LIVE TICKER +++ 09. Apr 2020

Geopolitische Perspektiven nach Covid-19 +++ Mehrheit der US-Bürger unzufrieden mit ihrer Regierung

Der LiveTicker+++ berichtet laufend über Entwicklungen rund um das Coronavirus aus der jüdischen Schweiz und darüber hinaus.  Der Serviceteil mit Notfallnummern findet sich am Ende jedes Tageseintrages. 

DONNERSTAG, 9. April 2020

9.50 Uhr
Mehrheit der US-Bürger unzufrieden mit ihrer Regierung
Eine neue Umfrage von CNN zeigt wachsende Kritik an der Reaktion von Donald Trump und der Regierung in Washington auf die Virus-Pandemie. Demnach denken 55 Prozent der Amerikaner, die Regierung habe zu wenig gegen die Verbreitung von Covid-19 unternommen. Weniger, nämlich 52 Prozent, geben Trump schlechte Noten. Anfang März lag seine Zustimmung hier bei 48 gegen 41 Prozent.

Der Trend läuft also gegen Trump. Dies vor dem Hintergrund, dass 80 Prozent der Befragten erwarten, dass die schlimmste Tage der Pandemie erst noch bevorstehen. Und schon jetzt erklärt ein starkes Fünftel, eine mit dem Virus infizierte Person zu kennen. Knapp die Hälfte erwartet, selbst angesteckt zu werden oder einen Fall in der eigenen Familie. Allerdings sind Republikaner optimistischer über einen glimpflichen Verlauf der Pandemie. 70 Prozent erwarten härtere Zeiten gegen 89 Prozent der Demokraten. Dies könnte an den stetigen Versuchen des Präsidenten und rechter Medien liegen, die Gefahr von Covid-19 kleinzureden.

Die Spaltung der Nation entlang politischer Linien wird auch beim Thema «Rückkehr zur Normalität» deutlich. Insgesamt sehen 60 Prozent der Amerikaner einer allfälligen Aufhebung der nun fast landesweit angeordneten Ausgangssperren mit unguten Gefühlen entgegen. Aber 53 Prozent der Republikaner befürchten in diesem Fall keine Probleme, während nur 23 Prozent der Demokraten diese Einschätzung teilen (cnn).

Stand Mittwochabend ist die Zahl der Fälle in den USA um knapp 30.000 auf rund 430.000 gestiegen (bei 1,5 Millionen weltweit), jene der Todesopfer um rund 1800 auf 15.000 (bei 88.000 weltweit). Bei Sterbefällen dürften die USA in den nächsten Stunden Spanien überholen und näher an Italien mit 17.700 Opfern rücken, der weltweit anhin höchsten Zahl für ein Land (link). Hotspot der Pandemie in den USA bleibt der Gliedstaat New York mit nun 150.000 Erkrankungen und 6300 Todesopfern. Der Staat hat auf Mittwoch erneut einen tragischen Tagesrekord von 780 Verstorbenen erlebt. Allerdings sinkt die Zahl der Einlieferungen in Spitäler. In New York City wurden heute erstmals mehr Menschen entlassen, als eingewiesen. Dort forderte Covid-19 anhin 4500 Menschenleben (link). Bemerkenswert an den vom Gliedstaat aufbereiteten Daten ist der überproportional starke Anteil von Afroamerikanern und Latinos an Todesopfern, was an Armut und vorigen Erkrankungen wie Diabetes infolge schlechter Ernährung liegt. Die Rassen-Problematik wird daher auch bei der Debatte dieser Gesundheits-Katastrophe zunehmend wichtig in den USA. So fordern Demokraten gezielte Hilfsmassnahmen der Regierung für «People of Color» (politico). AM

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DIENSTAG, 7. April 2020

MITTWOCH, 8. April 2020

20.30 Uhr
Man will weiter sprechen
Kurz bevor in Israel der Pessachfeiertag offiziell begann, gelangte am späteren Mittwoch Nachmittag die erhoffte Meldung über die verschiedenen Kanäle an die Öffentlichkeit: Premier Netanyahu telefonierte mit seinem Kollegen und Mitstreiter Benny Gantz von Blauweiss und wünschte ihm einen angenehmen Feiertag und fügte hinzu, Beide wünschten sich zu Wohle des Volkes in diesen Zeiten eine Regierung der nationalen Einheit. Man werde also nach den Feiertagen wieder zusammensitzen und verhandeln. Der Dialog, so erklärten Beide in einer gemeinsamen Erklärung, soll schon am Donnerstagabend fortgesetzt werden. Auf den ersten Blick hat damit keiner der Beiden nachgegeben oder seine Position geändert, aber offensichtlich will, zumindest zum jetzigen Zeitpunkt, auch Keiner die Verantwortung für ein eventuelles Abrutschen der Gespräche in die Krise tragen. Alles Weitere steht in den Sternen... JU
 

14.00 Uhr
Wie die jüdische Schweiz sich auf Pessach vorbereitet
Schabbatdienste, Pessachvorbereitung, Jugendvereinigungen – das virtuelle Judentum der Schweiz nimmt mehr und mehr Gestalt an, Bericht von einem willkürlichen Online-Wochenende (Artikel).

 

13.30 Uhr
Krankenstatistik
Am Mittwochnachmittag musste das israelische Gesundheitsministerium vom Todesfall Nummer 72 in der gegenwärtigen Corona-Krise berichten. Die Verschiedene war eine 90jährige Frau mit vielen gesundheitlichen Nebenerscheinungen. Hinzu kamen die bereits am Morgen gemeldeten 9404 offiziell diagnostizierten Kranken. 147 waren in seriösem Zustand, 122 mussten intubiert werden. JU
 

9.05 Uhr
Jetzt schon 71 Tote
Der Coronavirus nimmt offenbar nicht die geringste Rücksicht auf die Vorbereitung der Israeli auf den heute Abend beginnenden Pessachfeiertag. Am Mittwochmorgen zählte man bereits 9404 offiziell als Virus-Kranke bestätigte Patienten, und die Zahl der Toten erreichte 71. Von den Kranken sind 147 in schwieriger Lage, und 122 von ihnen mussten intubiert werden. Was die Berichterstattung betrifft, werden aufmerksame Leser bestimmt numerische Divergenzen von einem Text zum anderen feststellen. Das rührt nicht zuletzt davon her, dass die Entscheidungsträger ihre Meinung über das zu Geschehende oft sehr kurzfristig ändern oder gar verschiedene Quellen mit verschiedenen Informationen für das Gleiche speisen. Im Wesentlichen bleibt der Trend aber der Gleiche. Bis zum 12. April wird es in Israel keinen öffentlichen Transport geben, sondern nur Taxis. Israelis dürfen sich nur maximal 100 Meter von ihren Wohnungen wegbewegen, abgesehen von konkreten Ausnahmen wie dem Transport von Kinder geschiedener Eltern. – Jerusalem ist in sieben Distrikte eingeteilt, zwischen welchen der Verkehr eingeschränkt ist, ausser es handelt sich um essentielle Bedürfnisse. Um eine effizientere Durchsetzung ihrer Anweisungen zu gewährleisten, haben Polizei und Armee im ganzen Land 45 Strassensperren errichtet. Am Mittwoch können bis 15 Uhr innerhalb des Quartiers Lebensmittel erstanden werden. Danach sollte man bis zum nächsten Morgen auf Bewegungen ausserhalb der Wohnungen verzichten. JU
 

8.10 Uhr 
«Schnelle Bissen» trotz Virus-Krise
Zum Wochenbeginn hat die neue Entertainment-Plattform des Hollywood-Veteranen Jeffrey Katzenberg debütiert: «Quibi» will mit ebenso kurzen, wie hochwertigen Inhalten allein für Handys ein Millionenpublikum anlocken.

Nach monatelangen Vorbereitungen und Investitionen von rund 1,7 Milliarden Dollar kannte Jeffrey Katzenberg kein Zurück. Trotz Covid-19 nahm seine neue Entertainment-Plattform «Quibi» am Montag den Betrieb auf. Der Name steht für «Quick Bites», «schnelle Bissen» im Video-Format von maximal zehn Minuten Länge. Das Angebot ist in drei Kategorien sortiert: in Kapiteln servierte Filme aus fremder und eigener Produktion; Dokumentationen und Reality-Shows; sowie Nachrichtenbeiträge auch aus dem Sport. Zu den hochkarätigen Zulieferern gehören die BBC und Disney, aber auch Steven Spielberg mit der neuen Horror-Serie «Spielberg's After Dark», die er selbst geschrieben und realisiert hat (cnn).

Erste Reaktionen sind positiv. Allerdings monieren von Covid-19 an ihre Wohnungen gefesselte Amerikaner, dass sie die Inhalte nur am Handy geniessen können. Für das Management hat Katzenberg die ehemalige E-Bay-Chefin Meg Whitman gewonnen. Katzenberg selbst ist eine Legende in Hollywood. Der 69-Jährige war zunächst im TV tätig, brachte dann als Chef der Walt Disney Studios Hits wie «Lion King» in die Kinos, ehe er in den 1990er Jahren mit David Geffen und Spielberg das Studio «DreamWorks» gründete. Hoffnungen auf Mega-Erfolge blieben zwar aus. Aber Katzenberg blieb dem Unternehmen bis zum Verkauf für 3,8 Milliarden an NBC Universal im Jahr 2016 verbunden und erhielt dabei eine Auszahlung von 420 Millionen Dollar. 

Quibi soll die nächsten 90 Tage gratis zugänglich sein und dann 4.99 Dollar pro Monat mit und 7.99 Dollar ohne Werbung kosten (link).  
Andreas Mink

Covid-19 - Geopolitische Perspektiven über die Welt danach
Die Pandemie beschleunigt Prozesse im Machtgefüge der Welt, die ohnehin seit einiger Zeit laufen. Amerika hat mit einem beschleunigten Verlust an Einfluss und Bedeutung zu rechnen.

In den USA wachsen zwar Hoffnungen auf ein «Abflachen der Kurve» bei Erkrankungen im Hotspot New York. Doch die Gesamtzahl von Fällen hat bis Redaktionsschluss 400.000 erreicht und es sind nach einem Anstieg seit Montag um knapp 2000 (17 Prozent) etwa 13.000 Todesopfer zu beklagen. Republikanisch geführte Gliedstaaten wie Georgia registrieren einen Anstieg von Fällen um über 40 Prozent täglich (link).

Dennoch ist es für Experten noch nicht zu früh, um einen Blick in die Zeit nach der Begrenzung oder Überwindung von Covid-19 zu wagen. Dies unternimmt Richard Haass, der langjährige Präsident des einflussreichen Think Tanks «Council on Foreign Relations». Haass geht davon aus, dass sich die Welt nach der Pandemie nicht grundsätzlich von der Realität zuvor unterscheidet. Aber Covid-19 werde ohnehin laufende Prozesse intensivieren und beschleunigen. 

Dazu unterscheidet er folgende Themenkreise: Am stärksten ins Auge fällt das völlige Fehlen amerikanischer Führungskraft. Washington habe diese traditionelle, im Zweiten Weltkrieg übernommene Rolle nun praktisch aufgegeben. Dies entspreche den Wahlversprechen von Donald Trump unter dem Motto «America First». Aber nun fehle es dank Trump global an Koordination und Zusammenarbeit, während seine konfuse und langsame Reaktion auf den Virus Amerika als ineffektiv und «auf einem Irrweg» erscheinen lasse.

Gleichzeitig entlarve die Pandemie Weltorganisationen wie die WHO als irrelevant. Grosse und kleinere Mächte würden sich daher heute auf die Rettung ihrer selbst und dann den eigenen Wiederaufbau konzentrieren. Dies dürfte dringend notwendige, gemeinsame Anstrengungen etwa beim Klimawandel behindern, aber auch die Spannungen zwischen den USA und China bei einer breiten Palette von Problemen vertiefen. Zu der so wachsenden «Anarchie» im globalen System würden auch explodierende Staatsschulden beitragen.

Am Ende riskiert Haass dann einen Vergleich, der schockieren dürfte: Habe der Zweite Weltkrieg die Notwendigkeit zur Gestaltung einer globalen Ordnung (nicht zuletzt durch Amerika) offenkundig gemacht, stehe der Menschheit nun eine Neuauflage der von Chaos geprägten Welt nach 1918 bevor (foreignaffairs). 
Andreas Mink
 

8.05 Uhr 
Inzwischen 65 Krisen-Tote in Israel
Bis Mittwochmorgen zählte man in Israel 65 Personen, die am Coronavirus gestorben sind. Unter den Opfern befindet sich mit einem 37Jährigen zudem das bisher jüngste Covid-19-Opfer. Der Mann starb an mehreren schweren Krankheitserscheinungen im Hasharon-Krankenhaus. Total zählte man 149 Patienten in ernsthafter Lage; 117 von ihnen mussten intubiert werden, und die Zahl der offiziellen Coronavirus-Kranken stieg auf 9248. – Bis zum 10. April wird es in Israel ausser Taxis keine öffentlichen Verkehrsmittel geben. Israelis können zudem nicht weiter als 100 Meter von ihrer Wohnung weg zu Fuss gehen. Die einzige Ausnahme bilden geschiedene Eltern, die ihre Kinder bei Vorliegen der entsprechenden Vereinbarung zum anderen Partner oder zu anderen Partnerin transportieren dürfen. In einem Notfall schliesslich dürfen die Israeli weiterhin Hilfe leisten. Lebensmittelläden werden weiter offen bleiben, und am Mittwochmorgen dürfen Israeli in ihrem Quartier einkaufen gehen, doch am Mittwoch ab 15 Uhr sind sie, abgesehen von wenigen Ausnahmen, aufgefordert,  nicht zu reisen oder einzukaufen. Im ganzen Land wurden 45 Strassensperren errichtet, die Armee und Polizei ihre Arbeit erleichtern sollen, das Einhalten der Verfügungen durchzusetzen. JU
 

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DIENSTAG, 7. April 2020

20.00 Uhr
Internes Memo hat das Weisse Haus bereits im Januar vor katastrophalen Folgen der Pandemie gewarnt
Während Donald Trump die durch Covid-19 gegebene Gefahr bis Mitte März klein geredet hat, lag dem Weissen Haus bereits Ende Januar ein Memorandum über die gigantischen Kosten einer ungebremsten Ausbreitung des Virus vor. Dies berichtet die «New York Times». Das Papier stammt laut Redakteurin Maggie Haberman von dem Handels-Beauftragten Peter Navarro. Dieser erklärte angesichts der in China und Europa rasant zunehmenden Zahl von Ansteckungen und Todesfällen, es gebe weder einen Impfstoff, noch eine Kur. Deshalb wären die USA dem neuen Coronavirus schutzlos ausgeliefert. Folgen wären die Gefährdung von Millionen Menschenleben und ein Kollaps der Wirtschaft.

Das Memo stammt vom 29. Januar. Trump erklärte damals noch unentwegt, der Virus sei unter Kontrolle und stelle keine Gefahr für Amerika dar. Neuerdings sagt der Präsident, im Januar habe Niemand die dann eingetretene Katastrophe absehen können. Navarros Memo entlarvt beide Behauptungen als Märchen (nytimes). Navarro empfahl ein energisches Vorgehen gegen den Virus inklusive von Einreisesperren speziell aus China. Diesen Vorschlag hat Trump allerdings aufgenommen. Navarro hat seine Warnungen in einem zweiten Papier am 23. Februar wiederholt. Trump hat auch darauf nicht mit einem Notstands-Plan und einer Mobilisierung der nationalen Ressourcen reagiert. Dies steht bis heute aus.

Der Gliedstaat New York hat derweil von Montag auf Dienstag mit 731 die bislang höchste Zahl von Todesopfern registriert. Dies kam nach zwei Tagen stagnierender Todesfälle. Gleichwohl gab sich Gouverneur Andrew Cuomo zur Mittagszeit zuversichtlich über ein baldiges Abflauen der Pandemie in Staat und Stadt: die Zahl der Einlieferungen auf Intensivstationen sei über die letzten 24 Stunden nur um 100 Menschen gestiegen – die niedrigste Zahl seit dem 21. März. Die Zunahme von Fällen laufe zwar weiter, aber seit drei Tagen nurmehr mit jeweils zehn Prozent (nytimes). 

Insgesamt hat Covid-19 in den USA fast 12.000 Menschenleben gefordert, davon 5500 im Gliedstaat New York (mit mindestens 3500 in New York City). Landesweit geht die Zahl der Fälle auf 380.000 zu, in dem «Hotspot» New York State auf 140.000 (link). AM
 

14.15 Uhr
Einzelheiten der Einschränkungen
Die israelische Regierung bewilligte am Dienstag eine Reihe restriktiver Massnahmen, die im Wesentlichen auf jenen basieren, die bereits tags zuvor von Premier Netanyahu dargelegt worden sind. Die Quarantäne beginnt am Dienstag, um 19 Uhr und limitiert den Verkehr von Stadt zu Stadt bis am Samstag, um 20 Uhr. Ebenfalls bewilligt worden ist eine Ausgangssperre, die am Mittwoch um 15 Uhr beginnt und am nächsten Morgen endet. In dieser Zeit dürfen die Israeli nicht reisen im Bestreben, ihre Verwandten oder Bekannten aus Anlass von Pessach, insbesondere des Sederabends, zu besuchen. Der traditionelle Sederabend darf jeweilen nur von Angehörigen der gleichen Kernfamilie durchgeführt werden. Darüber hinaus wird Jerusalem in sieben Bezirke aufgeteilt, wobei der Verkehr von einem Bezirk in den anderen beschränkt ist, ausser es besteht der dringende Bedarf für eine solche Fahrt. Diese Nachricht kommt vor dem Hintergrund weiter wachsender Zahlen an der Corona-Front: So betrug am Dienstagmorgen die Zahl der offiziell als Corona-Patienten diagnostizierten Personen 9006, bis Dienstag starben 60 Israeli an den Folgen des Virus, und 153 sind in einer schwierigen Lage, einschliesslich 113 Personen, die an ein Beatmungsgerät angeschlossen sind.
 

10.15 Uhr
Netanyahu: Abriegelung könnte länger dauern
Laut Medienberichten will die Regierung am Dienstag verschiedene neue, schärfere Sanktionen gegen die Bevölkerung prüfen, die viel strikter sein würden als jene, die der Regierungschef in der Nacht auf den Dienstag schon untersucht hatte. So könnte laut Medienberichten die volle Abriegelung bis Samstagabend dauern und nicht nur bis Freitagmorgen. Am Dienstagmittag wies die Statistik die folgenden Zahlen auf: 59 Israeli starben bis jetzt am Coronavirus, die Zahl der offiziell diagnostizierten Corona-Patienten überstieg mit 9003 erstmals die 9000er Marke, 153 der Kranken befanden sich in schwierigen Zuständen, einschliesslich 103 Personen, die intubiert werden mussten. Der Entwurf, den die Minister derzeit untersuchen, beinhaltet unter anderem ein Fahrverbot zwischen Städten, welches am Dienstag, um 16 Uhr beginnen und erst am Samstagabend enden würde. Der Regierungschef wiederholte seinen dringlichen Appell, wonach jeder Israeli dieses Jahr den Sederabend alleine, oder höchstens umgeben von seiner Kernfamilie feiern werde. Das Gesundheitsministerium hat laut Netanyahu zwar eine Verlangsamung in der Verbreitung des Covid-19 registrieren können, was ein «positives Zeichen am Firmament» sei. Das Land mache Vorbereitungen für «Strategien des Verlassens», doch würden diese in jedem Fall frühestens nach Pessach zum Tragen kommen. Fatal könnte es werden, wenn aus einem unbegründeten und übertriebenen Optimismus heraus Staat und Bürger zu frühzeitig beginnen sollten, sich mit diesen Strategien zu befassen. Das Resultat könnte den Wünschen und Zielen entgegengesetzt und entsprechend katastrophal werden. JU
 

7.45 Uhr
Kranken-Statistik
Die Zahl der israelischen Corona-Todesfälle stieg am Montag auf 58, die der bestätigten Kranken auf 8904. Von diesen befanden sich 139 in einer schwierigen Verfassung, und 109 Patienten von ihnen waren an an Beatmungsgeräten angeschlossen, ein Zuwachs von 2,8 Prozent innert 24 Stunden. Rund 670 Patienten konnten als geheilt aus den Krankenhäusern entlassen werden. Gemessen am Stand von Montagmorgen waren Jerusalem (1316 Fälle) und Bne Berak (1222) die beiden Städte mit der grössten Zahl an bestätigten Fällen. Tel Aviv-Yafo folgte auf dem nächsten Rang mit 370 Fällen. JU

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MONTAG, 6. April 2020

21.40 Uhr 
Volle Ausgangssperre über das ganze Land
Neue, harte weitere Einschränkungen verkündete mitten aus seiner Quarantäne Premierminister Netanyahu seinem Volk 24 Stunden vor dem Beginn des Pessachfestes: Von Dienstag 16 Uhr bis Freitagmorgen sieben Uhr wird eine volle Ausgangssperre über das ganze israelische Volk verhängt. Und am Mittwoch von 18 Uhr abends bis Donnerstagmorgen, um sieben Uhr muss jeder Bürger und jede Bürgerin buchstäblich in seinen vier Wänden zubringen. Für die restliche Zeit der Ausgangssperre gilt der schon zur Routine gewordene Radius von 100 Meter rund um die Wohnung. Einkäufe dürfen in dieser Zeit nur noch in dem am nächsten zur Wohnung gelegenen Laden getätigt werden. Während der ganzen Ausgangssperre sind interurbane Fahrten von einer Stadt zur anderen verboten. Und zum traditionellen Sederabend am Mittwoch darf niemand eingeladen werden, ausser die Mitglieder der Kernfamilie, mit der man ohnehin zusammenlebt. Mit der nötigen Selbstdisziplin werde, so führte der Regierungschef weiter aus, gestärkt aus der Übung hervorgehen. In diesem Fall dürfe mit dem nötigem Quantum an vorsichtigem Optimismus damit gerechnet werden, dass es nach Pessach zu einer schrittweisen Lockerung der Abriegelung und einer sachten Rückkehr zur Normalität kommen kann. Voraussetzung für alles sei aber die unbedingte Befolgung der staatlichen Massnahmen und Verordnungen. Und, so fügte Netanyahu mit einem Quentchen Patriotismus hinzu, das Volk solle es sich zur Regel machen, in dieser Zeit nur israelische Produkte zu kaufen. JU
 

18.05 Uhr
Bis jetzt schon 53 Todesfälle
Die Anzahl der Israeli, die durch den Coronavirus gestorben sind, erreichte am Montagmittag 53, und die Zahl der bestätigten Kranken stand gleichzeitig bei 8611, einschliesslich 141 Fälle in schwierigem Zustand. 107 der Kranken benötigten ein Beatmungsgerät, und total 585 Patienten haben sich von ihrer Krankheit erholt. – Die ersten von elf El Al-Maschinen mit medizinischer Ausrüstung aus China landeten am Montag in Israel und brachten Dinge wie Beatmungsgeräte, Masken und Schutzanzüge für medizinische Teams mit sich. Die Käufe und Lieferungen der Güter waren eine Zusammenarbeit von El Al, den israelischen Ministerien für Verteidigung, Äusseres und dem Konzern Israel Chemicals. Eine zweite Maschine befindet sich auf dem Weg von China nach Israel und eine dritte ist auf dem Flug nach China. – Die Regierung dürfte im Hinblick auf den Sederabend eine Reihe von Verschärfungen der Massnahmen genehmigen, wie verschiedene Restriktionen für eine Reihe von Ortschaften, die am Montag eine hohe Coronavirusrate hatten. Die Quarantänenmassnahmen für die betroffenen Orte werden weniger strikt sein als die bereits für Bne Berak in Kraft stehenden. Die IDF dürften einen Grossteil der Verwaltung der betroffenen Orte und deren Schliessungen übernehmen. JU
 

14.40 Uhr
Belgiens Sorgen mit Charedim und Corona
Jüdische Gemeindeführer in Belgien haben ihre Besorgnis darüber zum Ausdrck gebracht, dass der Coronavirus sich in der grossen charedischen Gemeinde des Landes noch vor Pessach (Beginn 8.4.) ausbreiten könnte, während in anderen europäischen Staaten Jüdische Oganisationen auf die Pandämie auf Arten reagieren, die ganz spezifisch für ihre Gemeinden sind. Der belgische KKL-Präsident Jacquie Ben-Zino sprach von einer relativ entspannten Situation in seinem Land, bis dessen Regierung letzte Woche eine Abriegelung veranlasste. Laut Ben-Zino beschäftigt die Jüdische Gemeinde isch mit einem Problem, das identisch ist mit dem Problem, das Israel beschäftigt. Ein Viertel der 40000 Mitglieder umfassenden Jüdischen Gemeinde von Antwerpen ist charedisch, und Ben-Zino warf ihnen vor, sich weiter in Jeschiwot und Synagogen zu versammeln. Das führe zu einer hohen Ansteckungsrate in der charedischen Gemeinde und setzt den Rest der Bevölkerung Gefahren aus. Chassidische rabbinische Autoritäten in Antwerpen sagten Gemeindemitgliedern, die Regeln der Abriegelung zu befolgen, doch Ben-Zinos Bericht zitiert Shmueli Markowitz, Leiter der Notfall-Einheit «Hatzole» der Gemeinde, der betont, dass verschiedentlich die Notfallsregeln missachtet würden. Pessach stand vor der Türe, und die Juden Belgiens waren mit den gleichen Sorgen konfrontiert wie andere Gemeinden in Bezug auf die Führung des Sederabends. Ben-Zino sagte, er habe keine Verwandten eingeladen, in sein Heim zu kommen.
Der Brßüsseler Oberrabbiner Albert Guigui gibt jedes Jahr einen Seder  mit rund 120 Gästen, doch dieses Jahr wurde er annulliert. KKL Belgien hat teilgenommen an den Vor-Pessach-Veranstaltungen, und verteilte spezielle Haggadot an den Wohnungseingängen der Mitglieder. Die Gemeindeinstitutionen richteten eine Hotline für betagte Gemeindmitglieder ein, und viele der jungen Leute erklärten sich freiwillig bereit, Einkäufe für sie zu tätigen. Vergangenen Monat hiess es, dass Gemeindeführer von Antwerpen eine Covid-19-Infektionsrate von 85 Prozent mit mindestens 550 Toten unter den Juden von Belgien erwarteten. Bis letzte Woche lag die Rate bei 700 Tote durch den Coronaviru, doch von der Jüdischen Gemeinde gab es keine offiziellen Zahlen. Die höhere Infektionsrate war «vernünftig», da Antwerpens Juden alle einander kennen, jede Synagoge ist eine ausgedehnte Familie, sagt Michael Freilich, ein Abgeordneter aus Antwerpen. «Wenn der durchschnittliche belgische Juden einen Kreis von 15 engen Freunden und Familie hat», sagte er, «dann sind das bei den Juden von Antwerpne 150 Menschen».

 

8.50 Uhr
Die Zahlen steigen und steigen
Am Montag, kurz vor 9 Uhr morgens, bezifferte das israelische Gesundheitsministerium die Zahl der bis jetzt am Coronavirus gestorbenen Einwohner mit 51. Insgesamt waren 8611 Bürgerinnen oder Bürger offiziell als Virusträger diagnostiziert, 141 von ihnen in schwieriger Kondition, und 107 von ihnen mussten beatmet werden. JU
 

8.45 Uhr
8430 Patienten, 49 Todesfälle
Am Sonntag starben in Israel weitere fünf Patienten am Coronavirus, was die Gesamtzahl der Todesfälle auf 49 erhöht. Die Zahl der bestätigten Patienten betrug am Sonntagabend 8430, womit die Zahl innert einem Tag um über 500 zugenommen hat. Unter den letzten Opfern, die alle über 60 Jahre alt waren und and teils an komplizierten medizinischen Nebenursachen gelitten haben, befindet sich auch eine 84jährige Frau, die als sechste Einwohnerin der Alterssiedlung Mishan in Beerschewa dem Virus erlegen ist. 139 Patienten befinden sich in seriösem Zustand, 106 von ihnen mussten intubiert werden, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. JU


8.30 Uhr 
Polizei unterbricht Beisetzungsfeier für Rabbiner in Brooklyn
Sonntagnachmittag schritt die New Yorker Polizei ein, um eine Beisetzungsfeier in Borough Park aufzulösen. Handy-Videos zeigen viele Dutzend und womöglich Hunderte von Chassidim, die zusammengekommen waren, um ihrem Rabbiner Yosef Kalish die letzte Ehre zu beweisen. Der 63-Jährige war am Samstag Covid-19 erlegen. Kalish gehörte den Amshinover Chassidim an. Die Trauernden verstiessen gegen das strikte Versammlungsverbot in New York City. Das Video zeigt einige der Männer, Frauen und Kinder mit Gesichtsmasken. Die Mehrheit der Beteiligten trug jedoch keinen Schutz. 

Bereits am Mittwoch hatten Dutzende Chassidim in der gleichen Nachbarschaft einen Entrüstungssturm auf Social Media ausgelöst, als sie den Sarg eines 101-Jährigen Rabbiners durch ihre Strassen trugen. Stand Sonntagabend hat Covid-19 in New York City 2500 Menschenleben gefordert. Brooklyn ist hinter Queens ein Brennpunkt der Pandemie in der Metropole (link). AM

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SONNTAG, 5. April 2020

20.50 Uhr
Hohe Dunkelziffer bei Opfer-Zahlen in den USA?
In den USA dürfte Covid-19 bereits eine deutlich höhere Zahl von Todesopfern gefordert haben, als von Gesundheitsbehörden ermittelt. Dies behauptet ein aktueller Hintergrundbericht der «Washington Post». Demnach beruhen die offiziellen Angaben auf Virus-Tests, entweder bei Kranken oder Verstorbenen (Washingtonpost). Vor allem zu Beginn der Epidemie seien Erkrankte dank fehlender Mittel überhaupt nicht getestet worden. Bis heute nehmen vor allem Seniorenheime diese Überprüfungen aus Zeitmangel oder anderen Gründen nicht vor. Die «Post» zitiert Experten, die von einer vielfachen Zahl tatsächlicher Todesfälle ausgehen. Dies hat natürlich auch politische Konsequenzen, da Präsident Donald Trump die Gefahr von Covid-19 zumindest bis Mitte März ständig kleingeredet hat. 

Kritiker wie Jay Inslee, der demokratische Gouverneur von Washington, werfen Trump mangelnde Tatkraft und Passivität vor (Twitter). Hierzu passt ein aktueller Report der Nachrichtenagentur AP, wonach Bundesbehörden erst Mitte März mit dem Anlauf und Bestellungen von Gesichtsmasken, Beatmungsgeräten und anderen medizinischen Material zur Bekämpfung von Covid-19 begonnen haben. Washington hat damit drei Monate verschenkt.

Laut einschlägigen Datenbanken hat die Zahl der Virus-Erkrankungen in den USA nun 320.000 überschritten. Jene der offiziell identifizierten Todesopfer geht auf 10.000 zu. Von Samstag auf Sonntag erlebte das Land mit rund 1400 Todesfällen die bislang höchste Zahl an einem Tag (link). Im Gliedstaat New York ist die Rate gegenüber vorgestern jedoch von 630 auf 594 gefallen. Gouverneur Andrew Cuomo erwartet zwar den Höhepunkt der Krise in den nächsten Tagen, warnte jedoch Sonntagmittag vor vorzeitigem Aufatmen (Twitter). Allerdings seien auch Einweisungen in Spitäler erstmals gesunken. Der federführend an der Bekämpfung von Covid-19 beteiligte Regierungs-Epidemiologie Dr. Anthony Fauci erklärte jedoch, der Ausbruch sei in den USA keineswegs unter Kontrolle (Twitter).  AM
 

17.55 Uhr 
Opfer Nummer 48 - steigende Arbeitslosigkeit
Eine 98jährige Frau, die am Sonntagnachmittag im Jerusalemer Shaare Zedek Krankenhaus verstarb, ist das 48. Todesopfer, das die Coronakrise in Israel gefordert hat. Da in Israel weiterhin über 8000 Kranke registriert sind, muss in den kommenden Wochen mit weiteren Todesopfern gerechnet werden. – Zahlen ganz anderer Art lassen ebenfalls die Besorgnis im Jüdischen Staat steigen. Die Arbeitslosigkeit hat landesweit 25 Prozent der Arbeitskraft erreicht. Besonders schlimm betroffen ist die fast gänzlich vom Tourismus abhängige Stadt Eilat am Roten Meer: Hatte dort die Arbeitslosigkeit Ende Februar noch erst 3,3 Prozent betragen, ist sie jetzt angesichts des praktischen Zusammenbruchs der lokalen Tourismusbranche auf 69,3 Prozent gestiegen. – Rund 1,05 Millionen Menschen sind derzeit in Israel ohne Arbeit, und es stellt sich jetzt schon die Frage, wie viele von ihnen nach Ende der Coronakrise bei der Suche nach einem Job auf der Strecke bleiben müssen, sei es aus Altersgründen, aus Gründen der Gesundheit oder aus Gründen eventuell veränderter Familienverhältnisse. Ganz zu schweigen von jenen Bürgern und Bürgerinnen, die sich vorzeitig pensionieren lassen. Wie auch immer: Auf die Staatskasse warten noch recht schwierige Zeiten. JU 
 

17.15 Uhr
Coronazahlen aus der jüdischen Schweiz
Die Zahl der jüdischen Corona-Infizierten ist leicht rückläufig. Vor einer Woche lag sie bei rund 50. Dies bestätigen Zahlen der einzelnen jüdischen Gemeinden in der Schweiz. Diese werden allerdings nicht systematisch erhoben und es besteht auch keine Meldepflicht. Hingegen gibt es in Zürich bereits die ersten Todesfälle unter jüdischen Patienten zu vermelden, die dem Corona-Virus zugeschrieben werden. 
 

16.20 Uhr
Covid-Patient heftigst gebüsst
Israel scheint nun wirklich Ernst zu machen mit seiner Absicht, Gesetzesübertretern im Zusammenhang mit der Coronakrise durch erkleckliche Geldbussen und, wenn nötig, auch mit Gefängnisstrafen das strafwürdige Leben nicht mehr lebenswert zu machen. So wurde am Sonntagnachmittag ein offiziell bereits als Corona-Patient diagnostizierter Mann für das vorsätzliche Verletzen seiner Quarantäne mit einer Busse von 5000 Schekel geahndet. Der Mann hatte in einem Autobus kurz vor der Einfahrt nach Jerusalem gesessen und mit seiner geistlosen Tat dafür gesorgt, dass alle 33 Mitreisenden und der Chauffeur ohne Federlesen in die Quarantäne beordert wurden, von wo aus sie sich mit der Website des Gesundheitsministeriums in Verbindung zu setzen haben. Ein Nebenprodukt dieses Verkehrs-Wildwest mit möglich tödlichem Ausgang war, dass auch der Buschauffeur eine  Busse von 5000 Schekel aufgebrummt erhielt, weil er zu viele Fahrgäste in seinen Bus hineingelassen hatte. Der fehlbare Mann, der über seinen gesundheitlichen Zustand bestens Bescheid wusste, befindet sich derzeit in polizeilicher Gewahrsam. Dass sich wegen des Zwischenfalls eine viele Kilometer lange Warteschlange bildete, die sich erst nach fast einer Stunde auflöste, ist eine lästige Nebenerscheinung, an die man sich in Israel so lange wohl wird gewöhnen müssen wie einerseits polizeiliche Gewalt mit andererseits egoistischem Unverständnis und dem unberechenbaren Coronavirus zusammenstossen. JU
 

15.40 Uhr
Ministerteam soll Wirksamkeit der Kontrollen prüfen
Premierminister Netanyahu hat am Sonntagnachmittag ein Team von Ministern ernannt, das die Wirksamkeit der Kontrollen der Bürger durch Polizei und Shabak-Geheimdienst in den Zeiten der Coronakrise zu prüfen hat. Dem Team steht Energieminister Yuval Steinitz vor. In letzter Zeit ist vermehrt Kritik an den Kontrollmethoden als Verletzung der persönlichen Privatsphäre hörbar geworden. JU
 

11.30 Uhr
Charedisches Jerusalem schlimmer dran als Bne Berak
Einige ultra-religiöse Wohnquartiere in Jerusalem haben eine höhere Coronavirus-Infektionsrate als Bne Berak, die Stadt mit der landesweit höchsten Rate. Das erklärte am Sonntagmorgen Innenminister Arie Deri. Vor der Knesset-Coronakommission liess Deri sich auch aus über die Bemühungen, die in Bne Berak selber unternommen würden, um der Krise Herr zu werden, vor allem der Herausforderung, die betagte Bevölkerung der Stadt isoliert zu halten. «Die Mehrheit der Corona-Kranken in Jerusalem», sagte der Innenminister, «kommen aus den ultra-orthodoxen Vierteln von Jerusalem». Deri weigerte sich allerdings, die betreffenden Viertel spezifisch zu nennen. Am Samstag hatte Jerusalem 1132  Leute, die positiv auf den Covid-19-Virus reagiert haben, rund 0,12 Prozent der Bevölkerung, verglichen mit den 1061 infizierten Einwohnern von Bne Berak, was dort aber 0,54 Prozent der Stadtbevölkerung ausmacht. Deri bestand darauf, dass die ultra-religiöse Bevölkerung und ihre Rabbiner inzwischen voll kooperieren und alle Anweisungen befolgen: «Lasst uns nicht darüber diskutieren, was war und was nicht war», meinte der selbe charedische Innenminister. JU

 

9.15 Uhr
Hizbollah-Kommandant in Südlibanon ermordet
Laut iranischen Medien ist in Südlibanon Ali Mohammed Younis, Jahrgang 1940, von Unbekannten ermordet worden. Als Kommandant war Younis verantwortlich für die Verfolgung von «Spionen und Kollaborateuren», wie die iranischen Nachrichtenagentur Fars meldete. Der Bericht der Agentur war begleitet von einer Fotografie, die den Körper einer neben einem offenen Wagen liegenden männlichen Person zeigt. Das Video eines Minaretts in Südlibanon, das den Tod des Hizbollah-Mannes anzeigte, war begleitet von der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim auf deren Twitter-Konto. JU
 

9.10 Uhr
Ende für Jüdische Zeitung
Die «Canadian Jewish News», die bekannteste und am weitest verbreitete jüdische Zeitung des Landes, gibt auf. Am 9. April wird nach 60jähriger, regelmässiger Erscheinung ihre unwiederruflich letzte Ausgabe auf den Markt kommen. «Leider sind auch wir ein Opfer von Covid-19 geworden», sagte Präsidentin Elizabeth Wolfe in einer Verlautbarung auf der CJN-Website. «Wir hatten bereits vorher Schwierigkeiten, doch es war unmöglich, das Unternehmen in einer Umwelt der fast vollständigen wirtschaftlichen Stilllegung zu halten». Eine Print- oder Internet-Ausgabe der Zeitung wird es nicht geben. Die Belegschaft wurde über den Beschluss via Videokonferenz informiert. Zum Schluss hatte die Auflage der CJN noch rund 32000 Exemplare betragen. TA


Rabbi Westheim gestorben
Der im Alter von 71 Jahren am Coronavirus verstorbene Rabbi Osher Yaakov Westheim galt in der englischen Stadt Manchester als weltweit bekannte Koryphäe auf dem Gebiet der Gesetze für Koscher-Lebensmittel. Seine hauptsächlichen Prinzipien bestanden darin, dass Nichtjuden nicht in die Herstellung koscherer Produkte verwickelt sein sollten, und dass jüdische Hersteller während des ganzen Produktionsprozesses anwesend sein müssten. Rabbi Westheim leitete die Kaschrut-Abteilung des Bet Din von Manchester bis 2004 und pflegte überraschende Inspektionen an Stätten unter seiner Aufsicht in ganz Europa durchzuführen. Westheim, der neben Englisch auch Jiddisch, Hebräisch, Deutsch und Französisch sprach, kam in Gateshead in Nordengland zur Welt, lernte an der dortigen Jeschiwa und an der Jeschiwat Beer Yaacov in Israel. TA

 

9.05 Uhr
Corona-Statistk
Am Sonntagmorgen präsentierte sich die israelische Corona-Statistik wie folgt: Zahl der Erkrankten 7881,  126 von ihnen in schwieriger Kondition, 108 dieser Menschen sind am Beatmungsgerät. Der Hinschied einer 84jährigen Frau brachte die Gesamtzahl der bisherigen Corona-Toten auf 45. Die Frau ist die sechste Bewohnerin der Alterssiedlung «Mishan» in Beerschewa, die am Virus, kombiniert mit zahlreichen medizinischen Nebenerscheinungen gestorben ist. – Das Ziel der Regierung ist, was die Untersuchungen betrifft, immer noch das Erreichen von täglich 30000 Untersuchungen. Infolge Mangelerscheinungen, was verschiedene Ausrüstungsgegenstände betrifft, entfernte man sich in den letzten Tagen aber immer mehr von diesem Ziel. Wie es heisst, soll dieser Tage eine Maschine der Israir nach China fliegen, um dringend benötigtes Material einzukaufen. Unter anderem sollen zwei Millionen Schutzmasken mitgebracht werden. – Die Weltgesundheitsorganisation WHO beziffert die globale Zahl der Corona-Kranken auf über  1170150, über 64000 Tote eingeschlossen.
 

9.00 Uhr 
Zahl der Kranken steigt unaufhörlich
Die Zahl der israelischen Corona-Kranken steigt anscheinend unaufhörlich. Am Sonntagmorgen waren mit 8018 Personen erstmals über 8000 offiziell als registrierte Patienten in Israel gemeldet. 127 von ihnen waren in schwierigen Konditionen, und 106 sind intubiert worden. Wenn in den kommenden Tagen die Kontrolle über chraredische Städte und Quartiere sich noch weiter verschärfen wird, dürfte die Zahl der Patienten sich nochmals sprunghaft erhöhen. JU

SCHWEIZ

  • Permanente Notfallnummer Care-Team des Verbands Schweizerischer Jüdischer Fürsorgen (VSJF): 044 206 30 67.

      ZÜRICH

  • Die Israelitische Cultusgemeinde Zürich (ICZ) empfiehlt die Infoline Bundesamt für Gesundheit (24h) 058 463 00 00 sowie das Ärztetelefon für medizinische Fragen zum Coronavirus (24h) 0800 33 66 55. ICZ-Telefonnummer: 044 283 22 22
  • Sekretariat der Jüdischen Liberalen Gemeinde Zürich 043 322 03 14 oder info@jlg.ch
  • Sekretariat der Israelitischen Religionsgesellschaft Zürich: 044 241 80 57
  • Jüdischer Rettungsdienst Hazoloh in Zürich: 044 202 30 60. 
     
