Für die Zürcher Gemeinderatswahlen vom 8. März kandidieren so viele Frauen wie noch nie. Insgesamt bewerben sich 1081 Personen um die 125 Sitze, 45 Prozent davon sind Frauen. 2018 lag ihr Anteil noch bei 38 Prozent. Die Listen zeigen zudem eine grosse Spannbreite: Der jüngste Kandidat ist Jahrgang 2008, der älteste 1938. Mehrere Parteien setzen auffällig auf neue, oft jüngere Politikerinnen auf vorderen Listenplätzen. SP und Grüne positionieren sie gezielt dort, wo Sitze frei werden, um diese zu verteidigen. Auch die FDP setzt vereinzelt neue Kandidierende vor Bisherige. Insgesamt treten 16 Gemeinderätinnen und Gemeinderäte nicht mehr an. Daneben prägen Parteiaustritte und Rückkehrversuche das Feld. Einzelne frühere Mitglieder kandidieren unter neuer Parteizugehörigkeit, während andere nach einer Pause wieder ins Stadtparlament wollen. Gleichzeitig versuchen erfahrene Politikerinnen und Politiker, ihre langjährige Präsenz im Rat zu sichern. Wie üblich setzen Parteien zudem auf prominente Namen als Listenfüller. Diese sollen Stimmen mobilisieren, ohne zwingend gewählt zu werden. Auch ehemalige Mandatsträger und nationale Politikerinnen finden sich auf den Listen. Derzeit verfügt das linke Lager aus SP, Grünen und AL mit 63 Sitzen über eine knappe Mehrheit im Rat. Ob diese bestehen bleibt, ist offen. Klar ist: Mit neuen Gesichtern, parteiinternen Verschiebungen und einem steigenden Frauenanteil steht Zürich vor einer politisch spannenden Wahl.
Zürich
20. Feb 2026
Mehr Frauen kandidieren
Emily Langloh