University of Pennsylvania kritisiert Anordnung der Trump-Regierung.
Die Trump-Regierung hat vergangene Woche von der University of Pennsylvania eine Zusammenstellung mit jüdischen Angestellten verlangt. Die Uni bezeichnet dies in einem Antrag beim US-Bezirksgericht für den östlichen Bezirk von Pennsylvania als «beunruhigend und verfassungswidrig» und Eingriff in die «Privatsphäre» der Betroffenen und der Institution : «Angesichts der Verfolgung, die oft auf die Erstellung von Listen mit jüdischen Personen folgte, ist dies besonders erschreckend.»
Die Stellungnahme der Universität wurde separat von Vorständen jüdischer Organisationen an UPenn unterstützt, darunter Penn Hillelund dem Chabad at Penn. Der Antrag der Universität kommt im Rahmen einer seit November laufenden Auseinandersetzung mit der «Equal Employment Opportunity Commission» (EEOC) in Washington. Diese klagt gegen Penn, weil die Universität einer Forderung nach Kontaktdaten von jüdischen Mitarbeitern auf dem Campus nicht nachgekommen sei. Nun erklärte die Uni, «vor dem Hintergrund des zunehmenden Antisemitismus stellt die Aussicht auf eine erzwungene, nicht einvernehmliche Offenlegung persönlicher Daten eine unmittelbare Bedrohung für die Sicherheit jüdischer Mitarbeiter dar». Gefordert würden nicht nur privater Telefonnummern und E-Mail-Adressen, sondern auch Wohnadressen, die den Aufenthaltsort von Personen preisgeben können.
Die EEOC begründet die Forderung mit Ermittlungen zu Antisemitismusvorwürfen an UPenn seit Dezember 2023. Die staatliche Kommission wirft der Uni jedoch keine konkreten Verletzungen von Antidiskriminierungs-Gesetzen vor. Aber man könne Ermittlungen dazu nicht abschliessen, ohne jüdische Mitarbeiter zu den Reaktionen der Universität auf die Antisemitismusvorwürfe zu befragen.
Inzwischen haben auch Organisationen jüdischer Lehrender und Studierender an UPenn gegen die «Zusammenstellen und die Übergabe von `Listen von Juden´ an die Regierung» protestiert. Dies «beschwöre eine schreckliche Geschichte herauf». Die EEOC hat bis zu morgen Dienstag Zeit, auf den Antrag der Universität zu reagieren (Link).
Andreas Mink