LIVE TICKER +++ 15. Sep 2021

Bekannter Impfgegner verstirbt an Covid-19 +++ Die Folgen der Pilgerfahrt 

Der LiveTicker+++ berichtet laufend über Entwicklungen rund um das Coronavirus aus der jüdischen Schweiz und darüber hinaus.  Der Serviceteil mit Notfallnummern findet sich am Ende jedes Tageseintrages. 

MITTWOCH, 15. September 2021 

9.20 Uhr
Bekannter Impfgegner verstirbt an Covid-19
Einer der bekanntesten Impfstoffgegner Israels, der Verschwörungstheorien in Bezug auf das Coronavirus verbreitete, starb am Sonntag im Wolfson Medical Center in Holon an Covid-19. Wer hofft, dass der Tod des 57-jährigen Hai Shaulian seine Anhänger zur Eiligen Impfung veranlassen würde, wird enttäuscht. Basierend auf den Reaktionen seiner Anhänger in den sozialen Medien scheint Shaulians Tod ihre Ansichten nicht geändert zu haben.

Am Samstag veröffentlichte Shaulian für seine Follower auf Facebook ein Update über seinen sich verschlechternden Zustand und forderte sie auf, sich weiterhin gegen die medizinischen Einrichtungen zu stellen. «Ich befinde mich in einem sehr ernsten Zustand. Ich bin nicht in der Lage, mit Leuten zu sprechen oder ihnen zu antworten. Ich habe keinen Sauerstoff», schrieb er. «Ich glaube, dass ich das durchstehen werde, so Gott will. Ich gehe davon aus, dass es zwei Wochen dauern wird, vielleicht drei. Kämpft weiter.»

Er behauptete, dass die Regierung ihre Impfkampagne der Öffentlichkeit aufzwinge, und forderte seine Anhänger auf, «nicht aufzugeben». In einem anderen Beitrag lieferte er eine alternative Erklärung für seine Krankheit und behauptete, Polizisten hätten ihn bei seiner Festnahme bei einer Protestaktion vergiftet.

«Ich sage Euch, dass dies ein Versuch ist mich zu ermorden, und wenn mir etwas passiert – wisst Ihr, dass genau dies Realität geworden ist», sagte er in einem Videoclip von seinem Krankenhausbett aus.
Nach seinem Tod behaupteten seine Anhänger, er sei von Regierungsbehörden ermordet worden, weil das Establishment versucht habe, Shaulian zum Schweigen zu bringen, damit er nicht die Wahrheit über eine fiktive Pandemie und einen gefährlichen Impfstoff preisgibt.

Gegner von Shaulian forderten seine Anhänger auf, nach seinem Tod zur Besinnung zu kommen. «Ich habe gebetet, dass er sich schnell erholt, dass er das Coronavirus überlebt», sagte Dr. Lior Ungar vom Sheba Medical Center, der seit Jahren gegen Impfgegner kämpft. 

In der Anthropologie bezeichnet der Begriff «kognitive Dissonanz» eine Situation, in der die Überzeugungen einer Gruppe mit der Realität kollidieren. Das Konzept wurde zuerst von Leon Festinger untersucht, einem amerikanischen Sozialpsychologen, der in den 1950er Jahren die Anhänger eines Sektenführers beobachtete, der prophezeit hatte, dass die Welt an einem bestimmten Datum untergehen würde, was natürlich nicht stimmte.

Festiger zeigte in seinen Recherchen, dass die Menschen ihren Glauben meist auch dann aufrechterhalten, wenn er von der Realität widerlegt wird. Im Fall der Sekte stiegen einige der weniger überzeugten Gläubigen aus nachdem die Welt weiter existierte, aber eine hartnäckige Gruppe von Anhängern weigerte sich, die Wahrheit anzuerkennen. Sie behaupteten ihren Glauben und zogen sogar neue Mitglieder an.
 

MONTAG, 13. September 2021 

8.25 Uhr
Die Folgen der Pilgerfahrt 
Die Infektionsrate bei Israelis die an diesem Wochenende aus der Ukrainischen Stadt Uman zurückkehrten, sei doppelt so hoch wie die der allgemeinen Bevölkerung. Diese Zahlen bestätigen die Warnungen der Gesundheitsbehörden, dass die jährliche Pilgerfahrt zu Rosh Haschanah ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko darstellen könnte.

Bei 13,5 Prozent der Pilger, die letzte Woche vom Rettungsdienst Magen David Adom in Uman getestet wurden, wurde Covid-19 diagnostiziert, wie der Nachrichtenseite Ynet am Samstag berichtete. Dies entspricht mehr als das Doppelte der nationalen Rate von 6,6 Prozent.

Laut dem nationalen Sender Kann, wurden in Uman selbst nur etwa 2‘000 Pilger Covid-Tests unterzogen, da die Teststationen Schwierigkeiten hatten, mit der hohen Nachfrage Schritt zu halten.
Die israelische Bevölkerungs- und Einwanderungsbehörde teilte mit, dass bis Freitag rund 17‘000 Menschen aus der Ukraine nach Israel zurückgekehrt seien. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden 1‘600 von ihnen positiv getestet, was dem Neunfachen der durchschnittlichen positiven Rate im Vergleich zu Ankünften aus allen anderen Ländern entspricht.

Ebenfalls, stehen hunderte von Pilgern im Verdacht, negative Testergebnisse gefälscht zu haben, um nach Israel zurückzukehren, obwohl zumindest einige von ihnen positiv getestet wurden. Dies teilte die Polizei am Freitag mit. Ein Pilger, der unter der Bedingung der Anonymität sprach, beschrieb, wie einfach es sei, negative Ergebnisse zu fälschen.

Etwa 30‘000 Juden aus der ganzen Welt nahmen an der diesjährigen Pilgerfahrt zu Rosh Haschanah zum Grab des Gründers der chassidischen Bewegung in Breslov, Rabbi Nachman, teil.
 

MITTWOCH, 08. September 2021 

9.55 Uhr
Furcht vor den Feiertagen 
Die Welle der Coronavirus-Infektionen in Israel zeigt Anzeichen einer Verlangsamung, aber laut Experten, könnten Massenversammlungen während Rosch Haschana diesen Trend umkehren. «Wir sehen definitiv die Auswirkungen der Auffrischimpfung, jedoch bleibt die Frage, welcher Trend stärker sein wird, die Auffrischung oder die Ausbreitung des Virus», sagte Doktor Sharon Alroy-Preis, Leiterin des öffentlichen Gesundheitsdienstes im Gesundheitsministerium. 

Etwa 2‘57 Millionen Israelis haben die Auffrischimpfung seit Anfang August erhalten. 
Am Sonntag meldete das israelische Gesundheitsministerium 4‘975 Neuinfektionen. Von den 91‘346 aktiven Fällen, handelt es sich bei 679 um schwere Krankheitsfälle, von diesen, befinden sich 200 Personen sich in einem kritischen Zustand, und 143 sind an Beatmungsgeräte angeschlossen.
Seit Beginn der Pandemie sind in Israel 7‘154 Menschen an dem Virus gestorben.

Ein Bericht eines Expertengremiums der «Hebrew University», prognostiziert einen weiteren Rückgang der Zahl der Schwerkranken und der Personen ab 40 Jahren, die sich mit dem Virus infizieren. «Wir bleiben bei unserer Einschätzung, dass die Welle abgeblockt werden kann», schreiben sie und weisen auf einen weiteren Rückgang der Neuerkrankungen und der Krankenhauseinweisungen hin.

Das Gremium, zu dem die Professoren Yinon Ashkenazy, Doron Gazit, Ronit Calderon-Margalit, Nadav Katz und Ran Nir-Paz des Hadassah-Krankenhauses gehören, weisen auf einen Anstieg der Zahl der bestätigten Fälle bei Personen unter 18 Jahren hin. Der Anstieg sei jedoch auf eine Zunahme der durchgeführten Tests in dieser Altersgruppe zurückzuführen. Von den 130‘000-140‘000 täglich durchgeführten Tests werden zwischen 55‘000-60‘000 an Schulkindern durchgeführt. Die Rate der positiven Tests in den letzten zwei Tagen lag bei 12 Prozent, ein starker Anstieg im Vergleich zu den 4,9 Prozent vor zwei Wochen.

Andere Experten vertreten die Ansicht, dass die hohe Anzahl bestätigter Fälle, verbunden mit dem stetigen Rückgang der Schwerkranken, auf die Wirksamkeit der dritten Impfung hindeutet. Andere Fachleute befürchten jedoch, dass die Bemühungen, die vierte Welle zu blockieren, durch den Beginn des Schuljahres und einen Ferienmonat mit zahlreichen Familientreffen untergraben werden könnten.

Besorgnis herrscht auch über Zehntausende Israelis, die planen, zu Rosch Haschana nach Uman in der Ukraine zu fliegen, um dort zum Grab von Rebbe Nachman zu pilgern. Es wird erwartet, dass Israels Coronavirus-Beauftragter, Professor Salman Zarka, über die Feiertage in die Ukraine fliegen wird, um die Umsetzung des Plans zur Verwaltung der Flüge nach Uman zu überwachen. Es besteht die Sorge, dass Zehntausende aus der Ukraine zurückkehrende Israelis neue Mutationen mit ins Land bringen.

Die Knesset hat dem Ausbau der elektronischen Überwachung von Personen zugestimmt, die sich selbst unter Quarantäne stellen müssen. Dies war eine Änderung des bestehenden Gesetzes, das bisher nur für Rückkehrer aus Übersee galt. Es gilt jetzt für alle, die isoliert werden müssen. Die Entscheidung bezieht sich auf elektronische Maßnahmen, aber die Regierung beabsichtigt, die Verwendung von Überwachungsarmbändern zu vermeiden und sich stattdessen für ausgewiesene Überwachungsanwendungen auf Mobiltelefonen zu entscheiden, die in früheren Wellen der Pandemie verwendet wurden.
 

MONTAG, 06. September 2021

12.45 Uhr
Jährliche «Booster-shots»? 
Israel hat als erstes Land sogenannte «Auffrischungsimpfungen» eingeführt - und spricht bereits jetzt von der Möglichkeit einer vierten Dosis. «Das ist unser Leben von jetzt an», so Israels Coronavirus-Chefbeauftragter. Er rechnet damit, dass Booster-shots Jährlich nötig sein werden. Bisher haben 2‘5 Millionen Israelis bereits eine dritte Booster-Impfung erhalten.

Doktor Salman Zarka, Israels Coronavirusbeauftragter, sagte in einem Interview mit dem öffentlichen Radiosender Kann, dass die Israelische Bevölkerung sich bereits auf den vierten Piks einstellen sollte. Dies sei nötig, um mit den neuen Mutationen des Coronavirus schritt zu halten. 

Obwohl bereits zwei Drittel der israelischen Bevölkerung doppelt geimpft sind, rechnen die Behörden in den Herbstmonaten mit einem erneuten Anstieg der Fälle und vermehrten Krankenhauseinweisungen. Damit dürfte Israel, welches bereits als erstes Land seine Bevölkerung mit drei Injektionen versorgte, auch als erste Nation eine vierte Covid-Impfungen verabreichen.

«Angesichts der Tatsache, dass das Virus hier ist und bleiben wird, müssen wir uns auch auf die vierte Impfung vorbereiten», so Zarka. Er rechnet damit, dass Booster-Vakzine, die neue Varianten des Virus wirksamer bekämpfen, noch Ende 2021 oder Anfang 2022 verfügbar sein sollen. Bereits zuvor hatte er erklärt, dass Auffrischungsimpfungen in Zukunft möglicherweise «einmal im Jahr oder alle fünf bis sechs Monate» verabreicht werden müssen. (Blick)
 

FREITAG, 03. September 2021

9.00 Uhr
Rabbis Rufen zum Impfen 
Rabbiner in mehreren orthodoxen Gemeinden in den USA forderten ihre Mitglieder auf, sich in den Tagen vor Rosch Haschana Impfen zu lassen. 

Da die Fallzahlen und Todesfälle durch die Delta-Variante in Teilen des Landes weiter zunehmen, veröffentlichten Rabbiner in Baltimore, Maryland und New Yorks Long Island Videobotschaften, in denen ungeimpfte Gemeindemitglieder aufgefordert wurden sich Piksen zu lassen.

«Hast Du nicht genug erlebt?» fragte Rabbi Yaakov Bender, Leiter der Yeshiva Darchei Torah in Far Rockaway, bevor er einen Satz auf Jiddisch hinzufügte. Far Rockaway, die Heimat einer grossen orthodoxen Gemeinde, hat eine der niedrigsten Impfraten in New York City. «Wir in der Gemeinde müssen erkennen, dass wenn 99% der Ärzte die Impfung Empfehlen, wir diese auch nehmen sollten. Warum spielen wir so ein Spiel?»

Das am Mittwoch veröffentlichte Video der Rabbiner von Long Island sprach ebenfalls direkt eine Fehlinformation über die Impfstoffe an, die sich in orthodoxen Gemeinden weit verbreitet hat: dass sie die Fruchtbarkeit von Männern und Frauen beeinträchtigen können. In orthodoxen Gemeinschaften, in denen die Geburtenraten, aufgrund der Bedeutung die dem Gebären von Kindern beigemessen wird, in der Regel höher sind als in der Allgemeinbevölkerung, haben solche Befürchtungen einige dazu veranlasst, auf den Impfstoff zu verzichten.

«Wir sehen keine Hinweise auf negative Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit und keine Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für Frauen im gebärfähigen Alter», sagte Rabbi Shalom Axelrod vom Young Israel of Woodmere.

Andere Rabbiner betonten die Bedeutung der Impfungen für die Hohen Feiertage, die oft mit grossen Versammlungen in Synagogen und mit Feiertagsmahlzeiten einher gehen.

«Reisen und feiern Sie das ‚Yamim Noraim‘ verantwortungsbewusst, lassen Sie sich jetzt impfen», sagte ein Rabbiner in dem Baltimore-Video, das letzten Monat veröffentlicht wurde, und nannte dabei die hebräischen Worte für die Hohen Feiertage.

Einige Rabbiner dankten sogar Gott für die Impfungen.

«‚Ribbono shel olam‘ hat uns ein Geschenk gemacht, sichere und wirksame Impfstoffe», sagte eine Rabbiner und benutzte einen hebräischen Begriff für Gott.
 

DIENSTAG, 31. August 2021 

10.10 Uhr
EU empfiehlt neue Reiserestriktionen 
Die Europäische Union hat am Montag empfohlen, dass ihre 27 Nationen aufgrund steigender Infektionszahlen neue Beschränkungen für Touristen aus den USA und Israel einführen.

Da es sich hierbei lediglich um eine Empfehlung handelte, sollten israelische und amerikanische Reisende mit einem Mischmasch an verschiedenen Regeln und Restriktionen auf dem gesamten Kontinent rechnen, wie etwa Testpflichten und Quarantänen. Da die EU über keine einheitliche Covid-19-Tourismuspolitik verfügt, ist es den nationalen EU-Regierungen überlassen, ob sie ihre Grenzen für Touristen aus den USA und Israel offenhalten.

Die EU hat auch Kosovo, Libanon, Montenegro und Nordmazedonien von der Liste der sicheren Reisegebiete gestrichen.

Mit der Entscheidung die USA von der Liste zu streichen, widerspricht der Europäische Rat seiner eigenen Entscheidung im Juni, als der Block empfahl, die Beschränkungen für US-Reisende vor der Sommertourismussaison aufzuheben.

Der Europäische Rat aktualisiert die Liste sicherer Reiseländer anhand von Kriterien in Bezug auf die Infektionsraten. Die Liste wird alle zwei Wochen überprüft. Die Schwelle für die Aufnahme in die EU-Liste liegt bei nicht mehr als 75 neuen Fällen pro 100‘000 Einwohner in den letzten 14 Tagen.

Letzte Woche gab es in den USA durchschnittlich über 152‘000 neue Coronavirus-Fälle pro Tag. Die Zahl der ins Krankenhaus eingelieferten Covid-19-Patienten betrug etwa 85‘000, eine Zahl, die seit Anfang Februar nicht mehr gesehen wurde. Die Zahl der Todesfälle durch das Coronavirus in den USA liegt seit mehreren Tagen bei über 1.200 pro Tag, siebenmal höher als Anfang Juli.

FREITAG, 27. August 2021 

9.45 Uhr
Droht der nächste Lockdown? 
Lange galt Israel als Vorbild im Umgang mit der Corona-Pandemie. Nach der erfolgreichen Impfkampagne sind rund 60 Prozent der Gesamtbevölkerung bereits doppelt geimpft. Dennoch steigt seit Juni die Zahl der täglichen Neuinfektionen wieder an. Am Dienstag wurden 10'001 Fälle registriert. Die Regierung ordnet deshalb erneut Restriktionen an und selbst ein neuer Lockdown scheint im Rahmen des Möglichen.

Sorgen bereitet den israelischen Behörden insbesondere, dass ein hoher Anteil der Neuinfizierten doppelt geimpft ist. Worauf die vielen sogenannten Impfdurchbrüche in Israel zurückzuführen sind, ist Gegenstand hitziger Debatten. Einerseits wird die ansteckendere Delta-Variante dafür verantwortlich gemacht, aber gemäss Daten des israelischen Gesundheitsministeriums, hat wohl auch die anfänglich hohe Wirksamkeit des mehrheitlich verwendeten Impfstoffs von Pfizer/Biontech schneller abgenommen als zunächst erhofft. Eine unlängst in Grossbritannien veröffentlichte Studie weist in eine ähnliche Richtung.

Die Zahl der Fälle mit schwerem Krankheitsverlauf in Israel liegt bei knapp 700. Bei rund der Hälfte handelt es sich um Geimpfte. Da es in Israel insgesamt deutlich mehr Geimpfte als Ungeimpfte gibt, ist auch der Anteil der geimpften Corona-Patienten in Spitälern höher als in Ländern mit einer niedrigeren Impfquote. Laut einem Bericht von «Haaretz» steigt der Anteil der Ungeimpften mit schwerem Krankheitsverlauf derzeit an, während sich bei den Geimpften eine Trendumkehr andeutet.

Bisher haben demnach knapp 19 Prozent der rund 9,4 Millionen Israelis eine dritte Dosis erhalten. Die Kampagne zeigt laut der Regierung bereits Wirkung. Bisher wurden nur bei 0,2 Prozent der Personen mit drei verabreichten Dosen Impfdurchbrüche festgestellt, wie israelische Medien berichten.
In der Schweiz ist das Problem mit Impfdurchbrüchen bisher begrenzt. Laut den Zahlen des Bundesamts für Gesundheit (BAG) wurden hierzulande und in Liechtenstein seit Januar 2021 erst 141 Menschen trotz doppelter Impfung hospitalisiert. Das Total der Corona-Spitaleinweisungen im gleichen Zeitraum beträgt in der Schweiz über 8200.

Eine dritte Dosis wird in einzelnen Kantonen bereits an Risikopersonen verabreicht. Für die breite Bevölkerung gibt es noch keine dritte Dosis. Der Bund hat jedoch für die Jahre 2022 und 2023 je sieben Millionen Pfizer/Biontech-Impfdosen vorbestellt und sich eine Option für je sieben weitere Millionen Impfdosen gesichert. (Blick)
 

MITTWOCH, 25. August 2021 

11.30 Uhr
Die Zurückgelassenen
Trotz Israels Impferfolg bleiben mehr als 1 Million Menschen ungeimpft, viele von ihnen jung und mit niedrigem sozioökonomischem Status, sagte das Gesundheitsministerium in einer am Montag veröffentlichten Umfrage.

Von den bisher Ungeimpften 1.080.000 Personen die für den Impfstoff in Frage kommen, sind 16 Prozent ultra-Orthodoxe und 31 Prozent israelische Araber. Der Rest gehört zur allgemeinen Bevölkerung. Ultra-orthodoxe Juden und Araber machen etwa 12 bzw. 21 Prozent der israelischen Bevölkerung aus und sind somit überproportional unter den Ungeimpften vertreten.
In seinem Bericht erklärte das Ministerium, dass geteilte «Hauptmerkmale» fast aller Ungeimpften, wirtschaftliche Benachteiligung und ein junges Alter sind. Viele der Ungeimpften sind zwischen 12 und 39 Jahre alt. 

Für die allgemeine Bevölkerung seien der sozioökonomische Status, die gesprochene Sprache und das Vertrauen in etablierte Institutionen, Indikatoren für die mangelnde Bereitschaft sich impfen zu lassen, so das Ministerium. 

Die Impfraten sind unter Arabern in Israel besonders niedrig, da Beduinen und Einwohner Ost-Jerusalems weniger Zugang zu Impfstationen haben. Laut Dr. Zahi Said, einem Berater des Leiters der Gesundheitsorganisation «Clalit», kommt hinzu, dass israelische Araber, glauben, dass Kinder nicht die Hauptopfer der Krankheit sind, und daher ihre Kinder seltener Impfen. In einer Umfrage unter Eltern von Kindern im Alter von 12 bis 16 Jahren stellte das Ministerium fest, dass 19 Prozent sich vor Langzeitnachwirkung fürchteten, 19 Prozent der Wirksamkeit des Impfstoffs misstrauten, 16 Prozent keine Möglichkeit hatten ihre Kinder impfen zu lassen, 10 Prozent besorgt über Nebenwirkungen waren und 8 Prozent nicht wussten, welche Wirkung der Impfstoff auf Kinder haben würde. 

Ultraorthodoxe Juden waren während der ersten drei Wellen der Pandemie überproportional vom Virus betroffen und eine kürzlich durchgeführte serologische Untersuchung ergab, dass etwa jedes fünfte getestete ultra-orthodoxe Kind Covid-19-Antikörper hat.

Dies scheint sich auf die Ansichten der Gemeindemitglieder zur Impfung auszuwirken.

«Die meisten Ultra-Orthodoxen sind sich sicher, dass sie bereits dem Coronavirus ausgesetzt waren und daher nicht geimpft werden müssen», erklärte das Ministerium und zitierte eine Umfrage die ergab, dass 34,4 Prozent ultra-orthodoxer Eltern von Kindern im Alter von 12 bis 16 Jahren angaben, ihre Kinder nicht Impfen zu lassen, weil sie sich bereits mit dem Virus angesteckt hätten.
 

MONTAG,23. August 2021 

10.35 Uhr
Neue Antikörper-Umfrage bei Kindern 
In Israel soll am Sonntag im ganzen Land eine Antikörper-Umfrage bei unter 3- bis 12-Jährigen beginnen, um zu messen, inwieweit sich das Coronavirus in den letzten anderthalb Jahren unentdeckt unter den Kindern des Landes verbreitet hat.

Die Umfrage ist ein gemeinsames Projekt des Gesundheitsministeriums, des Bildungsministeriums und des IDF-Heimatfrontkommandos mit Unterstützung lokaler Behörden und Bildungseinrichtungen. Etwa 1.400 Teams des Heimatfrontkommandos werden an Orten im ganzen Land Bluttests durchführen, um so viele wie möglich der 1,4 Millionen Kinder Israels zu erreichen.

Es wird davon ausgegangen, dass sich in den letzten anderthalb Jahren viele Kinder infiziert haben, aber aufgrund ihres asymptomatischen Verlaufs nie diagnostiziert wurden.

Israels Behörden hoffen, dass bei einem erheblichen Teil der Kinder die derzeit nicht für eine Impfung in Frage kommen, Antikörper nachgewiesen werden. Somit könnten sie einen «Grünen Pass» erhalten, und wären von der Quarantäne im Falle eines Erstkontaktes befreit, als auch der Testpflicht für Sehenswürdigkeiten und Attraktionen. Sie könnten ihren Tagesablauf einschliesslich des Schulbesuchs aufrechterhalten und würden somit das Bildungs- und Gesundheitssystem entlasten.

Die Erwartungen an die Antikörper-Umfrage sind extrem hoch – teils wegen ihres beispiellosen Umfangs und teils, weil seit Beginn der Pandemie viel Zeit vergangen ist. Israel führte zu Forschungszwecken bereits in der Vergangenheit Antikörper-Umfragen durch. Damals gab es jedoch weder Schnelltests noch eine breite Infrastruktur zur Probenentnahme. 
 

FREITAG, 20. August 2021 

10.45 Uhr
«Booster shots» zeigen Wirksamkeit 
Das israelische Gesundheitsministerium genehmigte am Freitag die Verabreichung der dritten Covid-Booster-Impfung an Israelis ab 40 Jahren und folgte damit der Empfehlung des Impfausschusses, das Mindestalter für den Erhalt der dritten Impfdosis zu senken. Im Land herrscht aufgrund eines erneuten Ausbruches und steigenden Infektionszahlen Beunruhigung. 

Laut einer Erklärung des Ministeriums hat Generaldirektor Nachman Ash die Leiter der israelischen Gesundheitsorganisationen angewiesen, Auffrischimpfung der neuen Altersgruppe, sowie Lehrern, Altenpflegern und Schwangeren zu verabreichen. Die Auffrischimpfung wird mindestens fünf Monate nach der zweiten Dosis verabreicht.

«Wir können sagen, dass heute Booster-Impfungen für 60-Jährige und jetzt sogar Menschen über 50 in dem Sinne funktionieren, dass sie die Infektionsraten senken», sagte Israels führender Coronavirus-Experte Professor Ron Balicer am Donnerstag gegenüber der Nachrichtenseite Ynet und bemerkte, dass die Infektionsraten unter Israelis 60 und älter sich «verlangsamen».  

Balicers Äusserungen folgten einen Tag auf die Ankündigung von Maccabi, einer der führenden Gesundheitsdienstleister Israels, dass die dritte Impfung des Coronavirus-Impfstoffs zu 86 Prozent eine Covid-19-Infektion bei Menschen ab 60 Jahren verhindert.

Während Israel weiterhin dritte Booster-Impfungen für grössere Teile seiner Bevölkerung freigibt, ignoriert es die Bitte der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Anfang dieses Monats wohlhabende Länder aufforderte, mit ihren «Auffirschungsprogrammen» aufzuhören. Die WHO behauptet, solche Bemühungen seien sowohl moralisch als auch epidemiologisch inakzeptabel, da viele arme Länder gerade erst mit der Verteilung ihren ersten Dosen begonnen hätten.
 

MITTWOCH, 18. August 2021 

15.55 Uhr
Streit um Impfungen in Schulen 
Der Generaldirektor des israelischen Gesundheitsministeriums, Nachman Ash, unterzeichnete am Mittwoch eine Richtlinie, die es Schulen erlaubt, Impfungen nach dem Unterricht durchzuführen. Mit dieser Entscheidung umging er Bildungsministerin Yifat Shasha-Biton, die zuvor Bedenken über Impfungen in Schulen geäussert hatte. 

Die Richtlinie basiert auf der «Public Health Ordinance» aus dem Britischen Mandatszeitraum, dessen Klausel 20 den Gesundheitsminister ermächtigt, eine Infektionskrankheit als Bedrohung für die öffentliche Gesundheit zu erklären und der Regierung damit weitreichende Befugnisse zu ihrer Bekämpfung einräumen kann.

Wie gestern Haaretz veröffentlichte, hat Generalstaatsanwalt Avichai Mendelblit den Vorschlag zusammen mit Gesundheitsminister Nitzan Horowitz entworfen, um den Einspruch von Shasha-Biton zu umgehen. Das Justizministerium ist der Ansicht, dass Shasha-Biton nicht befugt ist, Kindern, mit Einverständnis der Eltern, die Impfung während der Schulzeit zu verweigern.

Shasha-Biton war Vorsitzende des Notfall-Coronavirus-Komitees der Knesset, wo ihr lautstarker Widerstand gegen die von Netanjahu und dem Gesundheitsministerium empfohlene Politik, von weiten Teilen der Öffentlichkeit gelobt wurde. Shasha-Biton hat sich auch lautstark gegen die Impfung von Schülern in Schulen ausgesprochen und bezeichnete das Vorhaben im israelischen Fernsehen als «Verbrechen». Ein solches Programm würde «sozialen Druck» auf Schüler ausüben, deren Eltern gegen die Impfungen sind, und dies zu einer Zeit, in der Schulkinder durch die ausgedehnte Pandemie bereits seelisch stark belastet seien.

Mendelblit wird voraussichtlich den Entwurf der Gesundheits- und Bildungsministerien unterstützen, nach dem der Unterricht in Städten mit hohen Infektionsraten und einer Impfrate unter 70 Prozent, wieder Zuhause stattfinden soll. Das Justizministerium prüfte, ob die Entscheidung sowohl ungeimpfte als auch geimpfte Schüler einer Klasse diskriminieren könnte, in der die Mehrheit der Schüler nicht bereit ist, sich impfen zu lassen. Einige Beamte des Justizministeriums kritisierten den Entwurf, und behaupteten, er sei illegal. Trotz Bedenken beschlossen Mendelblit und der stellvertretende Generalstaatsanwalt Raz Nizri, den Entwurf zu unterstützen.

DIENSTAG, 17. August 2021 

11.00 Uhr
Kritik an Israels «Auffrischungsimpfungen»
Mehr als eine Million Israelis haben eine dritte Dosis des Covid-19-Impfstoffs erhalten, wie das Büro des Gesundheitsministeriums und des Premierministers Naftali Bennett am Montag bekannt gaben. Dies, obwohl Israel erst vor etwa zwei Wochen mit der weltweit ersten Kampagne für «Auffrischungsimpfungen» gestartet hatte.

Die bisher verabreichten 1,048‘767 Auffrischimpfungen repräsentieren mehr als die Hälfte der 1,9 Millionen Israelis, die derzeit für eine dritte Dosis in Frage kommen: Menschen im Alter von 50 Jahren, die vor mindestens fünf Monaten ihre zweite Impfung mit dem Pfizer-Impfstoff erhalten haben.

Bennett feierte den Meilenstein als «wunderbare Nachricht und grosse Leistung, aber es liegt noch viel Arbeit vor uns» und forderte mehr Menschen auf, sich impfen zu lassen. «Hunderttausende von Menschen verstehen, dass unsere Entscheidung, einen dritten Impfstoff herauszugeben, das ist, was in diesen Zeiten erforderlich ist», fügte Bennett hinzu und deutete auf die Kritik im In- und Ausland an der Entscheidung, die Impfungen herauszugeben. «Die Bürger Israels sind die ersten auf der Welt, die einen dritten Piks bekommen, und das sollte nicht selbstverständlich sein», fügte der Premierminister hinzu.

Das israelische Gesundheitsministerium hat die Aufforderung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ignoriert, die Verabreichung von dritten Coronavirus-Impfungen einzustellen. Die WHO argumentiert, dass es sowohl moralisch als auch epidemiologisch inakzeptabel ist, dass reiche Länder eine dritte Impfdosis anbieten, während viele arme Länder gerade erst damit begonnen haben, erste Dosen zu verabreichen.

Das Ministerium sagte in einer Erklärung, dass die Entscheidung, eine dritte Impfung zu verabreichen nach Berücksichtigung medizinischer Faktoren getroffen wurde und dass die Impfung von Israelis mit einer dritten Dosis Leben rettet.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums, die am Montag veröffentlicht wurden, wurden am Sonntag 5.075 Israelis positiv auf das Coronavirus getestet und 519 Personen befinden sich in einem kritischen Zustand. Dies sind 17 weniger als am Vortag.
 

DONNERSTAG, 12. August 2021 

10.20 Uhr
Über 4'800 schwerwiegende Fälle prognostiziert  
Die Israelische Regierung prognostiziert, dass sich die Zahl der mit dem Coronavirus ins Krankenhaus eingelieferten Patienten alle 10 Tage verdoppeln wird.  Bis zum 10. September soll die Zahl 4'800 Menschen erreichen, die Hälfte von Ihnen voraussichtlich mit schweren Krankheitsverläufen.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums stieg die Zahl der schwerwiegenden Covid-Fälle am Mittwoch auf 400, den höchsten Wert seit März. Von diesen 400 waren 150 Patienten nicht vollständig geimpft. Zuvor hatte Israel im Januar mit 1'200 Patienten die bisher höchste Zahl schwerwiegender Fälle erreicht. Dies ist etwa die Hälfte der für nächsten Monat prognostizierten Zahl.

Aufgrund dieser Prognose vereinbarten Premierminister Naftali Bennett und Gesundheitsminister Nitzan Horowitz am Dienstag eine neue Strategie. Jedes Mal, wenn sich die Zahl der Krankenhauspatienten verdoppelt, sollen neue Stellen im Gesundheitswesen hinzugefügt werden. Laut der Vereinbarung, die am Mittwoch dem Coronavirus-Kabinett vorgelegt wird, werden bei einer Verdoppelung der sich im Krankenhaus befindlichen Covid-Patienten, 100 neue Stellen für Ärzte, 500 für Krankenschwestern und 200 für Sanitäter, Reinigungs- und Verwaltungspersonal geschaffen. Bennett sagte am Mittwoch, dass die Regierung sofort 2,5 Milliarden Schekel (etwa 773 Millionen US-Dollar) an das Gesundheitsministerium überweisen werde, um die Initiative zu finanzieren.

Dr. Zeev Feldman, Vorsitzender der «Government Physicians Association» und Leiter der Kinder- und Epilepsieabteilung im Sheba Medical Center, sagte, dass zusätzliches Personal notwendig, aber nicht ausreichend sei. «Man kann im August nicht 100 Ärzte einstellen, um das Problem zu lösen. Wir brauchen Intensivmediziner, und es dauert Jahre sie auszubilden.»

Aufgrund der jüngsten Zunahme der Fälle kündigte Bennett an, dass Israel möglicherweise das «Green Pass» -Programm auf Israelis ab drei Jahren ausweiten wird, sowie Versammlungen in Innenräumen auf 50 Personen und Versammlungen im Freien auf 100 Personen begrenzen wird.  

Am Dienstag verteilte die Polizei 1.419 Bussgelder an Menschen in ganz Israel, die sich nicht an das Maskenmandat für Innenräume hielten. Dreimal mehr als am Vortag, wie Daten der Polizei zur Durchsetzung der Covid-19 Restriktionen zeigen.
 

DIENSTAG, 10. August 2021 

11.25 Uhr
Über 6,000 Neuinfektionen 
Am Montag meldete Israel nach Angaben des Gesundheitsministeriums 6.275 neue Coronavirus-Fälle, die höchste tägliche Zahl seit Anfang Februar. Mit 394 Fällen erreichte die Anzahl der schwerwiegenden Krankheitsverläufe, zwei Tage nachdem die Regierung die Beschränkungen verschärft hatte, ein Sechsmonatshoch.  Nach einem stetigen Anstieg in den vergangenen Wochen, ist die Rate der positiven Coronavirus-Tests am Montag auf 4,91 Prozent gestiegen. In Israel haben mehr als 5,8 Millionen Israelis ihre erste Impf-Dosis erhalten, und 5,4 Millionen ihre Zweite. Sogar, 577.899 haben bereits ihre dritten Coronavirus-Impfung erhalten.

Am Montag haben die US-amerikanischen Zentren für die Kontrolle von Krankheiten («CDC») Israel auf die höchste Risikostufe gesetzt und US-Bürgern geraten, Reisen in das Land zu vermeiden. Falls Amerikaner dennoch nach Israel reisen müssen, wurde ihnen geraten, sich vor der Reise vollständig zu Impfen. Die «CDC» warnte auch, dass aufgrund der aktuellen Situation in Israel selbst vollständig geimpfte Reisende gefährdet sein könnten.

Gesundheitsminister Nitzan Horowitz ging auf Sorgen über einen bevorstehenden Lockdown ein, und sagte am Montag, dass eine allgemeine Quarantäne der «letzte Ausweg» sei und dass die Regierung alles tun werde, um dies zu vermeiden. «Das Coronavirus wird so schnell nicht verschwinden», sagte Horowitz. «Wir schaffen die Infrastruktur, die es uns ermöglicht, langfristig mit dem Coronavirus zu leben.»

Ebenfalls am Montag, sagte Israels Coronavirus-Beauftragter Nachman Ash, dass das Gesundheitsministerium noch keine neuen Indikatoren für einen neuen Lockdown festgelegt habe. «Es ist ein kompliziertes Thema, es geht nicht nur um die Zahl der schwerkranken Patienten. Es geht auch um die Zahl der Beatmungsgeräte, die Infektionsrate und die Zahl der bestätigten Fälle», sagte Ash auf einer Pressekonferenz. «In den kommenden Tagen werden wir sehen, ob sich die Morbidität verlangsamt und ob wir zusätzliche Massnahmen einleiten müssen». 

Unterdessen hat Israel beschlossen, die Massnahmen an seinen Grenzen zu verschärfen, und verlangt, dass Einreisende aus fast allen Ländern weltweit unabhängig von ihrem Impfstatus, nach ihrer Ankunft in Quarantäne müssen. Die neuen Regelungen sollen am 16. August in Kraft treten. Voraussichtlich sind nur Einreisende aus 10 Ländern von dieser neuen Regelung ausgenommen. Diese Liste umfasst Australien, Österreich, China, die Tschechische Republik, Hongkong, Ungarn, Moldawien, Neuseeland, Singapur und Taiwan. Davon erlauben derzeit nur Österreich, Tschechien und Moldawien die Einreise für Israelis. Einreisende aus diesen Ländern die geimpft oder genesen sind, müssen sich nach Ankunft in Israel lediglich 24 Stunden lang isolieren oder warten, bis sie ein negatives Testergebnis erhalten.
 

DONNERSTAG, 05. August 2021 

9.40 Uhr
Neuer Lockdown in Aussicht? 
Laut Verteidigungsminister Benny Gantz können sich die Israeli auf einen Lockdown im September einstellen, sollten die Infektionszahlen bis dahin nicht gesunken sein. Aus ökonomischer Sicht, sei ein baldiger Lockdown während der bevorstehenden Feiertage weniger schädigend, sagte Gantz gegenüber dem Corona-Kabinett.

Israel verzeichnete jüngst wieder deutlich gestiegene Corona-Zahlen. Nach Daten des israelischen Gesundheitsministeriums von Dienstag, wurden alleine am Montag 3818 neue Fälle diagnostiziert. Zuvor lag die Zahl bei 2121.

Fast 5,4 Millionen der rund 9,3 Millionen Israelis sind vollständig geimpft. Das Gesundheitsministerium hatte kürzlich Zahlen vorgelegt, denen zufolge die Effektivität der in Israel verwendeten Biontech/Pfizer-Impfung, seit Anfang Juni stark nachgelassen hat. Nach Angaben des Ministeriums verhindert die Impfung eine Corona-Infektion nur noch zu 39 Prozent und schwere Erkrankungen zu 91 Prozent. Gleichzeitig verbreite sich im Land weiterhin die ansteckendere Delta-Variante.
 

MITTWOCH, 04. August 2021 

10.23 Uhr
Neue Restriktionen in Israel 
Israel versucht mit neuen Restriktionen die zunehmende Ausbreitung des Coronavirus im Land erneut in den Griff zu bekommen. Am Dienstagabend teilten die Behörden mit, dass ab Ende dieser Woche Masken bei Veranstaltungen im Freien mit mehr als hundert Teilnehmern getragen werden müssen.

Auch bei Zusammentreffen von weniger als hundert Menschen in Innenräumen, muss jeder Teilnehmer durch einen »Grünen Pass« eine vollständige Impfung oder eine Genesung nachweisen.
Ebenfalls sollen Einreisende aus den meisten der Länder der Welt, bei ihrer Ankunft in Israel verpflichtend in Quarantäne gehen, erklärten die Behörden. Dabei sei egal, ob sie geimpft seien oder nicht.

Mit seiner rasanten Impfkampagne war Israel eines der ersten Länder, dass die Pandemie zwischenzeitlich weitgehend unter Kontrolle gebracht hatte. Mit der Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante hat die Zahl der Infektionen jedoch wieder deutlich zugenommen. Am Dienstag, wurden innerhalb von 24 Stunden 3818 Neuinfektionen verzeichnet – so viele wie zuletzt im März. (spiegel)
 

MONTAG, 02. August 2021 

11.30 Uhr
Vorteile der «Booster»-Impfung 
Israel begann am Wochenende als erstes Land damit, seinen Bürgern ab 60 Jahren eine dritte Dosis des Covid-19-Impfstoffs zu verabreichen. Die vier HMOs des Landes vereinbaren Termine für die neue Booster-Impfung in einem rasanten Tempo. 

Die offizielle Expertengruppe für Epidemie, die das Gesundheitsministerium berät, diskutierte wochenlang über die Vorteile einer dritten Impfung. Anfänglich waren die Meinungen über die Notwendigkeit einer Auffrischimpfung geteilt, insbesondere weil die Experten davon ausgingen, dass die zwei Dosen des Pfizer-Impfstoffs, gegen die hochansteckende Delta-Variante wirksam sind. Darüber hinaus war die dritte Spritze nicht Teil des Notfallprotokolls, das Pfizer erhalten hatte, obwohl das Unternehmen vor einigen Wochen eine Empfehlung bezüglich der dritten Dosis abgegeben hatte.

Bei einem Treffen zu diesem Thema in der vergangenen Woche empfahlen die meisten Mitglieder des Pandemie-Beratungsteams, die dritte Dosis an ältere Erwachsene zu verabreichen. Die Meinungen waren jedoch geteilt, was das unterste Alter des Impfprogramms anbelangt – einige empfahlen ein Alter von 60 Jahren, andere sogar 70 Jahre. Die endgültige Entscheidung mit 60 Jahren zu beginnen, wurde vom Generaldirektor des Gesundheitsministeriums, Nachman Ash, und dem Expertenteam getroffen. Zahlen deuten auf eine nachlassende Wirksamkeit des Impfstoffs bei Patienten ab 60 Jahren hin. Im Durchschnitt sank diese von 97 Prozent im April auf 81 Prozent im Juli.

Die dritte Dosis soll das Immunsystem der Patienten für das Coronavirus sensibilisieren, wenn nicht speziell auf die Delta-Variante. Es wird auch erwartet, dass ein impfstoffbasiertes «Gedächtnis» im Körper und seine Fähigkeit zur Identifizierung und des Proteinprofils der Virusoberfläche, eine stärkere Reaktion induziert. Da die Delta-Variante ansteckender als bisherige Varianten ist, benötigt sie eine geringere Virusmenge um eine Infektion zu verursachen. Es wird davon ausgegangen, dass die Verabreichung einer dritten Dosis des Impfstoffs an ältere Erwachsene, das Immunsystem stärken kann, falls die Immunität im Laufe der Zeit nachlässt. Sowie die Reaktion des Impfstoffs, bei Bevölkerungsgruppen mit erhöhtem Risiko für schwere Erkrankungen, wenn sie infiziert sind.

Laut den Experten bestehen bei einer dritten Impfung keine zusätzlichen Risiken, schon gar keine, die grösser sind als das Risiko, sich mit dem Coronavirus zu infizieren. Mehr als 4.000 Israelis mit geschwächter Immunität haben bisher die dritte Spritze ohne ungewöhnliche Nebenwirkungen oder Reaktionen erhalten.
 

FREITAG, 30. Juli 2021 

15.45 Uhr
Gemipft bis Rosch Haschanah 
New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio hat eine Botschaft für jüdische New Yorker: Wer bis Rosh Hashanah vollständig geimpft sein möchte, muss bis Montag die erste Pfizer-Impfung erhalten haben.
«Wenn Sie bis Montag die erste Dosis erhalten und den zweiten Termin einhalten, werden Sie bis zum Feiertagbeginn vollständig geimpft sein», sagte de Blasio am Donnerstag. «Also ein weiterer Anreiz». Rosh Hashanah beginnt am Abend des 6. Septembers.

De Blasios Kommentar folgt auf vergebliche Versuche der Stadt New York weitere Bürger angesichts der steigenden Infektionszahlen zum Impfen zu animieren. New York City wird jedem, der seine erste Dosis an einer von der Stadt betriebenen Impfstelle erhält, 100 US-Dollar anbieten. Ebenfalls besteht für alle Mitarbeiter der Stadt eine Impflicht. Diejenigen die sich weigern, müssen sich an strenge, wöchentliche Testprotokolle halten.

Der Bürgermeister kündigte ebenfalls an, dass Tickets für ein mit Stars besetztes «Heimkehr»-Konzert am 21. August im Central Park, nur New Yorkern zur Verfügung gestellt werden, die einen Nachweis über mindestens eine erhaltene Impfstoff-Dosis vorzeigen können. Paul Simon und Bruce Springsteen gehören zu den Headlinern des Konzerts.

Trotz einer kürzlich durchgeführten Umfrage die besagt, dass Juden zu den religiösen Gruppen gehören die am wahrscheinlichsten geimpft sind, liegen die Impfraten in orthodoxen Vierteln immer noch unter dem nationalen Durchschnitt.

De Blasio betonte wie wichtig es sei, sich impfen zu lassen, bevor man sich mit der Familie zu den Hohen Feiertagen trifft. Im vergangenen Herbst nahmen die Covid-Fälle um das jüdische Neujahr zu, wahrscheinlich aufgrund der grossen Anzahl von Menschen, die sich in Häusern und Synagogen versammelten um gemeinsam zu feiern.

«Das ist eine grossartige Sache, sich auf die Feiertage zu freuen. Stellen Sie jedoch sicher, dass jedes Familienmitglied das im Zimmer sein wird, vollständig geimpft ist», sagte de Blasio.
 

DONNERSTAG, 29. Juli 2021 

9.40 Uhr
Dritte Impf-Dosis empfohlen 
Währen seiner Visite am Dienstag in einem Jerusalemer Altersheim erklärte der israelische Regierungschef Naftali Bennett, das Land könnte «schon bald» eine dritte Covid-19 Impf-Dosis im Kampf gegen den Coronavirus genehmigen. «Glaubt mir, wir sind schon sehr nahe dran», sagte er. Artikel in voller Länge: (Tachles). 

DIENSTAG, 27. Juli 2021 

10.20 Uhr
Reisewarnungen für Israel 
Die US-amerikanischen Zentren für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten («CDC») äusserten am Montag Bedenken hinsichtlich der steigenden Infektionszahlen in Israel, dem Westjordanland und Gaza und sprachen sich für eine stärkere Reisewarnung aus.

Unterdessen hat sich die Zahl der israelischen Coronavirus-Patienten die sich in einem ernsthaften Zustand befinden, in der vergangenen Woche verdoppelt. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums gibt es momentan 121 schwere Fälle, verglichen mit 61 am vergangenen Montag. Am Montag wurden 1.538 Fälle diagnostiziert, was die Zahl der aktiven Fälle auf 12.243 erhöhte. Die Quote der positiven Testergebnisse stieg am Sonntag auf 2,08 Prozent.

Im Juni hatte die «CDC» ihre Reisewarnung für Israel auf die niedrigste Stufe gesenkt. Die momentane Reisewarnung liegt bei der zweithöchsten Stufe, und besagt, dass ungeimpfte Reisende nicht-notwendige Reisen nach Israel vermeiden sollten.

Ein hochrangiger israelischer Strafverfolgungsbeamter sagte unterdessen, dass das System zur Durchsetzung der Quarantäne «überhaupt nicht effektiv» sei und dass die Behörden nächste Woche ein Pilotprogramm zur Nachverfolgung Einreisender starten wollen. Beim Einsatz von Ortungstechnik stösst die Polizei jedoch auf rechtliche Hürden. Das Gesetz, das dies zulässt, gilt nur für diejenigen, die aus dem Ausland einreisen, und nicht für diejenigen, die unter Quarantäne gestellt werden müssen. Zwar gibt es Pläne, dieses Gesetz zu ändern, dies würde bestenfalls Wochen dauern.

Am Sonntag hat das Kabinett einem Pilotprogramm zur Nutzung einer App zur Verfolgung Einreisender aus dem Ausland zugestimmt. An dem Test werden mehrere Tausend Israelis die aus dem Ausland zurückkehren teilnehmen. Die Rückkehrer erhalten eine Nachricht, in der sie aufgefordert werden, der Polizei ihren aktuellen Aufenthaltsort in einer SMS zu übermitteln die von der Polizei nur wenige Minuten gespeichert wird, während sie den Standort überprüfen. Wenn sie nicht einwilligen, werden Polizisten zu ihnen nach Hause geschickt, um sich zu vergewissern, dass sie tatsächlich da sind.

Die grösste Herausforderung für die Polizei besteht darin, dass viele Haredim Telefone besitzen, die keine Textnachrichten empfangen können. Der Plan ist, Haredim zu bitten eine Polizeitelefonnummer von ihrem Heimtelefon anzurufen und dann einen Code einzugeben, der ihnen mitgeteilt wird.

DONNERSTAG, 22. Juli 2021 

10.40 Uhr
Israel verhängt neue Restriktionen 
Am Mittwochmorgen traten in Israel neue Coronavirus-Restriktionen in Kraft, um die Ausbreitung der Delta-Variante einzudämmen.

Gemäss den neuen Beschränkungen ist es öffentlichen Orten und Unternehmen untersagt, Personen ohne Masken den Zutritt zu gewähren oder sie zu bedienen. Auch Schilder die auf die Maskenpflicht hinweisen, müssen angebracht werden, und Veranstaltungsorte müssen ihre Stereoanlagen verwenden um Gäste wiederholt an die geltenden Restriktionen zu erinnern. Das betreten eines Ortes ohne entsprechenden Immunitätsnachweis könnte mit einer Geldstrafe von 1.000 Schekel (303 US-Dollar) belegt werden, wobei die Veranstalter viel höhere Strafen zahlen müssen.

Auch in geschlossenen Räumen, wie Clubs und Konferenzräumen, gelten Beschränkungen für Veranstaltungen mit mehr als 100 Personen. Die Vorlage einer Impf- oder Genesungsbescheinigung, oder eines negativen Testergebnisses, ist nun Pflicht. Diese sogenannten «Green Pass»-Anforderungen gelten in Israel für alle Veranstaltungen die in geschlossenen Räumen stattfinden, auch wenn der Veranstaltungsort zusätzlich über einen Aussenraum verfügt.

Vor dem Coronavirus-Kabinett am Mittwoch sagte Nachman Ash, der Direktor des Gesundheitsministeriums, dass sich seine Empfehlungen hauptsächlich um den Flughafen drehen werden: «Es gibt einige Optionen, die die Einreiserate des Virus zum Flughafen Ben-Gurion senken sollten» sagte er. 

Ash fügte hinzu, dass die neuen Beschränkungen «etwas bewirken werden, aber meiner Einschätzung nach nicht so effektiv, dass die 'R-Zahl' drastisch stoppen oder sinken wird. Es sind weitere Massnahmen erforderlich.»

Nach den neuesten Daten des Gesundheitsministeriums gab es am Dienstag 1.400 neue bestätigte Fälle, ein leichter Anstieg gegenüber den 1.380 am Montag. Der Prozentsatz der positiven Tests sank von 1,86 auf 1,76. Am Mittwoch befanden sich zwei weitere Covid-19-Patienten in einem kritischen Zustand, womit sich die Zahl auf 63 erhöhte.

Die neuen Restriktionen sehen vor, dass Unternehmen oder öffentliche Orte mit einer Geldstrafe von 10.000 Schekel (3.036 US-Dollar) belegt werden, wenn sie Impf- oder Genesungsnachweise nicht ordnungsgemäss kontrollieren, 3.000 Schekel (910 US-Dollar) für das Nichtanbringen der Schilder, und 1.000 Schekel (303 US-Dollar) für die Bedienung einer Person ohne Maske.
Veranstaltungsstättenbetreiber müssen von nun an ebenfalls einen offiziellen Coronavirus-Berater benennen.
 

MITTWOCH, 21. Juli 2021 

11.05 Uhr
Grossbritannien macht es vor 
Israelische Beamte werden in den kommenden Wochen die Coronavirus-Zahlen in Grossbritannien, wo die meisten Restriktionen am Montag aufgehoben wurden, genau beobachten. Die Briten teilen mit Israel zwei Schlüsselvariablen: die Impfrate und die Dominanz der hochansteckenden Delta-Variante.
Die Lockerung schürt Kontroversen unter Wissenschaftlern und in der Öffentlichkeit; selbst Geschäftsleute befürchten, dass sich das Virus durch eine Aufhebung der Beschränkungen weiter ausbreitet und letztendlich noch mehr Schaden anrichtet.

Dies ist nicht das erste Mal, dass Grossbritannien eine kühne Politik verfolgt. Zu Beginn der Coronavirus-Krise im vergangenen Jahr, Monate bevor Impfstoffe verfügbar waren, versuchte Boris Johnson einen ähnlichen Weg und war gezwungen, zurückzurudern. Diesmal stützt er sich auf eine solide Impfrate: 53 Prozent der britischen Bürger sind vollständig geimpft und 69 Prozent haben mindestens eine Dosis erhalten.

Auf der anderen Seite liegt die Zahl der täglichen Neuerkrankungen bei fast 50.000, wobei die tägliche Zahl der Todesopfer zwischen 20 und 50 liegt. Derzeit werden in Grossbritannien mehr als 4.000 Menschen aufgrund von Covid-19 ins Krankenhaus eingeliefert.

Laut Professor Ran Balicer, dem Leiter des israelischen Expertengremiums, dass das Gesundheitsministerium in Bezug auf die Pandemie berät, liegt Israel in Bezug auf die Rate mit der sich neue Fälle vermehren, nur etwas mehr als einen Monat hinter Grossbritannien.

«Die Infektionsrate pro Kopf ist bei den Briten sechsmal höher als in Israel, und die Rate schwerer Erkrankungen ist fünfmal höher, aber wir verkleinern die Lücke ständig», sagte er.
Balicer hat kürzlich zwei Grafiken für Grossbritannien und Israel veröffentlicht, die die Zahl der Neuerkrankungen und Krankenhauseinweisungen pro Million Einwohner zeigen. Die Ähnlichkeiten waren auffallend.

Wenn Israel dem Weg Grossbritanniens folgt, werde Israel innerhalb von weniger als einem Monat mit 6.000 neuen Fällen pro Tag konfrontiert sein, sagte er. In dieser Woche überstieg die Zahl der täglichen Neuerkrankungen 1.300. Selbst wenn diese 6.000 Fälle pro Tag die Zahl der Schwerkranken nicht auf ein für das Gesundheitssystem bedrohliches Niveau ansteigen lassen, so Balicer, «werden die Folgen weit verbreiteter Quarantänen für die Wirtschaft und das Bildungssystem unerträglich sein».

Er fügte hinzu: «Die Schlussfolgerung aus all dem ist, dass sich Israel einen Monat Zeit nehmen muss, um sich auf die Eindämmung zu konzentrieren – um Zeit zu gewinnen und den Überblick über die Ereignisse in Grossbritannien zu behalten. Wenn sich herausstellt, dass Grossbritanniens Glücksspiel gut gelaufen ist, kann sich Israel ähnlich verhalten. Wenn nicht, hat es immer noch wirksame Werkzeuge, um damit fertig zu werden.»
 

DIENSTAG, 13. Juli 2021 

11.55 Uhr
Israel genehmigt dritte Impfstoffdosis 
Israel hat damit begonnen, immungeschwächte Erwachsene einzuladen, eine dritte Dosis des Covid-19-Impfstoffs zu erhalten, da die Fallzahlen im Land aufgrund der Verbreitung der Delta-Variante wieder gestiegen sind.

Mit seiner Impfkampagne Anfang dieses Jahres, war Israel weltweit führend bei der Impfung des grössten Teils seiner Bevölkerung. Das Land öffnete wieder vollständig als die Covid-Fälle Ende Mai und Anfang Juni innerhalb weniger Tage auf einen einstelligen Wert sanken. Seitdem sind die Fälle jedoch wieder auf mehr als 400 pro Tag gestiegen.

Als Reaktion darauf ist Israel das erste Land der Welt, das eine dritte Dosis des Impfstoffs als Auffrischimpfung genehmigt hat. Letzte Woche forderte Pfizer die Länder auf, eine Auffrischungsdosis für diejenigen zu genehmigen, die bereits einen Impfstoff erhalten haben.

Nach der Genehmigung der Auffrischimpfung lud das Sheba Medical Center, Israels grösstes Krankenhaus, Empfänger von Herztransplantationen zu einer Auffrischungsimpfung ein.

Ein Grossteil der Israelis ist bereits geimpft. Neben der Genehmigung der Auffrischimpfung hat Israel auch ein Mandat für das Tragen von Masken in Innenbereichen wieder eingeführt, um die steigenden Infektionen einzudämmen.
 

FREITAG, 09. Juli 2021 

14.40 Uhr
Anzahl der schwerwiegenden Fälle steigt 
Die Zahl der Coronavirus-Fälle mit schwerem Verlauf in Israel hat sich in der vergangenen Woche fast verdoppelt und liegt nach Angaben des Gesundheitsministeriums am Donnerstag bei 46.
Darüber hinaus meldete Israel am Mittwoch 518 neue Covid-19-Fälle, wodurch sich die Zahl der aktiven Fälle auf 3.568 erhöhte. Die Zahl der Todesopfer aufgrund des Virus liegt momentan bei 6.429.
Von den 74.421 Coronavirus-Tests, die am Mittwoch durchgeführt wurden, fielen 0,7 Prozent positiv aus.

In Israel ist in der Nacht zum Mittwoch ein 46-jähriger Mann im Rambam-Krankenhaus in Haifa verstorben. Er war bereits vollständig gegen das Virus geimpft. Auch seine 70-jährige Frau wurde nach einer Ansteckung mit dem Virus ins Krankenhaus eingeliefert und befindet sich in einem moderaten Zustand.

Ebenfalls am Mittwoch berichtete das israelische Gesundheitsministerium, dass bei einem geimpften Passagier, der aus dem Ausland nach Israel einreiste, der erste Fall einer neuen Coronavirus-Variante namens Delta plus im Land diagnostiziert wurde.

Eine andere Person, die mit dem Träger in Kontakt gekommen ist, wartet derzeit auf ihr Covid-19-Testergebnis.

Während die Delta-Plus-Variante der weit verbreiteten Delta-Variante zu ähneln scheint, ist noch unklar, ob sie ansteckender oder gefährlicher sein könnte. Die Delta-Plus-Variante unterscheidet sich durch ihr Spike-Protein auf der Virusoberfläche, welches es dem Virus ermöglicht an eine Zelle zu binden und diese zu infizieren.

Das Coronavirus-Kabinett beschloss am Mittwoch, dass alle in Israel ankommenden Passagiere unter Quarantäne gestellt werden müssen, auch wenn sie in Israel geimpft wurden, bis sie bei der Ankunft einen negativen COVID-19-Test erhalten. Die neuen Beschränkungen treten in den kommenden Tagen in Kraft.

Die Delta-Plus-Variante wurde ebenso wie die Delta-Variante, zuerst in Indien entdeckt. Nun ist sie ebenfalls in einer Reihe anderer Länder, darunter den Vereinigten Staaten und Großbritannien, gefunden worden. Es ist momentan jedoch nicht abzusehen, ob sie zu der dominierenden Varianten in diesen Ländern werden wird.
 

MONTAG, 05. Juli 2021 

10.00 Uhr
Verminderte Wirksamkeit gegen Delta 
Im Zuge der rasanten Ausbreitung der neuen Delta-Variante, warnen Forscher der Hebräischen Universität Jerusalem (HU) vor einer neuen Infektionswelle in Israel, und fordern neue Massnahmen um Dieser entgegenzuwirken.

Laut dem HU-Forschungsteam zeige der Impfstoff von Biontech/Pfizer gegen Delta Wirksamkeit, jedoch sei er deutlich ineffektiver. Während das Vakzin zu 90 Prozent gegen die Alpha-Variante schützt, soll es bei der Delta-Variante lediglich 60 bis 80 Prozent der Infektionen verhindern.

Aus einer Studie des führenden israelischen Virologen Gili Regev-Yochay geht hervor, dass im Falle einer Infektion mit der Delta-Variante nach einer Impfung, weniger als halb so viele Antikörper produziert werden. Dennoch zeige der Impfstoff bei der neusten Mutation eine deutliche Antikörperreaktion, und sei daher auch bei der Delta-Variante weitestgehend wirksam.  

Laut dem Forschungsteam, könne es aufgrund von Delta in den nächsten zwei Wochen in Israel 1000 Neuinfektionen pro Tag geben. Zurzeit liegt die Zahl der täglichen Neuinfektionen bei 300. Kommende Woche soll das israelische Corona-Kabinett neue Schutzmassnahmen beschliessen.

Am Sonntag diskutierte das Gesundheitsministerium bei einem Treffen über die Verabreichung einer dritten Impfdosis und Auffrischungsimpfungen für ältere und gefährdete Personen. (Blick)
 

FREITAG, 02. Juli 2021 

15.35 Uhr
Fälle in 10 Tagen verdreifacht 
Das israelische Gesundheitsministerium teilte am Donnerstag mit, dass das Land voraussichtlich innerhalb einer Woche täglich mit 600 neuen Coronavirus-Fällen konfrontiert sein wird und dass diese Zahl in 10 Tagen auf 1000 steigen wird, da sich die Delta-Variante weiterhin im ganzen Land ausbreitet.
Am Mittwoch verzeichnete Israel einen weiteren Anstieg der täglichen Covid-Infektionen, wobei 307 Personen positiv getestet wurden. Bei 58 Prozent dieser bestätigten Fälle handele es sich jedoch um ungeimpfte Personen.

Am Vortag erreichte Israel einen Dreimonats-Höchststand für tägliche Neuinfektionen, wobei 293 Personen positiv auf das Virus getestet wurden.

Derzeit sind in Israel 54 Menschen Aufgrund einer Infektion im Krankenhaus, 29 Personen befinden sich in einem ernsthaften Zustand. Dies stellt einem leichten Anstieg seit Mittwoch dar.

Israel hat auch einen Drei-Monats-Rekord bei der Zahl der Geimpften gebrochen. Am Dienstag erhielten 16.321 die erste Impfung und 3.453 die zweite – die höchste Zahl seit dem 17. März. Die steigenden Impfraten sind darauf zurückzuführen, dass die Regierung mehr Israelis – insbesondere Jugendliche – dazu ermutigt, sich impfen zu lassen.

Laut Experten sind Versuche, die Einreise von Mutationen nach Israel über den internationalen Flughafen Ben-Gurion einzudämmen, aufgrund der steigenden Fälle innerhalb des Landes, vergeblich.

Inzwischen wurde die nördliche Stadt Pardes Hanna-Karkur als Gemeinde mit einer moderaten Infektionsrate bezeichnet. Auch das Tel Aviver Viertel Ramat Hahayal wurde als solches eingestuft.
Ramle, Herzliya und Modi'in gelten ebenfalls noch als Orte mit moderaten Infektionsraten, aber vorerst führt die Klassifizierung nicht zu weiteren Einschränkungen für das Gebiet.
 

MITTWOCH, 30. Juni 2021 

10.30 Uhr
Rabbiner befürworten Impfkampagne 
Zwei bedeutende israelische Haredi-Orthodoxe Rabbiner sprachen sich laut «The Jerusalem Post», für die Impfung Aller ab 12 Jahren gegen das Coronavirus aus.

Rabbi Chaim Kanievsky, der als «Fürst der Tora» bekannt ist, und Rabbi Gershon Edelstein, genehmigten die Ankündigung in einer Nachricht, die von Kanievskys Leibarzt Meshulam Hart in einer israelischen Haredi-Orthodoxen Zeitung gedruckt wurde. Die Ankündigung erfolgt zu einem Zeitpunkt in dem Israel aufgrund der ansteckenderen Delta-Variante, mit einer Zunahme von Coronavirus-Fällen zu kämpfen hat.

Die Rabbiner sagten, dass jeder geimpft werden sollte, um sowohl weitere Todesfälle durch das Virus, als auch zusätzliche Schliessungen von Yeshivas durch die Regierung zu verhindern.

Obwohl Kanievsky sich konsequent für Impfungen ausgesprochen hat, machten ihn seine unterschiedlichen Empfehlungen an das Haredi-Schulsystem während des Höhepunkts der Pandemie zu einer polarisierenden Figur. Kanievsky sagte zeitweise, die Yeshivas sollten nicht geschlossen werden, selbst als Regierungsbeamte die Schliessung aller Schulen angeordnet hatten, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Kanievsky wurde sogar in Eretz Nehederet, einer israelischen Sketch-Comedy-Show, als der eigentliche Premierminister Israels dargestellt.

Die orthodoxe Haredi-Gemeinde in Israel war eine der am stärksten vom Virus betroffenen Gemeinschaften des Landes. Einem Bericht zufolge starb einer von 73 Haredi über 65 Jahren im ersten Jahr der Pandemie an dem Coronavirus.
 

MONTAG, 28. Juni 2021 

10.40 Uhr
Chezy Levy tritt zurück 
Der Generaldirektor des israelischen Gesundheitsministeriums, Professor Chezy Levy, kündigte am Sonntag seinen Rücktritt an, sein Nachfolger muss noch ernannt werden. Währenddessen verbreitet sich die Delta-Variante weiterhin im ganzen Land.

Quellen zufolge traf sich der Generaldirektor am Sonntag mit Gesundheitsminister Nitzan Horowitz, um ihn über die Entscheidung zu informieren.

Nach Levys Ankündigung, trat Israels Coronavirus-Kabinett zum ersten Mal seit Monaten zusammen, um einen zur Bekämpfung der Ausbreitung der Delta-Variante zu erörtern. Das Kabinett beschloss, derzeit keine neuen Restriktionen zu verhängen. Anstelle, wird es seine Bemühungen auf die Entwicklung eines Plans zur Durchsetzung der Quarantänepflicht von aus dem Ausland zurückkehrenden Israelis, und einer Kampagne um jüngere Teenager zum Impfen zu animieren konzentrieren. 

Am Samstag verzeichnete Israel angesichts der Ausbrüche der ansteckenderen Delta-Variante aus Indien 113 neue Coronavirus-Fälle.

Gesundheitsminister Horowitz dankte Levy für seine «Professionalität» in «einer der schwierigsten Zeiten, die das israelische Gesundheitssystem je erlebt hat». Die Erklärung fügte hinzu, dass Levys Nachfolger in Kürze bekannt gegeben wird.

Levys Rücktritt folgt auf mehrere Fernsehinterviews, die er diese Woche gab, in denen er erklärte, er habe keinen Antrag auf Verlängerung seiner Amtszeit erhalten.

Er wird voraussichtlich zu seiner früheren Position als Direktor des Barzilai Medical Center in Ashkelon zurückkehren, die er acht Jahre lang innehatte.

Levy, der vom damaligen Gesundheitsminister Yuli Edelstein ernannt wurde, um Israel auf eine zweite Covid-Welle vorzubereiten, steuerte Israel ebenfalls durch zwei aufeinander folgende Wellen des Virus. 

 

DONNERSTAG, 24. Juni 2021 

10.20 Uhr
Delta-Variante sorgt für Beunruhigung 
Der Anstieg neuer Coronavirus-Fälle in Israel hat Befürchtungen geweckt, dass das Land sich wieder in Richtung eines Lockdowns bewegt. Augenscheinlich ist der Anstieg der Neuerkrankungen auf die Delta-Variante des Coronavirus zurückzuführen. Die neue Variante, auch bekannt als B.1.617, wurde im vergangenen Oktober erstmals im indischen Bundesstaat Maharashtra identifiziert und hat sich von dort über den Rest Indiens und in andere Länder verbreitet.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation ist die Delta-Variante mittlerweile die vorherrschende Form des Coronavirus weltweit und kommt in mehr als 80 Ländern vor. In Grossbritannien beispielsweise ist die Ansteckungsrate von 24 Fällen pro Million Einwohner im letzten Monat aufgrund der Delta-Variante auf 126 gestiegen. 

Das auffälligste Merkmal der Delta-Variante ist ihre schnelle Verbreitung: Schätzungen zufolge ist die Variante 1,5-mal ansteckender als die erstmals in Grossbritannien entdeckte Alpha-Variante. Forschungsergebnisse von britischen Gesundheitsbehörden, die in der medizinischen Fachzeitschrift Lancet veröffentlicht wurden, zeigen, dass der Impfstoff von Pfizer-BioNTech zwei Wochen nach Verabreichung der zweiten Dosis zu 88 Prozent gegen die Delta-Variante wirksam ist. Das liegt nur knapp unter den 93 Prozent für die Alpha-Variante. Auch bei der Delta Variante verhindert der Pfizer-Impfstoff die Wahrscheinlichkeit eines schweren Krankheitsverlaufes. Die letzte Woche von britischen Gesundheitsbehörden veröffentlichten Daten, die auf einer Analyse von etwa 14.000 Fällen basieren, zeigen eine Wirksamkeit von 96 Prozent nach zwei Dosen des Pfizer-Impfstoffs. 

Trotz der schnellen Ausbreitung der Delta-Variante, ist es nicht anzunehmen, dass Israel sich auf eine neue Coronavirus-Welle hinzubewegt. Die Entwicklung von Impfstoffen hat weltweit einen Wendepunkt im Krieg gegen das Virus markiert und Impfkampagnen tragen viel zu der Eindämmung der Pandemie bei. Auch wenn theoretisch eine neue, virulentere und ansteckendere Form des Coronavirus auftaucht, die eine grössere Resistenz gegen den Impfstoff aufweist, wird der Weg zur Entwicklung eines neuen und passenden Impfstoffs dafür kürzer und schneller sein als beim ersten Mal.
 

MITTWOCH, 23. Juni 2021

9.20 Uhr
Besorgt um lokale Ausbrüche
Premierminister Naftali Bennett kündigte an, dass Israel den Anstieg lokaler Coronavirus-Fälle wie einen «neuen Ausbruch» behandelt, und fügte hinzu, dass das Coronavirus-Kabinett erneut zusammentreten werde, um einen Plan zu entwickeln.

«Ich Bitte Sie: Wenn Sie nicht nach Übersee fliegen müssen, fliegen Sie nicht», sagte Bennett am Dienstag vor der Presse am internationalen Flughafen Ben-Gurion. Er fügte hinzu, dass alle Reisenden am Flughafen eine Maske tragen müssen.

Bennett kritisierte auch die verzögerte Impfrate in Israel und sagte, dass Israelis «bis zum 9. Juli geimpft sein müssen», um beide Impfstoffe zu erhalten, bevor sie ablaufen. Er forderte auch israelische Eltern und Schüler auf, die Quarantänebestimmungen für die Sicherheit der Gemeinschaft weiterhin einzuhalten.

Die Polizei sagte, sie werde das Tragen von Masken am Flughafen Ben-Gurion wieder durchsetzen und die Durchsetzung der Quarantäneanforderungen verstärken. Die Geldstrafen bei Verstössen gegen eine obligatorische Quarantäne werden von 150 Schekel auf 250 Schekel (77 Dollar) erhöht. Von den Behörden wird derzeit nicht erwartet, dass sie elektronische Armbänder oder eine App einsetzten, die Personen verfolgen die unter Quarantäne gestellt sind.

Die höchste tägliche Coronavirus-Infektionsrate seit zwei Monaten wurde am Montag in Israel registriert, wobei 125 Personen positiv getestet wurden, nachdem im ganzen Land lokale Ausbrüche der Delta-Variante gemeldet worden waren. Darüber hinaus lag die Rate der positiven Covid-19-Tests bei 0,3 Prozent, während die Quote am Sonntag bei 0,01 Prozent lag. Inzwischen lag die R-Zahl – die durchschnittliche Zahl, die ein Covid-19-Träger ansteckt – bei 1,55. Nach den Ausbrüchen der Delta-Variante hat das israelische Gesundheitsministerium am Sonntag empfohlen, 12- bis 15-Jährige zu impfen. Bisher wurden allerdings nur etwa vier Prozent der Kinder dieser Altersgruppe gegen das Virus geimpft.

Der Generaldirektor des Gesundheitsministeriums, Chezy Levy, sagte dem israelischen Fernsehen, dass etwa 70 Prozent der Neuinfektionen durch die Delta-Variante erfolgt seien. Er stellte auch fest, dass die Hälfte der Infizierten Kinder waren und dass ein Drittel der Infizierten geimpft war.
Ebenfalls am Dienstag enthüllte ein Bericht der israelischen Tageszeitung Yedioth Ahronoth, dass im letzten Monat fast 5.000 Israelis aus Moskau zurückgekehrt sind, obwohl die russische Hauptstadt einen Anstieg von Covid-19-Fällen erlebt.

31 der zurückkehrenden Passagiere wurden positiv auf das Virus getestet.
 

MONTAG, 21. Juni 2021 

10.50 Uhr
1 Millionen Dosen Abgelehnt 
Israel führt momentan Gespräche mit drei anderen Ländern, die zu einem Impfstoff-Deal führen könnten. Dies im Falle einer Annullierung der getroffenen Vereinbarung mit der Palästinensischen Autonomiebehörde.