  • Corona Task Force Agudas Achim / Israelitische Religionsgesellschaft Zürich: waad@agudasachim.ch oder SMS / Whatsapp 077 500 98 63 (für nicht-medizinische Fragen)

       BASEL

       BERN

      WAADT

  • Hotline der Communauté Israélite de Lausanne et du canton de Vaud mit aktuellen Einschätzungen ihrer Coronavirus Kommission  021 341 72 45

       GENF

 

SAMSTAG, 4. April 2020 

21.10 Uhr
Jüdische Opfer in Schweden
Die jüdische Gemeinde Schwedens hat bis jetzt mindestens neun ihrer Mitglieder durch den Coronavirus verloren. Diese Todesrate unter den Juden des Landes ist 14 Mal höher als der Anteil der jüdischen Bevölkerung an der schwedischen Gesamtbevölkerung. Die Toten, von denen die meisten älter sind als 80 Jahre, und viele von ihnen zählen zu den Holocaustüberlebenden, machen 2,7 Prozent der 333 Menschen, die bis jetzt in Schweden am Virus gestorben sind. In Schweden wohnen rund 20000 Juden, oder 0,19 Prozent der Bevölkerung. Aron Szugalski-Verständig, Präsident des Jüdischen Gemeindebundes von Schweden, meinte, die Gemeinde hätte zunächst keine Erklärung für diese Disproportion gefunden. Im Gegensatz zu anderen europäischen Staaten funktionieren die schwedischen Primarschulen immer noch, während die Gymnasien seit einigen Tagen geschlossen sind. Altersheime sind geschlossen, und die Regierung ermuntert die Bevölkerung, die soziale Distanz zu wahren, obwohl viele nicht-essentielle Geschäfte und Einrichtungen offen sind. Verständig glaubt allerdings nicht, dass diese Politik etwas zu tun hat mit den Todesfällen in seiner Gemeinde. TA
 

20.50 Uhr
Über 7500 Israeli infiziert
Bis Samstagmorgen waren in Israel laut Informationen des Gesundheitsministeriums 7589 Personen vom Coronavirus infiziert. 115 Patienten waren in schwierigem Zustand, 98 von ihnen waren an Beatmungsgeräte angeschlossen. Gegen Samstagabend wurde die Zahl der Toten mit 44 angegeben. – Es wird nicht ausgeschlossen, dass es in den nächsten 1-2 Tagen in charedischen Städten zusätzlich zu Bne Berak vielleicht zu Unruhen kommen wird. Die zuständigen Ministerien und das Militär wollen dem Vernehmen nach nämlich auch Städte oder einzelne Quartiere in Orten wie beispielsweise Kiryat Sefer, Elad, Beth Shemesh, Modiin Illit und verschiedene Quartiere von Jerusalem strikteren Kontrollen unterziehen. Auch das arabische Ost-Jerusalem dürfte nicht mehr länger verschont bleiben. In den genannten Städten ist die Zahl der Infizierten viel höher als es gemäss ihrer Grösse hätte erwartet werden müssen. Bei den bisherigen militärischen Aktionen in Bne Berak sind grössere Zusammenstösse bis jetzt ausgeblieben. JU

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FREITAG, 3. April 2020 

16.40 Uhr
Todesspirale dreht sich weiter
Verglichen mit Europa halten sich die Zustände in Israel noch gewaltig in Grenzen, doch hier sieht man in jedem (bedauerlichen) Todesfall bereits den Anfang vom unabwendbaren Ende für Alle. Am Freitag musste das Gesundheitsministerium die Todesfälle 37, 38 und 39 registrieren (bis kurz vor 17 Uhr Lokalzeit). In allen diesen Fällen handelt es sich um betagte Patienten im Alter von 71, 75 und 79 Jahren. 115 Personen waren laut offiziellen Berichten in schwierigen Situationen, und 95 von ihnen waren an Respiratoren angebracht. Unter den Toten der letzten 24 Stunden befindet sich auch ein Rabbi der chassidischen Wischnitzer Sekte. JU
 

16.00 Uhr
Millionen Eier kommen geflogen
Zehn Frachtflugzeuge werden Millionen Eier nach Israel fliegen, um die Eierknappheit mindestens teilweise zu beseitigen, die die Hausfrauen trotz Coronakrise so kurz vor dem Pessachfest (Beginn am Abend des 8. April) fast zum Wahnsinn gebracht hat. Vor einigen Monaten hatte eine Butterknappheit Unruhe unter den Konsumenten ausgelöst, und jetzt hätte eine Mangelerscheinung auf dem Eiermarkt die gleiche Situation fast wieder hervorgerufen. JU
 

14.40 Uhr
Rettungsflüge
Eine Maschine der israelischen Fluggesellschaft El Al kehrte am Freitagmorgen, aus dem australischen Melbourne kommend, nach Tel Aviv zurück. An Bord der Maschine waren Israeli, die in Australien und Neuseeland gestrandet waren und nun von einer der letzten Gelegenheiten profitierten, mit einem so genannten «Rettungsflug» in die Heimat zurückzukehren. Der Flug nahm 17 Stunden und 20 Minuten in Anspruch, und war damit der bisher längste Flug der israelischen Zivilluftgeschichte. Laut offiziellen befinden sich derzeit noch fast 1900 rückkehrwillige Israeli im Ausland, nicht zuletzt in Russland und der Ukraine. Es bedurfte 19 einsatzwillige Mitglieder der El Al-Besatzung, um die 40 stündige Operation fehlerfrei zu absolvieren. Dazu Aussenminister Israel Katz: «Von Beginn der Krise an hat das Aussenministerium bewiesen, dass es alle Anstrengungen unternehmen wird, um rückkehrwillige israelische Bürger nach Hause zu bringen». JU
 

11.45 Uhr
Immer mehr Kranke
Die Zahl der am Coronavirus erkrankten Israeli hat mit 7030 Personen am Freitag erstmals die Grenze von 7000 durchbrochen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums befinden sich etwa 115 von ihnen in schwieriger Kondition, 95 von ihnen sind mit dem Respirator verbunden. Zudem ist die 37. Person an der Krankheit verstorben, ein 71jähriger Mann, der im Sheba Medical Center, Tel Hashomer, gelegen hatte. Die Zunahme der Fälle fällt zusammen mit dem Beschluss der Regierung, härter gegen die ultra-orthodoxe (charedische) Bevölkerung von Bne Berak vorzugehen. Am Donnestagabend genehmigte die Regierung eine volle militärische Umzingelung der Stadt. Bewaffnete IDF-Truppen haben begonnen, sich am Freitag zu verteilen und dem Zivilschutz zu helfen. Bne Berak hat mehrer Coronavirus-Patienten als irgendeine andere Stadt Israels. Am Freitag wurden dort 966 Leute mit dem Virus diagnostiziert, etwa drei Mal soviel wie noch vor drei Tagen. Jerusalem, wo fast eine Million Menschen leben, registrierte am Freitag 1003 Fälle. JU
 

10.00 Uhr
Globaler Aufruf der Rabbiner
Oberrabbiner aus aller Welt haben einen Aufruf veröffentlicht, in dem sie das Weltjudentum auffordern, sich zu vereinen und den Schabbat zu begehen, um einander zu unterstützen und für das Wohlergehen des Anderen zu beten. «Ihn zusammen halten» ist ein Appell an die jüdische Gemeinschaft in aller Welt, sich angesichts der Covid-19-Pandämie und der Restriktionen, die zum Schutz Aller ausgesprochen worden sind, zu vereinen. Der gemeinsame Aufruf wird unterstützt von den Oberrabbinern Israels, Frankreichs, Russlands, Grossbritanniens, Argentiniens, Südafrikas, Moskaus, Roms, Brüssels und der Europäischen Rabbinerkonferenz. In ihrem Brief ruft diese Koalition jüdischer Führer die globale jüdische Gemeinschaft auf, den Schabbat Hagadol – den «Grossen Schabbat» unmittelbar vor Pessach – als Gelegenheit zu benutzen, sich die transformative Vereinigungskraft des Schabbats zunutze zu machen und sich angesichts der gegenwärtigen Krise zu vereinen.

Die Oberrabbiner rufen die Juden in jedem Ecken der Welt auf, einander:
1.    anzurufen oder eine Botschaft zu schicken mit Worten der Unterstützung vor Schabbat,
2.    unmittelbar vor dem Entzünden der Kerzen füreinander und die ganze Menschheit zu beten, und
3.    den Schabbat gemeinsam zu halten.

Jede dieser drei Handlungen soll weitreichende Auswirkungen haben, um die jüdische Weltgemeinde zu verbinden, während gleichzeitig die Weltjudenheit aufgerufen wird, sich an die lebenswichtige gesellschaftliche Distanz zu halten, die die Regierungen und Gesundheitsbehörden der Welt verfügt haben. 

Oberrabbiner Riccardo di-Segni, Rom, sagte: «Während der letzten Wochen waren wir Zeugen aus erster Hand, welche Zerstörungen der Covid-19-Virus anrichten kann. In Italien trauert unsere Gemeinde, und viele Leute fühlen sich unwohl. Wir müssen einander unterstützen, um einen Weg aus dieser Krise zu finden. Ich möchte jeden Juden dringend ersuchen, seine Gemeinde zu unterstützen und diese Gelegenheit zu benutzen, sich hinzuwenden und einander Solidarität zu zeigen. Wir sind in der glücklichen Lage, den Schabbat zu haben. Je spezieller wir ihn für uns und unseren Haushalt gestalten können, umso mehr Stärke werden wir durch ihn gewinnen, um diesen Virus zu bekämpfen». TA

7.30 Uhr
Zehn Tote an einem Tag
Der Donnerstag war besonders ergiebig für den Coronavirus. An einem einzigen Tag musste Israel zehn Tote als Folge der Krankheit registrieren. Die Gesamtzahl der Toten in Israel stieg damit auf 36. Landesweit wurden 6857 Menschen positiv diagnostiziert mit dem Virus. 338 Israeli wurden als geheilt aus den Krankenhäusern entlassen. Von den Kranken befanden sich am Donnerstag 108 in kritischem Zustand, 87 waren an Ventilatoren. Weltweit hat die bestätigte Zahl der Toten 50000 übertroffen, und es gibt insgesamt über eine Million Fälle. Die fünf «Spitzenländer» in Bezug auf Coronavirus-Fälle sind die USA (216722), Italien (110574), Spanien (110238), China (82431), und Deutschland (77981). Die Daten hat die John Hopkins Universität in Baltimore geliefert. JU

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DONNERSTAG, 2. April 2020

18.00 Uhr 
Bewaffnete Soldaten kommen nach Bne Berak
Zur Unterstützung des Kampfes gegen den Coronavirus werden demnächst bewaffnete IDF-Soldaten einer Fallschirmbrigade in der ultra-orthodoxen Stadt Bne Berak aufmarschieren, um mit dem Zivilschutzkommando zusammenzuarbeiten. Gegenüber Journalisten meinte ein IDF-Sprecher, die Truppen würden persönliche Schutzausrüstung wie die Polizei bei sich tragen, und werden dem Zivilschutzkommando mit Logistik, der Evakuierung von Kranken und der Verteilung von Lebensmittel an eine Risikobevölkerung helfen. – 38 Prozent der Einwohner von Bne Berak sind nach Ansicht der Maccabi-Krankenkasse am Coronavirus erkrankt. Ist die Rate realistisch, wäre es die höchste Infektionsrate landesweit. Mit dem Einsatz der IDF wird die Zahl der aktiv am Krieg gegen den Virus teilnehmenden Kräfte um 12000 Soldaten und Offiziere sowie um 3000 Fahrzeuge wachsen. – Ein exakter Zeitpunkt für den Beginn des IDF-Truppeneinsatzes wurde nicht bekanntgegeben. JU
 

16.45 Uhr 
Pariser grosse Synagogen erstmals geschlossen
44, Rue de la Victoire, im 9. Arrondissement von Paris – praktisch jeder Jude in der französischen Hauptstadt, aber auch Touristen, die Paris besuchen kommen, kennen diese Adresse: La Victoire, die grosse Synagoge von Paris. Was zwei Weltkriege ebenso wenig geschafft haben wie der Holocaust oder die Terrorakte von 2015, das haben die unsichtbaren Coronaviren fertig gebracht: Die Synagoge, die stets als das Sinnbild für Stabilität galt, ist erstmals in ihrem rund 150jährigen Leben geschlossen. «Während des Holocausts oder Charlie Hebdo», sagte Gemeindepräsident Jacques Canet, 70, «war der Feind jemand, gegen den Du kämpfen konntest, was wir heute aber nicht können. Der beste Weg, um zu kämpfen, ist, zu Hause zu bleiben». Die letzten 60 Jahre besuchte Canet die Synagoge regelmässig, hier heiratete er, und hier feierten seine Kinder ihre Bat- und Barmizwa. Vor dreissig Jahren trat er der Verwaltung des Gotteshauses bei und versah dort diverse Aufgaben. Er fühlt sich «zu Hause» in der «Victoire», weshalb die Schliessung für ihn auch «sehr schlecht» war, kein leichter Entscheid, aber zum Schluss gab es keine andere Möglichkeit. – Moshe Sebbag, der Oberrabbiner der Synagoge: «Als wir realisierten, welch grosse Gefahr für die Menschen bestand, gab es keine andere Wahl». Sie sogar während der Nazibesetzung offen zu halten, war ein Weg, um Leben zu retten, aber jetzt sei die Schliessung der Synagoge «ein Weg, um Leben zu retten». In einem Brief an seine Gemeindemitglieder nannte Rabbi Sebbag die Schliessung der Synagoge eine der «schmerzlichsten Entscheidungen», die er zu fällen gezwungen war. JU
 

15.00 Uhr
Zum zweiten Mal in der Quarantäne
Fast massenweise musste die israelische Führung sich am Donnerstag in Quarantäne begeben. Ausschlaggebend war deren direkten oder indirekten Kontakte mir Gesundheitsminister Yaakov Litzman. Ausser Premierminister Netanyahu, der erst vor einem Tag die Quarantäne verlassen konnte, waren die folgenden Persönlichkeiten gezwungen, am Donnerstagnachmittag diesen ungeliebten Gang mit ihren Regierungschef anzutreten: Mossad-Chef Yossi Cohen, Leiter des Mossad-Geheimdienstes, Meir Ben-Shabbat, Leiter des Nationalen Sicherheitsdienstes, Moshe Bar Simantov, Generaldirektor des Gesundheitsministeriums, Prof. Sigal Sadetzky, Leiterin des öffentlichen Gesundheitsdienstes und Prof. Zev. Rotstein, Vorsitzender des Hadassah Medical Centers. Alle Betroffenen erklärten, ihre routinemässigen Arbeiten fortzusetzen. Zu diesem Zweck sind ihre Heim-Büros ausgerüstet mit den nötigen elektronischen Ausrüstungen.
 

15.oo uhr
Nur mit der Kernfamilie feiern
Total 32 Menschen sind bis Donnerstagmittag in Israel an den Folgen des Coronavirus gestorben. Beim vorläufig letzten Opfer handelt es sich um einen 77jährigen Mann aus Ashkelon, der im Barzilai Medical Center gepflegt worden ist. Bis zum Donnerstagmittag wurden 6360 Personen positiv mit dem Virus diagnostiziert. Von diesen waren 107 in schwierigen Konditionen, und 83 von ihnen mussten intubiert werden. In den letzten 24 Stunden sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums 7833 Untersuchungen durchgeführt worden. Premier Netanyahu erinnerte eindringlich daran, dass sie die kommenden Feiertage von Pessach, Ramadan und Ostern nur im Rahmen ihrer Kernfamilie feiern, um mitzuhelfen, die Infektion im Lande zu reduzieren. - «Ein kleiner Pessach ist ein sicherer Pessach», sagte Netanyahu. JU
 

11.20 Uhr 
Opfer Nummer 31
Die Todesmeldungen im Zusammenhang mit der Coronaviruskrise reihen sich für Israel in immer kürzerem Abstand aneinander. Opfer Nummer 31 ist ein 72jähriger Mann, der am Donnerstag im Tel Aviver Sourasky Medical Center gestorben ist. JU
 

9.30 Uhr
Bereits 30 Tote
Am Donnerstag sind weitere drei Israeli an den Folgen des Coronavirus gestorben. Opfer 27 ist ein 77jähriger Mann mit früheren medizinischen Beschwerden. Er ist im HaEmek Medical Center gepflegt worden. Opfer 28 ist ein 95jähriger Mann, der im Sheba Medical Center, Tel Hashomer, gelegen hat. Bei Opfer 29 handelt es sich um einen 78jährigen Mann, der im Barzilai Medical Center in Ashkelon in Pflege gewesen war. Opfer 30 schliesslich war ein 87jähriger Mann, der im Soroka-Krankenhaus in Beerschewa hospitalisiert gewesen ist. Am Donnerstagmorgen sind in Israel laut Gesundheitsministerium 6211 Leute positiv mit dem Coronavirus diagnostiziert worden. Von diesen waren 107 in ernsthafter Kondition, und 83 sind intubiert worden. Von Donnerstag an müssen alle Israeli auf der Strasse Schutzmasken tragen, und aus dem Ausland zurückkehren Landesbürger und –bürgerinnen müssen sich direkt in einem Coronavirus-Hotel in Quarantäne begeben. «Wir sind in einem globalen Notfallstadium», betonte Premierminister Netanyahu. JU

 

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MITTWOCH, 1. April 2020

20.30
Das 25. Opfer
Am Mittwochabend starb im Wolfson Medical Center in Holon ein 66jähriger Mann am Coronaviurs. Er ist das 25. Todesopfer dieser Krankheit seit Ausbruch der Krise. Der Mann hatte zuvor unter mehrfachen gesundheitlichen Nebenerscheinungen gelitten. JU
 

17.30 Uhr 
Todesfall Nummer 23
Im Jerusalemer Shaare Zedek Krankenhaus und im Wolfson Medical Center in Holon starben am Mittwochnachmittag eine 69jährige Frau und ein 74jähriger Mann. Beide hatten ausser dem Coronavirus von früher her schon medizinische Komplikationen. Damit erhöhte sich die Zahl der in Israel an den Folgen des Virus verstorbenen Personen auf 23. Total 5591 Israeli waren am Mittwochnachmittag mit Coronavirus diagnostiziert, 97 werden als schwerkrank registriert, und 76 von ihnen sind intubiert worden. Alles in allem sind 637 der mit dem Virus diagnostizierten Personen in Krankenhauspflege. Das Gesundheitsministerium erklärte am Dienstag, dass 741 neue Fälle identifiziert worden sind, wobei total 7500  Untersuchungen durchgeführt worden sind.
 

11.45 Uhr
Über eine Million Arbeitslose
Die Zahl der Arbeitslosen in Israel hat als Folge der Corona-bedingten massiven Geschäftsschliessungen und Zurückstufung der Wirtschaft auf Notstandsniveau erstmals in der Geschichte des Landes die Millionengrenze überschritten. Am Mittwochmorgen meldeten die Arbeitsämter 1004316 Arbeitslose, oder 24,1 Prozent der Arbeitskraft. Alleine im März liessen sich fast 845000 Arbeitnehmer bei den zuständigen Ämtern registrieren. Fast 90 Prozent von ihnen hatten sich in einem unbezahlten Urlaub befunden. Laut Schätzungen der zuständigen Stellen befinden sich mindestens 125000 Selbständige in einer zunehmend misslichen Lage. JU
 

9.40 Uhr 
Handydaten über Infizierte
In Israel hat ein Parlamentsausschuss grünes Licht gegeben für die Nutzung von Handydaten im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie. Ein Kontrollausschuss der Knesset, den das Oberste Gericht angemahnt hatte, stimmte nach eigenen Angaben am Dienstag nach «Marathonverhandlungen» dafür, Handydaten über Infizierte und deren Kontaktpersonen zu sammeln. TA
 

9.00 Uhr 
Trump-Regierung rechnet mit bis zu 240.000 Todesopfern in den USA

In Amerika wächst die Zahl der Virus-Fälle rasant. Besonders betroffen ist weiterhin New York City.

An seiner täglichen Pressekonferenz zu Covid-19 hat Donald Trump Dienstagabend dunklere Töne angeschlagen als je zuvor. Seine Experten gingen auch bei einer nationalen Mobilmachung gegen den Virus von 100.000 bis 240.000 Todesfällen aus. Die nächsten zwei Wochen würden «sehr schmerzhaft, sehr sehr schmerzhaft» für Amerika werden, aber dann würde die Nation «Licht am Ende des Tunnels sehen» (nytimes). Die Zahl der Fälle ist mit Zunahmen von 15 bis 20 Prozent täglich auf knapp 200.000 gestiegen, jene der Todesopfer auf 4000. China hat die Epidemie bei 1,4 Milliarden Einwohnern nach knapp drei Monaten mit 82.000 Fällen und 3200 Todesopfern unter Kontrolle gebracht.

Stand Dienstagabend liegen die USA damit auf dem dritten Platz hinter Italien mit 12.500 und Spanien mit 8500 Todesopfern. Dort sinken die täglichen Steigerungen jedoch, während dieser Trend in den USA nun 25 Prozent täglich erreicht hat (link). Zentrum des Ausbruchs bleibt New York City mit 40.000 Fällen und 1100 Todesopfern (nytimes).

Ein massives Problem in Amerika sind die seit drei Monaten anhaltenden Engpässe nicht zuletzt bei Tests. Anhin konnten nur etwa eine Million der 330 Millionen Amerikaner auf Covid-19 getestet werden. Vizepräsident Mike Pence hatte vor drei Wochen die baldige Bereitstellung von fünf Millionen Tests angekündigt. Dieser Mangel verhindert eine zeitige Erkennung von Clustern mit Fällen. 

Dabei rechnen Experten mit rasanten Steigerungen gerade in republikanisch geführten Gliedstaaten im Süden von Texas bis Florida. Dort wurden anhin immer noch keine Ausgangssperren verhängt, wie in den meisten anderen Regionen (nytimes).

Trump, der die Virus-Gefahr bis Mitte März klein geredet und den Behördenapparat an raschem Eingreifen gehindert hatte, politisiert die von ihm mit geschaffene Krise auf atemberaubende Weise. Bei der Verteilung der knappen Hilfsmittel bevorzugt er republikanische Gouverneure in Gliedstaaten wie Florida, das für seine Wiederwahl entscheidend sein wird (link). Dazu nötigt er verzweifelte Gouverneure, ihm öffentlich für seine Hilfe und «Führungsstärke» zu danken (link). 

Damit wiederholt er nicht nur ein aus der Ukraine-Affäre vom letzten Jahr vertrautes Erpressungsmanöver. Wie der politische Journalist Ron Brownstein erkannt hat, sammelt Trump damit auch Material für Wahlanzeigen im Herbst, um sich selbst von Vorwürfen gegen sein epochales Missmanagement dieser Krise reinzuwaschen (link). Andreas Mink

8.30 Uhr 
Bereits 5591 Corona-Patienten
Die israelische Regierung trug sich am Mittwochmorgen noch immer mit dem Gedanken der Verhängung der vollen Abriegelung über gewisse ultra-orthodoxe (charedische) Städte und Ortschaften des Landes, als die aktuellsten Zahlen bekannt wurden: Das Land zählte am Mittwochfrüh 5591 offiziell diagnostizierte Corona-Kranke, 97 von ihnen in ernsthaftem Zustand, 76 von ihnen mussten intubiert werden. Die Zahl der Toten stieg in Israel auf 21. Eine 98jährige Frau erlag im Soroka-Krankenhaus von Beerschewa dem Virus. Ein Team von Spitzenwissenschaftlern schliesst nicht aus, dass Israel es schon nächste Woche mit bis zu 500 kritisch Kranken zu tun bekommen wird. Vor allem in der charedischen Stadt Bne Berak schliessen Experten des Gesundheitsministeriums nicht aus, dass nächste Woche bis zu 1500 Einwohner als krank diagnostiziert sein werden. Trotz einer festgestellten Verlangsamung des Zuwachses kritischer Zahlen halten Vertreter des Gesundheitsministeriums das Gefühl des Optimismus für «verfrüht». JU
 

8.30 Uhr
Die Zahlen steigen und steigen
Die israelische Regierung trägt sich mit dem Gedanken, eine volle Quarantäne über ultra-orthodoxe Städte und Ortschaften zu verhängen, in den die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Personen weiter steigen sollte. Ein Team erstrangiger israelischer Wissenschaftler sagt voraus, dass Israel schon nächste Woche 500 kritisch kranke Patienten haben könnte. Spezifisch steigt die Zahl der mit dem Virus infizierten Personen in der charedischen Stadt Bne Berak laufend weiter. Dort wurden in einem Tag nicht weniger als 65 ernsthaft Kranke registriert, und es gibt dort bereits 571 Infizierte in einer Bevölkerung von unter 199000 Einwohner, oder etwa 285 unter 100000 Einwohnern. In Israel sind durchschnittlich 53 Leute unter 100000 infiziert. Regierungsoffizielle haben schon in Betracht gezogen, Bne Berak oder das Jerusalemer Wohnviertel Mea Shearim einer Abriegelung zu unterwerfen, um die Krankheit einzudämmen. Verschiedene Kreise im Gesundheitsministerium fürchten aber, dass eine solche Massnahme die Infizierungsrate noch erhöhen könnte. – Am Dienstagabend waren 5385 Israeli positiv mit Coronavirus diagnostiziert.  94 von ihnen befanden sich in ernsthaftem Zustand und 76 mussten intubiert werden. 224 konnten die Krankenhäuser als geheilt verlassen. Derzeit befinden sich 39670 Israeli in Quarantäne. Bis Dienstag sind total fast 161000 Israeli isoliert worden. Am Abend betrug die Zahl der Corona-Todesopfer 20. Seit Dienstagabend verlangt das Gesundheitsministerium von allen Personen, die ihre Wohnung verlassen müssen, das Tragen einer Schutzmaske. JU
 

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  • Corona Task Force Agudas Achim / Israelitische Religionsgesellschaft Zürich: waad@agudasachim.ch oder SMS / Whatsapp 077 500 98 63 (für nicht-medizinische Fragen)

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DIENSTAG, 31. MÄRZ 2020

15.45 Uhr 
Drittes Todesopfer innert 24 Stunden
In Israel ist am Dienstag die dritte Person innert 24 Stunden – eine 90jährige Frau – an den Folgen des Coronavirus und zahlreicher gesundheitlicher Nebenerscheinungen gestorben. Damit hat die Zahl der israelischen Todesopfer der Krankheit 18 erreicht. Seit Dienstagmorgen steht die Zahl der offiziell positiv diagnostizierten bei 4831. Von diesen sind 83 in ernster Verfassung und 69 mussten intubiert werden. Bisher konnten die Krankenhäuser 163 Personen geheilt entlassen. JU
 

14.30 Uhr
Welche Stadt hat die meisten Kranken?
Die charedische (ultra-orthodoxe) israelische Stadt Bne Berak hat per capita der Bevölkerung die höchste Zahl an Coronavirus-Patienten, und ein Drittel (34 Prozent) von Jenen, die auf den Virus gescreent worden sind, reagierten positiv. Das teilten das Gesundheitsministerium und die hebräische Website Ynet gemeinsam mit. Rund zehn Prozent der gescreenten Jerusalemer und sechs Prozent der Tel Aviver wurden ebenfalls positiv diagnostiziert. Die Daten zeigen die Ernsthaftigkeit des Ausbruchs unter der charedischen Bevölkerung. Viele «Taschen» existieren, wo die Personen ganz einfach darauf verzichtet haben, die Anweisungen der Behörden und Ministerien zu befolgen. Schon am Dienstagmorgen musste die Polizei in Jerusalem eine Gebetsrunde (Minjan) aufbrechen, weil die Anwesenden die geltende Regelung missachteten, alleine zu beten. Gemäss Gesundheitsministerium sind in Bne Berak 571 Menschen vom Virus befallen, verglichen mit 650 in Jerusalem, wo aber fünfmal so viele Menschen leben: 926000 in Jerusalem gegenüber 199200 in Bne Berak. JU
 

13.00 Uhr
«Noch keine Trendumkehr»
Moshe Bar Simantov, Generaldirektor des israelischen Gesundheitsministeriums, sagte am Dienstagmittag, dass die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle mit herannahendem Pessachfest steigen werde. «Von einer Trendumkehr ist noch nichts zu sehen», meinte er. Am Montag habe man, so fügte er hinzu, eine starke Zunahme von Corona-Patienten festgestellt. In Bezug auf die Diskussion bezüglich des Tragens von Schutzmasken meinte Bar Simantov, die Welt-Gesundheitsorganisation (WHO) habe offiziell festgehalten, dass der Covid-19 durch Tropfen weitergeleitet werde und sich nicht in der Luft aufhalte. «Das veranlasste verschiedene Länder, darunter auch Israel, Leuten, die das Haus verlassen, das Tragen von Masken zu empfehlen. «Wir untersuchen gegenwärtig ob man sich mit improvisierten Masken begnügen kann, da das medizinische Personal die Masken benötigt, die wir an Lager haben». Im Übrigen bereite das Gesundheitsministerium sich auf Anweisung von Gesundheitsminister Litzman vor,  Abriegelungen für ganze Gemeinden einzurichten. «Diese Art von Quarantäne verlangt den äussersten Einsatz des Zivilschutzes und der Polizei», sagte Bar Simantov. JU
 

10.30 Uhr
Zahl der Kranken hat 4831 erreicht
Im Verlaufe des Dienstagmorgens erreichte die Zahl der positiv Diagnostizierten 4831. Von diesen sind 83 in schwierigem Zustand, 69 von ihnen mussten intubiert werden. Insgesamt sind in Israel bis jetzt 17 Patienten am Coronavirus gestorben. 163 Personen konnten geheilt aus dem Krankenhaus entlassen werden. – Am Dienstag hat Israel laut Angaben des Gesundheitsministeriums 27 weitere Ventilatoren erhalten und acht Millionen Schutzmasken, ein gemeinsames Unternehmen der Ministerien für Gesundheit und Verteidigung. JU
 

10.30 Uhr
«Israel in zwei Monaten aus der Krise»
Prof. Amnon Shashua, Generaldirektor von Mobileye und einer der grössten High-Tech-Initianten, behauptet, sein mathematisches Modell könnte Israel innert zwei Monaten aus der Coronaviruskrise befreien. Er sprach darüber mit «Yediot Achronot». Wir bringen Auszüge. 

«Innert zwei Monate kann Israel die Coronakrise verlassen», sagt Prof. Amnon Shashua, Generaldirektor der Firma Mobileye und einer der grössten High-Tech-Initianten in Israel. Shashua hat zusammen mit zwei Kollegen ein mathematisches Modell entwickelt, mit dessen Hilfe, so versichert er, sich die Hochrisikogruppen isolieren lassen, und der Mehrheit der Bevölkerung schrittweise ermöglicht werden könne, von der Quarantäne zur Arbeit zurückzukehren.

«Mein Modell bringt die Hochrisikobevölkerung – Kranke mit gesundheitlichen Begleiterscheinungen und Betagte - in eine Quarantäne und ermöglicht den Gruppen mit niedrigem Risiko, in eine Herden-Ansteckung zu gelangen», sagt Shashua. «Innert zwei Monaten kann man die Niedrigrisiko-Bevölkerung der Arbeit zuführen und dann beginnen, die Hochrisikobevölkerung zu befreien».
Am Dienstag war vorgesehen, dass Shashua sein Modell vor der Corona-Kommission der Knesset präsentiert. Das Modell, dessen endgültige Version am Samstag auf das internationale Internet aufgeladen worden ist, hat weltweit viele Echos ausgelöst. Shashua erhielt Anfragen vom Gouverneur des Staates New York, dem Hauptgeschädigten des Virus in den USA, sowie von Regierungskreisen in Indien und in Argentinien. (...)

«Die gegenwärtige Politik ist die Verhängung der Quarantäne, zu versuchen, die Kranken ausfindig zu machen und sie in die Quarantäne zu schicken. Das Gesundheitsministerium glaubt, dass es so weiter die Zahl der Kranken kontrollieren könne. Ich fürchte, dass wir auf dem Rücken eines Panthers reiten. 
Wenn die Strategie in der Abflachung der Neigungskurve besteht, sprechen wir mindestens von einem oder anderthalb Jahren. Von Mal zu Mal werden Kranke entdeckt. Wenn Touristen eintreffen, bringen sie eine neue Welle von Ansteckungen mit sich. Das Dilemma besteht darin: Sollen wir sie untersuchen oder nicht? Den Himmel öffnen oder schliessen? Ich glaube nicht, dass wir so auf einen grünen Zweig  kommen». (...) JU

08.00 Uhr
Synagogen in Zürich weiterhin geöffnet
Bis Sonntag waren die Synagogen der orthodoxen jüdischen Gemeinden Agudas Achim und Israelitische Religionsgesellschaft Zürich geschlossen. Bis Sonntag trafen sich einzelne Lernende und Betende in den Räumlichkeiten. Das hat nicht nur seitens der Behörden (vgl. tachles online von Dienstag letzter Woche)  Kritik hervorgerufen sondern auch aus eigenen Reihen. Die Task Force der orthodoxen Gemeinden reagierte somit spät auf. Auch in anderen Städten Europas und Amerika halten sich orthodoxe Juden nicht an die Vorgaben von Behörden. Das hat mitunter dazu geführt, dass die Zahl von Kranken und Toten überproportional hoch ist in diesen Teilen der jüdischen Bevölkerung.

07.30 Uhr
Beerdigungen am Schabbat
Die jüdische Gemeinde in der rumänischen Hauptstadt Bukarest hat eine rabbinische Dispens erhalten, Corona-Todesfälle am Schabbat zu beerdigen. Das folgt einer Anweisung der rumänischen Regierung, wonach Corona-Opfer an ihrem Todestag beerdigt werden oder kremiert werden müssen. In normalen Fällen ist die Kremation laut jüdischem Gesetz verboten, und am Schabbat dürfen keine Beerdigungen vorgenommen werden. Die Gemeinde wendete sich für einen so genannten «Heter» (religiöse Erlaubnis) an Rabbi Yaakov Rojah von der Zaka Freiwilligenorganisation für Notfallantworten. Rojah gelangte an Rabbi Avigdor Nebenzahl, dem ehemaligen Oberrabbiner der Jerusalemer Altstadt und Präsident des rabbinischen Rates von Zaka. Er befand, dass dass die Jüdische Gemeinde von Bukarest einen Christen die Beerdigung eines am Schabbat verstorbenen Corona-Opfers am Schabbat vornehmen lassen dürfe, um die Kremierung des Körpers zu verhindern. 
 

07.00 Uhr
Das bisher jüngste Opfer
Eine 49-jährige  Frau, die in der Nacht zum Dienstag im Yitzhak Shamir Medical Center am Coronavirus starb, ist das bisher jüngste Opfer der Krise in Israel. Damit erhöht Sich die Zahl der Todesfälle im Staat auf 17. Am Dienstagmorgen betrug die Gesamtzahl der in Israel offiziell positiv Diagnostizierten 4831. Von diesen befanden sich 83 in schwierigem Zustand. 163 Personen konnten das Krankenhaus als geheilt entlassen. JU

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MONTAG, 30. MÄRZ 2020

20.45 Uhr 
4695 sind als Kranke diagnostiziert
Die Entwicklung der Statistik der Coronaviruskrise lässt an sich keinen anderen Schluss zu, als dass wir den Höhepunkt oder gar eine Trendwende noch lange nicht erreicht haben. Am Montagabend registrierte man laut israelischem Gesundheitsministerium 4695 Kranke, von denen 79 schwer erkrankt sind, und 66 mussten intubier werden. JU
 

20.45 Uhr
Die jüngsten, wahrscheinlich aber nicht letzten Restriktionen
Normalerweise sind die Israeli etwas mehr als eine Woche vor dem Pessachfest voller Vorbereitungen, und das Stimmungsbarometer steigt, bis er am traditionellen Sederabend seinen Höhepunkt erreicht hat. Dieses Jahr aber ist alles anders. Die verlustreiche Coronaviruskrise hat den Festvorbereitungen einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht, und am Montagabend leistete der selber in einer Quarantäne sitzende Regierungschef Netanyahu noch seinen Beitrag zur Dämpfung des letzten Restes der Vorfreude auf Pessach. Er verkündete eine ganze Reihe von Restriktionen, die das letzte Bisschen an individueller, familiärer oder gesellschaftlicher Freiheit fast gänzlich zum Verschwinden bringen. Wer an das tägliche Gebet gewöhnt ist, wird es bis auf Zusehen hin allein zu Hause verrichten müssen. Die Synagogen sind schon eine Weile geschlossen, und jetzt dürfen nicht ein Mal mehr die Vorplätze zum Gotteshaus für das Morgen- oder Abendgebet verwendet werden. Man wird also bis zum Ende der Krise mit Gott ganz alleine sein müssen. Junge Paare, die heiraten, dürfen dies ab sofort nur im Kreise der Kernfamilie tun. Eingeladen werden darf niemand mehr (und die oft nicht mageren Schecks werden auch entfallen).«Diese Restriktionen retten Leben», sagte Netanyahu sicher nicht unberechtigt. «Wir helfen Euch». Wahrscheinlich stimmt das schon, doch Freude bereitet es trotzdem nicht. Zu einer Beerdigung dürfen sich 20 Trauernde einfinden, während zur traditionellen Beschneidung gerade mal zehn Personen gebeten werden dürfen, vorausgesetzt, die Richtlinien des Gesundheitsministeriums werden befolgt: Anlässe haben im offenen Raum stattzufinden, und die Anwesenden müssen die gesellschaftliche Distanz von zwei Metern voneinander einhalten. Nicht ein Mal der kommende Sederabend fand Gnade vor den gestrengen Augen des Premiers: Nur die Kernfamilie darf zu dem Festmahl einfinden, und Wohnquartiere, die den Anweisungen des Gesundheitsministeriums zuwiderhandeln, werden mit voller Härte des Gesetzes belangt. – Schliesslich wird die bereits auf 30 Prozent des Normalbestands gesunkene Arbeitskraft in den als lebensnotwendig geltenden Betrieben auf 15 Prozent zusammengestrichen. «Wir wissen nicht, was der nächste Tag bringt, doch mit Gottes Hilfe werden wir den Coronavirus besiegen». Diesem Wunsch, dem Netanyahu zum Schluss seiner TV-Ansprache Ausdruck verlieh, dürfte wohl niemand im Volk die Zustimmung nicht verwehren. JU
 

18.15 Uhr
Israelischer Milliardär spendet zehn Millionen
In der Hoffnung, damit den Kampf Israels gegen den Coronavirus zu unterstützen, hat der israelische Milliardär Eyal Ofer beschlossen, drei Krankenhäusern je drei Millionen Schekel zu spenden: Dem Sheba Medical Center in Ramat Gan, dem Sourasky Medical Center in Tel Aviv, und dem Rambam Center für Gesundheitspflege in Haifa. Darüber hinaus wird die israelische NGO «Latet» (geben) eine Million Schekel erhalten. Diese Organisation ist darauf spezialisiert, Betagte mit Lebensmitteln und Medikamenten zu unterstützen. – Ofers Sprecher betonte, die Krankenhäuser würden unterstützt werden, um ihnen zu helfen «lebensnotwendige medizinische Ausrüstung» zu kaufen, um «die Ausbreitung des Virus» zu verhindern, Menschenleben zu retten und «medizinische Teams davor zu schützen, infiziert zu werden. – Es ist nicht das erste Mal, dass Eyal Ofer israelische Krankenhäuser unterstützt. 2015 verlieh ihm der Rambam-Campus für Gesundheitspflege die Rambam-Auszeichnung in «Anerkennung seiner aussergewöhnlichen Geschäftstalente und philanthropischen Grosszügigkeit». JU
 

15.30 Uhr
Netanyahu muss nicht in die volle Quarantäne
Premierminister Netanyahu und sein Arbeitsteam mussten sich vorübergehend in Selbst-Isolation begeben, und zwar so lange, bis eine epidemiologische Studie beendet ist, die, so hofft man, ergeben wird, dass er dem Coronavirus nicht ausgesetzt war. Das gab Netanyahus Büro bekannt. Gleichzeitig bestand das Büro am Montag aber darauf, zu dementieren, dass entschieden worden sei, ihn für eine Woche in der Abriegelung zu halten, nachdem seine parlamentarische Assistentin Rivka Paluch mit dem Virus diagnostiziert worden war. Laut Äusserungen seines Büros würden Offizielle des Gesundheitsministeriums nun grundlegend der Frage nachgehen, was nun zu tun sei. Die ersten Hinweise der Studie deuteten darauf hin, dass Netanyahu sich nicht in Quarantäne zu begeben habe, da er sich nicht mit Paluch getroffen habe und mit ihr nicht in engen Kontakt gekommen sei. Sie hätten sich in den letzten zwei Wochen nie im gleichen Raum aufgehalten. Netanyahu habe sich in Koordination mit seinem persönlichen Arzt stets an die Gesundheitsrestriktionen gehalten, und würde den Grossteil seiner Arbeit von zu Hause aus ausführen. Zudem würden die meisten Beratungen via Video laufen. TV-Kanal 12 hatte am Montagmorgen, vielleicht etwas voreilig, berichtet, dass der Premier eine einwöchige Quarantäne durchmachen werde, weil seine Assistentin positiv auf den Test reagiert habe. JU
 

13.30 Uhr 
Opfer Nummer 16
Nach Angaben des israelischen Gesundheitsministeriums erlag am Montag in 58jähriger Mann den Folgen der Erkrankung am Coronavirus. Es ist das 16. israelische Todesopfer seit Ausbruch der Krise. Gemäss dem Krankenhaus, in dem der Patient gelegen hatte, war er schon vor dem Befall mit dem Virus verschiedenfach gesundheitlich schwer angeschlagen. Kurz vor Bekanntwerden der Todesnachricht sagte Moshe Bar Simantov, Generaldirektor des israelischen Gesundheitsministeriums, bis zum kommenden Wochenende dürfte es in Israel rund 150 schwerkranke Corona-Patienten geben. «Ich sehe kein Modell», sagte Bar Simantov, «in dem wir diese Situation mit einer kleinen Anzahl intubierter Patienten oder Toten beenden können». Am Sonntag wurden 6000 Personen untersucht, doch der Generaldirektor meinte, die Tests würden «nur ein sehr partielles Bild der Gesamtsituation» abgeben. JU
 

10.00 Uhr
Die Einkäufe des Gesundheitsministeriums
Israel hat gegenwärtig rund 11000 Respiratoren bestellt. Das erklärte am Montag Dr. Orly Weinstein, die namens des Gesundheitsministeriums zuständig ist für den Einkauf derartiger Ausrüstung. An Sonntag habe eine israelische Firma laut Weinstein bereits 27 Respiratoren geliefert. Israel dürfte in den nächsten zwei Monaten noch mindestens 2000 bis 3000 weitere, lokal produzierte Respiratoren erwerben. JU
 

9.45 Uhr
Geheimdienst tätigt Grosseinkäufe
Total 4347 Israeli wurden bis Montagmorgen positiv mit Coronavirus diagnostiziert, einschliesslich 80 Patienten in schwierigem Zustand. Das gab das israelische Gesundheitsministerium am Montag bekannt. 63 dieser Patienten sind auf Ventilation angewiesen. Seit Ausbruch der Krise sind 15 Israeli gestorben. – Der Mossad-Geheimdienst hat zehn Millionen Gesichtsmasken für den Kampf gegen den Coronavirus eingekauft. Wegen der Sensitivität der Nachricht konnten die israelischen Medien erst am Montag darüber berichten. Die «Jerusalem Post» schrieb allerdings bereits am Freitag davon, dass im Kampf gegen den Virus «ganz spezielle Produkte» nach Israel unterwegs seien. Zusätzlich zu den zehn Millionen Masken brachte der Mossad noch einige dutzend Ventilatoren ins Land, zehntausende Untersuchungseinheiten und etwa 25000 Spezialmasken vom Typ N95 für medizinisches Personal. Der Import weiterer medizinischer Ausrüstung ist vorgesehen, da Mossad-Chef Cohen zusammen mit anderen Sicherheitseinheiten und dem Gesundheitsministerium einem speziellen Kommandozentrum vorsteht. Bereits vor zwei Wochen war es Cohen gelungen, 100000 Untersuchungseinheiten nach Israel zu importieren. Weitere vier Millionen sollen dem Vernehmen nach unterwegs sein. Der Grund, weshalb der Mossad die Leitung des Kommandozentrums übernommen hat, dürfte in der Tatsache liegen, dass ein Teil der Produkte laut israelischen Medienberichten in Ländern gekauft wurde, mit denen Israel keine diplomatischen Beziehungen unterhält. JU
 

07.00 Uhr 
Dramatische Zeugenberichte aus London
Die Redaktion erreichen dramatische Berichte von Zeugen und Korrespondenten aus verschiedenen Teilen der Welt. Dramatisch ist im Moment die Situation in England. Nachdem die Regierung von Premier Boris Johnson die Situation rund um das Coronavirus negierte, schlägt die Epidemie im ohnehin desolaten Gesundheitssystem von England gandenlos zu. So auch in der jüdischen Gemeinde von London. Täglich werden dort Tote in Absenz der Familien beerdigt. Eine seit 20 Jahren in London lebende Schweizerin berichtet gegenüber tachles: «Leider ist in England die Situation rund um Corona momentan schrecklich. Praktisch jede jüdische Familie bei uns in London hat den Virus. Jeden, den wir kennen, hat in der Familie jemanden. Leider sind letzte Woche schon die Väter von zwei Freundinnen gestorben, zwei gute Freundinnen. Sie konnten die sterbenden Väter nicht mehr besuchen und nur noch per Video verabschieden. Sie mussten die ganze Beerdigung auf dem Internet mitverfolgen. Es ist hier schrecklich, die Intensivstationen sind überfüllt, die Menschen warten im Warteraum, mit Kranken, nicht Kranken mit dem Virus. Es ist eine Riesenwelle im Gang, und es ist wirklich, wirklich schlimm. Jeden Tag warten wir auf schlechte Neuigkeiten von jemand anderem, der wieder gestorben oder im Spital ist.» Andere berichten darüber, dass sich weite Teile der orthodox-jüdischen Bevölkerung kaum oder gar nicht um die Minimalvorgaben von Trennung der Bevölkerung halten. Gebete in Gemeinschaft und andere Versammlungen finden statt. Die Schulen waren noch bis letzte Woche geöffnet.«Die Charedim scheren sich einen Deut um alles. Die neuen Hygienevorschriften werden nicht eingehalten. Die meisten Koschergeschäfte bergen Ansammlungen von Menschen», sagt der praktizierende Jude aus London gegenüber tachles online. Gemäss einem Arzt in London sei die Zahl von Infizierten überproportional hoch unter der jüdischen und darunter der charedischen Bevölkerung. Bereits vorige Woche berichtete tachles online über Problemen mit dem Versammlungsverbot in Zürichs orthodoxen Gemeinden. Die Kantonspolizei intervenierte. In Gruppen sozialer Medien debattierten orthodoxe Mitglieder der jüdischen Gemeinde über anti-charedische Berichterstattung. Inzwischen allerdings haben die Rabbiner orthodoxer jüdischer Gemeinden ihre Mitglieder nochmals aufgerufen, Vorgaben von Behörden zu respektieren und strikte einzuhalten. Gemäss Recherchen von tachles finden immer noch gemeinsame Gebete statt. TA  

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SONNTAG, 29. MÄRZ 2020

22.00 Uhr
Augenzeugen-Berichte vom «Hotspot» New York
Bewohner der Metropole berichten über ihren Alltag unter der seit 22. März geltenden, weitgehenden Ausgangssperre in New York City. Darunter sind ein Zuwanderer aus Zürich, eine chinesische Familie, prominente Mode-Designer und eine Gesundheits-Reporterin bei ABC News (Link).

