Jerusalem 06. Nov 2026

Seltene jüdische Handschriften

Nach fast einem Jahrhundert waren vier wertvolle jüdische Handschriften erstmals wieder öffentlich zu sehen. Die Israelische Nationalbibliothek in Jerusalem präsentierte die historischen Werke vom 1. bis 3. November, bevor sie am 17. Dezember beim Auktionshaus Sotheby’s in New York versteigert werden. Zu den Höhepunkten gehörte ein reich illustrierter Machsor, ein jüdisches Gebetbuch für Feiertage, des berühmten jüdischen Schreibers und Künstlers Joel ben Simeon aus dem Jahr 1475. Seine Zeichnungen zeigen unter anderem einen Schofarbläser und eine seltene mittelalterliche Chanukkia. Ebenfalls ausgestellt war ein monumentaler aschkenasischer Pentateuch aus Deutschland, entstanden um 1300. Mit einer Höhe von 45 Zentimetern zählt er zu den grössten bekannten hebräischen Bibelhandschriften. Für seine Herstellung wurden mehr als 160 Tierhäute zu Pergament verarbeitet. Ein weiterer Machsor aus dem italienischen Ferrara, entstanden um 1500, beeindruckte mit Goldverzierungen und kunstvollen Illustrationen. Er zeugt vom kulturellen Austausch zwischen jüdischen Auftraggebern und christlichen Künstlern während der Renaissance. Ergänzt wurde die Ausstellung durch eine reich verzierte Handschrift des «Sefer Mitzvot Gadol», einer bedeutenden Sammlung jüdischer Religionsgesetze aus dem 15. Jahrhundert. Mit der dreitägigen Präsentation wollte die Nationalbibliothek diese bedeutenden Zeugnisse jüdischer Geschichte und Kultur einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen.
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Emily Langloh