Am Freitag befahl der palästinensische Premierminister Mohammad Shtayyeh der PA, ein Abkommen abzubrechen, bei dem Israel der PA etwa 1 Million Dosen des Pfizer-BioNTech-Coronavirus-Impfstoffs gegeben hätte. Viele der Dosen würden im Juli auslaufen.

Unterdessen sagte das palästinensische Gesundheitsministerium am Sonntag, dass es beabsichtigt, die Verhandlungen mit dem israelischen Gesundheitsministerium und Pfizer über «sichere Impfstoffe, die unseren Standards entsprechen», wieder aufzunehmen.

Laut der ursprünglichen Vereinbarung sollte die Palästinensische Autonomiebehörde Israel eine ähnliche Anzahl von Impfstoffen zurückschicken, die es im September oder Oktober vom Pharmakonzern erhalten soll. Bis zu 1,4 Millionen Dosen hätten ausgetauscht werden sollen.

Sollten Israel und eines der drei anderen Länder eine Einigung erzielen, würden sich beide Länder zur endgültigen Genehmigung an Pfizer wenden. Das Abkommen würde erfordern, dass Israel seine bald auslaufenden Impfstoffe sofort in das fragliche Land liefert und dass dieses Land Israel Impfstoffe aus einer zukünftigen Lieferung zukommen lässt, die es zu einem späteren Zeitpunkt erwartet.

Beamte des palästinensischen Gesundheitsministeriums sagten am Sonntag, dass sie beabsichtigen, 90.000 Impfstoffe an Israel zurückzugeben, die in 10 Tagen ablaufen sollen. «Dies ist keine Spende von Israel, sondern Impfungen, die die Palästinensische Autonomiebehörde bezahlt hat», sagte ein Beamter.

Israel beabsichtigt nicht, die bereits an die Palästinensische Autonomiebehörde übergebenen Impfstoffe zurückzunehmen. Laut Politischen Quellen hofft Israel, dass die PA die Impfstoffe, die Ende des Monats auslaufen, irgendwann einsetzt, auch wenn sie dies nicht öffentlich anerkennt.
 

MITTWOCH, 16. Juni 2021

9.15 Uhr
Impfpflicht verstösse gegen Nürnberger Kodex
Eine Bundesrichterin in Houston hat eine Klage von Gesundheitspersonal gegen ein Impfmandat eines städtischen Krankenhauses abgewiesen. Eines der Argumente für griff sie für besondere Verspottung heraus.

In ihrem fünfseitigen Gutachten vom 12. Juni schreibt Bezirksrichterin Lynn Hughes, dass die leitende Prozessklägerin Jennifer Bridges die Impfpflicht für ungültig hält, «weil sie gegen den Nürnberger Kodex verstösst». Dies ist der ethische Kodex, der aus den Verfahren gegen Nazi-Ärzte nach dem Zweiten Weltkrieg hervorgegangen ist.

«Sie vergleicht eine drohende Kündigung mit erzwungenen medizinischen Experimenten während des Holocaust», sagt Hughes in dem Urteil.

Das Houston Methodist Hospital ist eine private Einrichtung, schreibt Hughes und fügt hinzu: «Die Impfpflicht mit medizinischen Experimenten in Konzentrationslagern gleichzusetzen, ist verwerflich. Nazi-Ärzte führten medizinische Experimente an Opfern durch, die Schmerzen, Verstümmelung und in vielen Fällen den Tod verursachten.»

Bridges wurde von 116 Mitarbeitern der Einrichtung, in welcher insgesamt 26.000 Menschen Arbeiten, bei der Einreichung der Klage unterstützt. In einem CNN-Interview nach dem Urteil sagte Bridges, sie vergleiche die Impfung nicht mit dem Holocaust, sondern mit Nazi-Praktiken in den 1930er Jahren.

Vergleiche zwischen dem Coronavirus-Schutz und dem Holocaust haben sich in den USA vermehrt. Eine republikanische Kongressabgeordnete aus Georgia, Marjorie Taylor Greene, entschuldigte sich am Montag für einen ähnlichen Vergleich.
 

MONTAG, 07. Juni 2021 

8.05 Uhr
Abschied von der Maskenpflicht 
Am Sonntagabend erfreute der israelische Gesundheitsminister Yuli Edelstein seine Bürgerinnen und Bürger mit einer Nachricht, auf die sie alle schon lange gewartet hatten: Vorausgesetzt, dass der Rückgang des Coronavirus wie geplant weiter günstig verläuft und sich nicht noch ein bis jetzt unbekannter Krankheitsträger im Lande breit macht, wird am 15. Juni das Tragen der Gesichtsmaske auch in geschlossenen Räumen nicht mehr Pflicht sein. Damit dürfte der mit dem Auftritt der Corona-Seuche in zahllosen Versionen auf den Markt gelangte Gesichtsschutz bald nur noch als Sammler-Objekt zu finden sein. Ausgenommen sind natürlich jene Israelinnen und Israeli, die sich inzwischen so sehr an den wenige Quadratzentimeter grosse Schutzmaske gewöhnt haben, dass sie sie auch weiterhin zu tragen beabsichtigen.

Jacques Ungar

MITTWOCH, 02. Juni 2021 

7.50 Uhr
Fast Alle Restriktionen werden aufgehoben
Die israelische Regierung hat am Dienstag die Aufhebung fast aller öffentlichen Restriktionen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie angekündigt. Das Gesundheitsministerium begründet diesen Schritt wie folgt: «Dieser Entscheid wurde vor dem Hintergrund der niedrigen Sterblichkeitsraten und dem fortdauernden Abwärtstrend für alle Indikatoren getroffen, die in den letzten Wochen zu registrieren waren».   Artikel in voller Länge: (Tachles)

MONTAG, 31. Mai 2021 

8.50 Uhr
Einreise Indischer Reisegruppe verboten 
In einem seltenen Schritt verbietet das israelische Gesundheitsministerium einer grossen Gruppe von Einwanderern aus Indien die Einreise in das Land, da unter ihnen zahlreiche Covid-19 Fälle entdeckt wurden.

Die 275 Einwanderer sollten am Montagnachmittag mit einem Flug aus Neu-Delhi am internationalen Flughafen Ben Gurion landen. Ursprünglich hatte das Gesundheitsministerium geplant der gesamten Gruppe die Einreise zu verweigern. Auf Druck des Aliyah- und Integrationsministeriums und der «Jewish Agency», erlaubte das Ministerium jedoch den Mitgliedern die negativ auf das Virus getestet wurden, an Bord zu gehen.

Der Gruppe, die behauptet von einem der verlorenen israelitischen Stämme abzustammen, wurde eine Sondergenehmigung der Regierung erteilt. Sie dürfen nach Israel ziehen, obwohl ihre Mitglieder nach dem Rückkehrgesetz nicht die Staatsangehörigkeit besitzen. Sie sollten mit einem befristeten Aufenthaltsvisum einreisen, mit der Annahme, dass sie Konvertieren und darauf die Staatsbürgerschaft erhalten.

Die Einwanderer, die als Bnai Menashe bekannt sind, stammen aus dem Nordosten Indiens und waren auf der Durchreise in Neu-Delhi, als entdeckt wurde, dass einige mit dem Coronavirus infiziert waren. Von den 275 Bnai Menashe, die am Montagnachmittag auf einem El Al-Flug über Mumbai eintreffen sollten, wurden 36 positiv getestet.

Das Aliyah- und Integrationsministerium versprach, dass die in Indien Zurückgebliebenen nach Israel können, sobald sie sich vollständig erholt haben und nicht mehr ansteckend sind. «Wir erkennen die Einwanderung von Juden nach Israel auch in dieser schwierigen Zeit als ein oberstes Ziel an, und aus diesem Grund sind auch im Jahr 2020, auf dem Höhepunkt der Pandemie, mehr als 21.000 Einwanderer hierhergezogen.»
 

DIENSTAG, 25. Mai 2021 

9.33 Uhr
Abgeordnete vergleicht Maskenmandat mit Holocaust 
Die republikanische Abgeordnete Marjorie Taylor Greene aus Georgia forderte «rationale» Juden und Jüdinnen auf, ihre Behauptung zu untermauern, dass Maskenmandate wie der Holocaust seien. Viele ihrer Kollegen stellten sich gegen die Aussage.

Die Kontroverse begann am Freitag, als Greene in einem Podcast des «Christian Broadcasting Network» auftrat, der von dessen politischen Chefanalysten, David Brody moderiert wurde. Beide diskutierten eine neue Anordnung von Nancy Pelosi, der demokratischen Sprecherin des Repräsentantenhauses, dass Kongressmitglieder, die sich weigern im Plenarsaal Masken zu tragen, einen Impfnachweis erbringen müssen.

«Diese Frau ist geisteskrank», sagte Greene und bezog sich dabei auf Pelosi. «Wissen Sie, wir können auf eine Zeit in der Geschichte zurückblicken, in der den Menschen gesagt wurde, sie sollten einen goldenen Stern tragen. Und sie wurden definitiv wie Bürger zweiter Klasse behandelt, so sehr, dass sie in Züge gesteckt und in Gaskammern in Nazi-Deutschland gebracht wurden. Und das ist genau die Art von Missbrauch, von der Nancy Pelosi spricht.»

Der «American Jewish Congress» forderte Greene auf, sich zu entschuldigen. «Man darf niemals gesundheitsbezogene Einschränkungen mit gelben Sternen, Gaskammern und anderen Nazi-Gräueltaten vergleichen», hiess es. «Solche Vergleiche verharmlosen den Holocaust und verseuchen die amerikanische Politik. Marjorie Taylor Greene muss sofort zurücktreten und sich entschuldigen.»
Am Wochenende verstärkte Greene jedoch ihre Aussage in einem Interview mit der NBC-Filiale in Phoenix, als sie gebeten wurde, die Aussage des «American Jewish Congress» zu kommentieren.
«Jeder vernünftige Jude mochte nicht, was in Nazi-Deutschland geschah, und jeder vernünftige Jude mag nicht, was momentan mit anmassenden Masken-Mandaten und einer anmassenden Impfstoff-Politik geschieht», sagte sie.

Einige von Greens Kollegen im Repräsentantenhaus, darunter Republikaner, halten ihre Kommentare für irrational. 

«Das ist böser Wahnsinn», sagte Liz Cheney, die Republikanerin aus Wyoming, die kürzlich wegen ihrer Opposition gegen den ehemaligen Präsidenten Donald Trump von ihrer Führungsposition verdrängt wurde.

«Absolute Krank», nannte Adam Kinzinger, ein Republikaner aus Illinois, der ebenfalls einer Anti-Trump-Minderheit in seiner Partei angehört. 

David Cicilline, ein Demokrat aus Rhode Island, der selbst jüdisch ist, twitterte: «Der Holocaust: Die systematische Ermordung von 6 Millionen Juden. Das Maskentragen: Eine einfache Handlung, die nichts kostet und Leben rettet. Marjorie Taylor Greene: Eine gestörte Person, die nicht geeignet ist, im Kongress zu dienen». 
 

MONTAG, 24. Mai 2021 

8.25 Uhr
Schrittweise zurück zur Normalität
Am Sonntag gab das Israelische Gesundheitsministerium bekannt, dass fast alle Coronavirus-Restriktionen im Land ab dem 1. Juni aufgehoben werden. 

Gesundheitsminister Yuli Edelstein sagte, er werde keine Verlängerung der an diesem Datum auslaufenden Vorschriften beantragen. In den nächsten zwei Wochen sollen noch einige Einzelheiten diskutiert werden, sodass vorerst die Maskenpflicht in Innenräumen und Reiserestriktionen weiterhin gelten werden. Der Zugang zu öffentlichen Plätzen wird ab diesem Zeitpunkt jedoch nicht länger auf Personen beschränkt sein, die nachweisen können, dass sie geimpft wurden oder genesen sind.

«Die Rückkehr zur Normalität erfolgt mit einem Sternchen» und die Behörden werden die Situation weiterhin überwachen, sagte Gesundheitsminister Yuli Edelstein. «Sollte es einen erneuten Ausbruch geben, müssen wir natürlich zurückrudern.» Am Sonntag gab es in Israel 510 aktive Fälle, von denen sich 59 in einem schweren Zustand befanden. Die Rate positiver Testergebnisse lag zwischen 0,1 bis 0,2 Prozent. 

Am Sonntag öffnete Israel aufgrund der sinkenden Infektionsraten seine Grenzen für ausländische Touristen. Jedoch wird es einige Zeit dauern, bis zahlreiche Besucher ankommen und die Tourismusbranche wiederbeleben. Im Rahmen der Lockerungen plant die Regierung, kleine Gruppen von Touristen aus Ländern, die von Israel genehmigte Impfstoffe verwenden, einreisen zu lassen. Die Registrierung für die Einreise wurde jedoch erst letzte Woche eröffnet, sodass die Anzahl der Besucher zunächst begrenzt sein wird. «Es ist unwahrscheinlich, dass die ersten Gruppen vor Anfang Juni eintreffen», sagte eine Sprecherin des Tourismusministeriums.

MONTAG, 10. Mai 2021 

9.20 Uhr
Neuinfektionen stark gesunken 
Zum ersten Mal seit 14 Monaten ist die Zahl der Menschen mit Coronavirus-Infektion in Israel am Sonntag auf 985 gesunken.

Zum letzten Mal lag die Zahl der aktiven Fälle während der ersten Welle der Pandemie, am 21. März 20202, unter 1.000. Zu diesem Zeitpunkt waren 980 Menschen infiziert. Danach stieg die Zahl stetig an und erreichte vor etwa drei Monaten ihren Höhepunkt. Anfang Februar, anderthalb Monate nach Beginn der Impfkampagne, gab es mehr als 74.000 aktive Fälle, und die tägliche Anzahl neuer bestätigter Fälle lag bei 9.000. Die schnelle Verbreitung wurde auf stärker Infektiöse britische Mutation zurückgeführt. 

Am Sonntag hat sich das Bild mit rund 4,5 Millionen geimpften Israelis (meist mit beiden Dosen) und weiteren 830.000 Genesenen, grundlegend geändert. Am Samstag wurden nur 17 neue Fälle registriert. Derzeit befinden sich 84 Personen in einem schwerwiegenden Zustand im Krankenhaus. Der Abwärtstrend in Israel hat sich auch nach der Wiedereröffnung des Bildungssystems fortgesetzt. Dort gelten allerdings weiterhin Abstandsregeln und eine Maskenpflicht. Gegenwärtig unterliegen Massenveranstaltungen den Restriktionen für «grüne Pässe», ebenso wie Restaurants, kulturelle Veranstaltungen und andere Veranstaltungen mit einer grossen Anzahl von Personen.

Gesundheitsexperten sind vorsichtig optimistisch. Dennoch befürchten sie, dass eine geringfügige Veränderung des Virusgenoms und eine Abnahme der Wirksamkeit des Impfstoffes die bisherigen Erfolge Israels gefährden könnten. Die grösste Gefahr liegt in dem Import von Mutationen aus dem Ausland und bei ungeimpften Kindern. Die Gesundheitsbehörden warten auf die Einrichtung eines Verfassungsausschusses der Knesset, der die Überwachung der Ankünfte aus dem Ausland mithilfe elektronischer Armbänder sowie weitere Schritte zur Eindämmung des Risikos der Verbreitung von Mutationen in Israel genehmigt.

FREITAG, 07. Mai 2021 

9.00 Uhr
Gültigkeit der Grünen Pässe verlängert
Am Mittwoch gab das israelische Gesundheitsministerium bekannt, dass die Gültigkeit des «Grünen Passes» bis Ende 2021 verlängert wird. Bei den «Grünen Pässen» handelt es sich um eine Bescheinigung die Israeli nach ihrer vollständigen Impfung erhalten. 

Die Gültigkeit der Pässe betrug nach erhalt der zweiten Dosis zunächst sechs Monate, oder nach einer Genesung von Covid-19, bis Ende Juni 2021. Die neue Ankündigung lässt jedoch vermuten, dass alle geimpften Israeli erst Ende 2021 ihre dritte Dosis eines Impfstoffes erhalten müssen.

Am Dienstag genehmigte das Coronavirus-Kabinett eine Reihe weiterer Lockerungen, einschliesslich der Erlaubnis von Versammlungen von 50 Personen in geschlossenen, und 500 Personen in offenen Räumen. Ebenfalls ist auch erlaubt ohne einen «Grünen Pass» an Veranstaltungen im Freien teilzunehmen.

Fitnessräume, Sportanlagen, Schwimmbäder und weitere Freizeiteinrichtungen werden nach den Regeln des «lila Abzeichens» betrieben. Dies bedeutet, dass die Öffentlichkeit bei dem Betreten dieser Räumlichkeiten keine Impfbescheinigung mehr vorlegen muss. Auch Kinder dürfen diese Einrichtungen nutzen. Alle Räumlichkeiten, die nach den Regeln des «lila Abzeichens» betrieben werden, dürfen jedoch nur in einer geminderten Kapazität öffnen, sodass sich lediglich eine Person pro sieben Meter aufhalten darf.

Ebenfalls werden ab Donnerstag um 7:00 Uhr die Kapazitätsbeschränkungen für Taxis und andere Transportmittel aufgehoben. Es wird auch nicht mehr erforderlich sein, Gutscheine für Zugfahrten vorzulegen.

MITTWOCH, 05. Mai 2021 

8.00 Uhr
Neubeginn für BriLife? 
Das israelische Institut für biologische Forschung erwägt, seine laufende klinische Studie mit dem von ihm entwickelten COVID-19-Impfstoff wieder neu zu Beginnen. Der Neustart könne es Ermöglichen, eine Version des Impfstoffes zu Entwickeln, die bereits nach einer Einzeldosis wirksam ist. Aus der ersten und zweiten Phase der klinischen Studie zeichnete sich anscheinend ab, dass auf die zweite Injektion verzichtet werden könne, wenn den Patienten eine höhere Dosis in einer einzelnen Injektion verabreicht wird.

Diese Entscheidung würde höchstwahrscheinlich das Datum, an dem der BriLife-Impfstoff der Öffentlichkeit zur Verfügung steht, verzögern. Ebenfalls plant das in Nes Tziona ansässige Institut, seine klinischen Studien von Israel nach Argentinien zu verlegen. Dies liegt an der erfolgreichen Impfkampagne Israels. Da bereits zahlreiche Israelis gegen das Virus geimpft wurden, ist es schwierig die Wirksamkeit des Impfstoffs zu testen. In den nächsten zwei Wochen wird eine Delegation unter der Leitung von Ärzten des Hadassah-Universitätskrankenhauses in Jerusalem, das an der klinischen Studie beteiligt ist, voraussichtlich nach Argentinien reisen, um Vorbereitungen für die Verlegung der Studie zu schaffen.

Ein wirksamer Impfstoff der nur eine Dosis für die Immunität benötigt, hätte eine Vielzahl von Vorteilen in Bezug auf die Produktionskapazität, Kosten und den Versand. So wie den offensichtlichen Vorteil, dass die Öffentlichkeit schneller geimpft werden könne. Dies gilt insbesondere dann, falls sich herausstellen sollte, dass Auffrischungsimpfungen zur Aufrechterhaltung der Immunität erforderlich sind. Ein Impfstoff der nur eine Einzeldosis benötigt, könnte Israel einen Vorteil auf dem globalen Impfstoffmarkt verschaffen, auch wenn eine Wiederholung der ersten und zweiten klinischen Studie die Markteinführung verzögern könnte.

Der israelische BriLife-Impfstoff basiert auf einem tierischen Trägervirus namens Virus Stomatitis Vesicular oder VSV. Es handelt sich um einen viralen Vektorimpfstoff, was bedeutet, dass eine modifizierte Version dieses Virus verwendet wird, um die Immunität beim Menschen zu induzieren. VSV infiziert selten Menschen, und wenn dies der Fall ist, verursacht es leichte, vorübergehende Symptome - höchstens Fieber und Gelenkschmerzen. Im Fall des BriLife-Impfstoffs dient das VSV-Virus als Vektor, der Teile des Proteins auf der Oberfläche des Virus, trägt, und so versucht, eine Immunantwort auf das Coronavirus zu induzieren.

MONTAG, 03, Mai 2021

15.50 Uhr
Drohende «Impfstoff-Apartheid»
In einem Kommentar, der letzte Woche in der New York Times veröffentlicht wurde, schätzte der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Doktor Tedros Adhanom Ghebreyesus, dass Einkommensschwache Länder weltweit nur 0,3 Prozent, während Einkommensstarke Länder 81 Prozent, der verfügbaren Covid-19-Impfstoffe erhalten haben. 

Die unbegrenzte Macht privater Unternehmen, die offensichtliche Ungleichheit zwischen den Nationen und das Anhalten der Pandemie, werfen Weltweit ernsthafte Fragen auf. Zum Beispiel, die Frage nach dem Schutz von Impfpatenten. In den USA gibt es eine wachsende Bewegung, die die Aufhebung oder den Verzicht auf Patente fordert, damit jeder Hersteller, der Impfstoffe herstellen möchte, dies tun kann. Impfstoffhersteller werden dort momentan der Gier und der «Impfstoff-Apartheid» beschuldigt. Am vergangenen Wochenende forderte Senator Bernie Sanders US-Präsident Joe Biden auf, die internationalen Bemühungen zur Aussetzung des Patentschutzes für COVID-19-Impfstoffe zu unterstützen. Er argumentierte, dass sie die weltweite Versorgung mit Impfstoffen künstlich einschränken und verhindern, dass Bürger armer Länder Zugang zu einem lebensrettenden Produkt erhalten.

Auf der anderen Seite des Zauns befindet sich Bill Gates, der zwar eine Verbesserung des Zugangs armer Länder zu Impfstoffen unterstützt, es jedoch für eine schlechte Idee hält, auf den Patentschutz für Hersteller von Covid-19-Impfstoffen zu verzichten. Gates argumentierte, dass eine erhöhte Impfstoffversorgung nicht durch die Beschränkungen des geistigen Eigentums verhindert wird, sondern eine technische Angelegenheit ist: Es gibt eine begrenzte Anzahl von Impfstoffherstellungsbetrieben und die Sicherheit des Herstellungsprozesses muss von grösster Bedeutung bleiben.

Doktor Ron Tomer, Co-CEO von Unipharm, einem Generikahersteller und Präsident der israelischen Handelsgruppe, ist ebenfalls der Ansicht, dass der Impfstoffmangel auf Produktionsbeschränkungen und nicht auf Patentbeschränkungen zurückzuführen ist. Laut ihm, sei die beste Lösung nicht der Verzicht auf Patente, sondern die Festlegung angemessener Lizenzgebühren durch eine unabhängige globale Organisation. Hierdurch und könnte jeder, der an Patentrechten interessiert ist, diese Lizenzgebühren zahlen. «Dies ist eine Lösung, die für lebensrettende Medikamente geeignet ist, besonders nachdem die Unternehmen, die die Impfstoffe entwickelt haben, bereits einen guten Gewinn erzielt haben». 

FREITAG, 30. April 2021

12.20 Uhr
Neue Fälle in Israel 
Das Israelische Gesundheitsministerium hat 41 neue Fälle der indischen Coronavirus-Mutation diagnostiziert. Unter den Infizierten befanden vier Menschen, die bereits gegen Covid-19 geimpft waren.

Das israelische Genomsequenzierungssystem hatte festgestellt, dass 24 Personen die kürzlich aus dem Ausland wiedergekommen waren, sich mit der indischen Mutation infiziert hatten, von der Experten ausgehen, dass sie ansteckender ist als andere Varianten. Die 17 anderen Personen, darunter fünf Schulkinder, haben sich in ihrem Umfeld angesteckt. Das Gesundheitsministerium und die «IDF Home Front Command» führen an den Schulen, an denen die Kinder eingeschrieben sind, umfassende Tests durch.

21 der Personen die positiv auf die Mutation getestet wurden sind Ausländer. Letzte Woche hatte Israel die Einreise von Touristen aus Indien, wegen Bedenken hinsichtlich der Verbreitung der Mutation, verboten. Im Rahmen der neuen Beschränkungen, dürfen nur noch 300 Pflegekräfte und Studierende pro Monat Einreisen. Einreisende müssen sich in staatlichen Hotels unter Quarantäne stellen, die lediglich für diejenigen bestimmt sind, die aus Indien kommen. Es sei denn, sie haben sich in Israel von Covid-19 erholt oder wurden bereits gegen Covid-19 geimpft. 

Im vergangenen Monat kamen rund 1.000 Menschen aus Indien nach Israel, von denen nur etwa ein Viertel geimpft wurde. Von den Teilnehmern wurden 63 positiv auf das Virus getestet, aber nicht alle waren notwendigerweise mit der indischen Variante infiziert. Das israelische Gesundheitsministerium identifizierte ausserdem acht neue Fälle der südafrikanischen Variante, sieben der New Yorker Variante, zwei der kalifornischen Variante, eine der St. Petersburger Variante und einen Fall der britischen Mutation.

Obwohl die meisten Coronavirus-Beschränkungen in Israel in den letzten Wochen aufgrund des Rückgangs der Infektionsraten aufgehoben wurden, wird die Einreise in das Land immer noch kontrolliert. Israelis die ohne Impfbescheinigung einreisen, müssen sich zu Hause unter Quarantäne stellen, während diejenigen, die in Israel geimpft wurden oder genesen sind, nicht in Quarantäne müssen. Sie müssen jedoch ein Negativergebnis eines Coronavirus-Schnelltests erhalten, der jetzt allen Personen die über den Flughafen Ben-Gurion nach Israel einreisen, angeboten wird.

MITTWOCH, 28. April 2021 

10.00 Uhr
Maskenpflicht gelockert 
Das Zentrum für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten in den USA (CDC) haben am Dienstag ihre Richtlinien für das Tragen von Masken im Freien gelockert. Komplett geimpfte Amerikaner müssen ihre Gesichter nicht mehr bedecken, es sei denn, sie befinden sich in einer grossen Menge von Fremden.

Auch nicht geimpfte Personen können in einigen Fällen ohne Maske nach draussen gehen.
Die neuen Leitlinien stellen einen weiteren Schritt auf dem Weg zur Normalität in den USA dar, nachdem der Ausbruch des Coronavirus dort 570.000 Menschen das Leben gekostet hat. Während des vergangenen Jahres, hatte die «CDC» den Amerikanern geraten, Masken im Freien zu tragen, wenn sie sich nicht weiter als einen Meter voneinander entfernt aufhalten können. 

Die neuen Lockerungen sind darauf zurückzuführen, dass mehr als die Hälfte der Erwachsenen in den USA mindestens eine Impfstoff-Dosis erhalten hat und bereits mehr als ein Drittel vollständig geimpft wurde. «Es ist die Rückkehr der Freiheit», begrüsste Mike Saag, Experte für Infektionskrankheiten an der Universität von Alabama in Birmingham. «Es ist die Rückkehr zu normalen Aktivitäten. Wir sind noch nicht ganz da, aber wir befinden uns auf dem Weg. Und das ist eine schöne Sache.»

Dennoch müssen mehr Menschen geimpft werden, und es bestehen weiterhin Bedenken hinsichtlich der Mutationen und ungeahnter Veränderungen in der Epidemie. Laut Saag, seien die neuen Lockerungen jedoch eine vernünftige Belohnung nachdem etwa 140 Millionen Amerikaner sich Impfen lassen haben.

MONTAG, 26. April 2021 

12.35 Uhr
Einreise aus Indien wird eingeschränkt 
Israel hat die Einreise von Touristen aus Indien aufgrund der kürzlich entdeckten Fälle der indischen Mutation des Coronavirus verboten.

Im Rahmen der neu auferlegten Beschränkungen ist es Touristen aus Indien verboten nach Israel einzureisen. Nur 300 Pflegekräfte und Studierenden wird die Einreise pro Monat gestattet. Einreisende müssen sich in staatlichen Hotels unter Quarantäne stellen, die lediglich für diejenigen bestimmt sind, die aus Indien kommen. Es sei denn, sie haben sich in Israel von Covid-19 erholt oder wurden bereits gegen Covid-19 geimpft.

Im vergangenen Monat kamen rund 1.000 Menschen aus Indien nach Israel, von denen nur etwa ein Viertel geimpft war. Von den Einreisenden wurden 63 Personen positiv auf das Virus getestet, aber nicht alle waren notwendigerweise mit der indischen Mutation infiziert. Die indische Mutation ist für Experten besorgniserregend, da zwei Mutationen ihres Proteins sie resistenter gegen den Coronavirus-Impfstoff machen könnten. Ebenfalls könnte das Virus ansteckender sein als andere Varianten.

Im vergangenen Monat berichtete das indische Gesundheitsministerium über eine Virus-Mutation, die zwei genetische Veränderungen umfasst und eine Art «Vereinigung» zweier Mutationen darstellt, die zuvor als E484Q und L452R bekannt waren. Da jedoch aus ganz Indien entnommene Proben gezeigt haben, dass die vorherrschende Mutation im Land aus Grossbritannien kommt, ist es wahrscheinlich, dass die neue Mutation nicht hinter dem jüngsten Ausbruch in Indien steckt.

FREITAG, 23. April 2021 

7.50 Uhr
Neue Reisewarnungen
Das israelische Gesundheitsministerium veröffentlichte am Donnerstag eine neue Reisewarnung an Israelis, einschliesslich derjenigen, die sich von Covid-19 erholt haben oder bereits geimpft wurden. So soll die Bevölkerung nicht in die Ukraine, nach Äthiopien, Brasilien, Südafrika, Indien, Mexiko und in die Türkei reisen.

In der Erklärung wurde auf die hohen Morbiditätsraten, als auch auf das Vorhandensein alarmierender Mutationen in diesen Ländern hingewiesen, und empfohlen, dass die Bevölkerung nach Möglichkeit alle Reisen ausserhalb Israels vermeidet.

Ungefähr 54 Prozent der Bürger und Einwohner Israels über 16 Jahre - die Altersgruppe, die für den Pfizer/BioNTech in Frage kommt - haben beide Dosen erhalten, und Infektionen und Krankenhausaufenthalte sind stark zurückgegangen. Da die Zahl der gegen Covid-19 geimpften Israelis bereits 5 Millionen überstiegen hat und das Land weniger als 100 neue Fälle pro Tag verzeichnet, hat die Regierung am Sonntag ihr Mandat für Aussenmasken beendet.

In der Zwischenzeit sagte Israel, es werde ab dem 23. Mai die Einreise geimpfter Touristengruppen zulassen. Seit Israel im März 2020 zum ersten Mal in einen Lockdown ging, dürfen Ausländer - mit seltenen Ausnahmen - nicht mehr in das Land einreisen. Ende Januar wurden im Rahmen des dritten Lockdowns sogar israelische Bürger an der Einreise gehindert. 

 

MITTWOCH, 21. April 2021 

8.05 Uhr
Fauci «arbeitet nicht für uns»
Die Verschwörungstheoretikerin Naomi Wolf behauptete, dass Dr. Anthony Fauci in Wirklichkeit Israel verpflichtet ist, anstatt den Vereinigten Staaten zu dienen.

Wolf, eine Anti-Impfstoff-Aktivistin, die auch Verschwörungstheorien über Ebola und ISIS verbreitet hat, erschien am Montag auf «Fox News», um die von Fauci geförderten Pandemiebeschränkungen zu kritisieren. Die einmalige demokratische Beraterin sagte, Fauci diene nicht der «öffentlichen Gesundheit des amerikanischen Volkes» und «Er arbeitet nicht für uns». Unter den Beispielen für angebliche Konflikte, zitierte Wolf eine Auszeichnung, die Fauci von einer israelischen Universität erhielt.

«Er hat vom Staat Israel eine Million Dollar als humanitäres Geschenk erhalten», sagte sie.

Tatsächlich erhielt Fauci den Dan-David-Preis, eine renommierte Auszeichnung in Höhe von 1 Million US-Dollar, die nicht von der israelischen Regierung, sondern von der Universität Tel Aviv stammt. Fauci, Direktor des Nationalen Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten, wurde für seine Leistungen im Bereich der öffentlichen Gesundheit ausgezeichnet und dafür gelobt, dass er sich in einem hoch aufgeladenen politischen Umfeld, Mächtigen gegenüberstellte.

Wolf hat Israel schon einmal scharf kritisiert. Eine Twitter-Umfrage im Jahr 2019 mit der Frage: «Welche Nation stellt die grösste Bedrohung für den Weltfrieden dar?», beantwortete Sie mit: «Wo ist Israel?»

DIENSTAG, 20. April 2021 

16.55 Uhr
Britische Mutation deutlich ansteckender 
Eine neue Studie der Tel Aviv Universität fand heraus, dass die britische Variante (B 1.1.7) des Covid-19 um 45 Prozent ansteckender ist als der ursprüngliche Virus. Die Forscher verliessen sich dabei auf Daten von rund 500'000 PCR Tests für Covid-19, die vom Covid-19 Testlaboratorium erhalten worden waren, das in Kollaboration mit der Electra Gruppe errichtet worden ist. Artikel in voller Länge: (Tachles)

7.50 Uhr
9 Millionen zusätzliche Dosen 
Israel hat neun Millionen zusätzliche Dosen des Pfizer-Impfstoffs gekauft, der 2022 eintreffen wird, wie Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Gesundheitsminister Yuli Edelstein am Montag bekannt gaben. Die zusätzlichen Dosen sollen sicherstellen, dass Israel Auffrischungsimpfungen durchführen kann, um den Schutz vor dem Coronavirus bis 2022 zu gewährleisten.

In einer Erklärung sagte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, er habe Gespräche mit den CEOs von Pfizer und Moderna geführt und hoffe, bald eine Einigung mit Moderna zu erzielen. «Wir werden sehr bald mehr als genug Impfstoffe für Erwachsene und Kinder haben», sagte Netanjahu. «Israel wird wieder an der Spitze des globalen Kampfes gegen das Coronavirus stehen. Es wird keine Lockdowns mehr geben.»

Informationen über die Versorgung Israels mit Impfstoffen - ob Pfizer oder Moderna - sind gut geschützt und nicht öffentlich verfügbar. Die Informationen, die zeitweise an die Öffentlichkeit gelangen, sind nicht immer eindeutig. Israel hat bisher rund 10,3 Millionen Dosen des Impfstoffs an seine Bevölkerung verabreicht und über 5 Millionen vollständig geimpft. Vor ungefähr zwei Wochen berichtete Reuters, dass Pfizer die Lieferung von Impfstoffen nach Israel abgeschlossen habe, basierend auf dem im letzten November unterzeichneten Vertrag.

Albert Bourla, CEO von Pfizer, sagte kürzlich, es sei wahrscheinlich, dass innerhalb eines Jahres nach der zweiten Dosis, eine dritte Auffrischung erforderlich sein könnte. Dies hatte Coronavirus-Beauftragten Nachman Ash letzte Woche dazu veranlasst, zu sagen, dass Israel nicht über genügend Impfstoffe verfügt, um seine Bevölkerung mit einer dritten Dosis zu versorgen.

MONTAG, 19. April 2021 

16.35 Uhr
Hilfe für Uruguay 
Israel, das selber auf dem besten Weg aus der Covid-Krise heraus ist, will anderen, vom Glück weniger begünstigten Staaten helfen. Als nächstes entsendet der Jüdische Staat ein Ärzteteam nach Uruguay. Artikel in voller Länge: (Tachles).

7.55 Uhr
Abschaffung der Maskenpflicht 
Am Sonntag tat Israel einen weiteren Schritt auf dem Weg zur gesellschaftlich-wirtschaftlichen Normalisierung. Die Schutzmasken müssen nur noch in geschlossenen Räumen getragen werden, aber nicht mehr im Freien. Auch der Schulbetreib wurde landesweit nach über mehr als einem Jahr wieder voll normalisiert. Artikel in voller Länge: (Tachles).

FREITAG, 16. April 2021

14.25 Uhr
Bange um Nachschub
Israel verfügt nicht über genügend Covid-19-Impfstoffe, um seine Bevölkerung mit einer dritten Dosis zu versorgen, sagte der Coronavirus-Beauftragte Professor Nachman Ash am Freitag.
«Wir haben genug Dosen, um die erste Impfkampagne abzuschliessen - das sind zwei Dosen pro Bürger», sagte Ash gegenüber «Army Radio». «Dies besorgt uns momentan», fügte er hinzu. 
Ash sagte jedoch, er glaube, dass «bald» Vereinbarungen mit Moderna und Pfizer getroffen werden. «Wir wollen auch garantieren, dass es Dosen geben wird, auch wenn es einen verbesserten Impfstoff für neue Mutationen gibt».

Ash glaube, dass die Vereinbarungen mit Pfizer und Moderna bald unterzeichnet werden, um eine zusätzliche Versorgung mit Impfstoffen sicherzustellen. Er verwies ausdrücklich auf die Gespräche mit Pfizer: «Das Gesundheitsministerium steht mit Pfizer in Bezug auf die Einzelheiten der Vereinbarung in Kontakt. Das Budget ist das Einzige, dass noch geklärt werden muss. Ich hoffe, dass es bald besiegelt wird.»
Am Donnerstag berichtete CNBC, dass Pfizer-CEO Albert Bourla schätzt, dass der Impfstoff ein Jahr nach Erhalt der zweiten Dosis wirksam bleibt, und dass eine jährliche Auffrischung erforderlich sein könnte.

Anfang dieses Monats gab Pfizer bekannt, dass sein Impfstoff die Krankheit sogar sechs Monate nach Erhalt der zweiten Dosis, noch zu 91 Prozent wirksam verhinderte.

 

8.00 Uhr
Bhutan auf Platz eins 
In einem Diagramm dargestellt, schiesst die Kurve der Covid-19-Impfakampagne in Bhutan vom ersten Tag an nach oben und überholt Israel, die USA, Bahrain und andere Länder, die dafür bekannt sind, ihre Bevölkerung schnell zu impfen. Diese Länder brauchten Monate, um ihr Niveau zu erreichen, und bangten um ihre Impfkampagnen angesichts der zunehmenden Infektionen innerhalb der Bevölkerung. Aber die Geschichte von Bhutans Impfkampagne ist fast zu Ende - nur 16 Tage nachdem sie begonnen hat.

Das winzige Himalaya-Königreich zwischen Indien und China hat seit dem 27. März fast 93 Prozent seiner erwachsenen Bevölkerung geimpft, und insgesamt 62 Prozent seiner 800.000 Einwohner. Mit ihrer raschen Impfkampagne, liegt die winzige Nation direkt hinter den Seychellen, die 66 Prozent ihrer Bevölkerung von fast 100.000 Menschen bereits versorgt haben.

Der Erfolg Bhutans lag nicht nur an der kleinen Grösse des Landes, sondern kann auch engagierten freiwilligen Bürgern zugeschrieben werden, die als «Desuups» bekannt sind. Ebenfalls, hatte das Land von vergangenen Impfkampagnen bereits ein etabliertes Kühlkettenlagersystem.

Bhutan erhielt im Januar seine ersten 150.000 Dosen des AstraZeneca-Impfstoffs aus dem benachbarten Indien, aber die Dosen wurden erst ab Ende März verteilt, damit sie mit günstigen Daten in der buddhistischen Astrologie zusammenfallen.

Bhutan hat bisher 910 Infektionen, und einen Tod aufgrund von Covid-19 verzeichnet. Es gibt eine obligatorische 21-Tägige-Quarantäne für alle Personen, die im Land ankommen. Alle Schulen und Bildungseinrichtungen sind offen und werden auf Einhaltung der COVID-19-Protokolle überwacht.

DONNERSTAG, 14. April 2021 

07.45 Uhr
Wiedereröffnung der Schulen 
Als weiteres Anzeichen für eine Rückkehr zur normalen Lebensweise hat das israelische Kabinett beschlossen, dass alle öffentlichen Schulen des Landes am Sonntag wieder den normalen Betrieb aufnehmen werden. Artikel in voller Länge: (tachles)

DIENSTAG, 13. April 2021

17.32 Uhr
Israel erlaubt Einreise von Reisegruppen 
Israel wird ab dem 23. Mai geimpften Touristen in organisierten Reisegruppen die Einreise erlauben, wie Tourismusminister Orit Farkash-Hacohen am Dienstag sagte. Seit dem Ausbruch der globalen Pandemie im März 2020, wurden neben seltenen Ausnahmen für Nichtstaatsangehörige, nur israelische Staatsbürger in das Land gelassen.

Dem Minister zufolge, würden alle Touristen innerhalb von 72 Stunden nach dem Einstieg in das Flugzeug einen Coronavirus-Test und einem Antikörpertest unterzogen, um nachzuweisen, dass sie geimpft oder genesen sind. Nach der Landung würden die Fluggäste erneut getestet werden. Zuerst wird die Anzahl der Touristen die täglich in das Land dürfen begrenzt sein.

In dieser ersten Phase des Wiederauflebens des israelischen Tourismus, werden nur Gruppen zugelassen, da diese leichter zu überwachen sind, heisst es in einer gemeinsamen Erklärung der Ministerien für Gesundheit und Tourismus. Unter der Annahme, dass die Infektionsraten nicht steigen, würde Israel seine Grenze schrittweise auch für einzelne Reisende öffnen. Die Entscheidung wurde im Einvernehmen mit Gesundheitsminister Yuli Edelstein und seinen Fachkräften getroffen.

Letzte Woche hat Israel damit begonnen bestimmte Gruppen von Nichtansässigen die Verwandte im Land haben, die Einreise zu ermöglichen. Besucher aus Übersee müssen im Voraus entweder vom Innenministerium, oder von ihrem örtlichen israelischen Konsulat eine Genehmigung einholen.
 

9.40 Uhr
Schwachstellen im Pfizer-Impfstoff? 
Die in Südafrika entdeckte Mutation des Coronavirus kann den Impfstoff von Pfizer und BioNTech bis zu einem gewissen Grad «durchbrechen», laut einer Studie mit Realdaten in Israel. Jedoch ist bisher die Prävalenz der Mutation im Land gering und die Forschungsergebnisse seien noch nicht vollkommen Aussagekräftig. 

In der am Samstag veröffentlichten Studie wurden fast 400 Personen, die 14 Tage oder länger nach Erhalt einer oder zweier Impfdosen positiv auf COVID-19 getestet wurden, mit der gleichen Anzahl nicht geimpfter Patienten verglichen. Die südafrikanische Variante B.1.351 macht laut einer Studie der Tel Aviv Universität und des grössten israelischen Gesundheitsdienstleisters Clalit, etwa 1 Prozent aller Covid-19-Fälle bei allen untersuchten Personen aus. Bei Patienten, die zwei Dosen des Impfstoffs erhalten hatten, war die Prävalenzrate der Variante achtmal höher als bei nicht geimpften Patienten - 5,4 Prozent gegenüber 0,7 Prozent. Dies deutet darauf hin, dass der Impfstoff gegen die südafrikanische Variante weniger wirksam ist als das ursprüngliche Coronavirus. 

«Wir haben bei Menschen, die mit einer zweiten Dosis geimpft wurden, eine unverhältnismässig hohe Rate der südafrikanischen Mutation festgestellt als bei der nicht geimpften Gruppe. Dies bedeutet, dass die südafrikanische Variante den Schutz des Impfstoffs bis zu einem gewissen Grad durchbrechen kann», sagte Adi Stern von der Tel Aviv Universität.

Die Forscher warnten jedoch, dass die Studie aufgrund der Seltenheit der Südafrikanischen Mutation in Israel, nur über eine kleine Stichprobe von Personen verfügte, die mit ihr infiziert waren. Ebenfalls soll die Forschung nicht dazu gedacht worden sein, die Gesamtwirksamkeit des Impfstoffs gegen die Mutation abzuleiten. Es wurden nur Personen untersucht, die bereits positiv auf Covid-19 getestet wurden, und nicht die Gesamtinfektionsraten.

MONTAG, 12. April 2021 

8.25 Uhr
Krankenstatistik
Das israelische Gesundheitsministerium registrierte am Sonntag 86 Neuinfektionen. Die Zahl der Personen, die bisher die zweite Dosis eines Impfstoffes erhalten haben, lag bei 4.921.648 (52,92 Prozent der Bevölkerung). 5.310.216 Personen (57,1 Prozent der Bevölkerung) erhielten bereits die erste Dosis.
Die Zahl der schwerkranken Patienten stieg über Nacht von 259 auf 263, während die Zahl der aktiven Fälle auf 3.890 sank. Derzeit befinden sich 153 Patienten in einem kritischen Zustand und 139 müssen beatmet w erden. Von den 11.173 durchgeführten Covid-19-Tests am Samstag, fielen lediglich 0,8 Prozent positiv aus.

DONNERSTAG, 08. April 2021 

8.15 Uhr
Impfstofflieferungen angehalten
Pfizer stoppte eine Lieferung von 700.000 Covid-Impfstoffdosen nach Israel, da das Land eine vorherige Lieferung von 2,5 Millionen Dosen noch nicht bezahlt habe.

Die «Jerusalem Post» berichtete am Montag, dass die Lieferung am vergangenen Sonntag eintreffen sollte, sich jedoch bis zur Zahlung auf unbestimmte Zeit verzögern wird. Israel hatte seine ersten 10 Millionen Dosen des Pfizer-Impfstoffs kurz nach ihrer Bereitstellung bezahlt, und erreichte so im Rekordtempo, die weltweit höchste Impfrate. Als die Vorräte im Februar zu schwinden begannen, schloss Israel einen Vertrag mit Pfizer über zusätzliche Dosen ab. (jpost)

Nach Angaben der «Post» hat Israel bisher 2,6 Milliarden Schekel oder fast 700 Millionen US-Dollar für Impfstoffe ausgegeben. Das Land mit über 9 Millionen Einwohnern hat begonnen, grosse gesellschaftliche Ereignisse und Versammlungen wie Konzerte und Sportveranstaltungen mithilfe eines digitalen Impfstoff-Passsystems langsam zu normalisieren. Jedoch ist fast die Hälfte des Landes noch nicht geimpft worden. 

MITTWOCH, 07. April 2021 

17.45 Uhr
Antisemitismus im Netz nimmt zu 
Die zahlreichen Lockdowns aufgrund von Covid-19 im letzten Jahr haben den antisemitischen Hass ins Internet verschoben, wo in Verschwörungstheorien, Juden für die Pandemie und ihre Folgen verantwortlich gemacht werden. Wie Forscher der Universität von Tel Aviv in ihrem Jahresbericht zu Antisemitismus schreiben, wirft dies Bedenken hinsichtlich eines Anstiegs des Antisemitismus in einer post-pandemischen Welt auf.

Die Ergebnisse des Berichtes zeigen, dass die soziale Isolation als Folge der Pandemie Juden von denen fernhielt, die ihnen Schaden zufügen wollten. Die Zahl der gewalttätigen Vorfälle gegen Juden in rund 40 Ländern ging im vergangenen Jahr von 456 Fälle auf 371 zurück - ungefähr auf das Niveau, das die Forscher zwischen 2016 bis 2018 gemeldet hatten.

Online sah es jedoch ganz anders aus. Für die Forscher, ein potenzielles Warnsignal dafür, dass sich das hasserfüllte Verhalten gegenüber Juden angesichts der nachlassenden Restriktionen im echten Leben verschärfen könnte. «Anti-jüdischer Hass im Internet bleibt niemals online», sagte Moshe Kantor, Präsident des Jüdischen Weltkongresses. «Wir müssen darauf vorbereitet sein, dass antisemitische Verschwörungstheorien zu physischen Angriffen auf Juden führen können, sobald die Lockdowns enden.»

Das Forscherteam stellte fest, dass antisemitische Verschwörungstheorien aufblühten, sobald sich das Coronavirus im Februar 2020 auf der ganzen Welt ausbreitete. Die falschen Theorien im Netzt behaupten meist, dass Juden und Israelis das Virus schufen und verbreiteten, um die Welt mit lukrativen Impfstoffen zu retten. Der Trend spiegelte eine alte Form des Antisemitismus wider, bei der Juden beschuldigt werden, Krankheiten und andere Tragödien zu verbreiten. 

Online verbreiteten sich antisemitische Botschaften, einschliesslich besorgniserregender Beweise dafür, dass diejenigen, die sie wiederholten, nicht nur aus extremistischen Kreisen stammten, sondern auch aus «Bevölkerungsgruppen ohne genau definierte politische oder ideologische Identität», heisst es in dem Bericht. Zu den Beschuldigten gehörten die Familie Rothschild, der Milliardär George Soros und ultraorthodoxe Juden, die gegen Restriktionen verstiessen und unter denen sich das Virus ausbreitete. Unterdessen gehen grosse Medienplattformen wie Twitter und Facebook gegen rassistische und falsche Postings vor. Dies jedoch vertreibt Verschwörungstheoretiker meist nur in die dunkelsten Ecken des Netzes, wo sie schwer zu finden sind.

Dem Bericht zufolge eskalierten die Angriffe im Aussmass ihrer Aggressivität und dem verbalen Missbrauch, als Extremisten falsche Theorien über die Ausbreitung des Virus, den Zusammenbruch der Weltwirtschaft und die Schuldigen verbreiteten. Unter den dokumentierten Cartoons und Verschwörungstheorien stellte der Bericht ein neues Phänomen namens «Zoom-Bombing» bezeichnet wurde und bei dem Extremisten in Videokonferenzen zwischen Mitgliedern von Synagogen, jüdischen Gemeindezentren und Bildungsorganisationen einbrachen. Das Ziel schien darin zu bestehen, Hakenkreuze zu veröffentlichen und antisemitische Präsentationen und Reden zu halten, so der Bericht.
 

9.15 Uhr
3 Millionen Covid-Tote Weltweit 
Laut einer Bilanz der Nachrichtenagentur «Reuters», hat am Dienstag die Anzahl Coronavirus-bedingter Todesfälle weltweit, die 3 Millionen Marke überschritten. Der jüngste Anstieg an Neuinfektionen, stellt die weltweiten Impfbemühungen weiterhin in Frage.

Die weltweite Anzahl an Covid-19-Todesfällen nimmt erneut zu, insbesondere in Brasilien und Indien. Gesundheitsbeamte sehen die Ursachen in den stark infektiösen Mutationen, die erstmals im Vereinigten Königreich und in Südafrika entdeckt wurden, sowie in einer generellen Erschöpfung der Öffentlichkeit. Laut der Bilanz dauerte es mehr als ein Jahr, bis die weltweite Anzahl der Todesopfer aufgrund des Coronavirus 2 Millionen erreicht hatte. Die nächsten 1 Million Todesfälle kamen in etwa drei Monaten hinzu.

Laut einer Reuters-Analyse ist Brasilien weltweit führend in der täglich durchschnittlichen Anzahl neu gemeldeter Todesfälle, denn das Land macht täglich jeden vierten Todesfall weltweit aus. Indien meldete am Montag einen Rekordanstieg an Neuinfektionen, und ist damit nach den USA das zweite Land, dass mehr als 100.000 neue Fälle pro Tag verzeichnet hat. Europa weist mit fast 1,1 Millionen Verstorbenen die höchste Gesamtzahl an Todesfällen einer Region auf. Das Vereinigte Königreich, Russland, Frankreich, Italien und Deutschland, machen gemeinsam etwa 60 Prozent aller Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 in Europa aus.

Die Vereinigten Staaten haben mit 555.000 die höchste Anzahl an Todesfällen, und machen etwa 19 Prozent aller Todesfälle aufgrund von Covid-19 Weltweit aus. Die Fälle sind in den letzten drei Wochen gestiegen, aber die Gesundheitsbehörden glauben, dass die schnelle Impfkampagne des Landes einen weiteren Anstieg der Todesfälle verhindern kann. Ein Drittel der Bevölkerung hat bereits mindestens eine Dosis eines Impfstoffs erhalten.

Mindestens 370,3 Millionen Menschen- oder fast 4,75 Prozent der Weltbevölkerung- haben bis Sonntag eine Dosis eines Covid-19-Impfstoffs erhalten, so die neuesten Zahlen des Forschungs- und Datenanbieters «Our World in Data».

MONTAG, 05. April 2021 

8.43 Uhr
Illegale Bussgelder 
Israels oberster Gerichtshof entschied am Sonntag, dass das Verbot der Regierung während des zweiten Lockdowns, dass Demonstranten sich nicht mehr als 1.000 Meter von ihren Häusern entfernen dürfen um an Protesten teilzunehmen, illegal war. In Zukunft soll es nicht mehr möglich sein ein solches Verbot zu verhängen. Das Gremium stellte jedoch fest, dass die Begrenzung der Anzahl von Teilnehmern an Protesten während der Lockdowns akzeptabel war, da dies das Einhalten der Abstandsregeln gewährleisten sollte.

Die Richter entschieden, dass alle Geldbussen die an Demonstranten aufgrund des Verstosses gegen das Entfernungsverbot ausgehändigt wurden, aufgehoben werden müssen. Die Regierung muss ebenfalls bereits gezahlte Geldbussen zurückgeben.

Im Oktober, verbot die Regierung Demonstranten die Teilnahme an Protesten, die mehr als 1.000 Meter von ihren Häusern entfernt stattfanden. Die Entscheidung galt für einen Zeitraum von zwei Wochen. Während anderer Lockdowns, bei denen ebenfalls Entfernungsbeschränkungen in Kraft traten, durften Personen weiterhin reisen, wenn sie an einem Protest teilnahmen.

FREITAG, 02. April 2021 

14.50 Uhr
Besorgnis um Grüne Pässe 
Die Wiedereröffnung der Wirtschaft und die Rückkehr zur Routine werfen bedeutende Fragen zur Politik hinter den «grünen Pässen» auf. Ein Artikel von «Ärzte für Menschenrechte» und dem «Zulat-Institut für Gleichstellung und Menschenrechte» befürchtet, dass eine Ausweitung des Programmes letztendlich zu einer Schwächung individueller Rechte führen könnte. Das Dokument wurde von Rechtsanwältin Shelly Kamin-Friedman mit Hilfe von Experten des öffentlichen Gesundheitswesens erstellt. Das Papier untersucht aus einer Menschenrechtsperspektive, Grundsätze für den Umgang mit «Impfzögerern». 

«Der Grüne Pass hat erhebliche Vorteile bei der Öffnung der Wirtschaft. Aber die Ausweitung der Gesetzgebung, um die Übermittlung von Informationen über Geimpfte an öffentliche Stellen zu ermöglichen, verstösst gegen die Menschenrechte der Geimpften», schreiben die Autoren. Sie sagen, dass das Festhalten der Entscheidung darüber, ob sich jemand für eine Impfung entschieden hat, vertrauliche Informationen beinhaltet, die nicht ohne Zustimmung an andere gesendet werden dürfen. Laut den Autoren, sei es unverhältnismässig, Gesetze zu erlassen, die die medizinische Vertraulichkeit verletzen, bevor andere Möglichkeiten ausgeschöpft sind. 

Die Autoren finden eine gesetzgeberische Grundlage, die es Arbeitgebern (in diesem Fall dem Bildungsministerium) ermöglicht, Krankenakten offenzulegen, besonders problematisch. Dies könnte in Zukunft zu einer Forderung nach Offenlegung anderer medizinischer Unterlagen führen, die Arbeitgeber als relevant ansehen. Transparenz ist für die Entscheidungsfindung in Bezug auf die Impfpolitik von entscheidender Bedeutung, und die Autoren fügten hinzu, dass die Öffentlichkeit Zugang zu den Sitzungsprotokollen des Coronavirus-Kabinetts haben sollte (etwas, das Netanjahu entschieden ablehnt). Entscheidungen sollten auch auf professionellen Kriterien beruhen, deren Begründung der Öffentlichkeit erklärt wird. Das Papier kritisiert die Regierung ebenfalls hinsichtlich ihrer Impfprioritäten, die gegen palästinensische Gefangene und die palästinensische Bevölkerung diskriminieren.

«Israel ist sehr stolz auf seine Impfpolitik, aber einige Entscheidungen erfüllen nicht die Kriterien zum Schutz der Menschenrechte», sagt Zulats Geschäftsführerin Einat Ovadia. «Es besteht ernsthafte Besorgnis darüber, dass bestimmte Entscheidungen nicht auf professionellen epidemiologischen Überlegungen beruhten. Wir müssen sicherstellen, dass die Ausweitung des Programmes nicht zu anderen Verletzungen der Rechte von Einzelnen führen.»
 

7.35 Uhr
Risikogebiet Israel?
Trotz sinkender Fallzahlen und weltweit unvergleichbarem Impferfolg, listete das Bundesamt für Gesundheit Israel vergangene Woche ein weiteres Mal als Risikoland auf. Die jüngsten Fallzahlen lassen Hoffnung aufkommen, dass sich dies bald ändert. Artikel in voller Länge: (tachles). 

DONNERSTAG, 01. April 2021 

14.15 Uhr
Neue Studie zur Wirksamkeit 
Am Donnerstag gaben Pfizer Inc und BioNTech bekannt, dass ihr Covid-19-Impfstoff eine Effektivität von 91 Prozent bei der Vorbeugung der Krankheit besitzt.

Der Impfstoff zeigte ebenfalls eine Wirksamkeit von100 Prozent bei der Vorbeugung von Covid-19 bei Studienteilnehmern in Südafrika. Dort herrscht eine neue Mutation namens B1351 vor, gegen die der Impfstoff ebenfalls effektiv sein soll. Die Anzahl der Teilnehmer war mit 800 jedoch relativ gering, sodass die Zahlen noch nicht aussagekräftig sind.

Während die neue Wirksamkeitsrate des Impfstoffes von 91,3 Prozent niedriger ist als die ursprünglich im November gemeldeten 95 Prozent, haben sich seitdem weltweit eine Reihe neuer Mutation stark verbreitet, die in die ursprünglich Studie noch nicht einbezogen wurden. Albert Bourla, CEO von Pfizer, sagte, dass die aktualisierten Ergebnisse Daten zu mehr als 12.000 Personen enthalten, die mindestens seit sechs Monaten vollständig geimpft sind. Dies soll es den Arzneimittelherstellern ermöglichen, die vollständige Zulassung in den USA zu beantragen.

MITTWOCH, 31. März 2021 

13.45 Uhr
Pfizer zeigt Wirksamkeit bei Jugendlichen
Pfizer Inc und BioNTech SE gaben am Mittwoch bekannt, dass ihr Covid-19-Impfstoff sicher und wirksam für 12- bis 15-Jährige ist, und bei dieser Zielgruppe eine robuste Antikörperreaktionen hervorruft. Dies ebnet ihnen den Weg innerhalb weniger Wochen eine Notfallzulassung in den USA einzuholen. Der Impfstoff von Pfizer ist bereits für die Anwendung bei Personen ab 16 Jahren zugelassen und die neue Studie bietet den ersten Beweis dafür, wie der Impfstoff auch bei Jugendlichen im schulpflichtigen Alter wirken wird.

In der Studie mit 2.260 Jugendlichen im Alter von 12 bis 15 Jahren, wurden 18 Fälle von Covid-19 in der Gruppe die einen Placebo erhielten, diagnostiziert. Kein einziger Fall wurde in der Gruppe die den Impfstoff erhalten hatten festgestellt. Laut den beiden Unternehmen, deutet dies auf eine 100-prozentige Wirksamkeit bei der Prävention von Covid-19 hin. 

Die Jugendlichen vertrugen den Impfstoff gut, mit Nebenwirkungen, die denen der 16- bis 25-Jährigen in der Erwachsenenstudie entsprachen. Die Nebenwirkungen für die jüngere Gruppe wurden nicht aufgeführt. Bei den Nebenwirkungen in der Erwachsenenstudie handelte es sich im Allgemeinen um leicht bis mittelschwere Schmerzen an der Injektionsstelle, Kopfschmerzen, Fieber und Müdigkeit.
Die Unternehmen untersuchten auch eine Untergruppe von Teenagern, um den Gehalt an virusneutralisierenden Antikörpern einen Monat nach dem Erhalt der zweiten Dosis zu messen. Sie stellten fest, dass dies mit den Studienteilnehmern im Alter von 16 bis 25 Jahren in der Zulassungsstudie bei Erwachsenen vergleichbar war.

Nach Israels erfolgreicher Impfkampagne bei Erwachsenen steht das Land nun vor seiner nächsten grossen Herausforderung: Die Immunisierung von 600.000 jungen Menschen. Die Experten sind sich einig, dass die Impfung dieser jüngeren Kohorte eine gezielte Vorbereitung und einen öffentlichen Informationsaufwand erfordern wird. Dies liegt vor allem daran, dass Israel, als erstes Land mit der Impfung von Personen unter 16 Jahren beginnt, während sich der grösste Teil der Welt noch auf ältere Menschen konzentriert. Dies dürfte besonders bei den Eltern zu Besorgnis führen.
 

8.55 Uhr
Mutation aus Israel 
Eine neue Mutation des Coronavirus wurde in Israel entdeckt, wie das Gesundheitsministerium am Dienstag mitteilte. Jedoch zeigen die verfügbaren Impfstoffe gegen die lokale Mutation Wirksamkeit.

Bisher sei nur eine geringe Anzahl von Israelis mit der neuen Mutation diagnostiziert worden, und laut dem Ministerium, sei nicht zu erkennen, dass die neue Mutation einen schweren Krankheitsverlauf verursache. Erste Hinweise auf eine neue Mutation gab es bereits im Juli letzten Jahres, jedoch sei die Zahl der Israelischen Träger immer weiter zurückgegangen. Laut dem Ministerium habe die Mutation eine geringe Prävalenz und keine epidemiologische Bedeutung.

Das Ministerium betonte, dass die britische Mutation in mehr als 90 Prozent der positiven Covid-Tests, die seit Anfang März durchgeführt wurden, identifiziert wurde. Dies bedeutet, dass sie immer noch die vorherrschende Mutation in Israel ist. 

Am Dienstag zuvor hatte das Gesundheitsministerium bekannt gegeben, dass keine israelische Stadt mehr unter hohen Infektionsraten leide. Derzeit haben in Israel 51 Orte moderate Infektionsraten und in den restlichen Gemeinden seien nur niedrigen Infektionsraten festzustellen.

In Israel befinden sich derzeit 423 schwerkranke Patienten, von denen 206 beatmet werden müssen.

MONTAG, 29. März 2021 

18.17 Uhr
Niedrige Zahlen in Israel 
Die Zahl der täglichen Neuinfektionen in Israel erreichte mit nur 128 bestätigten Fällen am Sonntag, die niedrigste Rate seit neun Monaten.

Die Ausbreitung des Virus wurde nach Israels erfolgreicher Impfkampagne drastisch gebremst. Israel hat 50,7 Prozent des Landes vollständig geimpft, und weitere 56,1 Prozent haben bereits die Erste Dosis erhalten.

Die Zahl der schwerkranken Patienten ist im letzten Monat stetig gesunken, von 747, auf 459 am Sonntag. Die tägliche Zunahme schwerkranker Patienten und Todesfälle ist ebenfalls gesunken, mit 26 Patienten die sich derzeit in einem kritischen Zustand befinden und 4 Todesfällen am Sonntag.
 

DONNERSTAG, 25. März 2021 

12.45 Uhr
Pessach zu Tausenden 
Die am Mittwoch vom Gesundheitsministerium veröffentlichten Richtlinien würden es bis zu 5.000 Menschen ermöglichen, die kommenden religiösen und nationalen Feiertage in Israel gemeinsam zu feiern. Dies geschieht im Zuge einiger Lockerungen in Folge des «Grünen Pass-Programmes» für geimpfte Menschen.

Gemäss den Richtlinien müssen die Mahlzeiten für Pessach, Ramadan und die Osterferien auf 20 Personen in Innenräumen und 50 Personen im Freien begrenzt werden.
Gebetsgottesdienste müssen Versammlungsbeschränkungen unterliegen, oder dürfen nur von Inhabern der grünen Pässe besucht werden. Im letzteren Fall dürfen die Versammlungen sowohl drinnen als auch draussen grösser ausfallen.

Zeremonien und städtische Veranstaltungen am Jom Haschoah - Israels Holocaust-Gedenktag und Unabhängigkeitstag, unterliegen ebenfalls den gleichen Beschränkungen. 
An der Zeremonie zum Nationalen Gedenktag können bis zu 200 Inhaber eines grünen Passes teilnehmen, an der Zeremonie des Yad LeBanim in Jerusalem können bis zu 400, und an der Zeremonie an der Westmauer können maximal 500 Passinhaber teilnehmen. Besuche von Friedhöfen sind uneingeschränkt möglich.

Gottesdienste werden nächste Woche an der Klagemauer abgehalten, einschliesslich in der Innensynagoge, an der bis zu 50 Passinhaber teilnehmen dürfen. Nur eine begrenzte Anzahl von Personen darf sich auf dem Aussenplatz versammeln.

Mimouna-Feiern in Privathäusern unterliegen weiterhin Versammlungsbeschränkungen. Während des Ramadan und Ostern können Gebete in Kirchen und Moscheen gemäss den Beschränkungen für Versammlungen abgehalten werden oder nur von Inhabern eines grünen Passes besucht werden.

 

MITTWOCH, 24. März 2021 

7.25 Uhr
Unterstützung aus Deutschland 
Die Deutsche Bundesregierung stellt 13,5 Millionen US-Dollar zur Verfügung um Holocaust-Überlebende an Covid-19-Impfzentren auf der ganzen Welt zu bringen.
Das neue «Holocaust Survivor Vaccine Assistance Program» (HSVAP) wird von der in New York ansässigen Claims Conference verwaltet. Diese kündigte das Programm am Mittwoch über ihr Netzwerk von mehr als 300 Agenturpartnern an.

Die Summe soll die Kosten für die Organisation von Impfterminen, den Transport von Senioren zu und von den Terminen, sowie die Koordinierung der Nachsorge und Beratung, decken.

«Diese zusätzliche Unterstützung durch die Bundesregierung wird unsere Bemühungen auf über 40 Länder ausweiten, in denen Holocaust-Überlebende leben», sagte Stuart Eizenstat, der die Verhandlungen mit der Bundesregierung im Namen der Claims Conference leitete. «Sobald die nationalen Regierungen Impfstoffe zur Verfügung stellen, werden wir dafür sorgen, dass jeder Überlebende seine Möglichkeiten kennt, Zugang zu Impfstoffen hat und sich nicht alleine gelassen fühlt.»

Die Claims Conference schätzt, dass weltweit mehr als 340.000 Holocaust-Überlebende leben, von denen 45 Prozent noch nicht geimpft sind.

 

DIENSTAG, 23. März 2021 

15.30 Uhr
Zypern erkennt grünen Pass an
Zypern hat Israels «grünen Pass» anerkannt und wird das Land ab dem 1. April für israelische Touristen öffnen. Am Mittwoch zuvor hatte Griechenland die Obergrenze für israelische Touristen aufgehoben, jedoch an den Covid-Testanforderungen festgehalten.

Laut der von der zyprischen Regierung veröffentlichten Ankündigung, können geimpfte Israelis Zypern besuchen, ohne einen Coronavirus-Test zu machen oder in Quarantäne zu gehen. Nicht geimpfte Israelis müssen einen negativen Coronavirus-Test vorlegen. Ausgenommen sind Kinder unter 12 Jahren.

«Bereiten Sie die Strände, Hotels und Restaurants für Israelis vor, die darauf warten, Zypern zu besuchen. Die Anerkennung des grünen Passes durch Ihr Land wird es dem Himmel ermöglichen, sich zu öffnen und den Tourismus sehr schnell wiederherzustellen», sagte die israelische Aussenministerin Gabi Ashkenazi gegenüber Aussenminister Nikos Christodoulides.

Die Entscheidung wurde nach dem Treffen von Ashkenazi mit dem zyprischen Präsidenten Nicos Anastasiades im letzten Monat, sowie nach den laufenden Bemühungen der israelischen Botschaft in Zypern getroffen.

MONTAG, 22. März 2021 

9.45 Uhr
Neues Schnelltestsystem
In Israel nimmt die Zahl der Neuinfektionen weiterhin stetig ab. Am Sonntag fiel der R-Wert auf 0,62 und 1,7 Prozent aller Covid-19-Tests fielen positiv aus. Angesichts dieser Verbesserungen, veröffentlichte das Gesundheitsministerium am Sonntag neue Richtlinien für die vierte Phase der Öffnung der Wirtschaft. 

Teil der neuen Bestimmungen sind Richtlinien für den Gebrauch von Schnelltests. Schnelltests bieten den Vorteil, dass sie innerhalb von 15 bis 30 Minuten ein Ergebnis liefern und nicht in ein Labor transportiert werden müssen. Sie sind weniger empfindlich als die bekannteren PCR-Tests, ermöglichen jedoch schnelle und zuverlässige Ergebnisse für den Zweck des «Grünen Pass Programms».

Ab Sonntag können Unternehmen und bestimmte Einrichtungen die bisher nur den Besitzern Grüner Pässe Zutritt gewähren durften, am Eingang ihres Geschäftes einen Schnellteststand einrichten. Personen ohne einen Grünen Pass, dürfen dann nach dem Erhalt eines negativen Testergebnisses eintreten.  Kindern und nicht-geimpften Personen ist es nicht erlaubt Orte zu betreten, die den Besitz eines Passes erfordern und keinen Schnelltest-Stand haben. 

Unternehmer, die Schnelltests durchführen möchten, müssen diese selbst finanzieren. Die Kosten für jeden Test betragen ein paar Dutzend Schekel. Der Geschäftsinhaber kann die Tests bei einem autorisierten Lieferanten bestellen. Der Lieferant ist dafür verantwortlich, die Ergebnisse dem Gesundheitsministerium zu melden.

Sollte eine Person ein positives Testergebnis erhalten, muss diese die Räumlichkeiten sofort verlassen, nach Hause gehen und sich in Quarantäne begeben. Ebenfalls muss spätestens 48 Stunden nach dem Schnelltest einen PCR-Test durchgeführt werden.

Die Maskenpflicht bleibt sowohl für Veranstaltungen die drinnen als auch draussen durchgeführt werden, erhalten. 

FREITAG, 19. März 2021 

13.10 Uhr
Geimpfte Pilger willkommen 
Inmitten von Verhandlungen über die Lieferungen von Covid-19 Impfstoffen aus Israel, hat die Ukraine geimpften Pilgern erlaubt für Rosh Hashanah einzureisen, wie das Innenministerium des Landes mitteilte. Arsen Avakov gab die Erklärung am Freitag nach einem Telefongespräch mit seinem israelischen Amtskollegen Aryeh Deri ab.

Im vergangenen Jahr hatten Tausende von Israelische Pilger protestiert, weil sie aufgrund der Pandemie daran gehindert wurden die Grabstätte von Rabbi Nachman, dem Gründer der Breslov Hassidischen Sekte, in der ukrainischen Stadt Uman zu besuchen. Einige waren tagelang in Weissrussland und Moldawien gestrandet.

Viele der Pilger sind Wähler der Shas, der sephardisch-orthodoxen Partei von Deri. Er war ein wichtiger Koalitionspartner der Likud-Partei des Premierministers Benjamin Netanyahu.

In der Erklärung über die Erlaubnis der Ukraine geimpfte Pilger aufzunehmen, schrieb Avakovs Büro, dass «die Schlüsselbedingung für die Umsetzung dieser gross angelegten Massnahme die Normalisierung der epidemiologischen Situation in der Ukraine und die vorläufige Impfung von Neuankömmlingen sein wird».

Er und Deri «diskutierten die Möglichkeit der Unterstützung durch Israel bei der Überwindung der nächsten Krankheitswelle durch die Lieferung von Impfstoffen», heisst es in der Erklärung.

DONNERSTAG, 18. März 2021 

9.20 Uhr
Höchstwerte in Brasilien 
Gestern vermeldete Brasilien innerhalb von 24 Stunden 90.303 Neuinfektionen und erreichte damit einen neuen Rekordwert. Die Zahl der Toten stieg um 2648. 

In dem Land mit einer Einwohnerzahl von 211 Millionen, wurden bisher 11,7 Millionen Infektionen und 284.775 Todesfälle verzeichnet. Seit Beginn der Pandemie lehnt Präsident Jair Bolsonaro die anerkannten Massnahmen zum Schutz gegen das Virus vehement ab.  Anstelle von einer Maskenpflicht oder strikteren Lockdowns, empfahl Bolsonaro zuletzt Heilmittel gegen Covid-19, deren Wirkung wissenschaftlich nicht belegt ist. 