20.30 Uhr
Über 4000 Corona-Kranke
Am Sonntagabend betrug die Zahl der positiv mit Coronavirus diagnostizierten Israeli bei 4247 Personen. 74 von ihnen befanden sich in ernsthaftem Zustand. Die Zahlen bedeuten eine Zunahme von 628 Personen innert 24 Stunden. Der Grossteil der Diagnostizierten – 3944 – war von einer milden Form des Virus befallen. 82 hatten eine mittelschwere Form eingefangen, und 132 konnten geheilt entlassen werden. JU

17.30 Uhr
Todesfall Nummer 15
Am Sonntagnachmittag musste das israelische Gesundheitsministerium den 15. Todesfall der gegenwärtigen Coronakrise registrieren: Im Jerusalemer Shaarei-Zedek-Krankhaus starb eine 84jährige Frau. Die Gesamtzahl der positiv diagnostizierten Fälle beträgt (Stand Sonntagmorgen) 3856, von ihnen sind 66 schwer erkrankt. 54 von ihnen müssen beatmet werden. Bis jetzt sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums 67,5 Prozent der am Coronavirus erkrankten Personen zwischen 20 und 29 Jahre alt, 56,7 Prozent sind zwischen 50 und 59 Jahre alt. Am Freitag wurden rund 6000 Untersuchungen vorgenommen, bis Mitte der Woche soll die Zahl auf 10000 steigen, und bis in etwa einem Monat sogar auf 30000. JU
 

15.45 Uhr
Der Befehl des Rabbi
Rabbi Chaim Kanievsky, einer der Führer der ultra-orthodoxen Welt, sagte am Sonntag, wer während der Coronakrise den staatlichen Befehlen zur sozialen Distanznahme keine Folge leistet, einer Person gleiche, die eine andere Person ermorden wolle. Der Rabbi gestattet auch, die Behörden über jemanden zu informieren, der die Befehle missachtet. Dieser Gesinnungswechsel Rabbi Kanievskys folgte auf wochenlanges Treten an Ort, während welcher Zeit die charedische Gemeinschaft keine klare Linie in dieser Sache vertrat. Der Rabbi wies seine Gemeinschaft zudem an, alleine zu beten und nicht im Rahmen eines Minjans (mindestens zehn Teilnehmer) in einer Synagoge. Das Bemerkenswerte an der Äusserung Rabbi Kanievskys ist der Umstand, dass damit im Gegensatz zu früheren Stellungsnahmen des Rabbi wie auch in Bezug auf die vorherrschende Haltung innerhalb der charedischen Gemeinschaft selbst, dieses Mal offenbar in staatliche und medizinische Organe mehr Vertrauen gesetzt wird als in charedische Instanzen selber. Wahrscheinlich war letztlich der Umstand ausschlaggebend, dass die am Sonntag vorliegenden Informationen über die besonders hohe Infektionsrate in ultra-orthodoxen Kreisen dem Rabbi kaum eine andere Wahl liessen. JU

15.30 Uhr
Ein Todesfall nach dem anderen
Kaum hatten die Medien den Hinschied des 13. israelischen Opfers der Coronakrise gemeldet, folgte schon die nächste Hiobsbotschaft: Eine israelische Frau in den 90er Jahren erlag in einem Krankenhaus von Bne Berak den Folgen der Viruserkrankung, kombiniert mit zuvor schon bei ihr existierenden medizinischen Mangelerscheinungen. JU

11.30 Uhr 
Todesopfer Nummer 13
Ein 92jähriger Coronavirus-Patient ist am Sonntag gestorben. Das teilt das Jerusalemer Shaarei-Zedek-Krankenhaus mit. Der Mann war  letzte Woche in besorgniserregendem Zustand eingeliefert worden und hat an verschiedenen, schweren Gesundheitsproblemen gelitten. Das erhöht die Coronavirus-Opfer auf 13. Mehr als 3800 sind infiziert. JU

 

9.30 Uhr 
3865 Israelis vom Virus befallen
Rund 3865 Israelis waren am Sonntag als vom Coronavirus befallen diagnostiziert. Nach Angaben des israelischen Gesundheitsministeriums sind dabei 66 in ernsthaftem Zustand. Der Stand der Todesopfer ist vorerst unverändert bei 12. Die Zahlen bedeuten eine Zunahme um 246 Leute seit Samstagnacht. Ein Teil des Zuwachses ist auf die Tatsache zurückzuführen, dass das Gesundheitsministerium mit dem «Magen David Adom» und der Armee zusammenarbeitet, um die Zahl der Untersuchungen zu erhöhen. 3616 der Diagnostizierten haben eine milde Form des Virus, 82 sind mittelschwer erkrankt und 89 haben sich vom Virus erholt. JU

9.20 Uhr 
Der Virus scheints möglich zu machen
Was den Politikern über ein Jahr lang nicht gelungen ist, scheint der Coronavirus bewerkstelligt zu haben. Nach einer fast die ganze Nacht vom Samstag auf den Sonntag dauernden Sitzung zwischen Netanyahu und Gantz kamen die Beiden überein, im Laufe des Sonntags nochmals zu konferieren, um die Ämterverteilung soweit unter Dach und Fach zu bringen, dass noch am Sonntagabend die Unterschriften unter das Dokument der Bildung einer Regierung der nationalen Einheit gesetzt werden können. Laut Plan soll Netanyahu als Erster das Amt des Premierministers (weiter) übernehmen, in dem ihn im Oktober 2021 Benny Gantz ablösen soll. Hauptstreitpunkt ist erstens die Frage, ob Yuli Edelstein, wie der Likud es haben will, trotz seines unrühmlichen Ausstiegs aus dem Amt letzte Woche, wieder in letzteres einsteigen soll. «Wir sind auf dem Weg zur Regierung der nationalen Einheit», meinte frohlockend Netanyahu, «unsere Kräfte zu Eurem Wohl zu vereinen und unseren Kampf gegen den Coronavirus zu gewinnen». Dass der Likud an einer Gesetzesvorlage arbeitet, die es Netanyahu ermöglichen würde, nach der Rotation trotz seinen Gerichtsverfahren als Vize-Premier zu fungieren, rief Samstagnacht Nitzan Horowitz, Leiter der links-liberalen Meretz-Partei auf den Plan: «Wenn Gantz eine solche Vorlage unterstützt», warnte er, «würde er zum Partner des Unternehmens werden, die israelische Politik noch korrupter zu machen». Gut gebrüllt, Löwe, doch in der heutigen israelischen Polit-Landschaft scheint man solche Argumente mit einem Grinsen wegzustecken. JU

SERVICE
Alle Servicedienste und Notfallnummern im Überblick
Jüdische Institutionen und Gemeinden bieten eine Vielzahl von Dienstleistungen und Servicenummern an. Die detaillierten Angebote finden sich auf (e-tachles für alle) und hier ein Auszug für Notfälle: 

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  • Corona Task Force Agudas Achim / Israelitische Religionsgesellschaft Zürich: waad@agudasachim.ch oder SMS / Whatsapp 077 500 98 63 (für nicht-medizinische Fragen)

       BASEL

       BERN

      WAADT

  • Hotline der Communauté Israélite de Lausanne et du canton de Vaud mit aktuellen Einschätzungen ihrer Coronavirus Kommisison  021 341 72 45

       GENF

SAMSTAG, 28. MÄRZ 2020

21.00 Uhr
Israel steht totale Abriegelung bevor
Am Wochenende wies Premierminister Netanyahu die Behörden an, eine weitere, bedeutende Einschränkung der Bewegungsfreiheit der Israelis vorzubereiten. Sie soll am Sonntag, spätestens am Montag beginnen. Im Zentrum der Massnahmen steht das Bestreben, das Verlassen der Häuser durch die Einwohner noch weiter zu reduzieren und dadurch hoffentlich das Ausbreiten des Coronavirus einzudämmen. Sollte es im Trend der Zahl der Infektionserscheinungen keine drastische Veränderung geben, warnte der Regierungschef davor, dass eine vollkommene Schliessung des Landes unabdingbar sein würde. Im Verlauf einer (telefonischen) Sitzung von Ministern und Generaldirektoren erhielt das Finanzministerium den Auftrag, einen Plan für eine zusätzliche Reduktion der bereits auf 30 Prozent des Normalumfangs geschrumpften Bestände der Arbeitskraft auszuarbeiten. In Supermärkten und Pharmazien sollen die Sicherheitskräfte energischer als bisher gegen Verletzungen des Ansammlungsverbots durchgreifen. Am Samstagabend registrierte man 3619 diagnostizierte Corona-Kranke in Israel, 159 mehr als am Morgen des Tages, von denen 42 intubiert werden mussten. 81 der Patienten waren mittelschwer krank, 89 konnten als geheilt entlassen werden. Bis Samstag Nachmittag mussten die Sicherheitskräfte total 1296 Bussen an Einzelpersonen oder Geschäfte aussprechen, welche sich nicht an die Anweisungen des Gesundheitsministeriums gehalten haben. Israel will das tägliche Volumen der Untersuchungen auf 30000 erhöhen. JU

18.00 Uhr
Entscheid des Bet Din
Das Londoner Bet Din hat eine Liste von Produkten zusammengestellt, die nicht unter einer speziellen Aufsicht für Pessach hergestellt worden sind, wegen der schwierigen Lage im Zusammenhang mit der Coronaviruskrise am Feiertag nach Ansicht des Bet Din aber trotzdem gegessen werden dürfen. Die von der Kaschrut-Division herausgegebene Liste trägt den Titel «Product Guidelines in extremis». Es handelt sich um elementare Produkte, die quarantierten Familien helfen sollen und solchen Leuten, die wegen des Virus in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind. Das berichteten die «Jewish News». Rabbi Jeremy Conway, Direktor der Kaschrut-Division, sagte zur Liste: «Wir sind uns des Drucks in dieser präzedenzlosen Zeit sehr wohl bewusst. Wir wissen schon, warum die Sedernacht dieses Mal anders als alle anderen Nächte sein wird, und warum dieser Pessach ein anderer als alle bisherigen sein wird». Er fügte hinzu: «Diese Liste sollte verwendet werden reguläre beaufsichtigte Produkte nicht vorhanden sind, oder für Leute, die betagt oder in Isolation sind, weshalb sie nicht selbständig Einkäufe tätigen können oder Pessachprodukte an ihre Haustüre geliefert bekommen». JU

SERVICE
Alle Servicedienste und Notfallnummern im Überblick
Jüdische Institutionen und Gemeinden bieten eine Vielzahl von Dienstleistungen und Servicenummern an. Die detaillierten Angebote finden sich auf (e-tachles für alle) und hier ein Auszug für Notfälle: 

      SCHWEIZ

  • Permanente Notfallnummer Care-Team des Verbands Schweizerischer Jüdischer Fürsorgen (VSJF): 044 206 30 67.

      ZÜRICH

  • Die Israelitische Cultusgemeinde Zürich (ICZ) empfiehlt die Infoline Bundesamt für Gesundheit (24h) 058 463 00 00 sowie das Ärztetelefon für medizinische Fragen zum Coronavirus (24h) 0800 33 66 55. ICZ-Telefonnummer: 044 283 22 22
  • Sekretariat der Jüdischen Liberalen Gemeinde Zürich 043 322 03 14 oder info@jlg.ch
  • Sekretariat der Israelitischen Religionsgesellschaft Zürich: 044 241 80 57
  • Jüdischer Rettungsdienst Hazoloh in Zürich: 044 202 30 60.
  • Corona Task Force Agudas Achim / Israelitische Religionsgesellschaft Zürich: waad@agudasachim.ch oder SMS / Whatsapp 077 500 98 63 (für nicht-medizinische Fragen)

       BASEL

       BERN

      WAADT

  • Hotline der Communauté Israélite de Lausanne et du canton de Vaud mit aktuellen Einschätzungen ihrer Coronavirus Kommisison  021 341 72 45

       GENF

 

FREITAG, 27. MÄRZ 2020

16.00 Uhr
Entscheid des Bet Din
Das Londoner Bet Din hat eine Liste von Produkten zusammengestellt, die nicht unter einer speziellen Aufischt für Pessach hergestellt worden sind, wegen der schwierigen Lage im Zusammenhang mit der Coronaviruskrise am Feiertag nach Ansicht des Bet Din aber trotzdem gegessen werden dürfen. Die von der Kaschrut-Division herausgegebene Liste trägt den Titel «Product Guidelines in extremis». Es handelt sich um elementare Produkte, die quarantierten Familien helfen sollen und solchen Leuten, die wegen des Virus in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind. Das berichteten die «Jewish News». Rabbi Jeremy Conway, Direktor der Kaschrut-Division, sagte zur Liste: «Wir sind uns des Drucks in dieser präzedenzlosen Zeit sehr wohl bewusst. Wir wissen schon, warum die Sedernacht dieses Mal anders als allen anderen Nächte sein wird, und warum dieser Pessach ein anderer als alle bisherigen sein wird». Er fügte hinzu: «Diese Liste sollte verwendet werden reguläre beaufsichtigte Produkte nicht vorhanden sind, oder für Leute, die betagt oder in Isolation sind, weshalb sie nicht selbständig Einkäufe tätigen können oder Pessachprodukte an ihre Haustüre geliefert bekommen». JU

15.15 Uhr
Mindestens 20 Mitglieder der jüdischen Gemeinde in London gestorben
Marie van der Zyl, Präsidentin des britischen Board of Deputies, reagiert auf die jüngsten Zahlen, wonach mindestens 20 Mitglieder der Jüdischen Gemeinde an den Folgen des Coronavirus gestorben sind: «Der Ausbruch des Coronavirus ist eine zerstörerische nationale wie internationale Tragödie. Diese Zahlen zeigen, dass unsere Gemeinde nicht immun ist. Unser Mitgefühl gilt all Jenen, die Geliebte verloren haben und die sich um die Kranken kümmern. Im Judentum gibt es keinen höheren Wert als die Bewahrung von Leben, weshalb ich Sie bitte, alles zu tun, um den Richtlinien der Regierung zu folgen. Bleiben Sie zu Hause, ausser, es ist Ihnen absolut unmöglich. Uns vom Board of Deputies stehen unsere Gemeinden, die grossen wie die kleinen, nahe, und wir tun alles, was in unserer Macht steht, um die Kontinuität des jüdischen Lebens durch diesen Prozess zu maximieren und sicherzustellen, dass wir einen fröhlichen und gesunden Pessach feiern können. Wir werden das überstehen, doch Jeder muss seine Rolle spielen». JU

15.00 Uhr
Israel: Zwölf Tote
Am Freitag Nachmittag starb im Haifaer Rambam-Krankenhaus ein 73jähriger Mann an den Folgen des Coronavirus. Seine Frau, 71, bleibt wegen der gleichen Krankheit in Spitalpflege. Das Paar war vor einiger Zeit auf der spanischen Insel Teneriffa gewesen und ist am 9. März ins Krankenhaus eingetreten. Ebenfalls am Freitag verstarb ein 80jähriger Mann, der im Wolfson Medical Center gepflegt worden war. Israel hat gegenwärtig 3035 Patienten, die am Coronavirus erkrankt sind. Gemäss israelischem Gesundheitsministerium sind 49 in seriöser Verfassung, und zwölf sind verstorben. Prof. Itamar Grotto, Vize-General-Direktor des Gesundheitsministerium, zur gegenwärtigen Situation: «Die Schritte, die wir eingeleitet haben, beginnen, sich ausuzuzahlen. Die Zahl der toten oder schwererkrankten Personen ist geringer als wir erwartet hatten». JU

10.00 Uhr
20 weitere Hotels für Quarantänen-Gäste
Das israelische Verteidigungsministerium erklärte die Absicht, 20 weitere Hotels zu mieten für die Unterbringung von Israeli, die zu Pessach aus dem Ausland nach Hause zurückkehren und in die Quarantäne gehen müssen. An der Aktion beteiligen sich neben dem Verteidigungsminsterium das Gesundheitsministerium und die Armee. In seiner Verlautbarung schreibt das Verteidigungsministerium den Hotels, im Hinblick auf das herannahende Pessachfest seien viele Anstrengungen unternommen worden, um Israeli nach Hause zu bringen. Alle drei Körperschaften seien engagiert für die Mission und jeder wird aufgerufen, sich in seinem Bereich zu beteiligen. Das Verteidigungsministerium hält Ausschau nach Hotels mit mindestens 200 Zimmern in Tel Aviv, der Dan-Region, der Sharon-Gegend, Jerusalem und dem Toten Meer. Verteidigungsminister Naftali Bennett gab bekannt, dass von Samstagabend an jeder zurückkehrende Israeli sofort auf den Coronavirus untersucht und dann für 14 Tage in die Quarantäne geschickt würde. Wer aus den USA, Frankreich, Italien und Spanien zurückkehrt – Hoch-Risikostaaten für die Krankheit – wird nach der Landung auf den Virus untersucht und dann sofort in eines der Hotels in  Jerusalem, Tiberias, Tel Aviv und Haifa geschickt. JU

08.00 Uhr
Bereits zehn Tote
Die israelische Corona-Statistik muss in immer kürzeren Abständen aktualisiert werden. So starb am Freitagmorgen im Sorokoa-Krankenhaus von Beerschewa ein 93jährige Mann am Coronavirus. Er hatte an einer Anzahl vorheriger gesundheitlicher Problemen gelitten. Dann verstarb im medizinischen Zentrum Beilinson von Tel Aviv eine 76jährige Frau. Damit sind bisher in Israel zehn Menschen an den Folgen des Coronavirus gestorben. Am Freitagmorgen zählte man total 3035 Fälle von Menschen, die mit dem Virus diagnostiziert worden sind. Von diesen befanden sich 49 in einer gesundheitlich ernsten Lage. JU

04.00 Uhr
Lauren spendet zehn Millionen Dollar
Die Stiftung des Mode-Moguls Ralph Lauren wird zehn Millionen Dollar stiften für Menschen, die vom Coronavirus betroffen worden sind. Die von ihm gegründete Gesellschaft wird fortfahren, ihren Mitarbeitern durch die Pandemie hindurch den Lohn zu zahlen, und wird Anzüge und Masken für medizinische Arbeiter herstellen. Laut einer Verlautbarung auf der Website der Gesellschaft wird das gespendete Geld Angestellten zugutekommen, die vom Virus betroffen worden sind und dem Covid-19-Solidaritätsfonds der Weltgesundheitsorganisation WHO. Die Zeitschrift «Elle» berichtete ihrerseits, die Gesellschaft habe auf Instagram gesagt, sie würde Angestellten den Lohn zahlen in de Zeit, in der das Geschäft geschlossen ist. «Women‘s Wear Daily» berichtete ihrerseits, die Gesellschaft sei bereit, 25000 Anzüge und 250000 Masken für medizinisches Personal zu produzieren.- Ralph Lauren kam als Ralph Lifshitz, Sohn von jüdischen Immigranten aus Weissrussland zur Welt. Er trat 2015 als CEO seiner Firma zurück, ist aber der kreative Chef des Untenehmens geblieben. TA

 

DONNERSTAG, 26. März 202

22.00Uhr 
Keinerlei Trendumkehr
Die Zunahme der Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle geht in Israel so weiter, als ob es keine Bemühungen gäbe, die Ausbreitung der Krankheit zu verhindern: 2666 Fälle wurde am Donnerstagmittag offiziell als von dem Virus befallen bezeichnet, 39 von ihnen befinden sich in einem ernsten Zustand. 2483 der Fälle sind milder Natur, und 68 Personen haben sich erholt. Mit ein Grund für den anhaltenden Aufwärtstrend ist die Tatsache, dass Israel heute viel mehr Patienten untersucht, als noch vor kurzem. Die durchschnittliche Zahl der Untersuchungen wurde von 1000 pro Tag auf über 5000 erhöht. «Diese Sache hat sich wie ein Tsunami entwickelt», sagte Moshe Bar Simantov, Generaldirektor des Gesundheitsministeriums. «Man konnte sich nicht auf ihn vorbereiten». In einer Woche, so rechnet Bar Simantov, werde das Land rund 200 ernsthaft am Virus erkrankte Personen haben. – Bis jetzt sind in Israel acht Personen am Coronavirus gestorben. – Der neue Coronavirus dürfte kaum bis Sommer verschwunden sein, sagte die EU-Agentur für Krankheitskotrolle am Mittwoch. Damit widerspricht die EU diametral einem Vize-Generaldirektor des israelischen Gesundheitsministeriums, der am Donnerstag genau dies prognostiziert hatte. Die Bemerkung der EU lässt wenig Raum für Hoffnungen, dass SARS-CoV 2, wie der neue Virus heisst, sich so hätte verhalten können wie die vier anderen Coronaviren, die endemisch in der menschlichen Bevölkerung sind und gewöhnlich in den Sommemonaten nicht entdeckt werden. JU

17.00 Uhr
ElAl suspendiert alle Flüge
Von Mitternacht heute Donnerstag bis mindestens zum 4. April wird die israelische Luftfahrtgesellschaft ElAl laut eigenen Angaben alle Flüge suspendieren. Dieser Entscheid folgte, wie die Gesellschaft ferner erklärte, auf einen scharfen Nachfragerückgang, aus Sorgen um das gesundheitliche Wohlergehen von Passagieren und Besatzung, und der Notwendigkeit der Kosteneinsparung bis nach Ende der Coronakrise. In der Erklärung betonte ElAl, man werde a<uf Grund von Gesuchen der Ministerien für Äusseres und Verteidigung die Rettungsflüge nach Destinationen in aller Welt fortsetzen. Die Gesellschaft unterstrich weiter, dass auch die Cargoflüge nach und von Israel fortsetzen werde und dabei auch Passagiermaschinen einsetzen. JU

12.45 Uhr
Noch zwei Wochen Abriegelung?
Der Oberste Verteidigungsrat von Libanon empfiehlt seiner Regierung dringend, die landesweite Abriegelung im Kampf gegen eine Ausbreitung des Coronavirus um zwei weitere Wochen zu verlängern. Das berichtete die Radiostation «Voice of Lebanon» nach einem Ratstreffen am Donnerstag. Eine solche Abriegelung würde das Zedernland bis zum 12. April geschlossen halten. Libanon hat bisher 333 Corona-Kranke und sechs Tote registriert. JU

12.35 Uhr
Corona bis Ende Sommer?
Professor Itamar Grott, der stellvertretende Generaldirektor des israelischen Gesundheitsministeriums, meinte am Donnerstag, der Coronavirus würde bis spätestens Ende Sommer im Juli-August rückläufig werden. Bis zu seiner völligen Besiegung und seinem nachhaltigen Verschwinden werde es aber noch eine «lange Zeit» dauern, doch die Israeli könnten schon dann allmählich zur Routine zurückkehren. Das Volk, so meinte Grotto, befolge die ausgegebenen Restriktionsmassnahmen zwar grösstenteils schon, doch gebe es noch viele Lücken, die geschlossen werden müssten. JU

12.00 Uhr
«Die schlimmste Phase liegt noch vor uns»
In einem Brief an seine Kommandanten meinte der israelische Generalstabschef Aviv Kochavi, die schlimmste Phase der Covid-19-Katastrophe «liegt noch vor uns». Eine grossangelegte militärische Operation könnte auch während der weiteren Ausbreitung des Virus vor sich gehen, fügte Kochavi hinzu. Bis zum völligen Verschwinden der Plage werde es laut Kochavi noch zu einer Verschlechterung der Gesundheit der Patienten, der Wirtschaft Israels und dessen gesellschaftlichen Aufbau kommen. Kochavi warnte ferner, dass laut den Arbeitsprämissen der IDF  der Virus «noch viele Monate» andauern würde, und der Armee würde nichts anderes übrig bleiben, als das Ausmass der Hilfe, die sie dem Staat bereits gewähre, noch auszuweiten. Dessen ungeachtet würden die IDF fortfahren mit der Ausbildung und der Aufrechterhaltung der operationellen Bereitschaft. Im Übrigen haben die IDF beschlossen, ein gemeinsames Luft-Manöver mit den USA mit dem Einschluss von F-35-Düsenjägern zu verschieben, das am Dienstag hätte beginnen sollen. JU

08.00 Uhr
50 Jüdische Corona-Fälle in der Schweiz
Recherchen von tachles online beziffern die Zahl der jüdischen Corona-Fälle in der Schweiz mit rund 50 Infizierten. Davon sind einige Betroffene hospitalisiert. Die grösste Anzahl Infizierter finden sich in Zürichs orthodoxen jüdischen Gemeinden Israeltische Religionsgesellschaft Zürich und Agudas Achim. Unter den Kranken befinden sich auch Kinder. Einige  der jüdischen Gemeinen haben bereits Online-Formulare für Patientenverfügungen versendet.  

07.45 Uhr
Über 100 Todesfälle in den USA
Am Mittwochabend Ortszeit hat die Zahl der Todesopfer in Folge von Covid-19 in den USA die Marke von 1000 überschritten. Insgesamt liegt die Zahl der Fälle nun knapp unter 70'000. Dabei steigen die Erkrankungen täglich um 20 Prozent. Hält dieses Tempo an, werden die USA bis Freitag sowohl Italien mit momentan 75.000 Fällen und China übertreffen, wo die Epidemie bei einem Stand von rund 81.000 Fällen begrenzt werden konnte. Allerdings sind in China und Italien bislang deutlich mehr Todesopfer zu verzeichnen – rund 3300 und 7500 (Link). Absoluter Brennpunkt der Epidemie in den USA ist New York City. Dort wurden Stand 18 Uhr über 20.000 Erkrankungen und 280 Todesopfer festgestellt. Knapp 4000 Menschen liegen mit Covid-19 in den Spitälern der Metropole, davon knapp 1000 auf Intensivstationen (Link). Laut Bürgermeister Bill de Blasio könnte die Hälfte der acht Millionen New Yorker erkranken (link). In der City droht in den kommenden Tagen ein gravierender Engpass bei Plätzen in Spitälern und speziell Intensivstationen. Bereits heute ging der Platz in Leichenhäusern aus. In Queens parken Gefrier-Laster vor einem Spital, um die Leichen von Virus-Opfern aufzunehmen (Link). Präsident Donald Trump fabuliert jedoch weiterhin von einer baldigen Rückkehr der Nation zur Normalität. Er unterlässt jedoch weiterhin eine ihm gesetzlich mögliche Mobilisierung der Wirtschaft zur Bekämpfung der Pandemie. Anscheinend befürchten Unternehmenskreise staatliche Übergriffigkeit und melden diese Bedenken direkt im Weissen Haus an. Gerade in New York wächst derweil die Verzweiflung über Mangel an Grundbedürfnissen wie Gesichtsmasken und Beatmungsgeräten. Allerdings springen von Medizin-Studenten bis Pensionäre Fachkräfte als Freiwillige ein, während Unternehmen wie Estée Lauder, die Luftlinie Jet Blue oder grosse Hotels Desinfektions-Mittel, Plätze und Unterkünfte für Helfer spenden (Link). Derweil werden in der engeren Umgebung Trumps Anzeichen von Panik bemerkbar. Enge Mitarbeiter wie sein Stabschef Mick Mulvaney haben sich sogar mehrfach auf Covid-19 testen lassen, während sie die Öffentlichkeit noch über die von der Epidemie drohende Gefahr im Dunkeln gelassen haben (Link). Dies sorgt auch deshalb für Kritik, weil in den USA weiterhin aufgrund von Versorgungsengpässen nur eine viel zu geringe Zahl von Tests vorgenommen werden kann. Bis Mittwochabend waren es 475'000. Trump prahlt jedoch damit, in Amerika würden die meisten Tests weltweit vorgenommen, in acht Tagen mehr als in Südkorea während acht Wochen. Dies trifft zwar halbwegs zu, aber in den USA leben knapp sieben Mal mehr Menschen als in Südkorea und dort hat die Regierung nach dem ersten Fall Mitte Januar umgehend mit Tests und Ausgangsbeschränkungen begonnen (Link). AM

07-30 Uhr
Die Spirale dreht sich unentwegt
Am Donnerstagmorgen wurden in Israel nach Angaben des Gesundheitsministeriums total 2495 Menschen positiv mit dem Coronavirus diagnostiziert. 41 von ihnen waren in seriösem Zustand. Mit 2315 waren laut Gesundheitsministerium nach wie vor die überwiegende Mehrheit der Fälle milde Fälle. Die neue Totalzahl bedeutet eine Zunahme von 495 Fällen zwischen Mittwoch 19 Uhr und Donnerstag 7 Uhr. – Gestern hatte Premier Netanyahu unverblümt davor gewarnt, dass Israel keine andere Wahl haben werden als, wenn nötig schon in den kommenden Tagen, eine vollumfängliche Abriegelung anzuordnen, sollte sich im Trend der Zahl neu diagnostizierter Fälle keine Umkehr einstellen. Die bisher in Israel ergriffenen Massnahmen würden, so Netanyahu, nicht genügen, da die Zahl der Patienten sich alle drei Tage verdoppeln würde. In andern Worten würde Israel sich in zwei Wochen mit tausenden von Patienten vorfinden, von denen einige in Todesgefahr stehen würden. «Wir unternehmen alle nötigen Vorbereitungen logistischer und legaler Natur», sagte der Regierungschef. Inzwischen hat Israel die Zahl der Untersuchungen bedeutend erhöht, was direkt verantwortlich sein dürfte für die Erhöhung der Zahl der neuen Patienten. In den letzten zwei Tagen hatten rund sechs Prozent der auf COVID-19 untersuchten Personen positiv reagiert. JU

 

MITTWOCH, 25. März 2020

18.00 Uhr
50 Jüdische Corona-Fälle in der Schweiz
Recherchen von tachles online beziffern die Zahl der jüdischen Corona-Fälle in der Schweiz mit rund 50 Infizierten. Davon sind einige Betroffene hospitalisiert. Die grösste Anzahl Infizierter finden sich in Zürichs orthodoxen jüdischen Gemeinden Israeltische Religionsgesellschaft Zürich und Agudas Achim. Unter den Kranken befinden sich auch Kinder. Einige  der jüdischen Gemeinen haben bereits Online-Formulare für Patientenverfügungen versendet. 

12.30 Uhr
2170 Israeli sind krank
Bis gegen 13 Uhr Lokalzeit ist die Zahl der am Coronavirus erkrankten Israeli auf 2170 gestiegen. 37 von ihnen befinden sich eine ernsthaften Verfassung. Diese Information hat das Gesundheitsministerium veröffentlicht. - Die neuen restriktiven Massnahmen werden ab Mittwoch, 17 Uhr veröffentlicht werden, und ab 20 Uhr werden sie in Kraft treten. Von da an kann deren Verletzung mit Geldbussen oder sogar Gefängnis bestraft werden. Die wohl einschneidendsten Verfügungen betreffen den öffentlichen Verkehr, der grösstenteils abgeschafft wird, und die Tatsache, dass Privatpersonen ihre sportliche Betätigung nur noch auf einem Radius von maximal 100 Meter rund um die eigene Wohnung durchführen dürfen. Die Fahrt in einem Privatauto darf nur von zwei Personen gleichzeitig betrieben werden. Zudem darf das Auto während der Abriegelung nur benutzt werden, um zur oder vom Arbeitsplatz zu fahren, oder dann zum Einkaufen von Lebensmitteln oder Medikamenten. Hauszustellung ist nur für bewilligte Dinge gestattet, wie etwa für Zeitungen. Grundsätzlich müssen alle Geschäfte geschlossen sein, ausgenommen Lebensmittelläden, Apotheken, Geschäfte für optische Dinge, hygienische oder Telekommunikationsprodukte. JU

09.15 Uhr
Fasten gegen Corona
Hier zu aktuellen weltweiten Aktionen Fasten und Spenden gegen den Virus (Artikel).

09.00 Uhr
Kranken-Statistik
Am Mittwoch stieg die Zahl der Corona-Toten in Israel auf bis jetzt fünf. Ein 85jährigerMann, der tags zuvor eingeliefert worden war, starb im Krankenhaus «Maayanei Hajeshua» von Bne Berak an den Folgen des Virus und zahlreicher gesundheitlicher Begleiterscheinungen. Die Zahl der offiziell als Corona-Kranke diagnostizierten Personen ist auf 2030 gestiegen. 37 Patienten befinden sich in ernster Lage, 58 konnten als geheilt entlassen werden, und die grosse Mehrheit der Kranken haben eine milde Form des Coronavirus. – In der Regierungsdebatte über die zu ergreifenden Massnahmen weigerte Premier Netanyahu sich, die Synagogen des Landes vom Schliessungsbefehl auszunehmen. Umfragen haben gezeigt, dass Synagogen und Jeschiwot vom Virus als Betätigungsfeld sehr «geschätzt» werden. Die Leute dürfen aber in einem offenen Gelände ausserhalb ihrer Wohnungen beten, bei Beachtung der sozialen Distanzierungsprinzipien (Mindestabstand von 2 Metern von Person zu Person). Die Zahl der Betenden darf aber die Maximalmenge von zehn Personen (nötiges Quorum für ein Minjan) nicht übersteigen. JU

07.45 Uhr
Schliessung Beit Midrasch in Zürich
Nach dem die Stadtpolizei Zürich am Montag interveniert hat, schliesst nun das Beit Hamidrasch «Sichron Mosche» in Zürich ab Mittwochabend um 22.30 definitiv. Dem Entscheid sind Konsultationen mit den Rabbinern u.a. der orthodoxen Gemeinde Agudas Achim vorausgegangen. Gemäss Recherchen von tachles online haben sich nicht alle Nutzer der Lenrstätte an das vor rund 10 Tagen vom Bundesrat ausgesprochene Versammlungsverbot gehalten

07.30 Uhr
Kein Ende der Einschränkungen
Nach sechsstündiger Dauer endete in der Nacht auf Mittwoch eine Dringlichkeitssitzung, in der die israelische Regierung die weiteren Einschränkungen für das Volk auf dem Weg zur totalen Abriegelung beschloss. Diese Massnahmen, die im Detail nicht veröffentlicht wurden, sollen ab Mittwoch, 20 Uhr Lokalzeit gelten. Bekannt geworden sind die folgenden Massnahmen: Die sportliche Betätigung wird auf einen Umkreis von 100 Metern zur Wohnung beschränkt, die Restaurants dürfenaber weiter Essen  nach Hause liefern, der öffentliche Verkehr wird fast gänzlich eingestellt, ausgenommen die Taxis, die pro Fahrt aber nur eine Person transportieren dürfen, die auf dem hinteren Sitz Platz zu nehmen hat. Laut vorliegenden Informationen konnte die vom Gesundheitsministerium vorgeschlagene Stillegung des Bankensystems verhindert werden. Weitere Schritte werden im Laufe des Tages bekanntgegeben. Am Dienstag sind in Israel die erste drei Menschen an den Folgen des Coronavirus gestorben. Die Zeitung «Yediot Achronot» fand folgende Schlagzeile für die Situation:«Rückkehr zu den Tagen des Dorfes». Unter anderen Umständen hätte dies ein Lächeln beim Publikum ausgelöst, doch jetzt reflektiert die Schalgzeile die traurige Wirklichkeit. Die Zahl der mit dem Virus befallenen Personen stieg bis Mittwochmorgen auf 1930. 54 Personen konnten als geheilt entlassen werden. JU

 

DIENSTAG, 24. MÄRZ 2020

16.00 Uhr
Zweites Todesopfer
Eine 67jährige Frau mit einer vorherigen Krankengeschichte starb am Dienstag laut Mitteilung des Gesundheitsministeriums und des Wolfson Medical Centers als das zweite israelische Opfer von Covid-19. «Unser Intensivmedizin-Team kämpfte mit grosser Hingabe um ihr Leben, doch ihr Zustand verschlechterte sich zusehends, und sie verstarb trotz aller Bemühungen», erklärte ein Sprecher des Krankenhauses. – Bis zu zehntausend Israeli könnten wegen des Coronavirus sterben, warnte Premier Netanyhu seine Minister am Montag während einer fast achtstündigen Sitzung über die Bemühungen zur Eindämmung des Coronavirus. «Innerhalb eines Monats könnten wir eine Million Infizierte erreichen», sagte der Premier laut eines Agenturberichts. Bisher sind weltweit 16713 Menschen an dem Virus gestorben. Die meisten Toten registrierte bis jetzt Italien mit 6077 Fällen. – Professor Itamar Grotto, Vize-Generaldirektor des israelischen Gesundheitsministeriums, sagte, das Land bereite sich auf viel striktere Richtlinien vor. «Nur medizinische Dienste, Lebensmittelgeschäfte und pharmazeutische Läden werden offen bleiben, sowie die Dienstleistungen, die nötig sind, um diese Dinge zu gewährleisten – Wasser, Elektrizität und so weiter». JU

13.00 Uhr
Die 8. Abgeordnete in der Quarantäne
Tzipi Hotovely (Likud), israelische Ministerin für Diasporaangelegenheiten hat am Dienstag als achtes Knessetmitglied ihren Quarantänen-«Urlaub» angetreten. Hotovewly war in Kontakt gekommen mit einem Vize-Generaldirektor in ihrem Ministerium, bei dem später das Virus diagnostiziert worden ist. Sie wird bis zum 1. April in Quarantäne verbleiben müssen. Sie ist die sechste Abgeordnete von Netanyahus Rechtsblock in Quarantäne. Die anderen Parlamentarier sind: Tzachi Hanegbi, Inenminister Arie Deri, Transportminister Bezalel Smotrich, und die Shas-Abgeordneten Itzik Cohen und Moshe Abutbul. Die einzigen Abgeordneten vom Mitte-Linksblock in Quarantäne sind derzeit Ran Shuster und Ran Ben-Barak. JU

12.15 Uhr
Iran mit hohen Todesziffern
In den letzten 24 Stunden ist die iranische Todesziffer um 122 Todesfälle auf 1934 gestiegen. Das teilte Gesundheitsminister Kianoush Jahanpour am Dienstag mit. Die Gesamtzahl der mit Covid-19 diagnostizierten Personen stieg laut dem staatlichen TV im Berichtszeitraum um 1762 auf 24'811. Irans Präsident Rouhani sagte am Dienstag, rund die Hälfte aller Staatsangestellten würden zu Hause bleiben im Rahmen der Bemühungen, die Ausbreitung des Virus unter Kontrolle zu bekommen. Eine weitere Massnahme zur Bekämpfung des Virus sei die vorübergehende Freilassung von Häftlingen, die bis Endes des persischen Monats Farvadin ausgedehnt würde, wie Präsident Rouhani ausführte. Iran ist einer der Staaten, der ausserhalb China am härtesten von der Epidemie getroffen wird.

12.00 Uhr
Missachtung des Versammlungsverbots bei der Agudas Achim
Die Gebetsstuben der orthodoxen jüdischen Gemeinden in Zürich sind nach wie vor zugänglich. Zwar werden offiziell keine Gebete mehr abgehalten und die Rabbiner der Gemeinden haben dazu aufgerufen, die Auflagen der Behörden in Zusammenhang mit dem Coronavirus strikte zu befolgen. Die Räume sind gemäss Aussagen von Zeugen so strukturiert worden, dass sich nicht mehr als acht Menschen gleichzeitig separiert in diesen aufhalten können. Dennoch versammeln sich Menschen zum Einzelgebet oder zum Lernen in den Räumen. Gemäss Informationen von tachles online sind nun die Lokalitäten der Gemeinde Agudas Achim in der Kritik. Die Kreisdirektion 3 der Zürcher Stadtpolizei ist in einem Schreiben an die Gemeinde gelangt:  «Durch Polizeipatrouillen wurde in den letzten Tagen mehrmals festgestellt, dass jüdische Personen in grösseren Gruppen zusammenstehen und somit das Versammlungsverbot missachtet wird.» Weiter wird darauf hingewiesen, dass aufgrund der «momentanen Corona-Situation Missachtungen des geltenden Versammlungsverbotes nicht toleriert werden können». Die Polizistinnen und Polizisten haben von der Geschäftsleitung der Stadtpolizei Zürich den Auftrag, rigoros Bussen (Missachten Versammlungsverbot COVID) auszustellen und 24 Stunden dauernde Wegweisungen zu veranlassen. Der Präsident der Agudas Achim David Bollag appelliert nun an die Mitglieder seiner Gemeinde um strikte Einhaltung der behördlichen Vorgaben, ansonsten würde jeglicher Zutritt zu Gemeinderäumen verboten werden und die Gebäude geschlossen.  TA

08.30 Uhr
Kremation jüdischer Opfer
In England wird darüber debattiert, ob jüdische Opfer kremiert werden sollten oder nicht (zum Artikel).

08.30 Uhr
Die Zahl steigt und steigt
Nach Angaben des israelischen Gesundheitsministeriums von Dienstagmorgen sind derzeit  1656 Israeli positiv auf das Covid-19 Virus diagnostiziert worden. 31 von ihnen sind gemäss der Statistik schwer erkrankt, drei mehr als am Tag zuvor. Ein Grossteil dieser Patienten wird künstlich beatmet. 47 Leute sind mittelschwer erkrankt, während 1528 eine milde Form des Virus haben. 49 konnten als geheilt entlassen werden. JU

07.50 Uhr 
Jüdische Gemeinde Bern platziert Kurzarbeit 
Wie der Präsident der Jüdischen Gemeinde Bern gegenüber tachles online bestätigt hat der Vorstand für die Belegschaft Kurzarbeit beim Kanton beantragt. Mit der weitgehenden operativen Schliessung der Gemeindeaktivitäten sinkt auch die Beanspruchung für die Belegschaft, sodass Kurzarbeit die Ausgaben der nächsten Wochen oder Monate reduzieren sollen.
 

07.45 Uhr
29 schwererkrankte Patienten, zweites Todesopfer
Nicht weniger als 371 neue Coronavirus-Patienten wurden am Montag in Israel diagnostiziert. Das brachte das Gesamttotal für Dienstagmorgen auf 1442 Fälle, von denen 29 als schwer definiert wurden, und 40 als mittelschwer. Das ist die bis jetzt höchste Zahl schwer erkrankter Patienten im Lande. 41 Patienten konnten als geheilt entlassen werden, doch musste ein Mann in den 60ern als zweites israelisches Todesopfer der Epidemie beklagt werden. Premierminister Netanyahu hat am Montagabend die Restriktionen für die individuellen Bewegungsfreiheit nach achstündigen Beratungen noch strikter als bisher formuliert. Am Dienstag soll über die neu geltenden Regeln abgestimmt werden. So soll von der Polizei aufgegriffen werden, wer das Prinzip verletzt, sich nur zum Zweck des Einkaufs von Lebensmitteln oder Medikamenten auf die Strasse begeben zu haben. Der öffentliche Verkehr soll zudem fast vollständig zum Erliegen kommen. Die neuen Restriktionen sollen sieben Tage in Kraft bleiben. Ob sie dann gelockert oder noch strikter formuliert werden sollen, muss abgewartet werden. Letztlich hängt das vom Wohlverhalten der Bevölkerung ab. Für die offensichtliche Missachtung der neuen Regeln ist die Polizei berechtigt, empfindliche Bussen zu verhängen. JU

07.30 Uhr
Bekannter Rabbi verstorben
In der französischen Hauptstadt ist im 64. Altersjahr Rabbi Messod (André) Touboul an den Folgen des Coronavirus verstorben. Der aus Marseille stammende Touboul, der Mathematik studiert hatte, war Rektor der Beth-Hanna-Mädchenschule des Bildungswerks von Chabad-Lubawitsch. Als Verantwortlicher für die Synagoge an der Rue Lamartine in Paris hat er zudem Organisations- und Führungsqualitäten unter Beweis gestellt. JU

06.30 Uhr 
Mehr jüdische Corona-Fälle in der Schweiz
Wie tachles online am Freitag berichtete, beklagen jüdische Gemeinden u.a. in Zürich die ersten Corona-Fälle. Bereits letzte Woche berichtete tachles online über Rückkehrer von Talmudschulen im Ausland, die in der Schweiz in Quarantäne gesetzt werden mussten. Inzwischen gibt es weitere Fälle u.a. in der Romandie. Weltweit ist die Anzahl jüdischer Corona-Fälle vor allem auch durch Infizierung in den orthodoxen-chassidischen Quartieren in USA und England in den letzten Tagen rasant gestiegen. 

