USA – Nahost 25. Jan 2026

Flugzeugträger-Verband unterwegs zum Persischen Golf

Der Flugzeugträger USS Abraham Lincoln, 2019  

Unklare Absichten Trumps, trotzige Töne aus Teheran.

Momentan läuft die grösste Verstärkung amerikanischer Streitkräfte in Nahost seit den Angriffen auf iranische Atomanlagen während des zwölftägigen Krieges Israels gegen Iran im Juni. Damals war die Verlegung von Marine- und Lufteinheiten in die Region den Attacken voran gegangen. Gleichzeitig flauen die Proteste gegen das Klerikal-Regime im Iran aufgrund brutaler Repressionen ab. Damit entfiele das von Trump selbst vor acht Tagen verkündete Motiv für neuerliche Attacken auf die Islamische Republik.

Laut «Al Jazeera» ist die Kampfgruppe um den Flugzeugträger Abraham Lincoln weiter vom Südchinesischen Meer in Richtung Nahost unterwegs. Dazu gehören Zerstörer der Arleigh-Burke-Klasse, deren Tomahawk-Marschflugkörper Ziele tief im Inneren des Iran erreichen können. Die Flotte soll in den kommenden Tagen in der Region eintreffen. Dort stehen bereits Seestreitkräfte, die mit dem Aegis-Abwehrsystem gegen Luft- und Raketenabwehr ausgerüstet sind. Das Pentagon erwägt laut amerikanischen Quellen die Verlegung zusätzliche Luftabwehrsysteme nach Nahost, um US-Stützpunkte dort vor iranischen Angriffen zu schützen.

Die USA unterhalten seit Jahrzehnten an mindestens 19 Orten in der Region ein Netzwerk von permanenten und temporären Basen. Acht Stützpunkte sind permanent und befinden sich in Bahrain, Ägypten, Irak, Jordanien, Kuwait, Katar, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die Verlegung von US-Kriegsschiffen in Richtung Iran scheint der am Freitag veröffentlichten neuen «Nationalen Verteidigungsstrategie» zu widersprechen. Das Dokument wird alle vier Jahre vom Verteidigungsministerium erstellt und sieht nun einen Abzug der US-Streitkräfte aus anderen Teilen der Welt vor, um die Sicherheit in der westlichen Hemisphäre zu priorisieren.

Ein Militär-Sprecher in Teheran hat Washington bereits Ende letzter Woche gewarnt: jeder Angriff gegen den Iran würde alle US-Stützpunkte in der Region zu «legitimen Zielen» machen. Washington hat zudem am Freitag neue Sanktionen gegen neu Tanker und deren Eigner verhängt, die angeblich iranisches Öl im Wert von Hunderten Millionen Dollar unter Verstoss gegen die Sanktionen auf ausländische Märkte transportiert. Die Schiffe laufen unter den Flaggen von Palau, Panama und anderen Jurisdiktionen, sollen aber Teil einer Schattenflotte sein, die sanktionierte Güter aus Russland und dem Iran schmuggeln (Link).

Andreas Mink