Neue Umfragewerte von «Datafolha» ergeben, dass die Unzufriedenheit der Brasilianerinnen und Brasilianer mit ihrem Präsidenten neue Höchstwerte erreicht haben. 54 Prozent der Befragten Berichteten, dass sie Bolsonaros Umgang mit der Krise «schlecht» oder «furchtbar» finden. (spiegel)
 

MITTWOCH, 17. März 2021 

13.10 Uhr
Digitale Überwachung genehmigt 
Die israelische Knesset verabschiedete heute ein Gesetz, dass die digitale Überwachung aller Einreisenden in Israel ermöglicht, die zu einer Quarantäne aufgrund von Covid-19 verpflichtet sind.

Alle Einreisenden die sich in ihren Häusern isolieren sollen, werden mit digitalen Verfolgungsarmbändern oder anderen digitalen Verfolgungsmöglichkeiten, inclusive ihrer Mobiltelefone, ausgestattet. Das Gesetz beschränkt die Verwendung der Daten ausschliesslich auf Durchsetzungszwecke. Ebenfalls sollen Diese nur einen Monat gespeichert werden können. Wer die digitale Überwachung ablehnt, muss sich in einer staatlichen Quarantäneeinrichtung Isolieren.

Während das Gesundheitsministerium die Möglichkeit haben wird sich an Technologieunternehmen zu wenden, um zusätzliche Medien zur digitalen Überwachung zu entwickeln, wird dies auf Massnahmen beschränkt sein, die keine Informationen über das notwendige Mass hinaus sammeln.

Kinder unter 14 Jahren und Personen welche von einen Ausnahmeausschuss eine Sondergenehmigung erhalten, sind von den neuen Bestimmungen ausgenommen.

Bei einer Sitzung des Verfassungsausschusses am Donnerstag, schätzte der stellvertretende Gesundheitsminister Yoav Kisch, dass ab dieser Woche 5.000 digitale Armbänder zur Verfügung stehen und dass in den nächsten drei Monaten, rund 30.000 weitere erworben werden.

DIENSTAG, 16. März 2021 

13.05 Uhr
Der Preis der Immunität 
Israel hat bisher rund 787.766.720 US-Dollar (2,6 Milliarden Schekel) für die Geschäfte mit verschiedenen Arzneimittelhändlern ausgegeben, um Impfstoffe gegen Covid-19 zu kaufen. Dies geht aus Daten hervor, die am Dienstag in einer Sitzung des Finanzausschusses der Knesset bekannt wurden.

Die Summe wurde verwendet, um Impfstoffe von den US-amerikanischen Pharmagiganten Pfizer, Moderna Inc. und AstraZeneca zu kaufen.  Die Impfstoffe des letzteren Herstellers werden derzeit Israel and einigen Europäischen Ländern nicht verabreicht.

Bisher ist es ist bekannt, ob Israel den russischen Impfstoff Sputnik V gekauft hat.

Matan Mor, ein Beamter des Gesundheitsministeriums, schätzte, dass Israel einen weiteren Betrag von 2,5 Milliarden Schekel investieren werde, um mehr Impfstoffe zu kaufen.

MONTAG, 15. März 2021

20.20 Uhr
Ichilov-Krankenhaus schliesst Coronastation 
Das Ichliov-Krankenhaus in Tel Aviv schloss heute seine letzte Coronastation. Zum Höhepunkt der Pandemie gab es im Krankenhaus noch sechs aktive Coronastationen.  Die 18 Coronapatienten die verbleiben, sind noch nicht vollständig geimpft und sollen in einer abgesonderten Abteilung in der regulären Intensivstation untergebracht werden. Auch das Schiba-Krankenhaus in Tel Aviv hat nun vier seiner Coronastationen geschlossen.

In den vergangenen Wochen ist die Zahl der Neuinfektionen und schwer Erkrankten Pateienten in Israel deutlich zurückgegangen. Bisher haben 5,2 Millionen Menschen ihre Erstimpfung, und 4,2 Millionen ihre Zweitimpfung erhalten. 

Allerdings ist auch in Israel die Zahl der Verstorbenen gestiegen. Am Montag teilte das Gesundheitsministerium mit, dass seit Beginn der Pandemie 6011 Menschen in Verbindung mit dem Virus verstorben sind. Zum Jahreswechsel hatte die Zahl der Toten etwa 3400 betragen.
 

11.10 Uhr
Immunität über ein halbes Jahr 
Die Dauer der Immunität, die durch die Covid-19-Impfstoffe geboten wird, ist noch nicht bekannt. Coronavirus-Beauftragter Nachmann Ash, sagte jedoch am Montagmorgen gegenüber «Arm Radio», dass diese «wahrscheinlich länger als ein halbes Jahr andauern wird».

Ash erklärte, dass bis man genaueres über die Dauer der Immunität sagen kann, von zahlreichen Faktoren Abhängt.  Unter Anderem, von den Ergebnissen der ersten Studien, den epidemiologischen Daten, ob die Impfstoffe vor den neuen Mutationen schützen und inwieweit geimpfte Menschen über die derzeit erwarteten Raten, sich mit Covid infizieren. Derzeit erwartet Ash jedoch, dass die Dauer der Immunität länger als sechs Monate andauern wird. Jedoch könne die Dauer in naher Zukunft noch nicht mit Sicherheit bestimmt werden.

Ash teilte auch seinen Optimismus und seine Überraschung, über den Rückgang der Covid-Zahlen, und beschrieb die Zahlen vom Sonntag als «sehr gut».

FREITAG, 12. März 2021 

9.30 Uhr
Kritik an Einreisebeschränkung
Die Richter des obersten Gerichtshofes kritisierten die Entscheidung Israels, die Einreise von Staatsbürgern in das Land zu beschränken und hörten am Mittwoch Petitionen zur Aufhebung des Entscheides.

Ein Vertreter des Staates gab zu, dass Israel zurzeit keine Daten über die Anzahl der Israelis hat, die die Einreise beantragen. Darüber hinaus zeigen staatliche Aufzeichnungen, dass zurückkehrende Israelis die Quarantäne in staatlichen Einrichtungen nicht einhalten.

Nach der Anhörung erliess das Gericht eine bedingte Anordnung, in der der Staat angewiesen wurde zu erklären, warum die Beschränkungen nicht aufgehoben wurden. Derzeit ist die Zahl der Israelis, die pro Tag in das Land einreisen dürfen, auf 3.000 begrenzt und die Regierung hat ebenfalls eine Liste der Flughäfen erstellt, die Israel anfliegen dürfen.

Die Präsidentin des Obersten Gerichtshofs, Esther Hayut, bat zusammen mit den Richtern Neal Hendel und Isaac Amit um die Zahl der Israelis, die nach Israel zurückkehren wollten. «Ich habe bereits zuvor nach den Zahlen gefragt, aber es ist nichts passiert», sagte Hayut.
 

DONNERSTAG, 11. März 2021 

16.12 Uhr
Neue Studie zu Pessach 
Ein Jahr nachdem jüdische Gemeinden in den USA von Covid-19 getroffen wurden, hat eine wissenschaftliche Studie bestätigt was viele lange geglaubt haben: Versammlungen in der Woche während Purim dienten als Superspreader-Events.

Eine am Mittwoch, im Journal des «American Medical Association Network Open» veröffentlichte Studie, kommt zu dem Schluss, dass sich das Coronavirus im vergangenen Frühjahr zu Purim in orthodoxen Gemeinden im ganzen Land verbreitet hat. Dies geschah noch bevor öffentliche Warnungen vor den Gefahren grosser Versammlungen ausgesprochen wurden.

Die Autoren, vier orthodoxe jüdische Ärzte, behaupten dass ihre Arbeit wichtige Hinweise für Beamte des öffentlichen Gesundheitswesens enthält, um die Amerikaner durch die nächste Phase der Pandemie zu führen. Dr. Avi Rosenberg, ein Nierenpathologe an der Johns Hopkins University und einer der Autoren, sagte insbesonders zu Purim: «Die Anleitung kam eine Woche zu spät. Das Maskenmandat, der nationale Lockdown, und der Ausruf einer Pandemie folgten erst auf Purim.»

Laut den Autoren ist das wichtigste Ergebnis ihrer Arbeit, die Erkenntnis, dass ein Zusammenspiel zwischen dem Zeitpunkt des Feiertages und das noch nicht-Vorhandensein öffentlicher Anleitung zur Pandemie, die Ausbreitung der Krankheit in orthodoxen Gemeinschaften ermöglichte. Die Studie ergab, dass das Auftreten von Symptomen in allen fünf untersuchten Bundestaaten innerhalb einer Woche erfolgte. Dies deutet drauf hin, dass die enge Vernetzung orthodoxer Gemeinschaften zwischen Bundestaaten bei dem Ausbruch einer Pandemie berücksichtigt werden sollte.

Die wenige Wochen vor dem Pessach Fest veröffentlichte Studie zeigt, dass eine auf Religionsgemeinschaften zugeschnittene, öffentliche Gesundheitsanleitungen, nach wie vor relevant ist. Da bereits Millionen von Amerikanern geimpft wurden, hoffen viele Familien sich nach einem Jahr jüdischer Feiertage in Isolation, für Pessach zu versammeln. Da der grösste Teil des Landes jedoch noch nicht geimpft ist, ist das Risiko einer vorzeitigen Versammlung für die meissten erheblich.

13.00 Uhr
Lockerungen mit Schwierigkeiten 
Nur vier Tage nach den Lockerungen reagieren Israels Verbraucher mit Begeisterung und überfüllen Einkaufszentren, steigern den Umsatz in Geschäften und halten Kellner damit beschäftigt, Bestellungen in Restaurants und Cafés entgegenzunehmen.

Unternehmen hingegen konnten sich nur bedingt über die Wiedereröffnung Freuen. Vielen mangelt es an Arbeitskräften, und Unsicherheiten über die staatliche Unterstützung, die viele Unternehmen erhalten sollen, bestehen. Ebenfalls Beschweren sich einige über die Coronamassnahmen, die Geschäftsleute nun einhalten müssen. 

Zahlen die am Mittwoch von der «Bank of Israel» veröffentlicht wurden zeigen, dass Seit den ersten Lockerung Mitte Februar, sich die Verbraucherausgaben in vielen Sektoren die am stärksten von der Pandemie getroffen wurden, erholt haben. Unter diesen waren der Tourismus, Bildung, Freizeitaktivitäten und Restaurants. Dennoch bleiben die Ausgaben viel niedriger als vor Beginn der Pandemie.

MITTWOCH, 10. März 2021 

8.10 Uhr
Chile auf der Überholspur
Chile hat Weltweit innerhalb der letzten Sieben Tage die meisten Menschen pro 100 Einwohner geimpft und somit Israel überholt. «Heute haben wir einen neuen Grund stolz zu sein: Chile hat den ersten Platz im weltweiten Ranking der verabreichten Dosen pro 100 Einwohner eingenommen», schrieb die Regierung des südamerikanischen Landes am Dienstag auf Twitter, nachdem die Daten des Statistikportals «Our World in Data» bekanntgeworden waren.

Demnach hat Chile im Durchschnitt der vergangenen sieben Tage 1,08 Dosen am Tag pro 100 Einwohner verabreicht, während der Durchschnitt in Israel bei 1,03 liegt. Insgesamt hat das Land mit 18 Millionen Einwohnern seit Beginn seiner Impfkampagne im Dezember, 4.176,094 Millionen Menschen mindestens eine Dosis verabreicht. Das entspricht mehr als 21 Prozent der Bevölkerung. Am Montag registrierte Chile einen Tagesrekord von 319,014 Geimpften, wie die Zeitung «La Tercera» berichtete.

Chile, zusammen mit Mexiko und Costa Rica, gehört zu den ersten Ländern in Lateinamerika, die mit der Impfung der Bevölkerung begannen. Ebenfalls begann das Land frühzeitig wegen des Erwerbs der Impfstoffe zu verhandeln. So gelang es, 35 Millionen Dosen zu sichern, von denen 10 Millionen bereits eingetroffen sind. Die meisten stammen von dem chinesischen Unternehmen Sinovac. (Blick)
 

MONTAG, 08. März 2021 

16.08 Uhr
Volle Beerdigung in Brooklyn  
Am Sonntagnachmittag, verstiessen hunderte von Männern gegen die Covid-19-Restriktionen, um sich zur Beerdigung von Yechezkel Roth, einem chassidischen Rabbiner der in der Nachbarschaft zu versammeln.

Roth starb am Sonntagmorgen im Alter von 86 Jahren an einem Herzinfarkt. Zu der Beerdigung in Brooklyn erschienen mehr Menschen als in dem Gebäude Platz hatten, sodass Hunderte sich draussen auf der Strasse versammelten. Ein Livestream-Video der Beerdigung, das auf der lokalen Nachrichtenseite BoroPark24 veröffentlicht wurde, zeigt eine Gruppe Männer, die dich an dicht in einen Lehrsaal gepackt stehen. Kaum einer der Teilnehmer Trug eine Maske. (Boropark24)

Die Beerdigung ist die letzte grosse Versammlung von den Vielen des vergangenen Sommers - Beerdigungen, Hochzeiten und die regelmässigeren Treffen in Synagogen und Studiensälen - die in den chassidischen Gemeinden in Brooklyn stattfanden. Auch während der letzten vier Wochen, in denen New York mit einer relativ hohen Testpositivitätsrate von 7,16 Prozent zu kämpfen hatte, blieben sie nicht aus.

Die orthodoxe Gemeinschaft hat seit Beginn der Pandemie eine Reihe einflussreicher Rabbiner verloren, wobei mehrere an Covid-19 starben. Die Beerdigungen, die auf ihren Tod folgen, haben wiederholt grosse Menschenmengen angezogen, die weder Abstands- noch Hygieneregeln einhielten.

Roth, der auch als Karlsburger Rebbe bekannt war, war ein angesehener Experte für jüdisches Recht und Autor mehrerer Bände von Rechtsprechungen. Roth diente als Führer der satmar-chassidischen Gemeinde in Jerusalem, zog aber später auf Wunsch von Rabbi Yoel Teitelbaum, dem ursprünglichen Führer der satmar-chassidischen Gemeinde in Brooklyn, nach Borough Park. Auch nach seinem Umzug verbrachte Roth jedes Jahr mehrere Monate in Israel, wo er begraben werden wird.
 

8.00 Uhr
Exit aus dem Lockdown 
Nachdem bereits Millionen Israelis geimpft wurden und die Infektionsraten im Land stetig sinken, beendete Israel am Sonntag seinen dritten Lockdown und begann mit der Wiedereröffnung. Die Wiedereröffnung erfolgt zu einem Zeitpunkt an dem 41 Prozent des Landes vollständig geimpft sind und 55 Prozent eine erste Dosis des Coronavirus-Impfstoffs erhalten haben.

Jedoch wurden nicht alle Restriktionen gelockert. Ein Maskenmandat, als auch Kapazitätsbeschränkungen und Abstandsregeln, sowie Versammlungsverbote, bleiben weiterhin bestehen. Vollständig geimpfte Israelis werden jedoch von den «Grünen Pässen» profitieren können, die ihren Immunitätsstatus bestätigen und es ihnen ermöglichen, in Innenräumen zu speisen und sich in grösseren Gruppen zu versammeln. 

Auf dem seit Januar weitgehend geschlossenen Flughafen Ben Gurion können 1.000 Menschen pro Tag in das Land einreisen. Die Zahl soll nach Angaben der Times of Israel im Laufe dieser Woche auf 3.000 steigen.

Die Impfkampagne Israels hat bereits seit ihrem Beginn im Dezember Wirkung gezeigt. Laut Eran Segal, einem Computerbiologen am Weizmann-Institut in Israel, hat Israel seit dem Höhepunkt der Pandemie Mitte Januar, eine Reduzierung der Todesfälle um 71 Prozent, und insgesamt 55 Prozent weniger Fälle verzeichnet.

Israel hat momentan die schnellste Impfrate aller Länder der Welt, obwohl Palästinenser im Westjordanland nicht in die Impfkampagne des Landes einbezogen wurden. Das israelische Militär kündigte letzte Woche an, mit der Impfung von Palästinensern zu beginnen, die im Westjordanland leben und in Israel arbeiten.

Bei der Wiedereröffnung des Landes ist unklar, ob die Infektionen gering bleiben werden. Nachdem die Infektionsrate am Freitag leicht angestiegen war, sagte Nachman Ash, dass das Land bei Bedarf immer noch in einen vierten Lockdown gehen könnte. Ash bemerkte auch, dass das Land, 2 Millionen weitere Israelis impfen müsste, bevor eine Herdenimmunität erreicht würde.

Die Wiedereröffnung wird von einigen als politischer Schritt Benjamin Netanjahus angesehen, da in nur drei Wochen Israel zum vierten Mal in zwei Jahren zur Wahl gehen wird. Netanjahus Kampagne hat seine Rolle bei der Rückkehr des Landes zur Normalität unterstrichen. Der Premierminister postete am Sonntag auf Facebook ein Foto, auf dem er mit dem Bürgermeister von Jerusalem, Moshe Lion, in einem Strassencafé Kaffee trinkt.

 

FREITAG, 05. März 2021 

9.55 Uhr
Impfungen an designierten Checkpoints 
Die israelische Kampagne zur Impfung von Palästinensern mit Arbeitserlaubnis in Israel und israelischen Siedlungen im Westjordanland soll diesen Sonntag beginnen. Ein weiteres Pilotprojekt an einem Checkpoint startete am Donnerstag.

Den 120.000 palästinensischen Arbeitern wurden Impfstoffe von Moderna zugeteilt. Der Koordinator für Regierungsaktivitäten in den Territorien sagte, dass die Impfungen auf Geländen stattfinden werden, die an acht Kontrollpunkten im Westjordanland und in vier Siedlungen platziert sind. Das Westjordanland und der Gazastreifen, in denen insgesamt 5,2 Millionen Palästinenser leben, haben bisher rund 34.700 Impfdosen erhalten. Diese stammten aus kleinen Spenden Israels und Russlands sowie aus 20.000 Spenden der Vereinigten Arabischen Emirate nach Gaza.

Die Palästinenser haben Israel beschuldigt, seine Pflichten als Besatzungsmacht ignoriert zu haben, da sie nicht in sein Impfprogramm aufgenommen wurden. Israelische Beamte behaupten jedoch, dass im Rahmen der Osloer Friedensabkommen das Gesundheitsministerium der Palästinenser verantwortlich ist.

Die palästinensischen Arbeiter werden auf freiwilliger Basis geimpft, und «COGAT» sagte, die Arbeitgeber wüssten bescheid, dass sie die Arbeitnehmer nicht zur Impfung zwingen dürfen. Die Arbeitgeber sind für die Planung von Terminen verantwortlich und dürfen nicht unabhängig zu den Einrichtungen kommen. Die Impfzentren sollen auf der israelischen Seite der Kontrollpunkte eingerichtet werden. Die Idee ist, dass die Arbeiter eine Dosis erhalten, wenn sie nach der Arbeit in die West Bank zurückkehren.

Die israelischen Behörden sagten, sie planten ebenfalls eine Aufklärungskampagne, um die Arbeitnehmer zu ermutigen, sich impfen zu lassen, und so Verschwörungstheorien bezüglich des Impfstoffs zu widerlegen. Eine dieser Theorien dich ich in den sozialen Medien verbreitet hat, verspottet die Arbeitnehmer als «Laborratten».  COGAT hat Videos auf Arabisch mit Informationen über die Vorteile und die Sicherheit der Impfstoffe für die sozialen Medien produziert und Beamte planen auch, in den palästinensischen Medien interviewt zu werden.

DONNERSTAG, 04. März 2021 

11.20 Uhr
Keine Rückverfolgung möglich 
Die israelischen Bemühungen, die Ausbreitung der südafrikanischen Variante des Coronavirus zu stoppen, einschliesslich der Schliessung des Ben-Gurion-Flughafens im vergangenen Monat, nur geringe Ergebnisse gezeigt. Bisher wurden in Israel über 450 Fälle der Mutation diagnostiziert, und Gesundheitsexperten schätzen, dass sich täglich Dutzend weitere infizieren werden.

Die Ausschüsse des Gesundheitsministeriums für die Impfkampagne und Pandemie sagten vor zwei Wochen, dass sich die Ausbreitung der Mutation nicht mehr zurückverfolgen liesse und sich somit unkontrolliert verbreitet. Der Fokus auf Mutationen sollte ein Szenario verhindern, in dem Israel gezwungen wird, sich mit einem infektiöseren und virulenteren Stamm des Coronavirus auseinanderzusetzten, der sich als weniger empfindlich für den Pfizer-Impfstoff herausstellen könnte. Jedoch hatten einige Minister gewarnt, dass die Schliessung des Flughafens die Mutation nicht daran hindern würde, das Land zu erreichen.

Israel hatte es bereits versäumt, die Einführung der britischen Variante zu stoppen, die für 90 Prozent der neu bestätigten Covid-19-Fälle verantwortlich ist. Nun wurde auch die südafrikanische Variante, trotz der Massnahmen und der Isolierung von Passagieren in Hotels, bei Hunderten von Patienten diagnostiziert.

Gleichzeitig haben Berichte gezeigt, dass auch weitere Mutationen Israel bereits erreicht haben. Unter Anderem, die Mutation aus Kalifornien, die in einem Fall bei einem zufälligen Test entdeckt wurde, drei Fälle der Mutation au New York und ein Fall einer Variante aus Uganda.

Tests haben gezeigt, dass der Pfizer-Impfstoff gegen die britische Mutation wirksam ist, jedoch befürchten Experten, dass andere Varianten weniger auf die Impfstoffe reagieren könnten. Die südafrikanische Variante ist die Einzige, die bisher mit einer geringeren Wirksamkeit des Impfstoffes in Verbindung gebracht wurde. Mutationen in der Proteinverpackung, mit denen das Virus an Zellen bindet, beunruhigen Experten. Diese Änderungen stellen einen grossen Unterschied zwischen der südafrikanischen Mutation und des ursprünglichen Coronavirus dar, für welches die Impfstoffe entwickelt wurden.

MITTWOCH, 03. März 2021 

13.50 Uhr
Ungenügende Durchsetzung 
Während des dritten Lockdowns in Israel hatten Dutzende ultraorthodoxe Bildungseinrichtungen unter Verstoss gegen die Coronavirus-Beschränkungen, täglich ihre Türen geöffnet.

Laut Daten, welche die Regierung am Dienstag dem Obersten Gericht vorlegte, haben die Strafverfolgungsbehörden nur 77 Haredi-Institutionen mit einer Geldstrafe belegt. Die Daten, welche erst infolge der Petition von «The Israel Religion Action Center» veröffentlicht wurden, belegen somit eine unzureichende Durchsetzung der Covid-19 Restriktionen.

Die Zahlen zeigen, dass 77 ultra-orthodoxe Schulen während des Lockdowns, im Vergleich zu 91 säkularen Schulen, fünf arabischen Schulen und zwei «nicht zugeordneten» Schulen, eine Geldstrafe bezahlen mussten. Mit hoher Wahrscheinlichkeit sind diese Zahlen jedoch ungenau, und die Gesamtzahl der Geldstrafen für Schulen in Städten mit einer überwiegenden oder stark ultraorthodoxen Bevölkerung liegen höher.  

DIENSTAG, 02. März 2021 

13.05 Uhr
Neue Koproduktion geplant 
Österreichs Regierungschef Sebastian Kurz gab bekannt, dass sein Land und Dänemark beabsichtigen sich nicht mehr ausschliesslich auf die EU für die Produktion von Coronavirus-Impfstoffen zu verlassen. Beide Länder werden zukünftig mit Israel zusammenarbeiten, um Impfstoffe der zweiten Generation herzustellen.

Bundeskanzler Sebastian Kurz plant am Donnerstag mit der dänischen Ministerpräsidentin Mette Frederiksen nach Israel zu reisen, um mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu über die Zusammenarbeit in der Impfstoffforschung und -produktion zu sprechen.

Während Israel einen grossen Teil seiner Bevölkerung bereits geimpft hat, wird die EU weiterhin aufgrund ihrer langsamen Einführung der Impfstoffe kritisiert. Kurz sagte in einer Erklärung am Dienstag gegenüber der österreichischen Presseagentur, dass es grundsätzlich richtig sei, einen europaweiten Ansatz für die Impfungen zu verfolgen. Jedoch, sei die Europäische Arzneimittel-Agentur zu langsam bei der Genehmigung der Impfstoffe, sodass momentan Lieferengpässe zu beobachten sind. 
 

7.30 Uhr
Chassiden des Flugzeugs verwiesen 
Frontier Airlines wird des Antisemitismus beschuldigt, nachdem Videos online verbreitet wurden, in denen die Fluggesellschaft eine chassidische Familie aufgrund des Verstosses gegen ihre Maskenpflicht aus dem Flugzeug wirft.

Die Familie behauptet, dass alle Familienmitglieder bis auf ein 18 Monate altes Baby, auf dem Sonntagabendflug von Miami nach New York City, ordnungsgemäss maskiert waren. Dies geht auch aus Videos hervor, die von OJPAC, einer orthodoxen jüdischen Interessenvertretung, veröffentlicht wurden. (twitter)

Die Fluggesellschaft sagt, dass die Familie nicht aufgrund des Babys das Flugzeug verlassen mussten, sondern, dass auch Erwachsene in der Gruppe keine Masken getragen hätten. Das Büro der Anti-Defamation League in New York, New Jersey, forderte eine «vollständige und transparente Untersuchung» des Vorfalls.

Obwohl unklar ist, was zur Räumung geführt hat, zeigen die von OJPAC geposteten Videos mehrere chassidische Juden, die im Gang eines Flugzeuges stehen und alle Masken tragen. Mehrere Personen sagen in den Videos, dass der einzige nicht maskierte Passagier das Baby sei, und dass, die Kinder bloss kurz ihre Masken abnahmen, um einen Snack zu essen.

In einem anderen Video behaupten Passagiere, die Mitarbeiter der Fluggesellschaft hätten sich gegenseitig in die Hände geklatscht nachdem die Familie das Flugzeug verliess.  
«Ich sah, wie sie sich gegenseitig gratulierten und sagten: ‘Das haben die Juden verdient‘», sagte ein Mann.

Frontier schrieb auf Twitter, dass die Familie die Anweisungen der Flugbegleiter nicht befolgt habe. «Mitglieder einer grossen Gruppe, einschliesslich Erwachsener, weigerten sich Masken zu tragen, als Flug 2878 sich auf den Abflug von MIA-LGA vorbereitete. Wiederholte Anfragen zur Einhaltung des Bundesgesetzes erforderten die Entfernung der Familie vom Flugzeug. Das Problem stammte nicht von einem Kind unter 2 Jahren.»

Ein Passagier erzählte Hamodia, einer haredi-orthodoxen Veröffentlichung, dass 15 Polizisten auf den Vorfall reagiert hätten. Laut Hamodia wurde der Flug schliesslich aufgrund des Vorfalls abgesagt.(hamodia)

 

MONTAG, 01. März 2021 

8.40 Uhr
Zulassung für Johnson & Johnson 
Die US-amerikanische FDA (Federal Drug Administration) hat den Covid-19-Impfstoff von Johnson & Johnson freigegeben. Damit ist dies nun der dritte Impfstoff, der für die Verwendung gegen das Coronavirus in den USA zugelassen ist.

Die Zulassung ist ein Schub für die Impfstoffbemühungen der USA, die nach einem schleppenden Anfang, nun an Geschwindigkeit gewonnen haben. Ungefähr 47,2 Millionen Menschen in den USA haben mindestens eine Dosis eines Covid-19-Impfstoffs erhalten, wie die Zentren für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten am Freitag mitteilten. Johnson & Johnson aus New Jersey sagten, dass sie bis Ende März, 20 Millionen Dosen innerhalb der USA liefern werden. Das Unternehmen plant, im ersten Halbjahr 2021 100 Millionen Dosen herauszugeben.

Die Dosen können in einem Standardkühlschrank aufbewahrt werden, im Gegensatz zu den ultrakalten Bedingungen, die für die beiden anderen Impfstoffe von Moderna und Pfizer/BioNTech erforderlich sind. Eine globale klinische Studie zeigte, dass der Johnson & Johnson-Impfstoff zu 66 Prozent gegen verschiedene Coronavirus-Varianten wirksam war und zu 85 Prozent vor schweren Krankheitsverläufen schützt.

 

FREITAG, 26. Februar 2021 

16.10 Uhr
R-Wert steigt wieder
Nachdem Israel nach einem sechswöchigen Lockdown damit begonnen hat seine Wirtschaft wieder zu öffnen, hat sich der Abwärtstrend der Covid-19-Infektionen umgekehrt. Laut einem am Freitag veröffentlichten Bericht des nationalen Informationszentrums des Militärischen Geheimdienstes über das Coronavirus, nimmt der Infektionskoeffizienten erneut zu, und auch die Zahl der Patienten in kritischem Zustand ist weiterhin hoch (über 800).

Es wird erwartet, dass die R-wert innerhalb weniger Tage 1 überschreiten wird, wenn sich an den Zahlen nichts ändert. Steigt der R-Wert über 1, steckt jeder Infizierte im Durchschnitt mehr als eine andere Person an, so dass sich deutlich abzeichnet, dass das Virus sich schneller ausbreitet, anstatt sich zurückzuziehen.

Angesichts der schnellen Ausbreitung des Virus, und dem grossen Anteil der Bevölkerung der der noch nicht geimpft wurde, empfehlen die Autoren, dass die nächsten Schritte zur Wiedereröffnung der Wirtschaft überdacht werden sollten.

Ungefähr 12 Prozent der über 50-Jährigen (ohne diejenigen, die bereits genesen sind) haben noch nicht die erste Dosis des Impfstoffs erhalten. Der Bericht nennt ebenfalls deutlich den Anstieg schwere Krankheitsverläufe jüngerer Patienten, die jetzt etwa die Hälfte der neuen schwerwiegenden Fälle ausmachen. 
 

11.10 Uhr
Neue Studie zur britischen Mutation 
Die britische Variante des Coronavirus hat laut neu veröffentlichten Untersuchungen der Clalit Health Maintenance Organization, erheblich zum Anstieg der Anzahl schwerwiegender Krankheitsfälle beigetragen.

Die Studie wurde mit rund 50.000 nicht geimpften Personen durchgeführt, die sich im Januar und Februar 2021 mit dem Coronavirus infiziert hatten. Die Daten zeigen einen Anstieg von 70 Prozent unter schweren Krankheitsverläufen, im Vergleich zu Daten von 60.000 infizierten Personen der vergangenen Monate.

Dies deutet darauf hin, dass die britische Variante, B.1.1.7, Eigenschaften aufweist, die es vom «ursprünglichen» Covid-19 unterscheiden. Die höhere Ansteckungsrate war bisher der auffälligste Unterschied. Nun zeichnet sich jedoch ab, dass die neue Mutation auch eine schwerwiegendere Krankheit mit sich bringt. Israelische Ärzte berichteten, dass Coronavirus-Patienten jetzt jünger als zuvor und in vielen Fällen schwerer krank werden als beim ersten und zweiten Ausbruch. Auch die Verschlechterung des Gesundheitszustandes solle viel schneller einsetzen als zuvor.

Die britische Variante kam offenbar im Dezember in Israel an und vermehrte sich innerhalb weniger Wochen in bestätigten Gruppen. Daten des Gesundheitsministeriums zeigen, dass die Mutation bei mehr als 90 Prozent der Personen vorhanden ist, die positiv auf das Virus getestet wurden. Dies erklärt, warum trotz des Beginns der Impfkampagne im Januar und Februar, die Zahl der schwerkranken Patienten kaum zurückgegangen ist.

DONNERSTAG, 25. Februar 2021 

9.40 Uhr
Party vor der Ausgangsperre 
Hunderte von Menschen verstiessen am Mittwochabend gegen die Coronavirus-Restriktionen, und feierten Purim-Partys im Freien in Tel Aviv. Dies einen Tag bevor eine dreitägige nächtliche Ausgangssperre aufgrund der Feiertage landesweit beginnen soll.

Coronavirus-Beauftragter Nachman Ash sagte, es sei «sehr bestürzend, dass sich einige so verhalten, obwohl die Infektionszahlen immer noch hoch sind».

Gesundheitsminister Yuli Edelstein verurteilte die Versammlungen am Donnerstag in einem Facebook-Post: «Die Teilnehmer solcher infektionsausbreitenden Partys müssen wissen - der Anstieg der Infektion wird mit Ihren Namen unterschrieben. Unternehmen werden wegen Ihnen geschlossen, der Verlust von Menschenleben wird auf Ihrem Gewissen liegen», schrieb er. «Ihr seht die Situation, Ihr seht, wie junge Menschen schwer krank werden, wie der Tod jedes Alter holt.»

MITTWOCH, 24. Februar 2021 

9.15 Uhr
Angst vor Purim 
Die israelische Regierung genehmigte am Dienstag eine nächtliche Ausgangssperre für Donnerstag, Freitag und Samstag in der Hoffnung die Israeli davon abzuhalten, auf Purim-Feiern zu gehen. 

Die Ausgangssperre gilt täglich, von 20:30 Uhr. bis 5:00 Uhr morgens. Kultur- und Sportminister Chili Tropper, stimmte als Einziger nicht für die Ausgangssperre, und enthielt sich der Wahl. 

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu betonte während eines Besuchs in einem Impfzentrum in Acre, das Land befinde «sich immer noch im Wettlauf gegen das Virus, gegen die rasenden Mutationen. Aus diesem Grund, müssen wir die kommenden Tage, während die Impfkampagne der vulnerablen Bevölkerungsgruppen abgeschlossen wird, möglichst überstehen.» Am Montag sagte Netanjahu, dass Israel «alles tun müsse, um den Feiertag mit so wenigen Infektionen und Todesfällen wie möglich zu überstehen», und fügte hinzu, dass die Behörden Partys und Versammlungen verhindern müssen.

In einem Interview mit dem öffentlichen Radio von Kan Bet sagte Gesundheitsminister Yuli Edelstein unterdessen, dass das Kabinett über einen Anstieg der Alkoholverkäufe und Einladungen zu Veranstaltungen in den sozialen Medien informiert wurde, um das Fest am Donnerstagabend zu feiern. «Zu meinem grossen Bedauern denke ich, dass wir ohne Restriktionen nicht auskommen werden». Bei der Abwägung der Optionen sagte Edelstein, dass «eine nächtliche Ausgangssperre» geplant sei, um den Menschen das Lesen des Megillah zu ermöglichen und gleichzeitig Partys zu verhindern.

 

MONTAG, 22. Februar 2021 

17.00 Uhr
Informationen über Nicht-Geimpfte 
Die Knesset genehmigte am Montag die erste Lesung eines Gesetzentwurfs zur Genehmigung der Weitergabe von Identifikationsinformationen und Kontaktdaten von Israelis, die nicht gegen das Coronavirus geimpft wurden, gegenüber den örtlichen Behörden und dem Bildungsministerium.

Der umstrittene Schritt soll es einfacher machen, Personen zu finden, die zwar berechtigt sind den Coronavirus-Impfstoff zu erhalten, sich aber noch nicht impfen lassen haben. Bei dem Entschluss handelt es sich um ein vorübergehendes Gesetz mit einer Laufzeit von drei Monaten.

Zuvor hatte das Knesset-Komitee unter der Leitung von Eitan Ginzburg, die Verabschiedung des Gesetzes in drei Lesungen, in einem beschleunigten Verfahren gebilligt. Somit wurde der durch die ordentliche Gesetzgebung vorgeschriebene Zeitplan verkürzt wurde. Der Gesetzentwurf soll eine Vereinbarung untermauern, die es dem Generaldirektor des Gesundheitsministeriums ermöglicht, Identifikations- und Kontaktinformationen über Personen, die vollständig oder teilweise geimpft wurden, sowie über Personen, die noch nicht geimpft wurden, weiterzugeben.

Im Falle einer Billigung, wird der Generaldirektor des Gesundheitsministeriums durch die Gesetzesvorlage auch ermächtigt, von öffentlichen Stellen, einschliesslich der «Health Maintenance Organizations» (HMOs), Kontaktdaten von Personen zu verlangen, die nicht geimpft wurden und nicht bezüglich einer Impfung kontaktiert wurden, um dies zu versuchen und finde sie.

Das Gesetz wurde von 21 Gesetzgebern gebilligt und von sechs abgelehnt. Es wird nun vom Wohlfahrts- und Gesundheitsausschuss der Knesset erörtert.
 

10.25 Uhr
Mutation aus Uganda entdeckt 
Bei einem Briefing für Mitarbeiter des Gesundheitsministeriums am Sonntag, gab Coronavirus-Beauftragter Professor Nachman Ash bekannt, dass ein bestätigter Fall der Mutation des Coronavirus aus Uganda entdeckt wurde. Die klinische Bedeutung der Entdeckung sei bisher noch unbekannt.  

Ash erzählte den Mitarbeitern, dass etwa 90 Prozent der neuen täglichen Covid-19-Infektionen in Israel auf die britische Mutation des Virus zurückzuführen sind. «Die Anzahl der täglichen Fälle ist immer noch sehr hoch, auch wenn ein Abwärtstrend sich abzeichnet», sagte Ash. 

Er warnte auch davor, dass ein Anstieg der Infektionsraten Israel zwingen würde, die Wirtschaft und das Bildungssystem erneut zu schliessen und betonte, dass ein weiterer Lockdown, auch nicht auszuschliessen sei. Ash fügte hinzu, dass etwa ein Prozent der Fälle auf die südafrikanische Variante zurückzuführen sind und dass ebenfalls, bisher sieben Fälle der Mutation aus Kalifornien entdeckt wurden. 

Am Sonntag wurden in Israel 2,579 neue Fälle diagnostiziert und die Rate der positiven Testergebnisse liegt bei 6,2 Prozent. 

FREITAG, 19. Februar 2021 

13.40 Uhr
Reisestopp verlängert 
Das israelische Coronavirus-Kabinett hat die Beschränkungen für ein- und ausgehende Flüge bis zum 6. März verlängert.

Das Verbot, welches ursprünglich bis zum 20. Februar in Kraft sein sollte, gilt nicht für alle regulären Flüge. Einige "Rettungs" -Flüge sind ebenfalls weiterhin erlaubt. Anfang dieses Monats hat die Regierung Kriterien festgelegt, wer die Erlaubnis zur Rückkehr erhalten soll. Israelis, die die Kriterien erfüllen und in den letzten 72 Stunden negativ auf Covid-19 getestet wurden, dürfen zurückkehren. Sie müssen sich jedoch im Voraus verpflichten, mindestens 10 Tage in einer von der Regierung geführten Quarantäneeinrichtung zu verbringen.

Israelis, die im Ausland festsitzen, können eine Ausnahme beantragen, wenn sie die folgenden Kriterien erfüllen: Sie haben einen äusserst dringenden Arzttermin, der nicht verzögert werden kann; Ein unmittelbares Familienmitglied ist verstorben, oder ein Familienmitglied wurde verletzt und ins Krankenhaus eingeliefert. Sie sind Teil einer Regierungsdelegation, die von einer kurzen Auslandsreise zurückgekehrt ist, oder die Israelis sind ins Ausland gegangen, um als offizieller israelischer Vertreter in einer anderen Funktion zu fungieren.

Israelis, die diese Kriterien erfüllen, müssen den Fall hinter ihrer Situation erklären und Dokumente vorlegen, um dies zu beweisen.
 

8.00 Uhr
Purim per Livestream 
Es ist das zweite Purimfest im Schatten von Corona. Vor genau einem Jahr begann es. Das Virus verbreitete sich rasant. Das Fest der Freude über das Überleben in Persien vor 2500 Jahren wurde so zum eigentlichen Superspreader-Event, dem leider viel zu viele zum Opfer fielen. Artikel in voller Länge: (tachles). 

 

DONNERSTAG, 18. Februar 2021

14.05 Uhr
Keine Impfpflicht, aber auch keine Vorteile 
«Es gibt keine, und es wird auch niemals eine Impfpflicht im Staate Israel geben», sagte Gesundheitsminister Yuli Edelstein am Donnerstag, inmitten einer Diskussion über die Frage, ob Israel seine Bürger zwangsimpfen könnte.

«Auch wird es keine persönlichen Sanktionen gegen jemanden geben, der nicht geimpft ist», sagte der Minister, und fügte hinzu, dass die Impfung «ein grosses Privileg ist, das uns allen zu Teil wird und in vielen Ländern nicht existiert.»

Edelstein sagte jedoch auch, dass Israel ab Sonntag damit beginnen wird Veranstaltungen abzuhalten, an denen Hunderte von geimpften Menschen teilnehmen können. Das Tragen von Masken sei jedoch weiterhin erforderlich. Er betonte jedoch, dass dies ein Probelauf sei, und man nicht von einem reibungslosen Ablauf ausgehe. Daher forderte er die Öffentlichkeit dazu auf, bitte «aus einem Maulwurfshügel keinen Berg zu machen.» 

Laut Edelstein sei das Ministerium sich der Möglichkeit bewusst ist, dass Menschen gefälschte Zertifikate herstellen und verwenden, und betonte, dass diejenigen, die dies tun, unter einer Reihe von bereits bestehenden gesetzlichen Verboten im Gefängnis landen könnten. 

Fast drei Millionen Menschen haben bereits die «Green Certificate App» (Tav Yarok) des Ministeriums heruntergeladen. 
 

7.55 Uhr
Im Ausland gestrandet 
Tausende israelischer Bürger sind im Ausland gestrandet und wissen nicht, wie sie wieder nach Hause zurückkehren können, denn Die Covid-19-Krise hat es mit sich gebracht, dass Israeli auf einer Geschäfts- oder Ferienreise irgendwo in aller Welt stecken geblieben sind. Artikel in voller Länge: (tachles).

MITTWWOCH, 17. Februar 2021 

13.25 Uhr
Fauci erhält Dan-David-Preis 
Dr. Anthony Fauci, der führende US-Spezialist für Infektionskrankheiten, erhielt von einer israelischen Stiftung einen Preis in Höhe von 1 Million US-Dollar, für die «mutige Verteidigung der Wissenschaft angesichts einer ignoranten Opposition, während der herausfordernden Corona-Krise».

In der Bekanntgabe des Dan David-Preises am Montag wurde kein Wort über ehemaligen US-Präsident Donald Trump verloren, der während seiner Amtszeit versuchte, die Auswirkungen des Coronavirus herunterzuspielen. Fauci wurde jedoch dafür gelobt, «in einem hoch aufgeladenen politischen Umfeld, gegenüber den Mächtigen, die Wahrheit gesagt zu haben».

Der Preis wird von der Dan David Stiftung vergeben, die vom gleichnamigen rumänisch-israelischen Philanthrop gegründet wurde. Der Preis, der in drei Kategorien unterteilt ist - Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft - zeichnet Wissenschaftler, Forscher und Kulturschaffende für ihre Leistungen auf ihrem Gebiet aus. Die bisherigen Gewinner reichen vom ehemaligen Vizepräsidenten Al Gore bis zum Cellisten Yo-Yo Ma.

Die Stiftung nahm auch Faucis Arbeit während der AIDS-Krise zur Kenntnis und lobte «seinen aussergewöhnlichen Beitrag zur HIV-Forschung» in den 1980er Jahren. 
 

10.50 Uhr
Impfstoffproduktion in Israel? 
Israel führe gegenwärtig Gespräche mit Pfizer und Moderna, zwei der bekanntesten Hersteller von Impfstoffen, über die mögliche Errichtung von Produktionsstätten in Israel. Artikel in voller Länge: Tachles

MONTAG, 15. Februar 2021 

14.03 Uhr
Keine Vorteile für Geimpfte 
Nachdem Jonathan Livny (77) im Dezember seine erste Dosis des Covid-19-Impfstoffs erhalten hatte, ging er davon aus, dass sich das Leben für Israelis wie ihn endlich wieder normalisieren würde. Wie andere Israeli erhielt er seinen «grünen Pass» - eine offizielle Immunitäts-Bescheinigung. Aber fast einen Monat später hat ihm der Pass nicht viel gebracht, und Livny muss dennoch den strengen Lockdown des Landes einhalten.

«Ich dachte, der Pass stünde für Gesundheit und Freiheit", sagte Livny. «Jetzt sagen sie, dass sie nicht sicher sind, ob der Impfstoff gegen die britische oder die südafrikanische Mutation wirkt. Und wenn ich reisen möchte, muss ich trotzdem 72 Stunden vor meiner Abreise einen Test machen, und wenn ich zurückkomme, muss ich ihn erneut machen. Was nützt es mir?»

Jetzt, da Israel aus einem sechswöchigen Lockdown hervorgeht, rebellieren Unternehmen und ihre Kunden gegen eine zu langsame Wiedereröffnung der Wirtschaft. Drei grosse Einkaufszentren - in den Städten Bat Yam, Karmiel und Petach Tivkah - wurden am Donnerstag unter Verstoss der staatlichen Vorschriften eröffnet. Die vorzeitige Eröffnung war Teil der Protestaktion einer Organisation, die 400 Mall-Besitzer, Restaurantbesitzer und Filialbesitzer vertritt.

Polizisten gingen zu den Geschäften und befahlen ihnen, zu schliessen. Es wurden jedoch keine Geldstrafen verhängt.

Die Regierung erwägt eine Reihe von Vorschriften, die den Zutritt zu Orten wie Fitnessstudios, Konzerten und Museen - und schliesslich auch Cafés und Restaurants – Menschen mit «grünen Pässen» oder mit negativen Testergebnissen ermöglichen, zu erlassen. 

Aber ein Teil der Israelis zögert weiterhin, sich Impfen zu lassen. Da einige Impfzentren momentan halb leer sind, versuchen die lokalen Gemeinden, Anreize zu finden, um die Raten wieder zu erhöhen. In der Haredi-Stadt Bnei Brak, wo die Impfraten zu den niedrigsten im Land gehören, teilten die Ersthelfer den Bewohnern mit, dass sie bei einer Impfung am Donnerstagabend eine kostenlose Portion Cholent erhalten würden, einen bei orthodoxen Juden beliebten Fleischeintopf.
 

9.42 Uhr
Impfpflicht für Angestellte 
Gesundheitsminister Yuli Edelstein hat angekündigt einen Gesetzesentwurf vorzulegen, der vorsieht, dass alle Beschäftigten in öffentlichen Berufen sich entweder Impfen lassen müssen oder sich alle zwei Tage einem Covid-19-Test unterziehen müssen.

«Ein Lehrer, der nicht geimpft ist, gefährdet die Sicherheit der Schüler», so Edelstein. «Wir werden ein Gesetz erlassen, das nicht geimpfte Mitarbeiter, die der Öffentlichkeit einen persönlichen Dienst anbieten, dazu zwingt, alle zwei Tage einen Covid-19-Test durchzuführen.»

3,9 Millionen Israelis haben ihre erste Dosis, und 2,2 Millionen bereits ihre zweite Dosis des Coronavirus-Impfstoffs erhalten. 

FREITAG, 12. Februar 2021 

14.25 Uhr
Sinkende Fallzahlen dank Impfkampagne
Zum ersten Mal seit ungefähr einem Monat ist in Israel die Zahl der Schwerkranken unter 1.000 gesunken und stetige Rückgänge der täglichen Neuerkrankungen, sowie der Rate positiver Tests sind auch zu bemerken. 

Die zentrale Frage der Regierung für die kommenden Wochen, wird die Lockerung der Restriktionen betreffen. Dies beinhaltet die Aufhebung der Bewegungseinschränkungen, die Wiedereröffnung der Schulen und die selektive Eröffnung von Geschäften. Bisher zeichnet sich jedoch deutlich ab, dass es nicht der dritte Lockdown war, der die Infektionsraten unter Kontrolle hält. Studien, die sich auf Daten von Mobiltelefonen stützen, zeigen, dass viele Menschen die Bewegungseinschränkungen im dritten Lockdown ignorierten, und auch die Polizei kümmerte sich nur selten um deren Durchsetzung.

Die Verbesserung der Fallzahlen hängt viel wahrscheinlicher mit der Impfkampagne zusammen. Bisher hat Israel 6,1 Millionen Dosen des Impfstoffs verteilt, wobei etwa 40 Prozent der Bevölkerung geimpft sind und etwa ein Viertel die zweite Dosis erhalten hat. Inzwischen haben 86 Prozent der über 60-Jährigen und 80 Prozent der über 50-Jährigen mindestens eine Dosis erhalten. Solange keine Impfstoff-Immunen-Mutationen auftauchen, befindet sich Israel auf dem besten weg, nach und nach einen hervorragenden Schutz gegen schwerwiegende Covid-Fälle und einen besseren Schutz gegen Infektionen im Allgemeinen zu erlangen.

Dennoch warnt das Gesundheitsministerium vor einer unkontrollierten Öffnung der Wirtschaft. Besonders die mögliche Verbreitung von Mutationen in Schulen, und ein Anstieg der Infektionsraten in den Altersgruppen der 16 – 50-Jährigen, bei denen die Impfrate immer noch relativ gering ist, bereiten dem Ministerium Sorge. Eine Kombination dieser Faktoren könnte erneut dazu führen, dass die Krankenhäuser überflutet werden.

Der Erfolg von Israels Kampf gegen die Pandemie wird unweigerlich im Mittelpunkt des vierten Wahlkampfs des Landes in zwei Jahren stehen, welcher am 23 März an den Wahlurnen enden wird.  

7.58 Uhr
Antisemitische Flugblätter in Köln 
Am Mittwoch wurden Antisemitische Flugblätter in einer Strassenbahn in Köln gefunden, welche Juden für das Anhalten der Pandemie verantwortlich machen.

Auf dem Schwarz-Weissen Flyer ist zu lesen: «Haben wir wirklich nur ein Corona Problem? Oder haben wir nicht vor allem ein Juden Problem?». Auf dem Flugblatt befindet sich ein Davidstern im Hintergrund, sowie die Namen drei prominenter deutscher Politiker - Bundeskanzlerin Angela Merkel, Gesundheitsminister Jens Spahn, Aussenminister Heiko Maas - und dem Virologen Christian Drosten. «Je mehr Juden in Politik und Medien, desto schlimmer sind die Dinge!» liest es sich unter den Namen.
Entgegen den Behauptungen auf dem Flyer, ist keiner der Personen jüdisch.

Mehrere Proteste gegen die Coronavirus-Restriktionen in Deutschland, zogen immer wieder Menschen an, die antisemitische Rhetorik verwendeten und die momentane Situation verglichen mit dem, was Juden im Holocaust durchmachen mussten.

Die Flyer wurden von «Omas Gegen Rechts» gefunden, einer von Bürgern geführten Initiative, die vom Zentralrat der Juden in Deutschland für ihren Aktivismus anerkannt wurde. Die Organisation wurde 2018 nach dem Vorbild einer gleichnamigen österreichischen Organisation gegründet.

Die Omas-Gruppe sagte in einem Instagram-Post, dass sie eine Polizeibeschwerde eingereicht habe.

 

DONNERSTAG, 11. Februar 2021 

9.37 Uhr
Netanjahu lehnt Veröffentlichung ab 
Ministerpräsident Netanjahu lehnte einen Antrag des stellvertretenden Ministerpräsidenten Benny Gantz ab, die Transkriptionen der Kabinettsdiskussionen zur Coronavirus-Pandemie zu veröffentlichen. Am Mittwoch teilte Kabinettssekretär Tzahi Braverman, Gantz mit, dass er die Vertraulichkeitsklassifizierung der Transkripte nicht aufheben werde. Ihre Offenlegung könnte Minister davon abhalten bei Kabinettssitzungen ehrlich und frei zu sprechen.

Nach dem Ausbruch der Pandemie, hatte das Kabinett beschlossen , politische Diskussionen zu Covid-19 als vertraulich einzustufen. Somit sollen diese innerhalb der nächsten 30 Jahre, nicht veröffentlicht werden. Anfang dieser Woche forderte Gantz jedoch die Veröffentlichung der Transkripte. Während den Diskussionen kam es zu Meinungsverschiedenheiten zwischen Kahol Lavan und der Likud-Partei des Premierministers bezüglich der Bewältigung der Pandemie und der Entscheidung des Kabinetts, die strikten Lockdown-Restriktionen zu verlängern.

Nachdem letzte Woche Mitschnitte einer Sitzung von den Medien Veröffentlicht wurden, hatte Gantz gefordert, dass die gesamten Aufnahmen Veröffentlicht werden sollen, und nicht nur die Ausschnitte, die dem Premierminister dienen. 

MITTWOCH, 10. Februar 2021 

14.15 Uhr
Vielversprechende Ergebnisse 
Israels schnelle und weitreichende Impfkampagne hat das Land zur grössten realen Studie des Pfizer Impfstoffs gemacht. Die ersten Ergebnisse fliessen ein und sind vielversprechend. Mehr als die Hälfte der berechtigten Israelis - etwa 3,5 Millionen Menschen - wurde inzwischen ganz oder teilweise geimpft. Bei Älteren und gefährdeten Gruppen, die als erste geimpft wurden, wurde bisher ein dramatischer Rückgang der Infektionsraten verzeichnet. 

In der ersten vollständig geimpften Altersgruppe, wurde von Mitte Januar bis zum 6. Februar ein Rückgang der Neuerkrankungen um 53 Prozent, ein Rückgang der Krankenhauseinweisungen um 39 Prozent und ein Rückgang schwerer Krankheitsverläufe um 31 Prozent, festgestellt, sagte Eran Segal, Datenwissenschaftler des Weizmann-Wissenschaftsinstitut in Rehovot, Israel. Im gleichen Zeitraum gingen unter den unter 60-Jährigen, die etwas später zum Impfen zugelassen wurden, die Neuerkrankungen um 20 Prozent zurück, während die Zahl der Krankenhauseinweisungen und schweren Krankheitsverläufe um 15 bzw. 29 Prozent stieg.

Aus den bisher erhobenen daten, zeichnen sich frühe Anzeichen dafür ab, dass Impfungen zusätzlich zur Krankheit, auch die Virusübertragung hemmen.

In Israels grösstem Covid-19-Testzentrum, das von «MyHeritage» betrieben wird, haben Forscher einen signifikanten Rückgang Infizierter, bekannt als cT-Wert, unter den meist geimpften Altersgruppen festgestellt. Dies deutet darauf hin, dass selbst wenn geimpfte Menschen sich infizieren, sie weniger wahrscheinlich andere anstecken, sagte Yaniv Erlich, Chief Science Officer von «MyHeritage».

Es bleibt unklar, ob Israel in der Lage sein wird, sein weltweit führendes Impftempo aufrechtzuerhalten und dies wird bei der schnellen Übertragung der britischen Variante immer wichtiger. «Im Rennen zwischen der Ausbreitung der britischen Mutation und der Impfkampagne sehen wir letztendlich eine Art Plateau in Bezug auf Schwerkranke», sagte Segal. 

Letztendlich bleibt die grosse Frage, ob Impfstoffe die Pandemie ausmerzen kann. Laut Michal Linial, Professor für Molekularbiologie und Bioinformatik an der Hebräischen Universität in Jerusalem, deuten Daten der letzten Jahrzehnte darauf hin, dass Viren endemisch und saisonal werden. Sie sagte voraus, dass das Coronavirus in Zukunft weitaus weniger aggressiv werden würde und möglicherweise innerhalb von drei Jahren eine weitere Impfung benötigen könnte.

Bei einem sei sie sich jedoch sicher:  «Das Virus geht nirgendwo hin». 

DIENSTAG, 09. Februar 2021 

11.45 Uhr
Im Kampf gegen «Fake News»
Das Israelische Gesundheitsministerium plant in den nächsten Wochen Millionen Schekel für Informationskampagnen zur Bekämpfung von Desinformation, Gerüchten und Verschwörungstheorien über Covid-19-Impfstoffe auszugeben, um jüngere Israelis zu ermutigen, sich Impfen zu lassen. 

Nachdem der Covid-19-Impfstoff nun für alle ab 16 Jahren verfügbar ist, hat sich die bisher hohe Nachfrage verlangsamt und die Beamten müssen versuchen, die Menschen davon zu überzeugen, sich impfen zu lassen. Nicht einmal die neuen Mutationen und ein Anstieg der Infektionsraten, sowie die hohe Anzahl der schwer Erkrankten, haben jüngere Israelis dazu bewegt, sich impfen zu lassen.

Beamte des Gesundheitsministeriums und Direktoren des Gesundheitsnetzwerks sind besonders besorgt über die 19-50-Jährigen. Obwohl Personen im Alter von 19 bis 35 Jahren sich erst seit weniger als einer Woche Impfen lassen dürfen, haben die meisten dies bereits inoffiziell getan. Nach den neuesten Angaben des Gesundheitsministeriums wurden bereits etwa 400.000 (31 Prozent) der Israelis im Alter von 20 bis 29 Jahren, 427.000 (40 Prozent) im Alter von 30 bis 39 Jahren und 630.000 (58 Prozent) im Alter von 40 bis 49 Jahren geimpft.

Für die Gesundheitsbehörden ist die Erhöhung dieser Zahl, insbesondere für Menschen in den Zwanzigern und Dreissigern, eine bedeutende Herausforderung, die aktivere Massnahmen als bisher erfordert. Innerhalb der nächsten Tage wird das Gesundheitsministerium eine Informationskampagne ins Leben rufen, die nicht nur wissenschaftlich fundierte Quellen bereitstellt, sondern auch Webseiten überwacht und entfernt, auf denen Desinformationen über die Impfstoffe verbreitet werden. Die Polizei wurde hinzugezogen, um sich mit Impfstoffgegnern zu befassen, die falsche Impftermine vereinbaren, um Impfzentren zu zwingen nicht verwendete Dosen wegzuschmeissen.

Haim Fernandes, Direktor von Leumit Health Care Services, einem der vier israelischen HMOs, sagte, dass im Januar die 16-50-Jährigen, die Hälfte aller Covid-19-Patienten und 25 Prozent der schwerkranken Patienten ausmachten. «Termine sind verfügbar, aber die Leute rennen nicht zu uns, um sich anzumelden», sagt er über die Eröffnung der Impfkampagne für die 19- bis 35-Jährigen. «Es ist nicht das gleiche Tempo, wie bei den über 60-Jährigen. Wir können eine weitere SMS senden und sie anrufen, aber ich schätze, dass der grosse Schub letztendlich von Anreizen wie dem «grünen Pass» ausgehen wird».

 

MONTAG, 08. Februar 2021 

9.10 Uhr
Mittschnitt aus dem Kabinett
Premierminister Benjamin Netanyahu und Verteidigungsminister Benny Gantz diskutierten während der gestrigen Kabinettssitzung über die Aufhebung einiger momentan geltenden Restriktionen in Israel. In Mittschnitten aus der Sitzung, die auf Channel 12 News und dem öffentlich-rechtlichen Sender Kan ausgestrahlt wurden, hört man Netanjahu, Gantz anschreien, welcher auf eine Öffnung der Wirtschaft drängt: «Das Leben vieler Israelis wird in deinen Händen liegen.»

Während der Sitzung, sagte Netanyahu, dass Kahol Lavans Position in Bezug auf den Lockdown und die Restriktionen, gänzlich auf politischen Erwägungen beruhe. «Die Öffentlichkeit weiss genau, welches Spiel du spielst», sagt der Premier. «Sie verstehen, dass Du damit viele Israelis zu einer hohen Morbiditätsrate und einem harten Tod verurteilst.»

Gantz erwiderte daraufhin: «Lehre mich nicht über Verantwortung für das menschliche Leben. Du streust der Öffentlichkeit Sand in Augen». Netanjahu betonte, dass Gantz darauf bestand, ein neues Gesetz zu Verabschieden, welches die Geldstrafen für Verstösse gegen die Restriktionen erhöht. Dies sei der Grund, für die späten Diskussionen über die Verlängerung des Lockdowns. Daraufhin sagte Gantz: «Wir hätten die Diskussion über den Lockdown auch ohne die Geldbussen führen können. Die Geschichte mit den Geldstrafen hat zwei Monate gedauert. Zwei Monate lang lag es rum und wurde nicht vorangetrieben.»

Nachdem die Aufzeichnungen ausgestrahlt wurden, sagte Gantz in einer Erklärung: «Aufgrund der tendenziösen und schwerwiegenden Mitschnitte einer Kabinettsdiskussion fordert der Verteidigungsminister, dass die Protokolle aller Kabinettsdiskussionen über das Coronavirus und des Coronavirus-Kabinett vollständig veröffentlicht werden. Nicht nur Einzelteile, die den persönlichen und rechtlichen Bedürfnissen des Premierministers genügen.»

FREITAG, 05. Februar 2021

16.05 Uhr
Gedämpfter Erfolg 
Die Erwartungen eines schnellen Ausstiegs aus der Krise dank der umfangreichen Impfkampagne Israels bleiben bisher noch unerfüllt. Auch das bisher erfolgreiche Tempo der Kampagne hat sich aufgrund einer abnehmenden Bereitschaft der Öffentlichkeit stark verlangsamt. 

Entgegen den Erwartungen haben die Impfungen die Infektionsrate und damit auch das Ausmass der Morbidität noch nicht wesentlich gebremst. Der Rückgang der Morbidität bei älteren Menschen dank des Impfprogramms wird offenbar bisher durch eine Kombination gegensätzlicher Trends ausgeglichen. Zum einen durch die schnelle Ausbreitung der neuen und stark ansteckenden Mutation des Coronavirus und zum anderen, die nachlassende Bereitschaft der israelischen Öffentlichkeit, die Restriktionen einzuhalten.

Das Expertenteam des Coronavirus-Kabinetts unter Leitung von Professor Ran Balicer, hat seine Besorgnis geäussert, dass eine rasche und unkontrollierte Öffnung von Bildungseinrichtungen und Arbeitsplätzen zu einem weitflächigen Ausbruch führen könnte, der durch die britische Variante verstärkt wird.

Da Kinder unter 16 Jahren noch nicht geimpft wurden, könnte die notwendige Eröffnung der Schulen zu einem sehr hohen Infektionsgeschehen führen.

Bei Kindern und Jugendlichen besteht noch eine zusätzliche Schwierigkeit: Etwa 30 Prozent der israelischen Bevölkerung - Personen unter 16 Jahren - können derzeit nicht geimpft werden. Nur wenn Pfizer gegen Beginn des Sommers verkündet, dass sein Impfstoff für 12- bis 16-jährige sicher ist, kann mit den Impfungen begonnen werden - und sich damit endlich der Herdenimmunität genähert werden.

Laut den Wissenschaftlern haben die neuen ansteckenden Varianten die Messlatte für eine Herdenimmunität auf 80 Prozent der Bevölkerung gehoben. In der Hoffnung, dass die Impfstoffe gegen die Mutationen die sich noch entwickeln werden, wirksam sind, ist die Impfung der überwiegenden Mehrheit der über 12-Jährigen zusammen mit denen, die sich von Covid-19 erholt haben, erforderlich. Selbst Israel, mit seiner weltweit führenden Impfkampagne, ist dem nicht nahe.
 

8.45 Uhr
Jüdischer Gefängnisinsasse stirbt an Covid-19 
Anwälte, die die Impfberechtigung für Gefängnisinsassen im Bundesstaat New York erweitern wollen, zitierten jüngst den Fall eines älteren jüdischen Insassen, der an Covid-19 gestorben ist.

Ira Goldberg, ein 72-jähriger, gebürtiger Brooklyner, der eine siebenjährige Mindeststrafe in der staatlichen Justizvollzugsanstalt in Woodbourne wegen Einbruchs verbüsste, starb am 4. Januar an einem Beatmungsgerät. Seinen Anwälten zufolge, litt er an einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung, Emphysem, Asthma, chronischem Nierenversagen und Bluthochdruck.
«Er hatte zu Recht grosse Angst um sein Leben und war zutiefst besorgt darüber, dass das Gefängnis keine Ahnung zu haben schien, was sie tun sollten, als sich das Virus ausbreitete», sagte Alexandra Mitter, Anwältin des «Center of Appellate Litigation», gegenüber einer New Yorker Nachrichten Webseite.

Mitters Gruppe und weitere verklagen den Staat New York, um den Menschen in seinen Gefängnissen Zugang zu Impfstoffen zu gewähren. Eine Synagoge in Manhattan, die Kongregation Beit Simchat Torah, hat einen Brief gesponsert, der von 120 Geistlichen unterzeichnet wurde, die den New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo drängen, Insassen in den Impfplan des Staates aufzunehmen. 27 andere Staaten haben dies bereits getan.

Die lokalen Haftanstalten in New York City, begannen am 6. Januar damit Menschen ab 65 Jahren zu Impfen. In staatlichen Gefängnissen wurden den 1.100 Gefangenen ab 65 Jahren trotz Ausbrüchen keine Dosen angeboten.

Goldberg war immer wieder mal im Gefängnis gewesen, bevor er 2016 verhaftet wurde, weil er teure Kameras und Handtaschen aus Geschäften im Stadtteil SoHo in Manhattan gestohlen hatte. Er war einer von 12 Inhaftierten, die an Covid starben. Seit Beginn der Impfkampagne haben sich fast 3.000 Insassen mit dem Virus infiziert.

DONNERSTAG, 04. Februar 2021 

8.40 Uhr
Rabbi feuert gegen Covid-Impfung 
Ein langjähriger Chabad-Abgesandter in Massachusetts wurde entlassen, nachdem er monatelang Social-Media-Posts geteilt hatte, in denen er gegen Lockdowns und Hygienemassnahmen schimpfte.
In den letzten Wochen ermutigte Rabbi Michoel Green, welcher seit fast 20 Jahren Gesandter der chassidischen Bewegung in Westborough ist, seine Anhänger dazu, sich nicht den neuen Impfstoff gegen Covid-19 verabreichen zu lassen.

«Es ist KEINE Immunisierung. Es ist eine pathogene Grundierung und Massensterilisation», schrieb er letzte Woche laut Haaretz.

Impfgegner bilden in orthodoxen Gemeinden eine kleine Minderheit. Im Jahr 2019 trugen sie zu einem Masernausbruch in orthodoxen Stadtteilen in Brooklyn und Rockland County, New York, bei. Dieser wurde rigoros durch Impfkampagnen von Regierungs- und Gemeindegruppen, sowie durch den Ausschluss nicht geimpfter Kinder von Schulen bekämpft.

Seit Monaten verbreiteten sich Fehlinformationen über die neuen Impfstoffe. Green hatte offenbar seit der Masernkrise 2019 für seine Ansichten gegen Impfstoffe geworben, aber seine Ansichten haben sich während der Pandemie verstärkt.

Rabbi Mendel Fogelman, Direktor der «Central Massachusetts Chabad», sagte, dass die Social-Media-Beiträge von Green «der Mission der Organisation zuwiderlaufen und in direktem Konflikt mit der heiligen Aufgabe stehen, für die er ernannt wurde.»

«Es wurde klar, dass Entlassung unsere einzige Wahl war», sagte Fogelman. Green wurde am 27. Januar entlassen. 

 

MITTWOCH, 03. Februar 2021 

12.20 Uhr
Schulen bleiben weiterhin geöffnet 
Trotz der geltenden Restriktionen während des Lockdowns in Israel, bleiben dutzende ultraorthodox-chassidische Bildungseinrichtungen am Mittwoch weiterhin geöffnet.

Die mit der zentralen chassidischen Bewegung verbundenen Schulen sind seit Beginn des Lockdowns Ende Dezember geöffnet geblieben.

Trotz des anhaltenden Verstosses, ist in den letzten Tagen die Zahl der neu bestätigten Coronavirus-Fälle bei den Schülern deutlich zurückgegangen. Während es beispielsweise in Jerusalem vor ungefähr drei Wochen ca. 500 Neuinfektionen pro Tag unter ultraorthodoxen Schülern gab, ist diese Zahl in den letzten Tagen auf ungefähr 150 gesunken.

DIENSTAG, 02. Februar 2021 

15.35 Uhr
Der R-Wert steigt 
Der R-Wert, welcher bekanntlich die Anzahl der Personen die jeder Coronavirus-Infizierte durchschnittlich ansteckt widerspiegelt, ist in Israel in den letzten Tagen auf einen Wert von eins gestiegen.

Letzte Woche war der Wert auf 0,9 gefallen und hatte sich dort stabilisiert. Am Dienstagmorgen lag er jedoch wieder bei 0,97. Gleichzeitig bleibt die tägliche Anzahl bestätigter Covid-Fälle hoch. Am Montag wurden 8.811 Personen positiv auf das Virus getestet. Ungefähr neun Prozent der Tests fielen positiv aus.

In einem am Dienstag, vom Forschungszentrum für den Kampf gegen das Coronavirus veröffentlichten Bericht, heisst es: «Die Infektion setzt sich mit sehr hohen Raten fort, und ein erneuter Anstieg könnte beginnen.» Ebenfalls wurde hinzugefügt: «Die Rate der positiven Tests ist weiterhin sehr hoch und ist praktisch während des gesamten Lockdowns nicht gesunken.»

Momentan befinden sich 1.094 Covid-Patienten in einem kritischen Zustand und mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Von diesen müssen 316 beatmet werden. Jedoch hat sich die Altersverteilung dieser Patienten geändert. Die Zahl der über 60-Jährigen, ebenso wie die Schwere ihrer Krankheitsverläufe hat sich verringert. Dies ist mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die Impfkampagne zurückzuführen.
 

12.10 Uhr
Ein Jahr später


In jedem anderen Jahr wäre die für Ende dieses Monats in der Kongregation Beth El Ner Tamid in Broomall, Pennsylvania, geplante Maskendekorationsparty durchaus sinnvoll: Kostüme sind Teil des Rituals für Purim, welches am 25. Februar beginnt. In diesem Jahr sind die dekorierten Masken jedoch nicht zum Feiern gedacht - sie sollten als persönliche Schutzausrüstung dienen, solange die Coronavirus-Pandemie anhält.

Letztes Jahr begann Purim am Abend des 9. März, kurz bevor in den USA der Lockdown anfing, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Für einige Gemeinden war dies der erste Feiertag der über Zoom gefeiert wurde. In anderen Gemeinden schienen traditionelle Purim-Feiern die Ausbreitung des Virus stark vorangetrieben zu haben, wie sich in den folgenden Wochen zeigte.

Ein Jahr später hat der Feiertag eine symbolische Bedeutung für alle: ein ganzes jüdisches Kalenderjahr, in dem die Feiertage, die Schabbate und alle dazwischen liegenden Rituale unter der Last der Pandemie und ihrer Einschränkungen angepasst werden mussten.

Einige Elemente des Feiertages - einschliesslich der Lektüre des Megillah, der Schriftrolle mit der Purim-Geschichte, oder die Verwendung der Grogger, die kleinen Krachmacher, um den Namen von Haman, dem Bösewicht der versucht die Juden zu zerstören, unkenntlich zu machen, wann immer dieser in der Geschichte erwähnt wird, - eignen sich nicht für Feierlichkeiten über Zoom.

«Vieles, was zum Synonym für Purim geworden ist, wird dieses Jahr nicht stattfinden können», sagte Gelman, Anführer der modern-orthodoxen Kehilat Chovevei Tzion Gemeinde in Skokie, Illinois. «Hoffentlich kehren wir nächstes Jahr zu größeren Purim-Feiern zurück.»

MONTAG, 01. Februar 2021

10.10 Uhr
Gesichter, nicht Zahlen
In Israel hat sich eine Vereinigung unter dem Namen «Gesichter, nicht Zahlen» gebildet. Ihr Zweck ist es, die israelischen Opfer der Corona-Epidemie nicht nur als Bestandteil der Statistik zu verewigen, sondern in Wort und Bild. Zu diesem Zweck wurde die Möglichkeit ins Leben gerufen, einen toten Verwandten oder Freund in Bild und Text zu verewigen. Das kann via die Adresse «facesnotnumbers.com» geschehen. Bis Sonntagabend sind in Israel übe 4700 Menschen Opfer der Corona-Epidemie geworden. JU
 

8.55 Uhr
Flughäfen bleiben geschlossen 
Das Kabinett hat beschlossen, Israels dritten landesweiten Lockdown bis Freitag um 7 Uhr morgens zu verlängern. Der internationale Flughafen Ben-Gurion hingegen, wird für eine weitere Woche geschlossen bleiben. Israels Überlandgrenzen bleiben bis Dienstag um Mitternacht geschlossen.

Netanjahu und Beamte des Gesundheitsministeriums hatten zunächst versucht, den Lockdown um eine Woche zu verlängern. Verteidigungsminister Benny Gantz und die Minister seiner Partei Kahol Lavan drängten jedoch darauf, diesen bereits am Mittwoch um Mitternacht zu beenden und die Wirtschaft am Donnerstag teilweise zu öffnen.