MONTAG, 23. MÄRZ 2020

18.00 Uhr
Die Schraube wird nochmals angezogen
Offiziell dürften die genauen Details wohl kaum vor dem Lauf des heutigen Montagabends verkündet werden, doch eines ist schon so gut wie sicher: Die Entscheidungsträger in Israel wollen zur Verhinderung einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus die Schraube ein weiteres Mal gehörig anziehen. Eine totale Abriegelung ist es zwar immer noch nicht, aber viel fehlt nicht mehr. So soll vielleicht schon am Dienstagfrüh der öffentliche Verkehr gänzlich eingestellt werden. Wie schon früher immer wieder bei Streiks zu verfolgen gewesen ist, wird man auch dieses Mal wieder beobachten können, wenn der Beschluss in Kraft tritt: Die Autostopper, die an den Bushaltestellen im ganzen Land eine Mitfahrgelegenheit von einem barmherzigen Autofahrer angeboten bekommen. Dann soll jetzt, wie vermutet wird, der ganze Geschäftsbetrieb stillgelegt werden. Ausgenommen sind nur die Lebensmittelläden und Apotheken. Wer jetzt noch Lust hat auf ein Walkout, kann das voerst noch tun, vorausgesetzt, dass er alleine oder maximal zu zweit geht, wobei der Abstand zum Partner oder zu Partnerin zwei Meter betragen muss. Die Ordnungshüter werden, so wird spekuliert, weitaus strikter vorgehen gegen Leute oder Gruppen, die das Versammlungsverbot missachten oder gar an einer Hochzeitsfeier mit mehr als den erlaubten zehn Gästen teilnehmen. JU

16.30 Uhr
Armee auf den Strassen
Tunesiens Präsident Kais Saied wies seine Armee am Montag an, auf den Strassen Position zu beziehen, um das Volk zu zwingen, die Abriegelung zur Verhinderung der Ausbreitung des Coronavirus zu befolgen. Das erklärte das Büro des Präsidenten in einer Verlautbarung. In Tunesien gibt es bis jetzt 89 Fälle von bestätigter Erkrankung mit dem Coronavirus. Die am Sonntag verhängte Abriegelung hält die Leute in ihren Wohnungen zurück, ausgenommen für den Einkauf von lebensnotwendigen Produkten.

15.00 Uhr
Die Gemeinde entwickeln
Jeder der zwölf Stämme Israels stellte eine andere Besonderheit dar, die für den erfolgreichen Aufbau einer Gemeinde notwendig waren. Über diese Besonderheiten spricht Rabbiner David Levin-Kruss in seinem Vortrag «12 skills to grow you community. The emerging tribes» auf Zoom. In der Zoom-Sitzung erklärt er mit Kunst und Worten, welche Besonderheit jeder Stamm hatte und analysiert dann heutige Gemeinden. Der Vortrag ist eine Veranstaltung vom ECJC mit Unterstützung von American Jewish Joint Distribution Committee (JDC) und Hakhel. Rabbiner Levin-Kruss ist Jewish Education Director für JDC-Europe. Vor seiner Tätigkeit bei JDC war er unter anderem Gemeindedirektor der Stammore Synagoge in London. Mittwoch, 25. März um 19.00 Uhr. Zugang zum Zoom-Call: news@ecjc.org

14.45 Uhr
Pessach Menüs in Genf
Die Jüdische Gemeinde Genf bietet Pessach Menüs für den 8. und 9. April (45 CHF) an. Das Menü für den 8. April besteht aus einer Gemüsesuppe, Lammschulter mit Kartoffeln und Gemüse sowie gebratener Ananas. Das Menü für den 9. April besteht aus einer Gemüsesuppe, einer Rindfleisch-Tajine an Koriander und Zitronen mit sautierten Süsskartoffeln und Gemüse sowie Birne an rote Früchte-Sauce. Angeboten wird für dieselben Daten auch ein Tagesteller (25 CHF), bestehend aus: Pouletschlegel an Thymian- und Rosmarinsaft mit Kartoffelstock und Gemüse oder gegrillter Tagesfisch mit Kartoffelstock und Gemüse. Zusätzliche Lebensmittel: Sederplatte für 5 Personen (25 CHF), Traubensaft (7 CHF), Flasche Wein (35 CHF) und Mazzen 450 Gramm (7 CHF). Reservation bis zum 1. April: Tel. 022 317 89 00 oder restaurant@comisra.ch Abholung: Mittwoch, 8. April zwischen 12 und 17 Uhr. Lieferung auf Anfrage Communauté Israélite de Genève, Avenue Dumas 21, Genève. 

10.00 Uhr
Bereits über 1200 Kranke in Israel
Am Montagmorgen hat das israelische Gesundheitsministerium die Zahl der positiv vom Coronavirus getesteten Landsleute mit 1238 angegeben. Je 24 von ihnen wurden als mittelschwere und schwere Fälle definiert, der Rest als leichte Fälle. 37 Personen konnten als geheilt entlassen werden. Insgesamt befinden sich derzeit rund 75'000 Israeli in Quarantäne, und die zuständigen Stellen auf der Behörden- und Regierungsebene beraten derzeit über eine Verstärkung der Restriktionen. Gilad Erdan, der Minister für strategische Angelegenheiten, hat sich in dieser Beziehung für eine allgemeine Abriegelung ausgesprochen. JU

09.00 Uhr
Die 1000er Grenze durchbrochen
Am Sonntagabend meldete das israelische Gesundheitsministerium 1071 Israeli, die positiv mit dem Coronavirus diagnostiziert wurden. Damit wurden im Jüdischen Staat erstmals seit dem Ausbruch der Krise mehr als tausend erkrankte Bürgerinnen oder Bürger registriert. Von der Gesamtzahl wurden 985 als milde Fälle klassiert, 24 als mittelschwere und 18 als seriöse Fälle. Gesundheitminister Yaacov Litzman gab bekannt, dass Israel schon diese Woche durchschnittlich 3000 Tests pro Tag durchführen wird, in der kommenden Woche deren 5000, und in rund zwei Wochen dürfte die Zahl der täglichen Untersuchungen bereits 10'000 betragen. Die IDF berichteten zudem, dass gegenwärtig 16 Wehrmänner mit Coronavirus infiziert worden sind. Schliesslich sei darauf hingewiesen, dass in den letzten 24 Stunden rund 100'000 Personen sich als arbeitslos haben registrieren lassen, was die Gesamtzahl der um Arbeitslosenunterstützung nachsuchenden Personen in Israel auf 551'830 hat ansteigen lassen. Damit beträgt die Arbeitslosenrate im Lande derzeit 16,5 Prozent, mehr als das Vierfache der üblichen Rate. JU

07.30 Uhr
Israelische Konsulate helfen Rückkehrern
Israelische Konsulate in den USA würden «rund um die Uhr» arbeiten, um Landsleuten bei deren Rückkehr in die Heimat zu helfen. «Wir haben uns mit dutzenden von dringenden Fällen zu befassen», sagte Dany Dayan, der israelische Generalkonsul in New York, zur «Jerusalem Post». «In der Anfangsphase der Krise», sagte er, «gestattete Israel Bürgern von Drittstaaten die Einreise, wenn sie beweisen konnten, dass sie einen Platz haben, um die 14-tägige Quarantänen-Zeit zu verbringen. Damals erhielten wir täglich rund 100 Hilfegesuche. Inzwischen hat die Politik aber geändert, und nur Israeli werden ins Land gelassen. Ausgenommen sind Ausländer, die permanent in Israel leben. Seit der Änderung der Politik ist die Zahl der Gesuche gesunken». Als ein Beispiel nannte der Generalkonsul in den USA lebende Israeli, die dort ein Baby bekamen, das sie aber nicht als Israeli registrieren liessen. «Nun wollen sie für das Kind einen israelischen Pass oder eine spezielle Einreiseerlaubnis haben, um mit ihm nach Hause zu fliegen. Und alle wollen natürlich umgehend nach Hause gelangen», sagte Dayan. «Unsere Aktivität ist nicht normal, weil in New York derzeit nichts wie üblich ist». Es gebe beispielsweise Menschen in einer Quarantäne und Menschen in einer Risikogruppe. «Wir kümmern uns um alle», sagte der Diplomat, der aber auch betonte, dass es (aus Gesundheitsgründen) überhaupt keine persönlichen Treffen gebe, weder mit Juden noch mit Nichtjuden. JU

SONNTAG, 22,. MÄRZ 2020

22.15 Uhr
Senator Rand Paul und Harvey Weinstein infiziert
Wie am späten Sonntagnachmittag Ortszeit bekannt wurde, hat sich Harvey Weinstein mit Covid-19 angesteckt. Der 68-Jährige sitzt in einer Haftanstalt im Westen des Gliedstaates New York und wurde dort isoliert (Link). Daneben fiel ein Test bei dem republikanischen Senator Rand Paul aus Kentucky positiv aus. Dieser hatte keine Symptome, konnte über den US-Kongress aber dennoch einen der knappen und eigentlich Personen mit schweren Anzeichen der Virus-Erkrankung vorbehaltenen Tests erhalten. Paul hatte das derzeit kurz vor der Verabschiedung stehende Billionen-Paket zur Rettung der Wirtschaft kritisiert und noch heute früh ohne Rücksicht auf Ansteckungs-Risiken im Fitness-Center im Kongress geschwommen. Auch dies ruft heftige Kritik auf Twitter hervor (Link).Der eng mit Paul befreundete Senator Mike Lee hat sich umgehend in Selbst-Isolation begeben. AM

17.20 Uhr
Trump löst Preiskrieg bei medizinischen Produkten aus
Der New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo hat die Bürger Sonntagvormittag dazu aufgerufen, sich auf mindestens ein halbes Jahr unter der Virus-Epidemie einzurichten. Je nach den Massnahmen on Behörden würden 40 bis 80 Prozent der Bevölkerung mit Covid-19 angesteckt werden. Cuomo kritisierte Präsident Donald Trump für dessen zögerliche Haltung bei dramatischen Versorgungsengpässen mit Essentials wie Gesichtsmasken oder Stäbchen für Abstriche bei Tests. Trump hat am Donnerstag den «Defense Production Act» in Kraft gesetzt, der Washington Kontrolle über kriegswirtschaftlich notwendige Güter gibt. Er hat das Notgesetz anhin aber nicht aktiviert und die Bundesregierung als zentralen Auftraggeber und Käufer die Produkte für die Bekämpfung von Covid-19 eingesetzt. Washington sollte diese dann an Gliedstaaten weitergeben. Cuomo und andere Gouverneure sind momentan noch gezwungen, einander am freien Markt bei den raren Gütern zu überbieten, was zu Preissteigerungen von bis zu 1000 Prozent geführt hat (Link). Cuomo fordert das Militär auf, Konferenzzentren und andere Gebäude in Feld-Spitäler umzuwandeln. Ohne Hilfe aus Washington werde sich New York aber selbst zu helfen wissen. Cuomo warnt jedoch vor Panik: das Leben gehe weiter, die Grundversorgung mit Nahrungsmitteln sei gesichert und am Ende würden New York und Amerika gestärkt aus dieser Krise hervorgehen. New York ist nun mit über 15.000 Fällen der Virus-Hotspot in den USA, davon sind knapp 5000 seit gestern eingetreten. Landesweit geht die Zahl bei knapp 200.000 Tests rasant auf 30.000 zu (LInk). Zunehmend dramatisch wird die Lage in orthodoxen Nachbarschaften in Brooklyn, wo Samstag Hunderte neue Fälle festgestellt worden sind. Inzwischen haben Gemeinden und Rabbiner Synagogen und andere Institutionen geschlossen. Dennoch kamen 200 junge Männer im Ortsteil Crown Heights entgegen den Auflagen des Gliedstaates zu einer Shabbat-Feier zusammen. Die Not ist so gross, dass sogar TV-Produktionen die Gesichtsmasken oder Schutzkleidung von Spital-Serien wie «Grey´s Anatomy» an lokale Behörden spenden (Link). Die wirtschaftlichen Auswirkungen sind besonders hart in der Kulturszene zu spüren. Museen, Galerien, Konzerthallen oder Clubs sind ebenso geschlossen, wie Restaurants und Bars, wo viele Kulturschaffende existentiell wichtige Jobs hatten. Hier will der am Freitag gegründete «NYC COVID-19 Response & Impact Fund» helfen (Link), der Kulturorganisationen mit Krediten und Spenden über die Runden helfen soll. Wichtige Stiftungen und Philanthropen wie die Bloomberg Philanthropies, die Familien Soros und Tisch, die Estée Lauder Companies Charitable Foundation und die Ford Foundation haben dafür zunächst 75 Millionen Dollar bereit gestellt. Dies auch in der Hoffnung, landesweit rasch Nachahmer zu finden. Trump derweil medizinisch völlig bodenlose Empfehlungen für Medikament-Kombinationen, die den Virus angeblich überwinden können und sucht China die Schuld an der Epidemie in den USA in die Schuhe zu schieben (Link). Der Senat steht derweil kurz vor der Einigung auf ein Rettungspaket über 1,6 Billionen Dollar, das jedem Erwachsenen 1200 Dollar an Nothilfe im April und womöglich im Mai gewähren soll. AM

17.10 Uhr 
Untergrund-Zentrum für Corona-Intensivstation
Über 400 Arbeiter und medizinisches Fachpersonal haben in Arbeit rund um die Uhr in den letzten Tagen eine unterirdische Parkgarage in der Nähe des Hauptgebäudes des Sheba Medical Centers in eine voll eingerichtete COVID-19 Intensivstation (CCCU) umgewandelt. Diese Einheit enthält 40 zusätzliche Betten, forgeschrittene Technologie und robuste medizinische Einrichtungen, einschliesslich orthopädische und Geburtsbereiche. Diese Untergrundinstallation verfügte bereits spezielle elektrische Wohneinheiten für den Gebrauch in Kriegszeiten. Die neuen CCCU-Einheit setzte am Sonntagabend, 22. März, mit ihrer Arbeit ein, nachdem die letzten Handgriffe noch erledigt worden waren. Ähnlich zum bereits existierenden Corona-Quarantinen-Komplex, der ich nicht auf dem Campus von Sheba befindet, ist ein spezielles medizinisches Team, bestehend aus hochkarätigen Ärzten und Krankenschwestern für die neue Einrichtung ausgebildet worden. Die CCCU ist eingerichtet worden als Reaktion auf die wachsende Zahl kritisch erkrankter Coronavirus-Patienten, deren Anzahl in den kommenden Tagen noch wachsen dürfte. JU

17.00 Uhr
Im Kampf gegen Grenzschliessungen
Die israelischen Bemühungen um die Heimschaffung in den verschiedensten Ländern festsitzenden Landsleuten nimmt immer mehr die Formen eines immer vezweifelteren Kampf gegen die Beschlüsse der betreffenden Staaten, wegen der Ausbreitung des Coronavirus ihre Landesgrenzen hermetisch für Aus- wie Einreisende abzuriegeln. So verliessen rund 40 in Ghana zurückgelassene Israeli am Sonntag Nachmittag in einer hastig organisierten Aktion dieses Land, das dabei war, die Luftwege von und zu ihm abzuriegeln. Ihre Rückkehr nach Israel konnte gelingen, nachdem das Jerusalemer Ausenministerium begonnen hatte, Landsleuten zu helfen, die irgendwo auf dem Globus gestrandet waren. Der ghananische Präsident Nana Akufo-Addo hatte die Schliessung am Samstagabend verkündet; sie sollte am Sonntag Mittenacht in Kraft treten. Shani Cooper, die israelische Botschafterin in Ghana arbeitete zusammen mit ihrem kleinen Team die ganze Nacht von Samstag auf Sonntag, um angesichts der bevorstehenden Schliessung der Grenzen israelische Familien, einschliesslich schwangerer Frauen, ausser Landes zu bringen. Über 30 Israeli sollten, so wurden erwartet, von Äthiopien aus eine Maschine nach Israel besteigen. – Das israelische Aussenministerium organisierte zudem je einen Flug von Rom und Milano nach Israel, um Landsleuten, die dem katastrophengeschütttelten Land den Rücken kehren wollten, dies zu ermöglichen. Der Abflug der beiden Maschinen der Israir ist für Montagabend geplant. – Israir wird auch einen Flug von Zagreb durchführen, der Sonntag Nacht rund 50 israelische Studenten nach Hause fliegen soll. Darüber hinaus will das israelische Aussenministerium die thailändischen Behörden ersuchen, israelische Transitpassagiere in Bangkok von der Pflicht der Visumspflicht zu entbinden und der medizinischen Dokumente, wonach sie keine Träger des Coronavirus seien. Sollten die thailändischen Stellen dem Gesuch stattgeben, würde dies vielen Israeli bei der Heimreise aus Ost-Asien helfen. Von Bangkok aus gibt es Flüge nach Israel via Turkish Airlines, Aeroflot und Ethiopian Airlines. Zu den Staaten, von welchen aus es momentan keine kommerziellen Flüge nach Israel mehr gibt, zählen Litauen, die Slowakei, Slowenien, die Ukraine, Mazedonien, Jordanien, Ägypten, Kolumbien und Peru. JU

11.00 Uhr
«Corona kein Grund für Knesset, nicht zu tagen»
Am Sonntag unterbreitete Israels General-Staatsanwalt Avichai Mendelblit dem Obersten Gerichtshof seine Ansicht, wonach die jüngsten Verordnungen des Gesundheitsministeriums, die Ausdehnung des Coronavirus zu verhindern, nicht die Tatsache diktieren würde, dass die Knesset nicht tagen könne. Diese Instruktionen (Befehl zur Gewährleistung der Gesundheit der Öffentlichkeit) hatte Knessetsprecher Yuli Edelstein als Grund verwendet, um die Knesset bis morgen Montag zu schliessen. Der General-Staatsanwahlt machte geltend, dass während einer solche Epidemie die Sitzungen der Knesset wesentlich seien, um eine Übersicht davon zu vermitteln, was die gegenwärtige Administration tue. JU

09.15 Uhr
Imme mehr Kranke
Laut einer Mitteilung des israelischen Gesundheitsministeriums waren am Sonntagmorgen 945 Israeli offiziell als Coronaviurs-Kranke diagnostiziert worden, und die Zahlen steigen laufend. 863 der Fälle wurden als mild definiert, 24 als mittelschwer und 20 als kritisch. 37 konnten bisher als geheilt entlassen werden. Der bisher einzige Corona-Kranke, ein 88jähriger Holocaustüberlebende, der an Komplikationen gestorben ist, wurde inzwischen begraben. Nach Ansicht von Moshe Barsimantov, dem Generaldirektor des Gesundheitsministeriums, dürfte die Zahl der positiv Diagnostizierten schon bald um täglich mehrere hundert zunehmen, nicht zuletzt wegen der sichtlich gestiegen Zahlen der täglich durchgeführten Tests. Diese sind ggenwärtig bei über 2000 angelangt, dürften noch diese Woche aber auf 3000 steigen, und in nicht allzu ferner bei 10000 angelangt sein. – In direkten Zusammenhang mit der Viruskrise steht die zunehmende Arbeitslosigkeit in Irael von bisher 4 Prozent vor Ausbruch der Krise auf jetzt 16,5 Prozent: Dadurch, dass die Mehrheit des Volkes an seine Heime gebunden ist, können sie ihrer gewohnten Arbeit nicht nachgehen, was natürlich die Arbeitslosigkeit und die auszuzahlenden Arbeitslosengelder wachsenlässt. JU

07.00 Uhr
Erste jüdische Corona-Fälle in der Schweiz
Recherchen von tachles online ergaben, dass es in verschiedenen Gemeinden u.a. in Zürich rund acht gemeldete Corona-Fälle gibt. Bereits letzte Woche berichtete tachles online über Rückkehrer von Talmudschulen im Ausland, die in der Schweiz in Quarantäne gesetzt werden mussten. Insgesamt gibt es in der Schweiz rund 7000 gemeldete Corona-Infiszierte und 56 Todesfälle. TA 
 

SAMSTAG, 21,. MÄRZ 2020

19.15 Uhr
Der Generaldirektor warnt
Moshe Barsimantov, Generaldirektor des israelischen Gesundheitsministeriums, erliess am Samstag via die israelischen Medien eine dringende Mahnung an die Bevölkerung: Bleibt zu Hause, oder wir müssen noch drakonischer Massnahmen ergreifen. Der Genraldirektor sprach vor dem Hintergrund der 883 am Samstag offiziell mit dem Virus diagnostizierten Landsleute, 178 mehr als am Vortag. 15 dieser Personen waren in einem schweren Zustand diagnostiziert, 19 in einem mittelschwere, und 36 konnten geheilt aus dem Krankenhaus entlassen werden. Am Freitag und am Samstag mussten die Sicherheitskräfte vor allem in Tel Aviv und Ramat Gan Personen auffordern, geschlossene Sportanlagen und Strände bei Strafandrohung unverzüglich zu verlassen. Am Freitag starb im Jerusalemer Shaar Zedek Krankenhaus mit Ari Even, 88, der erste israelische Coronapatient. Der Holocausüberlebende, der in einem Alzersheim in Jerusalem lebte, war vor einer Woche ins Krankenhaus eingeliefert worden. Allem Anschein nach will die Regierung vorerst trotz aller Unannehmlichkeiten vorerst keine totale Abriegelung über das Land verhängen. JU

19.00 Uhr
Sie wollen nach Hause zurückkehren
In aller Welt gibt es tausende von israelische Staatsangehörige, die wegen des Ausfallens von Flugverbindung festsitzen, aber den Wunsch äussern, irgendwie nach Hause zurückkehren zu können. Alleine in Indien werden etwa 3300 Israeli vermutet, und auch in Lateinamerika gehen die Zahlen in die Tausende. Laut Radio Israel wird die staatliche Luftlinie ElAl Bereits in der Nacht vom Samstag auf Sonntag zwei Maschinen aus Indien mit Rückkehrern an Bord nach Israel fliegen. Im Laufe der Woche werden weitere Flugzeuge nach Mumbai und Delhi in Indien geschickt, und auch in Brasilien werden israelische «Rückkehrermaschinen» erwartet. Bereits am Freitag landeten vier Maschinen, mit vorwiegend jugendlichen Israeli aus Peru kommend, auf dem Ben-Gurion-Flughafen. Für 23 Israeli, für die auf den vollbesetzten Flugzeugen kein Platz, sorgt Israel laut Aussenminister Katz für Möglichkeiten zur Rückkehr. Der israelische Botschafter in Kolumbien rief die noch in dem Land weilenden Bürger auf, nach Möglichkeiten aus Kolumbien auszufliegen, da am Sonntagabend eine landesweite Quarantäne beginnt. JU

Haschomer Hatzair feiert Schabbat 
Not macht erfinderisch auch in der jüdischen Welt, die in den letzten Tagen zunehmend auf online umstellte. So hat etwa der Jugendbund Haschomer Hatzair in Zürich zu einem «Shomeric Kabalat Shabbat online» geladen. Der Zürcher Gruppenleiter Noa Sas gegenüber tachles oniline: «Doch wir wollten und konnten nicht zulassen, dass dieses Virus uns als grosse, internationale Familie noch weiter weiter auseinander zwingt. Wir müssen ja in den nächsten Wochen bereits auf jeglichen physischen Kontakt verzichten. Dank dem Pioniergeist vieler Shomrim entstand innert kürzester Zeit dieses wunderschöne, erstmalige Projekt., Rund 500 Mitglieder aus aller Welt haben gemäss Auskunft der Organisation teilgenommen. (Haschomer Hazair).TA

 

FREITAG, 20. MäRZ 2020

17.30 Uhr
Satmar-Rebbe Aharon Teitelbaum erkrank
Wie nun bekannt wurde, leidet der Grossrabbiner Aharon Teitelbaum an Covid-19. Der 72-Jährige leitet neben seinem Bruder Zalman die Satmar-Gemeinschaft, die grösste chassidische Sekte. Teitelbaum ist in der orthodoxen Enklave Kiryas Joel nordwestlich von New York City ansässig. Er hatte zuletzt gegen die von Gouverneur Andrew Cuomo angeordnete Schliessung der Schulen im Gliedstaat protestiert: In strenggläubigen Familien lebten die zahlreichen Mitglieder auf engem Raum. Schulkinder würden deshalb auf die Strasse gehen und dort angesteckt werden oder den Virus verbreiten. Inzwischen hat Teitelbaum diese Haltung revidiert. Staat und City New York sind der Hot-Spot der Pandemie in den USA. Wie Cuomo vor wenigen Minuten an einer Pressekonferenz erklärte, liegt dies primär an der Rekordzahl von Tests in der Region: Letzte Nacht seien rund 10.000 Tests durchgeführt worden. Die Zahl der Fälle im Gliedstaat ist deshalb gegenüber 3000 am Donnerstag auf rund 5700 gestiegen, etwa 4000 davon in der City. Hier bilden orthodoxe Nachbarschaften in Brooklyn einen Schwerpunkt. Cuomo hat eben die weitgehende Schliessung von Geschäften und Unternehmen angeordnet. Bürger sollten sich in ihre eigenen Wohnungen zurückziehen, um die Ansteckungsraten zu senken. Landesweit sind über 14.000 Fälle und 206 Todesopfer bekannt, davon 36 in NY State. Cuomo versucht durch Anordnungen medizinisches Gerät und simplen Utensilien wie Tupfer, Gesichtsmasken und Gummihandschuhe aufzutreiben. New York State lässt Kaufagenten sogar in China und anderen Staaten danach suchen. Denn in wenigen Tagen werde die Epidemie die Spitäler überwältigen. Am grössten ist die Not bei Beatmungsgeräten: hier fehlen laut Cuomo 30.000. Auch an Tests hapert es immer noch gravierend. Gleichzeitig werden die Prognosen über die wirtschaftlichen Auswirkungen von Covid-19 in den USA stetig düsterer. Goldman Sachs rechnet mit einem Wirtschaftseinbruch von 25 Prozent im zweiten Quartal. Anfang Woche sprach das Investmenthaus noch von fünf Prozent. Zudem sei bis kommende Woche mit zwei Millionen Arbeitslosen zu rechnen. Im Kongress arbeitet der Senat im Eiltempo an der Verabschiedung eines massiven Rettungspaketes für die Wirtschaft, das anscheinend auch Direktzahlungen von zweimal 1000 Dollar je Bürger Anfang April und dann im Mai vorsieht. Letzte Nacht brachte «Pro Publica» an den Tag, dass zwei Mitglieder der republikanischen Senatsfraktion Ende Januar nach einer internen Sitzung zu den Gefahren von Covid-19 Aktien im Wert von jeweils bis zu 1,7 Millionen Dollar verkauft und gleichzeitig der Öffentlichkeit erklärt haben, die Lage sei keineswegs ernst. Dabei handelt es sich um Richard Burr aus North Carolina und Kelly Loeffler aus Georgia. Die Unternehmerin hält ihr Mandat nach der Erkrankung des Vorgängers erst seit dem letzten Herbst und muss sich im November den Wählern stellen. Die Affäre dürfte ihre Chancen deutlich mindern und den Demokraten den Rücken bei der Eroberung des Senats stärken. AM 

15.20 Uhr
Bestpraxisempfehlung vom EJC
Der European Jewish Congress (EJC) hat Bestpraxisempfehlungen herausgegeben, die hier im folgenden wiedergegeben sei:

  • Legen Sie eine detaillierte Datenbank mit Personen, die psychologische oder logistische Hilfe benötigen, an.
  • Bauen Sie eine Freiwilligengruppe auf, die Mahlzeiten und Medikamente verteilen kann.
  • Stellen Sie sicher, dass Psychologen und Sozialarbeiter (proaktiv) mit Isolierten, Schwachen, Verwandten von infizierten Personen in Kontakt stehen.
  • Stellen Sie eine Website / Blog  als zentrale Informationswebsite (mit verifizierten Informationen, Updates der Institutionen, Hilfsangeboten, Jüdisches Leben, Videos, Spielen und Tipps für Kinder) bereit
  • Pessach: Einige Gemeinden sammeln Mittel, damit Personen in finanzieller Not koschere Mahlzeiten kaufen können.
  • Durch die Coronakrise müssen viele Firmen schliessen und Schulen werden durcheinander sein. Einige Gemeinden sammeln Geld für die Zeit nach dem Coronaausbruch.
  • Gemeinden können sich an den EJC wenden (EJC). Ophir Revach, CEO Security and Crisis Centre EJC o.revach@sacc-ejc.org oder Tel. +972 587747301, Ariel Muzicant ariel.muzicant@colliers.at

12.00 Uhr
In der Schweiz geht der Schabbat online
Erstmals beiden verschiedene Schweizer Gemeinden Schabbat-Vorbereitungen online an. Während Gottesdienste abgesagt, Synagogen und Gemeindezentren geschlossen bleiben, haben viele Gemeinden und Institutionen Angebote auf online-Plattformen verlegt.  Das Online-Angebot der ICZ umfasst u.a. die Bereiche Schule (Kindergarten, Lesen, Unterricht) sowie Rabbinat (Mizpe-Schiurim, tägliche Familientfila, Kabbalat Schabbat und Hawdala). Zum Einklang des Schabbat wird heute Chasan Amichai Guterman aufgeschaltet und Morgen Samstagabend findet eine Online Hadwala statt (ICZ).Die liberale Gemeinde  in Basel Migwan organisiert einen online Kiddusch (Migwan). Die Israelitische Religionsgesellschaft Zürich bietet einen Schiur von Gemeinderabbiner  Levy an, in dem er auf die aktuelle Situation eintritt (IRGZ). Der Haschomer Hazair Zürich führt zusammen mit der Weltorganisation heute Freitagnachmittag um 14 Uhr einen «Shomeric Kabalat Shabbat online» statt (Shomeric Kabalat Shabat online). Das gesamte Angebot findet sich laufend auf tachles online und im gratis E-Paper von tachles ((e-tachles für alle)). 

12.15 Uhr
Communauté Israélite de Genève mit Hilfestellungen
Die Communauté Israélite de Genève bietet speziell für Personen aus Risikogruppen Hilfestellung an. Dazu zählen Transport-Hilfe (z. B. Einkaufshilfe) und Telefonanrufe gegen die Isolation zu Hause. Hilfesuchende wenden sich an die Gemeinde (Tel. 022 317 89 24 oder morali@comisra.ch) oder an den Sozialdienst (Tel. 022 317 89 20/23 oder servsoc@comisra.ch) Auf ihrem Instagram-Profil bietet die Gemeinde ein tägliches Quiz an. (https://www.instagram.com/ccjjgeneve/). Die Communauté Israélite de Genève bemüht sich momentan um die Sicherstellung von koscher-Le-Pessach Produkten, im Minimum Matzen, Wein und Fleisch. Die Generalversammlung der Communauté Israélite de Genève wurde verschoben.

12.00 Uhr
Absage Gemeindeseder
Die Jüdische Gemeinde Winterthur sagt ihren Gemeindeseder ab. Stattdessen bietet sie einen Bestellservice für Pessach-Menüs an. Es kann ein Pessach-Menü für 40 Franken bestellt werden. Es besteht aus Gefillte Fisch garniert, Mazzeknödel (ohne Bouillon), Rindsgeschnetzeltes an Champignonsauce, Kartoffelgratin, Wurzelgemüse sowie den Sederzutaten: 1 Paket Mazze, eine kleine Flasche Traubensaft. Bestellung bis zum 30. März 2020 via Email: events@igwinterthur.ch. Informationen erfolgen dann per Email.

11.45 Uhr 
Schockierende Prognose: 18 Monate abgeriegelt
Schockierende Perspektiven eröffnete eine Studie des britischen Imperial College London bezüglich der Folgen des Coronavirus. Dutzende Experten hatten politische Entscheidungsträger dahingehend informiert, dass die verschiedenen Modelle zeigen würden, dass Millionen Menschen sterben und dass die Gesundheitssysteme unter ihrer Last zusammenbrechen würden. Der Kampf gegen den Virus könte bis zu 18 Monate in Anspruch nehmen. Um das Ausmass der Katastrophe zu lindern, müssten neue Massnahmen unverzüglich eingesetzt werden und während Monaten unverändert am Platze bleiben, bevor ein Nachlassen  möglich wäre. Leben wäre nie wieder das Gleiche wie zuvor, betont der Bericht. Dieser war offenbar derart schockierend, dass sowohl Präsident Trump als auch der britische Regierungschef Boris Johnson ihr Vorgehen änderten und die Untersuchungsmethoden ebenso erweitern wie sie die zu ergreifenden Massnahme strikter gestalten würden, - Israel hat die Gefahr viel früher ernst genommen, doch die diagnostizierten Fälle sind dessen ungeachtet bisher auf bis fast 700 gestiegen. Pro Kopf der Bevölkerung hat Israel mehr Fälle als die USA oder Grossbritannien. Mit seiner sehr beschränkten Kapazität an Krankenhäusern, macht Israel sich zu Recht Sorgen über das, was die Modelle des Imperial College und anderer Experten zeigen. Diese Modelle beeinträchtigen nicht nur Israel, sondern den ganzen Nahen Osten. Jordanien riegelt mit Hilfe der Armee ganze Strassenzüge ab. Die Golfstaaten stoppen den Flugverkehr, und die Region des irakischen Kurdistan ist unter Ausgangssperre. Wir können schlussfolgen, dass Israel vor dem Hintergrund des Modells hofft, dass die Katastrophe das Ausmass der Todesfälle oder die Überflutung der Krankenhäuser (wenn der Virus sich zu rasch ausbreitet) sich mildern lassen. Im Wesentlichen sagt uns der Bericht, dass die Regierungen nicht wirklich versuchen, einen Krieg gegen den unsichtbaren Feind zu gewinnen. Stattdessen versuchen sie, ihn unter Kontrolle zu halten und einen Abnützugskrieg zu führen, der dazu führen würde, dass eine massive soziale Rebellion nicht stattfindet im Falle eines Zusammenbruchs der Krankenhäuser. Der Öffentlichkeit wird in anderen Worten nicht gesagt, wie lange sie in einer Abriegelung dahindarben müssen, oder wie lange die Krise dauern wird. Angesichts dieses Modells erscheinen optimistische Projektionen über ein zur Normalität zurückkehrendes Leben und einer sich erholenden Wirtschaft unrealistisch. Wenn die Flugplätze während eines Jahres geschlossen bleiben und das Reisen für die gleiche Periode eingeschränkt bleibt, wird unser Leben je länger je mehr dem gleichen, was wir im 18. Jahrhundert jeden Tag zu tun pflegten. Ironischerweise ist der Virus in verschiedene Weise eine grössere Gefahr für fortgeschrittene Staaten als für jene mit schwachen oder nicht existierenden medizinischen Systemen. Deshalb sind wohlhabendere Staaten anfälliger für einen Zusammenbruch, wenn das Leben sich ändert und die Leute ein bestimmtes Behandlungsniveau fordern. (....).

11.30 Uhr
Erstmals sehr schwere Fälle
Von den 677 Fälle von mit dem Coronavirus infizierten Landsleuten, die das israelische Gesundheitsministerium am Donnerstagabend als positiv diagnostiziert gemeldet hatte, wurden erstmals zwei – eine 89- und eine 91jährige Frau – als lebensgefährlich krank definiert. Acht weitere sind schwer, die restlichen nur leicht krank. JU

11.00 Uhr
Was soll das kosten?
Die Forschungsabteilung der israelischen Zentralbank hat bezüglich der voraussichtlichen Kosten der israelischen Coronaviruskrise eine Prognose angefertig, die, was ihre Aussage betrifft, wenig Raum für Optimismus lässt: Sogar wenn die Abriegelung in ihrer jetzigen Form nur bis Ende April dauern sollte (was alles andere als sicher ist), dürfte der Schaden für die Wirtschaft des Landes bis zu 50 Milliarden Schekel (13,2 Milliarden Franken) betragen., das staatliche  Budgetdefizit würde auf sieben Prozent klettern, und das Verhältnis zwischen der öffentlichen Schuld und dem Nationalprodukt würde 70 Prozent erreichen. Sollte die Abriegelung bis Ende Mai dauern, würde das Defizit auf 80 Milliarden Schekel steigen, was mehr als fünf Prozent eds jährlichen Nationalprouktes von Israel wären. Inzwischen werden rund eine halbe Million israelische Arbeitnehmer ihre Jobs verloren haben. JU

10.00 Uhr
Haschomer Hazair Schweiz online
Der Haschomer Hazair Zürich führt zusammen mit der Weltorganisation heute Freitagnachmittag um 14 Uhr einen «Shomeric Kabalat Shabbat online» statt (Shomeric Kabalat Shabat online). Gegenüber tachles online erklärt der Schweizer Verantwortliche Noah Das, dass die Organisation aufgrund der behördlichen Versammlungsverbote neue Plattformen nutzt für die die Zusammenführung der Jugendlichen. Normalerweise treffen sich Mitglieder der zionistischen liberalen Jugendvereinigung wöchentlich am Samstagnachmittag.

07.00 Uhr 
e-tachles für alle
Während der Corona-Krise ist das Epaper der Wochenausgabe von tachles für alle gratis zugänglich (e-tachles für alle). Lesen gegen die Isolation und Information für den Notfall soll allen die Entwicklungen und Hilfestellungen aus der jüdischen Schweiz zugänglich machen. 

Corona Slider mit Link

Ab Montag steht dann das gesamte Podcastangebot von tachles zur Verfügung sowie 70 Melodien für den Pessach-Sender.  

 

DONNERTAG, 19. MÄRZ 2020

21.00 Uhr
Abriegelung  in Israel wird Tatsache
Für die nächsten sieben Tage, die wahrscheinlich verlängert werden,  sollen die Israeli unter Bedingungen der fast totalen Abriegelung leben, und was nachher geschehen wird, hängt vom Erfolg dieser sieben Tage ab. Das erklärte Premierminister Netanyahu am Donnerstagabend in einer Presseerklärung. In der Praxis heisst das, dass die Leute grundsätzlich in ihrem Wohngebiet zu verweilen haben. Nachschub zum Essen darf eingekauft werden, ebenso können Medikamente erstanden werden, und dann soll auch das sportliche Walk-out gestattet sein. Bedingung ist für all diese Tätigkeiten da Vermeiden von menschlichen Aufläufen. Die sportliche Betätigung darf zwar von maximal fünf Personen zusammen getan weredn, am liebsten jedoch im Alleingang. Strandbesuche oder Visiten in Nationalparkanlagen sind aber ebenso «out» wie der Spatziergang mit Kindern oder Enkeln auf dem Spielplatz. Die Regierung wird im Verlaufe der Nacht auf den Freitag die Notstandsmassnahmen verabschieden. Sie verleihen den Behörden, Polizei, Armee und anderen Sicherheitskräften nicht nur gut gemeinte Empfehlungen sondern auch das Recht, auf Grund von Gesetzen einzugreifen. «Wir wollen und wir werden letzlich den Virus besiegen, aber unser Kampf kann über Leben und Tod entscheiden», sagte Netanyahu. Letztlich entscheiden nicht Gesetze und Verordnungen sondern die innere Verantwortung eines jeden Bürgers. «Wir wollen der Welt nicht Bilder liefern, wie sie heute bereits aus Spanien und Italien im Umlauf sind, Bilder von massenweise Toten», verkündete Netanyahu eindringlich. Dass der Regierungschef nicht fantasiert hat, beweisen die Zahlen: Am Donnerstagabend war die Zahl der vom Coronavirus betroffenen Israeli bereits auf 573 gestiegen, doch die Experten befürchten für die kommenden Tage und Wochen noch viel grössere Dimensionen, was das betrifft. Bis Sonntag wird die Tagesrate der Untersuchungen auf 3000 steigen, dann bald auf 5000. «Wir wissen heute schon viel mehr über den Virus als noch vor kurzem, und das wird hoffentlich so weitergehen», sagte ein Offizieller des Gesundheitsministerium. Mit aufrüttelnden Worten beendete Netanyahu seinen Auftritt vor der Presse: «Wenn Ihr nicht funktioniert und Verantwortung übernehmt, dann wird es nicht gut kommen, aber in dieser Zeit sind wir alle eine Familie».  Dass auch die in der Regel nicht regierungshörigen ultra-Orthodoxen den Ernst der Lange langsam zu verstehen im Begriff sind, bewiesen etwa in Jerusalem die mit Lautsprecher ausgerüsteten Autos, die durch die charedischen Viertel fuhren und das Volk aufforderten, den Regierungsbeschlüssen Folge zu leisten und sie zu unterstützen. – Auf einer ganz anderen Ebene scheint die Gesundheitskrise auch dazu beizutragen, die Reihen zu schliessen, vermehren sich doch die Anzeichen dafür, dass Israel letztlich von einer Regierung der nationalen Einheit geleitet werden wird. Das Ringen um die besten Positionen im Kabinett dürfte aber noch Tage, wenn nicht Wochen dauern. JU

17.00 Uhr
Chabad-Hauptquartier schliesst erstmals
Während sich die Welt rund um das Hauptquartier «770 Eastern Parkway» der chassidischen Chabad-Bewegung im New Yorker Stadtteil Brooklyn wegen der Coronaviruskrise zusehends einigelte, ging bei Chabad das Leben seinen gewohnten Gang. Am Dienstagabend musste aber auch Chabad dem Druck von Quartierrabbinern nachgeben, welche die Schliessung von Synagogen anordneten, um die Ausweitung des Virus zu bekämpfen. Die ganze Woche über waren Männer zum massiven Gebäude in Crown Heights zum gemeinsamen Gebet gekommen, und um zu lernen. Als sich die Nachricht verbreitete, wonach das Hauptquartier der weltumspannenden Bewegung geschlossen werden sollte, gab es noch ein letztes gemeinsames Gebet, bei dem die Gläubigen Schulter an Schulter standen und Mühe hatten, sich in das Unvermeidliche zu schicken. Noch nie bisher war «770», wie das Hauptquartier im Volksmund genannt wurde, geschlossen worden, doch dieses Mal bestätigte Chabad.info, die Website der Bewegung, die unumgängliche Massnahme. Die Schliessung kam nach Tagen, in denen es unklar war, wie ernst zahlreiche Menschen in der Nachbarschaft die COVID-19-Pandemie nehmen würden. Nach langen Zeiten der ungebrochenen Aktivitäten wurde allmählich klar, dass Crown Heights dabei war, sich zu einem Coronavirus-Zentrum zu entwickeln würde. So berichtete die «New York Times» von einer Hochzeit in South Williamsburg mit mindestens 200 Gästen, in Verletzung von Regeln der Stadtverwaltung, die grosse Veranstaltungen untersagt hatte. Am Dienstag Nachmittag veröffentlichte das Bet Din (religiöse Gesetz) von Crown Heights eine Entscheidung, die die Schliessung aller Synagogen und ritueller Tauchbäder der Männer forderte. «Mögen wir zoche sein (würdig sein), die Auslöschung von allen Krankheiten mit dem Kommen des Moschiach (Messias) JETZT zu erleben», schlossen die Herrscher von Crown Heights ihre auf Jiddisch gehaltene Botschaft. JU

 

14.30 Uhr
Grösste Yeshiva Amerikas geschlossen
Mit 6700 Lernenden ist Beth Medrosh Gohova in Lakewood, New Jersey, die grösste Yeshiva der USA. Nun hat die Institution in der überwiegend jüdischen Kommune geschlossen. Ein Grossteil der Synagogen und Gemeinde-Institutionen hat in den letzten Tagen den Betrieb eingestellt. In jüdischen Enklaven von Brooklyn und Rockland County nördlich der City nimmt die Zahl der Fälle unter Orthodoxen rasch an und hat laut dem Forward. Auch im Gliedstaat New York insgesamt werden immer neue Fälle festgestellt. Am Donnerstagvormittag waren es 3000 gegenüber 900 am Montag. Dies rührt aus der zunehmenden Zahl verfügbarer Tests. Allerdings mangelt es immer noch an Testgeräten, aber auch an simplen Zubehör wie Tupfern für Abstriche. Gouverneur Andrew Cuomo erwartet, dass Covid-19 das Gesundheitssystem von New York State binnen weniger Wochen überwältigt. Er arbeitet inzwischen mit dem Pentagon zusammen. Das Militär bereitet die Einrichtung von Feldspitälern für Virus-Patienten vor und will ein Spital-Schiff nach New York City entsenden. Doch dieses soll erst in zwei Wochen eintreffen (Link). Damit wird einmal mehr deutlich, wie langsam und chaotisch die noch unter Barack Obama bei der Epidemie-Bekämpfung weltweit führenden USA dank Donald Trump auf Covid-19 reagieren. Inzwischen haben die USA mit fast 10.000 Fällen Frankreich und Südkorea überholt. Dort begann die Epidemie zeitgleich am 20. Januar, ist aber dank energischen Handelns der Regierung nun im Abklingen. Der Jurist im Zentrum des Virus-Hotspots in New Rochelle, New York, ist derweil am Mittwoch aus einem Koma erwacht und scheint auf dem Weg der Besserung. Gouverneur Andrew Cuomo hatte vor zehn Tagen eine Ausgangssperre in New Rochelle verhängt und die Nationalgarde zur Versorgung der Bewohner entsandt (Link). AM

14.15 Uhr
«Kommt sofort nach Hause»
In einem dringenden Aufruf forderte das israelische Aussenministerium am Donnerstag alle seine sich im Ausland befindlichen Landsleute auf, möglicht rasch nach Hause zurückzukehren. Imme mehr Staaten würden langsam aber sicher, so sieht das Ministerium die Dinge voraus, als Folge des Coronavirus seine Grenzen schliessen und die wenigen Flüge, die es noch gebe, annullieren. «Wegen der Reduktíon und Streichung von Flügen in aller Welt und der Entscheidung vieler Staaten, ihren Himmel und die Grenzen wegen des Coronavirus zu schliessen», sagte das Aussenministerium, «appellieren wir an alle Israeli im Ausland, möglichst rasch nach Israel zurückzukehren». Das Ministerium fügte hinzu, zwar sei es schwer, zu Flugtickets zu gelangen, und diverse Flugrouten seinen unbequem, gebe es immer noch Fluglinien, die fliegen würden. Für jene Leute, die die Rückkehr beabsichtigen, hat das Ministerium eine Liste von Möglichkeiten zusammengestellt, wie die verschiedenen Staaten am besten zu verlassen sind. JU

12.00 Uhr
Kairo mit drakonischen Massnahmen
Als Versuch, die Ausbreitung des Coronavirus in Ägypten zu unterbinden, hat die Kairoer Regierung laut einer Verlautbarung beschlossen, alle Einkaufszentren, Cafés, Sportzentren und Nachtclubs von 19 Uhr abends bis um 6 Uhr früh zu schliessen. Die Verfügung gilt vorerst bis zum 31. März. Wie Regierung präzisierte, sind Aoptheken und Supermarkets von dieser Massnahme ausgenommen. Das Land musste bisher 210 Fälle von Coronavirus registrieren, darunter sechs Todesfälle. JU

11.00 Uhr
Migwan nur noch online
Die Liberale Jüdische Gemeinde in Basel, Migwan informiert ihre Mitglieder regelmässig über die Situation und die getroffenen Massnahmen. Der Schulunterricht ist eingestellt und weitere Anlässe sind in nächster Zeit nicht geplant, bzw. ausgesetzt. Präsident Peter Jossi sagt: «In diesem Zusammenhang stehen wir auch für Rückfragen zur Verfügung und stehen insbesondere mit älteren Mitgliedern im Kontakt.» Derzeit werde geprüft, welche zusätzlichen virtuellen Kontakt- und Vernetzungsmöglichkeiten sinnvoll und machbar seien (Update und Rabbinat).

