Deutschland 19. Feb 2026

Simson-Erben verurteilen AfD

Simson Mopeds aus Suhl. 

Debatte um Kult-Mopeds aus Suhl.

Die AfD fährt eine schamlose Aneignungs-Kampagne und instrumentalisiert Mopeds der traditionell im thüringischen Suhl produzierten Marke Simson als Symbol ihrer Verwurzelung in den neuen Bundesländern. Die Partei betreibt in ostdeutschen Landtagen einen Schutz der Simsons als immaterielles Kulturerbe und Symbol «für Freiheit, Unabhängigkeit und Individualität». Wie «Spiegel Online» berichtet wurden vor dem Mauerfall jährlich 200'000 Simpson-Mopeds bei dem VEB Fahrzeug- und Jagdwaffenwerk «Ernst Thälmann».

Doch wie der Name verrät, geht die Marken-Tradition zurück auf die jüdische Unternehmerfamilie Simson, die nach der Machtübernahme der Nazis enteignet worden und 1936 in die USA geflohen ist. Nun protestieren Simson-Nachfahren gegen die Aneignung des Namens durch die AfD. Deren Sprecher Dennis Baum teilte der dpa mit: «Wir empfinden jegliche Verbindung mit der AfD als abstoßend und als eine Beleidigung unseres Namens. Meine Familie und ich lehnen extremistische Ideologien entschieden ab und wollen die Inbesitznahme unseres Namens durch die AfD nicht hinnehmen.»

Die Familie empfindet es als beleidigend, im Zusammenhang mit einer Partei genannt zu werden, die «überwiegend extremistisch» sei, so Baum. Der Name Simson dürfe unter keinen Umständen zum Symbol der AfD werden und habe eine grosse Tragödie erlebt, die vor allem durch Intoleranz gegenüber der jüdischen Bevölkerung geprägt gewesen sei: «Deshalb betrachten wir die Benutzung unseres Namens durch die AfD als eine Verhöhnung unserer Geschichte» (Link).

Andreas Mink