 

DONNERSTAG, 28. Januar 2021 

15.15 Uhr
Deutliche Unterschiede im Impfverhalten 
Daten der israelischen Gesundheitsorganisation «Clalit», zeigen grosse Unterschiede in der Impfrate verschiedener Gruppen in Jerusalem.

Unter den über 60-Jährigen innerhalb der Allgemeinbevölkerung gab es bisher eine Impfrate von 91 Prozent. Die Rate der gleichen Gruppe innerhalb der Palästinensischen Bevölkerung, liegt bei 39 Prozent. Die Daten zeigen auch, dass die Impfrate in der ultraorthodoxen Gemeinde weitaus niedriger ist als bei anderen jüdischen Einwohnern. Nur 73 Prozent der ultraorthodoxen Einwohner über 60 Jahre liessen sich die Impfung verabreichen.

In jüngeren Altersgruppen sind die Unterschiede noch deutlicher. 65 Prozent der Allgemeinbevölkerung zwischen 40 und 59 Jahren wurden geimpft, im Gegensatz zu 40 Prozent von ultraorthodoxen und 19 Prozent von Palästinensern.

 

MITTWOCH, 27. Januar 2021

15.00 Uhr
900 Holocaust-Überlebende unter Covid-Opfern 
Die Coronavirus-Pandemie forderte im Jahr 2020 das Leben von 900 Holocaust-Überlebenden in Israel. Insgesamt 5.300 Überlebende wurden positiv auf Covid-19 getestet, wie Statistiken der israelischen «Holocaust Survivors‘ Rights Authority» am Dienstag zeigten. Die Behörde bildet die Regierungsabteilung, die die Entschädigung der Opfer des Völkermords durch Nazideutschland und seiner Kollaborateure überwacht. Dem Bericht zufolge, machten die Covid-19 Opfer fünf Prozent der 17.000 Überlebenden aus, die im Laufe des letzten Jahres starben.

Die Behörde gab an, dass die Gesamtzahl der Holocaust-Überlebenden in Israel Ende letzten Jahres 179.600 betrug. Darunter befanden sich 3.000 Menschen deren Status erst 2020 anerkannt wurde. Die Covid-Sterblichkeitsrate unter Holocaust-Überlebenden betrug 17 Prozent, und entspricht somit dem Prozentsatz der Israelis, derselben Altersgruppe in der Allgemeinbevölkerung, die dieses Jahr an dem Virus verstorben sind.

Während die meisten israelischen Überlebenden in Europa geboren wurden, hat die Behörde auch den Status ehemaliger irakischer, marokkanischer und algerischer Einwohner anerkannt, die in diesem Fall entweder unter einem kurzlebigen nationalsozialistischen Regime im Irak, oder unter dem Vichy-Regime in Frankreich litten. Auch wanderten mehr als ein Drittel der Holocaust-Überlebenden Israels nicht kurz nach dem Holocaust aus, sondern kamen im Rahmen einer Einwanderungswelle aus der ehemaligen Sowjetunion erst in den neunziger Jahren nach Israel.
 

9.00 Uhr
Orthodoxe Gemeinden in Antwerpen 
Der Bürgermeister von Antwerpen, einer Stadt in der etwa 15.000 haredi-orthodoxe Juden leben, warnte davor, dass ihre Nichteinhaltung der Covid-19-Restriktionen, eine neue Welle des Antisemitismus auslösen könnte.

«In der jüdischen Gemeinde erkennt dies nicht jeder, sie haben ihre eigene Logik. Die Gegenreaktion der Öffentlichkeit die ich in meinem Posteingang sehe, ist jedoch schrecklich», so Bart De Wever, ein rechter Politiker, der gute Beziehungen zu der jüdischen Gemeinde pflegt. Die jüdische Gemeinde der Stadt teilte dem Sender ATV am Sonntag mit, «Wenn wir uns wirklich einer Welle des Antisemitismus nähern wollen, sind wir auf dem richtigen Weg.»

Seine Erklärung folgte auf die zweiwöchige Schliessung einer Belzer Synagoge durch die Anführer der chassidischen Sekte in Antwerpen. Die Polizei hatte festgestellt, dass die Schule in der Van Spangen Street zweimal gegen Restriktionen die das Gruppengebet verbieten verstossen hatte.  Die Antwerpener Polizei hatte ebenfalls Minyaner geduldet, die mindestens 10 Männer für den orthodoxen Gottesdienst, aber griffen ein, als diese Grenze überschritten wurde.

De Wever sagte auch, dass eine jüdische und eine andere nichtjüdische Schule vorübergehend geschlossen wurden, weil bei den Schülern die Mutation des Coronavirus aus Grossbritannien entdeckt wurde. Die Infektionsraten in zwei Stadtteilen die überwiegend von der jüdischen Gemeinde besiedelt sind, waren laut De Wever viermal höher als die stadtweite Rate. Die Stadt lud die Bewohner ein sich auf die Mutation des Coronavirus testen zu lassen und verwies auf die engen Beziehungen der Haredi-Juden zu ihren britischen Verwandten.

 

DIENSTAG, 26. Januar 2021 

9.25 Uhr
Ein Bus in Flammen 
Inmitten einer Demonstration gegen die Covid-19 Restriktionen am Sonntag, zündete eine Gruppe orthodoxer Juden in Israel einen Bus an.

Der Vorfall ereignete sich in Bnei Brak, einer weitgehend haredischen oder ultraorthodoxen Stadt in der Nähe von Tel Aviv. Erst vor einigen Tagen hatten Randalierer dort sieben Polizisten bei Zusammenstössen verletzt. Die Polizei hatte versucht, Haredi-Schulen und andere Einrichtungen zu schliessen, was eine heftige Gegenreaktion auslöste.

Der Busfahrer erzählte einem israelischen Radiosender, dass er in Bnei Brak seine Route fuhr, als sein Weg von Demonstranten blockiert wurde, die Reifen und Mülleimer verbrannten. Die Demonstranten umzingelten ihn und stiegen in den Bus ein. Einer der Männer begann den Fahrer zu schlagen und zu treten. Er sagte, er habe die Polizei gerufen, jedoch dauerte es 15 Minuten, bis sie ankamen. Magen David Adom, Israels Rettungsdienst, befreite schliesslich den Fahrer.
Die Demonstranten setzten daraufhin den Bus in Brand, wodurch auch nahe gelegene Wohnhäuser beschädigt wurden. Auch in den Städten Beit Shemesh und Jerusalem wurden Polizisten von Haredi-Randalierern verletzt.

Am Montag verurteilte der israelische Sephardi-Oberrabbiner Yitzchak Yosef die Randalierer wegen der «Entweihung des Namens Gottes». Von Rabbi Chaim Kanievsky, einer der führenden aschkenasischen Haredi-Autoritäten, wird ebenfalls erwartet, dass er dazu aufrufen wird die Unruhen zu stoppen.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu behauptete, alle Verantwortlichen für die Unruhen am Sonntag seien festgenommen worden. Letztendlich gab es jedoch bloss 13 Festnahmen.

MONTAG, 25. Januar 2021

9.25 Uhr
Hohe Sterberate trotz Impferfolgs
«Israel ist weiterhin weltweit führend», twitterte Gesundheitsminister Yuli Edelstein am Montagmorgen, als die Anzahl der verabreichten Impfdosen 3,7 Millionen erreichte. Nach offiziellen Angaben von Edelstein wurden inzwischen 2,590 Millionen israelische Einwohner geimpft. Von diesen haben bereits mehr als eine Million Personen auch die zweite Dosis erhalten.

Trotz des Fortschritts der Impfkampagne hat die Sterblichkeitsrate durch Covid-19 im Januar einen Rekordwert erreicht. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums, gab es in Israel seit Anfang des Monats mehr als tausend Todesfälle, wobei die Gesamtzahl der Todesopfer 4.419 erreichte. Die Anzahl der Patienten die derzeit ins Krankenhaus eingeliefert wurden und sich in einem kritischen Zustand befinden, beträgt 1.140. Von diesen müssen 358 beatmet werden.

Das Kabinett genehmigte am Sonntag die Einstellung aller ein- und ausgehenden Flüge, ab Montag um Mitternacht, bis zum 31. Januar. Dies soll dazu beitragen, die Verbreitung neuartiger Coronavirus-Varianten zu verlangsamen.

Dem Vorschlag zufolge dürfen Flugzeuge ausländischer Fluggesellschaften zwischen Montag und Dienstag ab Mitternacht, bis Ende Januar nicht landen. Darüber hinaus ist die Ausreise aus dem Land auf aussergewöhnliche Umstände beschränkt.

 

FREITAG, 22. Januar 2021 

14.15 Uhr
Orthodoxe attackieren Polizisten 
Gestern Abend wurden Polizisten von mehreren Angehörigen extremistisch-ultraorthodoxer Gruppen angegriffen, als sie versucht hatten eine Versammlung in Bnei Brak aufzulösen, die entgegen der Covid-19-Restriktionen stattfand.

Videoaufnahmen zeigen, wie die Beamten von Randalierern geschubst und geschlagen werden. Die Beamten wurden dabei gefilmt, wie sie in ihr Fahrzeug einstiegen, während Dutzende von Menschen es verfolgten und die Autofenster mit Stöcken und Steinen einschlugen. Laut der Polizei, sei ein Beamter leicht verwundet worden.

Einige Stunden später traf ein grösseres Polizeikommano in der Yeshiva ein, in der sich angeblich diejenigen befanden, die die Beamten angriffen hatten. Nach Angaben der Polizei kam es zu Zusammenstössen bei denen Jugendliche Mülleimer in Brand steckten. Die Beamten setzten Tränengas ein und verhafteten drei anwesende Personen.

10.40 Uhr
Einladung zum Impfen per WhatsApp
Israel hat die erste Dosis des Impfstoffs von Pfizer und BioNtech bereits an über 2,4 Millionen Erwachsene in einer Gesamtbevölkerung von 9 Millionen verabreicht, ein weitaus höherer Anteil als in jedem anderen Land. Ungefähr 800.000 Israelis haben bereits beide Dosen erhalten. Der Impferfolg ist sicherlich teilweise auf das Gesundheitssystem des Landes, sein technisches Know-how und seine geringe Größe zurückzuführen. Aber er liegt auch daran, dass einige Israelis Gelegenheiten nutzten um sich impfen zu lassen, unabhängig davon, ob sie es technisch dürfen oder nicht.

Israels Gesundheitskliniken verwenden den von Pfizer entwickelten Impfstoff, der bei extrem niedrigen Temperaturen gelagert und innerhalb kurzer Zeit nach dem Auspacken verwendet werden muss. «Die Erklärung, die ich gehört habe, ist die, die jeder wiederholt: Sie nehmen ganze Tabletts aus dem Gefrierschrank und können sie nicht zurückstellen», sagte Rafi, ein Mann Ende 40 aus einem Vorort von Jerusalem, dem Jewish Telegraph. «Wenn Leute nicht zu Terminen erscheinen oder es weniger Termine als Fläschchen gab, geben sie sie an andere weiter, anstatt sie wegzuwerfen.»

Das israelische Gesundheitssystem, das über vier Netzwerke von Kliniken betrieben wird, verteilt überschüssige Impfstoffe, wobei Krankenschwestern häufig nicht autorisierte Einladungen auf WhatsApp verschicken, die dann in den sozialen Medien verbreitet werden.

«[Diejenigen], die sich impfen lassen möchten, werden zu der Klinik in der 21 Herzl St. [in] Hadera eingeladen», teilte eine solche Nachricht einer Facebook-Gruppe mit dem Titel «Corona-Impfungen unter Freunden» mit 62.000 Mitgliedern mit. «Sie sagten, dass es keine Altersgrenze gibt.»
«Danke, dass wir uns impfen lassen konnten!» jemand antwortete am nächsten Morgen.

Mitarbeiter des Gesundheitswesens dürfen solche Nachrichten eigentlich nicht senden. Aber laut einer Krankenschwester, neigen Beamte dazu, wegzuschauen.

Die Regierung ist gegen einige Krankenhäuser vorgegangen, die gegen die Regeln verstossen. Anfang dieses Monats wurden keine Impfstoffe mehr für das Sourasky Medical Center in Tel Aviv bereitgestellt, das Tausende von Lehrern in einer provisorischen Klinik auf dem zentralen Rabin-Platz der Stadt geimpft hatte. Die Regierung argumentierte, dass das Krankenhaus gegen die Impfrichtlinien verstossen habe. Das Krankenhaus bestritt dies. Neun Tage später wurde die Klinik wiedereröffnet.

Es wurde auch berichtet, dass Mitarbeiter in israelischen Krankenhäusern sich illegal Impfstoffe für Familienmitglieder sichern. Auch Mitarbeiter im Büro des Premierministers haben laut «The Times of Israel» die Impfung bereits erhalten, obwohl sie nicht berechtigt dazu waren.

 

DONNERSTAG, 21. Januar 2020 

13.25 uhr
Polizei-Razzia in Yeshiva 
Bei einer Razzia in einer Yeshiva in Bnei Brak, wurden zwei Polizeibeamte leicht verletzt. Die Schule stand unter verdacht gegen die Covid-19 Restriktionen zu verstossen und weiterhin Unterricht abzuhalten. 

Nach Angaben der Polizei schien die Yeshiva von aussen geschlossen zu sein, und auch bei näherer Betrachtung schien der Ort leer. Als die Polizei die Yeshiva betrat, fanden sie jedoch ein Dutzend Schüler vor, die lernten.  Gegen Mittag trafen Bereitschaftspolizisten ein, um die Versammlung in der Schule aufzulösen. Die Schüler jedoch, protestierten und einige warfen mit Steinen auf die Beamten. Zwei Personen wurden festgenommen, und zwei weitere versuchten das Polizeiauto daran zu hindern, das Gelände zu verlassen.

Als die Polizisten in die Yeshiva drangen, versammelten sich Dutzende Bewohner draussen und verspotteten die Polizei. Sie schrien: «Geht nach Hause, Nazis» und «Geht zurück nach Tel Aviv.»

 

MITTWOCH, 20. Januar 2020 

18.10 Uhr
800 Todesfälle im Januar 
Laut den am Mittwoch veröffentlichten Daten des Gesundheitsministeriums, sind in Israel seit Anfang Januar über 800 Coronavirus-Patienten gestorben. Die Zahl der Todesfälle überschritt zu Beginn der Woche 4.000 und erreichte am Mittwochmorgen 4.212.

Der Coronavirus-Beauftragte Professor Nachman Ash, sagte am Mittwoch in einem Interview mit dem öffentlich-rechtlichen Sender Kan Bet, dass die Ausbreitungsrate des Virus langsam abnimmt: «In den letzten Tagen bemerken wir einen Rückgang. Ich schätze, dass sich dieser Trend fortsetzen wird und wir den Lockdown wie geplanten am 31. Januar beenden können». 

Das nationale Coronavirus-Informationszentrum stimmte Ash in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht zu. Obwohl die derzeitige Ausbreitung der Infektion hoch ist, «sinkt die Infektionsrate weiter - ein Beweis dafür, dass die Ausbreitung bald aufhört», schrieben die Autoren des Berichts.

Ash betonte, dass es in erster Linie notwendig sei, die Überlastung des Gesundheitssystems zu verringern, denn Diese sei «unerträglich und koste Menschenleben. Wir müssen auch die Anzahl der Patienten die sich in einem kritischen Zustand befinden, als auch die Anzahl der bestätigten Fälle senken - obwohl diese Massnahme vorerst weniger wichtig ist.»

Am Dienstag verlängerte das Kabinett den derzeitigen Lockdown bis zum 31. Januar. Ebenfalls wurde beschlossen, dass ab Freitagabend, jeder Passagier der in Israel ankommt, innerhalb von 72 Stunden nach seinem Flug einen Coronavirus-Test machen muss.  Auch wurde die Nutzung der Standortverfolgung von Patienten durch den Shin Bet-Sicherheitsdienst bis zum 10. Februar verlängert.

Israel hat begonnen, mehr als 200.000 Dosen des Impfstoffs pro Tag zu verabreichen. Bisher haben mehr als 2,27 Millionen Menschen mindestens eine Dosis erhalten, und 550.000 Israeli haben bereits ihre zweite Dosis erhalten. Das Ziel ist es, eine Viertelmillion Impfungen pro Tag zu verabreichen. 
 

9.40 Uhr
Gefälschte Drohbriefe an Synagogen
Mehrere Synagogen in Washington, DC, erhielten jüngst einen gefälschten Brief, der angeblich von Vizepräsidentin Kamala Harris unterzeichnet wurde. Der Brief fordert die Synagogen dazu auf ihre Türen zu schliessen und droht, dass sie bei Nichtfolgeleistung ins Gefängnis gehen müssen. 

«Ich und Präsident Joe Biden selbst, werden Ihre Synagoge schliessen und eine hohe Geldstrafe gegen Ihre Einrichtung verhängen», heisst es in dem Brief. Dies geht aus einer Warnung hervor, die am Dienstag von dem «Secure Community Network» (SCN), eine nationale jüdische Organisation die Einrichtungen in Sicherheitsangelegenheiten berät, an jüdische Organisationen verteilt.

«Wir werden in zwei Wochen die Kontrolle haben und werden dafür sorgen, dass Sie schließen», hiess es in dem Brief mit einem Poststempel aus Albany, New York. «Dies ist eine faire Warnung von mir. [Washington] Bürgermeister Muriel Bowser wird die Befugnis von mir und Präsident Biden erhalten, Ihre Einrichtung zu schließen und Sie ins Gefängnis zu bringen, wenn Sie sich dazu entscheiden zu öffnen.»

Die Briefe scheinen darauf abzuzielen, die Wut einiger jüdischer Institutionen, insbesondere der Orthodoxen, über die Einschränkungen bei Gottesdiensten auszunutzen.
Laut SCN haben die Empfänger die Strafverfolgungsbehörden über den Brief informiert.

«Derzeit sind SCN keine konkreten, glaubwürdigen Bedrohungen im Zusammenhang mit diesem Dokument bekannt», heisst es in der Mitteilung.

 

DIENSTAG, 19 Januar 2020 

20.25 Uhr
Orthodoxe zahlen weniger Bussgeld 
Obwohl die Infektionsraten in ultraorthodoxen Städten seit längerem in die Höhe schiessen, ist die bisherige Überprüfung der Restriktionen dort viel geringer als in anderen israelischen Gemeinden ausgefallen, wie neue Analysen zeigen. Im Vergleich, wurden in arabischen Gemeinden bisher viel höhere Bussgelder erhoben, obwohl ihre Infektionszahlen im Verhältnis niedriger sind.

 Die Analyse wurde von der Organisation Israel Hofsheet (Be Free Israel) durchgeführt, die sich für religiösen und kulturellen Pluralismus einsetzt. Sie basierte auf Statistiken der Strafverfolgungsbehörde des Justizministeriums welche seit Beginn der Pandemie im vergangenen März gesammelt werden. 

«Unsere Analyse zeigt, was jeder der genau hinsieht, bereits weiss: Der Staat Israel hat die Covid-19-Vorschriften in ultraorthodoxen Gemeinschaften aufgrund enger politischer Interessen nicht durchgesetzt. Dies hat der Gemeinschaft einen enormen Schaden zugefügt und sie musste den Preis mit einer besonders hohen Anzahl an Todesfällen bezahlen. Und das hat natürlich den Rest der israelischen Bevölkerung ebenfalls nicht unberührt gelassen», sagte Uri Keidar, Geschäftsführer von Israel Hofsheet.

Die Analyse berechnete die in den Gemeinden des Landes erhobenen Geldbussen im Verhältnis zu ihren Infektionsraten. Die Städte mit der höchsten Anzahl an Geldbussen im Vergleich zu der eigentlichen Inzidenz, waren überwiegend arabische Gemeinden.
 

10.50 Uhr
Infektion trotz Impfung 
Über 12.400 Israeli wurden nach Erhalt von mindestens der ersten Impfstoffdosis positiv auf Covid-19 getestet. Wie das Gesundheitsministerium berichtete, entspricht dies 6,6 Prozent der 189.900 Personen, die nach der Impfung auf Covid-19 getestet wurden. Von den 12.400 positiv getesteten Personen, hatten 69 die zweite Dosis vor etwa einer Woche erhalten.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sei es immer noch schwierig, endgültige Schlussfolgerungen über die Wirksamkeit des Impfstoffs zu ziehen. Bei einigen Gruppen von geimpften Personen entspricht das Verhältnis der positiven Tests zu bestimmten Zeitpunkten dem der Allgemeinbevölkerung, von denen die überwiegende Mehrheit noch nicht geimpft war. Diese Ergebnisse könnten ebenfalls damit zusammenhängen, dass die meisten Personen, die momentan geimpft werden über 60 Jahre alt sind.

Serologische Tests von Mitarbeitern des Sheba Medical Center in Tel Hashomer, die bereits vor einer Woche die zweite Dosis des Pfizer Impfstoffs erhalten hatten, zeigten, dass 100 von 102 getesteten Mitarbeitern bereits Antikörperwerte aufwiesen, die 6- bis 20-mal höher als in den vorherigen Wochen waren.

Die Mitarbeiter des Krankenhauses sind von diesen Ergebnissen sehr ermutigt. Laut Professor Gili Regev-Yohai, Direktorin der Abteilung für Infektionsprävention und -kontrolle, sind die Ergebnisse ermutigend. «Das bedeutet, dass der Impfstoff wunderbar funktioniert und wir hoffen, dass die Inzidenz in ein paar Tagen sinkt.»

MONTAG, 18. Januar 2020 

13.25 Uhr
Israel: Neue Reiserestriktionen 
Aufgrund des starken Anstieges der Infektionsraten und der rasanten Verbreitung neuer Mutationen des Coronavirus, hat Israel beschlossen, die Ein- und Ausreise in das Land strenger zu beschränken. 
Die neuen Vorschriften wurden in Gesprächen zwischen Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, den Gesundheits- und Verkehrsministerien, dem Generalstaatsanwalt und dem Nationalen Sicherheitsberater beschlossen. Bisher wurde noch nicht bekannt gegeben, wann die Folgenden Massnahmen in Kraft treten werden:  

Die Einreise nach Israel ist nun nur noch unter Vorlage eines negativen Covid-19-Tests gestattet. Das Ergebnis darf nicht länger 72 Stunden vor der Ankunft zurück liegen. Diese Regelung gilt auch für israelische Staatsangehörige.

Israelis dürfen das Land nur noch aufgrund von diplomatischen oder geschäftlichen Reisen, humanitären Angelegenheiten und unter bestimmten Sonderfällen verlassen. Diese Fälle müssen von einem Sonderausschuss genehmigt werden.

Den neuen Bestimmungen zufolge, müssen Israeli die aus Ländern mit einer hohen Inzidenz zurückkehren, sich in einer staatlich geführten Einrichtung Isolieren. Das Gesundheitsministerium werde die dafür notwendigen Rechtsvorschriften vorantreiben.

Darüber hinaus, arbeite die Regierung daran, dass Reisenden denen das Fliegen aufgrund der Restriktionen verwehrt wird, entsprechend entschädigt werden. 

DONNERSTAG, 14. Januar 2020 

8.55 Uhr
Weltweite Impfpriorität für Holocaust-Überlebende? 
Eine potenziell «diplomatisch katastrophale» Initiative des Ministers für Diaspora-Angelegenheiten, Omer Yankelevich, sieht vor Holocaust-Überlebenden weltweit mithilfe eines internationalen Korps junger jüdischer Freiwilliger, kostenlos Covid-19-Impfstoffe anzubieten. Das Vorhaben hat die «Jewish Agency» - ein Miteigentümer des Korps – augenscheinlich, völlig überrascht.

Anscheinend hatte das Ministerium für Diaspora-Angelegenheiten die «Jewish Agency» erst gebeten die Umsetzbarkeit des Impfprogramms mithilfe des Shalom Corps zu überprüfen, nachdem die «Holocaust Survivor Vaccination Operation» bereits in einer öffentlichen Pressenmitteilung enthüllt worden war.  Beamte der Agentur und weitere Teile der israelischen Regierung, seien entsetzt von der Idee Impfstoffe an Diaspora-Juden nach Übersee zu verschicken.

Im Zuge Israels erfolgreicher Impfkampagne, wurde sowohl die Agentur als auch das Aussenministerium, von einigen internationalen jüdischen Gemeinden um Hilfe bei der Beschaffung von Impfstoffen gebeten worden. Diese hatten die Anträge jedoch aufgrund von möglichen Verstössen gegen diplomatische Protokolle abgelehnt, da es nicht in der Macht Israels stehe in die Impfkampagnen anderer Länder einzugreifen. 

Ein Sprecher des Ministeriums für Diaspora-Angelegenheiten, sagte dass das Ministerium weiterhin eng mit der «Jewish Agency» zusammenarbeite, ebenfalls an diesem «unglaublich wichtigem Projekt, dass dazu dient, weltweit jüdische Institutionen und Führungskräfte zu vereinen, und diese unglaublich geschätzte, jedoch gefährdete Bevölkerungsgruppe zu schützen.» Das Ministerium fügte hinzu, dass das Shalom Corps in den kommenden Tagen verschiedene Arbeitspläne zur Finanzierung und Verwaltung des Projekts in Betracht ziehen würde.

Auf die Frage, wie Holocaust-Überlebende identifiziert werden könnten - verschiedene Organisationen arbeiten mit unterschiedlichen Definitionen -, sagte ein Sprecher des Ministeriums, das der Shalom Corps mit dem Internationalen Claims Committee zusammenarbeiten werde, welches eine Liste aller Überlebenden führt. 

Laut der Claims Conference gibt es weltweit noch rund 400.000 Holocaust-Überlebende, von denen Knapp die Hälfte in Israel lebt. 

MITTWOCH, 13. Januar 2020 

16.15 Uhr
Pfizer Impfstoff vermindert Infektionsrate
Israels größte «Health Maintenance Organization» (HMO), der «Clalit Health Fund», hat nun die Ergebnisse der ersten großen Studie zu den Auswirkungen des von Pfizer entwickeltem Covid-19-Impfstoff veröffentlicht. 

Wie «Globes» berichtete, untersuchte Clalit insgesamt 400.000 Personen ab 60 Jahren, welche aufgrund von Symptomen einen Covid-19 Test benötigten.  Die Hälfte der Personen hatte die erste Dosis der Impfung bereits erhalten, während die andere Hälfte noch wartete.  Ziel war es, den Prozentsatz der positiven Covid-19-Tests der jeweiligen Gruppen zu erfassen. Die Ergebnisse zeigten, dass erst 14 Tage nach der Impfung der Prozentsatz positiver Testergebnisse derer, die die Impfung erhalten hatten, um 33 Prozent im Vergleich zu der anderen Gruppe, sank. (globes)

In Anbetracht der Tatsache, dass die geimpfte Gruppe die zweite Dosis des Impfstoffs noch nicht erhalten hatte, entsprach das Ergebnis den bisherigen Erwartungen. In einer von Pfizer durchgeführten Studie, konnte die Auswirkung der ersten Impfung nach 11 Tagen festgestellt werden. Aufgrund der Ähnlichkeit beider Studien wird angenommen, dass die geringeren Infektionszahlen in der Versuchsgruppe tatsächlich auf den Impfstoff und nicht auf andere Faktoren zurückgeführt werden können.  

Clalits Forschung entspricht auch einem kleineren Projekt, das von Professor Gili Regev, Direktorin der Abteilung für Epidemiologie von Infektionskrankheiten am Sheba Medical Center in Tel Hashomer bei Tel Aviv, durchgeführt wurde. Sie untersuchte 200 Personen, die ihre erste Impfung erhalten hatten, und stellte fest, dass nach einer Woche nur 1 Prozent genügend Antikörper entwickelt hatten um eine Immunität zu gewährleisten. Diese Zahl sprang jedoch nach zwei Wochen auf 50 Prozent.
Momentan steigen die Infektionszahlen in Israel jedoch weiter an. Zum zweiten Mal in Folge hat das Gesundheitsministerium mehr als 9.000 neue Fälle gemeldet, wobei sich die Zahl der schwerwiegenden Fälle auf etwas mehr als 1.000 Patienten stabilisiert hat.

Die Möglichkeit Pfizer Echtzeitdaten über die Wirksamkeit des Impfstoffs zur Verfügung zu stellen, ist einer der Hauptgründe, warum das Unternehmen Israel so viele Dosen des zur Verfügung gestellt hat.

 

DIENSTAG, 12. Januar 2020 

8.50 Uhr
Gewaltausbrüche bei Schulschliessungen 
Am Montagnachmittag wurden elf Personen in der südisraelischen Hafenstadt Ashdod festgenommen, nachdem Hunderte von Ultraorthodoxen sich Polizeikräften widersetzten, die versucht hatten, eine religiöse Schule aufgrund der Covid-19 Restriktionen zu schliessen.

Drei Beamte und zwei städtische Inspektoren seien bei den Unruhen verletzt worden. Diese fanden an der Meir Eini Yisrael Schule statt, welche mit der radikalen ultraorthodoxen Gruppe «Jerusalem Faction» in Verbindung steht. Einige Demonstranten blockierten Straßen, andere sprangen auf ein Polizeiauto und wurden fast überfahren. Randalierer warfen mit Steinen, Sand und anderen Gegenständen auf die Polizisten.

Dutzende religiöser Schulen in einigen der radikalsten ultraorthodoxen Gemeinden Israels blieben am Montag geöffnet. Die Schulen, die auch am Sonntag betrieben wurden, befinden sich hauptsächlich in den ultraorthodoxen Stadtteilen Mea She'arim, Geula und Bukharan Quarter in Jerusalem, bekannte Brutstätten für extremistische Gemeinschaften die nicht mit der Regierung zusammenarbeiten. Andere Schulen, vor allem die der «Jerusalem Faction» in Bnei Brak und Modi'in Ilit, blieben am Montag ebenfalls geöffnet.

Anders als bei den vorherigen Lockdowns, sind jedoch viele Haredi Schulen auf Befehl von Rabbi Chaim Kanievsky, geschlossen geblieben.

Im letzten Monat haben die Infektionsraten unter Haredi-Studierenden neue Höhen erreicht. In Jerusalem werden täglich rund 400 Schüler positiv auf das Coronavirus getestet. Anders als in früheren Wellen der Pandemie, wurden diesmal ebenfalls Ausbrüche in Mädchen- und Oberschulen verzeichnet.

MONTAG, 11. Januar 2021 

8.20 Uhr
Knapp 2 Millionen Geimpfte 
Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Montagmorgen, haben bisher 1.870.652 Israelis die erste Dosis des Coronavirus-Impfstoffs erhalten. Alleine 49.879 Personen wurden am Sonntag geimpft.

Dennoch schreitet die Pandemie voran. In Israel gibt es momentan 69.861 aktive Fälle. Am Sonntag wurden in Israel 6.879 neue Coronavirus-Fälle registriert, was bedeutet, dass 8,2 Prozent aller Tests positiv ausfielen. 

Derzeit müssen 1.715 Coronavirus-Patienten hospitalisiert werden. 1.044 von ihnen befinden sich in einem kritischen Zustand und 251 sind auf Beatmungsgeräte angewiesen. Bisher sind 3.671 Israelis an dem Coronavirus verstorben.

FREITAG, 08. Januar 2021 

11.12 Uhr
Impfstoff schützt vermutlich gegen Mutationen 
Neue Forschungsergebnisse legen nahe, dass der von Pfizer und BioNTech entwickelts Covid-19-Impfstoff, ebenfalls gegen die neu entdeckten Mutationen des Virus aus England und Südafrika wirksam ist.

Die neuen Varianten gaben jüngst weltweit Anlass zur Sorge. Beide teilen eine gemeinsame Mutation namens N501Y, eine leichte Veränderung an einer Stelle des Spike-Proteins, das das Virus umhüllt. Es wird angenommen, dass diese Änderung der Grund für die höhere Ansteckungsrate der Variationen ist.
Die meisten Impfstoffe trainieren den Körper dieses Spike-Protein zu erkennen und es zu bekämpfen.

Pfizer arbeitete mit Forschern der medizinischen Abteilung der Universität von Texas in Galveston zusammen, um zu überprüfen, ob die Mutation die Wirksamkeit des Impfstoffs beeinträchtigt. Sie verwendeten Blutproben von 20 Personen, die den Impfstoff erhalten hatten. In den Tests mir Laborschalen, haben die Antikörper der Impfstoffempfänger das Virus erfolgreich abgewehrt, so die Studie, die am späten Donnerstag auf einer Online-Seite für Forscher veröffentlicht wurde.

Die Studie ist vorläufig und wurde noch nicht von Experten überprüft, stellt jedoch einen wichtigen Schritt für die weitere Forschung dar.
 

8.10 Uhr
Virus trifft das Schweizer Judentum
Während im krisenerfahrenen Israel die Impfaktion als nationaler Effort angesehen wird und somit trotz Lockdown das Licht am Ende des Tunnels sichtbar wird, versinkt die Schweiz im Impfchaos. Erst im Sommer dürfte hier ein Grossteil der Bevölkerung geimpft sein. Der Ausnahmezustand wird also noch länger andauern. Davon mit betroffen sind auch die jüdischen Gemeinden, die nun schon seit bald zehn Monaten nicht mehr normal funktionieren. Artikel in voller Länge: (tachles).

DONNERSTAG, 07. Januar 2021 

16.50 uhr
Vorübergehende Schliessung orthodoxer Schulen 
Angesichts der steigenden Infektionsraten wiess Rabbi Chaim Kanievsky, Anführer der litauischen ultraorthodoxen Gemeinde, religiöse Grundschulen an ihre Türen mehrere Tage lang zu schliessen.

Am Donnerstag sprach Kanievskys Enkel mit Ministerpräsident Netanjahu und teilte diesem mit, dass die Direktoren der Talmud-Tora-Schulen Anweisungen wurden ihre Institutionen zu schliessen.
Der Enkel des Rabbiners erwähnte nicht, ob Yeshivas für ältere Studierende ebenfalls geschlossen werden würden. Einige Religiöse Schulen hatten sich zuvor geweigert, ihren Unterricht aufgrund der Covid-19 Restriktionen einzustellen.

Trotz der Anweisungen des Rabbi setzen bisher einige Gemeinden in Mea She'arim ihre Geschäfte wie gewohnt fort. 

MITTWOCH, 06. Januar 2021 

9.00 Uhr
Israels Erfolg 
Am 1. Januar gab Israel bekannt, dass bereits mehr als 1 Millionen Israeli geimpft wurden. Dies sind bereits 10 Prozent einer Bevölkerung von fast 9 Millionen, und stellt mit Abstand die höchste Impfrate weltweit dar. Das Land impft täglich 150.000 Menschen und hofft, bis März die Hälfte seiner Bevölkerung impfen zu können.

Doch warum sind die Israeli so schnell? 

In Israel wird die medizinische Versorgung des Landes durch Netzwerke von vier grossen nationalen Gesundheitskliniken sichergestellt. Jedes dieser Netzwerke bietet die gleiche grundlegende Versorgung an, ist jedoch in einer anderen Region des Landes vertreten. 

Durch diese Netzwerke besitzt das relativ kleine Land eine effiziente Möglichkeit, Impfstoffe zu verteilen. Ebenfalls konkurrieren die Klinken um die schnellsten und bequemsten Aufnahmen. Impfstellen sind 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche geöffnet, einige sogar am Schabbat. 

Ein weiterer Grund liegt in den Bevölkerungsgruppen die geimpft werden dürfen. Im Vergleich zu vielen Ländern, wird in Israel relativ liberal geimpft. Die Altersbegrenzung für die erste Impfwelle liegt beispielsweise bei über 60 Jahren und Israel unterscheidet nicht zwischen Senioren die in Altenheimen oder zuhause wohnen. Des Weiteren, werden bereits jüngere Menschen geimpft. Anstelle sich an strikte regeln zu halten, begründen viele Kliniken, dass Sie am Ende des Tages jungen Personen eine Impfung anbieten, anstelle ausgepackte Impfdosen einfach wegzuschmeissen. 

Zuletzt ist nicht zu unterschätzen, wie sehr Netanyahu die Impfkampagne vorantreibt um seine Wiederwahl zu sichern. 

Es bleibt jedoch unklar, ob Israel das bisherige Tempo halten können wird. Bisher sollen lediglich 1 Millionen weitere Impfdosen bis Ende des Monats in Israel ankommen und die nächste Lieferung erfolgt höchst wahrscheinlich erst im Februar. Somit bleiben Millionen von Menschen dem Virus weiterhin ausgesetzt, in einer Zeit, in der die Fälle wieder rasant ansteigen und das Land sich auf den nächsten Lockdown vorbereitet. 

DIENSTAG, 05. Januar 2021 

13.50 Uhr
Illegale Impfungen 
Das Gesundheitsministerium stellte am Dienstagmorgen die Impfstoffversorgung des Ichilov-Krankenhauses, welche das Impfzelt am Rabin-Platz in Tel Aviv betreibt, ein. Die Entscheidung fiel nachdem am Montag bekannt wurde, dass dort zahlreiche Lehrkräfte entgegen den Anweisungen des Ministeriums geimpft wurden. 

Gesundheitsminister Yuli Edelstein sagte am Montag, dass er die Berichte, wonach Menschen die nicht zu den Risikogruppen gehören unerlaubt geimpft wurden, ernst nimmt. Er befahl Professor Chezy Levy die Lieferung von Impfstoffen nach Ichilov einzustellen und zukünftige Lieferungen an das Krankenhaus zu beobachten. 

Der Bürgermeister von Tel Aviv, Ron Huldai, antwortete auf die Kritik: «Von dem Moment an als klar wurde, dass Tausende von Dosen weggeworfen werden müssen, wurde die richtige Entscheidung getroffen». Ebenfalls lobet er die Arbeit von Gamzu und dem Ichilov Krankenhaus und kritisierte Edelsteins «Kleinpolitik». 

Laut einer Quelle aus dem Gesundheitsministerium sei der Überschuss an Impfeinheiten eine unzulängliche Ausrede. «Die Behauptung ist fragwürdig. Warum haben sie die Dosen überhaupt aus dem Kühlschrank genommen?»
 

8.30 Uhr
Totale Abriegelung rückt näher
Die Zahl der Covid-19-Krankheitsfälle in Israel steigt fast unaufhaltsam an und die Zahl der Rückgänge ist, verglichen damit, enttäuschend gering. Das verleiht in der Regierungsrunde Jenen Auftrieb, die einer strikteren bis totalen Abriegelung und gesellschaftlichen Quarantäne das Wort reden. Artikel in voller Länge: (tachles). 

MONTAG, 04. Januar 2021 

16.35 Uhr
Grüner Pass für Geimpfte 
Das Gesundheitsministerium wird «grüne Pässe» an diejenigen die von einer Covid-19 Infektion genesen sind, gegen das Virus geimpft wurden oder einen negativen Test vorweisen können, ausstellen. Die Pässe sollen die Bewegungsfreiheit dieser Personen gewähren. Der Plan wurde am Montag von Gesundheitsminister Yuli Edelstein und dem Coronavirus-Zaren Nachman Ash der Knesset vorgelegt.

Der Pass soll für bestimmte Gruppen voraussichtlich sechs Monate gültig sein. Während dieser Zeit können die Inhaber an kulturellen Darbietungen, Sportveranstaltungen, Konferenzen und Besuchen von Kulturstätten, wie Museen, teilnehmen. Die Länge der Gültigkeit des Passes soll anhand von neuen Informationen zum Immunschutz von genesenen und geimpften Patienten noch überprüft werden.

Personen, die mit einem PCR-Test oder durch Schnelltests negativ getestet wurden, erhalten ebenfalls einen Pass, der jedoch nur 72 Stunden gültig ist. 

Der Pass kann über eine App, ein physisches Formular oder eine IVR-Hotline (Interactive Voice Response) Hotline beantragt werden. Ebenfalls wird es eine Bewegungserlaubnis für Familienmitglieder und Kinder geben.

Das Gesundheitsministerium hat betont, dass die Genehmigung nicht für das Bildungssystem, Arbeitsplätze, Straßengeschäfte, öffentliche Verkehrsmittel oder Gotteshäusern verwendet werden kann. Ebenfalls wird noch entschieden, ob der grüne Pass den Zugang zu Restaurants, Cafés, Einkaufszentren, Hotels, Fitnessstudios oder Pools ermöglichen wird.
 

8.30 Uhr
Larry King mit Covid-19 hospitalisiert 
Larry King, der prominente US-Radio- und Fernsehmoderator, und Sohn orthodox-jüdischer Einwanderer, ist seit über einer Woche mit einer Covid-19 Infektion im Krankenhaus.

Die Website «Roger Friedmans Showbiz 411» berichtete am Freitag zuerst über die Neuigkeiten, und CNN bestätigte diese am Samstag durch ein Gespräch mit einer anonymen Quelle die Kings Familie nahesteht. (showbiz411)

King, welcher für die Moderation von Radio-Talkshows und für seine 25-jährige Karriere als Talkshow-Host von «Larry King Live» auf CNN bekannt ist, hat mehrere Herzinfarkte, eine Angina und Lungenkrebs überlebt. Seine drei Söhne und weitere Familienmitglieder dürfen ihn nicht im Cedars Sinai Medical Center in Los Angeles besuchen.

King wurde als Lawrence Zeiger geboren und wuchs in einer jüdischen Familie in Brooklyn auf.

FREITAG, 01. Januar 2021 

13.05 Uhr
WHO genehmigt Notfallzulassung 
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) genehmigte am Donnerstag die Notfallzulassung für den von Pfizer und BioNTech entwickelten Covid-19 Impfstoff. Der Schritt soll es weiteren Ländern ermöglichen, ihre eigenen Zulassungen für den Import und die Ausgabe des Impfstoffs zu beschleunigen.

Laut einer Erklärung der WHO ergab die Überprüfung, dass der Impfstoff die festgelegten Kriterien für Sicherheit und Wirksamkeit erfüllt und dass die Vorteile der Verwendung des Impfstoffs zur Bekämpfung von Covid-19 potenzielle Risiken ausgleichen.

Bisher haben rund 950.000 Israelis die erste von zwei Dosen des Impfstoffs erhalten. 153.430 davon wurden alleine am Donnerstag verabreicht, wie das Gesundheitsministerium am Freitagmorgen mitteilte. 

MITTWOCH, 30. Dezember 2020 

8.00 Uhr
Höhere Sterberate unter Orthodoxen 
In Israel, sowie in den Vereinigten Staaten, wurden die orthodoxen Haredi-Gemeinden schwer von dem Coronavirus getroffen.

Neue Daten des israelischen Gesundheitsministeriums zeigen, dass etwa einer von 132 Haredi oder ultraorthodoxen Erwachsenen in Israel, über dem Alter von 65 Jahren, an dem Coronavirus gestorben ist. Dies im Vergleich mit der Gesamtbevölkerung, wo ca. einer von 475 Erwachsenen über dem Alter von 65 Jahren an dem Virus starb. Somit ist die Zahl der Todesopfer unter orthodoxen Erwachsenen über 65 Jahren, 3,6-mal so hoch wie die der israelischen Gesamtbevölkerung.

Haredi-Familien in Israel leben oft mit der gesamten Familie in engen Verhältnissen, sodass sich das Virus leicht unter Familienmitgliedern ausbreiten kann. Der starke gemeinschaftliche Charakter der Gemeinden, hat sie besonders anfällig für das Virus gemacht, ebenso wie der anhaltende Widerstand gegen die Abstandsregeln und Restriktionen. Auch während den Lockdowns in Israel, haben sich manche Haredim weiterhin zu großen Hochzeiten, Beerdigungen und anderen Versammlungen getroffen.

Jetzt sind die Haredim jedoch bereit sich in Schaaren impfen zu lassen. «Die Resonanz war überwältigend», sagte ein mit dem Haredi-Sektor vertrauter Arzt gegenüber Israel Hayom. In Städten mit grossen orthodoxen Gemeinden seien die Warteschlangen für den Impfstoff besonders lang.

Auch in den USA besteht in orthodoxen Gemeinden ein starkes Interesse an dem Coronavirus-Impfstoff. ParCare, eine orthodoxe Gesundheitsklinik mit Standorten in Brooklyn, Manhattan und Orange County, wird derzeit vom Generalstaatsanwalt des Staates New York wegen der Verabreichung von Impfstoffen an die breite Öffentlichkeit untersucht. Momentan dürfen in den Staaten bloss Risikogruppen und medizinisches Personal geimpft werden. 

 

DIENSTAG, 29. Dezember 2020 

14.00 Uhr
Fortschritt der Impfkampagne
Laut Statistiken des israelischen Gesundheitsministeriums haben bis heute mindestens 100.000 Israeli unter 60 Jahren den Coronavirus-Impfstoff erhalten, darunter 12 Kinder im Alter von null bis 12 Jahren.

Der Datensatz über die Impfungen enthielt Informationen über 424.000 geimpfte. Demnach, waren 1.751 der Empfänger 10 bis 19 Jahre alt, 12.641 20 bis 29 Jahre alt, 22.214 30 bis 39 Jahre alt und 31.743 40 bis 49 Jahre alt. 38.123 Personen im Alter von 50 bis 59 erhielten ebenfalls den Impfstoff. Die Daten wurden von den Gesundheitsorganisationen Maccabi und Meuhedet Leumit veröffentlicht.

Alleine am Montag erhielten 115.000 Israelis den Impfstoff. Seit Beginn der Kampagne wurden bereits mehr als 650.000 Israelis geimpft.

 

MONTAG, 28. Dezember 2020 

9.00 Uhr
Orthodoxe Klinken unter Verdacht 
Ein Netzwerk von Gesundheitskliniken, die einem chassidischen Mann gehören und als Anlaufstelle einer Reihe von chassidischen Gemeinden in Brooklyn und upstate New York dienen, wird derzeit verdächtigt, Mitgliedern der Öffentlichkeit bereits den Covid-19 Impfstoff verabreicht zu haben.

Der Gesundheitskommissar des Staates New York, Howard Zucker, kündigte am Samstag die Untersuchung des ParCare Community Health Networks an. Zucker erklärte, dass die Kliniken den Impfstoff möglicherweise unrechtmässig erhalten, und den Mitgliedern der Öffentlichkeit entgegen dem Impfplan des Staates verabreicht hätten.

Derzeit sollen im Bundesstaat New York nur bestimmte Mitarbeiter des Gesundheitswesens, sowie Bewohner und Mitarbeiter von Pflegeheimen geimpft werden.

BoroPark24, ein jiddischer Nachrichtendienst, berichtete am 21. Dezember, dass ParCare 3.500 Dosen des von Moderna hergestellten Impfstoffs erhalten habe und vorhätte, 500 Menschen an diesem Tag zu impfen. Der CEO des Netzwerks, Gary Schlesinger, behauptete gegenüber BoroPark24, dass ParCare die Erlaubnis zur Impfung von Patienten erhalten habe und dass zunächst nur Personen über 60 oder mit schweren Erkrankungen geimpft werden würden. Am nächsten Tag twitterte er jedoch ein Bild davon, wie er selbst den Impfstoff erhält.

ParCare betreibt sechs Kliniken, darunter in Williamsburg, Borough Park und Bensonhurst in Brooklyn, sowie in Monroe, New York und die Stadt in Orange County, die das Satmar-Dorf Kiryas Joel umfasst. Diese Orte zogen gerade zu Beginn der Pandemie viel Aufmerksamkeit auf sich, weil viele Menschen keine Masken trugen und große Veranstaltungen, wie Hochzeiten, entgegen der staatlichen Restriktionen abhielten.

Am Freitag twittere die Klinik ein Bild eines führenden Rabbiners, Hershel Schachter, der sich impfen ließ, mit der Unterschrift «Fertig bei @ParCare». 

FREITAG, 25. Dezember 2020 

9.05 Uhr
Neues Infektionshoch
Am Donnerstag stieg die Zahl der Neuinfektionen in Israel, seit der letzten Bilanz des Gesundheitsministeriums am Mittwochabend, um 4.480 fälle. Dies ist der größte tägliche Anstieg seit dem 6. Oktober. Zwanzig weitere Menschen sind verstorben, womit die Zahl der Todesopfer auf 3.170 steigt. 526 Patienten befinden sich in einem kritischen Zustand, 122 von ihnen müssen beatmet werden.

Laut Gesundheitsminister Edelstein, haben bisher knapp 210.000 Menschen in Israel den Covid-19-Impfstoff erhalten, und er erwartet, dass die Impfrate in den kommenden Tagen steigen wird. Allein am Donnerstag seien über 74.000 Menschen geimpft worden. Der Impfstoff steht derzeit medizinischem Personal und Personen über 60 Jahren zur Verfügung.

DONNERSTAG, 24. Dezember 2020 

9.20 Uhr
Der letzte Lockdown 
Israel hat angekündigt, dass das Land ab diesem Sonntag um 17.00, in einen zweiwöchigen Lockdown gehen wird. Ministerpräsident Netanjahu und Verteidigungsminister Gantz einigten sich in einem gestrigen Telefongespräch auf die neuen Massnahmen. Sollten die Infektionszahlen sich nicht genügend Senken lassen, könne der Lockdown verlängert werden. 

Laut den neuen Restriktionen werden Personen sich erneut nicht mehr als einen Kilometer von ihrem Zuhause entfernen dürfen, und ebenfalls keinen weiteren Haushalt Zuhause besuchen. Es wird erwartet, dass der gesamte Einzelhandel mit Ausnahme von Lieferdiensten eingestellt wird und die «Tourismusinseln» von Eilat und des Toten Meeres geschlossen werden.

Israels Coronavirus-Beauftragter Nachman Ash sagte, Zwei Wochen seien nicht ausreichend und die Öffentlichkeit sollte sich auf einen längeren Lockdown vorbereiten. «Wir wollten schon länger eine Verschärfung der Restriktionen», sagte Ash während eines Interviews mit dem öffentlichen Radio Kan. «Wir haben dies der Regierung frühzeitig Vorgeschlagen, als wir dachten, dass leichte Einschränkungen helfen könnten. Aufgrund verschiedener wirtschaftlicher und sozialer Überlegungen, entschied die Regierung sich dazu zu warten. Nun haben wir einen Punkt erreicht, an dem es keine andere Wahl als einen Lockdown gibt.»

Ash schätzt, dass angesichts der Einführung des Impfstoffs, dies Israels letzter Lockdown sein wird: «Wir alle haben die Lockdowns satt, und ich hoffe, dass wir nun das Licht am Ende des Tunnels und den Weg aus dieser Pandemie vor uns sehen.»

 

MITTWOCH, 23. Dezember 2020 

17.05 Uhr
Quarantäne für Einreisende nach Israel 
Wie das Israelische Gesundheitsministerium am Nachmittag bekannt gab, werden alle in Israel ankommenden Personen, unabhängig von ihrem Abreiseland sich entweder in einem offiziellen Quarantänehotel oder Zuhause Isolieren müssen. 

Ob man sich zu Hause oder in einem der Hotels Isolieren muss, wird am Flughafen von einem dafür zuständigen Komitee entschieden. Das Komitee wird für bestimmte Personen, einschließlich Senioren, unbegleitete Minderjährige, Hochschwangere und Personen, die eine besondere medizinische Versorgung benötigen, sogenannte «humanitäre Ausnahmen» zulassen.

Laut Gesundheitsminister Yuli Edelstein, seien am Mittwoch vier Personen in Israel positiv auf die neue Mutation des Coronavirus getestet worden. Drei der vier waren kürzlich aus dem Vereinigten Königreich eingereist. Bei der der vierten Person handelt es sich um einen Israeli, der nicht im Ausland gewesen war.
 

8.45 Uhr
Brandstiftung in Testzentren 
Ein Covid-19 Testzentrum in Bnei Brak, einer überwiegend haredi-orthodoxen Stadt in Israel, wurde am Montagabend laut «The Jerusalem Post» von Extremisten in Brand gesteckt. Bei dem Angriff wurde niemand verletzt. (jpost)

Das Testzentrum wird von «Hatzalah», dem jüdischen Krankenwagenkorps geführt, und ausschließlich mit Hilfe von Spenden betrieben. Eli Beer, der CEO von «Hatzalah» in Israel, hatte sich Anfang dieses Jahres mit Covid-19 angesteckt.

«Die Tatsache, dass Menschen sich nicht testen lassen wollen, ist absurd», sagte Beer. «Als jemand, der aufgrund des Virus schwer erkrankte, kann ich nicht genug betonen wie wichtig es ist, dass wir alle unseren Beitrag zur Bekämpfung leisten.»

Der Angriff auf das Zentrum findet inmitten von Spannungen zwischen einigen Teilen der orthodoxen Haredi-Gemeinde und der Regierung statt, die aufgrund der Aussicht auf einem neuen Lockdown im Land erneut ausgebrochen sind.  

Es fällt auch ein deutlicher Hoffnungsschimmer für eine postpandemische Zukunft, da Israel diese Woche begonnen hat, seine ältere Bevölkerung zu impfen. Eine Reihe von orthodoxen Führern gehörten zu denen die fotografiert wurden, als sie die Impfung erhielten, um das Vertrauen der Öffentlichkeit in den Impfstoff zu stärken.

Es ist «kein Geheimnis, dass es in der Stadt eine Gruppe von Menschen gibt, die sich dem Testen widersetzen», sagte Effi Feldman, Leiter des Bnei Brak-Zweiges von Hatzalah, in einer Erklärung. Feldman sagte, dass sie das Testen wieder aufnehmen werden, sobald sie die im Feuer beschädigten Geräte ersetzen können.

DIENSTAG, 22. Dezember 2020 

9.18 Uhr
Dritter Lockdown in Aussicht 
In einem Interview mit «Army Radio» sagte Coronavirus-Beauftragter Nachman Ash, dass sofort Maßnahmen ergriffen werden müssen, um zu verhindern, dass die Zahl der Neuinfektion weiter ansteigt. Alleine am Sonntag wurden ca. 3.500 Fälle im Land registriert.

«Ich glaube, die Entscheidung wird heute oder spätestens morgen getroffen werden. Wir diskutieren sie jeden Tag», sagte Ash. «Es besteht Unsicherheit darüber, welche Schritte zu unternehmen sind, und ob wir die Empfehlung für eine Verschärfung einzelner Massnahmen annehmen oder uns für etwas Schwerwiegenderes, wie einen Lockdown entscheiden. Ein Lockdown ist angesichts der steigenden Zahlen und der vorhandenen Entscheidungsschwierigkeiten definitiv eine Option. Es könnte sogar momentan der beste Schritt sein.»

Die Länge des Lockdowns würde laut Ash von der Strenge der Restriktionen abhängen. «Wenn wir strengere Beschränkungen einhalten, wird es fünf Wochen dauern um die Anzahl der Fälle signifikant zu senken. Ein vollständiger Lockdown würde weniger Zeit in Anspruch nehmen - ich schätze, dass eine solcher Lockdown ab heute etwa drei Wochen dauern würde.»

Obwohl ultraorthodoxe Gemeinden während den ersten beiden Wellen eine höhere Inzidenz an Infektionen und Todesfällen im Vergleich mit der Gesamtbevölkerung aufwiesen, verfügen die Gemeinden seit ca. Sechs Wochen über die niedrigste Morbiditätsrate im Land.  

Lange blieben Städte mit vielen Haredim «grün», was einige glauben liess, dass die Gemeinden nicht nur die Abstands- und Hygienereglen einhalten, sondern ebenfalls ein gewisses Maß an Herdenimmunität erreicht hätten.

Aber dies änderte sich schnell. In den Hardi Stadtteilen in Jerusalem, in denen die durchschnittliche Anzahl an Neuinfektionen 20 betrug, gibt es jetzt fast 200 pro Tag. Die wöchentliche Rate positiver Testergebnisse in diesen Stadtteilen lag vor drei Wochen noch bei rund 3 Prozent, nun hat sie 12 Prozent erreicht. 

Moshe Morgenstern, der das Gesundheitsportfolio für die Gemeinde in Bnei Brak führt, sagte, dass die neue Welle vermutlich viel schlimmer sein wird als die beiden Vorherigen. «Der Infektionskoeffizient beträgt hier zwei. Das hatten wir in den beiden vorherigen Wellen nie. Wenn das so weitergeht, werden wir in ein paar Tagen eine enorme Anzahl kranker Menschen hier haben.»

MONTAG, 21. Dezember 2020 

18.25 Uhr
Israel: Reiseverbot und Quarantäneunterkünfte 
Aufgrund des stetigen Anstiegs der Neuinfektionen und der Entdeckung einer neuen Mutation des Virus in England, hat Israel sich dazu entschlossen seine Grenzen zu schliessen und keine Touristen mehr in das Land zu lassen. 

Darüber hinaus müssen Israelis, die nach Hause zurückkehren, sich mindestens 10 Tage lang in offiziellen Quarantänehotels Isolieren. Die neuen Anforderungen kommen inmitten von Protesten von Israelischen und nicht-Israelischen Reisenden, gegen die Bedingungen in den Unterkünften. Israelische Medien berichteten, dass ein Mann welcher sich in einem der Hotels isolieren musste, am Montag Selbstmord beging (jpost).

Laut britischen Behörden sei die neue Mutation des Virus, welche in Südengland entdeckt wurde, bis zu 70% ansteckender als die bisherige Variante. Israel ist bei weitem nicht das einzige Land, dass als Reaktion auf die Neuigkeiten die Reisefreiheit für Reisende aus dem Vereinigten Königreich eingeschränkt hat.

Israel hat derzeit insgesamt über 23.000 Covid-19-Fälle, und die Zahlen im Westjordanland und im Gazastreifen steigen ebenfalls.

Dieses Wochenende hat die Impfkampagne in Israel begonnen. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erhielt als erster Israeli am Samstag den Impfstoff, und am Sonntag wurden 10.000 medizinische Mitarbeiter geimpft. In einer Umfrage gaben lediglich 40% der Israelis an, dass sie sich Impfen lassen würden, sobald ein Impfstoff zur Verfügung stünde. Dies lässt einige befürchten, dass das Land einen langen Weg bis zur Herdenimmunität vor sich hat. 
 

8.50 Uhr
Beginn der Impfkampagne 
Heute beginnt Israels Covid-19-Impfkampagne. Rund 170.000 Israelis haben bereits einen Termin für den Erhalt des Impfstoffes vereinbart, während andere dies versuchten, jedoch aufgrund der hohen Nachfrage nicht mehr bei den zuständigen Hotlines durchkamen.

Obwohl heute die Impfkampagne für die breite Öffentlichkeit beginnt, wurde am Sonntag bereits damit begonnen medizinisches Personal zu Impfen.

Professor Ehud Davidson, CEO des Clalit HMO, sagte, Clalit habe am Sonntag 1.300 Menschen geimpft und Termine für rund 90.000 Menschen vereinbart. Ran Saar, CEO von Maccabi, sagte, sein HMO habe Termine für 50.000 Personen verabredet.

Sigal Rosenberg, CEO von Meuhedet, sagte, ihr HMO habe 23.000 Termine geplant. Sie sagte, dass sie in der Lage sein werden, diese Woche 4.000 Menschen pro Tag und ab nächster Woche 10.000 Menschen pro Tag zu impfen. Haim Fernandes, CEO von Leumit, sagte, seine HMO habe am Sonntag Hunderte von Menschen geimpft, und die Nachfrage nach Terminen habe bereits ihre Kapazitäten überschritten. 

Das Gesundheitsministerium hat versprochen, dass es nicht zu einem Engpass des Impfstoffes kommen wird. Der Generaldirektor des Ministeriums, Chezy Levy, sagte, dass die HMOs informiert werden, falls sich dies ändert, aber bis dahin weiterhin so viele Termine wie möglich vereinbaren sollen.

 

DONNERSTAG, 17. Dezember 2020 

14.00 Uhr
Impfskepsis in Israel 
Während Jerusalem sich auf die in den nächsten Wochen geplante nationale Covid-19-Impfkampagne vorbereitet, setzen sich israelische Gesundheitsbeamte damit auseinander, wie eine weitgehend skeptische Bevölkerung davon überzeugt werden kann sich impfen zu lassen. Besonders die rasche Entwicklung des Impfstoffes löst bei vielen Bedenken hinsichtlich möglicher Nebenwirkungen aus.

Israel hat bereits Millionen von Einheiten des Impfstoffs von Pfizer und Biontech bestellt, welcher im Rekordtempo von einem Jahr – im Vergleich zu den üblichen Zehn Jahren -entwickelt wurde.  Während klinische Tests am Menschen gezeigt haben, dass der Impfstoff zu über 90% wirksam ist und dieser bereits in den USA und im Vereinigten Königreich verabreicht wird, äussern viele vorbehalte gegenüber des schnellen Entwicklungsverfahrens. 

In einer Umfrage, die im vergangenen Monat vom Israel Democracy Institute, einem Jerusalemer Think Tank, veröffentlicht wurde, gaben nur rund 40% der befragten Israelis an, dass sie bei den ersten Verabreichungen der Impfung teilnehmen würden. Mehr als die Hälfte würden dies nicht tun. Nur 21% der Bevölkerung gaben an sich ganz sicher mit Unter den Ersten impfen lassen zu wollen, weitere 18,7% gaben an, dass sie sich wahrscheinlich unter den Ersten impfen lassen würden. Ebenfalls wurde festgestellt, dass arabische Israelis und Frauen sich mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit als ihre jüdischen und männlichen Kollegen Impfen lassen würden.

Die meisten Israelis vertrauen dem Impfstoff jedoch. Dr. Or Anabi, einer der Forscher hinter der Umfrage des Israel Democracy Institute, sagte, dass die Skepsis der Bevölkerung gegenüber dem Impfstoff auf verständlichen Bedenken beruht. «Die Menschen befürchten, dass wir möglicherweise nicht alles über die Langzeiteffekte wissen, weil der Impfstoff nicht so lange getestet wurde wie andere Impfstoffe, die in der Vergangenheit entwickelt wurden", erklärte Anabi.

Solche Bedenken sind nicht auf Israel beschränkt. Während die Amerikaner eine zunehmende Impfbereitschaft zeigen, besteht in einigen europäischen Ländern nach wie vor erhebliche Skepsis.

MITTWOCH, 16. Dezember 2020 

9.40 Uhr
Zugunsten der Religionsfreiheit 
Zum zweiten Mal in drei Wochen entschied der Oberste Gerichtshof der USA, dass die Regierungen der Bundesstaaten religiöse Versammlungen aufgrund der Pandemie nicht strenger einschränken dürfen als säkulare.

Aufgrund einer Berufung, welche von einem Priester aus New Jersey und einem orthodoxen Rabbiner eingelegt wurde, entschied der Oberste Gerichtshof ein Berufungsgericht müsse überprüfen ob es sich bei Restriktionen in New Jersey um religiöse Diskriminierung handele. Der Gouverneur Phil Murphy hatte Restriktionen erlassen, welche religiöse Versammlungen auf 150 Personen beschränkten oder nur eine 25 prozentige Auslastung der Raumkapazität erlaubten. Das Gericht ordnete eine ähnliche Anfechtung der Restriktionen in Colorado an.

Die Anordnung kommt nur wenige Wochen nachdem das Gericht die Restriktionen in New York, welche religiöse Versammlungen in Gebieten mit steigenden Infektionszahlen einschränken sollten, blockiert hatte. 

DIENSTAG, 15. Dezember 2020 

9.10 Uhr
Religiöser Pluralismus unter Covid-19 
Covid-19 hat jeden Aspekt des Lebens in Israel negativ beeinflusst. Auch die Religionsfreiheit, wie eine jährliche Umfrage die die 24 größten Städte Israels nach ihrer religiösen Toleranz einstuft, herausfand.
Zum ersten Mal teilte Herzliya sich den ersten Platz im Index mit Tel Aviv, welches 2019 bereits den ersten Platz belegte. Modi'in folgte in diesem Jahr direkt hinter Tel Aviv.

Die von «Israel Hofsheet» erstellte Umfrage, Stuft die Städte jährlich anhand von Zehn Kriterien ein. Diese beinhalten unter Anderem die Verfügbarkeit öffentlicher Verkehrsmittel am Schabbat, Geschlechtertrennung, zivile Bestattungen und die Gleichbehandlung von LGBTQ* Individuen. 

Insgesamt scheint die Pandemie sich nach den Ergebnissen der Umfrage negativ auf die Religionsfreiheit ausgewirkt zu haben. Im Jahr 2019 erhielt die Stadt mit der höchsten Punktzahl 77 von 100 möglichen Punkten. Dieses Jahr belegen Herzliya und Tel Aviv den ersten Platz mit nur 71 Punkten. Die durchschnittliche Punktzahl für Religionsfreiheit betrug lediglich 42,7.

Covid-19 und die mit der Pandemie einhergehenden Restriktionen wirkten sich in einer Reihe von Bereichen auf die Umfrage aus. Im Jahr 2020 wurden keine Pride-Paraden abgehalten, und die meisten neu eröffneten öffentlichen Verkehrssysteme, die einige Gemeinden am Schabbat zur Verfügung stellen wollten, wurden aus Angst vor der Verbreitung des Coronavirus geschlossen. Restriktionen in Bezug auf Gottesdienste wurden durchgesetzt und die Eröffnung von Schulen und Jeschiwas in ultraorthodoxen Gemeinden trotz staatlicher Vorschriften, wurden stark diskutiert.

Zum ersten Mal in diesem Jahr umfasste die Umfrage die Anerkennung der standesamtlichen Eheschließung als Kriterium, nachdem einige Gemeinden ihre öffentlichen Parks und weitere Orte für Hochzeiten benutzten, die vom staatlich finanzierten Oberrabbinat nicht anerkannt werden.

MONTAG, 14. Dezember 2020 

13.10 Uhr
60 Prozent bis März geimpft
Laut dem israelischen Coronavirus-Beauftragtem Professor Nachman Ash, werden die gelten Restriktionen aufgehoben und das Leben sich wieder der Normalität annähern, wenn ca. 60 Prozent der Bevölkerung Israels geimpft wurde.  Laut seinen Schätzungen könnte dieses Ziel bis März oder April 2021 erreicht sein.

Während Israel sich darauf vorbereitet nächste Woche mit den ersten Impfungen in Krankenhäusern und Kliniken zu Beginnen, steigen die Infektionszahlen weiterhin und Daten deuten darauf hin, dass das Land momentan einen erneuten Ausbruch erlebt. 

Das Gesundheitsministerium gab am Montag bekannt, dass bisher 3.003 Menschen an Covid-19 gestorben sind. Die Zahl der aktiven Fälle liegt momentan bei 17.691. Von diesen befinden sich 383 in einem kritischen Zustand und 100 Patienten müssen beatmet werden. Alleine am Sonntag wurden 1.710 neue Fälle diagnostiziert.

Professor Ash zitierte Zahlen eines Regierungsberichtes, welcher prognostiziert, dass die Zahl der täglichen Neuinfektionen im Land bis Ende des Montas auf 2.500 steigen könnte.  

DONNERSTAG, 10. Dezember 2020 

13.00 Uhr
Restriktionen über Chanukka
Die israelische Regierung trifft sich heute um über mögliche Restriktionen und Einschränkung der Bewegungsfreiheit über die Chanukka-Feiertage abzustimmen. Ein vorhergegangener Vorschlag eine nächtliche Ausgangsperre zu verhängen wurde zuvor abgelehnt.  

Gemäß dem Vorschlag, über den die Minister abstimmen, wäre es Israelis in Städten mit jüdischer Mehrheit verboten, sich gegenseitig zuhause zu besuchen und Geschäfte müssten zwischen 17.30 Uhr und Mitternacht schliessen. Supermärkte und Apotheken, sollen geöffnet bleiben.

Der Vorschlag verbietet auch Versammlungen im Freien mit mehr als 10 Personen und treffen in Innenräumen, dürfen nur noch innerhalb der Kernfamilie stattfinden. Laut Ministerpräsident Benjamin Netanjahu werden sie Restriktionen nicht am Donnerstag beginnen. Bis jetzt ist noch unklar wann sie Inkrafttreten sollen.  

Beamte des Gesundheitsministeriums unterstützten die vom Kabinett diskutierten Massnahmen, forderten jedoch ein noch strengeres Vorgehen. 
 

9.10 Uhr
De Blasio droht Satmar-Gemeinde 
Nachdem New Yorker Medien weiterichend über die Beisetzungsfeier mit mindestens 16'000 Teilnehmern für den prominenten Satmar-Rabbiner Yisroel Chaim Menashe Friedman in Williamsburg/Brooklyn berichtigt hatten, fühlte sich Bürgermeister Bill de Blasio am Mittwoch zu einer dramatischen Erklärung genötigt: sollte eine weitere Veranstaltung dieser Art stattfinden, werde die Stadt die Synagoge «ein für alle Male schliessen» (Link). Artikel in voller Länge: (tachles).

MITTWOCH, 09. Dezember 2020 

7.30 Uhr
Menschenmenge bei Satmar-Beisetzung 
Auch in New York City nehmen Covid-Infektionen seit Wochen zu. Dennoch kamen Montagnachmittag laut Presseberichten tausende Mitglieder der Satmar-Sekte an der grossen «Satmar Bais Medrash»-Synagoge in Williamsburg zusammen, um von Rabbiner Yisroel Chaim Menashe Friedman Abschied zu nehmen. Artikel in voller Länge: (tachles)

MONTAG, 07. Dezember 2020 

13.05 Uhr
Kontaktverfolgung in Israel 
Das Programm der israelischen Verteidigungskräfte, «Alon Command», welches dem Ausfindigmachen und Unterbrechen von Infektionsketten dient, ist bisher nur imstande 50% der Infektionsquellen bestätigter Fälle aufzuspüren. 
«Zehn Monate nach Beginn der [Coronavirus-Krise] und drei Monate nach Inbetriebnahme des Alon-Kommandos, haben wir in Israel keine Ahnung wo Covid-19-Infektionen stattfinden. Dies erschwert massgeblich die Festlegung einer gut durchdachten Politik», heiß es in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht der Kabinettexperten.
Das Kontaktverfolgungsprogramm umfasst 3.000 Ermittler, darunter Mitarbeiter lokaler Regierungen, Soldaten und Mitarbeiter des Gesundheitsministeriums. Das Programm verfügt über Computer- und Berichtssysteme, eine Infrastruktur für den Transport von Blutproben und Kapazitäten um ca.100.000 Covid-19-Tests am Tag durchzuführen.
Trotz der Kritik der Kabinettexperten ist das Alon-Kommando der Ansicht, dass das Programm eine zentrale Rolle in der Impfkampagne spielen sollte, welche voraussichtlich in diesem Monat beginnen wird. Es wurden diesbezüglich bereits Gespräche mit dem Gesundheitsministerium, dem Nationalen Sicherheitsrat und den HMOs geführt.

FREITAG, 04. Dezember 2020 

17.15 Uhr
Steigende Infektionszahlen 
Am Donnerstag wurden in Israel 1.423 Neuinfektionen diagnostiziert, was die Gesamtzahl der aktiven Fälle auf 11.761 erhöht. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums fielen 2,3 Prozent der durchgeführten Tests positiv aus, was einen leichten Anstieg gegenüber 2,2 Prozent am Mittwoch und 1,9 am Dienstag bedeutet.

537 Patienten befinden sich derzeit im Krankenhaus. 287 von ihnen befinden sich in einem kritischen Zustand und 101 müssen beatmet werden. Seid Beginn der Pandemie, sind 2.891 Menschen an Covid-19 verstorben.

Israels Coronavirus-Informationszentrum sprach sich in seinem täglichen Bericht gegen weitere Lockerungen aus, und schlug sogar vor, einige der gelockerten Maßnahmen wieder strikter einzuführen. 

In dem Bericht heißt es ebenfalls, dass momentan bereits ein eintägiger Lockdown nötig wäre, um den Anstieg der letzten zwei Tage rückgängig zu machen.
 

14.05 Uhr
Synagogen in Genf wieder geöffnet
Wie die Israelitische Gemeinde Genf (ICG) bekannt gab, werden die Synagogen in Genf ab heute, den 4. Dezember, ihre Türen wieder öffnen können. 

In ihrem Schreiben hielt die Gemeinde ihre Mitglieder dazu an, bei einem geplanten Besuch in der Synagoge die Hygiene und Abstandsregeln weiterhin einzuhalten. Hierzu gehört ebenfalls das ununterbrochene Tragen einer Mund- und Nasenbedeckung auf dem Gelände. 

Einige Aktivitäten des Gemeindezentrums der «Jüdischen Jugend Genf» (CCJJ), werden vor Ort abgehalten werden. Dort wo möglich, sollen sie online stattfinden. 