10.30 Uhr
Trauriger Rekord
Nach Angaben den israelischen Gesundheitsministeriums gab es am Donnerstagmorgen total 529 offiziell mit dem Coronavirus diagnostizierte Israeli. Damit wurde erstmals die Grenze von 500 Fällen durchbrochen, doch die Experten schliessen ein weiteres Wachstum nicht aus. Von den 529 Fällen waren 29 neue Infizierte. Die wachsende Zahl kam nachdem das Ministerium am Mittwoch viel mehr Tests als sonst durchgeführt hat. Die Menge der Untesuchungen war derart gross, dass das Ministerium verlauten liess, dass es nicht in der Lage sei, die Anzahl der infizierten Personen so frühzeitig wie sonst üblich zu publizieren. «Weil die Zahl der Untersuchungsstätten (Labors) auf 20 gestiegen war», hiess es in der Mitteilung des Ministeriums, «und die Zahl der täglichen Untersuchungen höher als bisher war (am Mittwoch wurdne total über 2200 Tests durchgeführt) und weiter im Steigen begriffen ist, wird das Sammeln aller Daten und deren Aufstellung mehr Zeit beanspruchen als bisher der Fall war». Am Donnerstag wurde ein weiterer Israeli in kritischem Zustand registriert – total sind es bisher deren sechs. Die Mehrheit der Israeli (498 Fälle) haben aber nur milde Symptome, berichtete das Ministerium. 13 Israeli sind mittelschwer betroffen, und 12 konnten bereits aus dem Krankenhaus entlassen. Am Donnerstag profitierten erstmals 36 Israeli von den in Israel eröffneten «Coronavirus Hotels», von denen es bis jetzt je eines in Jerusalem und Tel Aviv gibt. Schliesslich wurde am Donnerstag mit Shalva Dahan die letzte im Sheba Medical Center hospitalisierte Patientin entlassen, die auf dem Touristenschiff «Diamond Princess» vor Japan in Quarantäne gehen musste. – Der sefardische Oberrabbiner Israels, Itzhak Yosef, informierte Gesundheitsminister Litzman von seinem halachischen (religionsgesetzlichen) Entscheid, wonach religiöse Juden am Schabbat ihre Telefonapparate in Betrieb lassen sollten. Der Rabbi sagte: «Ohne jeden Zweifel müssen Personen, die positiv auf Coronavirus diagnostiziert worden sind, auch am Schabbat über ein funktionierendes Telefon verfügen, für den Fall, dass das Gesundheitsministerium sie über die Untersuchung in Kenntnis setzen und ihnen mitteilen kann, wo und wie sie sich zu evakuieren haben». Der Oberrabbiner befand auch, dass alle Krankenhaus-Synagogen geschlossen sein sollten, da es für potentielle Besucher schwierig sei, in ihnen die verlangte Distanz von zwei Metern zum nächsten Nachbarn einzuhalten. – In Russland wurde das erste Todesopfer der Coronavirus-Epidemie gemeldet. Eine 79-jährige Frau, die mit weiteren Gesundheitsproblemem ins Krankenhaus eingeliefert worden ist,  erlag den Folgen einer Lungenentzündung. Russland hat bisher total 147 Fälle von Coronavirus registriert. JU

08.00 Uhr
Einreiseverbot für Ausländer 
Auf Grund von Empfehlungen des israelischen Gesundheitsministeriums dürfen ab sofort Ausländer auch dann nicht mehr nach Israel einreisen, wenn sie ihre Fähigkeit beweisen können, in Quarantäne zu leben.         - Nach zwei Wochen, in denen der Eintritt nach Israel von Reisenden, die weder Bürger des Staates Israel sind noch hier residieren eingeschränkt worden ist, hat das Gesundheitsministerium striktere Präventionsmassnahme für die Einreise mit dem Zweck empfohlen, die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. So wurde mit sofortiger Wirkung, basierend auf den Empfehlungen des Ministeriums, entschieden, dass ausländischen Staatsangehörigen, die weder israelische Bürger sind noch hier residieren, die Einreise nicht gestattet wird. Ausnahmen werden gemacht für Personen, deren Leben in Israel basiert ist. Diese Direktive gilt ab sofort mit der Publikation und trifft für alle internationalen Grenzübergänge (nach Israel) zu.


Notfall- und Servicenummern der offiziellen Jüdischen Institutionen: 

  • Permanente Notfallnummer Care-Team des Verbands Schweizerischer Jüdischer Fürsorgen (VSJF): 044 206 30 67.

  • Die Israelitische Cultusgemeinde Zürich (ICZ) empfiehlt die Infoline Bundesamt für Gesundheit (24h) 058 463 00 00 sowie das Ärztelefon für medizinische Fragen zum Coronavirus (24h) 0800 33 66 55. Die Telefonnummer der ICZ ist: 044 283 22 22
  • Die Communauté Israélite de Lausanne et du canton de Vaud bietet eine Hotline mit aktuellen Einschätzungen ihrer Coronavirus Kommisison an: 021 341 72 45
  • Bei der Jüdischen Liberalen Gemeinde Zürich wenden Sie sich an Susi Saitowitz, Generalsekretärin der JLG: 043 322 03 14 oder susi.saitowitz@jlg.ch
  • Die Communauté Israélite de Genève ist zu erreichen unter 022 317 89 24 oder morali@comisra.ch
  • Die Israelitischen Gemeinde Basel ist erreichbar unter: 061 279 98 50.
  • Sekretariat der Jüdischen Gemeinde Bern: 031 381 49 92
  • Die Israelitischen Religionsgesellschaft Zürich ist zu erreichen unter 044 241 80 57
  • Die Telefonnummer des Jüdischen Rettungsdienst Hazoloh in Zürich ist 044 202 30 60

MITTWOCH, 18. MÄRZ 2020

19.10 Uhr
Türkei sieht hinter Coronavirus «zionistisches Komplott»
Der Coronavirus sei ein «zionistisches Komplott», das von Juden in Umlauf gebracht worden sei, um die Weltbevölkerung zu dezimieren. Diesen unglaublichen Vorwurf machten Mitglieder der türkischen Presse und der Öffentlichkeit am Mittwoch publik, wie das Middle East Media Research Institute (MEMRI) erklärte. MEMRI, das sich auf die Übersetzung nahöstlicher Medien ins Englische spezialisiert hat, hat eine Anzahl von Zwischenfällen enthüllt, in denen Türken Juden und Zionisten für die Corona-Epidemie verantwortlich machen. So konnten in einem am 13. März geposteten Twitter-Video ein Minibus-Chauffeur und seine Passagiere gehört werden, wie sie sich in antisemitischen Konspirationstheorien ergehen. Eine ähnliche Haltung lässt sich auch unter der türkischen politischen Klasse beobachten. Am 6. März hat Fatih Erbakan, Leiter der Refah-Partei und Sohn des ehemaligen Premierministers Necmettin Erbakan, in einer Rede gesagt: «Auch wenn wir keine eindeutigen Beweise haben, dient dieser Virus den zionistischen Zielen der Minderung  der Zahl von Menschen und der Verhinderung des Wachstums der Bevölkerung, und wichtige Forschung bringt dies zum Ausdruck». Dann sagte Erbakan: «Der Zionismus ist eine 5000 Jahre alte Bakterie, die das Leiden von Menschen verursacht hat». Auch die türkischen Medien sind  nicht frei von solchen Meinungen. Am 10. März verbreitete der Kolumnist Abdurrahman Dilipak in der Zeitung Yeni Akit die Ansicht, ein möglicher israelischer Impfstoff gegen den Coronavirus sei Teil des Plans: «Schaut, wie heute einige Leute die Hemdsärmel aufgestülpt haben, um den Traum der Nazis zum Leben zu erwecken. Dies ist ein faschistischer Plan. Sobald sie ihre Arbeit mit den Schwulen und Lesben vollendet haben, die sie anscheinend in Besitz genommen haben, ist ihr Plan für deren ‚Entfernung’ bereits auf dem Tisch». (....) JU

19.00 Uhr
«Wenn das Volk Richtlinien nicht befolgt, ist Israel in der Abriegelung»
Am Mittwochabend bedrängte Premierminister Netanyahu sich via TV-Kanal 12  die ultra-orthodox jüdische Bevölkerung und die Israel-Araber, den Instruktionen des Gesundheitsministeriums zu folgen und davon abzusehen, sich in grossen Gruppen zu versammeln. Wenn das Volk nicht auf die Richtlinien höre, werde er eine landesweite Abriegelung in Kraft setzen. «Führer in aller Welt loben meine Entscheidungen», sagte er. Gleichzeitig dankte er seinen Freunden in aller Welt für eine Schiffsladung medizinischer Untersuchungsgeräte, die am Donnerstag in Israel eintreffen würden. JU

15.30 Uhr
433 Infizierte
Das israelische Gesundheitsministerium bezifferte die Zahl der mit dem Coronavirus infizierte Personen am Mittwoch Nachmittag auf total 433, sechs mehr als bei der letzten Publikation. Von den genannten Fällen werden fünf als schwer taxiert, zehn als mittelschwer und der Rest als leicht. Elf sind bereits aus dem Krankenhaus entlassenb worden. In den letzten 24 Stunden wurden über hundert Personen neupositiv mit dem Coronavirus diagnostiziert. Am Dienstag sodann sind total über 2200 Tests durchgeführt worden, mehr als das Doppelte früherer Tage. Minister Gilad Erdan sodann, verantwortlich für öffentliche Sicherheit, erachtet es am Mittwoch als unvermeidbar, als Folge der Situation mit dem COVID-19-Virus das Land in den kommenden Tagen total abzuriegeln und die persönlichen Kontakte zwischen den Bürgerinnen und Bürgern ganz oder fast ganz zum Erliegen zu bringen, um die Ansteckungsgefahr zu minimieren. Mit dieser Ansicht erregte Erdan in der Öffentlichkeit einiges Aufsehen. Das Gesunheitsministerium gab folgende Verteilung nach Altersgruppen an: 2 Prozent in der Altersgruppe 0-9 Jahre, 7 Prozent 10-19, 16 Prozent 20-29, 22 Prozent 30-39, 16 Prozent 40-49,11 Prozent 50-59, 12 Prozent 60-69, 11 Prozent über 70, und für drei Prozent der Fälle war keine Altersangabe erhältlich. JU

14.00 Uhr 
Aufruf zu religiöser Solidarität in der Schweiz
In einer heuten veröffentlichten Medienmitteilung dankt der Schweizerische Rat der Religionen den «zahlreichen Helferinnen und Helfern in der ganzen Schweiz, welche sich selbstlos für viele mit dem Virus infizierten Menschen einsetzen.» Er ermutigt im Vertrauen darauf, dass die aktuelle Lage durch Solidarität sowie Rücksicht, Verbundenheit und Nächstenliebe gemeistert werden kann. Ins gemeinsame Gebet der Religionsgemeinschaften möchte er «besonders all jene Mitmenschen einschliessen, die heute schwierige Zeiten gesundheitlicher oder finanzieller Natur durchmachen.» Die Gedanken und das Mitgefühl gälten ausdrücklich auch den Angehörigen derer, die durch das Virus den Tod gefunden haben. Der Schweizerische Rat der Religionen empfiehlt in der Medienmitteilung allen Mitgliedern der Kirchen und Religionen, in den Gemeinden einsamen älteren Menschen und Personen in Risikofällen bei Einkauf und Besorgungen zu helfen. Zudem soll auf Hamsterkäufe verzichtet werden, «um nicht möglicherweise dafür zu sorgen, dass andere Mitbürgerinnen und Bürger leer ausgehen.» Jeder solle aus bürgerlicher und geschwisterlicher Liebe in Ruhe, Gelassenheit und in Gottvertrauen handeln, heisst es weiter. Drittens empfiehlt der Rat, dass nicht festangestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von den Gemeinden weiter finanziell unterstützt werden, damit diese nicht in wirtschaftliche Not geraten. SD

 

 

 

11.30 Uhr 
Quarantäne für Jeshiwa-Rückkehrer 
Sämtliche Schüler, die von England aus der Talmudshule Gateshead in die Schweiz zurückkehren, sind aufgerufen in Quarantäne zu gehen. 

11.00 Uhr
Hilfe für Kranke
Die Israelitische Religionsgesellschaft Zürich (IRGZ) bittet speziell ältere und kranke Personen, sich mit ihren Anliegen an das Sekretariat (vormittags 044 241 80 57) oder an ein Vorstandmitglied (Kontaktdaten im Luach) zu wenden. Die IRGZ bietet folgende unterstützende Dienstleistungen an: Hilfe beim Einkauf von Lebensmitteln, Transport-Hilfe, z. B. zum Arzt, Unterstützung bei Sorgen, was man an Pessach machen soll. Die IRGZ erinnert zudem daran, das die Chevras Noschim einen gut funktionierenden Mahlzeitendienst anbietet. Die IRGZ und die Chevras Noschim sind bereit, sich finanziell an Ausgaben für den Mahlzeitendienst zu beteiligen. Für Mahlzeiten wenden Sie sich an Frau Zipora Rhein (044 555 98 34) oder Frau Chaviva Mosbacher (043 344 53 54).

10.00 Uhr
427 Israeli haben den Virus
Das israelische Gesundheitsministerium berichtete am Mittwochmorgen von 90 neuen Fällen von Personen, die am Coronavirus erkrankt waren. Das bringt die Gesamtzahl inzwischen auf 427. Fünf von ihnen sind in einem schweren Zustand, zehn sind mittelschwer erkrankt, und beim Resten handelt es sich un leichte Fälle. Premierminister Netanyahu sagte einen dramatischen Anstieg der Zahl von entdeckten Erkrankten, durchgeführten Untersuchungen und verfügbare Krankenhauseinrichtungen voraus, die den Inifizierten dienen können. Ferner bemerkte der Regierungschef, dass die Krankenhäuser sich darauf einrichten, mehr Kranke behandeln zu können. Zu diesem Zweck wurden rund 1000 zusätzliche Ventilatoren gekauft, um jene zu pflegen, die vom Virus heimgesucht worden sind, was leicht zu einer gefährlichen Lungenerkrankung führen kann. JU

06.30 Uhr
VSJF mit Care-Team
Der Verband Schweizerischer Jüdischer Fürsorgen (VSJF) hat aufgrund der Situation rund um den Coronavirus auf der Basis von bestehenden Notfallplänen ergänzende Dienste zur Betreuung von jüdischen Menschen in der Schweiz organisiert und zusätzliche Kapazitäten für Betreuung und Hilfe geschaffen. Die Massnahmen sind im Austausch und permanenten Kontakt mit den Fürsorgen der jüdischen Gemeinden der Schweiz ergriffen worden, die aufgrund der behördlichen Verordnungen im Umgang mit dem Corona eine Versorgung von Bedüftigen garantiert. So hat der VSJF ein Care-Team eingesetzt. Es wurde ausserdem beschlossen zusätzliche finanzielle Unterstützung für Hilfesuchende, speziell auch für Holocaust-Überlebende sowie die bisher betreute Klienten zur Verfügung zu stellen oder vorgezogene Auszahlungen von Ansprüchen zu ermöglichen.  Ausserdem können Einkäufe und Besorgungen, Hilfe für Haushalt, Pflege über die bereits erfolgte Betreuung hinaus angefordert werden. Der VSJF möchte während der Corona-Krise sicherstellen, dass keine Versorgungs- und Betreuungsengpässe entstehen und Hilfesuchenden gebührend betreut sind auch im Wissen darum, dass Generationen im Moment getrennt werden und Familien nicht vollumfänglich Zugang finden. Ausserdem wird der VSJF im Hinblick auf das Pessachfest Dienstleistungen organisieren. Unter der Notfallnummer 044 206 30 67 kann das Care-Team des VSJF permanent erreicht werden. In einem Brief hat VSJF-Präsidentin Gabrielle Rosenstein die bereits betreuten Klienten über die Massnahmen informiert. Weitere Informationen finden sich online (VSJF).

DIENSTAG, 17. MÄRZ 2020

20.00 Uhr
Jüdische Gemeinden der Schweiz informieren über Massnahem
Aufgrund der vom Bundesrat beschlossenen Massnahmen und Verordnungen im Zusammenhang mit der Corona-Krise haben alle jüdischen Gemeinden Gottesdienste und Veranstaltungen ausgesetzt. Diese Entscheidung gilt in einigen Gemeinden auch bereits für Pessach. Die Israelitische Cultusgemeinde Zürich informiert, dass der Gemeindeseder nicht durchgeführt wird. Die grösste Gemeinde der Schweiz prüft, wie die Verpflegung mit einem Caterer gewährleistet werden kann. Eine Anleitung für die Durchführung eines Seders zu Hause ist in Arbeit. An Pessach werden keine Gottesdienste in der Gemeindesynagoge in der Löwenstrasse stattfinden. Für den Sijum am 8. April 2020 wird eine Live-Übertragung in Planung. Das gesamte Mizpe-Programm wie auch Schiurim und Workshops zu Pessach werden online verfügbar sein (ICZ).
In der Israelitischen Gemeinde Basel findet der Sederabend vom 8. April ebenfalls nicht statt. Die Gemeinde bietet deshalb die Möglichkeit, ein Pessach-Paket für 25 Franken zu bestellen. (Bestellung am Mittwoch, 25. März zwischen 9 und 12 Uhr unter Tel. 061 279 98 42 oder Tel. 061 279 98 52 oder bis dann an fuersorge2@igb.ch) Zudem bietet Herr Elli Benaiah im Auftrag der IGB Take-Away-Mahlzeiten an. (Bestellung bis zum 30. März, Tel. 079 320 24 419). Für den Schabbat vom 27. März und vom 3. April kann ein Schabbat-Paket bestellt werden. (Bestellung am Mittwoch, 25. März zwischen 9 und 12 Uhr unter Tel. 061 279 98 42 oder Tel. 061 279 98 52). Für Personen aus den Risikogruppen wird eine Einkaufshilfe angeboten (Kontakt: Frau Lea Karger, Tel. 079 322 49 41 oder lea@karger.cc).
Für die Angebote sucht die IGB Freiwillige. Wer Pessach-Pakete packen oder ausliefern möchte, meldet sich am Montag, 23. März oder Dienstag, 24. März zwischen 9 und 12 Uhr unter Tel. 061 279 98 42 oder Tel. 061 279 98 52. Helferinnen und Helfer für die Verteilung der Take-Away-Mahlzeiten und das Einkaufen melden sich bei Frau Lea Karger, Tel. 079 322 49 41 oder lea@karger.cc). Das Angebot der Schabbat-Pakete kann nur aufrechterhalten werden, wenn sich mindestens fünf Helferinnen und Helfer melden, die am 27. März und am 3. April zwischen 9 und 13 Uhr beim Verpacken und Ausliefern helfen. Sie melden sich am Montag, 23. März oder am Dienstag, 24. März zwischen 9 und 12 Uhr unter Tel. 061 279 98 42 oder Tel. 061 279 98 52.
Die Jüdische Gemeinde Bern hat die Gottesdienste ebenfalls bis auf Weiteres abgesagt. Die Schiurim von Gemeinderabbiner Michael Kohn werden auf dem online Konferenzprogramm «Zoom» ( JGB) übertragen. Die Daten der Schiurim sind:

17. März, 19:30 - 21:00 Uhr. Wie kann ich die Küche für Pessach kashern, ohne verrückt zu werden?

19. März, 19:30 - 21:00 Uhr. Wie bereite ich mich auf Pessach und Seder vor? Was bedeutet das alles? Und was ist überhaupt kitniyot?

24. März, 19:30 - 21:00 Uhr. Wie führe ich einen Sederabend zu Hause durch?

26. März, 19:30 - 21:00 Uhr. Was ist die Haggada und was ist darin?
 

19.00 Uhr
Netanyahu: Ein Kampf auf Leben und Tod
Der Premierminister verlangt von seinem Volk Disziplin und Verantwortung: Langsam wird es zur Routine, doch ist es viel mehr als nur das: Es ist die stufenweise, während Tagen und Wochen mit Vorbedacht begangene Hinführung des Volkes auf den Zustand, in dem es sich jetzt befindet: In der nahezu totalen Abriegelung, die als einzige Methode die Chance eröffnet, nach Besiegung des Coronavirus wieder zu einer Normalität zurückzufinden. Zwar wird sie sich allem Anschein nach unterscheiden von dem, was bis noch vor kurzem als normal für die israelischen Gesellschaft gegolten hat, doch diese Normalität dürfte an der Stufe zur Neuorientierung wahrscheinlichsowieso nur noch ein Stück Geschichte sein. Im Übrigen wird die Gesellschaft in Zion wahrscheinlich die Chance bekommen, von Neuem wiederanzufangen und das auf andere Weise neu aufzubauen, was durch ein schreckliches Schicksal fast gänzlich verlorengegangen ist. Und auf diesen Neuanfang machten Netanyahu und seine Leute am Dienstagabend das Volk und damit die Welt eindringlich aufmerksam. «Wir sind in einer Situation von Leben oder Tod», betonte der israelische Regierungschef, der gleichzeitig aber betonte, er sei glücklich, sagen zu können, dass bis jetzt noch kein einziger Israeli an dem Virus gestorben sei. Er war aber ehrlich genug, einzugestehen, dass er  nicht garantieren könne, dass dies für die ganze Dauer der Katastrophe auch so bleiben würde. Die Situation sei nicht zu vergleichen mit einem Spiel, oder mit Ferien sondern eben mit einer Wahl zwischen Leben und Tod. Das scheinen die Israeli abe nur in kleinen Schritten erfassen zu wollen oder können, weshalb die politische und gesundheitliche Führung des Landes mit der kaum fassbaren Wahrheit nur stückweise herausrücken konnte: Um die nötige physische Nähe zwischen dem Einen und dem Anderen zu überwinden und die Trennung zu erzielen, ohne welche der Coronavirus sich nicht besiegen lässt, werden die Israeli ihre Wohnungen nicht verlassen dürfen, ausser es erweise sich als absolut unumgänglich. Und diese Situation wird sich wahrscheinlich über mehrere Monate hinweg erstrecken. Als Netanyahu seine Rede am Dienstag hielt, stand die Zahl der offiziell als Kranke festgestellte Personen auf 324, doch Netanyahu und sein Team waren keine Überbringer einer frohen Botschaft: Es würde noch zu einer dramatischen Zunahme der Zahl derentdeckten kranken Personen, der durchgeführten Untersuchungen und der verfügbaren Menge an Krankenhausausrüstung kommen müssen. «Wir haben  heute begonnen, die digitale Technologie zu benutzen, die jene Menschen entdeckt, die in Kontakt gekommen sind mit Coronavirus-Patienten», sagte der Regierungschef. «Wir werden diesen Menschen in die Isolation schicken. Es wird sich um hohe Zahlen handeln. Isolation ist keine Empfehlung, sie ist unabdingbar, da wir sie kompromislos durchsetzen werden». – Der Premier verpflichtete sich auch, die Zahl der Menschen «dramatisch» zu erhöhen, die auf den Coronavirus untersucht worden seien, und zwar bis zur höchsten pro-Kopf-Zahl in der Welt. Er erwarte, sagte Netanyahu, dass pro Tag zwischen 3000 und 5000 Personen untersucht würden, womit Israel sich mit Süd-Korea vergleichen lasse. Dieses Land führt täglich bis zu 15000 Tests durch, wobei seine Bevölkerung etwa fünf Mal grösser als die israelische ist. «Ich fordere Disziplin und Verantwortung», sagte Netanyahu zu seinem Volk. Alle geschilderten Schritte werden zu nichts führen, wenn von Eurer Seite weder Disziplin noch Verantwortung zu spüren sind. Traurig muss ich eingestehen, dass Viele von Euch das Ausmass der Gefahr noch immer nicht erfasst haben, mit der wir konfrontiert sind. Das ist kein Kinderspiel, sondern es geht um Leben oder Tod». Und zum Schluss wiederholte der Premier seinen Slogan nochmals: «Liebe heisst, die Distanz zu bewahren». Der Staat stellt seinen Landsleuten die nötige medizinische Versorgung und auch die Versorgung mit mehr als nur den nötigen Lebensmitteln bereit. Auch die finanzielle Überbrückung für die Hunderttausende ist gegeben, die ihren Arbeitsplatz vorerst verlieren werden. Das Volk muss seinen Teil dazu beitragen, um sicherzustellen, dass die Rechnung aufgeht: Es muss sich in das Schicksal fügen und die unabdingbareAbriegelung zwischen dem Einzelnen und seinem bisherigen Lebensraum akzeptieren. Nur so wird das Individuum mit seinen, die nächste und übenächste Generation darstellenden Kindern dereinst wieder in einen neuen Lebensraum hineinwachsen können. Eine schier unmöglich erscheinendeAufgabe, aber sie ist machbar. Mit Disziplin, Verantwortung und ein unerschütterliches Vertrauen an eine ausserirdische Macht. LU

17.00 Uhr
Wenig Vertrauen für Trump
Aktuelle Umfragen stellen dem US-Präsidenten ein schlechtes Zeugnis bei der Bekämpfung von Covid-19 aus. Dabei bleibt die tiefe Spaltung Amerikas in Anhänger und Gegner von Donald Trump bestehen. Eine Erhebung zeigt, dass 84 Prozent der Republikaner Trump zutrauen, dass er sie vor einer massiven Epidemie schützt. Bei den Demokraten liegt der Wert lediglich bei 9 Prozent. Besorgnis im Weissen Haus dürfte die Zahl bei unabhängigen Wählern auslösen: Nur 28 Prozent dieser Gruppe vertraut Trump (Link). Laut einer Umfrage des Marist-Instituts vertrauen nur 37 Prozent der Amerikaner den Aussagen Trumps zu Covid-19 und 46 Prozent sind überzeugt, dass seine Regierung ausreichende Anstrengungen gegen den Virus unternimmt (Link). Die Zahlen sprechen für eine realistische Einschätzung der Situation in Amerika. Dies zeigt Vergleich zwischen der Reaktion der Regierungen in Südkorea und den USA. In beiden Staaten traten die ersten Fälle m den 20. Januar auf. Doch Südkorea begann umgehend mit Gegenmassnahmen und fuhr binnen Tagen Tests auf den Virus hoch. In den USA begannen Tests erst Anfang März und hinken immer noch weit hinter den Anstrengungen in Südkorea her. Dort klingt die Epidemie mit nur 74 neuen Fällen täglich ab (Link). In den USA erwarten Experten nun eine Explosion von Erkrankungen. Eine entsprechende Studie aus England hat Trump laut der «New York Times» am Wochenende endlich dazu bewegt, die Beschönigung der Virus-Gefahr aufzugeben. Ohne harte Gegenmassnahmen hätten die USA laut der britischen Studie mit zwei Millionen Todesopfern und einem Kollaps des Gesundheitssystems zu rechnen (Link). Tump ist dennoch nicht bereit, volle Verantwortung für die Epidemie-Bekämpfung zu übernehmen und spricht nun von einem «Chinese Virus» (Link). AM

 

14.00 Uhr
Zivile Bewegungsfreiheit nachhaltig eingeschränkt
Während der extrem ansteckende Coronavirus sich zusehends rund um die Welt ausbreitet, geben Israel und die Palästinensische Behörde (PA) alle Mühe, einen lokalen Ausbruch zu kontrollieren, der sozusagen den Luftverkehr von und nach Israel zum Erliegen gebracht, zu Schlulschliessungen geführt und zehntausende von Menschen in die Quarantäne gezwungen hat, schreibt «Haaretz» am Dienstag Nachmittag. Neue Restriktionen, die das israelische Gesundheitsministerium am Dienstag publiziert hat, weisen Israeli an, ihre Heime nur dann zu verlassen, wenn die Situation sie dazu dringendst veranlasst, wie der Einkauf von Frischgemüse oder Medikamente sowie das Aufsuchen des Arztes. Die Einschränkungen verbieten das Verlassen des Hauses für irgendwelche Freizeitbeschäftigung. Der «Magen David Adom», das israelische Pendant zum Roten Kreuz, sagte, dass die Vorbereitung für eine Ausweitung der Coronavirus-Untersuchung landesweit im Gange sei, einschliesslich Rund-um-die-Uhr-Durchfahrtseinrichtungen, die die ganze Woche über in Betrieb sein und von Mittwoch an tausende von Untersuchungsmuster bearbeiten würden. Die erste derartige Einrichtung wird ab Mittwoch in Tel Aviv funktionieren. In den folgenden fünf Tagen werden weitere solche Stationen in Jerusalem, Haifa, Petach Tikva, Rischon Lezion und Beerschewa hinzukommen. Die Stationen werden in grossen Zonen im Freien errichtet werden, wie auf Parkplätzen von Stadien. Das Personal setzt sich zusammen aus Paramedikern, Polizei und Sicherheitsleuten. – Die organisierte Betätigung in Freizeiteinrichtungen ist ebenso verboten wie der Aufenthalt an Meeresstränden oder in Parkanlagen, und die Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel soll vermieden werden. Die Zahl der offiziell bestätigten Corona-Krankheitsfälle ist am Dienstag Nachmittag auf 324 gestiegen, und Israel ist einen Schritt weite zur vollständigen Stillegung. JU

11.00 Uhr
SIG-Delegiertentag abgesagt
Wie der Schweizerische Israelitische Gemeindebund (SIG) mitteilt,  wird die 116. Delegiertenversammlung vom 20. Mai in Genf abgesagt und soll am Sonntag, 25. Oktober in Bern durchgeführt werden. Damit werden auch die anstehenden Wahlen fürs Präsidium und in die Geschäftsleitung im Oktober stattfinden. Bis dann amtieren Präsident und Geschäftsleitung weiter. Als neue Präsidenten kandidieren der Berner Ralph Friedländer und der Basler Ralph Lewin. TA

09.30 Uhr
Aufruf an die Doppelbürger 
Die Auslandschweizer Organisation (ASO) in Israel belangt mit einem Aufruf an die Mitglieder und darüber hinaus:

«Nachdem Israel teilweise stillgelegt ist und noch weitere einschneidende Massnahmen zu erwarten sind, bitten wir unsere Mitglieder und Schweizer überhaupt in wirklichen Notfällen, sich an folgende Stellen zu wenden: Schweizer Vertretung in Tel Aviv aufgrund der Webseite die immer zu Einsichtnahme vorhanden ist, inkl. Notfallnummern. Sowie an die Auslandschweizer Organisation ASO , Not-Telefonnummer: in Israel : 054 741 14 15 ( Erich Bloch ) Im übrigen bietet Chabad per SMS Hilfe an. Weitere Instruktionen erfolgen ab Montag auf der Webseite der Swiss Community.»

 

9.30 Uhr
Die 300er-Grenze überschritten
Am Dienstag hat laut Angaben des israelischen Gesundheitsministeriums die Zahl der mit Coronavirus diagnostizierten Menschen mit 304 erstmals die 300er-Grenze überschritten hat. Vier dieser Patienten befinden sich einem schweren, und elf in einem mittelschweren Zustand. Die restlichen sind leicht von dem Virus befallen. Fünf Menschen konnten das Krankenhaus inzwischen wieder verlassen. Unter den Kranken befindet sich auch eine 19jährige IDF-Soldatin aus dem Norden des Landes, und drei Leute, die im Zentrallabor des Gesundheitsministeriums für die Entdeckung von Coronavirus am medizinischen Zentrum Sheba in Tel Hashomer arbeiten. JU

 

07.00 Uhr
Videobook zu Carl Lutz
Der Geburtstag des Lebensretters Carl Lutz (1895-1975) jährt sich zum 125. Mal. Obwohl die geplante Jubiläumsveranstaltung mit der Filmvorführung von «Carl Lutz – Der vergessene Held» (2014) im Kino Kosmos ausfällt, wird das Videobook ab Ende März 2020  im Internet auf carllutz.videobooks.com abrufbar sein. Denn das Zürcher Studio Docmine produzierte es aufgrund der Filmdokumentation von Daniel von Aarburg und hat die bestehende Tablet-Version, die mit dem ersten deutschen eBook Award ausgezeichnet wurde, neu für das Internet überarbeitet. Carl Lutz leitete von 1942 bis 1945 als Vizekonsul die Schutzmacht-Abteilung der Schweizer Gesandtschaft in Budapest. Damals, als die Nazis Unzählige als Juden kategorisierten und diese mit dieser Begründung als vernichtenswert einstuften, gelang es Lutz, 62000 von ihnen Schutzbriefe auszustellen. So konnten die Gefährdeten ins sichere Ausland reisen. Seitens der offiziellen Schweiz konnte Carl Lutz kein ausserordentliches Lob für seinen sensationellen Mut erleben. Nach dem Krieg musste sich der Diplomat gar dem Vorwurf der Kompetenzüberschreitung stellen, worauf der ganzen Gesandtschaft in Budapest tadelloses Verhalten bescheinigt wurde. Laut dem historischen Lexikon der Schweiz war  Lutz 1964 der erste Schweizer, den die Holocaust-Stiftung Yad Vashem als «Gerechter unter den Völkern» ehrte. Zahlreiche weitere Ehrungen erfolgten später, ab den 1990er Jahren. VB

 

 

03.00 Uhr
Richter blockiert Wahl-Absage
Montagmittag Ortszeit hatte Gouverneur Mike DeWine hat die für morgen Dienstag angesetzten Vorwahlen der Demokraten für die US-Präsidentschaft in Ohio abgesagt (siehe unten). Doch am späten Nachmittag entschied ein Richter in der Staats-Hauptstadt Columbus, dass die Abstimmung doch stattzufinden hat. Dazu war bereits seit Wochen eine vorzeitige Stimmabgabe möglich. In Florida hat der dortige Gouverneur erklärt, die ebenfalls für heute Dienstag angesetzten Wahlen könnten stattfinden. Daneben können Wähler in Arizona und Illinois zwischen Joe Biden und Bernie Sanders entscheiden. Biden gilt in sämtlichen vier Gliedstaaten als haushoher Favorit. Gewinnt er tatsächlich wäre es allein schon wegen Covid-19 folgerichtig, wenn Sanders das Handtuch werfen würde. Ein regulärer Wahlkampf mit Bürgerversammlungen und Hausbesuchen kann seit letzter Woche nicht mehr geführt werden (Link). Dies trifft den amtierenden Präsidenten besonders schwer: Auftritte von zehntausenden Anhängern sind der Eckpfeiler der politischen Strategie von Donald Trump. In Sachen Politik ist zudem bemerkenswert, dass demokratisch geführte Gliedstaaten wie New York seit Wochen energischer gegen Covid-19 vorgehen, als anhin das Weisse Haus. Trump hat den Ernst der Lage anscheinend endlich erkannt und Montagnachmittag beispielsweise Ansammlungen von mehr als zehn Menschen als gefährlich bezeichnet. Aber Gliedstaaten unter republikanischer Führung wie Idaho, Mississippi, Missouri, Nebraska, Oklahoma, Texas und Wyoming haben anhin nichts oder nur wenig gegen die Epidemie unternommen. Die Zahl der Fälle in den USA ist derweil von 3200 Sonntagfrüh auf rund 4700 angestiegen. Anhin sind 79 Todesopfer zu beklagen. AM

01.00 Uhr
«Sei kein Virus-Verbreiter!»
Twitter reagiert auf Covid-19. Ein populärer Hashtag dazu ist #DontBeASpreader». Unter der Parole «Sei kein Virus-Verbreiter» ist auch ein anrührender Clip von Max Brooks zu finden. Der Schriftsteller ist Sohn des legendären Komikers, Regisseurs und Drehbuchautors Mel Brooks. Das 60-Sekunden-Video zeigt Max Brooks vor einem grossen Glasfenster, hinter dem dann der Senior auftaucht. Brooks Junior rät eindringlich, grösstmögliche Distanz zu den besonders gefährdeten Altersgruppen zu halten und auch Hygiene zu achten (Link). AM

 

MONTAG,  16. MÄRZ 2020

21.30 Uhr

Israel fast stillgelegt
In einer an die Bevölkerung  live übemittelte Erklärung legte Premierminister Netanyahu am Montagabend die Einzelheiten der weiteren Verordnungen im Kampf gegen den Coronavirus klar, die in Endeffekt aus weiteren kleinen Schritten bestehen, die den Staat der vollständigen Stillegung näherbringen. Zwar handle es such, wie Netanyahu ausführte, nicht um eine nationale Stillegung, auch wenn lokalisierte Stillegungen durch aus möglich sein können, und zwar für den Fall, dass ein lokaler Ausbruch des Coronavirus stattfindet. Netanyahu verlieh seiner Hoffnung Ausdruck, dass sich auch in Zukunft eine nationale Stillegung vermeiden lasse. Zu den neuen Restriktionen zwecks Vermeidung eines Ausbruchs des Coronavirus. So würden sowohl dem privaten als auch dem öffentlichen Sektor weitere schwerwiegende Einschränkungen auferlegt, sagte der Premie am gleichen Abend, an dem auch die Zahl der diagnostizierten Erkrankten mit 298bekanntgegeben wurde. Im Lande sollen sich derzeit 3-4000 nicht diagnostiziete Erkrankte befinden. Der öffentliche Sektor werde gemäss einer Notstandsverordnung operieren, wobei alle Angestellten des Staates und der Lokalbehörden auf der Basis eines bezahlten Urlaubs bis nach dem Pessachfest Mitte April funktionieren werden. Firmen des Privatsektors mit mehr als zehn Angestellten werden gezwungen sein, den am Arbeitsplatz erscheinenden Personalbestand um 70 Prozent zu reduzieren. Ferner werde die Regierung den Einsatz einer Reihe von «digitalen Instrumenten» genehmigen, um zunächst für eine Periode von 30 Tagen die Ausdehnung des Virus verfolgen zu können, in der Art wie Geheimdienste diese die Persönlichkeitsgesetze mitunter verletzenden Instrumente bereits benutzen. Die Regierung debattiert derzeit die Beschränkung des Volkes auf seine Wohnungen, die nur in konkreten Fällen verletzt werden dürfen, wie etwa zum Einkauf von Lebensmitteln. Schliesslich zeigten die TV-Stationen auch Bilder von grossen Hotels im Lande, die in Ermangelung von Feriengästen für die Aufnahme von leichten Fällen von Coronavirus vorbereitet werden. Die lebensnotwendigen Betriebe wie Supermarkets, Apotheken oder Banken werden von den neuen Massnahmen nicht betroffen, ebensowenig wie der öffentliche Verkehr, der aber ausgedünnt werden soll. Für den öffentlichen Sektor gelten die Notstandsmassnahmen ab Mittwoch. JU

20.50 Uhr
Vorwahlen abgesagt
Der Gouverneur von Ohio Mike DeWine hat die für morgen Dienstag angesetzten Vorwahlen der Demokraten für die US-Präsidentschaft abgesagt. Stattdessen sollen bis zum 2. Juni Briefwahlen stattfinden. Damit drohen den Demokraten auf Monate hin Chaos und Komplikationen. Stand heute hätte Joe Biden bei den für Dienstag geplanten Stimmgängen in Arizona, Florida, Illinois und Ohio klare Siege über Bernie Sanders erzielt und diesen damit zu einer Aufgabe seiner Bewerbung gezwungen. AM

20.45 Uhr
Trump an Gouverneure: Helft euch selbst!
An einer Telefonkonferenz von Präsident Donald Trump und Gouverneuren am Dienstagmorgen kam es laut der «New York Times» zu heftigen Kontroversen. Trump habe den Gouverneuren erklärt, sie sollten bei der Beschaffung von Atemgeräten und anderem, medizinischen Bedarf selbst aktiv werden und nicht auf die Bundesregierung warten. Demokratische Gouverneure wie Jay Inslee in Washington und Michelle Lujan Grisham in New Mexico warfen Trump Tatenlosigkeit und überlanges Zuwarten angesichts der Virus-Epidemie vor. Der Präsident reagierte zunächst jedoch nur mit einem auf den New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo gerichteten Tweet: Dieser solle «mehr tun». Dieser reagierte umgehend und rief Trump via Tweet zu: «Nein – DU musst etwas tun! Schliesslich bist du ja angeblich der Präsident.» Trump hat seinen Tweet daraufhin zunächst gelöscht, dann aber erneuert. Trumps Agieren dürfte mit zu dem Kollaps an der Wall Street um momentan 2700 Punkte oder fast 12 Prozent beitragen. AM

19.30 Uhr
Jüdische Gemeinden wappnen sich
Der Krisenstab der Israelits hat sich in Absprache mit dem Rabbinat und der Synagogenkommission entschieden, ab morgen Dienstag alle Gottesdienste sowohl an Wochentagen wie auch am Schabbat bis auf Weiteres auszusetzen. Veranstaltungen, Kurse und Schiurim im ICZ Gemeindezentrum werden abgesagt, bzw. wenn möglich via Internet durchgeführt. Der Vorstand der Jüdisch Liberalen Gemeinde (JLG) hat am 16. März entschieden, alle JLG-Veranstaltungen bis mindestens Ende April nicht durchzuführen. Diese Entscheidung betritt auch die bereits publizierten Anlässe wie den Gemeinde-Seder vom 8. April. Der Religionsunterricht findet bis auf Weiteres nicht statt. Die Gottesdienste finden vorläufig weiterhin statt, zu beachten sind die gültigen Vorsichtsmassnahmen. Der Vorstand rät Personen, die einer Gruppe mit erhöhtem Risiko angehören, vom Besuch des Gemeindezentrums ab. Das Sekretariat der JLG bleibt geöffnet. Weitere Gemeinden arbeiten an Informationen. 

