Attentäter wollten rechtsradikale Demo gegen Zohran Mamdani nutzen.
Am Montag haben Ermittlungsbehörden in Manhattan zwei junge Männer vor einem Bundesgericht wegen der Unterstützung des Islamischen Staates angeklagt. Beide hatten am Samstag vor der Residenz des New Yorker Bürgermeisters eine selbstgebaute Bombe auf islamfeindliche Demonstranten geworfen.
Der Sprengsatz vor der Gracie Mansion detonierte nicht, und niemand wurde verletzt. Laut Polizeiangaben hätte der Anschlag katastrophal enden können: Die Bombe enthielt den hochexplosiven Sprengstoff TATP, der im letzten Jahrzehnt bei zahlreichen Terroranschlägen verwendet worden ist. Die Täter hatten zudem eine zweite Bombe dieser Art bei sich.
Laut Anklageschrift wollte der 18-jährige Bombenwerfer Emir Balat einen schlimmeren Anschlag als den auf den Boston-Marathon 2013 verüben, bei dem «nur drei Menschen ums Leben gekommen» seien. Laut der stellvertretenden Polizeipräsidentin Rebecca Weiner hätten die Bomben hätten, wenn sie wie geplant detoniert wären, «Tod und Zerstörung anrichten können». Polizeipräsidentin Jessica S. Tisch erklärte, ihre Behörde sei seit dem US-Angriff auf den Iran im vergangenen Monat in erhöhter Terroralarmbereitschaft.
Laut Anklageschrift gaben Balat und sein Komplize, der 19-jährige Ibrahim Kayumi, an, vom IS (Islamischer Staat) motiviert worden zu sein. Beide leben in einem Vorort von Philadelphia und wurden am Samstag gegen 11:30 Uhr von Überwachungskameras dabei gefilmt, wie sie über die George-Washington-Brücke nach Manhattan fuhren. Wenig später begann vor Gracie Mansion eine von dem rechtsextremen Provokateur Jake Lang organisierte Demonstration unter dem Motto «Stoppt die islamische Übernahme von New York City». Damit war evident Zohran Mamdani als erster muslimischer Bürgermeister der City gemeint. Mamdani und seine Frau Rama Duwaji waren zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht in ihrem Wohnsitz.
Balat und Kayumi parkten einige Blocks südlich der Villa und begaben sich gegen Mittag zu der Demonstration. Dort zogen die rund 20 Anhänger Langs schnell den Kürzeren gegen etwa 100 Gegendemonstranten und es kam zu Auseinandersetzungen, bei denen ein Anhänger Langs Anhängern setzte Pfefferspray gegen einige der Gegendemonstranten einsetzte. Gegen 12.30 zündete Balat eine der Bomben, die auf dem Bürgersteig landete und eine Rauch- und Flammenspur hinterliess. Balat liess die zweite Bombe fallen. Bei den Sprengsätzen handelte es sich um mit Klebeband umwickelte Gläser, die mit Schrauben, Muttern, Bolzen und Sicherungen gefüllt waren.
Polizisten nahmen die jungen Männer rasch fest. Beide wurden am Montagnachmittag einem Haftrichter vorgeführt. Laut Weiner und Tisch war die Polizei auf die rechtsextreme Demonstration vor Ort und konnte daher schnell einschreiten. Der Vorfall am Samstag war der erste Anschlag mit einem improvisierten Sprengsatz in New York City seit neun Jahren.
Ein dritter Sprengsatz wurde am Sonntag in einem Fahrzeug entdeckt, das auf einen Verwandten Balats zugelassen war einige Blocks südlich der Gracie Street geparkt war. Mamdani erklärte am Montag, Balat und Kayumi seien für einen «abscheulichen Terrorakt» angeklagt worden und sollten «für ihre Taten vollumfänglich zur Rechenschaft gezogen werden.
Mamdani bezeichnete den von Lang organisierten Protest als Aufmarsch weisser Rassisten. Lang hatte am Putschversuch vom 6. Januar 2021 teilgenommen. Er hatte ein grilliertes Schwein mit zu der Demo gebracht und vor dem jüdischen Lokal Effy´s auf einem Truck mit Südstaatenflagge deponiert (Link).