 

DONNERSTAG, 03. Dezember 2020 

14.30 Uhr
Kinder und Schwangere zuletzt 
Sobald der Impfstoff in Israel verfügbar ist, werden wohl Kinder, schwangere Frauen und Coronavirus-Patienten zuletzt gegen Covid-19 geimpft, wie der zuständige Ausschuss heute bekannt gab.

In erster Linie liegt dies daran, dass diese Gruppen bisher noch nicht in die klinischen Studien zu Covid-19-Impfstoffen einbezogen wurden, obwohl dies noch später geschehen soll. 
Israel wird voraussichtlich im Januar seine ersten 200.000 Einheiten erhalten, vorausgesetzt, ein Impfstoff wird von der US-amerikanischen «Food and Drug Administration» (FDA) zugelassen. Momentan befindet sich die FDA in der Endphase der Zulassung zweier Impfstoffe von Pfizer und Moderna. 

Selbst wenn die FDA die Impfstoffe genehmigt, werden die israelischen Aufsichtsbehörden sie noch für die Verwendung in Israel freigeben müssen. Während dieses Prozesses wird die Abteilung für Medizintechnik, Information und Forschung des Gesundheitsministeriums die vollständigen Ergebnisse der noch nicht veröffentlichten klinischen Studien prüfen. 

Die Regierung hat ebenfalls begonnen, Mechanismen zur Überwachung des Impfprozesses einzurichten, einschließlich der Einrichtung eines nationalen Coronavirus-Registers und einer Sonderbehörde, die vom Ministerium und dem Israelischen Zentrum für die Kontrolle von Krankheiten, gemeinsam betrieben wird. 

Laut einem Vorschlag des Gremiums, dass über den Ablauf des Impfprozesses entscheidet, sollen als erstes Personen im Alter von 80 Jahren oder älter, medizinisches Personal, welches dem Virus oft ausgesetzt ist, und weitere Risikogruppen, geimpft werden. 

Dr. Tal Brosh, Leiter der Abteilung für Infektionskrankheiten im Assuta-Krankenhaus in Aschdod, sagte «Niemand weiß genau, was passieren wird - wie viele Einheiten, wann ankommen werden. Wenn im Januar 50.000 Einheiten eintreffen, ist die Impfung von 50.000 älteren Menschen bedeutungslos. Auf jeden Fall werden die ersten Einheiten, selbst wenn es 200.000 sind, die Pandemie in Israel nicht wesentlich beeinflussen.»
    

9.35 Uhr
Wiedereröffnung in Lausanne
Nachdem die Hauptsynagoge in Lausanne aufgrund der Coronavirus-Pandemie ihre Tore schliessen musste, wird diese nun erneut Mitglieder ihrer Gemeinde in Empfang nehmen dürfen. 

Die Hauptsynagoge in Lausanne, wird ihre morgendlichen Gottesdienste wieder zu den gewohnten Zeiten abhalten können. Teilnehmende werden jedoch gebeten für den Gottesdienst am Schabbat Morgen, sich per E-Mail anzumelden. Die Kapazitätsgrenze der Synagoge liegt bei 30 Personen, was einer Aufteilung von 20 Männern und 10 Frauen entspricht. Die Daten aller Teilnehmer werden gesammelt, und diese sollen im Falle einer Infektion benachrichtigt werden. 

Aufgrund der hohen Nachfrage und begrenzten Teilnehmeranzahl, werden nun voraussichtlich zwei Gottesdienste abgehalten. Der Erste von 8.00 – 10.00 und der Zweite von 10.15 – 12.15. Zwischen den Gottesdiensten sollen die Räume gelüftet werden. Alle Teilnehmenden werden gebeten sich in der Synagoge an die vorgeschriebenen Hygiene- und Abstandsregeln zu halten. 

MITTWOCH, 02. Dezember 2020 

8.55 Uhr
Am Anfang der Dritten Welle 
Die Leiterin des öffentlichen Gesundheitswesens des Gesundheitsministeriums, Dr. Sharon Alroy-Preis, warnte vor den steigenden Infektionsraten in Israel und betonte, dass «wir bereits wissen, dass dies der Beginn einer dritten Welle ist». 

«Heute haben wir zum ersten Mal seit über einem Monat die Schwelle von 1200 bestätigten Fällen pro Tag überschritten», sagte Alroy-Preis, «in 90 Orten in Israel verschlechtert sich die Situation stetig.»

Coronavirus Czar Nachman Ash sagte am Dienstag, «Es gibt einen Anstieg der Infektionsraten, welcher mit der öffentlichen Meinung einhergeht, dass das Coronavirus verschwunden sei».  Die Rasche Wiedereröffnung der israelischen Wirtschaft hat das Gesundheitsministerium beunruhigt, ebenso wie die Fotos von Menschen, die sich vergangene Woche während der probeweisen Wiedereröffnung von Einkaufszentren, dicht aneinanderdrängten.

Die Anzahl der positiven Coronavirus-Tests hat zugenommen und liegt nun bei etwa 2,5 Prozent. Die nationale Infektionsrate steigt weiter an, und jeder Infizierte steckt im Durchschnitt 1,17 andere Menschen an. Somit hat die allgemeine Bevölkerung nun die Infektionsraten in den arabischen und ultraorthodoxen Gemeinschaften überholt. 

DIENSTAG, 01. Dezember 2020 

8.50 Uhr
Israels Impfstoff
Der Covid-19-Impfstoff des Israelischen Instituts für biologische Forschung in Nes Tziona, benötigt nur eine Dosis, und nicht zwei, wie die Impfungen von Moderna und Pfizer, wie der Generaldirektor des Zentrums am Montag gegenüber der Regierung bekannt gab.

Professor Shmuel Shapira sprach vor dem Wissenschafts- und Technologieausschuss der Knesset darüber, dass die dritte und letzte Phase der Tests am Menschen voraussichtlich im April beginnen wird und die Verteilung des Impfstoffs bereits im nächsten Sommer erfolgen könnte. Er fügte hinzu, dass bereits drei Millionen Einheiten des Impfstoffs hergestellt wurden und dass Israel die Kapazitäten besitzt, insgesamt 15 Millionen zu produzieren.

Ein Vorteil des Impfstoffes läge in seiner Sicherheit. Shapira sagte, die Freiwilligen in der Studie hätten «sehr geringe» Nebenwirkungen erlitten. Phase 2 der Studie könnte in einer Woche bis zu 10 Tagen beginnen. 

Ebenfalls habe der israelische Impfstoff «einen wissenschaftlichen Fuß fest auf dem Boden, denn, es ist kein neuer RNA-Impfstoff.» Er bezog sich auf die Tatsache, dass sowohl Pfizer- als auch Modernas Impfstoffe mit der Messenger-RNA arbeiten, eine Methode, die bisher noch nie für die Verwendung in Impfstoffen zugelassen wurde.

«Andere Unternehmen auf der Welt [die Impfstoffe entwickeln] sind nicht den Weg gegangen, den wir gegangen sind. Niemand sonst hat eine Sicherheitsakte wie unsere mit vier Tiermodellen eingereicht».

 

MONTAG, 30. November 2020

12.35 Uhr
Steigende Infektionsraten 
Laut Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, sei in Israel innerhalb der letzten Tage ein deutlicher Anstieg der Infektionsraten verzeichnet worden. Er warnte davor, dass der Exit aus dem Lockdown falls notwendig gestoppt, oder sogar wieder verschärft werden könnte. 

Auf der wöchentlichen Kabinettssitzung sagte Netanjahu, dass Israels Situation im Vergleich zu den anderen OECD-Ländern weiterhin gut sei. Er betonte jedoch, dass das Land seinen Vorsprung auch wieder verspielen könne, wenn nicht schnell reagiert und gehandelt werde. 

Das Gesundheitsministerium berichtete, dass von Samstag auf Sonntag 985 neue Coronavirus-Fälle diagnostiziert wurden. Derzeit sind landesweit 9.897 Fälle aktiv. 263 Patienten befinden sich in einem kritischen Zustand, und 114 von ihnen müssen beatmet werden. Seit Beginn der Pandemie sind 2.864 Menschen verstorben. 

 

FREITAG, 27. November 2020 

8.27 Uhr
Supreme Court schützt orthodoxe Synagogen 
Der Oberste Gerichtshof der USA blockierte die Durchsetzung staatlicher Beschränkungen für Gotteshäuser, die der New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo am Mittwoch verhängt hatte.

Das Gericht entschied zwei Fälle - einen von Agudath Israel, einer Dachorganisation, die haredi-orthodoxe Juden vertritt, und einen von der römisch-katholischen Diözese Brooklyn. Beide Kläger behaupteten, dass Beschränkungen für New Yorks «rote Zonen» mit hohen Infektionsraten, zu Unrecht gegen Gotteshäuser diskriminieren.

Die Entscheidung wurde mit einer Mehrheit von 5:4 getroffen, und war die erste, in der die im letzten Monat bestätigte Richterin Amy Coney Barrett, den Konservativen die Mehrheit gab. Die konservativen Richter liessen sich von dem Argument überzeugen, dass Restriktionen für religiöse Einrichtungen nicht strenger sein dürften als die für säkulare.

Die liberalen Richter argumentierten wiederrum, dass die Restriktionen keine religiöse Diskriminierung darstellen würden. Laut Richter John Roberts, sei es «eine erhebliche Entscheidung», Restriktionen aufzuheben, die die Öffentlichkeit während einer Pandemie schützen sollen.

«Dies ist ein historischer Sieg», sagte Rabbi Chaim Dovid Zwiebel, Executive Vice President von Agudath Israel. «Diese wegweisende Entscheidung wird sicherstellen, dass religiöse Praktiken und religiöse Einrichtungen vor Regierungsverordnungen geschützt werden, welche die Religion nicht mit dem in der Verfassung geforderten Respekt behandeln.»
 

DONNERSTAG, 26. November 2020 

8.05 Uhr
Infektionshoch im Westjordanland und Gaza 
Ministerpräsident Netanjahu forderte die Regierung dazu auf, zu überprüfen, ob Grenzübergänge mit palästinensischen Gebieten aufgrund der hohen Infektionsraten im Westjordanland und im Gazastreifen, geschlossen werden können. Über diese Übergänge kommen täglich etwa 60.000 palästinensische Arbeiter nach Israel.

Die Infektionsraten im Westjordanland sind in den letzten Wochen stark gestiegen. Um die Situation unter Kontrolle zu bringen, verhängte die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) von Freitag bis Sonntag in vereinzelten Regionen einen Lockdown, auf den eine zweiwöchige Ausgangssperre folgen soll. Die PA hatte versucht, einen Flächendeckenden Lockdown zu aufgrund Bedenken hinsichtlich der bereits angespannten Wirtschaftslage und der möglichen Verursachung einer Hungersnot, zu vermeiden.

Die Gesundheitsbehörden von Ramallah gaben an, dass von Montag bis Dienstag im Westjordanland (ohne Ostjerusalem) 1.126 Neuinfektionen diagnostiziert wurden. Die Rate der positiven Tests erreichte 17%.
 

DIENSTAG, 24. November 2020 

10.20 Uhr
«Ich fühle mich wie Sophie Scholl»
Eine junge Frau die gegen die Einschränkungen Aufgrund von Covid-19 in Deutschland protestierte, verglich sich in einer öffentlichen Rede mit Sophie Scholl, einer Deutschen Widerstandskämpferin, die in der Organisation «Weisse Rose» gegen den Nationalsozialismus kämpfte, und von den Nazis zum Tode verurteilt wurde.

Bei der Demonstration am Samstag, sagte die Frau, sie fühle sich «wie Sophie Scholl, weil ich hier seit Monaten im Widerstand aktiv bin, Reden halte, Demos besuche, Flyer verteile». «Ich bin 22 Jahre alt, genau wie Sophie Scholl, als sie dem Nationalsozialismus zum Opfer fiel». (youtube)

Am folgenden Tag twitterte Bundesaußenminister Heiko Maas, dass solche Vergleiche nicht akzeptabel seien. «Wer sich heute mit Sophie Scholl oder Anne Frank vergleicht, verhöhnt den Mut den es brauchte, Haltung gegen Nazis zu zeigen», schrieb er. «Das verharmlost den Holocaust und zeigt eine unerträgliche Geschichtsvergessenheit. Nichts verbindet Coronaproteste mit Widerstandskämpfer*Innen. Nichts!» (twitter)

Auch bei dem Protest wurde Kritik geäussert. Nachdem die junge Frau den Vergleicht zu Scholl gezogen hatte, unterbrach sie ein Ordner, der seine Weste auszog und sagte: «Für so einen Bullshit werde ich kein Ordner sein». 

 

    MONTAG, 23. November 2020 

11.45 Uhr
New York: Geheime Satmar-Hochzeit 
Wochen nachdem eine prominente Satmar-Hochzeit aufgrund der Pandemie öffentlich abgesagt worden war, veranstalteten Mitglieder der chassidisch-orthodoxen Sekte in Brooklyn jüngst eine weitere Hochzeit, an der Tausende von Menschen teilnahmen.

Wie die «New York Post» am Samstag berichtete, wurde die Hochzeit am 8. November bewusst im Geheimen arrangiert, um einer Entdeckung durch die Behörden zu entgehen. Die von der «Post» veröffentlichten Fotos zeigen die Kongregation Yetev Lev B’Satmar in Williamsburg, in einem dicht gepackten Gotteshaus, welches aufgrund der Restriktionen nur zu 50 Prozent hätte ausgelastet sein dürfen. (nypost)

Die vorherige Hochzeit für einen Enkel von Rabbi Zalman Teitelbaum, dem Anführer der Satmar-Fraktion in Williamsburg, wurde auf Familienmitglieder begrenzt, nachdem Gouverneur Andrew Cuomo eine formelle Gesundheitsanordnung erlassen hatte, um diese zu stoppen.

Für die Hochzeit eines Enkels von Rabbi Aaron Teitelbaum, dem Anführer einer Satmar-Fraktion mit Sitz in Kiryas Joel, einer Stadt im Bundesstaat New York, Orange County, wurden keine derartigen Ankündigungen gemacht. Alle Mitteilungen über die bevorstehenden Feierlichkeiten wurden mündlich weitergegeben. Auf öffentliche Ankündigungen und Einladungen per Post wurde verzichtet. 

Der frühere Präsident der Hauptsynagoge in Williamsburg, Mayer Rispler, starb Mitte Oktober an Covid-19, nachdem er seine Gemeinde öffentlich dazu aufgefordert hatte, sich an die Gesundheitsregeln und Restriktionen zu halten.

 

FREITAG, 20. November 2020 

16.10 Uhr
Pfizer beantragt Notfallzulassung 
Am Freitag gab das Pharmaunternehmen Pfizer bekannt, dass es bereit sei bei US-Aufsichtsbehörden eine Notfallzulassung seines Covid-19-Impfstoffs zu beantragen. Das Unternehmen setzte somit einen Prozess in Gang, der das Ende der Pandemie einläuten könnte, auch wenn dies sicherlich erst nach einem langen und kalten Winter erfolgen wird. 

Die Unternehmen seien zuversichtlich, dass der Impfstoff eine Notfallzulassung der «Food and Drug Administration» (FDA), erhalten werde, sodass dieser nicht mehr alle Teststadien endgültig durchlaufen müsse um eine Zulassung zu erhalten. Zusätzlich hat das Unternehmen ebenfalls damit begonnen, Anträge in Europa und Großbritannien zu stellen. 

Angesichts des starken Anstiegs der Infektionsraten weltweit, stehen die Aufsichtsbehörden unter einen enormen Druck, schnelle Entscheidungen treffen zu müssen. 

Wann der Impfstoff und wie viel von ihm weitläufig verfügbar sein wird, kann noch nicht gesagt werden. Jedoch werden die ersten Einheiten vorrausichtlich knapp rationiert sein. Laut Informationen der «National Academy of Medicine», könnten im Dezember etwa 25 Millionen Einheiten des Pfizer-Impfstoffs verfügbar sein, 30 Millionen im Januar und weitere 35 Millionen im Februar und März. Die Empfänger benötigen zwei Impfungen im Abstand von drei Wochen.

DONNERSTAG, 19. November 2020 

17.25 Uhr
Chanukka im Weissen Haus 
Das Weisse Haus unter Leitung von Trump plant dieses Jahr eine Chanukka-Party zu veranstalteten, welche eine von mehreren Veranstaltungen der Trump-Regierung darstellt, die trotz des hohen Infektionsgeschehens in den USA abgehalten werden. 

Präsident Donald Trump geriet jüngst unter Beschuss, da er im Weißen Haus eine Reihe überfüllter Veranstaltungen abhielt, von denen angenommen wird, dass einige zur Verbreitung von Covid-19 beigetragen haben. Dr. Anthony Fauci, der führende Spezialist für Infektionskrankheiten des Landes, bezeichnete zuletzt den Empfang der bestätigten Richterin des Obersten Gerichtshofs, Amy Coney Barrett, als «Superspreader-Ereignis».

Zu Zeiten der Clinton-Regierung veranstalteten jüdische Mitarbeiter bereits informelle Chanukka-Partys, jedoch erklärte George W. Bush als erster Präsident, diese zu einem offiziellen, jährlichen Ereignis. Präsident Barack Obama setzte die Tradition fort und begann zwei Partys pro Jahr aufgrund der hohen Nachfrage zu veranstalten. In den vergangenen Jahren tat Trump dies ebenfalls. 
 

8.55 Uhr
Infektionshoch in Palästina 
Am Dienstag Abend wurden im Gazastreifen und im Westjordanland (ohne Ostjerusalem) 1.068 Neuinfektionen diagnostiziert und Elf Todesfälle gemeldet. 

Mit 486 Infektionen in Gaza, 582 im Westjordanland und 90 in Ostjerusalem, stellt dies ein Rekordhoch an täglichen Neuinfektionen da. 

Die tatsächliche Anzahl der Infektionen könnte jedoch dreimal höher sein.

In beiden palästinensischen Gebieten werden eine Reihe von Beschränkungen, sowie eine Ausgangssperre, von den örtlichen Behörden durchgesetzt. Beamte fordern die Bevölkerung auf, die Vorschriften zu respektieren, und warnen bei Fahrlässigkeit vor dem Zusammenbruch des verarmten Gesundheitssystems.

 

MITTWOCH, 18. November 2020 

8.15 Uhr
Längere Immunität als gedacht? 
Wie lange kann eine Immunität gegen das Coronavirus anhalten? Jahre, vielleicht sogar Jahrzehnte, laut einer neuen Studie, welche die bisher hoffnungsvollste Antwort liefert, auf eine Frage, die eine Schatten über die Pläne für weitläufige Impfungen geworfen hatte.

Wie die «New York Times» berichtete, haben laute neuen Daten, die meisten Menschen acht Monate nach einer Infektion mit Covid-19 immer noch genügend Immunzellen um das Virus abzuwehren und einer erneuten Krankheit vorzubeugen. Eine langsame Abnahme der Antikörper über diesen Zeitraum lässt darauf schließen, dass diese Zellen noch sehr, sehr lange im Körper verbleiben können. (nytimes)

Die Forschungsergebnisse wurden bisher weder von Experten begutachtet noch in einer wissenschaftlichen Zeitschrift veröffentlicht. Jedoch ist dies bislang die umfassendste und längste Studie zum Immungedächtnis einer Covid-19 Infektion.

Die Ergebnisse dürften Experten zu Gute kommen, die befürchten, dass die Immunität gegen das Virus nur von kurzer Dauer sein könnte und dass Impfstoffe möglicherweise wiederholt verabreicht werden müssen, um die Pandemie langfristig unter Kontrolle zu halten.

DIENSTAG, 17. November 2020 

8.32 Uhr
Israels Deal mit Moderna
Nachdem das Biotechnologieunternehmen Moderna kürzlich über das erfolgreiche Abschneiden seines Impfstoffes in der Dritten Phase der Klinischen Studien berichtete, scheint es so, also ob Israel sich in einer vorteilhaften Position befindet. Bereits im Juni unterzeichnete Israel einen Vertrag mit dem Unternehmen und wird voraussichtlich zu den ersten Ländern gehören, die den Impfstoff nach seiner Zulassung erhalten.

Im Rahmen des Vertrags wird Moderna zwei Millionen Einheiten des Impfstoffs liefern - genug für eine Million Israelis. Dies hängt jedoch genau wie bei Pfizer von der Fähigkeit des Unternehmens ab, den Impfstoff tatsächlich zuzustellen.

Beide Unternehmen haben eine neuartige Technologie zur Herstellung von Impfstoffen eingesetzt, was unter Anderem die Unterzeichnung des Vertrags mit Moderna im Juni zu einem Glücksspiel machte. 
Im April führte das Gesundheitsministerium eine umfassende Untersuchung aller sich in der Pipeline befindenden Impfstoffe durch. Moderna erwiess sich als eines der zugänglicheren Unternehmen bei denen es so schien, also ob sie eine gute Chance hätten, einen Impfstoff herzustellen. Dies beruhte auch teilweise auf der Tatsache, dass der «Chief Medical Officer» des Unternehmens, Dr. Tal Zaks, Israeli ist. 

Mit Zustimmung von Bar Siman Tov empfahl das Team des Ministeriums schließlich, auf Moderna zu wetten und 240 Millionen Schekel (71 Millionen US-Dollar) zu investieren. 

Der derzeitige Generaldirektor des Gesundheitsministeriums, Professor Chezy Levy, unterzeichnete den Vertrag wenige Tage nach seinem Amtsantritt. Rückblickend hat sich das Glücksspiel des Ministeriums ausgezahlt.

FREITAG, 13. November 2020 

11.35 Uhr
Griechische Zeitung vergleicht Pfizer CEO mit Mengele 
Eine griechische Zeitung, deren Verlag kürzlich wegen antisemitischer Diffamierung verurteilt wurde, warnte ihre Leser, dass der jüdische CEO von Pfizer «sie mit der Nadel stechen» werde, während sie den potenziellen Covid-19-Impfstoff des Pharmaunternehmens als «Gift» bezeichnete.

Der Artikel auf der Titelseite, welcher unter Anderem ein Bild von Albert Bourla und dem NS-Kriegsverbrecher Dr. Josef Mengele zeigte, erschien am Dienstag in der Tageszeitung «Makeleio». Der Verleger, Stefanos Chios, musste letzten Monat eine Geldstrafe von 2.200 US-Dollar zahlen, weil er einen ehemaligen Führer der jüdischen Gemeinde in Athen als «dreisten Juden, der eine Kredithai-Firma leitet», bezeichnete.

Das «Central Board of Jewish Communities» in Griechenland verurteilte die Zeitung in einer Erklärung und forderte die Behörden dazu auf einzugreifen, ohne jedoch anzugeben, wie. Die Erklärung drückte «Empörung und Abstoßung» aus und sagte, der Artikel "verewige Hass und Bigotterie gegen die Juden».

Das griechische Ministerium für Bildung und religiöse Angelegenheiten verurteilte die Zeitung ebenfalls und bezeichnete den Vorfall als «den abscheulichsten Antisemitismus, der an das Mittelalter erinnert».

 

DONNERSTAG, 12. November 2020 

16.15 Uhr
Kündigungswelle im Gesundheitsministerium 
Innerhalb der letzten acht Monate hat das israelische Gesundheitsministerium seine Agenda vollständig geändert und sich in eine Art Coronavirus-Ministerium verwandelt. Der Minister und der Generaldirektor wurden zusammen mit ihren Mitarbeitern ersetzt und die Ressourcen werden nun fast ausschliesslich zur Bekämpfung der Pandemie verwendet. Mächtige Organisationen wie die israelischen Verteidigungskräfte, der Mossad und der Sicherheitsdienst von Shin Bet haben weitreichende Befugnisse erhalten die in der Vergangenheit dem Ministerium gehörten, und arbeiten jetzt mit diesem gemeinsam. Unter der Leitung des Coronavirus-Projektmanagers, der über beträchtliche Befugnisse verfügt und auch mit dem Ministerium zusammenarbeitet, wurde das gemeinsame Projekt «Shield of Israel» ins Leben gerufen.

Ausgerechnet in diesem Chaos verliert das Ministerium nach und nach seine hochrangigen Mitarbeiter. 

Seit Mitte 2019 haben sieben hochrangige Mitarbeiter des Ministeriums ihre Positionen verlassen. Zuletzt gab Professor Itamar Grotto, der stellvertretende Generaldirektor des Gesundheitsministeriums und eine prominente Figur während der Pandemie, seinen Rücktritt nach 13 Jahren im Ministerium bekannt. 

Somit bleibt fast niemand des ursprünglichen «Kerns» übrig, der die Krise in der ersten Welle bewältigte und Gesundheitsminister Yuli Edelstein hat durch die zahlreichen Kündigungen enorme politische Macht und unangefochtene Kontrolle über das große Berufsministerium erlangt.
Quellen im Gesundheitsministerium nennen das Abtreten dieser Schlüsselfiguren ohne die Ernennung von Nachfolgern eine «Zerstörung des professionellen Fundamentes, von dem das Gesundheitsministerium abhängig ist».
 

9.30 Uhr
Verhandlungen mit Pfizer 
Premierminister Netanyahus Büro veröffentlichte heute Morgen eine Erklärung welche besagt, dass Gespräche mit dem Pharmaunternehmen Pfizer in den kommenden Tagen zu einer Unterzeichnung eines Vertrags führen sollen. Pfizer gab vor einigen Tagen bekannt, dass ein Covid-19-Impfstoff des Unternehmens vielversprechende Entwicklungen mache.  

Der Premierminister und Roy Schöndorf, stellvertretende Generalstaatsanwalt und Experte für internationales Recht, sprachen über Nacht mit Pfizer-CEO Albert Bourla und dem Rechtsberater des Unternehmens, «um jegliche Hindernisse und bürokratischen Schwierigkeiten zu beseitigen und eine Vereinbarung zu unterzeichnen», heisst es in der Erklärung.

Pfizer und der deutsche Partner BioNTech SE sind die ersten Arzneimittelhersteller, die erfolgreiche Daten aus einer groß angelegten klinischen Studie mit einem Coronavirus-Impfstoff vorweisen können. Obwohl die Unternehmen davon ausgehen, dass sie noch diesen Monat eine Notfallzulassung der USA einholen werden, ist es unwahrscheinlich, dass der Impfstoff vor Ende 2021 weitläufig verfügbar sein wird.

MITTWOCH, 11. November 2020 

13.45 Uhr
Russland kontert mit Sputnik fünf
Einen Tag nachdem das US-amerikanische Pharmaunternehmen Pfizer öffentlich bekannt gab, dass sein potentieller Coronavirus-Impfstoff vielversprechende Entwicklungen mache, und eine 90 Prozentige Wirksamkeit zeige, erklärte Russland, dass sein eigener Impfstoff «Sputnik fünf», ebenfalls zu 92 Prozent wirksam sei.

Laut einer Aussage des Unternehmens das den Impfstoff herstellt, befindet dieser sich bereits in der dritten Phase der klinischen Studien und die vorliegenden Zwischenergebnisse würden seine Wirksamkeit belegen. 

Eine bisherige Analyse der Daten zeigt, dass es 20 Covid-19 Fälle unter den Studienteilnehmern gab. Dies bedeutet, dass eine entscheidende Mehrheit derjenigen, die sich infiziert hatten, Teil der Kontrollgruppe waren die das Placebo anstelle des Impfstoffs erhielten.
 

DIENSTAG, 10. November 2020 

16.25 Uhr
Saeb Erekat an Covid-19 verstorben 
Saeb Erekat, der stets optimistische palästinensische Chefunterhändler, der enge Beziehungen zu seinen israelischen Amtskollegen pflegte und bis zu seinen letzten Tagen auf eine Zwei-Staaten-Lösung drängte, ist an Covid-19 gestorben.

Erekat, 65, starb am Dienstag and den Folgen einer Covid-19 Infektion im Hadassah-Krankenhaus in Ein Kerem. Erekat hatte 2017 eine Lungentransplantation erhalten, was sein Risiko für Komplikationen erhöhte.

Ein Großteil Erekats Leben war mehreren Versuchen gewidmet, zu einem Friedensabkommen zwischen Israel und Palästina zu gelangen. Er war der stellvertretende Leiter der palästinensischen Delegation bei der Friedenskonferenz von Madrid, die 1991 von US-Präsident George H. W. Bush einberufen wurde. Zum ersten Mal verhandelten israelische Regierungsbeamte direkt mit palästinensischen Kollegen, wenn auch in einem multilateralen Umfeld.

1993 wurde er zum palästinensischen Chefunterhändler ernannt und blieb mit wenigen Abwesenheiten sein ganzes Leben lang in dieser Position. Ebenfalls war er Generalsekretär des Exekutivkomitees der Palästinensischen Befreiungsorganisation.

«Saeb widmete sein Leben seinem Volk», sagte Tzipi Livni, deren Verhandlungen mit Erekat während der Annapolis-Gespräche 2007-2008, als sie die israelische Außenministerin war, häufig in Geschrei und Beschuldigungen endeten.

«Er hat immer gesagt: Frieden zu erreichen ist mein Schicksal», schrieb Livin auf Twitter. «Als er krank wurde, schrieb er mir: «Ich bin noch nicht fertig mit dem, wozu ich geboren wurde.»
«Mein tiefstes Beileid an die Palästinenser und seine Familie.»

9.50 Uhr
Pfizer im Rennen um einen Impfstoff 
Der Pharmakonzern Pfizer und sein deutscher Partner BioNTech SE gaben am Montag die Ergebnisse ihrer gross angelegten klinischen Studie bekannt, welche darauf hindeutet, dass ihr  Impfstoff mit einer 90 Prozentigen Wirksamkeit eine Infektion mit Covid-19 verhindert. Die Unternehmen gaben an, bisher keine ernsthaften Sicherheitsbedenken zu haben, und gehen davon aus, dass sie später in diesem Monat eine Notfallzulassung der USA einholen werden.

Im Falle einer Zulassung, wird die Anzahl der Einheiten zunächst begrenzt sein. Ebenfalls bleiben Fragen hinsichtlich der Dauer des Schutzes noch offen. 

Jedoch liegt die Wirksamkeitsrate des Impfstoffes weit über der von der US-amerikanischen «Food and Drug Administration» geforderten Wirksamkeit von 50 Prozent. Um dies weiterhin zu bestätigen, wird die Studie laut Pfizer fortgesetzt. Die Daten müssen noch von Experten begutachtet oder in einem medizinischen Fachjournal veröffentlicht werden. Pfizer sagte, dass dies gescheit, sobald die Ergebnisse des gesamten Versuchs vorliegen.

Pfizer und BioNTech haben mit der US-Regierung einen Vertrag über 1,95 Milliarden US-Dollar über die Lieferung von 100 Millionen Einheiten abgeschlossen. Sie haben auch Liefervereinbarungen mit der Europäischen Union, Großbritannien, Kanada und Japan getroffen.

Israel befindet sich momentan in einem fortgeschrittenen Verhandlungsstadium mit Pfizer Inc., um die Lieferung eines Coronavirus-Impfstoffs sicherzustellen.

Derzeit hat Israel Vereinbarungen mit zwei Pharmaunternehmen, die ebenfalls an Coronavirus-Impfstoffen arbeiten: Moderna, das sich ebenfalls in der dritten Phase befindet, und Arcturus, das noch in der ersten Phase ist.

MONTAG, 09. November 2020 

7.55 Uhr
Schon zu viel gelockert? 
Israel drohe bereits im nächsten Monat ein dritter Lockdown, wenn die Wirtschaft weiter geöffnet wird, sagte Dr. Sharon Elrai Price, Leiterin des öffentlichen Gesundheitswesens.

«Wenn das Coronavirus-Kabinett weiterhin Entscheidungen trifft, die gegen die Empfehlungen des Gesundheitsministeriums verstoßen, wird die Pandemie außer Kontrolle geraten», sagte Dr. Price in einem Interview mit dem öffentlichen Radio Kan Ben, in dem sie die Eröffnung von Geschäften als «gegen die Exitstrategie des Gesundheitsministeriums» bezeichnete. 

Elrai Price sagte, dass der Reproduktionswert, «sehr schnell steigt, und zwar nicht nur in der einen oder anderen Bevölkerungsgruppe, sondern in der gesamten Population». Laut ihren Aussagen, steckt jeder Patient durchschnittlich eine weitere Person an. Das Coronavirus-Kabinett hatte im vergangenen Monat entschieden, dass die nächste Phase der Wiedereröffnung erst stattfinden solle, wenn diese Zahl unter 0,8 liegt.

Am Sonntagmorgen wurden zum ersten Mal seit rund zwei Monaten Straßenläden wieder eröffnet, nachdem das Coronavirus-Kabinett beschlossen hatte, die Beschränkungen angesichts des Rückgangs der Infektionen zu lockern. Die Anzahl der Kunden in jedem Geschäft ist auf vier begrenzt, und Geschäfte in Hotspots bleiben geschlossen, ebenso Geschäfte in großen Einkaufszentren.

DONNERSTAG, 05. November 2020 

14.10 Uhr
Haddassah Medical Center bestellt russischen Impfstoff  
Das Hadassah Medical Center in Jerusalem hat 1,5 Millionen Einheiten eines russischen Impfstoffs gegen das Coronavirus bestellt, sagte Krankenhausdirektor Zeev Rotstein am Dienstag.

Rotstein berichtete erstmals im Army Radio, dass das Krankenhaus dem Gesundheitsministerium diese Woche alle notwendigen Daten über den Impfstoff zur Verfügung stellen werde, mit dem Ziel, eine Genehmigung für die Verabreichung an Israelis zu erhalten.

Rotstein, der in den letzten Monaten wiederholt mit dem Ministerium in Konflikt geraten ist, ist überzeugt, dass die in den Medien geäusserten Befürchtungen bezüglich des Impfstoffs nicht begründet sind und dass sie mehr mit dem globalen Kampf zwischen Russland und den Vereinigten Staaten zu tun haben, als mit den wissenschaftlichen Daten. Aber selbst wenn das Ministerium die Zulassung des Impfstoffs verweigert, sagte er in einem Interview mit Haaretz: «Werden etwas damit zu tun haben», da Hadassah auch in Übersee tätig ist.

Der russische Impfstoff befindet sich seit August in der dritten Phase der klinischen Studien und wurde bereits Zehntausenden von Menschen verabreicht. Die Hadassah-Niederlassung in Moskau hat einigen Personen den Impfstoff verabreicht und sie anschließend überwacht. «Die Ergebnisse und die Sicherheit des Impfstoffes, wie wir beobachten konnten, waren sehr gut», sagte Rotstein.
 

8.05 Uhr
Lockerungen unter Vorbehalt 
Am Sonntag genehmigte das Coronavirus-Kabinett die Wiedereröffnung von Straßengeschäften und ging damit einen weiteren Schritt aus dem landesweiten Lockdown heraus, der schon fast einen Monat dauert. Die Lockerung gilt für alle «grünen» Gebiete in denen die Infektionsraten niedrig sind. 

Gesundheitsminister Yuli Edelstein und Meirav Cohen, Minister für soziale Gleichstellung, lehnten den Schritt aufgrund ihrer Bedenken hinsichtlich eines erneuten Ausbruchs ab. 

Die Entscheidung der Minister findet inmitten wachsendender Proteste von Ladenbesitzern statt, welche sagen, sie seien von den Restriktionen überproportional betroffen.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu warnte, dass die Regierung die Lockerung jederzeit stoppen, und möglicherweise noch strengere Restriktionen auferlegen wird, wenn bis zum kommenden Wochenende ein Anstieg der Infektionen festgestellt werden sollte.

Die Gesamtzahl aller Fälle liegt bei 317.206, von welchen Momentan 9.639 aktiv sind. Am Mittwoch wurden 678 Neuinfektionen diagnostiziert. 364 Patienten befinden sich in einem kritischen Zustand, 159 müssen Beatmet werden. Am Mittwoch sind fünf Menschen verstorben, was die Zahl der Todesopfer auf 2.597 erhöhte.

 

DIENSTAG, 03. November 2020 

9.50  Uhr
Infizierte in Gilboa 
Laut dem israelischen Gefängnisdienst wurden 56 palästinensische Gefangene in Gilboa positiv auf Covid-19 getestet, zusätzlich zu fünf weiteren, die unklare Ergebnisse erhielten und erneut getestet werden. Die Gefängnisverwaltung befürchtet, dass Todesfälle zu Unruhen führen könnten.

Die betroffene Station in Gilboa beherbergt hauptsächlich Gefangene Mitglieder der Hamas und wurde isoliert. Der Rest des Gefängniskomplexes ist ebenfalls geschlossen und nur Mitarbeiter dürfen rein- oder rausgehen. Nach Angaben der Gefängnisverwaltung geht es allen Gefangenen gut und die meisten von ihnen seien asymptomatisch.

Die Gefangenen wiederum kritisieren das Gefängnis, dafür, dass die Ausbreitung des Virus nicht verhindert wurde und behaupten einer der Wärter habe die Gefangenen infiziert. Sie weigern sich, ihre Zellen zu verlassen und drohen, weitere Maßnahmen zu ergreifen, wenn die Infizierten keine angemessene medizinische Versorgung erhalten.

Palästinensische Gefangene in anderen israelischen Gefängnissen haben gedroht, dass jeder Tod durch die Krankheit nicht nur innerhalb der Gefängnisse zu einem Aufflammen an Unruhen führen würde. 

Mehrere mit der Fatah verbundene Gefangene wurden in einem anderen Gefängnis im Norden Israels unter Quarantäne gestellt, nachdem sie mit einigen der infizierten Gefangenen in Gilboa in Kontakt gekommen waren.
 

MONTAG, 02. November 2020 

15.05 Uhr
New York: Orthodoxe Schulen öffnen wieder 
Nach wochenlangen Schliessungen werden Schulen in Teilen von New York mit relativ hohen Infektionsraten, darunter mehrere, in denen große orthodoxe jüdische Gemeinden leben, wiedereröffnen dürfen. Dies im Rahmen eines neuen Testplans, der am Freitagnachmittag von Gouverneur Andrew Cuomo angekündigt wurde.

Nach den neuen Regeln können Schulen ihre Türen erneut öffnen, wenn alle Studenten, Lehrer und Mitarbeiter auf Covid-19 getestet werden. Die Schulen werden künftig nun auch wöchentlich 25 Prozent aller Schüler nach dem Zufallsprinzip testen lassen müssen.

«Agudath Israel», eine Dachorganisation, die haredi-orthodoxe Gemeinschaften vertritt, begrüsste die Entscheidung des Gouverneurs. «Wir freuen uns darauf, mit der Gemeinde und dem Büro des Gouverneurs zusammenzuarbeiten, um diesen Plan zur Wiedereröffnung unserer kostbaren Yeshivos umzusetzen», sagte die Gruppe in einer Erklärung am Freitagnachmittag.

In dem «roten» Teil Brooklyns fielen am Donnerstag 3,62 Prozent aller Covid-Tests positiv aus, mehr als doppelt so hoch wie in der gesamten Stadt.

Genau wie im Frühjahr, als einige Yeshivas trotz landesweiter Sperrung illegal in Betrieb waren, blieben auch dieses Mal einige Schulen in Brooklyn trotz des am Anfang des Monats verhängten Lockdowns, offen.
 

11.48 Uhr
Der Erfolg des Lockdowns 
Vom 18. September bis zum 18. Oktober befand sich Israel inmitten eines zweiten Lockdowns. Einwohner durften ihre Häuser nur noch in einem Radius von 1000 Metern verlassen. Schulen, Restaurants und Bars wurden wieder geschlossen. Nur Supermärkte, Apotheken und Banken hatten geöffnet. 

Durch den zweiten Lockdown schaffte Israel es die Infektionsrate von 9000 täglichen Neuinfektionen von vor einem Monat, am vergangenen Sonntag auf 218 zu senken. Weitere Lockerungen sind geplant und Kindergärten sowie Schulen wurden wiedereröffnet. Für die Kinder soll eine durchgängige Maskenpflicht im Unterricht und in den Pausen gelten.

Ministerpräsident Netanyahu äusserte sich zuversichtlich über die Folgen von Lockdowns: «Wir haben einen Lockdown beschlossen und die Zahlen sind schnell gesunken.»

Jedoch ist es nicht unumstritten wie notwendig die Härte des zweiten Lockdowns war. Die Wirtschaft hat stark gelitten und die Arbeitslosenquote stieg im vergangenen Monat von 12 auf 19 Prozent. Dennoch hat sich gezeigt, dass der zweite Lockdown effektiver und schneller wirkte als der erste. Bisher sind die Gründe hierfür jedoch noch unklar. (blick)

 

FREITAG, 30. Oktober 2020

18.05 Uhr
Über 3 Millionen Fälle im Mittleren Osten 
Die Zahl der gemeldeten Coronavirus-Fälle im Nahen Osten ist nach Angaben der «Associated Press» am Freitag auf über 3 Millionen gestiegen, wobei die tatsächliche Zahl wahrscheinlich höher liegt.
Im gesamten Nahen Osten gab es über 75.000 Todesfälle, die auf das Virus zurückgeführt wurden. Die Zahl der «Associated Press»  stützt sich auf gemeldete Zahlen einzelner Länder. (associatedpress)

Im Nahen Osten ist der Iran nach wie vor die am stärksten betroffene Nation. Es wurde als erstes Land in der Region getroffen und alleine dort gab es laut Behörden über 600.000 bestätigte Coronavirus-Fälle und 34.000 Todesfälle. Doch selbst diese Zahlen könnten laut iranischen Beamten höher sein.

In einigen vom Krieg heimgesuchten Ländern bleibt es schwierig, den Umfang der Pandemie zu erkennen. Im Jemen wird zum Beispiel angenommen, dass die überwiegende Mehrheit der Fälle des Landes nicht diagnostiziert werden und unbehandelt bleiben. Laut dem Gesundheitspersonal werden nur diejenigen, die dem Tod nahe sind, normalerweise in Krankenhäuser gebracht.

 

11.55 Uhr
Weitere Lockerungen beschlossen 
Knapp zwei Wochen nach dem Beginn der ersten Lockerungen, beschloss das Coronavirus-Kabinett in der Nacht auf Freitag, dass die Grundschulen für Klassen 1 bis 4 unter besonderen Auflagen wieder öffnen dürfen. Weitere Lockerungen werden folgen, vorausgesetzt die Infektionszahlen bleiben weiterhin niedrig. 

So sollen ab Sonntag Ferienwohnungen wieder gebraucht werden können und in Gebetshäusern sich bis zu 10 Menschen versammeln, sowie 20 im Freien. Ebenfalls Friseur- und Kosmetiksalons sollen wieder Kunden empfangen dürfen. 

Der «normale» Geschäftsbetrieb soll jedoch erst eine Woche später wieder aufgenommen werden, vorausgesetzt die Fallzahlen sinken nicht schon eher unter 500 Neuinfektionen pro Tag. Dann könnten diese auch schon früher öffnen. 

Laut dem Gesundheitsministerium wurden am Freitag 630 Neuinfektionen registriert, dies im vergleich zu den täglichen 9000 noch vor einem Monat (spiegel). 
 

 

8.30 Uhr
10 000 jüdische Covid-Tote?
Gemäss dem Coronavirus-Forschungszentrum der John Hopkins Universität starben weltweit bis zum 28. Oktober 1 167 817 Menschen an oder mit dem SARS-CoV-2 Virus, Tendenz steigend. Bereits während der ersten Coronawelle, seit Februar, gab es aus verschiedenen Ländern Berichte darüber, dass spezifische Gruppen überdurchschnittlich hart vom Virus getroffen wurden – darunter auch die jüdischen Gemeinschaften vor allem in Israel, USA und Zentren in Europa. Artikel in voller Länge: (tachles)

DONNERSTAG, 29. Oktober 2020 

9.20 Uhr
Satmar Rabbi verurteilt Proteste 
Rabbi Aaron Teitelbaum, Anführer einer grossen Fraktion der satmar-chassidischen Gemeinde im New Yorker Orange County, verurteilte bei einer Veranstaltung am Dienstag, die Proteste, welche in jüdischen Gemeinden in Borough Park stattgefunden hatten.

«Keiner von euch sollte bei diesen Protesten gesehen werden», sagte Teitelbaum der Menge, laut BoroPark24. «Gelobt sei die Person, die nicht auf den Wegen des Bösen folgt.»

Teitelbaum bezog sich auf zwei Proteste, welche Anfang dieses Monats stattgefunden hatten. Die Proteste fanden als Reaktion auf die neuen Restriktionen statt, die für orthodoxe Stadteile in New York ausgesprochen wurden, um der steigenden Infektionsrate entgegenzuwirken. Bei den Protesten brach Gewalt aus, auf den Straßen brannten Masken, und Journalisten wurden verfolgt und Mobs umgeben.
 

MITTWOCH, 28. Oktober 2020 

17.40 Uhr
Israel: Neuinfektionen sinken weiter
Laut Coronavirus-Beauftragtem Professor Ronni Gamzu, habe Israel sein Ziel von weniger als 1.000 Neuinfektionen pro Woche und einen R-Wert von unter 1 erreicht und könne nun damit beginnen, die Wirtschaft wieder zu eröffnen. Die nächste Phase der Rückkehr zur Normalität umfasst die Wiedereröffnung von Schulen für die unteren Klassenstufen und die Wiedereröffnung nicht essentieller Unternehmen unter bestimmten Auflagen.

Arabische Gemeinden, in denen die Reproduktionszahl noch näher bei 1 liegt, könnten laut Gamzu immer noch zu Coronavirus-Hotspots werden, weshalb er die Bewohner aufforderte, sich auf das Virus testen zu lassen.

Die obligatorische Quarantäne soll von den derzeit 14 Tagen auf 10 Tage verkürzt werden. Laut Gamzu könnte die Quarantäne unter Vorlage zweier negativer Tests, einmal nach 3 -5 Tagen und erneut nach 9-10 Tagen, abgebrochen werden. 

9.00 Uhr
Die jüdischen Faucis 
Es gibt nicht nur Anthony Fauci. Sondern auch Aaron Glatt, Avi Rosenberg, Stuart Ditchek und andere Ärzte in orthodoxen jüdischen Gemeinden in der Region New York und darüber hinaus, die aus dieser schrecklichen Zeit als Stimmen der Wissenschaft und der Vernunft hervorgingen und nun Gemeinden gegenüberstehen, in denen Widerstand und Desinformation immer häufiger auftreten. 

In orthodoxen Gemeinden lebende Ärzte haben in den letzten sechs Monaten eine Reihe neuer Funktionen inne. Sie haben Covid-Patienten weit über die Grenzen ihrer täglichen Arbeit hinaus Beraten und über Quarantäneverfahren und Richtlinien für die Eröffnung von Ferienlagern und Schulen diskutiert. 

Anfragen auf Ratschläge von Gemeindemitgliedern sind seit dem Frühjahr sprunghaft angestiegen. «Sicherlich wäre ein Hundertfaches nicht falsch», sagte Dr. Aaron Glatt, Chef für Infektionskrankheiten und Epidemiologe am Mount Sinai South Nassau Krankenhaus auf Long Island und Hilfsrabbiner in der «Young Israel of Woodmere» Synagoge.

Als die Anrufe und E-Mails zunahmen, baten ihn Gemeindemitglieder und lokale Rabbiner, seine Gemeinde in den fünf Städten auf Long Island, regelmäßig auf den neuesten Stand zu bringen. Bald gab er wöchentliche Zoom-Updates am Samstagabend, die bis zu 1.000 Menschen anzogen, wobei Tausende mehr auf YouTube zusahen. 

Gleichzeitig begannen sich in der Gemeinde Stimmen gegen Glatts Empfehlungen zu rühren. Hochzeiten mit langen Gästelisten und gemeinsame Schabbatmahlzeiten wurden wieder abgehalten. Ende September wurde in den sozialen Medien ein anonymer Brief verbreitet, in dem Glatt beschuldigt wurde, Masken als «magisch» zu bewerben und ein «Kult» Anführer zu sein. «Ähnlich wie Fauci sich für eine Politik einsetzt, die allein auf die gesundheitlichen Folgen von Covid ausgelegt ist, scheinen auch Sie viele der Auswirkungen des Virus und Lockdowns auf unser Leben zu ignorieren.»

Für Glatt waren die persönlichen Angriffe auf ihn nicht das beunruhigendste. Es war die Botschaft, die der Brief an Gemeindemitglieder sandte, die versuchen den Richtlinien zu folgen. «Ich bin darüber mehr verärgert als über alles andere. Sie überzeugen leider Leute, die sonst das Richtige tun, jetzt das Falsche zu tun».
 

DIENSTAG, 27. Oktober 2020 

15.45 Uhr
Nachfolger für Gamzu 
In einer gemeinsamen Erklärung am Dienstag ernnanten Premierminister Benjamin Netanyahu und Gesundheitsminister Yuli Edelstein, Professor Nachman Ash zum Nachfolger des momentanen Coronavirus-Beauftragten Professor Ronni Gamzu. 

Ash, welcher bis jetzt Direktor der Abteilung für Medizin bei der «Maccabi HMO» und Mitglied der Abteilung für Gesundheitssystemmanagement an der Ariel University war, wird am Mittwoch mit der Ausbildung für die neue Position beginnen und soll am 15 November diese komplett übernehmen. Der 59-jährige ist auf Innere Medizin spezialisiert, hat eine lange Karriere als Militärarzt hinter sich und war von 2007 bis 2011 Chefarzt der IDF.

«Dies ist eine besonders herausfordernde Zeit angesichts der Notwendigkeit in kleinen Schritten und sicher zur Routine zurückzukehren, während die Ausbreitung von Infektionen weiterhin gebremst werden muss.», sagte Gamzu im Zuge der Bekanntgabe.  

Ebenfalls sei er «glücklich» mit der Ernennung Ashs, und versprach, ihm auch nach der formellen Ausbildungszeit behilflich zu sein.

Ashs öffentliche Aussagen deuten darauf hin, dass er die jüngsten Beschränkungen zur Eindämmung des Virus unterstützt. Wie als er am 20. September twitterte, dass «Lockdowns funktionieren», zusammen mit einer Liste von Studien, die die Behauptung stützen.

Ash hat sich jedoch gegen einige Entscheidungen der Regierung ausgesprochen. In einem Radiointerview verteidigte er das Recht auf Demonstrationen und beschrieb es als «grundlegende bürgerliche Freiheit in jeder Demokratie». 


 

10.51 Uhr
Israels Krisenmanagement 
Der staatliche Rechnungsprüfer Matanyahu Englman veröffentlichte am Montag seinen Zwischenbericht über Israels Umgang mit der Coronakrise. Der Bericht jedoch bezieht sich auf einen Stand von vor zwei Monaten, so dass viele der Ergebnisse nicht mehr relevant sind. Darüber hinaus konzentriert sich der Englman nur auf die Umsetzung der Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie und hat jegliche Kritik an der Art und Weise wie die Krise bewältigt wurde, oder an den Entscheidungsprozessen in der Regierung, vermieden.

Englmans Bericht enthält keine Antworten darauf, wie wichtige Entscheidungen zwischen dem Gesundheits- und anderen Ministerien, einschließlich des Büros des Premierministers getroffen wurden und welche Logik hinter diesen steckte. Ebenfalls wird sich nur im Allgemeinen auf die untersuchten Organisationen bezogen und die Verantwortung für bestimmte Entscheidungen kann nicht klar zugeordnet werden. Es werden keine Aussagen über die Arbeitsweise der Beamten, die für die im Bericht geprüften Aufgaben verantwortlich sind, getroffen.

Der Bericht liefert weder Erklärungen noch Kritik an wichtigen Entscheidungen die den Verlauf der Pandemie beeinflussten, wie Beispielsweise die Verzögerungen bei der Entscheidung, Flüge aus den USA einzustellen. In dem Bericht wird auch nicht untersucht, warum die Entscheidung in einer Reihe von «roten» Städten einen Lockdown auszurufen, um einem nationalen Lockdown zu entgehen, rückgängig gemacht wurde.  

Der Bericht kritisierte jedoch die mangelnden Kapazitäten Israels zu Beginn der Pandemie Infektionsketten nachzuverfolgen, sowie eine Serologische Studie der Regierung, welche mit weniger als der Hälfte der geplanten Anzahl an Teilnehmern durchgeführt und Monate zu spät ausgewertet wurde. Auch das Versterben zahlreicher Personen in Altenheimen zu Beginn der Pandemie wurde hervorgehoben. 

MONTAG,26. Oktober 2020 

14.25 Uhr
Israel: Klinische Studie beginnt
Am Sonntag gaben das Institut für Biologische Forschung, das Verteidigungsministerium und das Gesundheitsministerium bekannt, dass das Institut bereit sei klinische Studien mit einem potenziellen Covid-19-Impfstoff zu beginnen. Die dreiphasigen Versuche am Menschen sollen am Sonntag, dem 1. November anfangen und werden voraussichtlich mehrere Monate dauern. Über 25.000 Einheiten des experimentellen Impfstoffs sollen die Forscher es Regierungsinstituts bereits hergestellt haben, inklusive genug Material für eine Million weitere Einheiten. 

In der ersten Phase der Studie werden vorläufige Sicherheitsversuche an 80 gesunden Freiwilligen zwischen 18 und 55 Jahren, in zwei Krankenhäusern durchgeführt. Die Studie beginnt zunächst mit nur zwei Freiwilligen - und wird je nach deren Reaktion schrittweise auf 80 Personen erhöht.

In der zweiten Phase werden umfangreichere Sicherheitstests an 960 gesunden Freiwilligen über 18 Jahren durchgeführt. Diese Phase soll im Dezember beginnen und in einer Reihe von medizinischen Zentren in ganz Israel durchgeführt werden. 

In der dritten Phase wird die Wirksamkeit des Impfstoffs mit bis zu 30.000 Freiwilligen getestet. Je nach Erfolg der ersten beiden Phasen, soll diese im April oder Mai beginnen. Bei einem erfolgreichen Abschluss wird der Impfstoff für die gesamte Bevölkerung freigegeben.

«Wir stehen am Anfang einer wichtigen und entscheidenden Phase für diese gesamte Entwicklung», sagte der Direktor des Instituts, Professor Schmul Shapira. «Ich bin mir unseres Impfstoffs und der Fähigkeiten der Wissenschaftler des Instituts, sicher. Ich bin daher überzeugt, dass wir allen Israelis einen hervorragenden, wirksamen und sicheren Impfstoff anbieten.»

Verteidigungsminister Benny Gantz begrüßte den Durchbruch als «Tag der Hoffnung für die Bürger Israels.»

 

FREITAG, 23. Oktober 2020 

8.50 Uhr
Angst vor dem Ausstieg
Im Kern des Streits zwischen dem Coronavirus-Kabinett und den Regierungsministerien steht das Tempo des Ausstiegs aus dem zweiten Lockdown. In praktischer Hinsicht ist die Wirtschaft weit davon entfernt, zu dem zurückzukehren was sie früher war. Nicht nur im Hinblick auf die Zeit vor der Pandemie, sondern ebenfalls auf Die nach Aufhebung des ersten Lockdowns im Mai dieses Jahres. 

Die Hauptdiskussion betrifft die Frage, wie und mit welcher Geschwindigkeit die Schulen wiedereröffnet werden sollen, nachdem Kindertagesstätten und Kindergärten letzte Woche wieder Kinder aufnehmen durften. Die Ministerien für Bildung, Gesundheit und Finanzen ziehen jeweils in unterschiedliche Richtungen und sind mit unterschiedlichen wissenschaftlichen Erkenntnissen ausgestattet, um ihre Argumente zu belegen. Die trüben Beziehungen zwischen den drei Kabinettsministern Yuli Edelstein, Yoav Galant und Yisrael Katz erschweren das Treffen einer Vereinbarung.

Die Infektionsraten in Israel sind als Konsequenz des Lockdowns diese Woche weiter gesunken. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen beträgt momentan unter 1,000 Fälle und die Rate der positiven Tests liegt bei weniger als 3 Prozent. Auch die Zahl der Schwerkranken nimmt stetig ab und selbst die tägliche Zahl der Todesfälle scheint endlich zu schrumpfen.

Es besteht die Sorge, dass eine unkoordinierte Öffnung unter dem Druck von Teilen der Wirtschaft und Interessengruppen, erneut zu einem Kontrollverlust über die Pandemie führen könnte. Wenn dies über den Winter passiert, könnten hinzukommende Grippefälle die Situation weiter verkomplizieren. 

Das Dilemma hinsichtlich des Tempos der Öffnung der Schulen hat stürmische Debatten unter Mitgliedern des offiziellen Expertenteams ausgelöst, das den Coronavirus-Beauftragten Professor Ronni Gamzu und das Kabinett berät. Sie sind sich nicht über die notwendigen Vorsichtsregeln in Schulen und Klassenzimmern einig. Wie üblich geschehen diese Diskussionen in der letzten Minute und es ist ersichtlich, dass Israel auch nach dem Ausstieg keinen koordinierten Plan vorweisen kann. 

MITTWOCH, 21. Oktober 2020 

18.36 Uhr
Sind Kinder die «Superspreader»? 
Kinder stecken sich im Schnitt nicht weniger als Erwachsene mit dem Coronavirus an, können nach einer Infektion jedoch leichter zu sogenannten «Superspreadern» werden, da bei ihnen die Krankheit meist asymptomatisch verläuft und dadurch nicht entdeckt wird. 

In einem Bericht, der einen Überblick über das Infektionsgeschehen bei Kindern seit Beginn des Ausbruchs gibt, wurde festgestellt, dass  in 73,4 Prozent der Fälle, Kinder sich bei Erwachsenen und in 26,6 Prozent  der Fälle, bei anderen Kindern ansteckten.

Unter den 350 Superspreadern – was bedeutet, dass ein Infizierter mindestens 10 weitere ansteckt - die durch Kontaktverfolgung identifiziert werden konnten, waren 17 jünger als 17 Jahre - darunter sieben, die jeweils 10 Personen angesteckt hatten, drei, die jeweils 12 ansteckten, und ein Kind, das insgesamt 24 Personen infizierte.

Des Weiteren heisst es in dem Bericht, dass der Prozentsatz der positiven Tests bei Kindern seit Beginn der Pandemie höher ist als bei Erwachsenen - acht Prozent im Vergleich zu sechs.
 

9.20 Uhr
De Blasio entschuldigt sich 
In einer Pressekonferenz am Dienstag, entschuldigte sich New York Citys Bürgermeister Bill de Blasio für seine Äusserungen bezügliche eines grossen chassidischen Begräbnisses zu beginn der Pandemie. 

Im April fuhr de Blasio zum Begräbnis des lokalen Rabbiners in Brooklyn zu dem tausende Orthodoxer gekommen waren, um die Prozession persönlich aufzulösen. Später beschimpfte er ihr fahrlässiges Verhalten in einem Twitter-Beitrag der viel Kritik auf sich zog.  

Jetzt wo die orthodoxen Viertel wieder zu den Virus-Hotspots der Stadt gehören und die Einwohner die Restriktionen grösstenteils nicht respektieren, bedauert de Blasio seine Äusserungen.

«An dieser Nacht in Williamsburg liess ich meinen Frust und meine Besorgnisse die Oberhand gewinnen und hätte mich vorsichtiger ausdrücken sollen», sagte de Blasio am Dienstag. «Ich schaue zurück und verstehe, dass wir einfach einen offeneren Dialog gebraucht hätten». 

Am Montag Abend traf de Blasio sich mit zwei Führern der orthodoxen Gemeinden in Brooklyn und Queens. Das Treffen sollte einen «Neustart» der Beziehung zwischen der Regierung New Yorks und den orthodoxen Gemeinden darstellen. 
 

DIENSTAG, 20. Oktober 2020 

20.13 Uhr
Testen ohne Überweisung
Laut dem israelischen Coronavirus-Beauftragten, Professor Roni Gamzu, soll es bald möglich sein sich in lokalen Kliniken auf Covid-19 testen zu lassen, ohne dass eine Überweisung erforderlich ist.
«Wir haben beschlossen, dass kostenlose Tests in ganz Israel verfügbar sein sollen, ohne dass eine Überweisung erforderlich ist», sagte Gamzu. Die Tests sollen in Kooperation mit der «Health Maintenance Organization» durchgeführt werden. 
 

MONTAG, 19. Oktober 2020 

9.25 Uhr
Orthodoxe Schulen im Streit 
Am Sonntag widersetzten sich zahlreiche orthodoxe Schulen in Israel den offiziellen Coivd-19 Restriktionen und liessen rund 60.000 Haredi-Schüler auf Anordnung des litauischen ultraorthodoxen Gemeindevorstehers, Rabbi Chaim Kanievsky, in die Klassenzimmer zurückkehren.

Viele der wiedereröffneten Schulen befinden sich in «roten» Städten, die aufgrund ihrer hohen Infektionsraten weiterhin strikteren Restriktionen als dem Rest des Landes unterliegen. 

Laut Aussagen der Polizei sollen Beamte drei Schulleitern in der ultraorthodoxen Siedlungen Betar Ilit im Westjordanland und in der Stadt Modi'in Ilit je ein Bussgeld von 5.000 Schekel auferlegt haben. Ebenfalls sollen die Beamten die Lehrer angewiesen haben, den Unterricht abzubrechen und die Schüler nach Hause zu schicken.

Ein Reporter und seine Crew von Channel N12, welche am Sonntag die Wiedereröffnung von Religionsschulen in Betar Ilit dokumentierten, sagten, sie seien von dutzenden Teenagern beschimpft, und ihre Fahrzeuge seien mit Steinen und Eiern beworfen worden. Die Polizei bestätigte den Vorfall und teilte mit, dass Beamte am Tatort eingetroffen seien und das Team retteten.

Moshe Gafni, Mitglied der «Vereinigtes Torah-Judentum» Allianz, sprach am Sonntag mit Ministerpräsident Netanjahu und betonte, dass das Studium an ultraorthodoxen Schulen fortgesetzt werde. Sie seien jedoch offen für Kompromisse, um die Restriktionen bestmöglich einzuhalten.

In Bezug auf die gestrigen Vorfälle äusserte sich ein hochrangiger Beamter des Gesundheitsministeriums: «Es scheint, dass wir viele Monate gezwungen sein werden, von Lockdown zu Lockdown zu leben. Es wird geistig, sozial, gesundheitlich und ökonomisch einen sehr hohen Preis fordern.»
 

FREITAG, 16. Oktober 2020 

18.35 Uhr
Der zweigeteilte Ausstieg 
Die israelische Regierung genehmigte heute neue Vorschriften für die erste Phase des Ausstiegs aus dem nationalen Lockdown, wie das Büro des Premierministers und das Gesundheitsministerium in einer Erklärung mitteilten. Die gelockerten Beschränkungen werden von Sonntag bis zum 31. Oktober in Kraft treten, sofern sich das Infektionsgeschehen nicht drastisch verändert. Bei einem erneuten Anstieg soll zu den früheren Vorschriften zurückgekehrt werden.

Die neuen Lockerungen gelten jedoch nicht für alle Städte und Gemeinden Israels. In Bnei Berak, Rekhasim, El’ad, drei Distrikte Jerusalems, Beitar Ilit und Modi’in Ilit soll der Lockdown noch bis zum 21 Oktober in Kraft bleiben. 

Coronavirus-beauftragter Professor Gamzu sei zufrieden über die Beobachtbaren Veränderungen in dem Verhalten der Bevölkerung und der Bürgermeister der «roten Zonen». Gamzu hofft, dass bis zum Mittwoch keine der Städte ein hohes Infektionsgeschehen mehr aufweisen werden. 
 

9.55 Uhr
Das Problem mit den Schulen 
Der stetige Rückgang der Infektionsrate in Israel beschleunigte sich diese Woche weiter und die Zahl der täglichen Neuinfektionen fiel am Mittwoch zum ersten Mal seit Ende August unter 2,000. Auch die Zahl der schwerkranken Patienten sank am Donnerstag um ca. 200 Personen auf 730.  Coronavirus-Beauftragter Professor Ronni Gamzu, sagte am Donnerstag, er schreibe die Änderung dem umfassenden Verbot von Versammlungen und der Schließung der Schulen zu.

Der rasche Rückgang der Infektionsraten beschleunigt auch die Diskussionen des Coronavirus-Kabinetts über die Aufhebung des Lockdowns. 

Im Hintergrund der Diskussionen schweben zwei große Gefahren: mögliche Auseinandersetzungen mit ultraorthodoxen Gemeinden und die Befürchtung, dass eine zu schnelle Wiedereröffnung von Schulen und Unternehmen zu einem erneuten Anstieg der Infektionsraten führen wird, wie dies im Mai und im September der Fall war.

Gamzu, mit der Unterstützung der Kabinettsmitglieder von Kahol Lavan, möchte den «Ampelplan» beibehalten und «rote» Städte und Stadtteile mir hohen Infektionsraten weiterhin in einem Lockdown behalten. Hierdurch würden Schulen und nicht-essentielle Unternehmen besonders in vielen Haredi Gemeinden geschlossen bleiben.  

Währenddessen flirten viele Haredim offen mit der Idee weit verbreiteten zivilen Ungehorsams. Ihre Masada, der Hügel, auf dem sie sterben wollen, ist das Bildungssystem, das ihnen dient, von der Talmud-Tora-Grundschule bis zu den «High Yeshiva» -Hochschulen. Das Bildungssystem ist das Zentrum, um das sich die gesamte Haredi-Gesellschaft dreht.

Und dies ist der Kern des Problems. Eine umfassende Wiedereröffnung aller Klassenstufen in allen Gemeinden könnte die Situation erneut verschärfen und Infektionsraten wieder steigen lassen. Den Haredim eine Vorzugsbehandlung zu gewähren und sie Schulen trotz hoher Infektionsraten öffnen zu lassen wäre ein Schlag ins Gesicht für die breite Öffentlichkeit, die erstaunt die systematischen Verstöße einiger Haredi-Gruppen und die anhaltende Ausbreitung des Virus in der ultraorthodoxen Bevölkerung beobachtet.
 

DONNERSTAG, 15. Oktober 2020

14.30 Uhr
Impfstoff für Israelis
Deutschland hat dafür gesorgt, dass Israel von einem europäischen Impfstoff gegen Corona profitieren kann. Eigentlich sollte so ein Impfstoff zunächst nur an europäische Staaten abgegeben werden. Doch der deutsche Außenminister Heiko Maas sorgte bei der EU dafür, dass Israel, das doch «zu Europa» gehöre, von den 400 Millionen Impfportionen, die von der britisch-schwedischen Firma AstraZeneca produziert werden sollen, eine gewisse Menge kaufen darf. Artikel in voller Länge: (tachles).

9.20 Uhr
Proteste gehen weiter 
Protestgruppen haben angekündigt, die Demonstrationen am Samstagabend vor der Residenz des Premierministers wieder aufzunehmen. Dies wird die erste grosse Demonstration, seitdem vor zwei Wochen der zweite Lockdown in Israel begann. Obwohl der Lockdown verlängert wurde, sind die Beschränkungen für die Anfahrt zu Protesten aufgehoben.

Die Ankündigung erfolgt einen Tag nachdem die Regierung dem obersten Gerichtshof mitgeteilt hatte, dass sie nicht beabsichtige, den um Mitternacht ablaufenden «Ausnahmezustand» zu verlängern. Dieser hatte es der Regierung ermöglicht, die Demonstranten rechtlich dazu zu zwingen, sich nicht weiter als einen Kilometer von ihren Häusern zu entfernen.

Am Dienstag forderten Protestgruppen die Öffentlichkeit dazu auf, sich den Demonstrationen die in den nächsten Tagen im ganzen Land stattfinden werden, anzuschließen.

Die «Black Flag Movement» hat die Polizei aufgefordert, die Umzäunung der Straßen in der Nähe von Netanyahus offizieller Residenz in Jerusalem zu entfernen, und ihre Anhänger dazu animiert, sowohl am Samstag als auch zu den Hunderten von Demonstrationen am Donnerstag mit voller Kraft zu erscheinen.

«Kommt und macht ein neues Kapitel auf, in dem ihr es uns erlaubt sicher zu protestieren» sagte die Gruppe in einer an die Polizei gerichteten Erklärung.
 

MITTWOCH, 14. Oktober 2020 

14.00 Uhr
Weg aus dem Lockdown
Zahlen die dem Israelischen Coronavirus-Kabinett am Dienstag vorgelegt wurden, zeigen einen anhaltenden Rückgang der täglichen Neuinfektionen, einen Rückgang des Prozentsatzes der positiv ausfallenden Tests und einen leichten Rückgang der Anzahl schwerkranker Patienten. Der Infektionskoeffizient R ist mittlerweile von 1 auf 0,8 oder 0,7 gefallen und nach Angaben des Gesundheitsministeriums sind derzeit nur 29 Städte als «rot» gekennzeichnet.

Während Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Benny Gantz sich einig waren, dass der Lockdown bis Sonntag andauern wird, hat das Kabinett begonnen, eine Ausstiegsstrategie zu erörtern. Entscheidungen werden voraussichtlich nicht vor Donnerstag getroffen werden.

Das Coronavirus-Kabinetts ist derzeit gespalten zwischen dem strengen Ansatz von Netanjahu und hochrangigen Gesundheitsbeamten und der Gruppe, die eine schnellere Lockerung der Beschränkungen wünscht, die sich hauptsächlich aus Ministern der Kahol Lavan-Partei von Gantz zusammensetzt. Coronavirus-beauftragter Professor Ronni Gamzu empfahl, die Entscheidung um einige Tage zu verschieben, da die Zahl der täglichen Neuinfektionen- etwa 3.000 neue Patienten pro Tag – weiterhin hoch ist und die Auswirkungen der Sukkot-Feiertage der letzten Woche noch nicht deutlich seien.

Jegliche Diskussionen werden jedoch weiterhin von einer entscheidenden Tatsache überschattet: orthodoxe Gemeinden haben zurzeit immer noch ein Infektionsgeschehen, dass zehn Mal höher ist, als der Durchschnitt anderer Gemeinden. Die Spannungen in der Politik gegenüber diesen Gemeinden, werden voraussichtlich nicht so schnell nachlassen.
 

8.12 Uhr
Evangelikale Freiwillige in Israel 
Vor zwei Monaten wurde einer Gruppe von 70 evangelikale Freiwilligen der Organisation «Hayovel», eine Sondergenehmigung für die Einreise nach Israel erteilt, um bei der Weinlese in mehreren Siedlungen im Westjordanland zu helfen.

Eine Untersuchung von Haaretz ergab, dass dem Ministerium anscheinend nicht bekannt war, dass es sich um eine evangelikale Organisation handele, als beschlossen wurde dieser großen christlichen Gruppe Zutritt zu gewähren. Israelische Politiker, die im Namen der Freiwilligen Visa beantragten, versteckten demnach die Tatsache, dass diese einer evangelischen Organisation angehörten. Das Innenministerium selbst hatte keine eigene unabhängige Untersuchung durchgeführt.

Die Entscheidung, der evangelischen Gruppe Zutritt zu gewähren, löste Empörung unter den in Israel tätigen katholischen Organisationen und Kirchen aus, deren Anträge auf Überstellung von Freiwilligen und Mitarbeitern seit Ausbruch der Pandemie wiederholt abgelehnt wurden.

Mitte August soll der Gründer und Präsident von «Hayovel», Tommy Waller, den ehemaligen Likud-Gesetzgeber und engen Freund. Yehudah Glick, angerufen und gebeten haben, Hayovel bei der Erlangung der Visa zu helfen, damit die derzeitige Weinlese in den Siedlungen nicht ruiniert wird. Glick gab Waller die persönliche Handynummer von Prof. Shlomo Mor-Yosef, Generaldirektor der Bevölkerungs- und Einwanderungsbehörde im Innenministerium, und schlug vor, ihn anzurufen. Waller nahm seinen Rat an und kurz darauf wurden die Einreisevisa für die Hayovel-Freiwilligen genehmigt.

Als die Zeitung Haaretz vor einem Monat die Sprecherin des Innenministeriums, Sabine Haddad, bat, zu erklären, wie der evangelischen Gruppe trotz des derzeitigen Einreiseverbots von Nicht-Israelis die Einreise gewährt wurde, sagte sie: «Niemand weiß, worum es hier geht.»
 

DIENSTAG, 13. Oktober 2020 

12.25 Uhr
Mexiko-Stadt: Gemeinden wieder getrennt  
Mit 18.000 Mitgliedern ist das «Centro Deportivo Israelita» in Mexiko-Stadt die wohl wichtigste jüdische Institution des Landes. Die aus über 20 verschiedenen Ländern stammenden Juden Mexikos sind nach Herkunftsorten und religiösen Bräuchen stark voneinander getrennt: Aschkenasisch und Sephardisch; Juden aus Aleppo und Juden aus Damaskus; Orthodoxe und Konservative. Normalerweise bietet das Zentrum einen Ort an dem diese sonst getrennten Gemeinden zusammenkommen um sich in ihrer jüdischen Identität auszutauschen und zu stärken. 