19.10 Uhr 
Abgesagte Veranstaltungen
Wegen der temporären Schliessung des Jüdischen Museums der Schweiz entfällt die Eröffnung der Installation «CHA - חי. Oder wenn Grabsteine vom Leben erzählen»  von Fabio Luks, die für kommenden Mittwoch geplant war. Erhältlich ist aber die Broschüre zur Installation mit Beiträgen von Nadia Guth Biasini, Fabio Luks und Caspar Battegay.

19.00 Uhr
ICZ–Buchlieferservice
Die Bibliothek der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich bleibt regulär offen (Änderungen vorbehalten) und ermöglicht auch Leserinnen und Lesern, die den besonders zu schützenden Gruppen angehören und die Bibliothek deshalb nicht besuchen können, weiterhin das Lesevergnügen. Sie bietet einen unentgeltlichen Buchlieferdienst bzw. -versand an. Die Bestellungen können per Email oder telefonisch aufgegeben werden. Benötigte Angaben sind der Name, Adresse, Telefonnummer und den / die gewünschten Buchtitel. Die Lieferung innerhalb Zürichs erfolgt zweimal wöchentlich und ist bis auf weiteres gratis. Spenden sind willkommen.Jedes Buch wird vom Bibliotheksteam vor dem Versand und nach der Rückgabe desinfiziert. Die Rückgabe erfolgt bei der nächsten Lieferung oder per Post. Verlängerungen sind über die NEBIS-Verbundwebseite (www.nebis.ch) oder telefonisch bzw. per Email über die ICZ-Bibliothek. Das Bibliotheksteam bittet generell Personen mit Erkältungssymptomen nicht in die Bibliothek zu kommen. Für den Buchlieferdienst innerhalb von Zürich sucht die Bibliothek noch weitere Freiwillige. Die Bibliothek sucht noch weitere Freiwillige für den Buchlieferdienst innerhalb von Zürich. SD 
 

Kontakt: Email: bibliothek@icz.org Tel. 044 283 22 50

 

 

18.35 Uhr 
Wird das ganze Land stillgelegt?
Am Montagabend mehrten sich die Anzeichen dafür, dass im Zuge der Bekämpfung der Folgen des Coronavirus praktisch ganz Israel stillgelegt werden soll. Nur 30 Prozent der Arbeitskraft sollen demnach in lebenswichtigen Betrieben tätig sein, während die restliche Bevölkerung ungeachtet des jeweiligen Alters angewiesen sein würde, physisch zu Hause zu bleiben und die eigenen vier Wände nur für dringende Bedürfnisse wie den Einkauf von Lebensmitteln zu verlassen. Die Regierung zieht in Betracht, entsprechende Anweisungen auszugeben. Damit würde die harte Linie gegen die in diesem Fall flexiblere der Politiker siegen. Das bestätigte Prof. Itamar Grotto, stellvertretender Generaldirektor des israelischen Gesundheitsministeriums, in einem Interview mit der hebräischsprachigen Presse. Am Armeeradion wiederum tönte Gesundheitsminister Yaacov Litzman die Möglichkeit an,  dass die Behörden eine Stadt mit vielen Fällen global in Quarantäne versetzen würden. – Inzwischen wurde die heute Mittag mit anfänglich 344 bezifferte Zahl der Erkrankten auf 255 korrigiert. Von diesen sind 21 medizinisches Personal. Hinzu kommen rund 50000 Leute in Quarantäne, eingeschlossen rund 2600 medizinisches Personal. JU​​

17.00 Uhr
Gouverneure handeln auf eigene Faust
Am späten Vormittag Ortszeit haben die Gouverneure der Nachbarstaaten New Jersey, New York und Connecticut gemeinsam neue, härtere Massnahmen zur Eindämmung von Covid-19 verkündet. Ab 20 Uhr sollen Bars, Restaurants, Kinos, Spielcasinos und Fitness-Studios bis auf weiteres geschlossen werden. Restaurants können jedoch weiter «Take-Out» anbieten. Zudem sind Gruppen von mehr als 50 Menschen untersagt. Die Gouverneure unternehmen diese Schritte explizit auf eigene Faust, da sie nicht länger auf entsprechende Vorgaben aus Washington warten wollen. Der New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo hat seine Aufforderung an den US-Präsidenten wiederholt, umgehend vom Militär Not-Spitäler einzurichten. Dies hat China bekanntlich binnen Tagen getan und damit gute Erfolge bei der Einhegung der Epidemie erzielt. Cuomo hat zudem sämtliche Naturparks gratis zugänglich gemacht, die Hälfte der an Behörden präsenten Belegschaften um die Hälfte reduziert und die Versorgung von Polizei-, Rettungs- und medizinischem Personal mit Gesichtsmasken zugesichert. Zudem sollen Schulen für die Versorgung von bedürftigen Kindern mit Mahlzeiten und Aufsichtspersonal offen bleiben. In New York ist die Zahl der Fälle nun auf 950 gegenüber 729 am Sonntag angestiegen, davon 463 in New York City. Dort lag die Zahl gestern Nachmittag noch bei 329. 220 der Fälle wurden im Vororts-Landkreis Westchester County festgestellt, wo Anfang März der erste «Cluster» von Infektionen festgestellt worden war. Donald Trump reagierte auf die rasante Zunahme von Fällen auf knapp 4000 und den simultanen Absturz der Börsen mit dem Tweet «God bless America» und anschliessend der Botschaft «Jedermann ist so gut vereint und arbeitet zusammen. Das ist eine schöne Sache. Sie lieben unser grossartiges Land. Wir werden am Ende stärker sein, als je zuvor».AM

16.30 Uhr
Ministerium gibt fehlerhaftes Berichtssystem zu
Das israelische Gesundheitsministerium hat die heute Montag Nachmittag veröffentlichte Zahl von 344 Corona-Erkrankten nach einigen Stunden wieder zurückgezogen. Es habe eine «fehlerhafte Funktion im Berichtssystem» gegeben, wurde erklärt. Das Ministerium versprach, bald eine aktualisierte Zahl zu liefern. – Abgesehen von diesem bedauerlichen Lapsus scheint Premier Netanyahu der vom Gesundheitsministerium geforderten «praktisch gänzlichen Stillegung der Wirtschaft» schon in den kommenden Tagen nicht zuzustimmen. Professor Avi Simhon, Vorsitzender des National-ökonomischen Rats erklärte, dass andere Restriktionen in die Tat umgesetzt werden dürften. Die fast völlige Stillegung der Wirtschaft würde die Wirtschaft aber mindestens 50 Milliarden Schekel kosten, was offenbar keiner der Entscheidungsträger verantworten kann oder will. JU

11.30 Uhr
Zahl der Kranken hat 255 erreicht
Mit der Diagnostizierung auf Coronavorus eines medizinischen Mitarbeiters der urologischen Abteilung am Tel Aviver Ichilov Krankenhaus erreichte nach Angaben dews Gesundheitsministeriums die Gesamtzahl der Infizierten in Israel am Montag Mittag 255. Dabei handelt es sich um das zweite medizinische Mitglied dieses Krankenhauses, das vom Virus befallen worden ist.  Nach Angaben des Krankenhauses musste sich alle Mitarbeiter, die in Konrakt mit dem Erkrankten gewesen sind, in Quarantäne begeben. Am Sinntagabend hatte das Gesundheitsministerium landesweit 18 Mitglieder von medizinischen Teams positiv auf den Virus reagiert. Und fast 2600 medizinische Mitarbeiter befanden sich bereits in Isolation, einschliesslich 826 Ärzte und 823 Krankenschwestern. JU

07.15 Uhr
Israels Krankheitsziffern steigen weiter
Bis Sonntagabend sind in Israel laut «Jerusalem Post» 248 Fälle von Coronavirus-Erkrankten diagnostiziert worden. Über 45000 Landsleute sitzen derzeit in Isolation, während die Polizei Jagd macht auf Brecher der Quarantäne. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums befindet die Mehrheit der Diagnostizierten in guter Verfassung, zwölf sind mittelschwer erkrankt, während die Kondition von zwei Patienten als schwer definiert wird. Vier Personen konnten inzwischen das Krankenhaus als geheilt verlassen. Zu den Israeli, die sich auf Coronavirus haben untersuchen lassen, gehören auch Premier Netanyahu und die Leute, die mit ihm in engerem Kontakt gewesen sind. Alle Test sind negativ verlaufen. Die restrikiven Massnahmen der Regierug machen sich mehr und mehr im täglichen Leben bemerkbar. Während an normalen Tage bis zu 60000 Personen den Zug Tel Aivi-Jerusalem benutzen, waren es am Sonntag weniger als 5000. Die Ansammlung von Menschen darf die Zahl zehn nicht übersteigen, und in Ostjerusalem hat das nicht zuletzt bei Korrespondenten und Diplomaten beliebte Hotel «American Colony» seine Tore vorübergehend geschlossen. In Tiberias wurde am Wochenende eine Gruppe von Angehörigen der Bnei Menashe – Juden, die aus entlegenen Gegenden Indiens nach Israel eingewandert sind – von Extremisten tätlich angegriffen und mit Worten wie «Chinesen, Corona» beschimpft. Die Polizei musste eingreifen. JU
 

06.30 Uhr
Auch Ägypten zieht die Schraube an
Die Regierung in Kairo gab ihre Absicht bekannt, in einem Versuch, die Ausbreitung des Coronavirus in der Nilrepublik zu verhindern, die Schulen und Universiäten des Landes für zwei Wochen zu schliessen. Die Zahl der mit der Krankheit infizierte Ägypter hat am Wochenende 110 erreicht, einschliesslich einem Todesfall. Zu den bisher von Kairo verfügten Massnahmen gehört die Annullierung grosser öffentlicher Versammlungen, die Einschränkung der für Massengebete reservierter Zeit und die Verschiebung aller Spiele der nationalen Fusballiga für zwei Wochen. JU

00.30 Uhr
Yesh! bricht ab
Das jüdische Filmfestival Yesh! hat am Sonntag das Festival beendet und lässt ab heute Montag alle Vorstellungen ausfallen. Weitere Informationen finden sich hier. Das Filmfestival hatte sich in den letzten Jahren zu einem regelrechten Publikumserfolg entwickelt. Nun verweisen die Veranstalter auf die nächstjährige Ausgabe im März 2021.

00.15 Uhr
Gemischte Botschaften der US-Regierung
An einer Pressekonferenz zu Covid-19 sandten Präsident Donald Trump und sein Team zur Bekämpfung des Virus gemischte Signale aus. Trump verbreitete Optimismus. Er nahm die überraschende Senkung der Leitzinsen durch die Notenbank gegen 17 Uhr Ortszeit mit Freude auf und erklärte der Nation, die Epidemie sei nur ein vorübergehendes Phänomen. Die Märkte reagierten auf den Schritt zunächst mit starken Kursverlusten der «Futures». Trump wiederholte zudem seine Erfindung, wonach Google bereits eine Website zur Vor-Diagnose eingerichtet habe, mittels der Bürger dann zu einem ambulanten Test-Zentrum geleitet würden. Experten seines Teams erklärten anschliessend, die Website sei noch in Vorbereitung. Zudem wurde klar, dass Tests immer noch nicht ernsthaft begonnen haben. Dazu sagte Vizepräsident Mike Pence, Produktion und Auswertung von Tests werde derzeit hochgefahren und sei ab dieser Woche massenhaft möglich. Dennoch könnten zunächst nur medizinisches und Rettungspersonal getestet werden, sowie in zweiter Linie Menschen aus Hochrisiko-Gruppen, also Senioren und gesundheitlich angeschlagene Bürger. Zudem sei die überwältigende Mehrheit der Amerikaner nicht in Gefahr. Anscheinend bereitet die Regierung jedoch Leitlinien für eine landesweite Stilllegung des öffentlichen Lebens bis hin zu der Schliessung der Gastronomie und öffentlichen Schulen vor. Dies geschieht bereits in einer rasant zunehmenden Zahl von Regionen. Der Epidemie-Experte Dr. Anthony Fauci sagte indes, «das Schlimmste steht uns noch bevor» (Link). Laut «The Atlantic» konnten von den 330 Millionen Amerikanern bis Freitag nur 16.471 getestet werden. Die Zahl der Infizierten hat sich seit Donnerstag auf über 3200 am Sonntagmorgen versechsfacht. 

 

00.10 Uhr
Gouverneur Cuomo fordert Militär-Hilfe
Der Gouverneur von New York hat an einer Pressekonferenz am frühen Nachmittag die Erwartung ausgesprochen, dass der Virus die Kapazitäten von Krankenhäusern im Gliedstaat in den kommenden Tagen überwältigen wird. New York State verfüge über etwa 3000 Betten auf Intensiv-Stationen und diese würden aller Wahrscheinlichkeit nach rasch mit Covid-19-Patienten ausgelastet werden. Die nun notwendige, massive Ausweitung von Spital-Kapazitäten überfordere aber selbst die Fähigkeiten eines grossen Gliedstaates wie New York und seines Amtes. Dabei sei er selbst ein «aggressiver Gouverneur» bei der Bekämpfung des Virus. Allein das Militär und vor allem dessen Ingenieur-Korps, das «Army Corps of Engineers» sei fähig, an staatlichen Gebäuden wie Universitäten oder Militärbasen rasch neue Krankenstationen einzurichten. Dies würde zudem Milliarden kosten, über die einzelne Gliedstaaten nicht verfügten. Cuomo forderte landesweite Richtlinien für die allfällige Schliessung von Lokalen, Geschäften und sonstigen Teilen der Wirtschaft. Privatunternehmen sollten so weit als möglich schliessen, um Infektions-Risiken einzuschränken. Aber dies müsse landesweit gelten, um beispielsweise Bewegungen von Pendlern- und Konsumenten zwischen Nachbarstaaten wie New York und New Jersey zu verhindern. Ein Grossteil von Behörden im bevölkerungsreichen Süden von New York sind ab morgen Montag geschlossen. New York liegt mit nun 729 Fällen und drei Todesopfern landesweit an der Spitze. Von den New Yorker Patienten befinden sich 137 in Spitälern, davon 65 auf Intensiv-Stationen. Rein rechnerisch würden die Spital-Kapazitäten in New York State bei solchen Anteilen für maximal 35.000 Fälle ausreichen (Link). AM 

 

SONNTAG, 15. MÄRZ 2020

18.00 Uhr
Hat Gantz das Rennen gemacht?
Der Knessetabgeordnete Avigdor Lieberman, Vorsitzende der Partei «Israel Beiteinu» informierte Staatspräsident Reuven Rivlin dahingehend, dass die sieben Abgeordneten seiner Partei Blauweiss-Chef Benny Gantz mit der Übernahme des Mandats für die Bildung einer Regierung empfehlen werde. In anderen Worten besitzt Gantz nun die Unterstützung von 61 der 120 Knessetabgeordneten, die sich dafpr aussprechen, dass der Blauweiss-Chef als Erster die Gelegenheit geboten werden soll, eine israelische Regierung zu bilden. Es ist effektiv anzunehmen, dass Präsident Rivlin vielleicht schon am Montag dieses Mandat Gantz als Erstem erteilen wird. «Die Mathematik ist klar», sagte Rivlin am Sonntag nach seiner Unterredung mit Lieberman, obwohl er nicht verhehlte, dass für ihn vor dem Hintergrund der Coronakrise die Bildung einer Regierung der nationalen Einheit grosse Bedeutung hat. Bevor er seine Entscheidung treffen wird, kommt Rivlin heute Abend noch mit Netanyahu und Gantz zusammen. Fürs Erste sei darauf hingewiesen, dass Gantz selber keine klare Linie hat, sind einige der Mitglieder in seiner Blauweiss-Partei doch dagegen, dass er eine Minderheitsregierung bildet, welche von aussen von der Gemeinsamen Arabischen Partei mit 15 Mandaten unterstützt werden würde. Gantz verfügt gegenwärtig, wie gesagt, auf 61 Mandate, und ist daher nicht auf die arabischen Abgeordneten angewiesen. Die Mehrheit ist aber so knapp, dass in den nächsten Tagen wirklich alles noch geschehen kann, und das genaue Gegenteilk auch nicht ausgeschlossen ist. JU

17.55 Uhr
Chaos an Flughäfen
Die nach monatelangem Zuwarten von der Trump-Regierung verhängten Einreise-Sperren und Rückruf-Aktionen von US-Bürgern führen an grossen Flughäfen zu katastrophalen Zuständen. Von Samstag an kamen O´Hare in Chicago und andere Airports weitgehend zum Stillstand. Dorthin werden einfliegende Maschinen aus Europa und Grossbritannien umgelenkt. Da Einreisende auch auf Fieber oder sonstige Virus-Symptome untersucht werden, kommt es zu Wartezeiten von bis zu acht Stunden. Dabei stehen tausende Passagiere ohne Wasser oder Desinfektionsmittel dicht gedrängt in schlecht gelüfteten Hallen und Gängen. JB Pritzker, der Gouverneur von Illinois (der Gliedstaat von Chicago) hat die Lage an O´Hare als inakzeptabel bezeichnet und die Trump-Regierung zu umgehenden Abhilfen aufgefordert: Die Zoll-Abfertigung liege bekanntlich nicht in lokalen, sondern den Händen der Bundesregierung. Konservative Politiker senden derweil landesweit konträre Signale aus und bezeichnen den Besuch von Pubs und Lokalen geradezu als patriotische Pflicht und Zeichen persönlichen Mutes. AM

17.50 Uhr
Warnung in New York
Nach offiziellen Angaben hat die Zahl der Virusfälle im Gliedstaat New York Sonntagmittag Ortszeit 600 überschritten. Inzwischen hat die Epidemie zwei Todesopfer gefordert, beide in New York City. Bars und Lokale sind vielerorts noch offen und ziehen besonders viele Gäste an, die den irischen «St. Patrick´s Day» am 17. März mit einem traditionellen Gelage einzuläuten. In New York City denkt die Verwaltung nun an eine weitgehende Schliessung von Lokalen. Denn laut einer Meldung von «Foreign Policy» gehen Behörden intern bereits von einer flächendeckenden Verbreitung von Covid-19 im Grossraum New York aus. Dies sollen Offizielle an einer Telefon-Konferenz ausländischen Konsulaten und UN-Botschaften am Samstag mitgeteilt haben. Besonders alarmierend scheint, dass städtische Behörden weiterhin von längeren Wartezeiten bis zu der Bereitstellung einer ausreichenden Zahl von Tests ausgehen. Damit widerspricht die Stadtverwaltung den vollmundigen Versprechungen von Donald Trump, der seit Wochen von Millionen Test-Geräten fabuliert, die entweder bereits oder in nächster Bälde verfügbar seien. Das wahre Ausmass der Epidemie in New York und den USA insgesamt ist daher weiterhin völlig unklar. Die offizielle Zahl der Infektionen liegt inzwischen bei 3000, was einer Verdoppelung seit Donnerstag entspricht. AM 

 

17.45 Uhr
Mitteilung des Schweizer Konsuls in Israel
Mit Datum vom 15. März verschickte Thomas Wagner, der Schweizerische Konsul in Tel Aviv ein Schreiben die im Staat ansässigen Bürger. Von diesem Text lassen wir Ihnen einige Auszüge zukommen. Unter Berücksichtigung der am heutigen 15. März in Kraft getretenen Beschlüsse der israelische Regierung, informiert Thomas Wagner, der Schweizerische Konsul in Tel Aviv über die nachstehenden Folgebeschlüsse der Eidgenossenschaft:

«Die konsularischen Aktivitäten der Schweizer Botschaft in Tel Aviv bleiben bestehen, jedich in reduzierter Form. Die Notwendigkeit, das Reisenund den direkten engen Kontakt zwischen soweit wie möglich einzuschränken, führt dazu, dass wir den Betrieb unserer Schalter vorübergehend nur für dringende Fälle zur Verfügung stellen, die im Einzelfall und nach erster Kontaktnahme bewertet werden müssen, um das weitere Verfahren zu definieren. Wir werden Ihre spezifischen Anfragengerne so schnell wie möglich per E-Mail beantworten (telaviv@eda.admin.ch) . Auch istr die telefonische Erreichbarkeit wie bis anhin sichergestellt. (...) Ich bitte Sie die Updates der Website des israelischen Gesundheitsministeriums wie auch die der Seite des Bundesamtes für Gesundheit (BA) zu verfolgen. Wir zählen auf die Zusammenarbeit aller und stehen Ihnen natürlich weiterhin gerne zur Verfügung». JU

 

 

 

17.00 Uhr
Mindestens 213 Kranke
Bis Sonntagabend wurden in Israel total 213 leute positiv mit Coronavirus diagnostiziert. Nach Angaben von israelischen Experten wird es noch mindestens eine Woche dauern, bis gesagt werden kann, ob es Israel gelungen ist, die Ausbreitung des Virus zu bremsen. JU

15.30 Uhr
Tourismus-Industrie gerät zusehends unter die Räder
Die israelische Tourismus-Industrie, bis vor kurzem neben der Diamantenbranche, noch das Vorzeigebeispiel der israelischen Wirtschaft, bricht zusehends ein. So hat am Sonntag das Royal Beach Hotel, eines der grössten Hotels des Jüdischen Staates, dich gemacht. Die paar wenigen Touristen, die sich in der Mega-Herberge noch finden liessen, wurden in andere Häuser umgelegt. Sollte die sukzessive «Verabschiedung» der Branche aus dem Gesamtbild anhalten, dürfte die Hotels des Landes demnächst mit Verlusten von einer Milliarde Schekel zu kämpfen haben. Immer mehr Angestellte müssen einen unbezahlten Urlaub antreten. Am Sonntag liessen die jüngsten Statistiken durchblicken, dass mit einer Erholung des Landes vom Coronavirus noch lange nicht zu rechnen sein wird. 200 Israeli sind bis Sonntagmittag positiv auf den Virus diagnostiziert worden. 157 von ihnen befinden sich bereits in Krankenhauspflege, wo nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Sonntag sich nur zwei von ihnen in einem ernsten Zustand befinden. 178 sind in einer mittelschweren Kondition und vier, die am Sonntag entlassen werden konnten, gelten als geheilt. – Israels Zahlen sind zwar alles andere als erfreulich, doch Vergleiche mit anderen Staaten zeigen, dass Israel im Grossen Ganzen noch glimpflich davonkommt. So sind am Samstag allein in Iran weitere 113 Menschen an den Folgen des Virus gestorben. Die Gesamtzahl der Todesopfer liegt inzwischen klar über 700, nicht zu sprechen von den bisher fast 14000 Infizierte in der Islamischen Republik. JU

11.30 Uhr
Über 900 Schweizer Touristen in Israel gestrandet
Gemäss Auskünften von Israels Tourismusministerium sind per letzter Woche 960 Schweizer Touristen in Israel gestandet. Wie viel inzwischen ausreisen konnten ist unklar, da seit letztem Dienstag eine Quarantäne-Verordnung für nach Israel eingereiste Schweizer von zwei Wochen gilt. Diese wird zumindest in den grösseren Städten Israels konsequent umgesetzt, wie Recherchen von tachles mit Direktbetroffenen zeigen. Ganze Familien sitzen mit ihren Familien in Hotelzimmern oder Ferienwohnungen eingesperrt. Die grösste Herausforderung ist Beschaffung von Lebensmitteln über Lieferservice, da Einkauf kaum oder nur sehr begrenzt möglich ist.Die Zahl der in Israel lebenden SchweizerInnen bzw. bei der Botschaft angemeldeten betrug anfangs Jahr 20'957. TA

10.30 Uhr
Prozessbeginn verschoben
Nachdem der israelischen Justizministe Amir Ohana (Likud) in der Nacht auf den Sonntag eine Order herausgegeben hatte, gemäss welcher alle Gerichtstätigkeiten laut einem «Status der aussergewöhnlichen Dringlichkeit» behandelt würde, ist der Beginn des Korruptionsprozess von Premier Netanyahu vom 17. März auf den 24. Mai verschoben worden. Ohanas Dringlichkeitsorder wird 24 Stunden lang in Kraft bleiben un dürfte verlängert werden. Alle nicht dringlichen Gerichtssitzungen, ausgenommen Kautionsverhandlungen und Hearing des Obersten Gerichtshofs, sind gemäss der Order verschoben.  JU

08.20 Uhr
Jüdische Gemeinden Italiens in Not
Die Jüdische Gemeinde von Rom, die als die älteste jüdische Gemeinde der Welt gilt, klagt über Schwierigkeiten, sich mit Lebensmitteln und Medikamenten zu versorgen. «Hier herrscht die vollkommene Unsicherheit», klagt Ruth Dureghello, die Präsidentin der 15000 Mitglieder zählenden Gemeinde. «Wir versuchen, die Situation zu konsolidieren, doch der Druck ist ungemein, und die Gefahr des Zusammenbruchs besteht». Die Jewish Agency und der Keren Hajessod dhicken sich an, Hilfe zu leisten. Auch in Milano tönt es ähnlich, und Milo Hazbani, Präsident der 7000 Mitglieder zählenden Gemeinde, sagte: «Unsere Schulen wurden für drei Wochen geschlossen, ebenso die Altersheime. Wir versuhen, uns irgendwie zu organisieren, vor allem für die Betagten, die sich keine Lebensmittel selbst besorgen können. Für die Kinder im Schulater wurde der Unterricht via Internet organisiert. Wir investieren in Desinfektionsmittel und bereiten die Sicherheitsorgane der Gemeinde auf jede Möglichkeit vor». Milo Hanzbani erwähnt in diesem Zusammenahng vor allem die Jewsig Agency und die Hilfe, die sie gewährt. JU

08.00 Uhr
Wird Netanyahus Prozessbeginn verschoben?
Israels Justizminister Amir Ohana hat eine Anweisung veröffentlicht, der zu Folge alle Gerichtsaktivitäten in eine Zustand des «aussergewöhnlichen Notstands» versetzt werden. Das berichteten israelische Medien am Sonntagmorgen. Die Order des Justizministers wird für 24 Stunden in Kraft sein und wahrscheinlich verlängert werden. Gemäss der Order werden praktisch alle nicht-wichtigen Gerichtssitzungen verschoben. Ohanas Büro liess wissen, dass weitere Schritte untersucht und ergriffen würden. Im Rahmen der neuen Dringlichkeitsverordnungen soll der auf den 17. März anberaumt gewesenen Beginn des Korruptionsprozess gegen Premierminister Netanyahu verschoben worden sein. Die Bewegung für eine Qualitätsregierung hat am Sonntagmorgen das Gesuch veröffentlicht, wonach General-Staatsanwalt Ohanas Order einzufrieren hat. Laut der Bewegung ist Ohana ein «Interimsminister in einer Interimsregierung, die nie das Vertrauen des Volks erhalten hat». Ferner erklärte die Bewegung, die Verordnungen würden im Widerspruch stehen mit dem Grundgesetz: Menschenwürde und Freiheiten, was möglicherweise zu einer schwierigen, verfassungswidrigen Verletzung von Menschenrechten führen kann. Die Verordnungen sind nie von der Knesset gutgeheissen worden». JU

SAMSTAG, 14. MÄRZ 2020

21.30 Uhr
Israels Massnahmen, Aufruf zu Notstandsregierung
Während die Zahl der in Israel mit dem Coronavirus behafteten Personen langsam aber sicher in Richtung 220 ging, gab Regierungschef Netanyahu sich alle ersichtliche Mühe, an einer Pressekonferenz in Jerusalem via die Medien seinem Volk die Notwendigkeit der beschlossenen Massnahmen zur Beämpfung des Virus beliebt zu machen. Es sei betont, dass der Medienkonferenz mehrstündige Beratungen auf Ministerbene vorausgegangen waren. Die Dringlichkeit der Situation wurde dadurch unterstrichen, dass trotz des Ruhetag Schabbat die Kontakte ohne Unterbruch fortgeführt worden sind. Netanyahu legte seinen Landsleuten ein weiteres Mal die Wichtigkeit der praktischen Hygiene ans Herz (Händewaschen mit Seife und desinfizierenden Mitteln bei jeder Möglichkeit) sowie die Notwendigkeit, auf «soziale Distanz (social distance)» zu gehen, was soviel heisst, dass auch Menschen im Zwiegespräch auf die Distanz voneinander von zwei Meter achten sollen. Dann haben Verasmmlungen nicht stattzufinden, ebensowenig wie Veranstaltungen wie Hochzeiten, Konzerte, oder Museumsbesuche. Das publikumsmässige Maximum von zehn Personen bei unbedingt notwendigen Versammlungen sei, so Netanyahu auf zeh Teilnehmer zu begrenzen. Von der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel wird eindringlich abgeraten, auch wenn noch  nicht dazu übergegangen worden ist, die Zahl von Passagieren auf Autobusse zu begrenzen. Ferner werden am Sonntag digitale Massnahmen zur Lokalisierung von menschlichen Quellen der Ansteckung eingeführt werden, wie sie beispielsweise Taiwan erfolgreich anwendet, auch wenn dieses Instrument hin und wieder die Privatsphäre der Betroffenen beeinträchtigen dürfte. «Deer Feind ist unsichtbar», meinte der Regierungschef erklärend, «aber unsere Patienten sind sehr sichtbar». Zu den von Netanyahu vorgeschlagenen Massnahmen gehört auch die praktisch völlige Stilllegung der Freizeitkultur, wie Kinos, Cafés, Restaurants, Museen, Theater und Fitnessclubs. «Wichtig ist die effiziente Isolation, das zielgerichtete Präventivverhalten des Publikums», sagte Netanyahu, der im Übrigen versicherten, dass die Vorratslager der Supermärkte bis oben gefüllt seien, und dass die lebenswichtigen Industriezweigen, sowie der Import reibungslos weiterarbeiten würden. Stürme auf die Lebensmittelgeschäfte wie sie am Samstagabend stattgefunden haben, seien also völlig unnötig. Im Weiteren würde die Zentralbank durch die laufende Auffüllug der Bancomat-Apparate das Volk auch in dieser Hinsicht beruhigen, und die Tankstellen würden das «schwarze Gold» rund um die Uhr liefern. Dass abe doch nicht alles so ist wie es noch vor wenigen Wochen an der tagesordnung war, bekräftigte Netanyahu mit der Bemerkung, dass Jene zu Hause bleiben sollen, die nicht zur Arbeit gehen müssen. Auch die ab Sonntag geltende Schliessung der Kindergärten und verwandte Institutionrn, einschliesslich Sonderschulen – der restliche Schulbetrieb inkl. Universitäten ruht schon seit Tagen – lässt darauf schliessen, dass auch Israeli sich an eine neue Routine gewöhnen müssen, und das möglichst rasch. Dazu beitragen wird vielleicht auch die Bildung einer Regierung des nationalen Notstands, zu der Netanyahu auch am Samstagabend erneut aufgerufen hat. JU

 

18.30 Uhr
Rabbi nach Marokkoreise am Virus erkrankt
Rabbi Yoni Golker von der bekannten Londoner Synagoge St. Johns Wood ist mit milden Symptomen des Coronavirus diagnostiziert worden, nachdem er eine Reise nach Marokko absolviert hatte. Er fühlt sich recht gut, ist aber in einer Londoner Quarantänenstation untergebracht. Letzte Woche hatte der Rabbi die jüdische Schule im marokkanischen Casablanca besucht, bevor die Symptome sich bemerkbar gemacht hatten. Mitgliedern der Gemeinde, die mit dem Rabbi in den letzten zwei Wochen in engem Kontakt gestanden hatten, wurde empgohlen, sich für zwei Wochen in eine Selbst-Quarantäne zu begeben. Jt. Johns Wood, eine orthodoxe Synagoge mit 1400 Sitzen, ist sich der Lage des Rabbis bewusst, hat bisher aber das Gotteshaus nicht geschlossen. JU

18.25Uhr
Israels Krankenstatistik
Am Samstagabend hat das israelische Gesundheitsministerium die folgende Krankenstatistik veröffentlicht: Während des letzten Tages wurden über zehn Personen mit Coronavirus diagnostiziert, Zwei befanden sich am Abend in ernstem Zustand, 11 waren mittelschwer erkrankt, und der Rest leicht. Die Gesamtzahl der Erkrankten belief sich am Samstagabend auf 178. JU

Israels Kabinettssitzung

Wie der israelische Kabinettssekretär Tahi Braverman auf Ersuchen von Premier Netanyahu am Samstagabend mitteilte, wird die wöchentliche Kabinettssitzung vom Sonntag, den 15. März als Videokonferenz durchgeführt. Zu diesem Zweck werden sieben Zentren in Jeruslem und Tel Aviv mit der nötigen technologischen Einrichtungen ausgerüstet und von Technikern des Büros des Premierministers betrieben werden. Die Minister werden sich eines der Zentren begeben, werden Premier Netanyahu das Treffen von seinem Büro in Jerusalem aus leiten wird. Die Sitzung wird dem Thema des Coronavirus gewidmet sein. JU

18 Uhr
Erster Todesfall in New York City
In Manhattan ist eine 82-Jährige dem Virus erlegen. Die Frau litt an einem Ephysem. Sie ist das erste Todesopfer von Covid-19 in New York City. Dies teilte Gouverneur Andrew Cuomo am späten Vormittag Ortszeit mit  Bürgermeister Bill de Blasio sprach von einer «tragischen Nachricht» und wiederholte seinenVorwurf an die Trump-Regierung, nicht rasch und durchgreifend für die Bereitstellung von ausreichenden Tests für New York und die 330 Millionen Amerikaner insgesamt gesorgt zu haben. Trump trage deshalb Verantwortung für den Verlust von Menschenleben, die bei rechtzeitigen Tests hätten gerettet werden können. 

 

In der Stadt haben die Spitäler inzwischen sämtliche nicht-lebenswichtigen Prozeduren abgesagt, um Kapazitäten für die in den kommenden Tagen und Wochen erwarteten Virus-Patienten zu schaffen. Der langjährige Notarzt Dr. Christopher M. Tedeschi vom weltweit renommierten «Columbia University Medical Center» erklärte der «New York Times» jedoch, die City sei nicht dafür keineswegs vorbereitet. Derweil bleiben öffentliche Schulen vorerst offen. Allerdings ist die Zahl der am Unterricht teilnehmenden Kinder und Jugendlichen dramatisch eingebrochen. Stand heute Mittag Ortszeit ist die Zahl der Fälle im Gliedstaat New York seit gestern um 100 auf 524 angestiegen, die Mehrzahl davon in der City und dem Vororts-Landkreis Westchester County. Dort wurde die besonders betroffene Stadt New Rochelle am Donnerstag unter Quarantäne gestellt und unter Kontrolle der Nationalgarde gestellt. AM

FREITAG, 13. MÄRZ 2020

18.30 Uhr
ICZ stellt auf Notbetrieb um, Noam auf Heimschule
Die ICZ unterbricht nach den Anordnungen des Bundes von heute Nachmittag den ordentlichen Betrieb im Ganon, Kindergarten, Unzgi und Mittagstisch bis nach Pessach bzw. nach den Frühlingsferien. Die Schulkommission prüft, welche Online-Angebote angeboten werden können. Die Gottesdienste finden gemäss Luach statt, der nötige Mindestabstand ist jedoch einzuhalten. Das BAG und das Rabbinat empfehlen Personen über 65 Jahren sowie Personen mit Vorerkrankungen nicht an Veranstaltungen und Gottesdiensten teilzunehmen. Bis auf Weiteres werden im Chaim-Gablinger-Saal keine Kidduschim stattfinden. Der Rabbiner sagt stattdessen am Ende des Gottesdienstes Kiddusch für alle. Eingestellt werden ab sofort bis zum Ende der Frühlingsferien auch die Veranstaltungen der drei ICZ-Jugendbünde im Gemeindezentrum. Abgesagt sind auch Rummikub und Altersturnen. Regulär geöffnet bleiben die ICZ Verwaltung und das Restaurant «Florentin». Betroffen von der Schulschliessung ist auch die Jüdische Schule Noam in Zürich. Die Schule teilt mit, dass ab Montag, 16. März bis voraussichtlich 4. April kein Unterricht stattfinden wird. Die Kinder haben von den Lehrpersonen Unterrichtsmaterialien für zu Hause erhalten. Gemäss Auskunft der Noam-Leitung von Freitagnachmittag, sei der Heimunterricht frühzeitig vorbereitet worden.  SD

16.40 Uhr
Das jüdische Museum der Schweiz bleibt geöffnet
Naomi Lubrich, Direktorin des Jüdischen Museums in der Schweiz, teilt auf Anfrage von tachles mit, dass das Museum bis auf weiteres geöffnet wird (Link). Am Dienstag wird das Präsidialamt in Basel entscheiden, ob Museen in Basel alle Museen schliessen müssen. 

16.00 Uhr
Bundesrat verschärft Massnahmen, Konsequenzen für jüdische Gemeinden
Der Schweizer Bundesrat hat am Freitagnachmittag neue Massnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus verkündet. Verschärfte Einreisekontrollen, Schliessung von Schulen und Versammlungsrestriktionen stehen im Vordergrund. Für jüdische Gemeinden in der Schweiz sind verschiedene Bereiche betroffen: Schulen und Kindergärten sowie Veranstaltungen oder Gottesdienste. Die meisten Gemeinen und Institutionen haben in den letzten Tagen bereits Massnahmen ergriffen (siehe unten Artikel «Weitere Massnahmen jüdischer Gemeinden in Basel, Lausanne und Zürich»).  Über weitere konkrete Massnahmen berichtetet tachles online laufend auf dem LiveTicker+++.

