Bei der Festnahme von Antikenräubern ist in Jerusalem eine bislang unbekannte Werkstatt aus der Zeit des zweiten Tempels entdeckt worden. Wie die israelische Altertumsbehörde mitteilte, hatten Inspektoren auf dem Skopusberg über mehrere Nächte hinweg ein Gebiet überwacht, in dem unerlaubte Grabungen aufgefallen waren. Als die Täter ihre Arbeiten fortsetzten, wurden sie auf frischer Tat mit schwerem Gerät, Generatoren und Metalldetektoren ertappt. In einer Höhle stiessen die Ermittler dabei auf die Überreste einer rund 2000 Jahre alten Produktionsstätte für steinernes Küchen- und Alltagsgeschirr aus lokalem Kalkstein. Solche Gefässe waren in der Zeit des zweiten Tempels verbreitet, da sie im Gegensatz zu Holz oder Leder nach religiöser Auffassung rituell gereinigt werden konnten. Die Werkstatt lag nahe einer antiken Pilgerstrasse nach Jerusalem und könnte Reisende mit Schalen, Bechern und Töpfen versorgt haben. Nun soll der Fund archäologisch fachgerecht untersucht werden. Der Leiter der Einheit zur Diebstahlprävention, Amir Ganor, betont die Bedeutung der Entdeckung und warnt zugleich vor den Folgen illegaler Grabungen: «Antiquitäten im Boden sind keine erneuerbare Ressource. Was geplündert wird, ist für immer verloren.» Solche Fälle sind häufig: Jährlich werden Dutzende Banden gefasst, Hunderte Raubgrabungen bleiben unentdeckt. Den festgenommenen Tätern drohen Geldstrafen und Haft. Bild: Steingefässe aus der Zeit des zweiten Tempels wurden auf dem Skopusberg in Jerusalem gefunden.
jerusalem
20. Feb 2026
Antike Steinwerkstatt freigelegt
Emily Langloh