Das Zentrum beherbergt unter anderem ein olympisches Schwimmbecken in voller Grösse , ein weiteres 25 m langes überdachtes Schwimmbad, Dutzende Tennisplätze, mehrere Basketballplätze, Frontplätze (für baskische Pelotasportarten), ein Theater für 200 Personen, zwei große Fußballfelder, ein Baseballfeld, Saunen für Männer und Frauen, eine jiddische und hebräische Bibliothek, ein Friseursalon und ein Restaurant.

Nun steht alles fast leer. 

Der Grossteil des Aussenbereichs ist geöffnet, während Innenräume während der Pandemie geschlossen wurden. Dennoch sind die meisten ferngeblieben, aus Angst vor einer Ansteckung und aufgrund der zahlreichen Warnungen jüdischer Führer. Für die 89-jährige Maia Wajsfeld, die nach der Eröffnung in den 1950er Jahren eines der ersten Mitglieder des Zentrums wurde, war es «das Schlimmste, was mir jemals passiert ist. Ich würde mein Leben für das Deportivo geben. Das Deportivo ist mein Leben.»

Das Deportivo feierte gerade sein 70-jähriges Bestehen mit einer einjährigen Feier, die im Oktober letzten Jahres begann, als die Pandemie ausbrach. Vor dem Ausbruch kamen etwa 2,000 Menschen täglich ins Zentrum. Jetzt sind es nur noch 100. 

Olga Zepeda, die sieben Jahre lang das Beyahad-Programm für ältere Menschen im Zentrum leitete, sagte in einem Interview, dass der fehlende Zugang zum Zentrum ein großes Vakuum im Leben der Menschen verursacht habe. Vor der Pandemie trafen sie im Deportivo auf «lange verlorene Freunde» der jüdischen Gemeinde, und «es war wunderschön». 
 

7.45 Uhr
Über 2,000 Todesfälle 
Lauten Daten des Gesundheitsministeriums ist am Montag die Zahl der Israelischen Todesopfer durch Covid-19 auf 2,016 gestiegen. Ebenfalls wurden gestern im Land 3.060 Neuinfektionen diagnostiziert, wodurch der Prozentsatz positiver Testergebnisse auf 6,5 Prozent sank. 

Seit Beginn der Pandemie wurden in Israel 293,553 Fälle bestätigt, von denen derzeit 52,892 aktiv sind. Momentan befinden sich 827 Menschen in einem kritischen Zustand und 227 müssen beatmet werden.
 

MONTAG, 12. Oktober 2020 

22.45 Uhr
Militär eröffnet Krankenstation 
Die israelischen Streitkräfte haben zwei zivile Coronavirus-Stationen in der Tiefgarage des Rambam Krankenhauses in Haifa eröffnet. Die Stationen sind normalerweise für Notfälle zu Kriegszeiten vorgesehen und wurden vergangenen Monat zum ersten Mal für Zivilisten geöffnet. 

Die Stationen befinden sich in einer Einrichtung, welche nachdem das Krankenhaus während des Zweiten Libanonkrieges 2006 unter Beschuss geraten war, erbaut wurde.

Laut einer Erklärung der Israelischen Verteidigungskräfte werden die Stationen mit ca. 100 Mitgliedern des medizinischen Personals des Militärs besetzt sein. Dieses wurde letzte Woche von Rambam-Mitarbeitern geschult.

Die Bemühungen des Militärs sind Teil der Operation «Tribe of Brothers», welche der Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie dient.
 

8.55 Uhr
Gemeinsam aus dem Lockdown 
Am Ende der Sukkot-Feiertage zeichneten sich zwei klare Trends bei der Ausbreitung des Coronavirus ab. Zum einen sinken momentan deutlich die Rate positiver Tests, die Anzahl bestätigter Träger des Virus und die Anzahl schwerkranker Patienten. Zum anderen, sind diese Abwärtstrends in allen Bevölkerungsgruppen Israels, ausser den orthodoxen Gemeinden zu beobachten, bei denen die Infektionsrate nur geringfügig zurückgegangen ist. Viele Haredi-Gemeinden widersetzen sich weiterhin den Hygienevorschriften und der Staat hat es bisher nicht geschafft, deren Einhaltung durchzusetzen. 

Am Dienstag soll das Coronavirus-Kabinett diese Konflikte diskutieren. Der Rückgang der Anzahl der Träger und positiven Tests dürfte eigentlich eine erhebliche Lockerung der Restriktionen ermöglichen und aufgrund der unterschiedlichen Infektionsraten in den Vierteln, wäre es zu erwarten, dass zu dem differenzierten Ampelmodell mit einer Lockerung in «grünen» Städten und einer Sperrung in «roten» Städten zurückgekehrt werden wird. 

Dies scheint jedoch nicht der Plan der Regierung zu sein. Der Generaldirektor des Gesundheitsministeriums, Professor Chezy Levy, sagte am Sonntag gegenüber dem öffentlich-rechtlichen Sender Kan, dass eigentlich nur 13 «rote» Städte in einen Lockdown müssten. Levy jedoch, würde die Wut der Haredi über das zweigeteilte Modell anerkennen, weshalb es geplant ist, den Lockdown landesweit schrittweise aufzuheben, und nicht mehr auf das Infektionsniveau einzelner Städte zu schauen.  

FREITAG, 09. Oktober 2020 

15.00 Uhr
Vitamin D schützt vor Infektion 
Zunehmende wissenschaftliche Erkenntnisse aus der ganzen Welt weisen darauf hin, dass das kostengünstige und leicht verfügbare Vitamin D vor einer Infektion mit COVID-19 schützen kann und dass es für diejenigen, die an dem Virus leiden, möglich ist, die Symptome durch die Einnahme zu lindern. 

Die ersten internationalen Studien erschienen bereits im April. Eine davon, die eine große Datenbank untersuchte, wurde vom Forschungsinstitut der israelischen «Leumit Health Maintenance Organization» in Zusammenarbeit mit der Bar-Ilan-Universität durchgeführt und lieferte beeindruckende Ergebnisse.

Seitdem wurden ähnliche Artikel in einer Vielzahl von Ländern veröffentlicht: den Vereinigten Staaten, Deutschland, Frankreich, Italien, China, Iran, Südkorea, Indien, Großbritannien, der Schweiz und Israel. Immer wieder wurde ein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Vitamin D-Spiegel im Blut und einer Anfälligkeit für Infektionen durch das Coronavirus festgestellt. Personen mit einem Vitamin-D-Mangel neigen eher dazu, sich mit dem Virus zu infizieren, und im Falle einer Infektion erhöht ein niedriger Vitamin-D-Spiegel die Wahrscheinlichkeit für Komplikationen. Das Gegenteil ist auch der Fall: Patienten mit einem hohen Vitamin D-Spiegel leiden tendenziell weniger unter schwerwiegenden Symptomen und sterben seltener. Generell kann gesagt werden, dass es einen linearen Zusammenhang gibt: Die Schwere der Krankheit korreliert vollständig mit dem Vitamin D-Spiegel.
 

9.35 Uhr
Kampf gegen den Müll 
Basierend auf Erfahrungen in Israel hat Covid-19 der Natur keine Verschnaufpause verschafft. Laut einer Kontrollbehörde für lokale Gewässer wird 30 Prozent mehr Müll in der Natur verstreut als letztes Jahr. 

Dies hat mehrere Gründe. Zum einen verwenden Menschen zurzeit mehr Einwegartikel, von Masken bis zu Plastiktellern, als jemals zuvor. Wenn ein Lockdown aufgehoben wird, strömen diese mit ihren Einwegartikeln in der Hand ins Offene. Zum anderen, haben potenzielle Freiwillige nun Angst, möglicherweise kontaminierte Kunststoffe und anderen Müll zu berühren. Auch mit dem «sozialen» Aspekt des «Volunteering» kann nun nicht mehr geködert werden. 

Zohar Lidar aus Obergaliläa empfand, dass es nichts bringt sich nur über den Müll zu beschweren, und organisierte im Sommer 2019 Acht Aufräum-Treffen entlang der Bäche in ihrer Gegend. Die meisten der 140 Freiwilligen, die mitgewirkt hatten, äusserten sich positiv über die Erfahrung, aber Lidar beschloss, diesen Sommer nicht weiterzumachen. «Im Mai wurde mir klar, dass dieses Jahr anders war, dass die Menge an Müll verrückt war und dass sich die Leute schrecklich benahmen», sagt sie. «Es bestand das Gefühl, dass es keine Grenzen mehr gibt. Und ich entschied, dass es keinen Sinn mehr hatte.»

Währenddessen riefen zwei Studierende des «Tel Hai College», die Gruppe «Nature Protectors» ins Leben, welche Menschen dazu animiert ihre Nachbarschaft aufzuräumen. Ihre Facebook-Gruppe zählt jetzt 2.000 Mitglieder. «Wir helfen, wo wir können», sagte Anya Giron, eine der Gründerinnen der Gruppe. «Mit Werbung, der Kommunikation mit den örtlichen Behörden, Bereitstellung von Ausrüstung und Taschen, Entsorgung des gesammelten Mülls und so weiter.» 

Sie sagt es wäre schön, wenn die Gemeinderäte diese Arbeit erledigen würden, aber es liegt nicht in ihrer Verantwortung und sie haben auch nicht die Mittel, mit so großen Mengen Müll umzugehen. «Der Schwerpunkt muss auf individueller Verantwortung liegen. Jeder von uns sollte die Natur schützen. Wir müssen verstehen, dass es niemanden gibt, der hinter uns herräumt». Nature Protectors ist es jedoch nicht mehr genug nur noch Aufzuräumen, man müsse die Natur auch aktiv schützen: «Ich bin froh, dass viele kleine Gemeinden zum Schutz der Natur ausgehen, aber es ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein im Vergleich zu den Schäden.»
 

DONNERSTAG, 08. Oktober 2020 

13.50 Uhr
Ein Drittel der Einwohner war infiziert
Laut den Ergebnissen einer Seroprävalenzstudie mit 3,500 Teilnehmern in Bnei Berak, hatten sich von Juni bis August ein Drittel aller Einwohner mit Covid-19 infiziert. 

Als die Umfrage Anfang September endete, gab es in der Stadt etwa 10.000 bestätigte Infektionen. Seitdem hat sich die Zahl verdoppelt und liegt heute bei rund 22.000. Dies bedeutet, dass sich die Anzahl der Träger des Virus ebenfalls verdoppelt hat und die Zahl nun auf 30 Prozent der Bevölkerung gestiegen ist. 

Am Dienstag stellten Vertreter des Gertner-Instituts und des «Central Bureau of Statistics» ihre Analyse bezüglich der Möglichkeit einer teilweisen Herdenimmunität in einem Zoom-Meeting mit hochrangingen Beamten des Gesundheitsministeriums und dem Pandemie-Reaktionsteam vor. Es wurde besprochen, ob die Herdenimmunität eine gewisse Lockerung der Coronavirus-Beschränkungen ermöglichen könnte. Experten raten derzeit jedoch von dieser Idee ab. Die Präsentierten Daten zeigten nicht, dass eine Herdenimmunität unmittelbar bevorstehe noch ob diese überhaupt mit dem Coronavirus zu erreichen ist. 

10.50 Uhr
«Es geht um alle New Yorker»
Nach einer Nacht voller Unruhen in den orthodoxen Stadtteilen von Brooklyn aufgrund der Coronavirus-Restriktionen, schworen Andrew Cuomo und Bill de Blasio auf Einigkeit, versprachen jedoch, die Hygienevorschriften und Abstandsregeln härter durchzusetzen.

Cuomo, der Gouverneur von New York, und de Blasio, der Bürgermeister von New York City, sprachen am Mittwochmorgen in getrennten Pressekonferenzen und vermieden es dabei, die jüdische Gemeinde hervorzuheben oder sogar das Wort «jüdisch» zu verwenden.

«Hier geht es um alle New Yorker, und wenn man sich die Gemeinden in Brooklyn und Queens ansieht, sind es viele verschiedene Arten von Menschen», sagte de Blasio, als er nach orthodoxen Juden gefragt wurde. «Wir sprechen über zwei der vielfältigsten Orte der Welt - Brooklyn und Queens. In diesen Gebieten gibt es also viele Arten von Menschen. Wir wollen alle schützen. Dies basiert auf Daten und Wissenschaft.»

De Blasio wurde in der Vergangenheit dafür kritisiert, dass er gezielt New Yorker Juden als beispielhafte Gruppe für Verstosse gegen die Restriktionen erwähnt hatte. Auch Cuomo sah sich am Montag Kritik ausgesetzt, weil er ein 14 Jahre altes Bild eines orthodox jüdischen Ereignisses zur Untermalung gezeigt hatte, während er die jüngsten religiösen Massenversammlungen kritisierte.

«Wir werden die Restriktionen auf ganzer Linie durchsetzen», sagte de Blasio. «Wenn Menschen sich weigern Masken zu tragen, wird es Strafen geben. Auf ganzer Linie müssen wir dies tun. Ich verstehe die Frustrationen, die die Menschen empfinden, weil niemand sehen will, dass wir zu den Einschränkungen aus dem Frühjahr zurückkehren müssen, aber leider sind sie notwendig.»
 

MITTWOCH, 07. Oktober 2020 

15.50 Uhr
Ausnahmezustand verlängert 
Das Kabinett hat eine einwöchige Verlängerung des aktuellen Ausnahmezustands genehmigt, welcher es erlaubt, Demonstrationen weiterhin einzuschränken. Die neuen Restriktionen, die letzte Woche eingeführt wurden, erlauben Proteste nur in Gruppen von 20 Personen und im Umkreis von einem Kilometer des eigenen Wohnsitzes. Einschränkungen für Demonstrationen dürfen lediglich in einem besonderen Ausnahmezustand genehmigt werden, in dem ebenfalls alle nicht-essentiellen Arbeitsplätze geschlossen sind. Das Kabinett muss diesen Ausnahmezustand alle sieben Tage erneut genehmigen und kann ihn nicht länger als 21 Tage verlängern. Ein Ausschuss der Knesset, kann jedoch eine weitere Verlängerung genehmigen.

Ebenfalls teilte Ministerpräsident Netanjahu heute den lokalen Regierungschefs per Zoom-Anruf mit, dass laut Expertenempfehlung, die Lockerung des Lockdowns erst nächste Woche besprochen wird.
Darüber hinaus bat der Premierminister um die Zusammenarbeit der Bürgermeister bei der Verhinderung großer Versammlungen und Durchsetzung von Vorschriften.
 

9.00 Uhr
Orthodoxe verbrennen Masken 
Am gestrigen Abend protestierten orthodoxe Juden in New York gegen die Durchsetzung von Versammlungsverboten in ihren Nachbarschaften. In den Straßen des Borough Park demonstrierte eine Menge junger Männer die einen Stapel Masken in Brand setzten und einen Reporter aus den Viertel rausschmissen.

Der Protest in dem stark orthodox geprägten Viertel von Brooklyn sollten den Missmut gegen die erneute Einführung von Restriktionen wie Schulschliessungen, das Einschränken von Synagogenbesuchen und die Schliessung nicht-essentieller Geschäfte in Nachbarschaften mit hohen Infektionsraten zum Ausdruck bringen. 

Die Proteste - sowie verärgerte Äußerungen von Führern der orthodoxen Gemeinden - brachten die Frustration der lokalen orthodoxen Juden zum Ausdruck, die sich seit dem Frühjahr im Zentrum einer zweiten Welle in New York befinden. Nicht nur das tägliche lokale Leben und kommunale Institutionen sind gefährdet, sondern viele in der Gemeinde glauben ebenfalls, dass Stadt- und Staatsbeamte in ihrem vorgehen gegen die Pandemie zu Unrecht orthodoxe Juden gezielt angreifen. 

Während der Proteste gelobten die Gemeindevorsteher, sich durch Rechtsstreitigkeiten und zivilen Ungehorsam den neuen Regeln zu widersetzen. «Wir werden nicht schließen», verkündete der Radiomoderator und lokale Promi Heshy Tischler, um die versammelten Menschenmengen anzufeuern.

Die Proteste erfolgten als Reaktion auf die Ankündigung des New Yorker Gouverneurs Andrew Cuomo, neue Beschränkungen für einen großen Teil von Brooklyn festzulegen, welcher einen starken Anstieg an Neuinfektionen verzeichnet. Seine Ankündigung folgte einer ähnlichen Ankündigung des New Yorker Bürgermeisters Bill de Blasio, der am Sonntag während des jüdischen Feiertags Sukkot, an dem orthodoxe Juden keine Handys oder Computer benutzen, sagte, er werde am Mittwoch die Schulen schließen. Der Gouverneur kündigte dann am Montag an, dass er die Schulen am Dienstag schließen werde.
 

DIENSTAG, 06. Oktober 2020 

13.45 Uhr
Nicht mehr als 2.000 Fälle
Coronavirus-Beauftragter Ronni Gamzu riet dazu den nationalen Lockdown nicht aufzuheben, bis die tägliche Fallzahl auf 2.000 gesunken ist und die R-Zahl 0,8 nicht überschreitet. Der Vorschlag, welcher vom Gesundheitsministerium unterstützt wird, wurde dem Coronavirus-Kabinett am Montag während eines Treffens vorgelegt.

Während die jüngsten Daten auf eine mögliche Verlangsamung der Ausbreitung des Virus hindeuten, war die tägliche Anzahl an Neuinfektionen in den letzten Wochen fast zwei- bis viermal höher als die von Gamzu vorgeschlagenen 2.000. Um die Ziele zu erreichen, sagte das Ministerium, müsse das Land mindestens eine weitere Woche, bis zum 14. Oktober, im Lockdown bleiben. 

Der Vorschlag beschreibt auch was passieren würde, wenn nur eine der beiden Bedingungen erfüllt wird. Wenn die R-Zahl unter 0,8 fällt, die durchschnittliche Anzahl täglicher Neuinfektionen jedoch weiterhin über 2.000 liegt, schlägt das Ministerium vor die Restriktionen in abgeschwächter Form beizubehalten. Wenn der Infektionskoeffizient jedoch über 0,8 steigt, möchte das Ministerium, dass der Lockdown um eine weitere Woche verlängert wird.

Sobald der Lockdown endet, wird empfohlen zu Gamzus sogenanntem Ampelplan zurückzukehren, wonach verschiedene Gebiete je nach ihren Infektionsraten unterschiedlichen Restriktionen unterliegen. In «roten» Städten, d.h. in Städten mit einer hohen Infektionsrate, wird empfohlen einen vollständigen Lockdown aufrechtzuerhalten oder wiederherzustellen, einschließlich der Versammlungsverbote und Schulschliessungen.
 

9.12 Uhr
Deal mit der Polizei 
Trotz der steigenden Infektionsraten in Israel erlaubte die Polizei von Jerusalem mehreren ultraorthodoxen Gemeinden in der Stadt, Massenveranstaltungen abzuhalten. Die Vereinbarung wurde unter der Bedingung getroffen, dass diese nicht Dokumentiert werden würden, wie Haredi-Quellen Haaretz berichteten.

Einige Tage vor Sukkot führte der Kommandeur der Lev Habira-Polizeistation, Shimi Marciano, Gespräche mit Vertretern der verschiedenen Gemeinden in der Nachbarschaft - Toldos Aharon, Toldos Avrohom Yitzchok, Dushinsky und Slonim. Es wurde vereinbart, dass sie ihre Feiertagsrituale fortsetzen können, zu denen Simhat Beit Hasho'eva (die Wasserentnahmezeremonie aus der Zeit des Tempels) und weitere Veranstaltungen gehören. An den Veranstaltungen nahmen Tausende teil, die sicherstellten, dass keine Dokumentation der Veranstaltung veröffentlicht wurde.

Marciano versprach, seine Streitkräfte während der Ferien nicht in den Batei Midrasch (Studiensaal) und in den riesigen Sukkot der chassidischen Sekten zu schicken. Und so gab es am Vorabend des Sukkot-Festivals am vergangenen Freitag jeden Abend große Ereignisse in diesen Gemeinden, zu einer Zeit, als große Polizeikräfte Dutzende von Metern entfernt stationiert waren, aber nicht eintraten.

Die Polizei wusste natürlich im Voraus über die geplanten Ereignisse in diesen chassidischen Sekten Bescheid und berichtete am Vorabend des Feiertags, dass sie die Vertreter der Gemeinden zu „Erklärungsgesprächen“ eingeladen hatten, in denen klargestellt wurde, dass sie nicht verletzen dürfen Coronavirus-Bestimmungen. Die Polizei bemerkte sogar, dass der Bezirkskommandant Doron Yadid die Kommandeure anwies, „kompromisslose Durchsetzung“ gegen Verstöße gegen die Richtlinien zu üben.

MONTAG, 05. Oktober 2020 

20.15 Uhr
Tausende bei Beerdigung 
Tausende chassidische Juden nahmen heute mit Zustimmung der Polizei am Trauerzug des Rebben von Pittsburgh in Aschdod teil. Der 65-Jährige Rabbiner ist am Montag Morgen an den Folgen des Coronavirus verstorben ist. 

Gemäß ihrer Vereinbarung mit der Polizei wurde erwartet, dass die Teilnehmer auf dem Friedhof in kleinere Gruppen aufgeteilt werden und die Richtlinien des Gesundheitsministeriums befolgen.  Dies beinhaltete das Tragen von Masken und einhalten des Mindestabstandes von zwei Metern. 

Laut der Polizei, setze diese zahlreiche Streitkräfte ein um die Hygienebestimmungen bei der Massenbestattung durchzusetzen, jedoch sei letztendlich die Durchsetzung bei der enormen Anzahl an Teilnehmenden nicht möglich gewesen. Am Nachmittag kam es zu kurzen Zusammenstössen zwischen der Polizei und den Demonstranten.
 

13.15 Uhr
Infizierte Ministerin versuchte Synagogenbesuch zu vertuschen 
Die israelische Umweltschutzministerin Gila Gamliel gab bekannt, dass sie über Samstag Nacht positiv auf Covid-19 getestet wurde. Bei der epidemiologischen Untersuchung kam nun heraus, dass Gamliel versucht hatte ihren Synagogenbesuch zu Yom Kippur vor den Behörden zu Verstecken.  

Gamliel, welche im Norden von Tel Aviv lebt, sei zu Yom Kippur in eine Synagoge in Tiberius gefahren, welches 150 Kilometer von Tel Aviv entfernt ist und habe ihre Schwiegereltern über die Feiertage besucht. Beide Vorgehen verstiessen deutlich gegen die neuen Lockdown-Restriktionen. 

Nach ihrem positiven Testergebnis, soll die Ministerin den Gesundheitsbeamten mitgeteilt haben, dass sie sich bei Ihrem Fahrer angesteckt habe. Jedoch ergab die Untersuchung, dass ihre engeren Familienmitglieder, die ebenfalls positiv getestet wurden, nie mit dem Fahrer in Kontakt kamen. Später gab Gamliel zu, dass sie mit ihrer Familie eine Synagoge in Tiberius an Yom Kippur besucht hatte. Nun versuchen Beamte zu ermitteln, wer sich möglicherweise auch dort infiziert haben könnte.  

Gamliel soll vor der Verkündung ihrer positiven Diagnose stundenlang Anfragen des Gesundheitsministeriums ausgewichen sein und habe so die Kontaktverfolgung behindert. 

Das Büro der Ministerin wiess die Anschuldigungen zurück und sagte, dass die Ministerin mit den Gesundheitsbehörden kooperiere und die Anschuldigungen nur ein Versuch seien Mitglieder der Likud zu schädigen. 
 

9.05 Uhr
Rätselraten um Trump 
Das Weisse Haus hält mit umfassenden Informationen über die Bedrohlichkeit der Virus-Infektion des Präsidenten zurück. Bei Umfragen zeichnet sich ein scharfe, negative Wende für Trump ab. Artikel in voller Länge: (tachles).

FREITAG, 02. Oktober 2020 

9.35 Uhr
Trump testet positiv 
Am Freitag Morgen gab Präsident Trump bekannt, dass er und die First Lady positiv auf das Coronavirus getestet wurden, wie die «New York Times» berichtete. (nytimes

Der Präsident schrieb auf Twitter: «Heute Abend wurden @FLOTUS und ich positiv auf Covid-19 getestet. Wir werden sofort mit unserer Quarantäne und dem Genesungsprozess beginnen. Wir werden das GEMEINSAM durchstehen!». 

Bisher wurde noch nicht bekannt gegeben ob Trump oder die First Lady Symptome zeigen. 
Vermeintlich steckte sich Trump mit dem Virus an, nachdem sich einer seiner engsten Berater, Hope Hicks, infizierte. Nachdem Trump monatelang die Gefahren des Virus heruntergespielt hatte, hat Covid-19 nun seinen inneren Kreis durchdrungen und gezeigt, wie Schwer es ist selbst mit den Mitteln eines Präsidenten das Virus zu kontrollieren.  

Mit Hinblick auf die Bevorstehenden US-Wahlen am 3. November, könnte das positive Testergebnis Trumps unmittelbare Schwierigkeiten für seinen Wahlkampf gegen Joe Biden bedeuten.  Selbst wenn Trump, welcher nun schon über siebzig ist, asymptomatisch bleibt, wird er sich zumindest vorübergehend von dem Wahlkampf zurückziehen und sich im Weissen Haus isolieren müssen. Falls er krank werden sollte, könnte dies seinen Platz auf dem Stimmzettel in Frage stellen. 

DONNERSTAG, 01. Oktober 2020

12.10 Uhr
Patienten versterben häufiger und schneller 
Ein Team der «Hebrew University» stellte fest, dass in den letzten zwei Wochen die Todesfälle von Coronavirus-Patienten in kritischen und weniger kritischen Zuständen in Krankenhäusern deutlich zugenommen haben. Ebenfalls sollen die neuen Restriktionen der Regierung nur begrenzt Wirksamkeit zeigen.

Das Expertenteam des «Racah Institute of Physics» der Universität der «School of Public Health» stellte ebenfalls fest, dass sich die Zeit zwischen der Einlieferung eines Covid-19 Patienten und seines Versterbens verringert hat. Zu Beginn des Monats vergingen im Durchschnitt 15 Tage zwischen der Einlieferung und dem Tod, nun sind es nur noch 11.

Die Zahlen könnten auf einen verringerten Standard der medizinischen Versorgung für Covid-19 Patienten hinweisen, da die Krankenhäuser mit Viruspatienten überfüllt sind. Eine weitere Erklärung des Expertenteams weisst darauf hin, dass Patienten die erst kürzlich eingeliefert wurden, sich möglicherweise bereits in einem fortgeschrittenen Krankheitsstadium befanden, oder, dass die bereitgestellten Ressourcen möglicherweise nicht ausreichen, um die Patienten am Leben zu erhalten. Das Team fügte hinzu, dass die verkürzte Krankenhausaufenthaltsdauer ein Indikator für die verminderte Fähigkeit des Gesundheitssystems den Tod zu verhindern, sein könnte.

Im September sind insgesamt 596 Personen an Covid-19 verstorben, gegenüber den 387 Todesfällen im August und den 233 Fällen im Juli. In den vergangenen Tagen sind täglich zwischen 22 und 30 Menschen an der Krankheit gestorben. Diese Woche hat die Anzahl der Patienten, die sich in einem kritischen Zustand befinden, die für Krankenhäuser festgelegte Funktionsgrenze von 800 Personen überschritten. 

Das Team präsentierte die Ergebnisse dem «coronavirus response team» der Regierung, dem Coronavirus-Kabinett der Knesset und dem Nationalen Sicherheitsrat.

 

8.30 Uhr
Sefardische Thora-Weisen fordern Schliessung der Synagogen 
Während Chassidim wie zum Beispiel Vishnitz oder Bels zu Tausenden an Rosh Hashanah und Yom Kippur in den Synagogen beteten und auch weiterhin in die «Schul» gehen wollen, traf der «Shas Rat der Thora-Weisen» eine andere Entscheidung. Er gab jetzt eine Anordnung heraus, die es verbietet, in Synagogen oder geschlossenen Räumen Gottesdienste abzuhalten. Artikel in voller Länge: (tachles)

MITTWOCH, 30. September 2020 

8.30 Uhr
Proteste werden eingeschränkt
Die Knesset verabschiedete am frühen Mittwochmorgen eine Änderung des Coronavirus-Gesetzes der Regierung, die Demonstranten daran hindert, sich mehr als einen Kilometer von ihren Häusern zu entfernen um an einer Demonstration teilzunehmen.

Zusammen mit dem Gesetz wurde ein «besonderer Ausnahmezustand» ausgerufen, den das Ministerkabinett dreimal pro Woche ratifizieren muss. Der Ausnahmezustand wird gemeinsam mit der Entscheidung diesen zu verlängern, dem Verfassungsausschuss vorgelegt. Der Ausschuss hat die Befugnis den Ausnahmezustand rückwirkend aufheben.

Ein besonderer Ausnahmezustand erlaubt es der Regierung nicht, Gebete, Proteste oder religiöse Zeremonien vollständig zu verbieten. Jedoch kann die Regierung in solchen Situationen, die damit verbundenen Versammlungen einschränken und die Anzahl der Teilnehmer begrenzen. 

Während des Treffens der Knesset am Dienstag, versammelten sich Hunderte von Demonstranten um gegen die Gesetzgebung zu protestieren. Drei von ihnen wurden von der israelischen Polizei festgenommen.
 

DIENSTAG, 29. September 2020

14.55 Uhr
New Yorks orthodoxe Viertel
Am Vorabend von Yom Kippur notierte die New Yorker Stadtverwaltung einen weiteren Anstieg neuer Infektionen mit Covid-19 in acht Nachbarschaften in Queens und Brooklyn. Dort leben orthodoxe Gemeinschaften, die seit Beginn besonders stark von der Pandemie betroffen sind. Artikel in voller Länge: (tachles). 

9.05 Uhr
Krankenhäuser am Limit
Am Montag sind weitere 33 Israeli an Covid-19 verstorben, womit die Zahl der Todesopfer nun auf 1,507 gestiegen ist. Alleine über Jom Kippur wurden 2,092 neue Fälle diagnostiziert und mehr als 1,500 Menschen wurden ins Krankenhaus eingeliefert. Von diesen befinden sich 763 derzeit in einem kritischen Zustand. 

Laut einem Bericht des sogenannten «Barometer-Teams», welches die Situation in Krankenhäusern verfolgt, werden in jedem Krankenhaus etwa 10 bis 15 Prozent aller Betten in der Notaufnahme und 40 Prozent der Betten in der Inneren Medizin verwendet, um Coronavirus-Patienten zu behandeln. Die Belastung ist für kleine und mittlere Krankenhäuser sowie für Krankenhäuser in besonders stark betroffenen Gebieten bei weitem am grössten.  Derzeit gibt es in allen Krankenhäusern für Allgemeinmedizin in Israel 111 überfüllte Abteilungen für Innere Medizin. 

Teil des Problems sei, dass die Patienten nicht gerecht an alle Krankenhäuser verteilt werden. In den Stationen für Innere Medizin die zu 85 Prozent ausgelastet sind, sollten Covid-19 Patienten in andere nahegelegene Krankenhäuser geschickt werden. Ebenfalls sollten nur neue Stationen für Covid-19 Patienten eröffnet werden, wenn die Stationen in diesen Krankenhäusern zu 85 Prozent ausgelastet sind. Tatsächlich weist das Gesundheitsministerium jedoch jedes Mal alle Krankenhäuser an, eine neue Covid-19-Station zu eröffnen, wenn eine Station zu 80 Prozent ausgelastet ist, unabhängig von der Situation in anderen Krankenhäusern (in denen möglicherweise weniger belegt ist). Jedes Mal, wenn eine neue Station eröffnet wird, muss Personal gefunden werden, dass dort arbeiten kann, wodurch letztendlich andere Krankenhausdienste schliessen müssen und der Platz für andere Patienten eingeschränkt werden muss. 

 

MONTAG, 28. September 2020 

9.30 Uhr
Rekordzahlen zu Yom Kippur 
Israel befindet sich derzeit inmitten eines zweiten Lockdowns um die Verbreitung von Covid-19 einzudämmen. Aufwärtstendierend, fallen momentan 14 Prozent aller Testergebnisse positiv aus. Alleine am Freitag vergangene Woche wurden 8,315 neue Coronavirus-Fälle diagnostiziert und bis Montagmorgen sind 1,450 Menschen verstorben.

In einem in den sozialen Medien verbreiteten Video, erkannte Netanjahu an, den ersten Lockdown zu schnell aufgehoben zu haben (twitter). Des Weiteren forderte Netanjahu die Israeli auf, den diesjährigen besuch in der Synagoge an Yom Kippur auszulassen. Laut den momentanen Restriktionen dürfen in manchen Gemeinden bis zu 50 Personen und in jenen mit hohen Infektionsraten bis zu 25 Personen, an Gottesdiensten in Innenräumen teilnehmen. 

Coronavirus-Beauftragter Professor Ronni Gamzu richtete seine Entschuldigte in einem Facebook-Beitrag an die orthodoxen Gemeinden, welche sich durch die neuen Massnahmen besonders angegriffen gefühlt hatten. Ebenfalls entschuldigte er sich dafür, dass er einen zweiten Lockdown nicht verhindern konnte (timesofisrael).

In einem separaten Facebook-Beitrag kritisierte Netanjahu die Demonstranten, die wöchentlich gegen seine Führung des Landes und seinen Umgang mit der Pandemie protestieren. Die Regierung soll demnächst Gesetzte verabschieden, die Proteste und Gottesdienste weiterhin Einschränken würden. Erst am Samstag Abend hatten sich 16,000 Demonstranten in Jerusalem zusammengefunden. 

FREITAG, 25. September 2020 

10.35 Uhr
Knesset uneinig über neue Restriktionen 
Seit Donnerstag Abend diskutiert das Legislativkomitee der Knesset über die Verschärfung der Restriktionen des Landesweiten Lockdowns, welcher am Freitag um 14.00 Uhr in Kraft treten soll. Bevor die neuen Vorschriften Inkrafttreten können, müssen diese noch von der Regierung genehmigt werden und ebenfalls eine zweite und dritte Lesung in der Knesset bestehen.

Inmitten der Debatte sagte Miki Zohar: «Ich werde zu der Regierung gehen und versuchen, einen Ausnahmezustand voranzutreiben, der innerhalb von vier Tagen genehmigt werden muss. Wenn der Oberste Gerichtshof die Gesetzgebung abschießt, werden wir in eine Tragödie geraten, die wir uns nicht einmal vorstellen können.»
 

DONNERSTAG, 24. September 2020 

8.50 Uhr
Corona-Krise bedroht Israels Wirtschaft 
Die «Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung» (OECD) warnte in einem Bericht über Israel, dass die Coronavirus-Pandemie viele der wirtschaftlichen Errungenschaften des Landes im letzten Jahrzehnt rückgängig zu machen droht.

«In den zehn Jahren seit dem Beitritt zur OECD hat Israel seine Arbeitslosenquote halbiert, den Lebensstandard erhöht und die Staatsverschuldung gesenkt», sagte Laurence Boone, Chefökonom der OECD, in einer Erklärung. «Israel muss seine Bemühungen um Menschen und Unternehmen zu schützen, das Wachstum wiederzubeleben und die zentralen Herausforderungen der starken Ungleichheiten und Produktivitätsunterschieden zwischen Hightech- und traditionellen Sektoren fortsetzen, da diese die Krise sonst weiter verschärfen könnten.»

Die OECD erwartet, dass sich Israel von der Rezession erholen wird, auch wenn der Prozess langsam sein werde. Die Organisation prognostiziert, dass das Bruttoinlandsprodukt Israels in diesem Jahr um 6 Prozent schrumpfen, im Jahr 2021 jedoch nur ein Wachstum von 2,9 Prozent verzeichnen wird. Die Arbeitslosenquote, welche in dem Bericht Arbeitnehmer ohne unbezahlten Urlaub nicht einschließt, werde in diesem Jahr 6,1 Prozent erreichen und 2021 weiter auf 6,5 Prozent steigen, bevor sie allmählich wieder abflachen wird.

Diese Prognosen hängen massgeblich vom Coronavirus ab. Ein erneuter Anstieg an Todesfällen, die zu einem Dritten Lockdown führen könnten, würde die Erholung der Wirtschaft weiter verzögern. Ein Anstieg an Insolvenzen und die Schließung von Unternehmen die für die Wirtschaft von entscheidender Bedeutung sind, könnten folgen. Laut der OECD müsste in diesem Falle die Regierung ihre Maßnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft ausweiten.

Der Bericht betonte das hohe Mass an Unsicherheit über die weiteren Entwicklungen der Wirtschaft, solange es keine Impfung gegen das Coronavirus gebe. 

MITTWOCH, 23. September 2020 

15.55 Uhr
NYC: 20% aller Neuinfektionen aus orthodoxen Nachbarschaften
Am Dienstag gaben die New Yorker Gesundheitsbehörden bekannt, dass 20% aller neuen Covid-19 Fälle in New York City auf sechs Stadtteile in Brooklyn und Queens mit einem hohen Anteil an orthodoxen Anwohnern zurückzuführen seien. 

Die Daten spiegeln Erfahrungsberichte lokaler Ärzte wieder, welche bemerkten, dass Fälle in Stadteilen die bereits im März und im April stark betroffen waren, nun wieder ansteigen. Laut Dr. Stuart Ditchek, ein Kinderarzt in Midwood, habe er habe er am Montag 31 Patienten testen lassen, von denen neun Patienten positive Testergebnisse erhielten. Dies entspricht einer Positivitätsrate von fast 30%, im Gegensatz zu dem stadtweiten Durchschnitt von 1,2%.

In mehreren Stadtteilen in Süd-Brooklyn, darunter Midwood, Borough Park und Bensonhurst, welche das Gesundheitsamt nach ihrer Verbindungsstraße als «Ocean Parkway Cluster» bezeichnet, sowie in Williamsburg und Far Rockaway, verdreifachten sich die Fälle im Zeitraum von dem 1. August, bis zu dem 19. September. In Kew Gardens, einem Stadtteil in Queens, verdoppelten sich die Fälle im gleichen Zeitraum.

Während viele der Fälle in den letzten sechs Wochen mit grossen Hochzeiten in Verbindung gebracht wurden, ist die Ausbreitung des Coronavirus in den Gemeinden wahrscheinlich durch eine Reihe von Faktoren, wie den Beginn der Schulzeit und der Hohen Feiertage, verschärft worden.

8.25 Uhr
Corona-Krise wird zur Staatskrise
Das Problem, das die israelische Regierung derzeit hat, haben alle Regierungen weltweit: einen Weg zu finden zwischen einer Reduzierung der Infektionsrate und der Rettung der Wirtschaft. Doch was Premier Benjamin Netanyahu und seine Berater derzeit machen, ist im Augenblick ohne Sinn und Verstand. Artikel in voller Länge: (Tachles).

DIENSTAG, 22. September 2020 

9.25 Uhr
Luk bei Anti-Regierungs-Protesten 
Topaz Luk, Netanjahus Social-Media-Berater, wurde am Sonntag bei einem regierungsfeindlichen Protest in der Nähe der offiziellen Residenz des Premierministers in Jerusalem gefilmt, obwohl dieser sich im Zuge seiner Rückkehr aus Washington offiziell noch in Quarantäne befinden müsste. 

Laut Netanyahus Likud-Partei, sei Luk lediglich für einen Coronavirus-Test vor Ort gewesen. Die Tests für Mitglieder der Delegation in Washington wurden jedoch in einer Durchfahrtsanlage im Büro des Premierministers durchgeführt und erforderten nicht, dass die getesteten Personen ihre Fahrzeuge verlassen.

Luk und Ofer Golan wurden in der Nähe des Prima Kings Hotels, welches ungefähr 2,5 Kilometer von dem Büro des Premierministers entfernt ist, gefilmt. Der Aktivist Gonen Ben Itzkak reichte eine Polizeibeschwerde ein, in welcher er behauptete, Luk habe seine Quarantänepflicht verletzt.

Laut Augenzeigen filmten Luk und Ofer Golan eine Gruppe von Coronavirus-Leugnern. Die Jugendbewegung «Rise Up Israel», deren Mitglieder regelmässig an regierungsfeindlichen Protesten in Jerusalem teilnehmen, behauptet, Luk hätte «einen Anti-Coronavirus-Protest inszeniert, um die Kampagne, dass Demonstranten Krankheitsverbreiter seien, zu bestärken». 
 

MONTAG, 21. September 2020 

20.10 Uhr
Erste Krankenhäuser überlastet 
Am Wochenende über Rosch Haschana wurden israelische Krankenhäuser angewiesen ihre Stationen für innere Medizin teilweise zu schliessen um zusätzlichen Platz für Corona-Patienten zu schaffen. 
Die Corona-Stationen des Shaare Zedek Medical Center in Jerusalem und des Assuta Medical Center in Ashdoh seihen bereits an ihrer Belastungsgrenze und würden keine weiteren Covid-19 Patienten annehmen. 

Das Westgaliläa-Krankenhaus in der nördlichen Stadt Nahariya kündigte an, dass es alle nicht-notwendigen Operationen aufgrund der vielen Corona-Patienten bis auf weiteres verschieben wird. Damit ist es das erste israelische Krankenhaus, welches seit Ende der ersten Welle Operationen verschiebt.  In den drei Coronavirus-Stationen des Krankenhauses werden derzeit 89 Corona-Patienten behandelt, von denen sich 33 in einem kritischen Zustand befinden und 14 beatmet werden müssen. Das Krankenhaus wird voraussichtlich morgen eine vierte Covid-19-Station eröffnen.

Verteidigungsminister Benny Gantz kündigte an, dass die Armee unverzüglich mit der Errichtung eines Feldkrankenhauses mit ca. 200 Betten beginnen wird, um die Arbeit des Gesundheitssystems zu unterstützen. 
 

FREITAG, 18. September 2020 

12.15 Uhr
Rosch Haschana auf der Donau 
Wenn Rosch Haschana am Freitagabend beginnt, werden keine der 100.000 Juden Ungarns in einer Synagoge sein. Stattdessen werden sie auf einem Boot auf der Donau sitzen, unter Zelten, oder auf dem Deck eines schwimmenden Hotels - Orte, die ausgewählt wurden, um während der Coronavirus-Pandemie unter freiem Himmel beten zu können.

Nachdem viele europäische Länder jüngst einen Anstieg an Covid-19-Infektionen verzeichneten, sind Regierungen in Europa nun dabei ihre Restriktionen und Massnahmen zur Bekämpfung des Virus zu verschärfen. Dies während viele Juden sich normalerweise auf die hohen Feiertage vorbereiten würde.  

Letzte Woche, als das Land begann etwa 1.000 Neuinfektionen pro Tag zu verzeichnen, verbot die ungarische Regierung alle Gottesdienste in Kirchen, Synagogen und Moscheen.  Als Reaktionen auf die Restriktionen begannen Freiwillige damit am Mittwoch mehr als 20 open-air Locations in Budapest für die kommenden Feiertage aufzubauen. 

Gläubige werden ihre Temperaturen am Eingang zu den Veranstaltungen überprüfen lassen, teilte der Synagogenverband mit. Dort wo kleine Mahlzeiten serviert werden, werden diese im Stehen und gemäss den Abstandsregeln verzehrt werden. In jedem der 23 Bezirke Budapests werden Shofar-Blaszeremonien an offenen und zugänglichen Orten organisiert werden.

Laut Shlomo Kloves, Rabbiner in Budapest und Leiter der «Vereinigte Israelische Glaubensgemeinde Ungarns», «werden wir die Feiertage auf eine ganz besondere Art und Weise feiern und uns gegenseitig wünschen, dass das neue Jahr das Ende der Coronavirus-Pandemie bedeutet.»
 

DONNERSTAG, 17. September 2020 

17.25 Uhr
Krankenstatistik 
Laut Daten des Gesundheitsministeriums wurden gestern 6.063 Israeli positiv auf das Coronavirus getestet. Die höchste Zahl an Neuinfektionen an einem Tag seit Beginn der Pandemie.
11,53 Prozent der 52.597 durchgeführten Coronavirus-Tests vielen positiv aus, was einen Anstieg von 27 Prozent in zwei Tagen darstellt.

Derzeit gibt es 44.984 aktive Fälle im Land und 549 Patienten befinden in einem kritischen Zustand. Bisher sind 1,165 Menschen verstorben. 

Premierminister Netanjahu und Coronavirus-Beauftragter Professor Ronni Gamzu konsultieren über mögliche Änderung der Restriktionen während des Lockdowns, um diese gegebenfalls noch strenger zu gestalten. Ihr Treffen findet weniger als 24 Stunden vor dem geplanten Inkrafttreten des landesweiten Lockdowns am Freitag um 14.00 Uhr statt.

Noch heute soll Professor Gamzu sich zu den möglichen Änderungen äussern. 

8.35 Uhr
Pilger vor geschlossener Grenze
In einem typischen Jahr pilgern etwa 30.000 Breslow-Anhänger nach Uman um an dem Grab des Rabbi aus dem Buch der Psalmen zu rezitieren. Dieses Jahr schloss die Ukraine aufgrund der Pandemie am 29. August ihre Grenzen. Dies hat jedoch offensichtlich nicht alle abgeschreckt und hunderte von Pilgern die die Reise dennoch angetreten sind, sehen sich nun mit einer geschlossenen Grenze zwischen Belarus und der Ukraine konfrontiert. 

In der Stadt Gomel haben sich so viele jüdische Pilger in der Hoffnung über die Grenze zu kommen versammelt, dass das Rote Kreuz humanitäre Hilfe leistet und eine Feldklinik für etwa 1.000 Menschen errichtet hat. Währenddessen bewachen Soldaten aus Belarus dort den Grenzkontrollpunkt.

Nur wenige Pilger kamen mit ausreichender Versorgung für einen langen Aufenthalt im Freien. Einige brachten ihre Kinder mit. Da die Temperatur nachts auf etwa 10 Grad sinkt, haben einige Pilger Lagerfeuer angezündet und Familien drängen sich hinter gestapelten Koffern zusammen, um sich vor den kühlen Winden zu schützen.  

Den Pilgern ist es gestattet nach Minsk zurückzukehren und von dort wieder nachhause zu fliegen, doch viele wollen bleiben. 

«Es ist surreal, was hier los ist», sagte der Pilger Nachum Klein am Dienstag gegenüber dem israelischen Sender «Kann». «Aber nach Uman zu kommen ist wie Sauerstoff, Treibstoff für das ganze Jahr. Wir sind bereit, alles dafür zu opfern.»

MITTWOCH, 16. September 2020

16.10 Uhr
Fast das ganze Land ist «rot»
Eine Woche nach dem Inkrafttreten der Restriktionen für 40 Stadtteile und Gemeinden mit hohen Coronavirus-Infektionsraten, ist Israel, gemäß dem Ampelplan des Gesundheitsministeriums, nun auf dem Weg vollständig «rot» zu werden. Am Dienstag fielen 83 Orte mit insgesamt 4 Millionen Einwohnern - fast die Hälfte der Bevölkerung des Landes – in diese Klassifizierung, welche mit den schärfsten Restriktionen einhergeht. 

Weitere 51 Gemeinden mit 2,5 Millionen Einwohnern wurden als «orange» codiert, nur eine Stufe unter «rot» im Fünf-Farben-Schema der Regierung.

Während einer Sitzung des Coronavirus-Kabinetts am Montag sagte die Leiterin des öffentlichen Gesundheitswesens, Dr. Sharon Alroy-Preis: «Die Infektionsraten verdoppeln sich in 97 Prozent der besiedelten Gebiete, dass heisst, diese wechseln innerhalb von nur zwei Tagen von grün zu rot».

Laut Daten des Gesundheitsministeriums wurden am Dienstag Morgen 2,572 Neuinfektionen diagnostiziert, womit die Gesamtheit aller aktiven Fälle bei 42,862 liegt. 535 Patienten befinden sich in einem kritischen Zustand, 138 müssen beatmet werden. Seit Beginn der Krise sind 1,147 Personen verstorben. 

Am Dienstag wurden 57,165 Covid-19 Tests durchgeführt. 
 

8.50 Uhr
2,7 Millionen US-Dollar für jüdische Schulen
Eine Gruppe von Spendern hat 13 jüdischen Schulen in Europa, die aufgrund der Coronavirus-Krise mit finanziellen Problemen konfrontiert sind, 2,7 Millionen US-Dollar gestiftet.

Fünf der sieben Spender unterstützen «Educating for Impact» eine in London ansässige gemeinnützige Organisation, die jüdische Schulen in Europa fördert, um die dortigen Gemeinden zu unterstützen und zu stärken.

Zu den Schulen die Unterstützung erhielten, gehören die «Lauder Athens Jewish Community School» in Griechenland, die «Ibn Gabirol School» in der spanischen Hauptstadt Madrid und die «Jewish School» in Tallinn, Estland.

«Da einige Eltern Schwierigkeiten haben die Studiengebühren zu zahlen, und regelmäßige Spender nicht in der Lage sind die Schulen wie gewohnt zu unterstützen, hat die Situation sich verschlechtert", heißt es in einer Erklärung.

Die Finanzierung kam vom «American Jewish Joint Distribution Committee»; der «Ronald S. Lauder Foundation»; der «Maurice and Vivienne Wohl Philanthropic Foundation»; der «Rothschild Foundation Hanadiv Europe»; dem «Maimonides-Fonds»; von dem russischen Philanthrop Mikhail Fridman und einem weiteren anonymen Spender.
 

DIENSTAG, 15. September 2020

12.15 Uhr
Neue Studie zu Vorerkrankungen 
Laut Daten die am Montag von dem Israelischen Gesundheitsministerium veröffentlicht wurden, hatten 42 Prozent der an dem Virus verstorbenen Israeli einen hohen Blutdruck (433 Personen), 29 Prozent litten an Diabetes (296 Personen) und 27 Prozent an Herzerkrankungen (27 Personen).
Weitere 111 Patienten litten an einer Lungenerkrankung, 40 hatten ein geschwächtes Immunsystem und 15 weitere Personen hatten Leberprobleme. Einige der Patienten mit geschwächtem Immunsystem litten an Krebs, und einige weitere Patienten hatten mehrere Erkrankungen.

Die Daten zeigten weiterhin, dass Männer, 53 Prozent, und Frauen 47 Prozent der Todesfälle ausmachen. Nur 17 Prozent der Verstorbenen waren 69 Jahre oder jünger, darunter fünf Personen unter 40 Jahren. Ein Viertel der Verstorbenen war 90 Jahre und älter, 35 Prozent waren zwischen 80 und 89 Jahre alt und 23 Prozent waren zwischen 70 und 79 Jahre alt.

Der stellvertretende Generaldirektor des Gesundheitsministeriums, Professor Itamar Grotto, stellte die Daten dem Coronavirus-Ausschuss vor. Er antwortete auch auf die Behauptung, dass das Coronavirus nicht mehr Todesfälle verursache als die Grippe. Bei den über 1.000 Todesfällen aufgrund von Covid-19 hätten Ärzte festgestellt, dass das Virus die Haupttodesursache sei. Im Gegensatz dazu «sterben jedes Jahr 700 bis 1.000 Menschen in Israel an Grippekomplikationen, aber die Grippe ist nur bei etwa 100 Fällen die direkte, unmittelbare Ursache für den Tod». 
 

MONTAG, 14. September 2020

12.45 Uhr
Proteste am Sonntag 
Über Nacht kam es am Sonntag zu Zwischenfällen zwischen der Polizei und den Bewohnern von Bnei Brak, als die Polizei versuchte eine Versammlung zu beschränken und die nächtliche Ausgangssperre durchzusetzen. Ein Polizist wurde von Anwohnern mit einem Müllsack beworfen, und wurde später dabei gesehen, wie er diesen einem Anwohner ins Gesicht schmiss. 

Die Konfrontation brach aus, nachdem einige Anwohner einen Polizisten umzingelten als dieser versuchte eine Versammlung aufzulösen. Kurz darauf rief der Polizist um Verstärkung.  

Der Polizist welcher einem Bewohner den Müllsack ins Gesicht schmiss, hatte dies wohl getan, nachdem er von Anwohnern Nazi beschimpft wurde. 

Bei einem weiteren Vorfall in der Nähe warfen die Bewohner Eier und Müllsäcke auf einen Polizeiwagen, welcher in der Nähe einer Synagoge geparkt hatte. 
 

SONNTAG, 13. September 2020 

21.10 Uhr
3-Wöchiger Lockdown verabschiedet 
Die israelische Regierung wird ab nächster Woche einen Landesweiten Lockdown verhängen, welcher am Vorabend von Rosch Haschana, Freitag ab 14.00 Uhr in Kraft treten soll.

Premierminister Benjamin Netanjahu sagte in einer Pressekonferenz, dass Warnungen von Gesundheitsbeamten zu der Entscheidung der Regierung beigetragen hätten. 

Israeli werden ihren Wohnsitz nur noch in einem Umkreis von 500 Metern verlassen dürfen. In Innenräumen werden nur noch Gruppen von zehn Personen und draußen von zwanzig Personen erlaubt sein. Laut Netanjahu werde noch eine separate Entscheidung über Gottesdienste erfolgen. Supermärkte und Apotheken werden geöffnet bleiben.
 

FREITAG, 11. September 2020

9.35 Uhr
4000 Fälle über Nacht 
Israel scheint davor zu stehen, noch kurz vor Rosch Haschana wieder in einen flächendeckenden Lockdown auszurufen. 

Am Donnerstag verzeichnete das Land über 4000 Neuinfektionen und 22 Todesfälle, beides Rekordzahlen. Vergangene Woche wurde die Schwelle von 1000 Todesfällen überschritten und mittlerweile weisst das Land weltweit die höchste Rate an Neuinfektionen pro Kopf auf.
Die Entscheidung, das ganze Land in einen Lockdown zu schicken, erfolgte nach Tagen politischer Auseinandersetzungen darüber, wie die zunehmend beunruhigende Gesundheitskrise noch gebremst werden kann. Führer des orthodoxen Sektors des Landes, widersetzten sich jeglichen Beschränkungen die speziell auf ihre Gemeinden abzielten.

Der bevorstehende Lockdown würde die meisten Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen dazu zwingen ihre Türen wieder zu schliessen. Ebenfalls wäre es Israeli verboten ihre Häuser in einem Umkreis von weiter als 500 Metern zu verlassen.  Auch die Synagogen müssten schliessen und keine Gottesdienste würden zu Rosch Haschana und Yom Kippur stattfinden dürfen. 

Nach den zwei Wochen würden einige Beschränkungen aufgehoben. Schulen, die erst am ersten September wieder ihre Türen öffneten, würden jedoch gemäß dem momentanen Vorhaben für weitere zwei Wochen geschlossen bleiben.

DONNERSTAG, 10. September 2020

14.05 Uhr
Landesweiter Lockdown «unausweichlich»
Laut Gesundheitsminister Yuli Edelstein sei ein landesweiter Lockdown im Laufe des Monats praktisch unvermeidlich, es sei denn, die Israelis fangen an die Richtlinien der Regierung strenger zu befolgen. Im «Army Radio» sagte Edelstein: «Es ist sehr schwer zu erkennen, welche weiteren Schritte ich als Gesundheitsminister und das Gesundheitssystem unternehmen können, um einen Flächendeckenden Lockdown zu vermeiden.»

Seit heute Morgen wurden Hunderte neue Coronavirus-Fälle diagnostiziert, wie Daten des Gesundheitsministeriums zeigen. In Israel wurden bisher insgesamt 143,049 Fälle diagnostiziert, von denen derzeit 32,217 aktiv sind. 487 Patienten befinden sich in kritischem Zustand, 137 müssen beatmet werden. Bisher sind 1,055 Menschen verstorben. 

MITTWOCH, 09. September 2020 

13.05 Uhr
New York: Neuinfektionen in orthodoxen Nachbarschaften
Die wachsenden Befürchtungen über eine zweite Welle von Coronavirus-Fällen in orthodoxen Gemeinden von New York City scheinen sich zu bewahrheiten. Datensätze aus August bestätigen, dass die Rate an Neuansteckungen in Vierteln mit einem hohen Anteil an Orthodoxen, das Vierfache anderer Viertel beträgt. 

Laut den Daten des Gesundheitsamtes scheinen die Spitzenwerte an Neuinfektionen in den orthodoxen Vierteln von New York City um den 15. August zu beginnen.

«Das ist kein Zufall», sagte Dr. Stuart Ditchek, ein Kinderarzt im Stadtteil Midwood in Brooklyn. «Die bekannten drei Wochen, in denen orthodoxe Juden keine Hochzeiten abhalten, endeten nach Tisha B'av, einem Fastentag, am 30. Juli. Die Zeit zwischen diesem Zeitpunkt und dem Beginn der Hohen Feiertage ist in der Regel eine Zeit, in der häufiger Hochzeiten in orthodoxen Gemeinden stattfinden». 

Es sollen mehrere grosse Hochzeitsfeiern in Veranstaltungsräumen in Bourough Park stattgefunden haben, bei denen keine der Gäste Masken trugen. Laut der «New York Post» wurde ebenfalls beobachtet wie mache Veranstalter die Fenster der Räume mit Papier verdeckten und Gäste durch Seiteneingänge rein und raus brachten.

Dichtik befürchtet, dass es zu einem erneuten Anstieg an Infektionen kommen könnte, wenn Bewohner aus Brooklyn demnächst in ihre Ferienhäuser im Umland fahren und dann zum Beginn des Schuljahres wieder zurück. 

«Man kann sehen, warum dies ein Konglomerat an Ereignissen ist, die das Gesundheitsamt wirklich beunruhigen», sagte Ditchek. «Ich denke, wenn wir sehr wachsam sind, können wir dieses Ding immer noch einschläfern. Wenn sich die Fälle jedoch mit der Geschwindigkeit wie wir sie diese Woche sehen weiter verbreiten, wird es eine sehr schwierige Zeit rund um die Yom Tovim [Feiertage].»
 

8.45 Uhr
Ausgangssperre tritt in Kraft 
Am Dienstag Abend trat die Ausgangssperre in 40 Städten und Gemeinden in Israel in kraft. Netanjahu kündigte diese am Sonntag an, nachdem mehrere orthodoxe Bürgermeister sich gegen das Vorhaben gewährt hatten in ihren Städten einen strikteren Lockdown anzuordnen. 

Die tägliche Ausgangssperre, welche bis zum 15 September andauern wird, dauert von 19 Uhr bis 5 Uhr morgens. Anwohner dürfen sich zu diesen Uhrzeiten nur noch im Umkreis von 500 Metern von ihren Häusern entfernen und alle nicht-essentiellen Geschäfte, sowie Schulen müssen geschlossen bleiben.  

Bei den meisten Städten auf der Liste handelt es sich um orthodoxe und arabische Gemeinden. Während die Bürgermeister arabischer Gemeinden die Ausgangssperre begrüssten, verkündeten einige Bürgermeister der orthodoxen Städte, dass sie nicht mit den Plänen der Regierung kooperieren werden. 

Israel hat derzeit weltweit die höchste Rate an Neuinfektionen pro Kopf. Gestern wurden 3,184 Neuinfektionen diagnostiziert, womit die Anzahl aller bisher diagnostizierten Fälle auf 137,159 steigt. Momentan befinden sich 454 Patienten in einem kritischen Zustand, 143 müssen beatmet werden. Seit Beginn der Krise sind 1,040 Menschen verstorben. 
 

DIENSTAG, 08. September 2020 

9.25 Uhr
Jüdische Ärzte bitten um Vertrauen 
Anfang des Monatas veröffentlichten 138 jüdische Ärzte auf Long Island einen offenen Brief an Ihre Gemeindemitglieder, um diese auf den Anstieg an Neuinfektionen und Vernachlässigungen der Sicherheitsmassnahmen aufmerksam zu machen. 

«Nach einem ruhigen Sommer nehmen die Fälle jetzt zu, insbesondere in unseren Gemeinden. Covid-19 ist weder ein politisches Thema noch ist es passé», schrieben die Ärzte. «Wenn unser Ziel darin besteht, Shuls und Schulen offen zu halten und ebenfalls unsere Geschäfte in der Nachbarschaft, müssen wir erkennen, dass der Aufwärtstrend erfordert, dass wir die Situation ernst nehmen und angemessene Vorsichtsmaßnahmen treffen.»

Ärzte in mehreren orthodoxen Gemeinden führen den Anstieg an Neuinfektionen auf Sommerlager, Reisen und besonders große Hochzeiten zurück. 

Laut Dr. Annie Fränkel, einer Geburtshelferin und Gynäkologin aus Nassau County, haben die Meisten sich am Anfang an die Regeln gehalten, «jedoch scheint sich der Tenor in den letzten Monaten geändert zu haben. Viele hatten das Gefühl es wäre vorbei und sie müssten sich keine Sorgen mehr machen.»

Am Ende des Schreibens bitten die Ärzte ihre Gemeinden darum den Experten zu vertrauen und sich von ihnen aus der Pandemie führen zu lassen. 

«Ihr vertraut darauf, dass wir uns um euch kümmern werden, wenn Ihr am verwundbarsten seid und Entscheidungen über Leben und Tod treffen. Deshalb bitten wir darum, dass Ihr uns ebenfalls in dieser Sache vertraut.»
 

MONTAG, 07. September 2020 

8.30 Uhr
Israel: Ausgangssperre in 40 Städten
Netanjahu kündigte am Sonntagabend eine nächtliche Ausgangssperre für insgesamt 40 «rote» Städte mit hohen Infektionsraten an. Zusätzlich sollen Schulen geschlossen und die Versammlungen von Gruppen begrenzt werden. 

«Experten warnen davor, dass sich die Situation angesichts der hohen Infektionsrate in Israel jederzeit umkehren könnte» heißt es in einer Erklärung des Premierministers sagte. «Angesichts dieser Daten und Empfehlungen wurde die heutige Entscheidung gut überlegt, verantwortlich und Realitätsnah getroffen». 

Ursprünglich war ein weitreichender Lockdown von ca. 10 Städten mir hohen Infektionsraten geplant. Jedoch änderte Netanjahu das geplante Vorgehen, nachdem mehrere Bürgermeister orthodoxer Gemeinden und Städte damit gedroht hatten, die Kooperation mit der Regierung im Kampf gegen das Coronavirus einzustellen. 

Die Synagogen sollen im Falle eines Lockdowns und an den hohen Feiertagen offen bleiben dürfen. 
 

SONNTAG, 06. September 2020

16.45 Uhr
Netanjahu verschiebt Ministertreffen
Ministerpräsident Netanjahu gab bekannt, dass er das heutige Ministertreffen um den bevorstehenden Lockdown mehrere Stadteile, Gemeinden und Siedlungen aufgrund ihrer hohen Infektionsraten zu planen, verschieben wird. Die Entscheidung fiel nachdem ihm eine Reihe ultraorthodoxer Bürgermeister einen Brief schickten, in dem sie aufgrund der bevorstehenden Entscheidung drohten, die Zusammenarbeit mit den Regierungsbehörden im Kampf gegen das Coronavirus einzustellen.

In ihrem Brief beschuldigten die Bürgermeister von Bnei Berak, Elad, Betar Illit und der Ratsvorsitzende von Emanuel Netanyahu, ihnen weder zugehört, noch ihre Meinungen und Alternativvorschläge ernstgenommen zu haben. Ebenfalls sei es seine volle Absicht gewesen einen Lockdown über die Feiertage verhängen. Weitern schrieben sie direkt an Netanjahu: «die Entscheidungen, die Du immer wieder getroffen hast, wurden ohne Logik und gesundheitliche Bedenken getroffen und richten sich scharf und deutlich gegen die ultraorthodoxe Öffentlichkeit. Wir sehen Dich klar in der Verantwortung für die verhängten Strafmaßnahmen, für die Demütigungen der Würde unserer Traditionen und unserer Würde als legitime Bürger dieses Landes».
 

8.25 Uhr
Israel: Über 1000 Todesfälle 
Am Samstag Abend überschritt die Zahl der an Covid-19 Verstorbenen in Israel über 1000. Seit Beginn der Pandemie wurden in Israel insgesamt 129,173 fälle diagnostiziert. Von diesen gelten 26,283 momentan als aktiv. 439 Patienten befinden sich in einem kritischen Zustand und 128 müssen beatmet werden. 

FREITAG, 04. September 2020 

9.05 Uhr
Israel: Lockdown ab Montag 
Angesichts einer zweiten Infektionswelle, bei welcher am Mittwoch fast 3.000 Menschen positiv getestet wurden, hat sich das Israelische Coronavirus-Kabinett entschieden einen Lockdown für «rote» Städte und Dörfer zu verhängen. 

Das Gesundheitsministerium wird bis Sonntag entscheiden, welche Städte gesperrt werden. Die Liste wird in Abstimmung mit dem Ministerium für öffentliche Sicherheit und der israelischen Polizei auf der Grundlage ihrer Fähigkeit den Lockdown Durchzusetzen erstellt.

Die folgenden Städte und Dörfer werden von der Regierung derzeit als rot eingestuft: Abu Snan, Umm al-Fahm, Elad, Ibelin, Buqata, Beit Jann, Betar Illit, Bnei Berak, Jaljulia, Jatt, Daliyat el-Karmel , Zemer , Tiberias, Tayyibe, Tira, Kasra-Samia, Kaabiyah-Tabash-Hajjajra, Kafr Bara, Kafr Kanna, Kfar Kassem, Lakia, Ma'ale Eisen, Nazareth, Ein Mahil, Isfiya, Arara, Fureidis, Qalansawe, Rekhasim, Kfar Aza. Zwölf Nachbarschaften in Ost-Jerusalem wurden ebenfalls als «rot» eingestuft. 

Laut Premierminister Netanyahu sei die Entscheidung getroffen worden um «so schnell wie möglich den Anstieg an Neuinfektionen einzudämmen. Wir entschlossen uns rote Städte einem Lockdown zu unterziehen, da viele Infektionen dort stattfinden und sich dann in den Rest der Bevölkerung ausbreiten». 

Minister Yaakov Litzman, Vorsitzender der ultraorthodoxen Partei «United Torah Judaism», kritisierte die Entscheidung der Regierung, da die Sperrungen ganzer Städte anstelle bestimmter Stadtteile unwirksam sei und eine ungerechte kollektive Bestrafung darstelle.

Litzman nannte die Entscheidung «Teil eines organisierten Plans, den Lockdown während der Hohen Feiertage zu verhängen und somit Synagogen während Rosch Haschanah, Yom Kippur und Sukkot zu schließen». Er fügte hinzu, dass dies etwas sei «was wir niemals zulassen werden.» und forderte die Gesundheitsbehörden auf, die Transparenz bei der Entscheidungsfindung zu erhöhen.
 

DONNERSTAG, 03. September

13.40 Uhr
Edelstein für partiellen Lockdown 
Gesundheitsminister Yuli Edelstein beabsichtigt strengere Richtlinien für als «rot» gekennzeichnete gebiete in Israel zu verabschieden. Dies beinhaltet ins besonders Acht Gebiete mit dem höchsten Aufkommen an Neuinfektionen. 

Der Minister forderte den Lockdown dieser Städte, einschliesslich des Verbotes das Gebiet neu zu betreten oder zu verlassen. Anwohner sollen ihr Haus nur noch in einem Umkreis von 500m verlassen. Edelstein forderte ebenfalls die Schliessung nicht-notwendiger Unternehmen, Restaurants und Schulen, mit Ausnahme von Sonderschulen und Vorschulen. 

Voraussichtlich wird Edelstein nächtliche Ausganssperren und ähnliche Massnahmen für weitere «rote» Städte veranlassen. 

Mehr als ein Drittel, oder 34 Prozent der 13,500 neu identifizierten Covid-19 Fälle der letzten Woche, sind auf Arabische Gemeinden zurückzuführen. Weitere 23 Prozent konnten auf ultraorthodoxe Gemeinden zurückgeführt werden. Die arabischen Städte Tira und Kafr Qasim weisen mit 194 bzw. 170 Fällen pro 10.000 Einwohner die höchste Infektionsrate unter den Großstädten auf. 
Die Rate aktiver Infektionen in Israel liegt bei 23,5 Fällen pro 10.000 Personen.
 

9.30 Uhr
Zweiter Lockdown unvermeidlich? 
Laut Coronavirus-Beauftragtem Ronni Gamzu sei «ohne eine drastische Veränderung des Ausmaßes der Ausbrüche in «roten Zonen» ein vollständiger Lockdown unvermeidlich.»

Während eines Besuchs in der ultraorthodoxen Siedlung Betar Illit im Westjordanland, einem von 26 Regionalverbänden mit großen Ausbrüchen, kritisierte Gamzu Anwohner und Polizei wegen offensichtlicher Verstöße gegen die Vorschriften - wie die rechtswidrige Eröffnung von Schulen - und forderte die Stadt auf zu kooperieren.

Am 10. September wird das Coronavirus-Kabinett voraussichtlich neue Beschränkungen für die Herbstferien beschließen. Die Restriktionen werden je nach Infektionsrate von Ort zu Ort variieren. Das Kabinett wird ebenfalls über eine landesweite Sperrung während des Rosch Haschanah-Wochenendes diskutieren.

Innerhalb der letzten 24 h wurden in Israel 3,000 neue Fälle diagnostiziert. Die Gesamtheit aller aktiven Fälle beträgt 23,698. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Israel insgesamt 122,539 Covid-19 Fälle diagnostiziert. Momentan befinden sich 418 Patienten in einem kritischen Zustand, von diesen müssen 118 beatmet werden. 969 Menschen sind verstorben. 
 

MITTWOCH, 02. September 2020 

8.30 Uhr
Offene Synagogen trotz Pandemie 
Seit September 2000 öffnen Jährlich Synagogen und andere jüdische Kulturstätten in Hunderten von Europäischen Städten ihre Türen für eine eintägige Veranstaltung, deren Ziel es ist, die Beziehungen zwischen jüdischen Gemeinden und Nicht-Juden in Europa zu fördern.
Zweifellos wird der «Europäische Tag der Jüdischen Kultur» aufgrund der Pandemie dieses Jahr anders als gewohnt verlaufen. Dennoch haben zahlreiche Synagogen und Gemeinden angekündigt, dass sie mit kleinen persönlichen Veranstaltungen oder Online-Programmen an dem jährlichen Event teilnehmen werden. 

Insgesamt werden Veranstaltungen in 30 Ländern stattfinden. Beispielsweise in Luxemburg, wo ein Kantor ein Konzert in der Synagoge von Luxemburg geben wird, und in Slowenien, wo Führungen durch den jüdischen Friedhof in Rosenthal, einer kleinen Stadt in der Nähe der Italienischen Grenze, auf dem prominente Juden begraben liegen, stattfinden werden.

Neben den persönlichen Veranstaltungen wird es ebenfalls mehrere Livestreams geben. Das gesamte Programm wird sich über einen Monat erstrecken. Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen werden auf der Website der «Europäischen Vereinigung zur Erhaltung und Förderung der jüdischen Kultur und des jüdischen Erbes» zur Verfügung gestellt werden (link).

In Italien und Spanien, Zwei Länder die zu Beginn des Jahres schwer von der Pandemie betroffenen waren, werden dieses Jahr mehr Städte an dem Event teilnehmen als je zuvor. 

Laut einem gemeinsamen Statement der 22 Veranstalter, zu denen jüdische Organisationen wie B’nai B’rith Europe gehören, zeugt gerade die Beteiligung von Italien und Spanien, dass «die jüdische Kultur nicht nur sehr präsent ist, sondern ebenfalls ein hohes Mass an Resilienz zeigt.»

 

DIENSTAG, 01. September 2020 

13.25 Uhr
Israel: Nicht alle Schulen werden Öffnen 
Am Dienstag Morgen gab das Israelische Coronavirus-Kabinett bekannt, dass Schulen in den sogenannten «roten Zonen» nicht zum regulären Schulstart öffnen werden. Die Bekanntmachung erfolgte einige Stunden vor dem offiziellen Beginn des neuen Schuljahres. Stadtteile welche von der Regierung als «rote Zonen» gekennzeichnet wurden, haben ein besonders hohen Infektionsaufkommen an Covid-19. 

Seit einiger Zeit führten Diskussionen über das Vorgehen zu Beginn des neuen Schuljahres zu Meinungsverschiedenheiten zwischen Bildungsminister Yoav Gallant und Israels Corona-Beauftragten Ronni Gamzu, da Gallant auf eine vollständige Eröffnung aller Schulen bestand, während Gamzu für eine vorsichtigere Strategie plädierte. 
 

