnahmen erfolgten aufgrund von Vorwürfen des Hausfriedensbruchs und der Störung des Flugbetriebs. 

Die Protestierenden knieten gemeinsam in Gebet und sangen Lieder, bevor sie von Einsatzkräften abgeführt wurden. Ziel der Aktion war es, den «ICE Out»-Kampagnenaufruf zu stärken und auf das Leid von Migranten sowie auf umstrittene Durchsetzungsmassnahmen aufmerksam zu machen. Viele der teilnehmenden Geistlichen erklärten, ihr Engagement sei von religiösen Werten wie Nächstenliebe und Gerechtigkeit geprägt. 

Der Flughafen war an diesem Tag Teil eines landesweiten Widerstands gegen die so genannte «Operation Metro Surge», eine verstärkte Einwanderungsoffensive der Bundesbehörden in Minnesota, die landesweit für Empörung sorgt. Tausende Demonstrierende nahmen trotz eisiger Temperaturen an Protesten und einem «Day of Truth & Freedom»-Aktionstag teil, bei dem auch zahlreiche Geschäfte und Institutionen geschlossen blieben. 

Hintergrund der weitreichenden Mobilisierung sind eine Reihe von Vorfällen, darunter der tödliche Schuss auf die 37-jährige Renée Good durch einen ICE-Beamten Anfang Januar, der bereits zuvor in Minnesota zu massiven Protesten geführt hatte. Kritiker werfen der Behörde unverhältnismässige Gewalt und eine Verschärfung der Abschiebepolitik vor, während Regierung und Behörden ihre Massnahmen als rechtmässige Durchsetzung von Einwanderungsrecht verteidigen. 

Andrew Lapin