15.00 Uhr
Jüdisches Museum geschlossen
Das Jüdische Museum Berlin gab am 13. März in einer Pressemitteilung bekannt, dass es ab dem 14. März bis auf Weiteres für den Publikumsverkehr geschlossen ist. «Diese Maßnahme ist zwar sehr bedauerlich, jedoch möchten wir unsere vielen Besucherinnen und Besucher schützen und gleichzeitig dazu beitragen, die Ausbreitung des Coronavirus zu verringern. Dafür bitten wir um Verständnis“, so Martin Michaelis, Geschäftsführender Direktor des Jüdischen Museums Berlin. Neben dem Museum sind auch die W. Michael Blumenthal Akademie, die Bibliothek des Archives von der Schliessung betroffen. Es werden auch alle bis zum 21. April 2020 geplanten Veranstaltungen und Führungen abgesagt. Das Museum hält jedoch an der Fertigstellung der neuen Dauerausstellung «Jüdische Geschichte und Gegenwart in Deutschland» und von ANOHA, der Kinderwelt des Jüdischen Museums Berlin fest. Über die Durchführung der Eröffnungsveranstaltungen wird das Museum «zu gegebener Zeit» informieren. SD

14.45 Uhr
Weitere Massnahmen jüdischer Gemeinden in Basel, Lausanne und Zürich
In verschiedenen Newslettern kommunizieren die jüdischen gemeinden der Schweiz über die aktuellsten Entscheidungen bezüglich Veranstaltungen oder Verhaltensregeln. Die grosse Synagoge der Israelitischen Gemeinde Basel IGB bleibt Freitagabend und Schabbat offen. Es kann aber nur jede zweite Reihe besetzt werden. Mindestabstand 2 Meter. Der Synagogenchor fällt aus und das Gemeindesekretariat ist nur noch telefonisch erreichbar. Menschen ab dem 65. Altersjahr oder mit chronischen Krankheiten sollen möglichst zu Hause bleiben. 
Die Communauté Israélite de Lausanne et du canton de Vaud (CILV) hat eine Kommission «Coronavirus» ins Leben gerufen. Diese trifft sich jede Woche, um die aktuelle Situation zu beurteilen und diese Einschätzung an die Gemeinde weiterzugeben. Die Kommission besteht aus Rabbiner Eliezer Di Martino, Alain Schauder (Präsident der CILV, Muriel Reboh-Serrero (Präsidentin der Unterabteilung Jugend), Fabrice Welsch (Präsident der Synagogenkommission), Carine Cohen (Direktorin des Gan Chlomo und der Schule Marx) Raphaël Levy (Verantwortlicher für Sicherheit CILV), Yannick Cohen (Generalsekretär CILV) sowie Doktor Jean-Yves Camain. Er ist Arbeitsarzt mit Spezialisation auf Gesundheit und Sicherheit in Unternehmen und fungiert als medizinische Ansprechperson. Die Gemeinde versucht innovative Lösungen wie das virtuelle Purim zu finden. Es finden kein Kiddusch und Oneg Schabbat statt. Unter der Nummer der Hotline 0213417245 sind alle Massnahmen wöchentlich oder nach Bewertung der Situation aktualisiert abrufbar. Im Kanton Waadt sind neu Veranstaltungen mit über 50 Personen verboten. Dies betrifft auch religiöse Veranstaltungen. Personen über 70 ist die Teilnahme an Veranstaltungen verboten. Alain Schrauder, Präsident der CILV empfiehlt in Absprache mit Rabbiner Eliezer di Martino, nicht nur Personen mit erhöhtem Risiko sondern auch Frauen und Kindern, nicht am Schabbat in der Synagoge teilzunehmen.Ähnliche Massnahmen hat der Vorstand des Minjans Brunau beschlossen. Bis auf Weiteres wird kein Kiddusch stattfinden und der Vorstand empfiehlt, «einen vernünftigen Abstand voneinander abzuhalten.» Ansonsten macht er auf Empfehlungen des BAG, der «World Organization of Orthodox Synagogues and Communities in Israel and the Diaspora» in Israel sowie diversen «Va’ad Harabanin“ in den USA. - Der für den 1. April angekündigte Vortrag «Die Idee des Kosmopolitismus im jüdischen Hellenismus» von René Bloch an der Universität Zürich wurde abgesagt. Die Universität Zürich hat am Donnerstag alle Veranstaltungen ausserhalb des Vorlesungsverzeichnisses abgesagt. Wegen des Corona-Virus sagte auch die Fachgruppe für Nahoststudien der Universität Basel den Vortrag von SRF-Nahostkorrespondentin Susanne Brunner über die journalistische Arbeit im Nahen Osten ab. Der Vortrag hätte am 17. März im Kollegienhaus der Universität Basel stattfinden sollen. SD

 

13.30 Uhr
Gesundheits-Experten erwarten bis zu 214 Millionen Fälle in den USA
Die «New York Times» enthüllt schockierende Kalkulationen über das Ausmass der Virus-Epidemie in den USA. Demnach haben Experten der für Epidemien zuständigen «Centers for Disease Control and Prevention» (CDC) Ende Februar eine Konferenz mit Kollegen von Universitäten in aller Welt abgehalten und vier Szenarien über einen Verlauf von Covid-19 in den USA durchgespielt. Dabei kamen die Spezialisten auf schockierende Zahlen: die Zahl der Opfer könnte zwischen 160 und 214 der 330 Millionen Einwohner liegen. Die Epidemie könnte zwischen 200.000 und 1,7 Millionen Todesopfer fordern. Doch schon deutlich früher droht ein Kollaps des Gesundheitssystems durch eine explodierende Zahl von Erkrankungen. Die Experten erwarten, dass zwischen 2,4 und 21 Millionen Amerikaner in Spitälern versorgt werden müssen. Dort stehen aber insgesamt nur 925.000 Betten parat, die weitgehend belegt sind. Das amerikanische Gesundheitswesen ist weitgehend kommerziell aufgestellt und eine grosse Zahl leerstehender Betten würde die Profitmargen von Spitälern schmälern oder Defizite produzieren (Link). Die Schätzungen widersprechen Verlautbarungen von Donald Trump und seiner Regierung auf krasse Weise. Der Präsident hat bis in die letzten Tage erklärt, Covid-19 sei mit einer saisonalen Grippe vergleichbar und die Epidemie werde nur von kurzer Dauer sein, sowie kaum Opfer fordern. Trump hätte selbstverständlich bereits vor zwei Wochen Zugang zu diesen Experten-Schätzungen haben und dann drastische Massnahmen zur Eindämmung des Virus einleiten können. Er hat jedoch vorgezogen, den Kopf in den Sand zu stecken und die Öffentlichkeit zu täuschen. Allerdings gibt es auch positive Nachrichten. Die Demokraten im Repräsentantenhaus und das Weisse Haus haben anscheinend ein fiskalisches Rettungs-Paket geschnürt, das Krankengeld für Millionen Angestellte im Service-Bereich vorsieht. Und die Aufsichtsbehörde FDA hat soeben im Schnellverfahren einen von der Schweizer Roche entwickelten Virus-Test genehmigt. Dies sollte endlich zu einer besseren Erkennung der Ausbreitung von Covid-19 in der Bevölkerung führen, was den ersten Schritt zu der Eindämmung des Virus darstellt (Link).Die Börsen reagieren auf diese Entwicklungen positiv. Trump hat den Morgen derweil mit Twitter-Attacken auf die Demokraten und die Obama-Regierung verbracht. AM

 

09.00 Uhr
Bereits 126 Kranke
Die Spirale der offiziell als Coronavirus-erkrankten Menschen dreht sich in Israel unentwegt weiter. Waren es am Donnerstagabend noch 109 Personen, sind es am Freitagmorgen bereits deren 126, und die Experten sprechen von einer weiteren, immer rascheren Zunahme. JU

 

DONNERSTAG, 12. MÄRZ 2020

20.00 Uhr
New York schliesst Broadway und Museen
Um die Ansteckungsgefahr durch Covid-19 zu verringern, hat Gouverneur Andrew Cuomo vor wenigen Minuten in New York City die Schliessung sämtlicher Kulturinstitution einschliesslich der weltberühmten Museen angeordnet. Dies soll morgen, Freitag um 17 Uhr in Kraft treten. Bereits am heutigen Donnerstag sollen die 41 Theater am Broadway geschlossen werden. In der Stadt sind zudem ab morgen Versammlung von mehr als 500 Menschen untersagt. An Veranstaltungs-Orten mit kleinerer Kapazität darf nurmehr die Hälfte der Plätze besetzt werden, um grössere Distanz zwischen Teilnehmern zu gewährleisten. Viele Schulen bleiben jedoch offen, da Eltern berufstätig sind und häufig vor immensen Problemen stehen, eine alternative Betreuung ihrer Kinder zu organisieren. In den USA sind Stand Donnerstagnachmittag über 1400 Menschen erkrankt, darunter 328 im Gliedstaat New York. Hier hat die Zahl von Fällen seit Mittwoch um 112 auf 328 zugenommen. Gouverneur Cuomo hat zudem unilateral ein Krankengeld für sämtliche von Covid-19 betroffenen Arbeitnehmer auf zunächst 14 Tage angeordnet. Dies stellt ein zentrales Problem der landesweiten Bekämpfung des Virus dar: In grossen Teilen des Dienstleistungssektors werden Arbeitnehmer nur nach Stunden bezahlt und haben kein Recht auf Krankengeld. Sie wären daher in vielen Fällen gezwungen, bei einer Ansteckung weiterhin zur Arbeit zu gehen. In Washington drängen die Demokraten bei der Aushandlung eines Massnahmen-Pakets zur Virus-Bekämpfung auf die Gewährung von Krankengeld durch den Staat. Konservative lehnen dies jedoch ab. AM

19.30 Uhr
Schulen und Universitäten geschlossen 
Zum Schluss seiner kurzen, aber eindringlichen Ausführungen vor der Presse am Donnerstagabend in Jerusalem kam Premierminister Netanyahu auf die aktuelle politische Lage zu sprechen, konkret auf das offenbare Unvermögen der Politiker, eine Koalitionsregierung zu bilden. Der heutige «historische Notstand», sagte der Premier, lasse nur eine Lösung offen: Die sofortige Bildung einer Regierung des nationalen Notstands auf begrenzte Zeit mit nur einem Ziel: Der Sicherung des Wohlergehens des Staates und seiner Einwohner.Vorausgegangen war die Bekanntgabe der Schliessung von Schulen und Universitäten des Landes von Freitag morgen mindestens bis nach dem Pessachfest (dem jüdischen Osterfest) Mitte April, wenn nötig aber noch länger. Ausgenommen von dieser drastischen Entscheidung sind vorerst nur die erste drei Schulklassen, die Kindergärten, die Sonderklassen für Kinder mit Spezialbedürfnissen und internatsähnliche Schulen. Mit dieser Massnahme komme man der Verwirklichung des wichtigsten Zieles wesentlich näher: Der Minderung der physischen Kontakte unter der Bevölkerung, der Minderung des «Einsatzes» von Kindern und Jugendlichen als Träger des potentiell tödlichen Virus. Der israelische Regierungschef wies darauf hin, dass die Sterberate in Israel bei rund 2-4 Prozent der infizierten liegen dürfte. Pro memoria: Bis Donnerstagabend wurden in Israel 109 Personen als Infizierte definiert, unter ihnen ein halbjähriges Baby und zwei Jugendliche im Alter von 10 und 11 Jahren. Diese Zahlen werden, wie gesagt, laufend steigen. Der Premierminister erliess in seinen Ausführungen auch einen dringenden Appell an das Volk, die Hygiene zu befolgen und wortwörtlich «auf Distanz zu gehen». Auch erinnerte er an die Verfügung vom Mittwoch, wonach nur Anlässe mit maximal 100 Teilnehmer gestattet seien. Sportmeisterschaften (Fussball, Basketball usw.) sind entweder eingestellt oder finden vor leeren Zuschauerrängen statt, und auch Theater sowie Museen schliessenb laufend die Tore. Nicht zuletzt sei auch darauf hingewiesen, dass bis Donnerstagabend schon rund 100 Hotels und Hebergen im Land den Betrieb eingestellt haben. JU

 

17.00 Uhr 
Brasilianischer Offizieller mit Kontakt zu Trump angesteckt
Fabio Wajngarten, der Pressesprecher des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro, wurde positiv auf Covid-19 getestet. Dies wurde nun bekannt. Wajngarten hatte Bolsonaro am vergangenen Wochenende auf ein Treffen mit Donald Trump an dessen Resort Mar-a-Lago in Florida begleitet. Pressefotos zeigen Wajngarten dort in unmittelbarer Nähe zu Trump und dessen Vize Mike Pence (Link). Dieser hat einen Test anhin abgelehnt, obgleich er zu Konservativen Kontakt hatte, die an einer Konferenz in Washington vor acht Tagen mit einem Infizierten auf Tuchfühlung gekommen waren (Link). Während die Börsen auf letzte Nacht von Trump angekündigte Massnahmen gegen den Coronavirus erneut in Meltdown-Modus geraten, hat der US-Präsident die Teilnahme an Massenveranstaltungen in Nevada, Colorado und Wisconsin abgesagt, die für die kommenden acht Tage geplant waren. In Nevada wollte Trump an der von Sheldon Adelson gesponserten Konferenz der «Republican Jewish Coalition» und einer Spendenveranstaltung teilnehmen (Link). AM

16.30 Uhr
Wird der Schulbetrieb eingestellt?
Nach Angaben des israelischen Gesundheitsministeriums ist die Zahl der offiziell entdeckten Coronavirus-Kranken auf 104 gestiegen. Am Mittwochabend waren es noch 97 gewesen. Unter den Erkrankten befinden sich zwei Kinder im Alter von 10 und 11 Jahren. Derzeit haben sich 34474 Israeli der Heim-Quarantäne unterzogen. In einem Interview mit dem Armeeradio meinte Moshe Bar-Simantov, der Generaldirektor des Gesundheitsministeriums, dass schon nächster Zukunft pro Tag dutzende von Israeli mit dem Virus diagnostiziert werden würden, wenn nicht sogar mehr. Bar-Simantov fügte hinzu, dass die Israel sich möglichst rasch «an einen neuen Lebensstil» gewöhnen sollten, in dem sie sich mit einem externen Feind zu messen hätten. Er erinnerte auch daran, dass die Betagten und Leute, die schon gesundheitliche Probleme hätten, am stärksten gefährdet sind, tödliche Fälle des COVID-19-Virus zu werden. Zwei Entwicklungen, die sich am Wochenende konkretisieren könnten: Erstens besteht die Möglichkeit, dass vor allem grössere Synagogen des Landes am Schabbat geschlossen werden, und zweitens besprechen die Zuständigen derzeit die Frage, ob ab Sonntag alle Kindergärten und Schulen des Landes geschlossen werden sollten. JU

12.15 Uhr
Patient Nummer 100
Mit der Bestätigung von drei neuen Fällen von Patienten mit Coronavirus, musste Israel am Donnerstag einen traurigen Meilenstein in der noch kurzen Geschichte dieser Krankheit für den Jüdischen Staat registrieren. Es gibt jetzt einhundet Israeli, die  offiziell bestätigt von dem Virus befallen worden sind.  Nach Meinung der Experten dürfte man sich aber nicht allzu lage auf diesen zweifelhaften Lorbeern ausruhen können. Viel eher wird damit zu rechnen sein, dass die Zahl schon sehr bald weiter steigen wird. Von den bisher registrierten Erkrankten haben sich vier inzwischen wieder erholt, aber über 5000 Fälle hoffen inzwischen  noch darauf, noch vor der eigentlichen Erkrankung wieder gesund zu weden. – Das israelische Nationaltheater Habima hat inzwischen seine Schliessung bis vorläufig Ende April bekanntgegeben. JU

Irans Todeszahl steigt unentwegt weiter

Irans Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus haben am Mittwoch laut Angaben eines Sprecher des Gesundheitsministeriums die Zahl von 354 erreicht. Alleine in den letzten 24 Stunden sind 64 Tote hinzugekommen. Bisher sind rund 9000 Iraner infiziert worden. Die Behörden fordern ihre Landsleute dringend auf, unnötige Reisen zu vermeiden und, wann immer möglich, zu Hause zu bleiben. JU

09.30. Uhr
Weitere Absagen in Basel, Frankfurt, Wien  
Die Veranstalter haben die  Aufführungen von «Noahs neuer Arche» von Dan Wiener in der Israelitischen Gemeinde  Basel und im Ackermannshof am 19., 21. und 22. März wegen der Corona-Epidemie abgesagt. + In Frankfurt wird das Symposium  In Frankfurt wird das Symposium «Zwischenzeiten – Transitions» des Jüdischen Museums Frankfurt vom 15. und 16. März abgesagt. Hingegen wird am Sonntagabend ein Panel zum Thema «Zukunft der Juden in der Diaspora» am Sonntagbend im Frankfurter Schauspielhaus u.a. Mit dem Publizisten Michael Friedman statt (Link). + Der Betrieb des Jüdischen Museums Wien erfährt zeitliche Einschränkungen wegen des Coronavirus. Beide Museumsstandorte Dorotheergasse und Judenplatz bleiben ab dem 12. März bis voraussichtlich 3. April geschlossen. Das Café Eskeles und der Museumsshop Gottfried & Söhne sind von Montag bis Freitag, jeweils 11 bis 16 Uhr geöffnet. Bei Gottfried & Söhne können Produkte und Geschenke zu Pessach ab sofort auch online bestellt werden (Link).

01.30 Uhr
Einreisestopp in die USA
In der Nacht auf Mittwoch hat US-Präsident Donald Trump einen Einreisestopp aus Europa in die USA verhängt. Dieser gilt ab Morgen Freitag bis auf Weiteres. Reisen nach Europa bleiben vorerst erlaubt. Die Vorbörsen und Börsen reagierten bereits heftig. Die Aktie von Boeing fiel um 17%. Weitere Updates folgen..

00.15 Uhr
Bis zu 150 Millionen Fälle in den USA
Heute Mittwoch wurde bekannt, dass der «Hausarzt» im US-Kongress Abgeordneten mitgeteilt hat, in den USA seien 75 bis 150 Millionen Fälle von Covid-19 zu erwarten. Momentan liegt die Zahl durch Tests festgestellter Erkrankungen bei rund 1000 (Link).Laut Dr. Anthony Fauci ist Covid-19 zehnmal gefährlicher, als eine Grippe. Der namhafte Epidemologe leitet das staatliche «National Institute of Allergy and Infectious Diseases». Fauci erklärte an einer Kongress-Anhörung, Vergleiche mit einer saisonalen Grippe seien abwegig und nicht angebracht (Link). Er widersprach damit Präsident Trump, der die von Covid-19 drohenden Risiken weiterhin mit Grippe-Vergleichen herunter zu spielen sucht. Das Schlimmste stehe Amerika erst noch bevor, so Fauci (Link). Trifft die Kalkulation von bis zu 150 Millionen Fällen zu, hätten die USA mit 1,5 Millionen Todesopfern gegenüber knapp 40.000 bei Grippe-Epidemien zu rechnen. AM

Staat New York schliesst Universitäten
Laut Gouverneur Andrew Cuomo wurden im Gliedstaat New York bis Mittwochmittag 212 Virus-Fälle festgestellt, 39 mehr als am Dienstag. 121 Betroffene leben im Landkreis Westchester County, einem nationalen Zentrum der Epidemie. Dort hat Cuomo gestern eine weitgehende Ausgangssperre verhängt und zu deren Durchsetzung die Nationalgarde mobilisiert. Diese soll auch die Versorgung von Bürgern mit Nahrungsmitteln und ärztlicher Hilfe sicherstellen. Der Gouverneur ordnete am Mittwoch die weitgehende Schliessung der öffentlichen Universitäten mit rund 900.000 Studierenden an. Diese sollen bis auf Ausnahmen auch ihre Wohnheime bis zum 19. März räumen. Cuomo hat zudem die Initiative bei der Durchführung von Tests ergriffen und dazu die Hilfe privatwirtschaftlicher Labore angefordert. AM

 

MITTWOCH, 11. MÄRZ 2020

19.45 Uhr
Drastische Beschränkung
Die israelischen Behörden fahren fort in ihrem Versuch, mit drastischen Massnahmen die Ansteckungsgefahr mit dem potentiell tödlichen Coronavirus zu reduzieren. So verfügte Premier Netanyahu am Mittwochabend, dass Veanstaltungen von maximal einhundert Teilnehmern besucht weredn dürfen. Netanyahu machte die Ankündigung an einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Gesundheitsminister Yaacov Litzman. Erst am letzten Dienstag war die Maximalzahl von Teilnehmern an Veanstaltungen von 5000 auf 2000 gesenkt worden. Eine der Auswirkungen dieser neuesten Verfügung könnte die Schliessung des Lehrbetriebs an Israels Universitäten sein. Sportveranstaltungen finden schon seit über einer Woche vor leeen Zuschauerrängen statt, und nach der jetzigen Ankündigung, die Netanyahu auf Empfehlung des Gesundheitsministeriums machte, dürften auch die Kinos ihre Tore vorerst schliessen, und Show-Vorstellugen dürften abgesagt werden. JU

19.30 Uhr
Immer mehr Virus-infizierte
Am Mittwochabend hat die Zahl der vom Coronavirus infizierten Personen laut Angaben des israelischen Gesundheitsministerium die Zahl 82 erreicht. Eingeschlossen in dieser Zahl ist der zweite Fall, bei dem sich die Ursachen der Ansteckung nicht mehr nachvollziehen lassen. Von den Kranken bleibt einer in einem «seriösen, aber stabilen» Zustand, sechs sind in eine gemässigten Kondition, und Andere sind in einem milden Zustand. Zum ersten Male sind drei bestätigte Fälle zu Hause behandelt worden. Drei weitere Patienten haben sich soweit erholt, dass sie bereits nach Hause entlassen werden konnten. Dass die Weltgesundheits-Organisation den Coronavirus als eine globale Erkrankung definiert hat, wird in Israel zur Kenntnis genommen, mehr nicht. Hie war man sich schon letzte Woche klar darüber, dass es sich bei dem Virus nicht um eine harmlose Erkältung handelt. JU

14.30 Uhr
Israel und die PA versuchen Ausbruch der Krankheit zu kontrollieren
Während der Coronavirus die Welt weiterhin täglich mit Negativ-Nachrichten verunsichert, versuchen Israel und die Palästinensische Behörde (PA), den offensichtlich kaum noch zu verhindernden Ausbruch unter Kontrolle zu behalten. Hier eine Übersicht über die  Ereignisse und Beschlüsse der letzten 48 Stunden zusammen: 

  • Alle Israeli, die aus dem Ausland zurückkehren, erhalten eine 14tägige Quarantäne verordnet. Von Donnerstag an (12.3.) müssen Nicht-Israeli, die in den Jüdischen Staat einreisen wollen, beweisen können, dass sie in der Lage sind, für eine Selbst-Quarantäne zu sorgen.
  • Aus Respekt (oder Angst) vor Präsident Trump hat Premier Netanyahu den Beschluss des Gesundheitsministerium bezüglich einer Quarantäne von US-Reisenden zunichte gemacht.
  •  77 Israeli haben bis Mittwoch Mittag positiv reagiert auf den Coronavirus-Test. 25 von ihnen wurden am Dienstag diagnostiziert, tausende wurden in Isolation genommen, vier haben sich erholt.
  •  Die Palästinensische Behörde (PA) hat für zwei Wochen alle ausländische Touristen gebannt. Die Kirchen und Moscheen von Bethlehem wurden geschlossen,
  • Premier Netanyahu gibt den Regierungsbeschluss bekannt, ein Zehn-Milliarden-Schekel (2,8 Mrd. Dollar)-Paket bereitzustellen, um israelischen Geschäften durch die Coronavirus-Krise zu helfen. Eine Million Schekel wird an den Gesundheitssektor gehen.
  • Die Stadt Herzliya in Zentral-Israel wird alle Veranstaltungen der Stadtverwaltung absagen, einschliesslich geplante Konferenzen, Vorlesungen, Touren und Versammlungen in der Stadt. Das soll die Ausbreitung des Virus eindämmen.
  • Polen hat die Schliessung des Auschwitz Museums und der Gedenkstätte, um eine Ausbreitung des Virus in Richtung der Stätte zu verhindern. Zwischen den 12. und dem 25. März wird das Auschwitz-Memorial Besuchern nicht zugänglich sein,
  • Die israelische Fluggesellschaft ElAl wird über 4500 seiner 6400 Angestellten in unbezahlte Ferien schicken, nachdem die Flüge nach vielen Destinationen gestrichen worden sind. Die betroffenen Angestellten werden laut Auskunft der ElAl sofort berechtigt sein, von Arbeitslosenvergünstigungen zu profitieren, und werden nicht verpflichtet sein, ihre Ferienguthaben aufzubrauchen.
  • Alle 465 Schüler der Yosseftal-Primarschule südlich von Tel Aviv mussten sich in Heim-Quarantäne begeben nachdem sie in Kontakt mit einem neunjährigen Schüler gekommen sind, der mit Coronavirus diagnostiziert worden ist. Zuzüglich wurden 26 Pädagogen und 20 Mitglieder des Schulpersonals ebenfalls in Quarantäne versetzt.
  •  16 Angehörige des Tel Aviver Ichilov-Krankenhauses haben sich selber in Quaratäne versetzt, nachdem sie in Kontakt zu einem Coronavirus-Patienten gekommen sind.
  • Das israelische Bevölkerungs- und Einwanderungsministerium hat gesagt, dass in den letzten 24 Stunden fast 11000 Ausländer Israel freiwillig verlassen haben. Damit haben in den letzten zwei Wochen total 197066 Touristen das Land verlassen. Seit Freitag hat Israel zudem über 400 ausländischen Staatsangehörigen den Zutritt ins Land veweigert. JU

 

14.00 Uhr
Warnung an Republikaner
Während die Trump-Regierung die von Covid-19 drohenden Gefahren weiterhin herunterspielt, hat ein namhafter Experte gegenüber konservativen Parlamentariern in Washington bereits vor acht Tagen ein ernüchterndes Bild der Epidemie gezeichnet. Dies meldet «daily beast». Demnach sei es nicht mehr möglich, die landesweite Verbreitung des Virus zu unterbinden und den meisten Amerikanern drohe deshalb eine Ansteckung. Bei dem Experten handelt es sich um Rajeev Venkayya, der heute für den japanischen Pharma-Konzern Takeda tätig ist. Er hat zuvor die Gates-Foundation und die Regierung von George W. Bush bei der Bekämpfung von Pandemien beraten. Venkayya bestätigt den Bericht und erklärte dazu, die Gelegenheit einer Eindämmung des Virus habe bis Ende Januar bestanden. Doch damals hätten Behörden noch keine umfassenden Tests durchgeführt und Medizinern sei die wahre Bedrohung durch Covid-19 noch nicht klar gewesen (Link). In den USA ist die Zahl der Fälle über Nacht auf mindestens 1000 angestiegen, darunter 180 im Gliedstaat New York. Covid-19 wurde nun in 37 Gliedstaaten festgestellt und hat mindestens 31 Todesopfer gefordert (Link). Die Trump-Regierung hat entgegen erster Ankündigungen noch kein Paket für umfassende wirtschaftliche und medizinische Massnahmen gegen den Coronavirus vorgelegt. Dies hat nach starken Kursgewinnen an der Wall Street am Dienstag zu deutlichen Nachlässen bei den Erwartungen an den Märkten geführt.

 

Andreas Mink

 

 

13.30 Uhr
Jordanien schottet sich ab
Der Dienstag und Mittwoch waren im Nahen Osten gekennzeichnet durch eine weitere Zuspitzung der Lage im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Das Haschemitische Königreich Jordanien schloss seine Grenzen zu Israel und der Westbank, ebenso wie die Seehäfen mit den Routen nach Ägypten, und auch die Landroute von und nach Irak. Mit diesen Massnahmen will Amman das Königreich vor dem Coronavirus schützen, sagt das dortige Gesundheitsministerium. Die Regierung hat auch Reisen von Jordanien nach Libanon und Syrien untersagt, und wird vom Montag an Reisenden aus Frankreich, Deutschland und Spanien nach Jordanien den Eintritt ins Königreich verbieten. JU

11.30 Uhr
Zahl der Kranken in Israel nimmt laufend zu
Am Mittwochmorgen wurde laut offiziellen Angaben in Israel eine weitere an Coronavirus erkrankte Person festgestellt. Damit beläuft die Gesamtzahl sich vorläufig auf 76. Zu den inzwischen vom Gesundheitsministerium verfügten Zusatzmassnahmen gehört das Verbot, betagte Verwandte in Altersheimen oder geriatrischen Abteilungen von Krankenhäusern zu besuchen. Dies gilt dem Schutz dieser anfälligeren Altersgruppe. Premierminister Netanyahu versuchte inzwischen, womöglich beunruhigte Landesbürger zu beruhigen, indem er am Mittwochmorgen mitteilte, dass die Nahrungsmittelversorgung der Bevölkerung gesichert sei. JU

11.15 Uhr
Erste US-Gesellschaft stellt Israelflüge ein
Vor dem Hintergrund der gesunkenen Nachfrage seitens potentieller Fluggäste und der laufend wachsenden Beschränkungen für Ein- und Ausreisen nach und von Israel haben die Delta Airlines als erste amerikanische Gesellschaft die vorläufige Einstellung ihrer Israelflüge vom 14. bis zum 24. März verkündet. Delta hat auch die Suspension ihrer Linie New York-Rom bekanntgegeben. Die United Airlines hingegen scheint entschlossen zu sein, an ihrem Flugplan für die Destination Israel festzuhalten. Die Linie betreibt 14 wöchentliche Flüge von Israel nach New York, drei nach Washington und sechs wöchentliche Flüge nach San Francisco. – Trotz der staatlichen Ausweitung der generellen Selbst-Quarantänen-Erfordernis für Personen, die, aus dem Ausland kommend. auf dem Ben-Gurion-Flughafen landen, will die nationale israelische Gesellschaft El Al aus einem Gefühl der «nationalen Verantwortung» heraus fortfahren, Passagiere nach Destinationen in aller Welt zu transportieren. «El Al sieht einen obersten Wert», sagte Gonen Ussischkin, der CEO des Unternehmens, «die Luftrouten von und nach Israel in Zeiten von Notfällen aufrecht zu erhalten. Deshalb werden wir fortfahren, Flüge in die USA, nach Afrika und Europa fortzusetzen, je nach Angebot und Nachfrage». – Angesichts der abbröckelnden Nachfrage hat die El Al bereits damit angefangen, den Personalbestand wesentlich zu verringern. JU

 

06.30
Jüdisches Gemeindezentrum in Manhattan schliesst
Am Dienstagabend hat die Rabbinerin Joy Levitt als Geschäftsführerin des Jüdischen Gemeindezentrums an der Upper West Side die vorübergehende Schliessung der beliebten Institution angekündigt (Link). Als Grund gab Levitt an, dass ein Kind und dessen Mutter positiv auf Covod-19 getestet worden seien, die das JCC für eine Veranstaltung am Samstagabend besucht hätten. Das grosse Gebäude des JCC an der Amsterdam Avenue soll morgen Mittwoch und Donnerstag für eine umfassende und tiefgehende Reinigung auf «Spital-Niveau» geschlossen und dann Freitag wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Levitt kündigt aber an, dass sich das auch ändern könne. Die Entscheidung sei nicht auf Anweisung des New Yorker Gesundheitsamtes geschehen, sondern aus «einem Übermass an Sorge um die Mitglieder». AM

 

DIENSTAG, 10. MÄRZ 2020

23.00 Uhr
New York verhängt Ausgangssperre
Gouverneur Andrew Cuomo hat soeben in New Rochelle die erste Ausgangssperre dieser Art im Gliedstaat New York und den USA generell verhängt. Die Stadt in dem New Yorker Vororts-Landkreis Westchester County ist das Epizentrum der Virus-Erkrankungen in der Metropole. Das «Containment-Areal» hat einen Durchmesser von rund drei Kilometern, innerhalb deren sämtliche Lokalitäten mit grossen Besucherzahlen wie Schulen, Kirchen und Synagogen, Geschäfte oder Behörden geschlossen sind. Ein Reiseverbot gilt jedoch nicht. Die dramatische Massnahme gilt als Vorbote ähnlicher Massnahmen im ganzen Land. In New York hat die Zahl der Fälle inzwischen 170 erreicht, in den USA gesamt über 800 (Link). Mit schwarzem Humor wird aufgenommen, dass Donald Trump die Epidemie als Argument für den raschen Bau seiner «Mauer» an der Grenze zu Mexiko ausschlachtet. Der Präsident verbreitet beharrlich die Legende, Mexikaner brächten Krankheiten, Gewalt und Drogen ins Land. Die Zahl der Virus-Fälle in Mexiko liegt derzeit jedoch mit sieben deutlich unter jenen in den USA (Link). Trump ist es anhin jedoch nicht gelungen, seine eigene Partei von einem Rettungspaket für Wirtschaft und Arbeitnehmer zu überzeugen. Zahlreiche Gliedstaaten haben inzwischen ebenfalls einen Notstand ausgerufen und bereiten drastische Massnahmen zur Eindämmung des Virus vor. Dabei herrscht weiterhin grosse Unsicherheit über die Verbreitung von Covid-19. Denn laut der Gesundheitsbehörde CDC wurden anhin nur rund 6500 Amerikaner auf die Krankheit getestet. Dies steht in krassem Widerspruch zu den vollmundigen Erklärungen von Präsident Trump, wonach ausreichend Test-Geräte für jede Nachfrage bereitstünden (Link). Aus Seattle wurde bekannt, dass es auch mit der Auswertung der Tests hapert. Demnach sind die Labore diesem frühen Zentrum der Krankheit derart überfordert, dass Proben bei Feuerwehrleuten inzwischen zu alt dafür geworden sind (Link). Daneben haben Bernie Sanders und Joe Biden am späten Dienstagnachmittag als erste Reaktion dieser Art auf Covid-19 jeweils grosse Wahlveranstaltungen in Ohio abgesagt. AM

20.45 Uhr
Mehr Kranke, härtere Massnahmen 
Die Zahl der in Israel an Coronavirus erkrankten Einwohner ist am Dienstagabend laut Angaben des Gesundheitsministeriums auf 61 gestiegen, doch die Behörden rechnen mit einer anhaltenden Zunahme. So wird damit gerechnet, dass die Zahl der mit dem Virus diagnostizierten Personen bis zum Wochenende auf 75 steigen kann. Einen noch  drastischeren Eindruck vermitteln die Vermutung der Experten, dass schon in wenigen Tagen die Grenze von 100 Erkrankten durchbrochen werden dürfte. Entsprechend harscher sind die inzwischen ergriffenen Massnahmen zur Verhinderung eines noch grösseren Ausbruchs der Krankheit. So haben Polizei und Gesundheitsministerium eine Task Force auf die Beine gestellt, die neben der Verhinderung einer weiteren Ausbreitung des Virus die Aufgabe hat, Personen zu ergreifen, die aus dem Ausland nach Israel zurückkehren und trotzdem versuchen wollen, sich der ihnen auferlegten Pflicht zu entziehen, sich als Erstes einer Haus-Quarantäne von 14 Tagen zu unterziehen. Zu diesem Zweck wird die Polizei Zugang zu Daten erhalten, die Auskunft erteilen über das Kommen und Gehen von Zivilisten in das und aus dem Land. «Wir appellieren an die Öffentlichkeit», sagte die Polizei «sich an die Weisungen der Ministerien in dieser Sache zu halten». Wer sich um die Anweisungen foutiere, störe die nationalen Bemühungen, den Ausbruch und die Verbreitung des Virus zu bekämpfen. Die Polizei betont aber, dass die überwältigende Mehrheit der «Isolationisten» den Befehlen gehorchen und staatsbürgerliche Verantwortung an den Tag legen würden. Im Übrigen hat das Gesundheitsministerium das Maximum der erlaubten Teilnehmerzahl an Veranstaltungen von bisher 5000 auf 2000 gesenkt. JU

16.00 Uhr
Erstes marokkanisches Todesopfer
Das marokkanische Gesundheitsministerium bestätigte am Dienstag das erste Todesopfer durch den Coronavirus, und zwar in der Stadt Casablanca. Die Tote ist eine 89-jährige Frau, die unter Atem- und Herzbeschwerden gelitten hatte. Sie war aus dem italienischen Bologna nach Marokko eingereist. Marokko hat alle Reisen von und nach Italien annulliert, und den Fussballfans wurde untersagt, an Spielen dabei zu sein. Ferner wurden alle Anlässe abgesagt, an denen ausländische Bürgerinnen und Bürger teilnehmen würden, sowie Veranstaltungen mit über tausend Anwesenden. All dies gilt laut offizieller Intepretation als Vorsichtsmassnahmen zur Vemeidung eines Ausbruchs des Virus. JU

15.30 Uhr
Trump schüttelt weiter Hände
Laut einer aktuellen Übersicht der «New York Times» ist die Zahl der Virus-Fälle weltweit mindestens auf 115.700 gestiegen. Die Epidemie hat 4083 Todesopfer gefordert. In den USA nehmen Infektionen zu und haben die Marke von 7000 überschritten. Dies dürfte primär an der enorm langsamen Vornahme von Tests liegen. Die Trump-Regierung will diese jedoch mit Hochdruck betreiben und bald vier Millionen Test-Geräte wöchentlich produzieren und vertreiben lassen (Link). Der US-Präsident hält derweil an seiner Routine fest und tritt an Massenveranstaltungen auf, wo er auch kräftig Hände schüttelt. Laut «politico» hat Donald Trump an seinem Resort Mar-a-Lago am Wochenende eine Spendenveranstaltung mit 1000 Teilnehmern abgehalten und dabei bei Begrüssungen immer wieder Handreiniger benutzt. Auch Besucher mussten vor dem Handschlag Desinfektionsmittel benutzen (Link). Gleichwohl haben sich nunmehr sechs Konservative nach Kontakten mit einem Erkrankten in «Selbst-Quarantäne» begeben, darunter hatten mindestens drei teilweise längeren Kontakt mit Trump. Tests bei den Betroffenen fielen negativ aus. Trump hat sich bislang laut dem Weissen Haus noch nicht testen lassen. Er will am Samstag an der Jahreskonferenz der «Republican Jewish Coalition» in Las Vegas auftreten. Deren wichtigster Förderer ist der Casino-Unternehmer Sheldon Adelson, der am Rand des Events gemeinsam mit Trump auch eine Spendenveranstaltung abhalten will. Der Präsident plant zudem angeblich weitere Massen-Rallyes, die seit 2015 ein Markenzeichen seiner Selbstdarstellung und Kommunikation mit der rechten Basis sind. Ein Datum dafür soll im Lauf des heutigen Tages bekannt gemacht werden.Derweil erholen sich US-Märkte ein Stück weit von dem historischen Einbruch am Montag. Der Dow Jones-Index hat in der ersten Stunde des Handels rund 700 der 2000 Punkte an Verlusten wettgemacht. AM

13.00 Uhr
Fünf weitere Erkrankungen
In Israel sind am Dienstagmittag fünf weitere Patienten mit dem Coronavirus festgestellt worden. Damit zählt man bisher 58 Fälle von Personen, die sich mit dem potentiell tödlichen Virus angesteckt haben. Bei dem vorläufig letzten Patienten handelt es sich um eine männliche Person mitte der 30er Jahre, die am 27. Februar von einem Familienausflug in Azerbaidschan zurückgekehrt ist. Patienten Nummern 54 und 55 kehrten am 6. März aus Deutschland zurück. Patient Nummer 53 kommt aus Zentral-Israel. Er war am 27. Februar aus München nach Israel zurückgekehrt. Bei Patient Nummer 52 handelt es sich um einen Mann in den 80er Jahren aus Maale Adumim. Er war im Kontakt mit einem anderen Patienten. JU

00.20 Uhr
Bereits 50 Kranke in Israel
In Folge der Entdeckung von elf weiteren Kranken in Israel ist in der Nacht auf Dienstag die Gesamtzahl der an Coronavirus erkrankten Personen im Lande auf 50 gestiegen. Seit Montagabend 20 Uhr Lokalzeit müssen alle nach Israel einreisenden Personen 14 Tage in Quarantäne gehen. Premier Netanyahu sprach in diesem Zusammenhang von einer «schwierigen Entscheidung», die abe wesentlich sei, wolle man die öffentliche Gesundhiet aufrecht erhalten. Dies habe Vorang vor allem anderen. Der Beschluss mit der generellen Einreise-Quarantäne werde zwei Wochen lang Geltung haben. In der Zwischenzeit werde Israel, wie Netanyahu in seiner Videobotschaft erklärte, Entscheidungen treffen zur Aufrechterhaltung der Wirtschaft des Landes. – Der Quarantänen-Entscheid, sagte er, gelte für Israeli ebenso wie für fremde Staatsbürger. Kein Nicht-Bürger werde Israel betreten können, ohne den Beweis zu erbringen, über die nötige Unterkunft zu verfügen, um eine Quarantäne auszusitzen. Touristen, die sich schon in Israel befinden, werden ein paar Tage gewährt, um ihre Heimreise zu organisieren. JU

 

MONTAG, 9. MÄRZ 2020

21.30 Uhr
Drei Teilnehmer an Aipac-Konferenz infiziert
Wie Gouverneur Mike DeWine am Montagnachmittag Ortszeit mitteilte, haben sich drei Teilnehmer aus Ohio an der Aipac-Konferenz in Washington vor zehn Tagen angesteckt (Link). Die Infektion geht mit hoher Wahrscheinlichkeit auf eine Besucher-Delegation aus New York mit Mitgliedern aus Westchester County. Dort wurde Ende Februar der zweite Fall von Covid-19 im Gliedstaat New York festgestellt. Vor wenigen Minuten hat sich mit dem Abgeordneten Matt Gaetz der vierte Teilnehmer der konservativen CPAC-Konferenz in Washington in Selbst-Quarantäne begeben. Gaetz tritt als besonders aggressiver Fürsprecher von Donald Trump auf und hatte sich vor vier Tagen auf seinem Twitter-Feed mit einer Gasmaske gezeigt, um sich über eine angeblich von Medien und Linken geschürte Panik-Mache über den Virus lustig zu machen (Link). In den USA hat sich die Zahl der bekannten Fälle seit Freitag auf nun 600 verdoppelt. Eine für heute geplante Gesundheits-Konferenz, an der Donald Tump teilnehmen sollte, wurde aufgrund der Infektionen abgesagt. Landesweit steigt die Zahl von Schulschliessungen. Behörden und Unternehmen verordnen Beschäftigten «soziale Distanz». So hält das Pentagon nun Besprechungen über Video ab und nicht mehr in Konferenz-Zimmern (Link). AM

20.30 Uhr
Selbst-Quarantäne» – Kontakte zu Trump
Nach Senator Ted Cruz und dem Abgeordneten Paul Gosar aus Arizona hat sich nun auch der Abgeordnete Doug Collins aus George aus der Öffentlichkeit zurück gezogen, da er eine mögliche Virus-Infektion befürchtet. Der Republikaner hatte wie seine Partei-Kollegen an der konservativen CPAC-Konferenz in Washington vor acht Tagen teilgenommen und hatte dort direkt mit einem seither als Virus-Fall diagnostizieren Teilnehmer Kontakt. Collins ist seither mit Donald Trump zusammengetroffen, als dieser am Freitag in Atlanta das Hauptquartier der Gesundheitsbehörde CDC besucht hat (Link). Trump wird eine Phobie vor Krankheitserregern nachgesagt, aber er benutzt ständig Handreinigungsmittel. Heute Montag hat er auf der Reise zu einer Spendenveranstaltung in Florida erneut ausgiebig die Hände von Anhängern geschüttelt, um «Business as usual» zu demonstrieren (Link). Der Dow Jones-Börsenindex schloss derweil soeben mit einem Sturz von knapp acht Prozent auf 23.850 ab und liegt nurmehr zwanzig Prozent über der Marke bei dem Amtsantritt von Trump im Januar 2017 von rund 20.000 Punkten. AM

19.30 Uhr
Kranke Nummer 40 und 41 aus Tel Aviv
Das Purimfest macht offenbar nicht Halt vor dem Coronavirus. Jedenfalls wurden am frühen Montagabend die zwei Patienten Nummern 40 und 41 des bisherigen Gesamttotals  bekanntgegeben. Es handelt sich um zwei Einwohner von Tel Aviv, die Beide anfangs März getrennt in Österreich gewesen sind. JU

19.30 Uhr
Quarantäne für alle
Was schon seit Tagen gemunkelt wurde, ist nun zur Tatsache geworden: Premierminister Netanyahu verkündete während der TV-Abendnachrichten, dass ab sofort jeder Israeli, der von einer Auslandreise zurückkehrt – die Destination spielt dabei keine Rolle -  und überhaupt jede Person, die nach Israel einreisen will, automatisch verpflichtet ist, sich in eine Quarantäne von  14 Tagen Dauer zu begeben hat. Dass kurz vor dieser Ankündigung das Gesundheitsministerium bekanntgab, dass Coronavirus-Patient Nummer 42 festgestellt worden ist, passt gut zur Allgemeinsituation. Auch die Palästinenser bestätigten am Montagabend fünf neue Fälle von Coronavirus.JU

17.00 Uhr
Panik an den Börsen – und im Weissen Haus
In New York bringt der Coronavirus die Börsen auf die Knie. Kurse brachen teilweise über sieben Prozent ein und lösten eine kurze Zwangspause des Handels aus. Eine Erholung ist vorerst nicht abzusehen, da die sinkende Nachfrage für Öl infolge der Epidemie nun auch noch einen Preiskrieg mit erhöhter Förderung zwischen Russland und Saudi Arabien produziert hat. Ziel des Kreml soll sein, die amerikanischen Produzenten zu ruinieren. Diese bedürfen Preise von 50 Dollar pro Barrel, um profitabel Vorkommen in «Shale»-Gestein fördern zu können. Die Panik an den Börsen könnte Saudis und Wladimir Putin jedoch bald zum Einlenken und Förderdrosselungen bringen.  In den USA ist die Zahl der festgestellten Erkrankungen auf über 500 gestiegen. Die Dunkelziffer dürfte aufgrund fehlender Test-Geräte deutlich höher liegen. In Ballungszentren wie New York, Washington, DC, oder Seattle schliessen vielerorts Schulen und Universitäten. Unternehmen gehen zu Heimarbeit über. Covid-19 hat nun auch die politische Prominenz erreicht. An der konservativen CPAC-Konferenz hat ein infizierter Mann teilgenommen, der anderen Teilnehmern die Hand geschüttelt hat. Darunter war der Gastgeber Matt Schlapp, der Präsident Trump nahe steht. Schlapp hat Trump an dem Event die Hand geschüttelt, will aber regelmässig Desinfektionsmittel benutzt haben. Senator Ted Cruz und der Abgeordnete Paul Gosar aus Arizona haben sich jedoch Sonntag in Selbst-Quarantäne begeben, da sie ebenfalls Kontakt mit dem Infizierten hatten (Link). Gary Cohn, der ehemalige Wirtschaftsberater Trumps, hat Montagmorgen staatliche Hilfen für die vom Virus besonders betroffene Luftfahrt-Industrie ins Gespräch gebracht. Trump selbst zeigt Anzeichen von Panik und betrachtet die Epidemie weiterhin als politische Gefahr für seine Wiederwahl im November und verharmlost Covid-19 auf Twitter: An der Grippe seien im letzten Jahr 37.000 Amerikaner gestorben. An dem Virus dagegen nur 22 bei 546 Fällen ( Link).  Zudem sei der Kollaps an den Börsen auf den Öl-Krieg zwischen Russland und den Saudis zurück zu führen, sowie auf die «Fake News», die seiner Regierung ungerechtfertigte Vorwürfe mache. AM

16.30 Uhr
Megilla per Streaming
Die Israelitische Cultusgemeinde Zürich bietet ein Streaming der Megilla-Lesung am Montagabend und Dienstag an. Damit richtet sich die Gemeinde an Menschen, die aus «gesundheitlichen Gründen oder aufgrund der aktuellen Vorsichtsmassnahmen (z.B. Quarantäne, Risikopatienten)» nicht an einer der Megillalesung teilnehmen können. Die Live-Übertragung aus der Synagoge Löwenstrasse findet sich unter diesem Link (Link) heute Montagabend um 19:00 Uhr und Dienstagmorgen. 7:15 Uhr.

15.15 Uhr
Purim 2020 in der Schweiz - die Übersicht
Wegen des Corona-Virus haben sich verschiedene jüdische Gemeinden in der Schweiz zu Absagen oder Programmänderungen ihrer Purimfeiern entschieden. Chabad Basel hat seine Purim Pizza Party, die am Dienstag hätte stattfinden sollen, abgesagt. Wie geplant stattfinden konnten aber die zwei Megillah Lesungen am Montag und Dienstag. Der Vorstand der Jüdischen Liberalen Gemeinde Or Chadasch hatte auf Grund der verschärften Regelungen im Kanton Zürich ebenfalls entschieden, die beiden Veranstaltungen zu Purim am Dienstag und Donnerstag nicht durchzuführen. Diese Massnahme betrafen jeweils den «Party-Teil», d.h. die Kinderveranstaltung und die Weindegustation, der beiden Veranstaltungen. Die Lesung der Megillat Esther fand wie geplant statt. Bei Chabad Zentralschweiz in Luzern fand die Purim Veranstaltung wie geplant statt.  Die Gottesdienste der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich finden regulär statt. Die Gemeinde verzichtete jedoch darauf, die Mechiza Erew Purim im unteren Teil der Synagoge aufzustellen. Dies um möglichst viel Abstand und Bewegungsfreiheit zu ermöglichen. Die geplante grosse Purim-Party im Anschluss ans Megilla Leinen wurde abgesagt. In Bern finden die Megilla-Lesungen der Jüdischen Gemeinde Bern statt, hingegen wurde das Purimparty von Montag abgesagt. Der Imbiss Morgen Vormittag nach dem Morgengottesdienst findest statt sowie alle übrigen Veranstaltungen der Gemeinde. In einer umfassenden Email informiert die Gemeinde über Verhaltensregeln und Massnahmen zur Vorkehrung. 

14.00 Uhr
Tehilim gegen Corona 
Weltweit haben orthodoxe jüdische Gemeinden zum Lesen von Tehlim aufgerufen.  In Europa wurden um 14 Uhr Mitteleuropäischer Zeit fünf Kapitel gelesen. 

13.00 Uhr
Purim mit Sonderbewilligung in Zürich
Das Megilla-Lesen in der Israelitischen Religionsgesellschaft Zürich findet statt mit Sonderbewilligung. Die Gemeinde rechnet mit 500 Besuchern und hat hierfür eine Bewilligung von der Stadt Zürich erhalten verbunden mit Hygiene Auflagen.  Das Update aus anderen Gemeinden folgt. 