MONTAG, 31. August 2020

9.15 Uhr
Pilger setzten sich über Verbot hinweg 
In einem Facebook-video das am Freitag von Sergiy Alekseev, ein Stadtratsmitglied der rechtsextremen Svoboda-Partei gepostet wurde, sind mehrere orthodoxe Männer in einer Konfrontation mit Anwohnern und Polizei in Uman zu sehen (youtube). 

Die Konfrontation fand auf dem Gelände eines halbfertigen Wohngebäudes statt, dessen Bau aufgrund eines Streits zwischen den Eigentümern und den Bauarbeitern ins Stocken geraten ist. Die Polizei am Tatort sagte den Pilgern sie könnten in Uman bleiben, aber nicht im Gebäude selbst. In dem Video ist ein Mann zu sehen, der die Polizei auf Englisch bittet, die Pilger das Gebäude betreten zu lassen und wiederholt sagt: «Es ist mein Haus.»

Die ukrainische Regierung hatte versucht die Ankunft tausender orthodoxer Pilger aus Israel durch eine Grenzschliessung für Nicht-Staatsangehörige bis zum 28 September zu unterbinden. Laut offiziellen Angaben unterstützt die israelische Regierung das Vorhaben der Ukraine, und selbst Israels Corona-beauftragter Ronny Gamzu hatte den ukrainischen Präsidenten gebeten die Pilgerreise zu verbieten.
In einem Versuch das Einreiseverbot zu umgehen, sind einige Pilger nun ungewöhnlich früh in die Ukraine gereist. 

Am Freitag seihen hunderte an der Grenze aufgehalten wurden, die nun nach und nach ins Land gelassen werden. Laut Mikhail Tkach, Exekutivdirektor der «United Jewish Community of Ukraine», seien die Pilger im Voraus gewarnt worden, dass es zu Problemen bei der Ankunft kommen könnte.
 

8.00 Uhr
Chassiden verstossen gegen Virus-Auflagen
Wie von der «New York Post» vermeldet, finden in der ultraorthodoxen Nachbarschaft Borough Park in Brooklyn seit Anfang August Heiratsfeste mit hunderten von Teilnehmern statt. Erst letzt Woche wurden in der Nachbarschaft 16 neue Covid-Fälle gemeldet. 
Artikel in voller Länge: (tachles). 

FREITAG, 28. August 2020 

12.45 Uhr
Israel: Labore drohen mit Streik
Israels öffentliche Laboranten drohen am Sonntag mit einem Streik zu beginnen, der unter Anderem ihre Arbeit an der Auswertung von Coronavirus-Tests einstellen wird. Ihre bisherigen Verhandlungen mit dem Finanzministerium über die Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen seihen bisher gescheitert. Den Arbeitern zufolge werden sie nur noch die Testergebnisse von sich bereits im Krankenhaus befindenden Patienten veröffentlichen.

«Nach Jahren des Hin und Her und gerade aufgrund der gegenwärtigen der Pandemie, sollte sich das Finanzministerium zu Veränderungen verpflichten», sagte Esther Admon, Vorsitzende der israelischen Vereinigung der Biochemiker, Mikrobiologen und Laboranten. «Es reicht nicht aus, dass wir unverbindliche Zugeständnisse haben, wenn sie mit Verantwortungslosigkeit, Gedankenlosigkeit und Verrat in Form von der Unterzeichnung geheimer Vereinbarungen verbunden sind, die der Öffentlichkeit verborgen bleiben, mit dem Zweck diese Labore zu Privatisieren.»

Laut dem Finanzministerium entscheiden die Laboranten sich dazu «die Situation auszunutzen, indem sie während einer so prekären Zeit Streiken.»
 

DONNERSTAG, 27. August 2020

15.50 Uhr
Coronavirus erreicht Gazastreifen
Am Mittwoch teilten Gesundheitsbeamte aus Gaza mit, dass der Gazastreifen mindestens bis Sonntag in einem «Lockdown» bleiben wird.  Die Mitteilung folgte auf die ersten Covid-19 Fälle im Gebiet, die nicht in Quarantänezentren lokalisiert waren. 

Palästinensische Fraktionen veröffentlichten eine Erklärung in der Israel für die Gesundheit der Bewohner des Gazastreifens verantwortlich gemacht wurde, und forderten, die Blockade aufzuheben und den Streifen mit medizinischem Equipment und humanitärer Unterstützung zu versorgen.
Die regierende Fraktion Hamas sagte Israel, dass sie dazu verpflichtet sei, die getroffenen Vereinbarungen zwischen beiden Seiten umzusetzen, sonst wäre eine gewaltsame Konfrontation unvermeidlich. Laut Al-Mayadeen wurde die Bedrohung über den katarischen Gesandten im Gazastreifen, Mohammed al-Emadi, nach Israel gebracht.

Bis vor zwei Tagen gab es keine Infektionen außerhalb der Grenzquarantäneeinrichtungen für Neuankömmlinge. Nun wurden 26 Covid-19 Fälle und zwei Todesfälle innerhalb der generellen Bevölkerung diagnostiziert. Die Neuinfektionen verstärken die Besorgnis lokaler und internationaler Gesundheitsorganisationen über die potenziell katastrophale Kombination von Armut, dicht besiedelten Flüchtlingslagern und begrenzten Krankenhauskapazitäten im Gazastreifen.

Ignacio Casares Garcia, Leiter der Gaza-Subdelegation des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz, sagte, dass die lokalen Krankenhäuser nicht über ausreichende medizinische Ausrüstung und Medikamente für die Behandlung von Covid-19-Patienten verfügen. «Das Gesundheitssystem im Gazastreifen wäre nicht in der Lage mehr als ein paar Dutzend Coronavirus-Patienten zu behandeln», sagte er in einer Erklärung und forderte mehr internationale Hilfe.
 

8.50 Uhr
Gamzu würde Proteste einschränken
Israels Coronavirus-Beauftragter Professor Ronni Gamzu sagte am Donnerstag, dass er erleichtert wäre, wenn es «momentan keine Demonstrationen gäbe. Sicherlich tragen diese zu den hohen Infektionsraten bei.» Er fügte hinzu: «jegliche Formen von Versammlungen sind momentan nicht gut. Da gibt es keinen Unterschied zwischen einer Massendemonstration oder einer grossen Hochzeitsfeier.»

In einem Interview mit Kan Bet sagte Gamzu: «Ich ermutige Miki Zohar ein Gesetz zur Begrenzung von Demonstrationen zu erlassen - komm schon, was will er von mir? Wir müssen uns bewusst sein, dass es ein System von «Checks and Balances» gibt. Selbst wenn die Regierung beschließt, Proteste zu begrenzen, wird der Oberste Gerichtshof dies mit ziemlicher Sicherheit nicht zulassen. Wir müssen uns dessen bewusst sein. Dies ist die Gewaltenteilung eines demokratischen Staates. Ich kann dagegen nicht ankämpfen.»

Auf Nachfrage bezüglich der jährlichen Pilgerreisen nach Uman sagte Gamzu, dass die Regierung «von allen Seiten» unter Druck stehe. Auf die Frage, ob Israel Angst habe, eine unpopuläre Entscheidung zu treffen und die Pilgerreise einzuschränken, sagte Gamzu: «Vielleicht» und fügte hinzu, dass die Regierung «hier und da» gegebenenfalls «zu politische Entscheidungen» trifft.

 

MITTWOCH, 26. August 2020 

20.00 Uhr
Synagoge in Brooklyn warnt vor zweiter Welle 
Eine Synagoge in Brooklyn und ein jüdischer ambulanter Pflegedienst warnten die Mitglieder ihrer Gemeinden weiterhin wachsam zu sein und Vorsichtsmaßnahmen gegen das Virus zu treffen, da in den letzten Wochen in orthodoxen Gemeinden in der Region New York City immer mehr Fälle von Covid-19 aufgetreten sind. 

In einem veröffentlichen Schreiben berichtete die Gemeinde, dass mehrere Menschen in der Nachbarschaft sich mit dem Coronavirus infiziert hatten und einige auf der Intensivstation lagen. Die auf Hebräisch verfasste Mitteilung warnte diejenigen, die keine Antikörper haben, die älter sind oder unter gesundheitlichen Bedingungen leiden, die Abstandsregeln einzuhalten oder Masken zu tragen, wenn dies nicht möglich ist. Praktiken, die in letzter Zeit in der Gemeinde nicht üblich waren.

Die Warnungen folgen dicht auf die Bekanntmachung von New Yorker Bürgermeister Bill de Blasio, dass letzte Woche 16 neue Fälle im Stadtteil Brooklyn im Borough Park diagnostiziert wurden. Dort befindet sich die größte chassidische Gemeinde der Stadt. Einige der Fälle standen anscheinend im Zusammenhang mit der Feier einer großen Hochzeit. In anderen Gemeinden in der Region New York City und an der Ostküste warnen Ärzte und lokale Rabbinerverbände vor besorgniserregenden Anstiegen an Covid-Fällen, die die sichere Wiedereröffnung von Schulen und persönlichen Dienstleistungen an den Hohen Feiertagen gefährden.

Mehrere orthodoxe Gemeinden waren zu Beginn der Pandemie besonders stark vom Virus betroffen, und einige glaubten sogar, dass ihre Gemeinden dadurch ein gewisses Maß an Herdenimmunität erreicht haben könnten. Dennoch bleibt eine große Anzahl von Menschen weiterhin gefährdet.

9.10 Uhr
Einreisebeschränkung für Pilger
Am Dienstag gab die Ukraine bekannt, dass die Einreise von chassidischen Juden, die traditionellerweise zu Rosch Haschana zu Zehntausenden das Grab von Rabbi Nachman von Brezlaw besuchen, eingeschränkt werde. Dies aus Furcht, dass die Stadt Uman, wo das Grab liegt, wegen dieses Pilgertourismus zu einem Corona-Hotspot werden könnte. Artikel in voller Länge: (tachles).

 

DIENSTAG, 25. August 2020 

8.30 Uhr
Erster Lockdown im Gazastreifen 
Am Montag wurden im Gazastreifen die ersten Covid-19 Fälle ausserhalb der designierten Quarantänezentren für Rückkehrer aus dem Ausland diagnostiziert. Behörden zufolge handele es sich bei den Betroffenen um Angehörige einer Familie die sich in einem Geflüchteten Lager befinde, welches nun 48h in einen Lockdown soll. Laut der Hamas, würde der Lockdown den gesamten Gazastreifen betreffen. 

Bis Montag hatte der 360 km² Küstenstreifen, auf welchem 2 Millionen Palästinenser in dicht gedrängten Städten leben, keine Infektionen ausserhalb der Quarantänezentren gemeldet. 

 

MONTAG, 24. August 2020

8:15 Uhr
Neue Testmethode aus Israel 
Das israelische Gesundheitsministerium genehmigte jüngst eine neue Methode um Covid-19 Tests auszuwerten, die es Laboren ermöglicht, Proben aus Mund und Nase von bis zu Acht Personen gleichzeitig zu analysieren. Durch das neue Verfahren können wichtige Reagenzien, die für den Prozess gebraucht und Weltweit knapp sind, gespart werden. 

Die neue Methode, auch bekannt als «Kombinatorisches Pooling», wurde von Wissenschaftlern der Ben-Gurion-Universität des Negev, des Nationalen Instituts für Biotechnologie im Negev und der Open University in Tel Aviv entwickelt. 

Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie ist internationales Interesse an gepoolten Tests gestiegen, da diese dabei helfen können Tests für den Virus um ein Vielfaches effizienter zu gestalten. Die «Food and Drug Administration» in den USA hat bereits den Gebrauch von Zwei gepoolten Testverfahren genehmigt, jedoch soll die neue Methode aus Israel, im Vergleich mit ähnlichen Methoden aus internationalen Laboren, um einiges effizienter sein.  

Nun arbeiten die Wissenschaftler im Forschungs- und Entwicklungslabor daran, ein weiteres ehrgeiziges Ziel zu erreichen das ihnen der Präsident der Ben-Gurion-Universität, Prof. Daniel Chamovitz, gesetzt hat: Den Aufbau und die Verifizierung eines Systems für gepoolte Coronavirus-Tests auf der Basis von Speichelproben. Auf diese Weise könnten im Oktober, sobald das Schuljahr nach Ende der jüdischen Feiertage wieder Beginnt, Tausende von Schülern jede Woche getestet werden. 

 

MITTWOCH, 19. August 2020 

22.40 Uhr
G42 Healthcare und NanoScent entwickeln neuen Corona-Test 
Laut einer gemeinsamen vorläufigen Vereinbarung, werden die in Abu Dhabi ansässige «Group42 Healthcare» und das Israelische Unternehmen «NanoScent» gemeinsam einen neuen Corona-Test entwickeln, herstellen und verbreiten. Der neue Test namens «Scent Check» soll dazu in der Lage sein, Covid-19 in der ausgeatmeten Luft von Personen zu diagnostizieren und Testergebnisse innerhalb von 30 – 60 Sekunden zu liefern. Das neue Testgerät soll in den kommenden Wochen von G42 tausenden von Tests unterzogen werden. 

8.55 Uhr 
Rekordzahlen in Israel 
Fast vier Monate nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie befinden sich in Israel so viele Covid-19 Patienten wie noch nie in einem kritischen Zustand. Die Zahl lag gestern bei über 400, was etwa der Hälfte aller hospitalisierten Patienten entsprach. 117 Personen müssen beatmet werden. Seit dem Beginn der Pandemie gab es in Israel insgesamt 96,753 Coronavirus-Fälle, von denen 344 innerhalb der letzten 24 Stunden dazu gekommen sind. Ungefähr 23,000 Fälle sind zurzeit aktiv. Bisher sind 711 Menschen in Israel verstorben.

Am Dienstag sagte Coronavirus-Beauftragter Professor Ronni Gamzu, dass er unzufrieden mit seinen eigenen Fähigkeiten sei, die Ausbreitung des Virus in Ultraorthodoxen und Arabischen Gemeinden unter Kontrolle zu bringen. 

«Ich habe es nicht geschafft, die Kontrolle so zu erlangen, dass ich mich mit den ultraorthodoxen Gemeinden und den Arabischen Gemeinden wohl fühle. Es ist eine Menge Arbeit mit ihnen. Die ultraorthodoxen Gemeinden weisen einen großen Mangel an Vertrauen auf», sagte er und wiess darauf hin, dass er es bisher unterlassen hat, ultraorthodoxe Coronavirus-Hotspots wie Modi'in Ilit, Elad, Betar Ilit und Gebiete von Jerusalem und Beit Shemesh zu sperren. 

Gamzu merkte an, dass die Behörden in den kommenden Wochen verstärkt durchgreifen werden um grosse Versammlungen in diesen Gemeinden zu verhindern, jedoch stellte er klar heraus, dass die Verbreitung des Virus innerhalb dieser Gemeinden nur durch eine lokale Kontrolle gestemmt werden könne.  «Man kann allgemeine Richtlinien erlassen, aber letztendlich muss der Coronavirus innerhalb der Gemeinde unter Kontrolle gebracht werden, innerhalb lokaler Regierungen, einschließlich den kleineren.»

ZÜRICH

  • Die Israelitische Cultusgemeinde Zürich (ICZ) empfiehlt die Infoline Bundesamt für Gesundheit (24h) 058 463 00 00 sowie das Ärztetelefon für medizinische Fragen zum Coronavirus (24h) 0800 33 66 55. ICZ-Telefonnummer: 044 283 22 22
  • Sekretariat der Jüdischen Liberalen Gemeinde Zürich 043 322 03 14 oder info@jlg.ch
  • Sekretariat der Israelitischen Religionsgesellschaft Zürich: 044 241 80 57
  • Jüdischer Rettungsdienst Hazoloh in Zürich: 044 202 30 60. 
     
  • Corona Task Force Agudas Achim / Israelitische Religionsgesellschaft Zürich: waad@agudasachim.ch oder SMS / Whatsapp 077 500 98 63 (für nicht-medizinische Fragen)

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  • Hotline der Communauté Israélite de Lausanne et du canton de Vaud mit aktuellen Einschätzungen ihrer Coronavirus Kommission  021 341 72 45

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DIENSTAG, 18. August 2020 

8.30 Uhr
Israel: Viele Krankenhelfer würden Corona-Impfung verweigern 
Kurz nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie in Israel, führte Dr. Amiel Dror, Arzt und Forscher am Galilee Medical Center in Nahariya, eine Studie durch, um die Bereitschaft von Krankenhelfern sich gegen den Virus impfen zu lassen, zu erheben. 

Der Anstoß für die Studie lieferten zahlreiche Konversationen mit Krankenhelfern in seinem Umfeld, die zu seiner Überraschung beteuerten, dass sie nicht daran denken würden sich in der Zukunft gegen den Virus impfen zu lassen.  «Ich war sehr überrascht. Ich war mir sicher, dass ausgerechnet Angehörige des Gesundheitswesens, die dem Virus häufiger ausgesetzt sind, sich um Patienten kümmern und die Situation aus erster Hand kennen, nicht zögern würden sich impfen zu lassen, wenn der Impfstoff in Israel ankommt.»

Die Studie von Dror und Dr. Eyal Sela, welche kürzlich im «European Journal of Epidemiology» veröffentlicht wurde, fand heraus, dass nur 61 Prozent von Krankenhelfern in Israelischen Krankenhäusern bereit wären sich gegen den Virus Impfen zu lassen, dies im Vergleich zu 75 Prozent der generellen Bevölkerung. Im Gegensatz dazu wären 78 Prozent der Ärzte bereit sich impfen zu lassen. Noch weniger, nur knapp über die Hälfte aller befragten Krankenhelfer, wären bereit ihre Kinder impfen zu lassen.

76 Prozent aller Befragten gaben an, dass die mangelnde Sicherheit der Impfung zu ihren grössten Bedenken gehören. 13 gaben an, dass sie Angst vor potenziellen Nebenwirkungen hätten und 11 Prozent sagten, dass sie die Impfung verweigern würden, da sie das Coronavirus als eine unbedenkliche Krankheit wahrnehmen. 

Laut Dror gibt es «ein Mangel an Vertrauen in den Prozess [der Entwicklung des Impfstoffs], insbesondere in Bezug auf die Sicherheit. Die Menschen haben keine Angst, dass der Impfstoff unwirksam sein wird - sie haben Angst, dass er nicht sicher sein wird.» Er fügt hinzu, dass der Mangel an Vertrauen und die Bereitschaft, sich im Gesundheitswesen impfen zu lassen, dramatische Auswirkungen auf die Öffentlichkeit haben könnten: «Um eine effiziente Herdenimmunität zu erzielen, benötigt man eine große Masse von Menschen, die geimpft wurden. ... Sobald es einen erfolgreichen Impfstoff gegen das Coronavirus gibt, werden umfangreiche öffentliche Kampagnen zum Thema Sicherheit und Wirksamkeit von Impfstoffen erforderlich sein.»

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MONTAG, 17. August 2020 


7.50 Uhr
Gamzu entschuldigt sich 
Der israelische Coronavirus-Beauftragte Professor Ronni Gamzu kritisierte die starke Zunahme an neuen Fällen in arabischen Gemeinden in Israel, zwei Wochen nachdem viele Eid al-Adha gefeiert hatten. 

«Der arabische Sektor hat in den letzten zwei Wochen nach dem Feiertag von Eid al-Adha fast einen Angriff ausgeführt, der Hunderte von Patienten zur Folge gehabt hätte», sagte Gamzu am Sonntag in einem Interview mit Ynet. «Versammlungen, Partys, Feiern, Selbstgefälligkeit, Gleichgültigkeit, der Gedanke, dass das Coronavirus sie nicht verletzen kann, und jetzt hat das Coronavirus sie wirklich wie einen Massenterrorangriff getroffen.»

Mehrere arabische Gemeinden und Stadtteile sind besonders stark von dem Virus betroffen und einige wurden vorübergehend gesperrt, um die Ausbreitung einzudämmen. Ende letzter Woche wurde das drusische Dorf Yarka im Norden Israels teilweise geschlossen. Gamzu wies die Anschuldigungen zurück, dass die Schließungen das Ergebnis von Rassismus seien, und fügte hinzu, dass die Person, die für die Kontrolle des Ausbruchs des Dorfes verantwortlich ist, Araber sei.

Jedoch entschuldigte dieser sich später und fügte hinzu, dass er missverstanden wurde, und «der Gebrauch des Begriffs «Massenangriff» sich auf die Letalität des Virus in der arabischen Gemeinschaft bezog und nicht auf die Gemeinschaft selbst».

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FREITAG, 14. August 2020 
9.10 Uhr
Israel: Neue Reiseregulierungen 
Ab Sonntag sollen Israelis wieder nach Bulgarien, Kroatien und Griechenland reisen dürfen, wie aus einer gemeinsamen Erklärung der Minister für Verkehr, Tourismus und Gesundheit hervorging. 

Die neue Einigung geht jedoch mit strikten Regulierungen in einher. So sollen insgesamt nur 600 Israeli pro Woche nach Griechenland reisen dürfen und sich nur in Athen und Thessaloniki, als auch auf Kreta und Korfu aufhalten dürfen. Reisende werden einen Coronavirus-Test vor ihrer Abreise und einen weiteren bei ihrer Ankunft machen müssen, wonach sie sich ebenfalls 48 Stunden isolieren müssen, während sie auf das Testergebnis warten. 

Bisher wurde noch nicht bekanntgegeben nach welchen Kriterien die Quote von 600 Reisenden gefüllt werden soll. 

Ebenfalls werden Israeli sich nach Rückkehr aus Ländern wie Japan, Georgien, Kanada, Neuseeland und Südkorea, die aufgrund ihrer niedrigen Infektionszahlen von der EU als «grün» eingestuft werden, nicht mehr selbst isolieren müssen. Einige Länder die von der EU als «rot» eingestuft werden, wie die USA, Serbien und die Türkei, legen keine Restriktionen auf Reisenden aus Israel. England, Slowenien und New-York State verlangen hingegen noch eine zweiwöchige Quarantäne.

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MITTWOCH, 12. August 2020 

16.55 Uhr
Gamzu kritisiert Jerusalem
Am Mittwoch äusserte sich Israels Corona-Beauftragter Professor Ronni Gamzu kritisch zur Coronavirus-Politik Jerusalems. «Jede andere Stadt auf der Welt mit vergleichbaren Infektionsraten wäre längst im Lockdown», sagte Gamzu, «für was ihr hier macht gibt es keinen Präzedenzfall». Bei seiner Aussage bezog sich Gamzu auf die hohen Infektionsraten und mangelnden Restriktionen und Regulierungen in der Stadt. 

Laut dem Gesundheitsministerium zählt Israel insgesamt 87,173 Fälle, von denen momentan 24,963 aktiv sind. 379 Personen befinden sich in einem kritischen Zustand, 109 müssen beatmet werden. Seit dem Beginn der Pandemie sind 633 Menschen verstorben. 

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DIENSTAG, 11. August 2020 

15.35 Uhr
Israel: Krankenhäuser könnten bald überlastet sein 
Aufgrund der Zunahme an schwerkranken Covid-19 Patienten, deren Anzahl bald 400 erreicht haben könnte und 118 Patienten die beatmet werden müssen, stehen die Intensivstationen zahlreicher Krankenhäuser in Israel unter extremem Druck. Während sich die Krankenhäuser zunehmend auf Coronavirus-Fälle konzentrieren, zahlen oft reguläre Patienten den Preis dafür. 

Die Ein Karem-Abteilung des Hadassah-Krankenhauses in Jerusalem musste kürzlich ihre Intensivstation der Abteilung für Innere Medizin schliessen, auf der die Nicht-Coronavirus-Patienten der Station behandelt wurden. Das Personal der Einheit wurde auf der Coronavirus-Intensivstation benötigt, auf der derzeit 22 Patienten mit Beatmungsgeräten behandelt werden müssen. «Aber die chirurgische Intensivstation hat nicht genug Platz", sagte Professor Dror Mevorach, der derzeitige Leiter der Abteilung für Innere Medizin sowie einer der vier Coronavirus-Stationen des Krankenhauses. «Im Moment habe ich einen [Nicht-Coronavirus]-Patienten, der eine Intensivpflege benötigt, und ich habe keinen Platz, um ihn zu bewegen. Wir sind gezwungen ihn auf der Station zu behandeln.»

Ähnliche Szenen die für eine baldige Überlastung des Gesundheitssystem sprechen wurden aus mehreren Krankenhäusern in Israel geteilt. Das Shaare Zedek Medical Center in Jerusalem musste in den letzten Wochen einige seiner Coronavirus-Patienten in andere Krankenhäuser überführen um die Behandlung von regulären Patienten zu gewährleisten. Das Rambam Medical Center in Haifa musste ebenfalls seine Intensivstation schliessen um das Personal in der Coronavirus-Station aufzustocken, und das Sheba Medical Center in Tel Hashomer  sah sich dazu gezwungen, die Anzahl der regulären Intensivbetten zu halbieren, da so viel Personal auf der Coronavirus-Intensivstation benötigt wurde.
Laut Mevorach sind solche Situationen wie bei Hadassah Ein Karem eines der «ersten Anzeichen eines Zusammenbruchs».

«Zugegeben, es ist nicht die Art von Zusammenbruch, die wir in Italien oder Spanien gesehen haben, wo sie den Punkt erreicht hatten, an dem Patienten nicht beatmet werden", sagte er. "Aber der Moment in dem man keinen Platz auf der Intensivstation hat um Patienten von der regulären Station aus zu versorgen, das ist der Moment in dem ein Zusammenbruch beginnt».

9.05 Uhr
Pandemie steigert Wert von Wix 
Das in Tel Aviv gegründete Unternehmen Wix, eine beliebte Plattform die es Usern ermöglicht mit einfachen Bausteinen ihre eigene Website zu erstellen, ist nach Ausbruch der Pandemie zum Unternehmen mit dem zweit höchsten Marktwert in Israel avanciert. 

Der Aktienkurs des Unternehmens ist seit März um 260 Prozent gestiegen. 

"Wir haben den Sprung von einem Produkt für eine bestimmte Gruppe, zu einer Notwendigkeit für viel mehr Menschen gemacht", sagte Nir Zohar, President und Chief Operating Officer des Unternehmens. "So verdienen heute viele Menschen ihren Lebensunterhalt mit Online-Verkäufen."

In 2018 lag der Börsenwert von Wix bei rund 4 Milliarden US-Dollar – jetzt sollen es fast 16 Milliarden US-Dollar sein. Damit liegt das fast 15-jährige Unternehmen dicht hinter dem Cybersicherheitsunternehmen Check Point Software Technologies, das mit 17,3 Milliarden US-Dollar das wertvollste Unternehmen Israels ist.

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MONTAG, 10. August 2020 

12.45 Uhr
«Israel Medical Association» droht mit Streik 
Die «Israel Medical Association» stellte Forderungen nach mehr Personal in Krankenhäusern und medizinischen Einrichtungen, sowie einer Aufstockung der allgemeinen Finanzierung. Die Vertreter der Gewerkschaft behaupten, dass das Finanzministerium das öffentliche Gesundheitssystem, insbesondere während der Corona-Pandemie, schwäche. 

Wenn innerhalb von 14 Tagen keine Einigung erzielt wird, könnte die Gewerkschaft damit beginnen einen Generalstreik einzuleiten. Die Gewerkschaft forderte Gesundheitsminister Yuli Edelstein und Finanzminister Yisrael Katz dazu auf, zur Auflösung der Krise beizutragen. 

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FREITAG, 07. August 2020 

8.50 Uhr
Die Suche nach einem Impfstoff
Am Donnerstag besuchte Verteidigungsminister Benny Gantz das Israelische Institut für biologische Forschung, welches momentan an der Herstellung von Antikörpern und eines Coronavirus-Impfstoffes arbeitet. Laut Gantz sollten die klinischen Studien an Menschen Anfang September, nach den hohen Feiertagen, beginnen können. Dies in Absprache mit dem Gesundheitsministerium. 

Der Direktor des Instituts, Prof. Shmuel Shapira, sagte: "Es gibt einen ausgezeichneten Impfstoff, es gibt regulatorische Prozesse, die dieser Impfstoff durchlaufen muss. Wir beginnen nach den Ferien mit Sicherheits- und Wirksamkeitsexperimenten, aber wir haben das Produkt in der Hand."
Normalerweise ist das Biologische Institut ist nicht auf die Forschung und Entwicklung von Arzneimitteln, Antibiotika oder Impfstoffen für die israelische Bevölkerung spezialisiert, geschweige denn für den Rest der Welt. Offizielles Ziel ist die Entwicklung von Schutzmaßnahmen gegen biologische und chemische Waffen.

Weltweit gibt es mehr als 130 verschiedene Projekte die nach einem Impfstoff für das Coronavirus arbeiten. Nur eine Handvoll Unternehmen haben bereits mit klinischen Studien begonnen, oder stehen kurz davor. Dazu gehören AstraZeneca, die in Zusammenarbeit mit der Oxford Universität und Johnson and Johnson einen Impfstoff entwickeln und das französische Pharmaunternehmen Sanofi, das mit dem britischen Unternehmen GSK zusammenarbeitet. Das chinesische Unternehmen CanSino wird voraussichtlich die dritte Phase einer klinischen Studie mit dem von ihm entwickelten Medikament bald beginnen.

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DONNERSTAG, 06. August 2020 

7.45 Uhr
Israel gegen Lockdown 
Während Netanyahu strikte Massnahmen ergreifen möchte um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, scheinen Israelische Behörden und die generelle Bevölkerung sich diesem bestreben weiterhin entgegenzusetzen. 

Die neusten Restriktionen, welche unter Anderem vielen Geschäften unter der Woche nur erlaubten bis 17.00 geöffnet zu haben, wurden nun von der Regierung zurückgenommen. Der Kurswechsel folgte auf die Erkenntnis, dass die Öffentlichkeit sich nicht an die Auflagen hielt. Viele Geschäfte und Shoppingzentren weigerten sich um 17.00 zu schliessen und die Polizei überprüfte die Einhaltung der Massnahmen nicht genug.

Am Dienstag stellte der nationale Sicherheitsrat unterschiedliche Modelle für die weitere Vorgehensweise Israels bei der Bekämpfung des Virus vor.  Würde man die aktuelle Politik weiterverfolgen, könnte die Pandemie ausser Kontrolle geraten und die Infektionszahlen würden stetig ansteigen. Die Einführung von gezielten Restriktionen in bestimmten «Red Zones», in denen die Ansteckungsraten hoch sind, oder einen weniger strikten aber dennoch Landesweiten Lockdown, wären Alternativen zu dem «Lockdown-Modell», welches in Israel bekannt ist. 

Gestern Abend gab die Regierung bekannt, dass sie nun neue Restriktionen, welche Übertragungsketten unterbrechen sollen, in 22 Städten mit hohen Infektionsraten veranlassen wird. Eine genau Liste der betroffenen Städte wurde noch nicht veröffentlicht. 

Laut Coronavirus-Beauftragten Ronni Gamzu, sei die Entscheidung des Kabinetts einen Lockdown zu vermeiden der letzte Versuch moderat zu Handeln und dieser sei nicht geschenkt: «Die Regierung ist sensibel für die heikle sozioökonomische Situation und die Situation der Öffentlichkeit und hat mich dabei unterstützt, einen Lockdown zu vermeiden. Wenn die Morbiditätsrate jedoch nicht innerhalb der nächsten zwei Wochen fällt, müssen wir weitere Einschränkungen in Betracht ziehen, einschließlich lokaler oder sogar nationaler Schließungen."

ZÜRICH

  • Die Israelitische Cultusgemeinde Zürich (ICZ) empfiehlt die Infoline Bundesamt für Gesundheit (24h) 058 463 00 00 sowie das Ärztetelefon für medizinische Fragen zum Coronavirus (24h) 0800 33 66 55. ICZ-Telefonnummer: 044 283 22 22
  • Sekretariat der Jüdischen Liberalen Gemeinde Zürich 043 322 03 14 oder info@jlg.ch
  • Sekretariat der Israelitischen Religionsgesellschaft Zürich: 044 241 80 57
  • Jüdischer Rettungsdienst Hazoloh in Zürich: 044 202 30 60. 
     
  • Corona Task Force Agudas Achim / Israelitische Religionsgesellschaft Zürich: waad@agudasachim.ch oder SMS / Whatsapp 077 500 98 63 (für nicht-medizinische Fragen)

       BASEL

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  • Hotline der Communauté Israélite de Lausanne et du canton de Vaud mit aktuellen Einschätzungen ihrer Coronavirus Kommission  021 341 72 45

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DIENSTAG, 04. August 2020 

12.20 Uhr
Über 800 Fälle über Nacht 
Dem israelischen Gesundheitsministerium zufolge wurden seit Montag Abend 801 neue Fälle von Covid-19 diagnostiziert. Dies bringt die Gesamtheit aller diagnostizierten Covid-Fälle im Land auf 74,903. Momentan gibt es 24,598 aktive Fälle in Israel, von denen 101 beatmet werden müssen. Seit Beginn der Pandemie sind 554 Menschen verstorben. 

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MONTAG, 03. August 2020 

11.25 Uhr
Weitere Minister in Quarantäne 
Im Zuge der epidemiologischen Untersuchung des Gesundheitsministeriums mussten sich weitere Minister in Quarantäne begeben. Unter ihnen sind der Minister für Hochschulbildung Zeev Elkin, und der Minister für religiöse Dienste, Yaakov Avitan, sowie einige ihrer Mitarbeiter.

Die Gesamtheit aller Fälle in Israel liegt bei 73,231, während die Anzahl der aktiven Fälle momentan auf 25,167 gesunken ist. 783 Personen befinden sich in Krankenhäusern, 334 von ihnen in kritischer Verfassung. Seit Beginn der Pandemie sind 541 Menschen in Israel an Covid-19 verstorben. 

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SONNTAG, 02. August 2020 

10.50 Uhr
Israelische Regierung in Quarantäne 
Über das Wochenende gaben mehrere Mitglieder der israelischen Regierung bekannt, dass sie positiv auf Covid-19 getestet wurden oder sich nach dem Kontakt mit einer mit Covid-19 infizierten Person in Quarantäne begeben müssen. 

Minister Rafi Peretz twitterte: «Mit dem Ende des Schabbats ist ersichtlich geworden, dass mein Coronavirus-Test von Freitag positiv ausgefallen ist. Zurzeit fühle ich mich gut und ich wünsche allen Kranken in Israel eine schnelle Erholung.» Im laufe des gestrigen Tages wurde ebenfalls bekannt, dass Minister Avi Cohen positiv auf das Virus getestet wurde. 

Likud Minister Zeev Elkin postete heute auf Twitter, dass er und viele seiner Kollegen die am Sonntag an einem Meeting in Anwesenheit von Minister Peretz teilnahmen, sich eine Woche in Quarantäne begeben werden müssen. Auch Polizei Chef Doron Yedid musste nach kontakt mit Peretz in Quarantäne.

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FREITAG, 31. Juli 2020 

19.13 Uhr
Pilgerfahrten nach Uman erlaubt
Nach einem Kurswechsel, erlaubt die ukrainische Regierung nun doch mindestens 5,000 Pilgern die Pilgerfahrt zum Grab des Rabbi Nachman nach Uman anzutreten. Es wird damit gerechnet, dass bis zu 8,00 Pilger kommen könnten. Diese werden sich jedoch nicht in Gruppen von mehr als 30 Personen versammeln dürfen und werden auf dicht gedrängten Plätzen die Maskenpflicht einhalten müssen. 

Die Regierung überlegt momentan Corona-Tests an den Flughäfen und die Installation einer App verpflichtend zu machen, jedoch «wird die Regierung die Pilgerfahrt nicht verbieten», sagte der ukrainische Oberrabiner Yaakov Dov Bleich. 

In vergangen Jahren fanden sich bis zu 30,000 Pilger, meist aus Israel, zu Rosh Haschana am Grab des Rabbi zusammen.

Laut Rabbi Bleich sind die israelischen Gesundheitsbehörden beunruhigt über die möglichen Folgen, die die Rückkehr der tausenden Pilger nach sich ziehen könnten. 

Rosch Haschana beginnt dieses Jahr am Abend des 18 Septembers. 

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DONNERSTAG, 30. Juli 2020 

11.00 Uhr
Gesichtsmasken mit Holocaust-Aufdruck
Die Gesichtsmasken von HolocaustFaceMasks.com fallen auf. Mit grossen Aufdrucken zeigen sie bekannte Bilder von Gaskammern in Konzentrationslagern, Exekutierungen von Juden in Massengräbern und alten Nazi-Aufmärschen (link). 

Gründer des Onlineshops ist Tyler Kozdron, ein 28-Jähriger Amerikaner und Sohn polnischer Immigranten. Auf der Website wird der Sinn des Unterfangens erläutert: «Es ist unser Ziel die Menschen daran zu erinnern, was passieren kann, wenn Millionen unhinterfragt scheinbar unschuldigen Regeln und Befehlen folgen.»  Die Idee für die Masken kam Kozdron nachdem ihm die Einführung der neuen Corona-Auflagen an der Tankstelle an welcher er arbeitete Widersprüchlich erschienen und er somit das Gefühl bekam, der Versuch der USA das Virus zu bekämpfen seih unseriös und ineffektiv. 

Kondron denke nicht, dass er dadurch den Holocaust trivialisiere, ganz im Gegenteil: «ich de-trivialisiere den Holocaust indem ich ihn in diesem spezifischen Kontext wieder in das Gedächtnis der Menschen rufe». Viel eher denke er, dass Juden den Holocaust trivialisieren, wenn sie ihn auf ein Podest stellen und meist nur für eigene Zwecke hervorbringen. 

Jonathan Greenblatt, der CEO der Anti-Defamation League, twitterte: «Der Vergleich der Covid-19-Regeln mit der Ermordung von Millionen im Holocaust ist widerlich, falsch und hat keinen Platz in unserer Gesellschaft.»

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MITTWOCH, 29. Juli 2020 

17.35 Uhr
Schweiz: Trotz negativem Test in Quarantäne 
Das Schweizer Bundesamt für Gesundheit (BAG) gab am Mittwoch bekannt, dass ein negativer Corona-Test Rückkehrende aus Risikoländern nicht vor der Quarantäne bewahren kann. Da es einige Tage dauert bis eine Infektion mit einem Halsabstrich nachgewiesen werden kann, könne ein negatives Testergebnis eine Infektion nicht ausschliessen.  Ein negatives Ergebnis wird ebenfalls keine Auswirkung auf die Dauer der zehntägigen Quarantäne haben. 

Falls Rückkehrer aus Risikoländern es versäumen sich innerhalb von zwei Tagen nach ihrer Rückkehr bei der kantonalen Behörde zu melden, oder die Quarantänepflicht missachten, können sie mit einer Busse von bis zu 10, 000 Schweizer Franken rechnen. 
 

10.10 Uhr
Israels Armee gegen Corona 
Israels neuer Corona-Beauftragter, Professor Ronni Gamzu, möchte die israelischen Streitkräfte in Zukunft stärker in dem Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus einbinden. «Die Armee hat die Technologie, sie hat die Fähigkeiten», sagte Gamzu. Gamzu betonte, dass er alles tun werde um überflüssige Corona-Einschränkungen zu vermeiden, jedoch im Gegenzug mehr Disziplin und Mithilfe von der Bevölkerung erwarte. Etwa beim Tragen von Masken, Einhalten der Mindestabstände und dem Befolgen der allgemeinen Hygieneregeln.  «Minimale Einschränkung, Maximale Disziplin», laute das neue Motto. 

In Israel sind seit Beginn der Pandemie 66,555 Covid-19 Fälle diagnostiziert worden. Von diesen befinden sich momentan 315 in kritischer Verfassung. 486 Menschen sind verstorben.  

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DIENSTAG, 28. Juli 2020 

14.15 Uhr
Private Corona-Testzentren in Israel geplant 
Das israelische Gesundheitsministerium plant innerhalb der nächsten Wochen die Veröffentlichung einer Ausschreibung, welche sich für die Einrichtung von zwei großen privaten Corona-Testzentren im Süden und im Norden des Landes ausspricht. Hin zusätzlich soll die Testkapazität des «My Heritage» Labors, welches momentan täglich ca. 10,000 Tests durchführt, gesteigert werden. Bis hin zum Winter beabsichtigt das Ministerium die Testkapazität auf bis zu 60,000 tägliche Tests zu erhöhen. 

Einen Massgeblichen Grund für das Aufstocken der Kapazitäten, ist die Erwartung, der Bedarf an Coronavirus-Tests könne sich im Winter verdoppeln. Weiterhin ähneln die Symptome von Covid-19 bekanntlich häufigen Winter Erkrankungen, sodass mit einem hohen Anstieg an meist harmlosen Verdachtsfällen gerechnet wird. 

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MONTAG, 27.Juli 2020

10.05 Uhr
Tausende protestieren gegen Netanyahu 
Am Samstag Abend strömten 5,000 – 10,000 Demonstranten die Strassen in der Nähe der Residenz des Premierministers in Jerusalem, um gegen seine Coronavirus-Politik zu demonstrieren. 
«Bibi, geh nachhause», riefen viele, während sie Plakate welche den Umgang Israels mit der Pandemie kritisieren, in die Luft hielten. Im Zentrum der Kritik stehen die höhe der ökonomischen Unterstützung für kleine Unternehmen und die Eingeständnisse des Premiers die israelische Wirtschaft vorschnell wieder eröffnet zu haben, was nun einen weiteren Lockdown nach sich führen könnte. 

 9.40 Uhr
Quarantäne Ausnahmen 
Während nicht israelische Normalbürger zum Teil schon gar nicht ins Land gelassen und alle Einreisenden strengen Quarantänebestimmungen in Einzelisolation unterzogen werden, können Studierende einreisen und die zweiwöchige Quarantäne in Sechsergruppen absitzen. Artikel in voller Länge: (tachles).

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FREITAG, 24. Juli 2020 

10.20 Uhr
Gamzu & Netanyahu wollen zweiten Lockdown vermeiden 
In ihrer gemeinsamen Pressekonferenz am Donnerstag gaben Premierminister Netanyahu, Gesundheitsminister Yuli Edelstein und der neue Corona-Beauftragte Professor Ronni Gamzu bekannt, dass sie zusammenarbeiten wollen um einen zweiten Lockdown zu verhindern. «Wir versuchen einen flächendeckenden Lockdown zu vermeiden, aber wenn es einen Bedarf danach geben sollte, werden dies tun um Leben zu retten», sagte Netanyahu. Laut Gamzu «werden wir alles in unserer Macht Stehende tun, um keinen Lockdown zu kriegen».

Laut den letzten Zahlen gibt es in Israel momentan 33,097 aktive Fälle, von denen 302 sich in einem kritischen Zustand befinden. 442 Menschen sind verstorben. 

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DONNERSTAG, 23. Juli 2020

13.05 Uhr
Netanyahu ernennt neuen Corona-Beauftragten 
Heute Morgen ernannten Premierminister Netanyahu und Gesundheitsminister Yuli Edelstein Professor Ronni Gamzu, den Direktor des Ichilov-Krankenhauses, zum neuen Coronavirus-Beauftragen.

Gamzu ist seit 2015 Leiter des Ichilov Krankenhauses in Tel Aviv und war zuvor Generaldirektor des Gesundheitsministeriums. Zu Beginn der Pandemie unterstützte er ein Projekt um ältere Bürger effektiver vor dem Virus zu schützen. Laut Gamzu seih dies «eine medizinische, wirtschaftliche und soziale Krise. In einer solchen Situation stelle ich keine Fragen, ich tauche einfach auf, trage alles was ich kann dazu bei, um meinem Land und Gesundheitssystem bei der Bewältigung der Krise zu helfen».

Laut den neusten zahlen des Gesundheitsministeriums wurden gestern über 2,000 neue Fälle in Israel diagnostiziert. Die Gesamtheit aller aktiven Fälle liegt momentan bei 32, 755. Von diesen befinden sich 295 in einem kritischen Zustand, 79 Patienten müssten beatmet werden. 
 

9.50 Uhr
Israel auf Quarantäneliste
Während Reisende aus Schweden und Weissrussland ab dem 23. Juli wieder ohne Quarantänepflicht in die Schweiz zurückreisen dürfen, bleibt Israel bis auf weiteres auf der Liste der Risikoländer des Bundesamtes für Gesundheit. Artikel in voller Länge: (tachles).

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MITTWOCH, 22. Juli 2020 

13.20 Uhr
Neue Quarantäne Regeln 
Das israelische Gesundheitsministerium hat neue Vorschriften erlassen, die die Zeit, die Coronavirus-Patienten in Quarantäne bleiben müssen, effektiv verkürzen. Gemäß der neuen Verordnung gelten Patienten nun als geheilt, wenn sie innerhalb von zehn Tagen nach dem positiven Testergebnis oder drei aufeinanderfolgende Tage keine Symptome zeigen. 

Somit müsste ein Patient dessen Symptome fünf Tage andauerten, sich dreizehn Tage lang in Isolation begeben – zehn Tage nach dem Ausbruch der Symptome, hin zusätzlich der drei Tage ohne jegliche Symptome.  Falls ein Patient gar keine Symptome aufweist, muss dieser sich insgesamt nur zehn Tage Isolieren. Risikogruppen hingegen werden erst als geheilt eingestuft, wenn sie ein negatives Testergebnis erhalten. 

«Die Chancen an Covid-19 nach neun Tagen ohne Symptome zu erkranken, sind gering», sagte das Gesundheitsministerium und betonte, dass die Weltgesundheitsorganisation ihre Empfehlung bezüglich der Isolierung von bestätigten fällen ebenfalls geändert habe. 

Seit Februar wurden in Israel insgesamt 54,663 Menschen positiv auf das Virus getestet. Momentan gibt es 30,000 aktive Fälle im Land, 259 befinden sich in einem kritischen Zustand. 430 Menschen sind verstorben. 

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DIENSTAG, 21. Juli 2020 

12.30 Uhr
Knesset stimmt gegen Restaurantschliessung 
Das Coronavirus-Komitee der Knesset hat heute über den Vorschlag der Regierung abgestimmt den Restaurantbetrieb in Israel einzustellen. Der Vorschlag wurde von dem Komitee in einer Abstimmung von sieben zu drei abgelehnt. Demzufolge dürfen Restaurants nun weiterhin ca. 20 Personen in Innenräumen und 30 im Freien bewirtschaften. 

Miki Zohar sagte, dass "die Opposition keine Verantwortung zeigt und bereit ist, die öffentliche Gesundheit zu gefährden, um die Koalition zu destabilisieren". Er forderte das Komitee auf, für die Entscheidung des Kabinetts zu stimmen nur Sitzplätze im Freien in Restaurants zuzulassen.

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MONTAG, 20. Juli 2020 

9.25 Uhr
Israel: Nationaler Pflegeverband streikt
Der Nationale Pflegeverband trat am Montag um 7.00 nach gescheiterten Gesprächen mit dem Finanzministerium in den Streik. Der Verband bemängelte die schlechten Arbeitsbedingungen in der israelischen Pflegekräfte, als auch den Mangel an Personal. 

Operationssäle und Krankenhäuser in Israel werden nun vorerst einen Betrieb ähnlich dem am Wochenende aufnehmen. Alle nicht dringenden Operationen werden verschoben und es wird durchweg weniger Pflegepersonal in Einsatz sein. Die Auswertung von Covid-19 Tests und die Behandlung von infizierten Patienten soll hiervon nicht betroffen sein.

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  • Jüdischer Rettungsdienst Hazoloh in Zürich: 044 202 30 60. 
     
  • Corona Task Force Agudas Achim / Israelitische Religionsgesellschaft Zürich: waad@agudasachim.ch oder SMS / Whatsapp 077 500 98 63 (für nicht-medizinische Fragen)

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  • Hotline der Communauté Israélite de Lausanne et du canton de Vaud mit aktuellen Einschätzungen ihrer Coronavirus Kommission  021 341 72 45

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SONNTAG, 19. Juli 2020 

12.45 Uhr
Boykott bei Entfernung von Shasha-Biton
Am Samstag gab Premierminister Netanyahu bekannt, dass er Yifat Shasha-Biton, Vorsitzende des Coronavirus-Komitees der Knesset, ihres Postens entheben wird. 

Vergangenen Montag hatte Shasha-Biton die Entscheidung des Kabinetts abgelehnt alle Fitnessstudios und Pools zu schliessen, um die Verbreitung des Virus weiter einzudämmen. Aus ihrer Sicht seihen noch nicht genügend Daten bezüglich der Infektionsraten an diesen Orten veröffentlicht worden. 

Yoel Razvozov, Mitglied des Coronavirus-Komitees, sagte, dass er Mitglieder des Komitees zum Boykott weiterer Diskussionen auffordern werde, wenn Netanyahu Yifat Shasha-Biton ihres Amtes als Komitee-Chef entheben wird. «Netanyahu möchte kein unabhängiges, professionelles Komitee, dass Regierungsentscheidungen kritisiert. Er möchte alles kontrollieren, auch wenn es den Zusammenbruch der Wirtschaft und der Knesset kosten sollte». 

ZÜRICH

  • Die Israelitische Cultusgemeinde Zürich (ICZ) empfiehlt die Infoline Bundesamt für Gesundheit (24h) 058 463 00 00 sowie das Ärztetelefon für medizinische Fragen zum Coronavirus (24h) 0800 33 66 55. ICZ-Telefonnummer: 044 283 22 22
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FREITAG, 17. Juli 2020

12.35 Uhr
Neue Restriktionen treffen auf Widerstand 
Nach einer Regierungssitzung unter Vorsitz von Ministerpräsident Netanjahu, genehmigte das Kabinett neue Restriktionen um die Ausbreitung des Coronavirus wieder einzudämmen.
Ab Freitag um 17.00 Uhr werden Fitnessstudios wieder schliessen müssen. Ebenfalls Restaurants sollen wieder ausschliesslich auf den Lieferbetrieb umsteigen. Treffen von Gruppen von mehr als zehn Personen in Innenräumen, mit Ausnahme von Arbeitsplätzen, sowie Gruppen von mehr als zwanzig Personen im Freien, werden nicht mehr gestattet sein. 

Hinzu kommen gesonderte Regelungen für das Wochenende, welche zwischen Freitag 17.00 Uhr bis Sonntag 5.00 Uhr Inkrafttreten werden. Während dieses Zeitraums werden Geschäfte, Einkaufszentren, Malls, Friseure, Bibliotheken, Zoos, Museen, Ausstellungshallen, Schwimmbecken und Touristenattraktionen geschlossen bleiben. Die Strände werden ab Beginn nächster Woche schliessen. Israelis werden Ihr Zuhause und Viertel zu jeder Zeit verlassen dürfen. 

Im Zuge der verschärften Massnahmen verkündeten Mitglieder des Misadanim-Restaurantverbandes, dass sie sich weigern frisch gekaufte Lebensmittel wegzuschmeissen und ihre Türen trotz neuer Beschränkungen öffnen werden. «Es ist unsere Pflicht für unsere Geschäfte zu Kämpfen», schreiben sie in ihrem Statement, «auch wenn wir so Widerwillen zu kriminellen gemacht werden». 
 

8.55 Uhr
Roboter in der Pandemie 
In Jerusalems Hadassah Medical Center werden seit einiger Zeit Roboter zur Unterstützung bestimmter Operationen herangeholt. Jetzt helfen sie auch bei er Bekämpfung COVID-19 mit. 
Normalerweise hilft der kleine schwarz-blaue Roboter ROSA (Robotic Surgical Assistant) bei Eingriffen an Knie und Wirbelsäure. Seit dem Beginn der Pandemie muss das Hadassah Medical Center jedoch eine ungeheure Menge an Blutproben analysieren und auswerten.

«Wir mussten plötzlich jeden Tag tausende Proben auswerten» sagte Dr. Asaf Gertler, Direktor des klinischen Labors im Medical Center. «Ohne Roboter wäre dies nicht möglich gewesen». Acht seiner Roboter der Firma, Roche, Tecan und Qiagen, benötigt Dr. Gertler um bloss die RNA des Virus zu extrahieren. Jeder Roboter benutzt bei diesem Prozess eine andere Substanz.
Mit der Hilfe von Robotern kann das Labor in Hadassah nun ca. 600 Proben stündlich oder, ca. 4 Millionen jährlich bearbeiten. 

«Zukünftig hoffen wir alle serologischen Tests von Robotern durchführen lassen zu können», sagte Dr. Higazi, Chef der Abteilung für Klinische Biochemie am Ein Kerem Krankenhaus. «Wenn alles komplett automatisiert wird, sinken die Chancen für Fehler gegen Null».

ZÜRICH

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DONNERSTAG, 16. Juli 2020

19.33 Uhr
Droht der zweite Lockdown? 
Obwohl Israel sehr früh zum Beginn der Pandemie seine Grenzen Schloss und die Wirtschaft stark herunterfuhr, steigen seit Mai die Fallzahlen wieder stetig an. Allein Heute wurden 1,780 Neuinfektionen festgestellt. 

Laut Professor Arnon Afek, Vizedirektor des Schiba-Krankenhauses bei Tel Aviv, seihen die Lockerungen der Restriktionen in Israel viel zu hastig und ohne eine erkennbare Strategie erfolgt. Als Hauptinfektionsquellen sieht Afek Schulöffnungen und Großveranstaltungen wie Hochzeiten, sowie das undisziplinierte Verhalten der Bevölkerung, und die Unfähigkeit der Polizei die Hygiene- und Abstandsregeln durchzusetzen (spiegel). Vor allem seih es bei verbotenen Abschlusspartys zu einer Reihe von Neuinfektionen gekommen, welches unter anderem erklärt, warum momentan jüngere Menschen sich häufiger mit dem Virus infizieren. 

Aus Sicht von Experten könnte ein erneuter Lockdown die Wirtschaft des Landes erneut schwächen, jedoch wäre es laut Gesundheitsminister Edelstein ein «Wunder» wenn dieser verhindert werden könnte (spiegel). 
 

11.35 Uhr
Gesundheitsministerium empfiehlt Verschärfung von Restriktionen 
Das israelische Gesundheitsministerium hat der Regierung empfohlen, das erneute Einführen von Restriktionen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus in Erwägung zu ziehen. 
Hierzu zählen unter anderem ein Verbot sich in Gruppen von mehr als 10 Menschen zu treffen, als auch die Schliessung von Gotteshäusern, Schulen, Stränden und Ferienlagern. Restaurants würden wieder nur noch Bestellungen entgegennehmen dürfen. 
Auch Fitnessstudios und Schwimmbäder würden laut den Empfehlungen schliessen müssen, ein Vorschlag welcher erst letzte Woche von dem zuständigen Ausschuss der Knesset abgelehnt wurde.  
 

8.50 Uhr
Krankenstatistik 
Laut des Gesundheitsministeriums stieg die Anzahl aktiver Coronavirus-Fälle gestern auf 23,399. Mit 1,308 neuen Fällen an einem Tag, stellt dies eine Zunahme um 12 Prozent dar. Seit dem Beginn der Pandemie wurden insgesamt 43,668 Menschen mit dem Virus diagnostiziert und 375 sind verstroben. 

Am Mittwoch wurden in Israel 17,578 Coronavirus-Tests durchgeführt, von denen 7,44 Prozent positiv ausfielen. 

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MITTWOCH, 15. Juli 2020 

19.25 Uhr
Ukraine verbietet Pilgerfahrt nach Uman 
Die Zigtausend Juden die jährlich zu Rosch Haschana in die Ukraine an das Grab des Rabbi Noslov in Uman Pilgern, werden dieses Jahr andere Pläne machen müssen. 

Die Ukrainische Regierung verbot das Antreten der Reise und nannte die große Besorgnis um die Ausbreitung des Coronavirus als Begründung. In der Vergangenheit hat die Pilgerfahrt zu Reibereien zwischen den mehrheitlich israelischen Pilgern und den Einheimischen geführt, welche oft unerfreut über die Abriegelung bestimmter Viertel waren.

Laut einem Bericht der Regierung vom 9. Juli, nannte diese die Ausbreitung des Coronavirus in Israel, die Unfähigkeit ukrainischer Krankenhäuser für ausländische Patienten zu sorgen und dass lokale Polizisten nicht im Stande wären das Einhalten der Abstandsregeln und das Tragen von Masken durchzusetzen, als Gründe für das Verbot. 
 

19.00 Uhr
Rosch Haschana nur im engeren Kreis 
Das israelische Gesundheitsministerium erwägt es, die diesjährigen Rosch Haschana Feierlichkeiten auf den Kreis der Kernfamilie zu beschränken. Ähnlich den Beschränkungen an Pessach, würde die neue Restriktion mit einem Lockdown über die Feiertage einhergehen. 
Die endgültige Entscheidung wird letztendlich von der Verbreitung des Coronavirus und den Erfahrungen von anderen Ländern, sowie Informationen und Einschätzungen der Weltgesundheitsorganisation abhängen (israelhayom).
Nichtstaatsangehörigen soll die Einreise für Feierlichkeiten wie Hochzeiten, Bar- und Bat-Mitzwas und Geburten erlaubt werden (makorrishon). Jedoch ist für die Einreise ein Krankenversicherungsnachweis, auch im Falle einer Erkrankung an COVID-19 erforderlich, ebenso wie eine zweiwöchige Quarantäne. Unter den erlaubten Einreisenden zählen Ehepartner von Verwandten und Kinder unter einem Jahr, sowie Großeltern und Eltern von Alleinstehenden Soldaten. 
 

9.10 Uhr
Verdreifachung innerhalb von 9 Tagen 
Wie das israelische Militär berichtete, hat sich diesen Monat, innerhalb weniger Tage, die Anzahl der mit COVID-19 diagnostizierten Menschen beinahe verdreifacht (timesofisrael).

Somit veröffentlichte das Militär einen Bericht welcher darlegte, dass die Anzahl der infizierten von 203 am 4. Juli auf 568 am vergangenen Montag, den 13. Juli, gestiegen war. Am Dienstag verzeichnete das Land 1,962 neue Fälle und setzte damit einen Rekordwert seit dem beginn der Pandemie. 
Premierminister Netanyahu gab vergangene Woche zu, dass Land hätte nach dem Abflachen der Fälle nicht so schnell Wiedereröffnen dürfen.  

ZÜRICH

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DIENSTAG, 14. Juli 2020 

14.00 Uhr
Israel: Neuer Rekord an Fällen 
Am gestrigen Tag wurden in Israel 1,962 neue Corona-Fälle diagnostiziert. Dies ist ein Rekordwert seit dem Beginn der Pandemie. 

Das Gesundheitsministerium bestätigte am Montagabend insgesamt 41,235 Corona-Fälle. 19,474 sind wieder genesen. Es werden mittlerweile 368 Todesfälle gezählt. Momentan gibt es 21,393 aktive Fälle im Land, von denen 55 beatmet werden müssen. 

Am Montag wurden 27,541 Coronavirus-Tests in Israel durchgeführt. 
 

9.05 Uhr
Generaldirektor Levy besorgt um neue Fälle 
Der Generaldirektor des Gesundheitsministeriums, Professor Chezy Levy, äußerte sich am Montag besorgt über die steigende Anzahl von Coronavirus-Fällen in Israel und forderte die Öffentlichkeit auf den Anweisungen des Ministeriums Folge zu leisten.

Levy fügte hinzu, dass das Ministerium versucht, einen erneuten allgemeinen Lockdown durch das Einführen weiterer Restriktionen zu vermeiden und aus diesem Grund zu verhindern versucht, dass Mengen sich bilden. Levy bekräftigte ebenfalls die Notwendigkeit öffentliche Schwimmbäder und Fitnessstudios zu schliessen. Am Montag lehnte der Coronavirus-Ausschuss der Knesset den Antrag der Regierung auf die Schliessung von Pools und Fitnessstudios ab. 

Bisher wurden insgesamt 40,632 Personen positiv auf den Virus getestet, 183 befinden sich momentan in einem kritischen Zustand. Bisher sind 362 Personen in Israel an den Folgen des Virus gestorben. 

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MONTAG, 13. Juli 2020 

12.15 Uhr
Keine neuen Todesfälle in New York
Nach genau vier Monaten kehrt die Hudson-Metropole auf die Zahlen am Beginn der Virus-Pandemie zurück: New York City verzeichnete am Sonntag keine neuen Sterbefälle aufgrund von Covid-19. Zuletzt lag diese Zahl am 11. März so niedrig. Artikel in voller Länge: (tachles).

8.40 Uhr
Israel: Hunderte protestieren gegen Lockdown 
Am Sonntag protestierten hunderte in Romema, ein Stadtteil im Nordwesten Jerusalems, gegen die Verhängung eines zweiten Lockdowns ihres Viertels. Die mehrheitlich orthodoxen Teenager und jungen Männer versperrten der Polizei den Eintritt in das Viertel. Die Auseinandersetzung dauerte einige Stunden bis die Anwohner schliesslich die Barrikade zu Romema entfernten und die Polizei mehrere Demonstranten in Gewahrsam nahm. 

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SONNTAG, 12. Juli 2020 

13.40 Uhr
Weltweit mehr als 2'200 Diaspora-Juden an COVID-19 gestorben 
Isaac Herzog, Vorsitzender der «Jewish Agency for Israel», sagte jüdischen Führern aus dem Ausland, dass das Coronavirus etwa 2.200 in der Diaspora lebenden Juden das Leben gekostet habe. Dies beinhalte nicht die jüdischen Opfer aus den USA und Russland, welche die größten jüdischen Bevölkerungen nach Israel zählen.

In einem Meeting mit dem Ausschuss der Knesset für Einwanderung und Eingliederung prognostizierte Herzog, dass in den nächsten drei bis fünf Jahren, 250.000 Juden als Folge der Pandemie nach Israel immigrieren werden. Dies sei eine historische Herausforderung und die Regierung müsse einen Plan vorbereiten um diese Welle an Menschen zu absorbieren (ejpress). 

Innerhalb der letzten Monate habe Die «Jewish Agency for Israel» rund zehn Millionen US-Dollar an Organisationen in 23 Ländern verteilt, deren jüdische Gemeinden aufgrund von strikten Lockdowns finanziell besonders stark betroffen waren.
 

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DONNERSTAG, 09. Juli 2020 

18.15 Uhr
Bilanz zur Corona-Pandemie im November
Im November sollen erstmals Mitgliedsländer der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Bilanz über den globalen Umgang mit der Pandemie und die Arbeit der Organisation ziehen. 
Am Donnerstag kündigte die WHO die Gründung der neuen «Unabhängigen Kommission für Pandemie-Vorsorge und Reaktion» an. Die Kommission soll unter anderem genauer untersuchen, wie es zu der Pandemie kam und wie eine ähnliche Ausbreitung in Zukunft vorgebeugt werden kann. 
Die Kommission wird von der ehemaligen Premierministerin Neuseelands, Helen Cark, und der ehemaligen Präsidentin Liberias, Ellen Johnson Sirleaf, geleitet werden. 
 

10.55 Uhr
Corona-Hilfskredite für mindestens 1000 jüdische Organisationen in den USA
Russel Neiss, ein jüdischer Technologe, wirkte bei einer Analyse mit, die ergab, dass mehr als 1000 jüdische Organisationen nationale Hilfskredite in einem Totalbetrag von ungefähr 540 Millionen bis zu 1,3 Milliarden Dollar erhielten. Artikel in voller Länge: (tachles). 

8.30 Uhr
Trump Kundebung Schuld an neuen Infektionen? 
Die Gesundheitsbehörden in Tulsa im US-Bundesstaat Oklahoma führen die jüngste Zunahme an Coronavirus-Fällen auf einen Wahlkampfauftritt von Donald Trump zurück. 
Laut Behördenchef Bruce Dart sind in den letzten Tagen ca. 500 neue Fälle registriert worden, welche vermeintlich mit der Großveranstaltung, die zu diesem Zeitpunkt zwei Wochen zurück liegt, zusammenhängen könnten. 
Der Auftritt von Präsident Trump am 20. Juni wurde stark kritisiert. Unter anderem dafür, dass in der Halle die mit tausenden seiner Anhänger gefüllt war, keine Maskenpflicht bestand.  

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MITTWOCH, 08. Juli 2020 

18.40 Uhr
Jair Bolsonaro testet positiv auf Covid-19 
Der Brasilianische Präsident Jair Bolsonaro gab am Dienstag bekannt, dass er positiv auf Covid-19 getestet wurde. 
Das positive Testergebnis folgt auf ein Monatelanges herunterspielen der Gefahren und Folgen der Coronavirus-Pandemie durch den Präsidenten. Dieser hatte jüngst noch den verhängten Lockdown in Rio de Janeiro stark kritisiert und protestiert, dass eine Schwächung der Wirtschaft mehr als nur den Virus töten könnte.  
Mit 1.668,589 Fällen insgesamt und 66.741 Todesfällen ist Brasilien nach den USA eines der am stärksten betroffen Länder.
 

14.05 Uhr
Verteidigungsminister Benny Gantz in Quarantäne 
Am Mittwoch gab der Israelische Verteidigungsminister Benny Gantz bekannt, dass er sich, nach dem Kontakt mit einer mit Covid-19 infizierten Person, in Quarantäne begeben hat. 

Gantz fühle sich gesund und werde weiterhin von Zuhause aus arbeiten, während er auf die Testergebnisse wartet. 
 

12.40 Uhr
USA melden 60000 neue Corona-Fälle binnen 24 h 
Die USA haben mit 60000 neu registrierten Corona-Fällen innerhalb von 24 h einen neuen Höchstwert erreicht. Dies ging aus Zahlen eines Berichtes der Johns-Hopkins-Universität hervor, welcher am Mittwochmorgen veröffentlicht wurde. 
Insgesamt zählen die USA momentan 2996 Millionen Corona-Fälle, 131480 Todesfälle und 1355 genesene Patienten. 

Seit dem Beginn wirtschaftlicher Lockerungen in Bundestaaten wie Texas, Kalifornien und Florida steigen die Fallzahlen in diesen Regionen wieder stark an. 

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DIENSTAG, 07. Juli 2020 

22.25 Uhr
Israel: Direktorin für öffentliche Gesundheit tritt zurück 
Professor Siegal Sadetzki, Direktorin für öffentliche Gesundheit im Gesundheitsministerium, gab am Dienstag bekannt, dass sie ihre Position am Ministerium verlassen wird und verwies auf unüberbrückbare Unterschiede in Bezug auf die Politik im Umgang mit der Coronavirus-Pandemie.
In einem Facebook Post, welcher ebenfalls ihr Rücktrittschreiben enthielt, schrieb die ehemalige Direktorin am Dienstag, dass Israel sich in den letzten Wochen in eine gefährliche Richtung bewegt und dass die Daten zum Infektionsgeschehen allzu klar sind. «Vor diesem Hintergrund bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich angesichts der neuen Bedingungen, unter denen meine berufliche Meinung nicht akzeptiert wird, nicht mehr effektiv dazu beitragen kann, die Ausbreitung des Virus zu stoppen». 
Weiterhin kritisierte sie den Alleingang Israels in der schnellen Wiedereröffnung der Israelischen Wirtschaft. 
Professor Sadetzkis Rücktritt folgte auf die Ankündigung des Gesundheitsministers Yuli Edelstein, dass dieser jemanden neues ernennen würde um Israel im Umgang mit der Pandemie zu beraten. 
 

10.15 Uhr
Steigende Gewalt bei Durchsetzung der Corona-Vorschriften
Berichten zufolge sind seit Inkrafttreten des Maskenobligatoriums in der Öffentlichkeit die gewaltsamen Konflikte zwischen Polizei und Maskenverweigerern und die Beschwerden über Missverhalten von Polizisten stark angestiegen. Artikel in voller Länge: (tachles).

10.10 Uhr
Israelische Regierung verabschiedet neues Gesetz zur Bekämpfung des Coronavirus
Am Dienstagmorgen, stimmte die Knesset einem neuen Gesetz zu, welches es der Regierung ermöglicht Massnahmen und Entscheidungen zur Bekämpfung des Coronavirus sofort zu verabschieden, ohne  diese zuvor im Parlament zu diskutieren. 
Mit der Begründung, dass Verzögerungen bei der Umsetzung gewisser Entscheidungen dringlichst vermieden werden müssen, erlaubt das neue Gesetz der Regierung Ausschüsse der Knesset zu umgehen. 
Das Gesetz wurde in seiner dritten und letzten Lesung in der Knesset mit 29 Ja-Stimmen und 24 Nein-Stimmen verabschiedet.

Das Gesetz beinhaltet ebenfalls, dass Entscheidungen welche die Knesset betreffen, von den zuständigen Ausschüsse sieben Tage lang debattiert werden können, wobei die Option einer dreitägigen Verlängerung besteht. Wenn der zuständige Ausschuss die Regierungsentscheidung nicht innerhalb dieses Zeitraums genehmigt, wird sie der Knesset zur Abstimmung vorgelegt. Die Entscheidung soll aufgehoben werden, wenn entweder ein Ausschuss oder die Knesset beschließen, diese nicht zu genehmigen, oder wenn innerhalb des oben genannten Zeitrahmens keine endgültige Entscheidung getroffen wird.

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MONTAG, 06. Juli 2020 

16.00 Uhr
Knesset beschliesst neue Restriktionen und erhöht Bussgelder 
Der Verfassungs-, Rechts- und Justizausschuss der Knesset genehmigte einen Antrag des Kabinetts, die Geldbuße für das Versäumnis eine Gesichtsmaske in der Öffentlichkeit zu tragen, von 200 Schekel auf 500 Schekel zu erhöhen.

Zusätzlich würde die Maßnahme Inspektoren einzelner Kommunen die Befugnis geben, eigenständig Gesundheitsvorschriften im Zusammenhang mit dem Coronavirus durchzusetzen. Derzeit ist zu deren Durchsetzung nur die Polizei befugt.

Weiterhin beschloss die Regierung am Freitag neue Regeln, welche Versammlungen von über 50 Personen in Gotteshäusern, Veranstaltungsorten und Bars untersagen.
Die neuen Beschränkungen gelten nicht für Arbeitsplätze, Geschäftsräume und Einkaufszentren.
Die Regierung beschloss am Freitag außerdem, Versammlungen in „anderen geschlossenen Räumen“, einschließlich Privathäusern, auf 20 Personen zu beschränken. 
Die Regeln treten heute, am Montag, den 6. Juli, in Kraft.  
 

12.00 Uhr
Expertengruppe warnt vor Zusammenbruch des Israelischen Gesundheitssystems
Angesichts des rasanten Anstiegs neuer Fälle empfahl eine Expertengruppe die Israels Nationalen Sicherheitsrat in Bezug auf die Coronavirus-Pandemie berät, Israel am Samstag, unverzüglich den Ausnahmezustand auszurufen.
Krankenhäuser könnten unter einer Zunahme von schwerkranken Patienten zusammenbrechen und "das Gesundheitssystem wird gefährdet sein, wenn der Ausbruch in der kommenden Woche nicht eingedämmt wird", schrieb das Gremium. Darüber hinaus forderte das Gremium die Verlagerung des Krisenmanagements vom Gesundheitsministerium zur Armee. 
 

ZÜRICH

  • Die Israelitische Cultusgemeinde Zürich (ICZ) empfiehlt die Infoline Bundesamt für Gesundheit (24h) 058 463 00 00 sowie das Ärztetelefon für medizinische Fragen zum Coronavirus (24h) 0800 33 66 55. ICZ-Telefonnummer: 044 283 22 22
  • Sekretariat der Jüdischen Liberalen Gemeinde Zürich 043 322 03 14 oder info@jlg.ch
  • Sekretariat der Israelitischen Religionsgesellschaft Zürich: 044 241 80 57
  • Jüdischer Rettungsdienst Hazoloh in Zürich: 044 202 30 60. 
     
  • Corona Task Force Agudas Achim / Israelitische Religionsgesellschaft Zürich: waad@agudasachim.ch oder SMS / Whatsapp 077 500 98 63 (für nicht-medizinische Fragen)

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  • Hotline der Communauté Israélite de Lausanne et du canton de Vaud mit aktuellen Einschätzungen ihrer Coronavirus Kommission  021 341 72 45

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SONNTAG, 05. Juli 2020 

15.45 Uhr
13 Prozent mehr Krankenhauseinlieferungen in weniger als 24 h 
Laut Daten des Gesundheitsministeriums stieg die Krankenhauseinlieferungsrate von Corona-Patienten in Israel in weniger als einem Tag um 13 Prozent. Die Zahl stieg von 296 am Samstag auf 335 am Sonntagmorgen. Derzeit gibt es 11.189 aktive Covid-19 Fälle, von denen 86 sich in einem kritischen Zustand befinden und 29 beatmet werden müssen.

