Mossad-Chef Roman Gofman ersetzt den Leiter der Abteilung für Spezialoperationen nach internen Meinungsverschiedenheiten.
Der Geheimdienst bestreitet eine Entlassung und weist Vorwürfe einer eingeschränkten Debattenkultur zurück.
Beim israelischen Auslandsgeheimdienst Mossad steht ein weiterer Führungswechsel an. Wie Medien unter Berufung auf Geheimdienstkreise berichtet, muss der Leiter der für verdeckte Spezialoperationen zuständigen Abteilung Caesarea seinen Posten nach wenigen Monaten räumen. Grund seien Differenzen mit Direktor Roman Gofman. Üblicherweise bleiben die Leiter dieser sensiblen Abteilung vier bis sechs Jahre im Amt.
Als Nachfolger ist ein erfahrener Mossad-Offizier vorgesehen, der bereits als stellvertretender Abteilungsleiter tätig war. Innerhalb des Dienstes gilt er dem Bericht zufolge als enger Vertrauter Gofmans. Seit dessen Amtsantritt im Juni seien bereits rund ein Viertel der Mitglieder des obersten Führungsgremiums ausgewechselt worden, darunter der stellvertretende Direktor sowie die Leiter der Nachrichtenauswertung und der Iran-Abteilung.
Quellen im Mossad beklagen gegenüber der Zeitung eine zunehmend militärisch geprägte Führungskultur, die weniger Raum für Widerspruch und Selbstkritik lasse. Gofman war zuvor Militärsekretär von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu und hatte vor seiner Ernennung weder im Mossad gedient noch eine leitende Funktion im Militärgeheimdienst ausgeübt.
Der Mossad weist die Darstellung zurück. Der Caesarea-Leiter scheide auf eigenen Wunsch aus. Sein vorgesehener Nachfolger sei fachlich qualifiziert; die frühere Bekanntschaft mit Gofman sei gering und rein beruflich gewesen. Auch unter der neuen Führung seien offene Diskussionen, Kritik und unterschiedliche Standpunkte fester Bestandteil der Arbeit.