Botschaftsangestellter in Athen infisziert
Ein israelischer Angestellter der Botschaft Israels in Athenist als Träger des Coronavirus bestätigt worden. Das gab das israelische Gesundheitsministerium am Montag bekannt. Zwei Familienmitglieder des Mannes seien ebenfalls Träger des Virus. Die Botschaft wird den ganzen Montag über aus Gründen der Reinigung geschlossen bleiben. Das israelische Gesundheitsministerium steht im Kontakt mit seinen griechischen Partnern. Der erkrankte Mann hat in der ersten Märzwoche diverse Flüge zurückgelegt. Jede Person, die auf einem der betreffenden Flüge mitgeflogen ist, muss sich unbedingt für eine Periode von 14 Tagen in eine Haus-Quarantäne begeben und sich beim Gesundheitsministerium melden. JU

12.40 Uhr
Jede Israeli, der von Ägypten nach Hause zurückkehrt, muss sich unmittelbar nach seiner Ankunft in eine zweiwöchige Quarantäne begeben. Das verordnete das Gesundheitsministerium am Montag. Diese Ankündigung folgte auf eine Zunahme der Coronavirus-Fälle während des Wochenendes in der Region. Gesundheitsoffizielle in Irak, Libanon und Ägypten sprachen bereits am Samstag von einer Zunahme der Fälle von Coronavirus in den betreffenden Staaten. In Ägypten gibt es laut den jüngsten Informationen mindestens 37 Patienten. Ägypten hat inzwischen den ersten Todesfall auf seinem Territorium bestätigt. Ein deutscher Bürger war an den Folgen des Virus verstorben. JU

 

12.35 Uhr
In der Islamischen Republik Iran hat der Coronavirus bisher  237 Menschen getötet und 7161 infisziert. Das gab ein Sprecher des Teheraner Gesundheitsministeriums am Montag über TV bekannt.  Die Zahlen schliessen 595 neue Infektionsfälle und 43 Todesfälle in den letzten 24 Stunden ein. Ausserhalb von China, wo dieser Virus herstammt, ist Iran  das Land mit einer der höchsten Todesraten. JU

12.30 Uhr 
Unruhige Börsen in Nahost
Wenig erfreuliche Nachrichten von den nahöstlichen Aktienbörsen. Die Papiere des staatlichen Öl-Giganten Aramco verloren am Montag bei der Eröffnung des Börsenhandels in Riyadh gleich 10 Prozent seines Wertes. Der Handel in Aramco-Titeln musste eingestellt werden. Die Ölpreise verloren wegen des Virus soviel wie nicht  mehr seit 1991 bei Ausbruch des Golfkriegs. Die Börse von Kuwait musste ebenfalls 30 Minuten nach der Eröffnung schliessen. Da die Aktiernkure um 10 Prozent krebsten. Der Finanzmarkt von Dubai sah einen Kurssturz seiner Aktien um 8,5 Prozent. Bei der Eröffnung am Montag gab es nur Anbieter, und die Aktienbörse von Abu Dhabi verlor bei der Eröffnung über 7 Prozent. Saudi Arabien gab am Montag die Schliessung seiner Boden-, Luft- und Wassergrenzen zu Bahrain, Ägypten, Irak, Italien, Kuwait, Libanon, Süd-Korea, Syrien und den Vereinigten Arabischen Emiraten bekannt. JU

10.15 Uhr
Marsch des Lebens verschoben
Der internationale «Marsch der Lebenden» in Auschwitz ist wegen der Ausbreitung des Coronavirus auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Rund 10'000 junge Juden aus aller Welt nehmen alljährlich an dem rund drei Kilometer langen Gedenkmarsch von Auschwitz nach Birkenau teil, dem grössten der deutschen Vernichtungslager in der Nazi-Zeit. Die Veranstaltung in Polen war für den 21. April geplant. TA

04.30 Uhr
Besucher einer Trauer-Feier in Gefahr
In Maryland könnten bis zu einhundert Teilnehmer an einer Trauer-Feier in Kontakt mit dem Coronavirus gekommen sein. Dies teilte der Gouverneur des Gliedstaates am Samstag mit. Drei Bürger aus dem Landkreis Montgomery County hatten sich im Februar auf einer Kreuzfahrt nach Ägypten angesteckt. Am 28. Februar besuchte Einer davon eine Shiva in dem Ort Rockville, bevor er das Virus bei ihm festgestellt worden war.70 bis 100 Menschen haben die Trauer-Versammlung besucht. Gouverneur Larry Hogan empfiehlt diesen Bürgern, auf Symptome der Erkrankung zu achten. Die Situation sei «Besorgnis erregend» (Link). Wie bereits früher vermeldet, herrscht in den USA ein Mangel an Test-Geräten für das Virus. Im Staat New York ist die Zahl der Fälle laut Gouverneur Andrew Cuomo bis Sonntagmittag Ortszeit auf 105 gestiegen, davon 82 im Landkreis Westchester County. Dort war ein jüdischer Anwalt das erste Opfer der Krankheit (Link). Daneben hat Oregon nun auch den Ausnahmezustand erklärt. Dort wurden bislang 14 Fälle festgestellt (Link). AM

 

SONNTAG, 8. MÄRZ 2020

22.45 Uhr
Bereits 39 Kranke in Israel
Die Zahl der Corona-Kranken in Israel steigt unaufhörlich: Allein am Sonntagabend wurden bis jetzt 39 Krankheitsfälle gemeldet, und ein Ende ist nicht abzusehen. Der Moment rückt näher für die zuständigen Stellen, die Quarantäne-Pflicht auf alle Rückkehrer und Einreisendewilligen nach Israel auszudehnen, vor allem auch auf Einreisewilligen aus gewissen US-Staaten. Die Palästinensische Behörde weist mindestens für zwei Wochen alle Touristen zurück und schliesst alle Kirchen und Moscheen in Bethlehem, wo zur Zeit 14 US-Bürger in einem Hotel unter Quarantäne gesetzt sind. Die PA fürchtet eine wirtschaftliche Katastrophe für die Stadt. Die Ostjerusalemer Elternvereinigung hat alle Eltern aufgefordert, ihre Kinder zu Hause zu behalten, um deren Ansteckungsgefahr zu reduzieren. – Ausländer, die via Ägypten angereist kommen, werden laut Verordnung von Innenminister Arie Deri nicht  nach Israel eingelassen. JU

21.00 Uhr 
Trump-Regierung ändert Ton in Sachen Coronavirus
Am Sonntag hat mit Anthony Fauci der führende Regierungs-Experte für Covid-19 in den USA erstmals Senioren und gesundheitlich angeschlagene Amerikaner vor Reisen gewarnt. Fauci leitet das «National Institute of Allergy and Infectious Diseases» und ist seit Jahrzehnten im Regierungsdienst tätig. Fauci sprach die Warnung an einem Interview mit einer der politischen TV-Sendungen am Sonntagmorgen aus. Er sagte, der Virus-Ausbruch weite sich aus. Deshalb müssten Risiko-Gruppen wie Senioren besonders geschützt werden. Diese sollten «nicht zuwarten, bis die Lage noch schlimmer ist und grosse Menschenansammlungen und lange Reisen, besonders aber Kreuzfahrten meiden». Der Arzt sagte zudem, etliche der inzwischen knapp 500 Fälle seien «community spreads», also anhin nicht auf Auslands-Kontakte etwa nach China oder Italien rückführbar. Kranke oder Menschen, die sich nicht wohl fühlten, sollten die Öffentlichkeit meiden. Bei Kreuzfahrten sprach Fauci das Schiff «Grand Princess» an, das derzeit vor Kalifornien lieg und am Montag in Oakland andocken soll. Von den 3500 Menschen an Bord wurden 21 positiv getestet, darunter 19 Crew-Mitglieder. Die ganz überwiegende Mehrheit der Passagiere und Besatzung sollen erst in den kommenden Tagen getestet werden. Präsident Trump hatte Ende Woche noch dafür plädiert, das Kreuzfahrt-Schiff nicht andocken zu lassen, damit die Zahl der Infizierten auf dem Festland nicht zunimmt. Inzwischen kritisieren auch ex-Mitarbeiter seiner Regierung die zögerliche und chaotische Reaktion Trumps auf das Virus. Der ehemalige Chef des Gesundheitsamtes FDA, Robert Gottlieb, sagte einen dramatischen Wandel der Lebensumstände in den USA binnen der kommenden zwei Monate voraus. Die Isolierung von und Ausgangssperren in Städten und ganzen Regionen sei praktisch unvermeidlich. Trump warf den «verlogenen Medien» indes vor, seinen «perfekt koordinierten und fein abgestimmten Angriffsplan» gegen das Virus falsch darzustellen (Link). AM

20.30 Uhr
Israel bereitet drastischere Schritte vor
Auf den ersten Blick ohne konkrete Ankündigungen verlief am Sonntagabend die gemeinsame Pressekonferenz zwischen Premier Netanyahu und Gesundheitsminister Litzman. Für ein Mal war das Nichtgesagte zwischen den Zeilen wichtiger als das Gesagte. So dürfte Israel schon morgen Montag dazu übergehen, alle eintreffenden Reisenden, ohne Unterschied ihres Herkunftslandes, unmittelbar nach der Landung zu einer 14tägigen Quarantäne zu verknurren. Das mag drastisch tönen, ist de facto aber nicht ganz so schlimm, denn der internationale Flugverkehr von und nach Israel ist bereits jetzt schon fast ganz zusammegebrochen, Hinzu kommt die beinahe an Gewissheit grenzende Wahrscheinlichkeit, dass die Zahl der Coronakranken in Israel zunehmend wird. Aus den Krankenhäusern verlautet, dass der Buschauffeur, der bis vor kurzem noch Touristen aus verschiedenen europäischen Staaten gefahren hatte, inzwischen in schwierigem Zustand im Krankenhaus liegt. Dann musste am Sonntag über 18 Kinder aus einem Kindergarten in Haifa, zuzüglich den Kindergärtnerinnen die Quarantäne verhängt werden, weil eine von ihnen im Kontakt gewesen ist mit einer erkrankten Person. Dann wurde am Sonntagabend offiziell die Erkrankung einer weiteren Person bekanntgegeben, womit die Gesamtzahl in Israel sich auf 26 erhöht hat. Und eine halbe Stunde später folgte bereits die Meldung vom Erkrankten Nummer 27. Hinter vorgehaltener Hand spricht man aber von mindestens füf weiteren Kranken im Jüdischen Staat. Inzwischen fahren die Israeli fort, sich mit allem Nötigen, wie Toilettenpapier en masse und nicht weniger Papiernastüchern und viel Unnötigen einzudecken. Die Regale in den Supermärkten leeren sich fast täglich, doch von einer echten Mangellage kann (noch) nicht gesprochen werden. Was leider langsam aber sicher zur Tatsache wird, trotz der ermunternden Aufrufe von Politikern und sonst gutmeinenden Menschen, kann nicht mehr weggeleugnet werden: Von einer Feststimmung im Vorfeld des Purimfestes vom Dienstag und Mittwoch kann kaum noch die Rede sein. JU

16.40 Uhr
El Aal erwartet Riesenverlust
Im Gefolge des Ausbruchs des Coronavirus erwartet die nationale israelische Fluglinie El Al für den Zeitraum zwischen Januar und April des laufenden Jahres einen nahmhaften Verlust von 140-160 Millionen Dollar. Das teilte die Gesellschaft am Sonntag der Tel Aviver Börse mit. Die steigenden Einnahmeneinbussen folge, wie das Unternehmen betonte, einem wesentlichen Nachfragerückgang seitens der Konsumenten und einer schrumpfenden Operation in Folge der wachsenden strikten Restriktionen auf die Reisetätigkeit, wie sie das israelische Gesundheitsministerium verhängt hat. Gemäss den aktualisierten und korrigierten Schätzungen werden durch die reduzierten Betriebskosten ein Teil der sinkenden Einnahmen kompensiert werden. Der Gesamtschaden dürfte Ende  April auf 70-90 Millionen Dollar zu stehen kommen.Diese Entwicklung stehe ausserhalb der Kontrolle der Gesellschaft, sagte ElAl in einer Verlautbarung. Wegen der Reisebeschränkungen durch die Gesundheitsbehörden hat die Fluglinie alle Flüge nach China, Hongkong, Thailand und Italien gestrichen und wird die lange erwartete Einweihung eines Direktflugs nach Tokio nicht wie geplant am 11. März in die Tat umsetzen sonden hinausschieben. Schliesslich hat die Flughafenbehörde am Sonntag bestimmt, für 70 Prozent aller Temporärangestellten, zuerst für die Unverheirateten, einen unbezahlten Urlaub einzuführen. Zudem wird das Sicherheitspersonal der Behörde auf 150 Angestellte reduziert. JU

16.35 Uhr
Geniessen Amerikaner Vorzugsbedingungen?
Premier Netanyahu blockiert offenbar den Plan, aus gewissen US-Staaten zurückkehrende Israeli unter Quarantäne zu setzen. Wie gewisse hebräischsprachige Medien berichteten, hat Premierminister Netanyahu am Sonntag den Plan des Gesundheitsministeriums blockiert, Israeli unter Quarantäne zu setzen, die aus gewissen US-Staaten in ihre Heimat zurückkehren. Offensichtlich im Bestreben, US-Präsident Donald Trump nicht zu verärgern, hat Netanyahu dem Gesundheitsministerium nicht gestattet, aus New York, Kalifornien und Washington State zurückkehrende Landesbürger unter Quarantäne zu setzen. Der Premier dürfte noch heute Sonntag vor 19 Uhr einen Beschluss in der Sache fassen. Für dann hat das Ministerium eine Pressekonferenz anberaumt. Offenbar ist nicht ein Mal der gefürchtete Corona-Virus in der Lage, politische Zwiste im Jüdischen Staat ganz aus der Welt zu schaffen, und sei es auch nur für wenige Tage. JU

08.10 Uhr
Multi-Millionenverluste
Die Corona-bedingten Absagen praktisch aller Purimanlässe in Israel tragen dem Land unmittelbare Verluste von 180 Millionen Schekel ein; umgerechnet fast 49 Millionen Franken. Das schreibt die Zeitung «Yediot Achronot» am Sonntag. Wenn nicht bald eine Änderung der Situation eintritt, könnte dem Sektor der Veranstaltungen ein kumulierter Verlust von bis zu einer Milliarde Schekel entstehen. Vor dieser Entwicklung warnten am Samstababend rund tausend Organisatoren, Inhaber von Veranstaltungssälen, Verantwortliche für Anlässe in Bereichen wie Kultur und Vergnügen an einer Nostatdssitzung. Wie sie sagen, müssen bis zu 150'000 Arbeitnehmer der Branche mit ihrer Entlassung rechnen oder dem Verlust ihrer Arbeitsstelle rechnen. «Wir verstehen die Angst vor der Krankheit, doch die israelische Regierung muss aufwachen: Lasst nicht zu, dass wir zusammenbrechen!» In den letzten Tagen seien zahllose Veranstaltungen abgesagt worden, und zwar auch solche, welche de Kriterien des Gesundheitsministeriums erfüllt hätten. Yoni Feingold, Vorsitzender des Verbandes der Organisatoren und Bühnenregisseure, sagte: «Der Staat muss begreifen, dass ihm, genauso wie er sich um den Gesundheitsaspekt kümmert, auch der wirtschaftliche Aspekt eine Rolle spielen muss. Es geht um tausende von Firmen in der Krise – wir verbluten. – Es wird damit gerechnet, dass das Finanzministerium staatliche Garantien und Anleihen geben wird für Unternehmen, die wegen des Zustands in Schwierigkeiten geraten sind. JU

00:15 Uhr
25 Corona-Patienten in Israel
Am Samstagabend wurde die Zahl der israelischen Conrona-Kranken mit 25 angegeben. Nach Angaben des Gesudnheitsministeriums wurden die Patienten 17-25 mit dem Virus entdeckt und befinden sich in Quarantäne. Das Gesundheitsministerium bezeichnete ihren Zustand als «stabil». Premierminister Netanyahu hat den Coronavirus inzwischen zur  «schlimmste Seuche der letzten 100 Jahre» deklariert. Israel würde, wie er erklärte, «auf nationaler wie auf internationaler Ebene» handeln. In den letzten 48 Stunden habe er mit Weltführern gesprochen und mit anderen Staaten ein Konferenzgespräch initiiert, das in der kommenden Woche durchgeführt werden soll, Zweck ist es, herauszufinden, wie die Weltführer einander helfen können. Der Regierungschef legte einen Fünf-Punkteprogramm vor, der erstens die Desinfektion aller öffentlichen Installationen vorsieht. Zweitens werde die Möglichkeit ins Augegefasst, die Luftwaffe zu engagieren, um sicherzustellen, dass Israel über allen wesentlichen Nachschub verfügt. Drittens arbeite er an der Öffnung einer Preditlinie, um eine Antwort zu erteilen für Geschäfte und Firmen, die unter Druck geraten sein könnten. Viertens sollen die besten Köpfe in Israel mobilisiert werden, um einen breitangelegten Test zu entwickeln, der eine indutrielle Testfähigkeit erarbeiten könne, um zwischen kranken und gesunden Menschen zu trennen. Schliesslich sagte der Premier, Israel werde seine Kontakte mit Führern in gewissen Staaten nutzen: «Wir werden ihnen helfen und sie werden uns helfen, und mit Gottes Hilfe werden wir diese Krise gemeinsam bewältigen». – Derzeit befinden sich über 80000 Israeli in Heim-Quarantäne. Die Bevölkerungs- und Immigrationsbehörde beziffert die Zahl der Ausländer, die Israel in den letzten 24 Stunden verlassen haben, auf 19089. JU

00:10 Uhr
Palästinenser bestätigen 19 Fälle
Die Zahl der offiziell bestätigten Coronavirus-Fälle hat sich auf 19 erhöht. Das bestätigte am Samstagabend das Gesundheitsministerium der Palästinensischen Behörde (PA). Nach Angaben des Ministeriums sind 18 Palästinenser für 14 Tage unter Quarantäne platziert worden: 16 in Jericho und zwei am Grenzübergang zwichen Rafah im Gazastreifen und Ägypten. Weitere 350 Palästinenser, die in der gesellschaft von infiszierten oder verdächtigten Personen gewesen sind, wurden nach Aussagen des Ministeriums angewiesen, sich zu Hause zu isolieren. 500 Palästinenser, die im Verdacht gestanden hatten, sich die Krankheit zugezogen zu haben, wurden getestet. Diese Tests ergaben alle aber ein negatives Resultat. Die PA hat alle Kirchen, Moscheen und Bildungsinstitute in ihrem Einflussbereich die Schliessung bis auf weiteres befohlen. Ferner ist Touristen aus China, Süd-Korea, Japan, Singapur, Thailand, Hongkong und Italien der Zustritt zum palästinensischen Gebiet untersagt worden. JU

 

SAMSTAG, 7. MÄRZ 2020 

23.00 Uhr
Mehrere Schweizer in Quarantäne 
Seit den Einreisebeschränkungen Israels dieser Woche sitzen mehrere Schweizer Touristen in Israels Hotels in Quarantäne. Gemäss Recherchen von tachles online  im direkten Kontakt mit den Betroffenen, wurden diese erst im Flugzeug nach Israel über die Quarantäne informiert. Bei Ankunft wurde dann die Quarantäne auferlegt. Übereinstimmende Aussagen mehrerer anderer Reisen allerdings sagten, dass die Quarantäne nicht kontrolliert wird. Auch von der Organisation der Auslandschweizer kommt die Information, dass die Situation oft unklar sei zwischen Auflagen von Israels Gesundheitsministeriums und den verschiedenen Botschaften. Inzwischen hat die Swiss  sowie El Al sämtliche Flüge nach Israel gestrichen. Easyjet fliegt derzeit noch. 

22.15 Uhr
Pessach-Reisen vor dem Aus
Rekapitulation: Seit Montag hat der aus China nach Westen überschwappende Corona-Virus zunehmend Einfluss auf den jüdischen Alltag in Europa, USA und Israel. Weltweit werden Gemeindeveranstaltungen und Purim-Events abgesagt oder Einschränkungen entlang Auflagen von Behörden auferlegt. Recherchen und Nachfragen von tachles online bei Reiseunternehmern weisen darauf hin, dass im Hinblick auf das bevorstehende Pessachfest u.a. auch aufgrund von Israels aktuellen Einreisebeschränkungen massive Ausfälle entstehen werden. Detailhändler rechnen ausserdem mit Lieferengpässen von Produkten Kosher le Pessach, während dem der Grossverteiler Coop in der Schweiz bereits jetzt die Stocks an entsprechenden Produkten erhöht. Alleine für Zürich rechnet der Grossverteiler mit Hunderten von Jüdinnen und Juden, die traditionelle Pessach nicht werden antreten können und die Feiertage in der Schweiz verbringen werden müssen.  Im Live Ticker +++ berichtet tachles online rund um die Uhr über neue Entwicklungen. 

20.30Uhr
Zwei Aipac-Teilnehmer infiziert
Mittwochnachmittag hat Aipac Teilnehmer der Jahreskonferenz in Washington am Wochenende darüber informiert, dass eine aus New York angereiste Besucher-Gruppe möglicherweise zuvor mit dem Erkrankten in Kontakt gewesen sei. Nun hat die «offizielle Po-Israel» Lobby» bekannt gegeben, dass bei zwei Teilnehmern tatsächlich eine Infektion mit Covid-19 festgestellt worden ist. Diese seien Mitglieder einer Delegation aus New York gewesen. Genauere Informationen hat Aipac anhin nicht gemacht. Aber die Vermutung liegt nahe, dass die Fälle mit dem Virus-Ausbruch in New Rochelle/Westchester County zusammenhängt, der inzwischen zu der «Selbst-Isolierung» von mindestens 2700 Menschen dort und weiteren Fällen an der Yeshiva University im nördlichen Manhattan sowie an der Synagoge «Young Israel» in New Rochelle geführt hat (tachles online  berichtete). An der Aipac-Konferenz vor acht Tagen haben 18.000 Menschen aus allen Teilen der USA teilgenommen. AM

18.00Uhr 
New York  erklärt Notstand
Gegen 15 Uhr Ortszeit hat der Gouverneur von New York aufgrund zunehmender Fälle von Virus-Infektionen den Notstand ausgerufen. Deren Zahl war auf 76 angestiegen, nachdem ein Uber-Fahrer in Queens positiv diagnostizier worden ist. Der 33-Jährige hatte Freitagnacht das St. «John’s Episcopal Hospital» in Queens aufgesucht und über schwere Grippe-Symptome geklagt. Nachdem Tests einen Befall mit Covid-19 ergaben, haben sich rund 40 Angestellte des Spitals in «Selbst-Isolierung» begeben. Sie werden derzeit getestet. Behörden testen zudem weiter Kontakte des jüdischen Anwalts aus New Rochelle, der vor einer Woche mit dem Virus diagnostiziert worden ist. Daneben wurden zwei neue Fälle im Landkreis Saratoga etwa drei Autostunden nördlich von New York City festgestellt. Dabei handelt es sich um die ersten Anzeichen für eine weitere Verbreitung von Covid-19 im «Empire State» (Link) Der Notstand erlaubt Behörden die Aufhebung von Regulationen etwa bei Ausgangs-Beschränkungen, der Anstellung von Pflegepersonal oder der Beschaffung medizinischer Hilfsmittel wie Gesichtsmasken, die rapide aus dem Handel verschwinden. Cuomo warnte an einer Pressekonferenz vor Panik: Angst sei schlimmer als der Virus. Landesweit wird die Kritik an der Trump-Regierung immer lauter: Das Weisse Haus habe wertvolle Wochen mit Zögern und Ausflüchten verschwendet, während die Krankheit um sich gegriffen habe (Link). Laut «The Atlantic» wurden in den gesamten USA bis Freitag nur 1895 Menschen getestet. Dies erklärt die anhin niedrige Zahl von rund 300 Fällen (Link). AM

 

FREITAG, 06. MÄRZ 2020

17.30
Hotel sperrt Team von Yeshiva University aus
Wie erst vor kurzem in New Yorker Medien vermeldet, hat das Double Tree Inn in Pikesville, Maryland, am Donnerstag Nachmittag dem Basketball-Team der Yeshiva University kurzfristig vorbestellte Zimmer gekündigt. An der renommierten Lehranstalt der Modernen Orthodoxie im Norden von Manhattan wurde in den letzten Tagen zwei Fälle von Covid-19 festgestellt (topnews berichtete).  Das Team war bereits auf dem Weg nach Baltimore für ein Turnier, als die Kündigung der Zimmer eintraf. Das Turnier wird ohne Zuschauer stattfinden, um Ansteckungen zu vermeiden. Die YeshivaUniversity hat den Haupt-Campus im Viertel Washington Heights in nördlichen Manhattan bereits geschlossen. Die Universität bezeichnet die Kündigung der Zimmer als «Diskriminierung». Pikesville ist eine vorwiegend von Orthodoxen bewohnte Nachbarschaft. Auch das dortige Double Tree Inn ist in jüdischem Besitz. Das Team fand inzwischen Räume in Hotels in der Innenstadt von Baltimore (Link). AM

15.35 Uhr
Rabbiner in New Rochelle infiziert
Freitagfrüh hat Rabbiner Reuven Fink seiner Gemeinde Young Israel in dem New Yorker Vorort New Rochelle mitgeteilt, dass er sich mit Covid-19 angesteckt hat. Der Geistliche unterrichtet zwei Klassen an der Yeshiva University in Washington Heights im Norden von Manhattan. Die Universität hat Studenten von Fink aufgefordert, sich aus der Öffentlichkeit zurück zu ziehen. Unklar ist momentan, ob Studenten und Angestellte an der renommierten Lehranstalt umfassend auf den Coronavirus getestet werden.  Rabbiner Fink dürfte sich über den Anwalt aus New Rochelle angesteckt haben, bei dem Anfang Woche der zweite Infektions-Fall in New York festgestellt worden war. Der Mann arbeitet in Manhattan und sein Sohn studiert an der Yeshiva University. Insgesamt ist die Zahl der Infizierten rund um den Anwalt nun auf 18 gestiegen. Anscheinend ist die Familie Mitglied von Young Israel. Behörden haben inzwischen Mitglieder und Besucher der Synagoge aufgefordert, sich bis auf weiteres in «Eigen-Quarantäne» zu begeben. Die Zahl der identifizierten Fälle liegt im Grossraum New York nun bei 22. Tausende von Menschen befinden sich jedoch in Quarantäne. Rabbiner Fink hat seiner Gemeinde via Email mitgeteilt, er befinde sich in einem recht guten Zustand. Wer in Kontakt mit ihm gekommen sei sollte sich jedoch ärztlich untersuchen lassen (Link). AM

14.35 Uhr
Grösste Purim-Party abgesagt
Wie Chabad Zürich mitteilt, ist die Purim Party in der Noam von nächster Woche abgesagt. Damit findet der grösste Purim-Event in der Deutschschweiz nicht statt. Chabad verweist hingegen auf das Lesen der Megilla im Gebetslokal an der Rüdigerstrasse in Zürich.  Auch die Basler Sektion von Chabad denkt über eine Absage der Purim-Events statt. Im Moment ist aber noch nichts entschieden. 

12.10 Uhr 
Megilla ja, Apéros nein 
Die Israelitische Gemeinde teilt folgenden Beschluss mit: «Anlässlich unserer Gottesdienste in der Grossen Synagoge sind in aller Regel keine 150 Personen anwesend. Ausserdem ist der Raum so gross, dass man sich nicht zu nahe kommen muss. Auch die Kleine Synagoge bietet genügend Platz für Distanz zum Nachbar. Deshalb können die regelmässigen Gottesdienste sowie diejenigen an Purim inkluisve aller Megilla-Leinen wie geplant stattfinden.» Abgesagt werden hingegen der Kiddusch am Schabbat 7. März, das Kinderschminken am Montag 9. März, den Apéro get-together nach dem Megilla-Leinen am Montagabend 9. März, den Apéro nach dem Frauen-Leinen am Dienstag den 10. März. Der Kinderevent vom Sonntag, 8. März, mit den angemeldeten 18 Kindern, kann durchgeführt werden.

12.10 Uhr
Wachstumsprognosen illusorisch
Viele Sektoren und Vertreter des Israel-Tourismus hatten bis noch vor kurzem mit fünf Millionen einreisende Touristen im laufenden Jahr gespielt. Der Ausbruch des Coronavirus hat die Aussichten aber völlig auf den Kopf gestellt, wie «Haaretz» am Freitag schreibt. Heute macht Israels Tourismus-Industrie sich Sorgen darüber, dass der Virus Vorbote einer Katastrophe werden könnte. Bisher hatten die Zustänigen sich eben damit beschäftigt, den israelischen Tourismus-Sektor mit Hilfe von Notplänen für Kriegssituationen am Leben zu erhalten. Pläne für die Begegnung von Epidemien von globalem Ausmass gab es bisher aber noch gar nicht, und es dürfte eine Weile dauern, bis solche Pläne operative Formen annehmen würden. «Alles fällt auseinander», sagte eine autorative Tourismusquelle. «Vorerst wissen wir nichts anderes zu tun, als Antidepressiva zu verteilen». Allerding vertreten Sprecher der israelischen Tourismus-Industrie mehrheitlich die Ansicht, dass das Land mit der Neugestaltung der Tourismusprognosen keine Sonderstellung einnimmt. Dieses Jahr dürften diese Prognosen einen klar negativen Trend einschlagen. «Wenn Frankreich schon  mit einem Rückgang des Tourismus von 30 Prozent rechnet, was sollen wir denn erwarten?», fragt sich Dikla Cohen-Sheinfeld vom Büro des Tourismus-Generaldirektors gegenüber «Haaretz». Sollte sich herausstellen, dass es sich bei der Situation um einen Dreimonate-Zustand handle und dass der Sommer sich retten lasse, dann sei das eine Sache. «Wenn die Krise aber anhält», gibt Dikla Cohen zu denken, «ist es etwas ganz Anderes, und niemand kann heute bereits sagen, wie Israel sich verhalten wird». Der Tourismusminister sage seinen Kontakten im Ausland ständig, Israel sei noch gar nicht von einem eigentlichen Ausbruch der Krise befallen worden, und alles sei operationell wie immer. Zum jetzigen Moment ist laut Dikla Cohen  noch niemand bereit, übe das Ausmass zu spekulieren, in dem  das israelische Tourismus-Jahr betroffen sein werde. Die Industrie dürfte, wie sie sagte, besonders hart getroffen sein, wenn das Land von einem Ausbruch des Coronavirus heimgesucht wird. JU/HA

11.55 Uhr
Coop stockt auf
Die Filiale St. Annahof in Zürich baut Gemäss Auskunft des Managements sein Pessach-Angebot im Hinblick auf Reisebeschränkungen nach Israel aus. Auch andere Anbieter von Koscherprodukten bereiten eine Zeit der möglichen Lieferengpässe vor. Weitere Informationen folgen. 
 

09.55 Uhr
Jüdische Veranstaltungen in der Schweiz
Während Yesh! die Durchführung des jüdischen Filmfestivals bestätigte (siehe Update weiter unten), sind bis jetzt gemäss Recherchen von tachles Schweizer Purimveranstaltungen noch nicht von Absagen betroffen. Hingegen ist der Tag des Jüdischen Buches in Zürich abgesagt und in Basel wird das Seniorenessen der jüdischen Hauspflege nicht durchgeführt. 

07.55 Uhr
Wer nicht nach Israel einreisen darf
Die Israelische Botschaft in Bern teilt mit, dass Israel seine derzeitigen Einreisebestimmungen wie folgt geändert hat: Personen (egal, welcher Nationalität), die aus Österreich, Schweiz, Deutschland, Frankreich und Spanien nach Israel einreisen wollen, können dies nur tun, wenn sie einen Nachweis haben, dass sie in Israel in häusliche Quarantäne gehen können (kein Hotel). Der Nachweis ist eine überprüfbare Adresse, Name und Telefonnummer in Israel. Die Quarantäne besteht für 2 Wochen. Diese Entscheidung trifft in Kraft am Freitag, 06.03.2020 um 08.00 israelische Ortszeit. Hier können Bestimmungen eingesehen (Einreisebestimmungen) und Formulare (Download) bezogen werden.
 

10.30 Uhr
Die israelische Immigrations- und Bevölkerungbehörde hat am Donnerstagabend eine vollständige Liste von jenen Staaten veröffentlicht, aus denen Ausländer Israel der Eintritt wegen des Corona-Virus verwehrt worden ist. Es handelt sich um die folgenden Länder: Süd-Korea, Japan, China, Macau, Hongkong, Thailand. Singapur, Iran, Schweiz, Andorra, Österreich, Libanon, Irak, Syrien, Deutschland, San Marino, Italien, Frankreich und Spanien (siehe auch Updates weiter unten). JU

10.00 Uhr
Nach einer Besprechung mit dem Generalstab hat der israelische Generalstabschef Aviv Kochavi verfügt, dass ab heute Freitag  Angehörige der IDF-Truppen bis auf Weiteres nicht ins Ausland reisen dürfen. Diese Verfügung sei in Übereinstimmung mit den Richtlinien des israelischen Gesundheitsministeriums und nach einer Situationsevaluierung durch den Generalstab im Bestreben getroffen worden, eine weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Wie der Generalstabschef betonte, soll durch die Massnahme nicht zuletzt die operationelle Bereitschaft der IDF beibehalten werden, was wiederum wichtig sei für die Scherheit des Staates Israel. Von den fast 80000 Israeli, die sich derzeit in einer selbst verhängten Quarantäne befinden, sind 5-600 IDF-Soldaten und –offiziere. JU

04.55 Uhr 
Von den 17, bisher (bis Donnerstagabend) in Israel mit dem Corona-Virus diagnostizierten Bürgerinnen oder Bürger haben neun die Krankheit wahrscheinlich in Italien aufgelesen, während vier weitere in Israel von Leuten infisziert worden sind, die zuvor schon mit der Krankheit diagnostiziert worden sind. Die anderen drei waren Gäste auf der «Diamond Princess», als das Schiff vor Japan vor Anker gegangen war. – Verteidigungsminister Naftali Bennett verordnete in Koordination mit der Palästinensischen Behörde (PA) die Schliessung der Stadt Bethlehem, nachdem dort sieben Corona-Fälle entdeckt worden sind. In einem seltenen Schritt haben sich israelische Persönlichkeiten und Vertreter der PA am Donnerstag getroffen im Bestreben, die Ausbreitung des Corona-Virus mit gemeinsamen Bemühungen zu stoppen. Beide Seiten tauschten Informationen aus über die Ausbreitung der globalen Pandemie, Die PA und Israel kamen überein, bei den Untersuchungen der epidemologischen Erscheinungen zu kooperieren, vor allem bei Touristen, die sowohl Israel als auch die palästinensisch kontrollierten Gebiete besucht haben. – In einem Hotel unweit von Bethlehem sind derzeit 40 Personen gegen ihren Willen quarantiert. Unter ihnen befinden sich 14 amerikanische Bürger, sowie rund 25 palästinensische Gäste und Angestellte. Die amerikanische Gäste seien sich nach Angaben der Hotelleitung im Klaren über die Situation und stünden im ständigen Kotakt mit ihrer diplomatischen Vertretung. Die israelischen Behörden fordern, dass die Betreffenden 14 Tage lang quarantiert blieben, bevor sie nach Israel einreisen können. JU

 

DONNERSTAG, 5. MÄRZ  2020

22.50 Uhr 
Yesh! findet statt
Die Leitung des jüdischen Filmfestivals Yesh! hat sich für die Durchführung des diesjährigen Festivals in Zürich entschieden. Festivaldirektor Michel Rappaport bestätigt am Donnerstagabend gegenüber tachles: «Das diesjährige Filmfestival findet gemäss Programm statt. Der Opening Apéro im Mascotte ist abgesagt, hingegen wird der Opening Film im Kino Le Paris wie geplant vorgeführt.». Das Festival startet am kommenden Donnerstag. Weitere Informationen finden sich hier (Programm).

21.45 Uhr 
Beliebte Purim-Party abgesagt
Seit Jahren veranstaltet der Philanthrop Richard Roberts an der Kollel Ner Avrohom-Synagoge in Lakewood, New Jersey, eine grosse Purim-Party. Zu dem Fest erscheinen bis zu 2300 Gäste. Doch nun hat Roberts die Feier kurz vor dem Beginn des Feiertages am Montag auf Grund des Coronavirus abgesagt. Roberts war in der Pharma-Industrie tätig und erklärte der Jewish Telegraphic Agency, die USA stünden vor einer entscheidenden Wende. Der Virus werde nun ständig neue Fälle zeitigen und in den kommenden Wochen womöglich Hunderttausende befallen. Es sei daher medizinisch unverantwortlich, eine Massenveranstaltung wie sein in der orthodoxen Gemeinschaft so beliebtes Purim-Fest zu veranstalten (Link). Der orthodoxe Dachverband «Rabbinical Council of America» hat anhin noch keine Empfehlung für die Absage von Purim-Veranstaltungen ausgegeben, aber bereits vor einer Woche mit Richtlinien auf das Virus reagiert. So sollten Gläubige auf das Küssen der Thora verzichten und die Hände desinfizieren (Link). 

21.40 Uhr 
Livestram anstatt Synagoge 
Die konservative Strömung in den USA empfiehlt derweil eine Umstellung von Gottesdiensten auf Livestreams und den Verzicht auf direkte, körperliche Kontakte (Link). Etliche Synagogen im Grossraum New York haben indes ebenfalls Purim-Feuern abgesagt. AM

19.45 Uhr
Jüdische Altersheim regeln ab
Die jüdischen Altersheime in Zürich schliessen die Tore für Besucher. Sowohl die Sikna wie auch das Mendelheim informieren, dass Besuche nur noch nach Rücksprache  mit der Heimleitung  und entsprechender Bewilligung möglich sind. Die Gottesdienste mit Partizipation von externen Besucher sind bis auf weiteres gestoppt. 

19.30 Uhr
Reisende aus der Schweiz betroffen
Reisende nach Israel müssen mit Einschränkungen rechnen:  Israeli aus folgenden Ländern müssen  sich ab sofort direkt nach der Ankunft in Israel einer 14tägigen Isolation unterziehen: Österreich, Deutschland, Frankreich, Spanien und die Schweiz. Nicht-israelischen Reisenden aus diesen Staaten kann die Einreise nach Israel untersagt werden. Versammlungen von über 5000 Personen sind ab sofort bis auf weiteres untersagt. Die israelische Botschaft in Bern veröffentlichte am Mittwochabend folgende «wichtige Mitteilung zur Einreise nach Israel»: «Israel hat am 4.3.2020 seine derzeitigen Einreisebestimmungen wie folgt geändert: Personen (egal, welcher Nationalität), die aus Österreich, der Schweiz, Deutschland, Frankreich und Spanien nach Israel einreisen wollen, können dies nur tun, wenn sie einen Nachweis haben, dass sie in Israel in häusliche Quarantäne gehen können (kein Hotel). Der Nachweis ist eine überprüfbare Adresse, Name und Telefonnummer in Israel. Die Quarantäne besteht für 2 Wochen. Diese Entscheidung tritt in Kraft am Freitag, 6.3.2020 um 8 Uhr israelische Ortszeit.»

17.55 Uhr
16. israelische Patient behandelt
Bei dem am Donnerstag Nachmittag mit Corona-Virus diagnostizierten 16. israelischen Patienten handelt es sich um ein 38jährigen Mann aus Ostjerusalem. Er war der Chauffeur des Tourbusses für 21 Pilgerreisende aus Griechenland, von denen vier nach ihrer Rückkehr nach Hause ebenfalls mit dem Virus diagnostiziert worden sind. Der Chauffeur befindet sich derzeit in einer Isolierstation im Porryia-Krankenhaus oberhalb von Tiberias. Er hatte bisher in regelmässigem Kontakt mit Touristen aus Griechenland, Spanien und Deutschland gestanden. – Nach Aussagen des Krankenhaus von Tiberias befinde der Mann sich in stabilem Zustand und sei bei vollem Bewusstsein. Das Krankenhaus behält ihn in der Isolierstation und befolgt die Anweisungen des Gesundheitsministeriums. JU

17.50 Uhr
Palästinensische Behörde schliesst Territorien
Die Palästinensische Behörde (PA) hat am Donnerstag Nachmittag bestätigt, dass bisher sieben Fälle von Leuten mit Corona-Virus in der Westbank gemeldet worden seien. Die PA hat die Gebiete für Touristen geschlossen. – Nach Ablauf der Pflichtperiode von 14 Tagen der Haus-Isolation sind am Donnerstag Nachmitag neun israelische Patienten, die auf dem Touristenschiff «Diamond Princess» gereist waren und vor Tokio aus Gründen des Corona-Virus ihr Schiff nicht verlassen durften, nach Hause entlassen worden. Sie waren nicht vom Virus befallen worden. JU

17.48 Uhr
Notfall-Fonds in Israel
Premierminister Netanyahu hat seinen Finanzminister Moshe Kahlon beauftragt, bis Sonntag einen Notfall-Fonds zur Unterstützung von Wirtschaftszweigen zu errichten, die von kritischer Wichtigkeit für die israelische Wirtschaft seien, nachdem der Corona-Virus sich offenbar landesweit auszubreiten beginnt. «Die gute Nachricht ist hier», sagte der Regierungschef am Donnestag vor einem Treffen mit führenden Wirtschaftsexperten, «dass die Wirtschaft Israels sich in guter, sogar sehr guter Verfassung befindet». JU

17:45 Uhr
Auswirkungen auf den Flugverkehr
Die Corona-Krise macht auch vor dem Israel-Tourismus nicht Halt. Am Donnerstag Nachmittag wurde bekannt, dass die deutsche Lufhansa, die Swiss und die Austrian Airlines den Flugverkehr von und nach Israel ab kommendem Sonntag wegen der Gesundheitslage und der damit zusammenhängenden einbrechenden Nachfrage für mindestens drei Wochen einstellen werden. Bereits heute herrscht gähnende Leere in den Abfertigungshallen des Ben-Gurion-Flughafens, und die Angestellten der diversen Fluglinien übersteigen die trotz allem sich noch an die Schalter begebenden potentiellen Passagiere ganz klar. Die wirtschaftlichen Auswirkungen für Israel können noch nicht abgeschätzt werden. Die Absicht der ElAl, in einem ersten Schritt rund tausend Angestellte zu entlassen, dürfte erst der Anfang einer Enwicklung von ungeahnten Auswirkungen sein

17.15 Uhr
Nir Baram sagt Schweiz-Besuch ab
Das Literaturhaus Basel teilt mit, dass der israelische Schriftsteller Nir Baram seine Leserreise wegen der verschärften Wiedereinreisebedingungen in Israel abgesagt hat. Die Basler Veranstaltung am vom von Dienstag, 10. März 2020  findet daher nicht statt. müssen. Bereits gekaufte Tickets für die Veranstaltung können Sie im Kulturhaus Bider & Tanner rückerstatten lassen oder an der Abendkasse im Literaturhaus gegen einen Veranstaltungsgutschein umtauschen. Mit Kreditkarte gekaufte Tickets werden automatisch zurückgebucht.

11.35 Uhr
Absage jüdischer Veranstaltungen in Zürich und Basel 
In der Schweiz wurden bereits erste jüdische Veranstaltungen abgesagt. So finden etwa der Tag des jüdischen Buches in Zürich und das Seniorenessen der Jüdischen Hauspflege nicht statt. Gemäss Recherchen von tachles wird das jüdische Filmfestival «Yesh!» durchgeführt, allerdings ohne Pre-Opening. Jüdische Schulen sollen in der Schweiz vorerst nicht geschlossen werden.

8.00 Uhr
Bisher waren ausserhalb Israels zwar keine jüdischen Fälle bekannt, doch wie tachles-Recherchen in der Schweiz und Europa zeigen, machen Informationen oft an Datenschutzgrenzen halt. Im Gegensatz zu anderen machen jüdische Institutionen wie Altersheime, Spitäler oder Gemeinden keine Angaben. Die Europäische Rabbinerkonferenz verzichtet im Vorfeld von Purim auf Empfehlungen.

7.30 Uhr
Keine Messusa küssen
In Israel hingegen erlässt Oberrabbiner David Lau eine Verfügung, die des Küssen oder auch nur Berühren der Mesusa beim Eintreten oder Verlassen von Wohnungen verbietet. Zudem hat das israelische Gesundheitsministerium, eine Verordnung erlassen, nach der nicht israelischen Reisenden unter anderem aus der Schweiz die Einreise nach Israel untersagt werden kann.

Redaktion