Elias Pernet kandidiert für die FDP im Wahlkreis sieben und acht für den Zürcher Gemeinderat.
Für Elias Pernet ist klar: Stadtpolitik entscheidet sich an konkreten Fragen des Alltags. «Meiner Meinung nach läuft in der Stadt Zürich politisch vieles falsch», sagt er. Besonders stören ihn Prioritäten in Verkehrs- und Finanzpolitik sowie das Wachstum des Staatsapparats.
Deshalb kandidiert er für die FDP im Wahlkreis 7/8 auf Listenplatz 14 für den Zürcher Gemeinderat. Er will einen schlankeren Staat, gezielten Ressourceneinsatz und ein Miteinander der Verkehrsträger. Gleichzeitig warnt er vor steigender Verschuldung: «Schlussendlich muss meine Generation dafür aufkommen.» Auch Antisemitismus sieht er als zunehmendes Problem, das «mit einer Null-Toleranz-Politik bekämpft werden muss».
Pernet studiert Rechtswissenschaften an der Universität Zürich und will sich im Familien- oder Erbrecht sowie im Privatrecht vertiefen. Neben dem Studium arbeitete er in einer Kanzlei für Haftpflicht- und Versicherungsrecht als juristischer Sekretär und ist heute wissenschaftlicher Mitarbeiter. Aufgewachsen ist er mit drei jüngeren Geschwistern.
Prioritäten neu ordnen
Inhaltlich setzt er klare Schwerpunkte. Er fordert Gleichbehandlung aller Verkehrsträger, auch mit ausreichend Parkplätzen für Autos. Auch grössere Infrastrukturprojekte denkt er mit: «Warum nicht einen grossen Tunnel unter dem Zürichsee bauen?» Finanzpolitisch fordert er ein Umdenken: «Keine Spielereien mehr mit unseren Steuergeldern.» Die Stadt müsse wieder lernen, «rücksichtsvoll mit den Geldern der Bürger umzugehen». Zudem kritisiert er das Staatswachstum und plädiert dafür, die Lehre wieder attraktiver zu machen: «Eine funktionsfähige Gesellschaft lebt nicht nur durch Akademiker, sondern vor allem durch diejenigen, die anpacken.» Als zentrale Herausforderungen für Zürich nennt er Wohnen, Finanzen und Sicherheit. Beim Wohnraum fordert er mehr Bauprojekte, schnellere Verfahren und weniger Blockaden durch Einsprachen. Zudem müssten städtische Vorschriften überprüft und gesenkt werden, «sodass das Bauen wieder attraktiver wird». Gleichzeitig dürfe die Stadt «nicht wahl- und sinnlos das Steuergeld der arbeitenden Bevölkerung ausgeben».
In der Debatte um die Bührle-Sammlung plädiert Pernet für eine «konstruktive und objektive Geschichts- und Provenienzforschung». Diese müsse «ergebnisoffen» und wissenschaftlich erfolgen und dürfe «nicht durch politische oder ideologische Interessen vorgegeben werden».
Die Verantwortung der Stadt sieht er in drei Punkten: wissenschaftliche Aufarbeitung, Zuständigkeit von Institutionen statt Tagespolitik und eine klare moralische Verantwortung gegenüber den Opfern. Ziel müsse «eine faire und ehrliche Aufarbeitung» sein.
Sicherheit, Zusammenleben, klare Grenzen
Auch das gesellschaftliche Klima ist für Pernet ein zentrales Thema. Hass werde seit dem 7. Oktober 2023 offen toleriert, etwa bei Demonstrationen, bei denen zur Vernichtung Israels aufgerufen werde. «Mit Frieden hat das gar nichts zu tun.» Gleichzeitig hätten antisemitische Angriffe «leider massiv zugenommen».
Den Nahostkonflikt sieht er jedoch nur begrenzt als Thema der Zürcher Kommunalpolitik. «Aussenpolitik ist Sache des Bundes», betont er, auch wenn er das Mitgefühl für menschliches Leid auf beiden Seiten nachvollziehen könne. Aufgabe der Stadt sei es vielmehr, sich auf ihre eigenen Zuständigkeiten zu konzentrieren, Sicherheit zu gewährleisten und entschieden gegen Antisemitismus und Diskriminierung vorzugehen. Konkret fordert er, dass «die Debattenkultur wieder gelebt» werde, um unterschiedliche Meinungen sichtbar und tolerierbar zu machen. Gleichzeitig plädiert er für eine «absolute Null-Toleranz-Politik» gegenüber Antisemitismus und Diskriminierung, bei der «der Rechtsstaat seine volle Wirkung entfalten» müsse.
Er warnt jedoch vor weiterer Polarisierung: «Im Endeffekt müssen in einem begrenzten Raum alle zusammenleben können.» Sein jüdischer Hintergrund sei nicht der Grund für sein politisches Engagement, präge aber seine Perspektive: «Ich kann gewisse Sachen aus einer anderen Perspektive besser nachvollziehen als andere Personen.»
Jüngere Perspektive
Politisch versteht er sich als Vertreter einer jüngeren Generation innerhalb der FDP und möchte das «jüngere» Momentum sowie die Stimme der jüngeren Menschen in der Stadt sein, die eines Tages die Verantwortung der heutigen Generation übernehmen werden. Seine Erfahrung als Präsident der Jungfreisinnigen Stadt Zürich und als Co-Präsident einer kantonalen Initiative habe ihm gezeigt, «was es braucht, um vernünftige, sachbasierte Politik zu betreiben». Und was nicht im Wahlprogramm steht? «Ich bin ein grosser Hundemensch!»