Rom 25. Jan 2026

Antisemitismus im Vatikan

Schweizergardisten im November 2025 im Hof von San Damaso im Vatikan.  

Schweizergardist soll zwei Jüdinnen beleidigt und bespuckt haben.

Zwei Frauen jüdischen Glaubens erheben schwere Vorwürfe gegen einen Angehörigen der Päpstlichen Schweizergarde. Wie die Zeitung «Blick» berichtet, sollen die israelische Autorin Michal Govrin (75) und die in der Schweiz lebende Vilna Liska (69) im Oktober 2025 am Rande eines Filmfestivals in Rom von einem Gardisten antisemitisch beschimpft und bespuckt worden sein. Der Mann habe sie unter anderem als „jüdische Huren“ bezeichnet.

Die beiden Frauen reichten daraufhin beim Vatikan Beschwerde wegen Beleidigung und Diskriminierung aus religiösen Gründen ein. Eine offizielle Entschuldigung habe es bislang nicht gegeben. Auch die Ergebnisse der vatikanischen Untersuchung seien nicht veröffentlicht worden. Der beschuldigte Gardist bestreitet die Vorwürfe.

Govrin und Liska erklärten gegenüber «Blick», der Vorfall stehe im Zusammenhang mit einer zunehmenden Verrohung des Tons und wachsendem Antisemitismus seit dem Krieg im Gazastreifen. Sie fordern weiterhin eine öffentliche Entschuldigung und Transparenz über die Untersuchungsergebnisse.

Redaktion