Die Ministerin für soziale Gleichstellung, Meirav Cohen von Kahol Lavan, gab heute Morgen ebenfalls bekannt, dass sie sich in Quarantäne befindet nachdem ein Mitarbeiter im Kindergarten ihrer Tochter positiv getestet wurde und diese nun auf ihre Ergebnisse wartet. 

15.30 Uhr
Oberrabbiner und Repräsentanten der Jüdischen Gemeinden Israels und Europa gedenken den Opfern der Corona-Pandemie 
Am Mittwoch den 8 Juli, werden Oberrabbiner Israels und angesehene Oberrabbiner und Repräsentanten Jüdischer Gemeinden aus ganz Europa zusammenkommen, um die Herausforderungen mit welchen sich Jüdische Gemeinden in Europa innerhalb der letzten Monate konfrontiert sahen, zu diskutieren. 
Es soll ebenfalls ein Yizkor zitiert werden um die weltweiten Opfer der Pandemie zu ehren. 
Die Konferenz wird online auf der Plattform «Zoom» stattfinden. 
 

10.50 Uhr
Steht Israel vor einer zweiten Welle? 
Momentan wütet das Coronavirus global wohl schlimmer denn je. Weltweit werden täglich fast 200.000 Neuinfektionen diagnostiziert und ungefähr 5000 Menschen erliegen täglich den Folgen ihrer Infektion. Während in manchen Ländern das Virus offen wütet und sich Südamerika zum neuen Hotspot der Pandemie entwickelt hat, müssen andere Länder einsehen, dass sie wohl noch nicht das Schlimmste überstanden haben. 

In Israel, welches eines der ersten Länder war, dass Grenzen und Schulen schliessen liess, steckten sich im Mai durchschnittlich nur noch fünf Personen mit dem Virus an. Nach der Lockerung von Restriktionen und der Wiedereröffnung von Schulen und Bars, wurde in Israel kürzlich ein Höchstwert von 1000 Neuinfektionen innerhalb von 24 h gemeldet. Aus Angst vor einer zweiten Welle, werden nun einige Stadtviertel in Lod bei Tel Aviv und in der Hafenstadt Aschdod mit einem Lockdown belegt.

Andere Staaten scheinen jedoch an ihre frühen Erfolge in der Eindämmung des Virus festhalten und anknüpfen zu können. Island, Neuseeland oder Taiwan haben früh mit strengen Maßnahmen reagiert, obwohl sie von Beginn an nur wenige Infektionen hatten. In Taiwan sind bislang nur sieben Menschen an dem Virus gestorben und die Premierministerin Neuseelands, Jacinda Ardern, erklärte ihr Land Anfang Juni für "coronafrei". Seitdem gab es nur noch positive Tests bei Einreisenden.  

 

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FREITAG, 03. Juli 2020 

19.45 Uhr
Über 1000 neue Covid-19 Fälle in den letzten 24 h 
Innerhalb der letzten 24 Stunden wurde bei 1008 Menschen in Israel Covid-19 diagnostiziert. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums erhöht dies die Zahl der aktiven Fälle auf 10,060. 
Die Anzahl der Todesopfer beträgt 326. Aktuell befinden sich 77 Personen in kritischem Zustand und 27 müssen beatmet werden. 
 

9.05 Uhr
Schweiz: Neue Quarantänepflicht für Rückkehrer aus 29 Ländern
Ab Montag wird der Corona-Index des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) in Kraft treten. Auf diesem stehen 29 Länder welche ein erhöhtes Infektionsrisiko aufweisen und Reisende, welche diese Länder in den Sommerferien aufsuchen wollen, werden nach ihrer Rückkehr in die Schweiz zehn Tage in Quarantäne gehen müssen. 

Bei einer anfallenden Quarantänepflicht nach dem Urlaub wird der Arbeitgeber nicht dazu verpflichtet sein den Lohn für die Dauer der zehn Tage zu zahlen. Aus Sicht des Bundes kann einem Arbeitnehmer ebenfalls ein Verschulden vorgeworfen werden, wenn Er durch die Quarantäne nach den Ferien arbeitsunfähig wird. 

Auf dem Index stehen unter anderem Argentinien, Brasilien, Israel, Russland, Schweden und die USA. Die Liste soll voraussichtlich jeden Monat neu bearbeitet und ergänzt werden. 

Die vollständige Liste des BAG finden Sie hier

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DONNERSTAG, 02. Juli 2020 

18.05 Uhr
Polizei wird Einhaltung von Coronavirus-Restriktionen verstärkt kontrollieren
Am Wochenende wird die israelische Polizei in einer landesweiten Operation verstärkt die Einhaltung der Coronavirus-Restriktionen innerhalb der israelischen Bevölkerung kontrollieren.
Von Donnerstag- bis Samstagabend will die Polizei Versammlungen, insbesondere in Veranstaltungsräumen welche die zulässige Teilnehmerzahl überschreiten, auflösen oder das Einhalten von Vorschriften, wie Beispielsweise das Tragen von Gesichtsmasken, durchsetzen.

Laut der Polizei wird diese sich auf Bezirke wie Lod und Ashdod fokussieren, welche erst letztens einen deutlichen Anstieg an Coronavirus-Fällen sahen. 

11.15 Uhr
Knesset verabschiedet vorübergehendes digitales Tracking-Gesetz
Am Mittwoch verabschiedete die Knesset nach zwei Abstimmungen ein Gesetz, welches das digitale «Tracken» von Coronavirus-Patienten durch den Sicherheitsdienst Shin Bet ermöglicht.
Die Abstimmung, welche eigentlich am Dienstag stattfinden sollte, wurde verschoben. Dies ermöglichte es der Regierungskoalition die Unterstützung für die Gesetzesvorlage zu erhöhen, welche darauf abzielt, den jüngsten Anstieg der Coronavirus-Fälle in Israel einzudämmen. 53 Gesetzgeber stimmten für das Gesetz, 38 lehnten es ab. 
Laut des israelischen Gesundheitsministeriums wurden am Mittwoch 1,013 neue Coronavirus-Fälle diagnostiziert. Dies stellt den größten Anstieg neuer Fälle in einem Tag seit Ausbruch der Krise dar. Heute morgen sind weitere 195 Fälle hinzugekommen. Somit zählt Israel momentan insgesamt 26,452 Fälle. Darunter befinden sich 8,647 aktive Kranke, von denen sich 58 in einem kritischen Zustand befinden. 24 Personen benötigen Beatmungsgeräte. 

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DIENSTAG, 30. Juni 2020 

20.00 Uhr
Opposition blockiert digitales Tracking-Gesetz 
Der Ausschuss für Auswärtige Angelegenheiten und Verteidigung der israelischen Knesset zog seine Unterstützung für ein Gesetz, welches das digitale «Tracken» von Coronavirus-Patienten erlaubt zurück. Dies geschah nachdem Gesetzgeber der Opposition die Initiative blockiert hatten.
Vertraulichen Quellen zu folge, wurde die Initiative der Opposition von Eli Avidar und Yisrael Beiteinu angeführt. 

Nachdem die Knesset einer Aufteilung des Gesetzentwurfs in mehrere Klauseln zugestimmt hatte, entschied sich der Vorsitzende des Knesset-Ausschusses für Auswärtige Angelegenheiten und Verteidigung, Zvi Hauser, um. Er stimmte Vertretern der Opposition zu, dass über eine weichere Version des Gesetzentwurfs in seiner Gesamtheit am Montag abgestimmt werden soll.

9.05 Uhr
2-Milliarden-Schekel-Paket für kleine und mittelständische Unternehmen
Am Sonntag versprachen Netanyahu und Finanzminister Israel Katz kleinen und mittelständischen Unternehmen zusätzliche 2 Milliarden Schekel (ca. 580 Millionen US-Dollar) zur Verfügung stellen, um die durch das Coronavirus verursachten wirtschaftlichen Schäden auszugleichen.

Die 2 Milliarden Schekel kommen zu den bereits geplanten 100 Milliarden Schekel hinzu, um diejenigen zu unterstützen, die durch die wirtschaftliche Schließung während der Krise geschädigt wurden. 

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MONTAG, 29. Juni 2020 

16.15 Uhr
Regierung beschliesst neue Restriktionen 
Aus Angst vor einer zweiten Welle hat die israelische Regierung beschlossen die erlaubte Anzahl an Teilnehmern an öffentlichen Veranstaltungen einzuschränken. Bis zu 250 Zuschauer sollen in Konzertsälen und Veranstaltungsräumen zusammenkommen dürfen. Auch Hochzeiten dürfen nur 50 Prozent der Kapazität ihrer Räumlichkeiten ausnutzten und maximal mit 100 Gästen stattfinden. Sowohl Beerdigungen als Beschneidungen dürfen von 50 Teilnehmern besucht werden. 
30 Prozent der Arbeitskräfte im öffentlichen Sektor sollen von zuhause aus Arbeiten und studierende werden ihre bevorstehenden Prüfungen online ablegen. 
 

9.50 Uhr
Erneute Ausbrüche in Israel und der West Bank 
Nach einem erneuten Anstieg an Coronavirus-Fällen in Israel und der West Bank sprachen sich die israelische und palästinensische Regierung für neue Vorschläge und Massnahmen zur Bekämpfung der Pandemie aus. In der West Bank und Ostjerusalem wurden bisher 1,928 Personen positiv auf den Virus getestet, es gab 8 Todesopfer.

In Israel wurden bisher insgesamt 23,755 positive Fälle registriert. 39 befinden sich in einem kritischen Zustand. Die Zahl der Todesfälle liegt bei 318. Seit Ausbruch der Krise sind 17,074 Patienten geheilt. 

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DONNERSTAG, 25. Juni 2020 

8.40 Uhr
Knesset bewilligt Corona-Tracking durch den Shin Bet
Am Mittwochvormittag gab die Knesset grünes Licht für den Plan, künftig das derzeit noch von einem privaten Unternehmen durchgeführte Tracking bei COVID-19-Neuinfektionen wieder an den Inlandgeheimdienst zu übergeben. Artikel in voller Länge: (tachles).

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MITTWOCH, 24. Juni 2020 

9.05 Uhr
Covid-19 auf dem Vormarsch in Israel und USA
Israel hat zum gestrigen Dienstag die höchste Zahl von Neuinfektionen mit Covid-19 seit April registriert. Premier Benjamin Netanyahu hat als Reaktion zunächst die Erklärung von Elad und Teilen von Tiberias zu «Zonen mit begrenztem Zugang» angeordnet (link).

Die rasche Reaktion steht im krassem Kontrast mit dem Agieren von Donald Trump in den USA. Der politische Verbündete Netanyahus hat auch an einer Massenveranstaltung an der «Dream City Church» in Phoenix, Arizona, Dienstagabend keine Maskenpflicht oder sonstige Schutzmassnahmen gegen die Pandemie angeordnet (link). Artikel in voller Länge: (tachles).

9.00 Uhr
Stärkster Anstieg an Corona-Neuinfektionen seit zwei Monaten
In den letzten 24 Stunden wurden in Israel 459 neue COVID-19-Fälle gemeldet, und auch im Westjordanland kamen 167 neue positiv Getestete dazu. Das ist die stärkste Erhöhung seit dem 22. April, als es 556 neue bestätigte Infektionen gab. Artikel in voller Länge: (tachles).

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DIENSTAG, 23. Juni 2020 

8.10 Uhr
Warnungen vor Corona-Tracking durch den Shin Bet
Während Gesundheitsminister Yuli Edelstein und der Leiter der Public Health Services Sigal Sadetsky die geplante Rückgabe der Verantwortung für das Tracking an den Shin Bet befürworten, äussern sich andere Vertreter der Gesundheitsbehörde kritisch. Artikel in voller Länge: (tachles).

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MONTAG, 22. Juni 2020

8.25 Uhr
Israel am Beginn einer zweiten Corona-Welle
In einem Bericht des von der Regierung für die Bekämpfung der Pandemie eingesetzten Gremiums, des Center for Information and Knowledge on the Coronavirus, warnen die Experten eindringlich vor hunderten von Todesopfern, die eine zweite Welle fordern könnte.  Artikel in voller Länge: (tachles).

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DONNERSTAG, 18 Juni 2020

11.00 Uhr
Israel: Normalisierung des Zugverkehrs trotz steigender Corona-Fallzahlen
Nach den Lockerungen und der Wiedereröffnung von Schulen, Geschäften, Gastronomiebetrieben und Touristenattraktionen hat Israel einen Wiederanstieg der Fallzahlen erlebt. Bislang wurden 19 783 positive Tests registriert, und es gab 303 Todesopfer – eines mehr als gestern. Artikel in voller Länge: (tachles).

10.55 Uhr
Weitere Lockerungen in New York City – steigende Infektionen in Israel
Von März bis Mai das Epizentrum der Pandemie mit über 21.000 Todesfällen und über 300.000 Infektionen ist New York City nun einer der Orte mit den geringsten Ansteckungsraten. Republikanisch geführte Gliedstaaten wie Florida, Georgia oder Texas erleben aufgrund der bereits im Mai aufgehobenen – und zuvor deutlich weniger strikten – Notstands-Massnahmen eine anhaltende Zunahme von Ansteckungen und Todesfällen (link). Artikel in voller Länge: (tachles).

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MONTAG, 15. Juni 2020 

13.20 Uhr
Synagogen in Buenos Aires dürfen Gottesdienste streamen
Unter strikten Auflagen dürfen alle Gotteshäuser in der argentinischen Hauptstadt ab sofort wieder Gottesdienste durchführen und diese online senden – allerdings ohne Teilnahme ihrer Gläubigen vor Ort. Artikel in voller Länge: (tachles). 

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SONNTAG, 14. Juni 2020

17.10 Uhr
Israel: Vorübergehende Schliessung der Präsidenten Residenz
Nachdem ein Mitarbeiter des Präsidenten positiv auf das Coronavirus getestet wurde, musste die Residenz Rivlins vorübergehend schliessen (haaretz). Gestern gab die Regierung bekannt, dass sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen momentan nicht mehr signifikant verringert, und dass die Infektionen nun trotz den Bemühungen der Regierung wieder steigen. Letzten Freitag wurden 200 Neuinfektionen gemeldet. Die neuen Infektionen sind vermeintlich auf die Lockerungen und das nachlässigere Verhalten der Bevölkerung in Bezug auf die Hygiene- und Distanzierungsregeln zurückzuführen. 

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MITTWOCH, 10. Juni 2020

12.35 Uhr
Eruption neuer Fälle in Israel
Das israelische Gesundheitsministerium hat am Dienstag ein neues Aufflammen der Virus-Pandemie festgestellt. Demnach wurden binnen 24 Stunden 148 neue Fälle registriert. Premier Binyamin Netanyahu hat den Chef des Nationalen Sicherheitsrates Meir Ben Shabbat beauftragt, die Lage umgehend mit verantwortlichen Behörden zu diskutieren und im Zweifelsfall einen Stop oder die Umkehrung der Lockerung von Notstands-Massnahmen einzuleiten. Artikel in voller Länge: (tachles).

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MONTAG, 8. Juni 2020 

8.55 Uhr 
New York City beginnt mit Lockerungen
Im gesamten Gliedstaat erlagen der Pandemie am Samstag lediglich 35 Menschen. Dies ist der beste Wert seit drei Monaten. Cuomo sieht sich damit in seinem Beschluss bestätigt, am heutigen Montag in New York City die Phase 1 einer Rückkehr zum Alltag in vier Schritten von jeweils zwei Wochen einzuleiten. Artikel in voller Länge: (tachles).

8.45 Uhr
Schweiz: Synagogen offen 
Nach rund zwei Monaten Corona-bedingter Pause haben in der Schweiz mit letztem Donnerstag Gottesdienste in Synagogen und Gebetsräumen unter Schutzbedingungen wieder begonnen. Artikel in voller Länge: (tachles). 

ZÜRICH

  • Die Israelitische Cultusgemeinde Zürich (ICZ) empfiehlt die Infoline Bundesamt für Gesundheit (24h) 058 463 00 00 sowie das Ärztetelefon für medizinische Fragen zum Coronavirus (24h) 0800 33 66 55. ICZ-Telefonnummer: 044 283 22 22
  • Sekretariat der Jüdischen Liberalen Gemeinde Zürich 043 322 03 14 oder info@jlg.ch
  • Sekretariat der Israelitischen Religionsgesellschaft Zürich: 044 241 80 57
  • Jüdischer Rettungsdienst Hazoloh in Zürich: 044 202 30 60. 
     
  • Corona Task Force Agudas Achim / Israelitische Religionsgesellschaft Zürich: waad@agudasachim.ch oder SMS / Whatsapp 077 500 98 63 (für nicht-medizinische Fragen)

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MITTWOCH, 3. Juni 2020 

6.45 Uhr
Krankenstatistik
Am Mittwochmorgen betrug die Zahl der untersuchten Israeli 17285. Am Dienstag waren 72 neue Personen hinzugekommen. Die Zahl der Todesfälle hat sich auf 290 erhöht. Von den Patienten befinden sich 28 in einem schwierigen Zustand. 29 von ihnen  müssen beatmet werden. Am Dienstagabend betrug die Zahl der Patienten, die das Krankenhaus verlassen konnten insgesamt 14940. Die Zahl der Kranken beträgt gegenwärtig 2055. Im Bildungswesen betrug am Dienstagabend die Totalzahl der Kranken 225. Davon sind 177 Schüler und 48 Angehörige des Lehrkörpers oder Eltern von Schülern. Mit 165 der stammt Grossteil der Kranken aus Jerusalem. JU

ZÜRICH

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DIENSTAG, 2. Juni 2020 

13.15 Uhr
10000 Studenten und Lehrer in der Isolation
Bis Dienstagnachmittag sieht die Situation in Israel wie folgt aus: Rund 31 Schulen sind geschlossen, fast 10000 Schüler und Lehrkräfte sind in die Quarantäne geschickt worden, und 217 Coronavirus-Fälle wurden bis Dienstagmittag bestätigt. 

Alleine am Dienstag wurden 3723 Schüler und Lehrer in die Quarantäne geschickt. Damit hat sich die Zahl der sich in Quarantäne befindenden Lehrer und Schüler von 6212 auf insgesamt 9935 erhöht. Inzwischen wurden 11 neue Fälle gemeldet, und 13 weitere Schulen wurden geschlossen. Itamar Grotto, Vize-Generaldirektor des Gesundheitsministeriums sagte: «Wenn es mehr als 100 nicht miteinander durch den gleichen Ausbruch verknüpfte Fälle von Coronavirus pro Tag gibt, dann werden wir zurückbuchstabieren in Bezug auf die Restriktionen. Vorläufig sind die meisten Fälle konzentriert auf einen Ausbruch». Grotto bezog sich auf die neue Welle von Coronavirus-Fällen in Israel. Am Montag gab es, wie er sagte, 97 neue Fälle von Infektionen in Israel. Die Mehrheit der Fälle konzentriert sich derzeit noch auf das Gymnasium Rechavia. 

Fassen wir die jüngsten Zahlen nochmals zusammen: Alleine am Dienstag wurden 3732 Studenten und Lehrer quarantiert, was die Zahl der gesamthaf sich in Quarantäne befindenden Studenten und Lehrer von 6212 auf 9935 hat steigen lassen. Laut Grott werden jeden Tag mehr Personen untersucht, weil die Öffentlichkeit sich dieser Zunahme bewusst geworden ist. Grotto: «Wir sind in einer Position, täglich 15000 Tests zu haben, und jetzt haben wir Verträge mit zwei weiteren Labors, und wir können auf bis zu 40000 Untersuchungen pro Tag gehen». JU
 

8.45 Uhr
Hatten 200000 Israeli den Virus?
Zwischen 2 und 3 Prozent der israelischen Bevölkerung haben sich mit dem Coronavirus angesteckt, mindestens zehn Mal mehr als die Zahl der bestätigten Fälle. In diesem Sinne zitierte zumindest die Zeitung «Haaretz» am Dienstag die erste israelische Studie, die auf einer repräsentativen Auswahl von seriologischen (Antikörper) Bluttests basiert. Gemäss den Forschern heisst das, dass nicht weniger als 270000 Israeli effektiv vom Virus infiziert worden sind, ohne dass sie in den meisten Fällen deswegen irgendwelche Symptome gezeigt hätten. Das würde laut «Haaretz» ein entschieden anderes Bild aufzeigen, verglichen mit früheren Schätzungen, die andere Forscher angestellt hatten. Sie hatten geglaubt, dass die bestätigten Fälle – bis am Montag etwas mehr als 17000 – die Mehrheit der in Israel infizierten Personen darstellen würden. Die Übersicht war angefertigt worden von der «Pandemic Task Force» unter Professor Daniel Cohen von der Schule für öffentliche Gesundheit der Tel Aviv Universität in Zusammenarbeit mit dem Nationalen Zentrum für Krankheitskontrolle und dem Blutdienst des Magen David Adom (MDA). Die Forscher fertigten seriologische Tests an Blutbeispielen von 1700 Israeli durch, die ein repräsentatives Beispiel der Bevölkerung in Bezug auf Alter, Geschlecht und geografischer Verteilung darstellten. Einige der Blutmuster kamen von gesunden Personen, die dem MDA Blut gespendet hatten, während andere Muster zufallsbestimmt gesammelt wurden als Teil der Routineüberwachung, die vom Zentrum für die Überwachung von Krankheitskontrolle durchgeführt wurde. Die Forscher benutzten seriologische Testeinheiten, die als 95 bis 98 Prozent richtig eingestuft werden. Im Laufe der Studie entdeckten die Wissenschafter IgG-Antikörper, wie sie ein bis zwei Wochen zuvor erschienen sind, nachdem sie dem Virus ausgesetzt waren.
JU
 

8.30 Uhr
Krankenstatistik
Am Montagabend stellte sich die Zahl der seit Ausbruch der Coronakrise in Israel erkrankten Personen auf 17169. Am Montag waren 67 neue Fälle dazugekommen. 32 von ihnen befinden sich in schwierigem Zustand; 29 müssen beatmet werden. Die Zahl der Todesopfer bezifferte sich am Montagabend auf 285. Die Gesamtzahl der Kranken betrug am Dienstagmorgen 2006. Seit Ausbruch der Krise konnten 14878 Patienten die Krankenhäuser geheilt wieder verlassen. Insgesamt bezifferte sich am Montagabend die Zahl der Erkrankten aus dem Bildungswesen auf 164 Schüler und 42 Lehrer und Eltern, total also auf 206 Personen. Mit insgesamt 159, davon 134 Schüler, entfällt der Löwenanteil auf die Stadt Jerusalem. JU

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MONTAG, 1. Juni 2020 

16.20 Uhr
Erstes Misstrauensvotum
Yair Lapid, Parteichef von «Jesch Atid» (Es gibt eine Zukunft) und Chef der parlamentarischen Opposition, lanciert das erste Misstrauensvotum gegen die neue Regierung Israels. Grund für diesen Schritt ist die nach Lapid unverantwortliche Finanzpolitik der Regierung. Diese würde staatliche Gelder verschwenden und für unnötige Jobs ausgeben, während das Volk gleichzeitig leidet. «Anstatt das Geld der Steuerzahler zu benutzen, um der Öffentlichkeit in ihrer dunkelsten Stunde zu helfen, nimmst Du das Geld und verschwendest es auf die Wohnung des stellvertretenden Premier, seine Leute und sein Büro, auf hunderte unnötige Jobs, auf die absurdeste Weise, wie eine israelische Regierung sie je gesehen hat», attackierte Lapid. «Erzähle uns nicht, dass es Dich kümmert, dass Du Verantwortung übernommen hast. Du hast Geld genommen... das Geld der israelischen Öffentlichkeit und gibst es für Euch selber aus».
 

11.05 Uhr
Zahl der Infektionen steigt weiter
Die Zahl der Coronavirus-Infektionen stieg in Israel am Montagmorgen um weitere sieben auf 2001 Fälle insgesamt. Etwa 34 Personen sind in ernster Verfassung, wobei alle 34 intubiert werden müssen. Seit Beginn der Pandemie musste Israel 285 Todesfälle durch Covid-19 registrieren. 

In den letzten Tagen haben mehr und mehr Schulen in ganz Israel Coronavirus-Fälle gemeldet. Dutzende von Schülern und Mitglieder des Lehrerkörpers testeten positiv und wurden in die Quarantäne geschickt. Schulen in Givat Zeev bei Jerusalem, Kibbutz Tsora, Beerschewa, Holon, Hod Hasharon und Jerusalem gehören zu den Schulen, die in den letzten Tagen neue Fälle gemeldet haben. Mindestens drei Schulen wurden am Montag geschlossen, nachdem Fälle unter Schülern und dem Lehrkörper gemeldet worden waren. Eine Schule in Hadera wurde geschlossen, und 2000 mussten sich in Quarantäne begeben nachdem ein Schüler an der Schule als mit dem Coronavirus-infiziert bestätigt worden ist. Die Schule will jetzt wieder zum Distanz-Lernen zurückkehren. 

Dfie Ofek-Schule in Givat Zeev bei Jerusalem wurde geschlossen nachdem ein Lehrer positiv auf das Virus als infiziert getestet worden ist. 278 Schüler und 35 Lehrer gingen in die Quarantäne. 

Rund 175 Schüler und 13 Lehrer einer komprehensiven Schule in Beerschewa sind seit Sonntag in der Quarantäne, nachdem ein Schüler an der Schule in den Verdacht geraten war, mit dem Virus infiziert zu sein. JU
 

9.30 Uhr
Krankenstatistik
Die Zahl der untersuchten Personen beträgt in Israel am Sonntagabend 17071. Von diesen sind am Sonntag 53 neu hinzugekommen. 33 der Patienten wurden am Sonntagabend als in einem schwierigen Zustand bezeichnet; 30 von ihnen mussten beatmet werden. Während die Zahl der Patienten sich am Sonntagabend auf 1994 belief, konnten seit Beginn der Epidemie 14792 Personen aus den Krankenhäusern entlassen werden. Die Zahl der Todesfälle stieg am Sonntag gegenüber dem Vortag um zwei auf 285. Bei den neuen, vor allem unter Schülern grassierenden Krankheitsfällen, wurden am Sonntag alleine in Jerusalem 122 Fälle registriert. Hinzu kamen 21 erwachsene Angehörige des Lehrkörpers, die als krank diagnostiziert worden sind. Insgesamt belief sich die Zahl der am Sonntag diagnostizierten Schüler und Erwachsenen auf 181. JU

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SONNTAG, 31. Mai 2020 

20.30 Uhr
Corona und Rauchen
Die Coronavirus-Krise führte dazu, dass Israeli das Rauchen aufgegeben haben. Zu diesem Schluss gelangte eine neue Studie der Israelischen Krebsgesellschaft (ICA). Der Bericht, der am Sonntag aus Anlass des Welttags «Nein zum Tabak» veröffentlicht worden ist, fand heraus, dass über 51 Prozent der Israeli zwischen 18 und 24 Jahren sich während der Coronakrise mit dem Gedanken spielten, das Rauchen aufzugeben. Hinzu kam, dass 49,2 Prozent weniger rauchten. Andererseits kam die Studie aber auch zum Schluss, dass 31 Prozent der arabischen Israeli sagten, dass irgendjemand in ihrer Familie während der Coronakrise mit dem Rauchen angefangen habe.

Wo pflegen Israeli während der Krise zu rauchen? 22,1 Prozent der Juden und 38,3 Prozent der Israel-Araber rauchten in ihren Heimen, während 61 Prozent der Raucher allgemein sagten, sie würden währen der Coronakrise zu Hause nicht rauchen. Sie würden den Garten, das Auto, den Balkon oder den Hof oder vorziehen. Laut dem ICA sterben jährlich rund 80000 Bewohner von Israel an den Folgen des Rauchens.

Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass der Tabakgenuss weltweit für 25 Prozent der Krebstoten verantwortlich ist. JU
 

14.55 Uhr
15000 Tests täglich
Die Zahl der mit Covid-19 diagnostizierten Patienten hat sich nach Angaben des israelischen Gesundheitsministers Yuli Edelstein am Samstag verfünffacht. Nach Angaben des Ministers gab es 28 positive Resultate auf total 1012 Tests. Das Gesundheitsministerium ist in der Lage, täglich insgesamt 15000 Tests durchzuführen. «Wenn Sie das Gefühl haben, krank zu sein», sagte Edelstein, «oder Sie haben entsprechende Symptome, oder Sie denken, sie hätten sich neben einer kranken Person aufgehalten, dann lassen Sie sich untersuchen.» Wenn das Land 15000 Leute untersucht hat, und der Prozentsatz zwischen Kranken und Tests gleich bleibt, dann würde das heissen, dass 415 Personen positiv getestet wurden. Der Minister sagte ferner, Jerusalem sei zu einer «roten Zone» mit einer hohen Zahl an infizierten Leuten geworden. Der Minister wiederholte bei dieser Gelegenheit drei Schlüsselpunkte: Das Tragen einer Maske,  das Einhalten der Distanz von zwei Metern zwischen einem Menschen und einem anderen und das Einhalten von guter Hygiene. JU

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SAMSTAG, 30. Mai 2020 

23.00 Uhr
Netanyahu: Durchsetzung der Regeln verschärfen
Der Beginn der Erleichterungen der Einschränkungen für Restaurants, Bars, Touristenattraktionen und andere Geschäfte hat in Israel erwartungsgemäss zu einer Zunahme der Coronavirusfälle geführt. Dessen ungeachtet ist die Zahl der Covid-19-Patienten im Lande niedrig geblieben. Insgesamt wurden in Israel bisher 17012 Leute positiv auf den Virus getestet, 284 Personen sind gestorben.

Premierminister Netanyahu sagte in einer TV-Sendung nach Ende des Schawuot-Feiertags und des Schabbats am Samstagabend, die kommenden Tage würden insofern ein «Test» sein, ob es aus Angst vor einer zweiten Infektionswelle zu einer Änderung im Trend der Coronavirus-Infektionen in Israel kommen werde. Netanyahu versprach, dass die Regierung Schritte einleiten würde, um der Ausbreitung des Virus zu begegnen. Dazu gehören auch eine verstärkte  Durchsetzung der Coronavirus-Regulierungen und die Unterstützung für Geschäfte, die sich an die Regulierungen halten. Für den Moment, so sagte der Regierungschef, führt die Regierung keine weiteren Restriktionen ein, könnte aber dazu gezwungen werden, wenn die Bürger sich nicht an die Regeln halten. Netanyahu bat seine Bürger eindringlich, sich voneinander fernzuhalten, die Schutzmasken im öffentlichen Bereich zu tragen und sich regelmässig die Hände zu waschen.

Am Samstag wurden 25 Personen positiv auf den Coronavirus getestet, aber nur weniger als 2000 Patienten waren immer noch aktiv infiziert. Am Samstag starben keine Patienten. In den nächsten Tagen wird sich zeigen, wie vor allem die Tests der Schüler und Studenten ausfallen werden. Vorerst führt Israel keine breitflächigen Schliessungen von Bildungsinstitutionen durch, sondern beschränkt sich auf punktuelle Massnahmen. JU

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DONNERSTAG, 28. Mai 2020 

10.45 Uhr
Larry Kramer verstorben
Der legendäre Aids-Aktivist erlag im Alter von 84 Jahren einer Lungenentzündung. 
Susan Sontag rühmte ihn als «einen der wertvollsten Unruhestifter Amerikas». Und der prominente Epidemologe Dr. Anthony Fauci gab für den Nachruf der «New York Times» zu Protokoll: «Hatte man einmal die Rhetorik hinter sich gelassen, wurde schnell klar: Larry Kramer, wusste, wovon er sprach und er hatte ein Herz aus Gold.» Artikel in voller Länge: (tachles)

10.40 Uhr
Aaron Rubashkin verstorben
Der Patriarch eines Konzerns für koscheres Fleisch erlag im Alter von 92 Jahren Covid-19. Rubashkin hat die Versorgung der USA mit Koscher-Fleisch transformiert. Seine Firma «Agriprocessors» führte die Vakuum-Verpackung von Frischfleisch ein und erstellte die Logistik für den Transport der Produkte in das gesamte Land. Artikel in voller Länge: (tachles)

10.30 Uhr
Basel: Verzicht auf nächtliches Schawuot-Lernen
Der Vorstand der Basler Schomre Thora hat entschieden, dieses Jahr aufgrund der erschwerten Bedingungen infolge der COVID-19 Pandemie kein gemeinsames Thora-Lernen während der ersten Nacht von Schawout zu organisieren. Er begründet die Absage damit, dass das Thora-Lernen dieses Jahr nur mit Voranmeldung, Verzicht auf Essen und Trinken, fixer Sitzordnung und weiteren Auflagen möglich wäre. Als Alternative empfiehlt der Vorstand all jenen, welche die Nacht durchlernen möchten, dies bis zum Morgengrauen um 03.20 zu tun, sich dann schlafen zu legen und anschliessend die Möglichkeit zu nutzen, zu Schacharit in die wiedereröffnete Schul zu kommen. Die 1895 gegründete Vereinsschule der Israelitischen Gemeinde Basel vermittelt jüdisches Wissen. SD

10.25 Uhr
Krankenstatistik
Seit Ausbruch der Coronakrise sind in Israel am Mittwochabend insgesamt 16793 (am Vortag 16757) Patienten positiv mit dem Virus diagnostiziert worden, davon 24 (32) neu am Mittwoch. 41 (37) der Patienten befinden sich in schwierigem Zustand, 38 (32) von ihnen müssen beatmet werden. Aktive Kranke zählte man am Mittwoch 1942 (2019). Total 14570 (14457) Patienten konnten am Mittwoch das Krankenhaus als geheilt verlassen. Die Zahl der Todesfälle ist am Mittwoch mit 281 zum dritten aufeinander folgenden Tag unverändert geblieben. JU

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DIENSTAG, 26. Mai 2020 

9.25 Uhr
Krankenstatistik
Seit Ausbruch der Coronakrise sind in Israel am Montagabend insgesamt 16743 (am Vortag 16717) Patienten positiv mit dem Virus diagnostiziert worden, davon 14 (10) neu am Montag. 41 (44) von ihnen befinden sich in schwierigem Zustand, 29 (34) von ihnen müssen beatmet werden. Am Montag zählte man 2146 (2285) aktiv kranke Patienten. Total 14307 (14153) Patienten konnten bisher als geheilt aus dem Krankenhaus entlassen werden. Die Zahl de Todesfälle ist am Montag um zwei auf 281 gestiegen. JU

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MITTWOCH, 27. Mai 2020 

9.50 Uhr
Coronavirus schadet dem europäisch-jüdischen Tourismus
Vor einigen Monaten verdiente Dani Rotstein seinen Lebensunterhalt durch eine Tätigkeit, die er mit Leidenschaft verfolgte: Mit der Förderung des vergessenen jüdischen Erbes auf Mallorca.
Der aus New Jersey stammende Rotstein, der sich 2014 auf Mallorca niedergelassen hat, ist der Gründer des «Jewish Mallorca», der einzigen Tourismus-Agentur dort, die sich auf die reiche, tragische und mysteriöse jüdische Vergangenheit der Insel spezialisiert hat.

Bei den über zehn Millionen ausländischen Touristen, die jährlich nach Mallorca kommen, ist Rotsteins Business, das er vor rund anderthalb Jahren gegründet hat, erfolgreich. Dies verdankt er ebenfalls seinem einzigartigen Konzept, seiner ansteckenden Energie, den organisatorischen Fähigkeiten und dem gescheiten Marketing.

Kürzlich schloss Rotstein einen Deal ab für ein Programm für rund 400 Reisende, die einen Ferienaufenthalt in einem Hotel gebucht hatten, das speziell für sie auf koscher umstellen würde. Es war die grösste Buchung dieser Art in der Geschichte der Insel und sollte ein wichtiger Anreiz für Rotsteins Angebot sein. «In diesem Sommer bereiteten wir uns endlich auf ein wesentliches Einkommen vor», sagte er. Doch dann kam alles zu einem knirschenden Halt.

Das geschah weil Spanien in einen totalen Lockdown schlitterte zur Vermeidung der Ausbreitung des Coronavirus, der in dem Land schon über 27000 Menschen getötet hatte. In diesem Monat hielt Rotstein keine Touristen willkommen, sondern begann mit der Lieferung von Falafeltüten und Hummus, um seinen einjährigen Sohn zu verköstigen, und zur Deckung von Ausgaben im Zusammenhang mit dem kürzlichen Kauf eines Heims im Zentrum von Palma, der Hauptstadt der Insel.

Rotstein ist einer von vielen Tourismus-Operatoren weltweit, die vom Covid-19-Virus gelähmt worden sind, der für ein totales, plötzliches Ende des Freizeittourismus gesorgt hat. Eine Umkehr der Lage ist nicht in Sicht. Die Zukunft jüdischer Tourismusgeschäfte, die sich ohnehin nur an eine beschränkte Kundschaft richten und mit knappen Margen operieren, dürfte besonders gefährdet sein.
Rotstein, einer der Gründer des jüdischen Festivals Limmud Mallorca, das eine Schlüsselrolle bei der Erweckung des Bewusstseins von Mallorcas einzigartiger jüdischer Geschichte spielte, entwickelt nun ein Modell, das ihm erlauben würde, weiterhin Videotouren zu geben. Diese sollen vor allem das Interesse im Hinblick auf den Fall erwecken, wenn der Touristenfluss wieder an Kraft gewinnt. Er weiss aber, dass er ohne feste Wurzeln in der Tourismusindustrie vor einem schwierigen Anlauf stehen wird. Er denkt schon daran, die Insel und seine Traumkarriere zu verlassen.

In Warschau schätzt Maimon Ben Ezra, 61, dass sein Koscherrestaurant «Bekef» (Mit Vergnügen) – eines von nur einer handvoll dieser Kategorie in der polnischen Hauptstadt – in etwa zwei Wochen bankrott gehen wird.

Ben Ezra, ein aus Israel stammender Chef, der sich vor 13 Jahren in Polen niedergelassen hatte, investierte kürzlich 100000 Dollar in die Expansion seines Geschäftes. Das Land hatte sich als eine zentrale Feriendestination für Israeli und andere Juden entwickelt.
«Ich unterzeichnete den Vertrag zwei Wochen vor Ausbruch der Krise»», sagte Ben-Ezra, der zusammen mit seiner polnisch-jüdischen Frau eine achtjährige Tochter hat. Durch diese Aufbesserung wurde aus seinem Quartier-Esslokal mit 20 Sitzen ein Restaurant mit rund 90 Sitzen auf zwei Stockwerken und der Möglichkeit, grössere Gruppen zu empfangen.

Ben Ezra verlegte das Restaurant in das frühere jüdische Ghetto, einem Muss für jüdische Touristen. Er mietete eine Liegenschaft neben dem Ghetto-Museum, das planmässig nächstes Jahr seine Tore hätte öffnen sollen.

«Wir wollten zum ersten Mal in der Lage sein, Gruppen des ‚Marsch der Lebenden’ zu bedienen», sagte Ben Ezra. Dabei dachte er an die zehntausenden von jüdischen Jugendlichen und deren Begleitpersonen aus der ganzen Welt, die jeden Frühling  für den Holocaust-Gedenkanlass nach Polen zu kommen pflegten. «Das hätte uns helfen sollen, die Investitionen zu bezahlen».

Der Marsch dieses Jahres wurde aber wegen Covid-19 auf unbestimmte Zeit verschoben. Ben Ezra konnte seinen Vertrag für den neuen Standort nicht annullieren, und er hatte bereits in dessen Neugestaltung investiert. Um wenigstens nicht zu verlieren, serviert er nun Catering-Dienste. Warschau hat aber diverse Geschäfte wie seines und nur wenige tausend Juden. «Ich sitze fest und habe das Gefühl, im Treibsand unterzugehen», sagte er.

Für «We Are Amsterdam», eine Bootvermietungsagentur und ein Tour-Operator in jüdischer Hand, drohen die Erfordernisse der gesellschaftlichen Distanzierung, die Fähigkeiten, die vorwiegend aus Israel kommenden Kunden auch dann zu bedienen, wenn die Touristen zurückkehren sollten.

Guy Kuttner, ein ehemaliger Matrose in der israelischen Marine, lancierte das Geschäft vor rund zwei Jahren mit seinem holländischen Partner Timo Hakker. Alles ging gut mit Familien- und Freundesgruppe, die soviel buchten wie die Gesellschaft gerade noch verkraften konnte. Das Geschäft, das sich durch Insider-Kenntnisse der Szene des Nachtlebens ebenso wie der jüdischen Geschichte auszeichnete, weitete seine Aktivitäten kürzlich auf den Sektor des chinesischen Tourismus aus.
Die Firma war auf 25 Angestellte gewachsen, als die Covid-19-Krise ausbrach. Jetzt, da die niederländische Hauptstadt das Betreiben von Geschäften allmählich wieder zu gestatten beginnt, bedeuten die Regeln der gesellschaftlichen Distanzierung dass «We Are Amsterdam», sogar wenn die Touristen wieder zurückkehren, nicht im Stande sein wird, so viele Gäste an Bord ihrer Schiffe zu pferchen, um wieder rentabel zu werden.

Wie Rotstein auf Mallorca und Ben-Ezra in Warschau haben auch die Partner des niederländischen Schiffunternehmens Wege erkundet, um das Geschäft am Leben zu erhalten. Mit der Benutzung von 3-D-Kameras schufen sie eine virtuelle, interaktive Kanalfahrt, auf der die Teilnehmer sich eine Ansicht von 360 Grad von Amsterdam zu Gemüte führen können. Die virtuelle Kanalfahrt ist aber gratis und nur als Marketinginstrument gedacht und um Präsenz zu markieren, wie Kuttner sagte. Die Kosten helfe das aber nicht zu decken.

Die Coronaviruskrise schädigt auch nicht-kommerzielle jüdische Touristenattraktionen. In Prag bedeutet der Verlust von Millionen von Dollars aus Verkäufen von Eintrittskarten zum jüdisch-kulturellen Viertel die Kürzung von verfügbaren Mitteln für die Wohlfahrtsarbeit, wie einige Gemeindemitglieder betonen.

Die Krise beendet abrupt die Einkommensquelle von Anne-Maria van Hilst, einer 32-jährigen Touristenführerin aus Amsterdam, die sich auf die jüdische Geschichte der Stadt spezialisiert hat. «Ich war nicht aus finanziellen Gründen in diese Arbeit gegangen, sondern weil ich mit Leidenschaft dabei bin», sagte van Hilst, die vor über zehn Jahren zum Judentum übergetreten war. «Doch  mit einem Male stoppte alles, und es ist nicht klar, ob und wann es wieder beginnen wird. Ich und viele andere Leute in diesem Sektor stellen plötzlich unsere Wahl in Frage und überdenken alles von Neuem».

Cnaan Liphshiz
 

8.55 Uhr
Krankenstatistik
Seit Ausbruch der Coronakrise sind in Israel am Dienstagabend insgesamt 16757 (am Vortag 16743) Patienten positiv mit dem Virus diagnostiziert worden, davon 32 (14) neu am Dienstag. 37 (41) von ihnen befinden sich in schwierigem Zustand, 33 (29) von ihnen müssen beatmet werden. Am Dienstag zählte man 2019 (2146) aktiv Kranke. Total 14457 (14307) Patienten konnten am Dienstag das Krankenhaus als geheilt verlassen. Die Zahl der Todesfälle ist am Dienstag gegenüber dem Montag mit 281 unverändert geblieben. JU

ZÜRICH

  • Die Israelitische Cultusgemeinde Zürich (ICZ) empfiehlt die Infoline Bundesamt für Gesundheit (24h) 058 463 00 00 sowie das Ärztetelefon für medizinische Fragen zum Coronavirus (24h) 0800 33 66 55. ICZ-Telefonnummer: 044 283 22 22
  • Sekretariat der Jüdischen Liberalen Gemeinde Zürich 043 322 03 14 oder info@jlg.ch
  • Sekretariat der Israelitischen Religionsgesellschaft Zürich: 044 241 80 57
  • Jüdischer Rettungsdienst Hazoloh in Zürich: 044 202 30 60. 
     
  • Corona Task Force Agudas Achim / Israelitische Religionsgesellschaft Zürich: waad@agudasachim.ch oder SMS / Whatsapp 077 500 98 63 (für nicht-medizinische Fragen)

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  • Hotline der Communauté Israélite de Lausanne et du canton de Vaud mit aktuellen Einschätzungen ihrer Coronavirus Kommission  021 341 72 45

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DIENSTAG, 26. Mai 2020 

9.25 Uhr
Krankenstatistik
Seit Ausbruch der Coronakrise sind in Israel am Montagabend insgesamt 16743 (am Vortag 16717) Patienten positiv mit dem Virus diagnostiziert worden, davon 14 (10) neu am Montag. 41 (44) von ihnen befinden sich in schwierigem Zustand, 29 (34) von ihnen müssen beatmet werden. Am Montag zählte man 2146 (2285) aktiv kranke Patienten. Total 14307 (14153) Patienten konnten bisher als geheilt aus dem Krankenhaus entlassen werden. Die Zahl de Todesfälle ist am Montag um zwei auf 281 gestiegen. JU

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MONTAG, 25. Mai 2020 

15.20 Uhr
Israel: Ausländer wohl kaum vor Mitte Juli am BGU
Es ist höchst unwahrscheinlich, dass Israel ausländischen Reisenden das Land vor Mitte Juli in bedeutenden Quantitäten öffnen wird. Das erklärte ein hochrangiger Offizieller des Ben-Gurion-Flughafen der Nachrichten Site «Ynet». «Allein schon das soziale Auf-Distanz-Gehen wird uns verbieten, das Reiseaufkommen zu erhöhen», sagte der Verwaltungsdirektor des Lufthafens, Shmuel Zakai: «Wenn wir das gegenwärtige Tempo beibehalten, werden wir ab Mitte Juli, aber nicht vorher, dutzende einzelner Flüge nach dem Ben-Gurion-Flughafen sehen». Solange es keinen Impfstoff gegen Coronavius gibt, und der Virus sich nach wie vor über Länder ausweiten kann, wird es keine bedeutende Veränderung geben». Sollte die Zahl der Israelreisenden in den nächsten zwei Jahren ein Drittel des Resultats von 2019 ausmachen, würde Israel nach Ansicht des Direktors recht gut arbeiten. Zakais Kommentare kamen vor dem Hintergrund des Besuchs eines kompetenten Offiziellen des Gesundheitsministeriums auf dem Flughafen. Ein Sprecher sagte der «Jerusalem Post», dass Professor Itamar Grotto, Vize-Generaldirektor des Gesundheitsministeriums, und Professor Sigal Sadetsky, Chefin der Abteilung für öffentliche Gesundheit, den Flughafen zusammen mit Mitgliedern der zivilen Luftfahrtbehörde, dem Nationalen Sicherheitsrat und dem Zivilschutzkommando, besuchten. Zweck war die Beurteilung eines Plans für eine steigende Anzahl kommerzieller Flüge nach Israel in der Hoffnung, der Wirtschaft so vermehrte Impulse zu verleihen.

Derzeit müssen Israeli, die das Land aus dem Ausland betreten, 14 Tage in die Heim-Quarantäne. Ausländer, ausgenommen von wenigen Ausnahmen, sind immer noch nicht in der Lage in das Land einzureisen. Das Team habe nach Ansicht einer Sprecherin die Optionen begutachtet, Ausländern zu gestatten, Israel zu besuchen. Man kam aber zu keinen Schlussfolgerungen. Grott und Sadetsky tönten eher pessimistisch bezüglich der Rückkehr zum Flugverkehr in der näheren Zukunft. Man müsse laut Sadetzky darauf achten es zu vermeiden, dass «die Schlechten» kommen. «Wir müssen so sicher als möglich gehen, dass dies nicht wieder geschieht». JU
 

9.30 Uhr
Krankenstatistik
Seit Ausbruch der Coronaviruskrise wurden 16717 Personen positiv mit dem Virus diagnostiziert, zehn von ihnen gestern Sonntag. 44 der Kranken befinden sich in schwierigem Zustand, 34 von ihnen müssen beatmet werden. Die Zahl der aktiv Kranken beläuft sich gegenwärtig auf 2285 Personen, und seit Ausbruch der Krise konnten 14153 Patienten als geheilt entlassen werden. Seit drei Tagen stand am Sonntagabend die Zahl der Todesfälle unverändert auf 279. JU

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SONNTAG, 24. Mai 2020 

13.40 Uhr
Neu entdeckt: Langzeitig wirksames Desinfektionsmittel
In der Forschung hat sich gezeigt, dass der Coronavirus an der Oberfläche bis zu 17 Tage überleben kann und die gängigen Desinfektionsmittel rasch an Wirkung verlieren. Wissenschaftler des Haifaer Technion wollen nun aber laut Berichten in israelischen Medien ein ausgesprochen langlebiges Desinfektionsmittel entwickelt haben. Nicht nur zerstört es den Coronavirus, sondern bleibt im Gegensatz zu anderen, rasch zersetzenden Desinfektionsmitteln, an der Oberfläche lange wirksam. «Die von uns entwickelten Materialien», sagt Assistezprofessor Shady Farah, Leiter der Forschungsgruppe, «werden die Spielregeln ändern, denn sie werden den Infektionszyklus von angesteckten Oberflächen blockieren». Die Infektion durch das Berühren von Oberflächen ist, wie Farah hinzufügte, ein ernstes Problem, vor allem an öffentlichen Orten wie Krankenhäusern, Fabriken, Schulen, Einkaufszentren und im öffentlichen Verkehr. «Unsere Polymere werden diese Orte sicherer machen». Der neue Coronavirus kann auf Oberflächen während einer ausgedehnten Zeitperiode überdauern. Dabei hängt die Zeitdauer von verschiedenen Faktoren ab. Das unterstreicht die Notwendigkeit für ein Desinfektionsmittel, das auch an Oberflächen während einer langen Zeitperiode überdauern kann. Funde vom «Diamond Princess»-Schiff stellten fest, dass der Virus bis zu 17 Tagen an Oberflächen überleben kann.
Allgemein bekannte Desinfektionsmethoden, die während einer Pandemie gebraucht werden, stützen sich auf hyperchloride Lösungen, besser bekannt unter dem Begriff von Haushaltsbleichen. Diese Lösungen verdampfen sowohl rasch, als dass sie auch zusammenbrechen, wenn sie UV-Licht wie der Sonne ausgesetzt sind. Das macht die Notwendigkeit ersichtlich für Oberflächen, die mehrmals an einem Tag zusammenbrechen. Farahs Forschungsgruppe hat eine desinfizierende Substanz entwickelt, die kontrolliert und kontinuierlich gelöst wird, so dass der Effekt der neuen Technologie ein langanhaltender ist. Vor der Pandemie hatte die Forschungsgruppe sich auf die Entwicklung von Polymeren für den medizinischen Gebrauch und smarte Lieferungstechnologien für Medikamente konzentriert. Die neue Desinfektionstechnologie basiert auf kostengünstigen und stets verfügbaren Materialien. Der Entwicklungsprozess involvierte interdisziplinäres Wissen, mit dem die Felder kombinatorischer Chemie durchkämmt wurden, polymeres Ingenieurwesen und kontrollierte Freilassug. JU

11.05 Uhr
Rollt die zweite Welle bereits an?
Kein Tag vergeht, an dem Israels Medien nicht in der einen oder anderen Form über die nächste Welle des Coronavirus spekulieren, die früher oder später das Land überziehen wird. So lesen wir in der «Jerusalem Post» vom Wochenende folgendes: «Strikte Testpolitik und logistische Verzögerungen können eine zweite Welle der Coronavirus-Infektion für Israel rascher herbeiführen als die meisten Menschen sich das vorstellen». Das schliessen hochrangige Gesundheitsexperten nicht aus.
Israelis müssten vorsichtig sein, sagte Cyrille Cohen, Leiter des Immuntherapeutischen Laboratoriums der Bar-Ilan-Universität, am Wochenende gegenüber der «Post», nachdem die Zahl der Kinder und des Erziehungspersonals, die in die Isolation getreten waren, am Donnerstag in die Dutzende gegangen war.

«Es ist schwer zu sagen, ob wir bereits den Beginn einer zweiten Welle des neuen Coronavirus sehen», sagte Cohen, «doch wir müssen vorsichtig sein. Die Zahlen sind sehr niedrig, doch das waren sie auch als wir am Anfang dieser Pandemie standen».

Cohen warnte, dass man von einer zweiten Welle reden könne wenn Israel zu sehen beginnt, wie Infektionsraten «in einer Schule nach der anderen» in die Höhe schnellen. Die Leute könnten sich so benehmen als ob alles in Ordnung wäre. Das heisst aber nicht, dass Covid-19 verschwunden sei. «Wir müssen nicht alarmiert sein, aber auf der Hut». Cohen machte seine Bemerkungen am gleichen Tag, an dem eine besonders hohe Zahl von Schülern und Lehrern im ganzen Lande in die Isolation gingen, nachdem einige Personen des Bildungswesens und des Personals mit dem Coronavirus diagnostiziert worden waren. 

Gegenwärtig laufen die Bemühungen der israelischen Behörden weiter, die während der ersten Welle des Coronavirus verfügten Restriktionen zu erleichtern, gleichzeitig aber, ohne deswegen auf Panik zu machen, die Entwicklungen vorsichtig zu verfolgen, um feststellen zu können, ob sich unter dem Deckmantel der Erleichterungen nicht bereits eine zweite Virus-Welle anschickt, über Land und Leute herzufallen. JU
 

8.45 Uhr
«New York Times» würdigt Covid-Opfer
Auf einprägsame Weise begeht die «New York Times» dieses «Memorial Day Weekend» in den USA. Am letzten Montag im Mai gedenkt Amerika seit 1868 den Gefallenen in den Kriegen der Nation. Das Wochenende läutet gleichzeitig den Sommer ein. Während Gliedstaaten nun die meist im März erlassenen Notstands-Massnahmen zur Eindämmung von Covid-19 ohne nationale Koordination in unterschiedlichem Tempo aufheben, würdigt die «Times» die nun fast 100.000 Todesopfer der Pandemie in den USA: Mit dem Untertitel «Sie waren nicht nur Namen auf einer Liste. Sie waren wir» ist die gesamte Frontseite allein den Namen von Opfern der Pandemie mit jeweils ganz kurzen Personenbeschreibungen gewidmet. Laut der Headline stellt dies einen Versuch dar, die «unfassbaren Verluste» an Menschen jeder Herkunft und deren unterschiedlichen Verdienste zumindest in Umrissen begreifbar zu machen (twitter). 

Unter den Namen sei hier nur der am 10. März 1929 im slowakischen Pressburg (Bratislawa) geborene Bauunternehmer Avraham Hakohen «Romi» Cohn genannt, der 56 jüdische Familien vor der Gestapo gerettet hat und nach dem Krieg in die USA ausgewandert ist. Cohn erlag dem Virus im März im Alter von 91 Jahren (nytimes). 

Auf Twitter wird derweil notiert, dass Donald Trump den Samstag zu einem ersten Golfausflug seit dem «Lockdown» genutzt hat, natürlich auf einem seiner eigenen Plätze in Virginia. Die Kampagne von Joe Biden hat Bilder davon in Windeseile zu einem aggressiven Werbespot benutzt, der Amerikaner am Ende auffordert, Trump noch mehr Zeit zum Golfen zu verschaffen: Mit einer Stimme für Biden bei den Präsidentschaftswahlen November (twitter). AM

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SAMSTAG, 23. Mai 2020 

21.00 Uhr
Todeszahl weiterhin unverändert
Am Samstagabend gab das israelische Gesundheitsministerium bekannt, dass das Land gegenwärtig 2343 aktive Fälle von Coronavirus-Patienten zählt. 36 von ihnen müssen beatmet werden. Die Zahl der israelischen Todesfälle steht seit zwei Tagen unverändert bei 279. JU

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FREITAG, 22. Mai 2020 

11.20 Uhr
Krankenstatistik
Das Wichtigste und Positivste voraus: Die Zahl der Corona-Todesfälle in Israel ist am Donnerstag gegenüber dem Vortag mit 279 unverändert geblieben. Seit Ausbruch der Krise sind total 16683 Personen positiv mit dem Virus diagnostiziert worden, 13 von ihnen am Donnerstag. 47 der Patienten befinden sich in schwierigem Zustand, 36 von ihnen müssen beatmet werden. Insgesamt zählte man am Donnerstag 2680 aktiv kranke Personen. Total konnten bisher 13724 Kranke als geheilt aus den Krankenhäusern entlassen werden. JU

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DONNERSTAG, 21. Mai 2020 

10.20 Uhr
Easyjet kommt wieder
Der britische Billigflieger Easyjet teilte mit, dass er ab dem 15. Juni mit einer kleinen Anzahl Flügen den Verkehr wieder aufnehmen werde. Passagiere und Besatzung werden während der Flüge Gesichtsmasken tragen müssen. Seit der Coronavirus sich Ende März über ganz Europa auszubreiten begann, sind die Flugzeuge von Easyjet am Boden. Die Gesellschaft teilte aber mit, dass sie ab dem 15. Juni Inlandsflüge in Frankreich und Grossbritannien wieder aufnehmen werde. Später würden weitere Destinationen folgen. Zu den neuen Sicherheitsmassnahmen sollen neben dem obligatorischen Tragen von Masken, auch die strikte Reinigung der Maschinen gehören. Konkrete Informationen über die Wiederaufnahme von Flügen zwischen Israel und Europa liegen noch nicht vor. JU

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MITTWOCH, 2o. Mai, 2020

16.50 Uhr
Nach Italien und Israel, jetzt auch Deutschland
Langsam fängt in verschiedenen Staaten Europas das religiös-jüdische Leben an, sich wieder zu regen. Nachdem das Leben in verschiedenen Synagogen in dem schwergeprüften Italien am Montag  begonnen hat, sich unter strengsten Kontrollen wieder allmählich zu normalisieren, folgten die Synagogen in Israel, und am Mittwoch waren die Gotteshäuser in Deutschland an der Reihe. Effektiv galt dies für gewisse deutsche Synagogen, die unter schweren Auflagen bereits Anfang Mai einen gewissen Betrieb wieder zuliessen. In Deutschland müssen die Gottesdienstbesucher, wie auch in Israel, Gesichtsmasken tragen und in den europäischen Synagogen wird noch nicht gesungen. Das wird sich am Samstag besonders ernüchternd auf den Betrieb auswirken, fällt doch an diesem Tag der Chor aus. Das konnte in der Synagoge von Rom die Freude aber kaum trüben, als am Montag eine bescheidene Festgemeinde sich zu einer Barmizwafeier einfand. Das kommende Schawuotfest am nächsten Wochenende wird sich nicht nur durch Verfügungen auf die Zahl der Gottesdienstteilnehmer auswirken, sondern auch durch die Tatsache, dass Mahlzeiten im Gemeinderahmen während des Feiertags verboten sein werden. 

In Frankfurt konnten die Gemeindemitglieder seit Anfang Mai in der Synagoge beten, allerdings nur im Grossen Gotteshaus, und nicht in den drei anderen Synagogen der Stadt. In der Grosen Synagoge können normalerweise bis zu 1000 Menschen zusammen beten, doch wegen des notwendigen Sicherheitsabstandes von 1,5 Metern zwischen jedem Gläubigen, können es jetzt nur maximal 150 Menschen sein. Der Frankfurter Oberrabbiner Avichai Apel sagte, das Verbot des Singens beim Gottesdienst habe sich negativ auf die Zahl der Anwesenden ausgewirkt. Der Rabbi betonte aber, dass alle von den staatlichen Gesundheitsbehörden auferlegten Verhaltensregeln eingehalten worden seien. JU
 

16.05 Uhr
Schweiz: Schawuoth wieder in der Synagoge
Der Bundesrat lockert weitere Coronamassnahmen. Für viele Jüdinnen und Juden wird die Nacht symbolische Bedeutung haben, wenn in vielen Gemeinden in der Schweiz das traditionelle Schawuoth-Lernen stattfinden können wird.   Artikel in voller Länge: (tachles). 

8.00 Uhr
New York: Polizei schliesst illegale Yeshiva
Montagmittag hat die New Yorker Polizei im Brooklyner Viertel Bedford-Stuyvesant die illegal operierende «Nitra Yeshiva» an der 841 Madison Street geschlossen. Nachbarn hatten am Morgen das Eintreffen von Bussen mit Schülern beobachtet, die meist keine Gesichtsmasken getragen und sich in Klassenzimmern gedrängt hätten. Während Pausen spielten sie auf dem Dach der Yeshiva. Gegen Mittag alarmierten Anwohner dann die Polizei. Zahlreiche Beamte trafen kurz darauf ein und unterbrachen den Unterricht. Die 60 bis 70 anwesenden Jungs wurden ohne Strafzettel oder Vorladungen nach Hause geschickt. Bürgermeister Bill de Blasio erklärte anschliessend auf Twitter, er könne nicht genug betonen, wie gefährlich ein solcher Schulbetrieb «für unsere jungen Leute» sei. Die Yeshiva habe eine formelle Aufforderung erhalten, von weiterem Unterricht abzusehen.

Anhin bleibt unklar, wie lange der heimliche Schulbetrieb an der Nitra Yeshiva schon läuft. Das Hauptquartier der gleichnamigen, chassidische Bewegung in Mount Kisco nördlich von New York City teilte mit, man habe mit der geschlossenen Yeshiva nichts zu tun (nytimes).

Die Episode setzt eine Serie von Interventionen von Polizei und Behörden gegen chassidische Institutionen fort. Allerdings gingen Sicherheitskräfte nun deutlich zurückhaltender vor und verzichteten auf Strafmassnahmen. Bürgermeister de Blasio war Ende April harsch für eine von ihm persönlich geleitete Polizeiaktion gegen eine Beisetzungsfeier mit 2500 Teilnehmern in Brooklyn kritisiert worden. Auf Twitter machte die mildere Gangart wenig Eindruck. De Blasios Erklärung zur Schliessung der Nitra Yeshiva provozierte eine Flut hasserfüllter Reaktionen. Er wird «Nazi» oder «Bewunderer Hitlers» genannt und aufgefordert, die «Verfolgung von Juden» einzustellen (twitter).

Daneben sinken die Neuinfektionen in Stadt und Gliedstaat New York weiter auf 1240 und damit die niedrigste Zahl seit Anfang März. Mitte April waren täglich bis zu 12.000 Infektionen festgestellt worden. Die Sterbefälle gingen auf 134 täglich zurück, gegenüber knapp 800 vor einem Monat. Gouverneur Andrew Cuomo hat deshalb die schrittweise Aufhebung von Notstandsmassnahmen für Regionen ausserhalb der City angeordnet (nytimes). Dort fordert Covid-19 nicht allein Menschenleben. Auch koschere Traditionslokale wie «Fine & Shapiro» an der Upper West Side haben seit März auf Dauer geschlossen (jta). Organisationen wie die Orthodox Union entlassen weiterhin grosse Teile ihrer Belegschaften (jta). AM
 

7.40 Uhr
Wieder in die Synagogen
Premierminister Netanyahu genehmigte am Dienstag die Wiedereröffnung der Synagogen, die wegen der Coronakrise seit Monaten geschlossen waren. Vorausgegangen war eine Sitzung Netanyahus mit Gesundheitsminister Yuli Edelstein, Innenminister Arie Deri, Meir Ben-Shabbat, Generaldirektor des Nationalen Sicherheitsrates, und weiteren Experten. Nach eingehender Diskussion wurde beschlossen, die Synagogen am Mittwoch wieder für die Gebete zu öffnen. Die Einschränkungen sind dabei ganz klar: Maximalzahl 50 Teilnehmer am Gottesdienst, zwischen einem Betenden und dem nächsten muss ein Mindestabstand von zwei Metern eingehalten werden, ein spezieller ernannter «Corona-Minister» hat für die strikte Einhaltung der Weisungen zu sorgen, die Gesichtsmaske muss während des ganzen Gottesdiensts getragen werden, und die Grundsätze der Hygiene sind einzuhalten. Das gilt in ester Linie für das gründliche Waschen der Hände. Vorgängig zum Beschluss der Wiedereröffnung der Synagogen hatte Oberrabbiner David Lau dies in einem Brief an Premier Netanyahu bereits gefordert. Aus medizinishen Gründen stünde dem nichts im Wege, schrieb Lau, doch hatte die Regierung aus Angst vor Zusammenrottungen am muslimischen Fest des Eid-al-Fitr am Wochenende die Wiedereröffnung der Synagogen lieber auf nächste Woche verschoben. Diese Ansicht drang jedoch nicht durch. Weitere Erleichterungen: Die Meeresstrände sind wieder zugänglich, ebenso darf man wieder die Museen besuchen. Die Wiedereröffnung von Restaurants und Bar-Betrieben ist unter strikten Vorlagen für den 27. Mai vorgesehen. JU
 

7.40 Uhr
Krankenstatistik
Der Abwärtstrend in der israelischen Corona-Krankenstatistik hält weiter an. So sank am Dienstag die Zahl der seit dem Ausbruch der Krise mit dem Virus diagnostizierten Patienten auf 16659. Von diesen wurden am Dienstag nur noch 12 neu registriert. 50 von ihnen befanden sich in ernsthaftem Zustand, und 38 von ihnen mussten beatmet werden. Die Zahl der aktuell kranken Personen sank auf 2946, während nicht weniger als 13435 bereits die Krankenhäuser als geheilt verlassen konnten. Die Zahl der Todesfälle stieg am Dienstag um einen Toten auf 278. JU

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DIENSTAG, 19. Mai 2020 

16.30 Uhr
Aktuelle Übersicht
Bis Dienstagmittag sind in Israel seit Ausbruch der Krise 16650 Bürgerinnen und Bürger positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Zahl der Todesfälle ist leicht auf 277 gestiegen. 
Nachdem sechs Mitglieder eine Familie im Viertel Neve Ofer von Süd-Tel-Aviv positiv auf das Coronavirus getestet worden sind, ist dort eine Teststation eröffnet worden, um so viele Personen wie möglich testen zu können. Bis zum späteren Dienstagnachmittag wurden 115 getestet. Mit Ergebnissen ist bis Mittwoch zu rechnen. Am 27. Mai sollen gemäss dem jetzigen Stand der Dinge Restaurants, Bars, Clubs und Cafés in Israel wieder geöffnet werden. Besitzer dieser Etablissements werden dafür verantwortlich sein, die Temperatur eines jeden Gastes zu messen. Orte mit einem Fassungsvermögen von bis zu 100 Plätzen dürfen Vollbesetzung anstreben, während für grössere Betriebe die Maximalquote bei 85 Prozent liegen wird. Bei Sitzgelegenheiten im Freien muss eine Distanz von einem Meter zwischen jedem Tisch beachtet werden. Clubs dürfen nur Aufnahmen spielen lassen. Live Musik bleibt weiter verboten. JU
 

8.10 Uhr
Kommt die Erlösung aus den USA?
Einen Tag nachdem in den USA die Zahl der Corona-Opfer 90000 überstiegen hatte, vermeldete am Montag die biotechnologische Firma «Moderna» einen, wie sie sagte, erfolgreichen Durchbruch. Die ersten Experimente am Impfstoff, an dem die Firma arbeite, habe vielversprechende Resultate erbracht. Der Impfstoff kreiere neutralisierende Antikörper, die jenen gleichen, die sich bei Patienten vorfinden, die vom Virus geheilt worden seien. Die Gesellschaft hat vom FDA, der alles entscheidenden amerikanischen Medikamenten- und Nahrungsmittelbehörde, die Erlaubnis erhalten, weitere Forschungen zu betreiben und einen Schnellpfad einzuschlagen, der das Bewilligungsverfahren beträchtlich verkürzt. Acht gesunde Freiwillige haben laut einem Bericht in israelischen Medien je zwei Einheiten vom Impfstoff der Moderna erhalten. Sie schufen Antikörperchen, die in menschlichen Zellen im Labor untersucht wurden. Das Niveau der neutralisierenden Antikörper stimmt mit jenem überein, das in Kranken gefunden wurde, die sich von der Krankheit erholen, und es wurden keine Nebenerscheinungen entdeckt, abgesehen von leichten Entzündungen am Ort der Injektion. Nun beginnt laut den Medienberichten die zweite Testphase, an der sich schon 600 Personen beteiligen. Wenn auch diese Experimente vielversprechende Resultate erbringen, wird Moderna bereits im Sommer zur dritten Phase übergehen, an der sich schon tausende von Menschen beteiligen werden. Die meisten Experten glauben noch immer, dass 12-18 Monate vergehen würden bis zur Entwicklung eines sicheren und nützlichen Impfstoffs. Wenn aber die genannten Experimente gelingen, wird es vielleicht schon möglich sein, Ende 2020 oder anfangs 2021 den erwünschten Impfstoff zu erhalten. Moderna hat laut «Yediot Achronot» bereits Verträge mit der schweizerischen Firma Lonza und mit der US-Administration unterschrieben zwecks Produktion riesiger Mengen des Impfstoffs. Der ärztliche Chef von Moderna, der Israeli Dr. Tal Sachs, schätzte bereits in einem Zeitungsinterview vor einem Monat, dass der Ausstieg aus der medizinischen Krise stufenweise geschehen wird. Die jetzige Phase werde im besten Fall ein Jahr bis anderthalb Jahre dauern. JU

7.55 Uhr
Krankenstatistik
Seit Ausbruch der Coronavirus-Krise sind bis jetzt 16643 Israeli positiv mit dem Virus diagnostiziert worden, 22 von ihnen am Montag. 53 befinden sich in schwierigem Zutand, 42 müssen beatmet werden. Zur Zeit wurden 2114 aktiv Kranke registriert. 13253 Patienten konnten bisher als geheilt die Krankenhäuser verlassen. Die Zahl der Todesfälle belief sich bis Montagabend auf 276. JU
 

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MONTAG, 18. Mai 2020 

17.55 Uhr
Neue Studie der Tel Aviv Universität
Über 70 Prozent der Coronavirus-Patienten in Israel wurden von einer Sorte infiziert, die aus den USA herrührte. Das ergibt eine neue Studie, die am Montag von der Tel Aviv Universität (TAU) publiziert worden ist. «Wer aus den USA zurückkehrte, schuf Transmissionsketten», sagte Dr. Adi Stern von der School of Molecular Cell Biology and Biotechnology an der George S. Wise Fakultät für Lebenswissenschaften gegenüber der «Jerusalem Post».

Israel stoppte Flüge und verlangte von jedem israelischen Reisenden, der das Land aus den USA kommend ab dem 9. März betrat, eine 14-tägige Quarantäne anzutreten. Flüge aus Europa und aus anderen Teilen der Welt wurden zwischen dem 26. Februar und März gestoppt. «Es gab diese Lücke in der Politik, und diese Lücke gestattete Leuten, die aus den USA zurückkehrten, zu denken, sie könnten gehen wohin sie wollten. Wahrscheinlich verbreiteten sie so den Virus», sagte Stern. Die verbleibenden fast 30 Prozent der Infektionen wurden aus Europa und aus anderen Orten importiert: Belgien (8 Prozent), Frankreich (6 Prozent), England (5 Prozent), Spanien (3 Prozent), Italien (2 Prozent), Philippinen, Australien und Russland (je 2 Prozent). Stern sagte, dass jeder Coronavirus im Lande aus dem Ausland herrührte, anfänglich schloss dies viele Fälle ein, die Israel via Europa und Südostasien betraten. «Jedoch verbreiteten sie nicht so viel – sie gingen frühzeitig und sehr wirkungsvoll in Quarantäne».

Um zu dieser Schlussfolgerung zu gelangen, fertigten Stern und ein Team weiterer Forscher eine Karte von der Verbreitung des Virus nach und innerhalb Israels an, indem sie die genomische Sequenz des Coronavirus in Israel decodierten.

«Der neuartige Coronavirus ist charakterisiert durch Mutationen, die gemäss einem bestimmten Tempo stattfinden», erklärte Stern. «Diese Mutationen beeinflussen den Virus nicht...doch diese Mutationen können uns helfen, der Kette der Infektionen von Land zu Land nachzugehen. Nach dem pandemischen Ausbruch in Wuhan beispielsweise geschahen eine oder zwei Mutationen, und ein Virus mit einer Mutation ist vielleicht nach Europa migriert, wo es zu weiteren Mutationen kam, und von dort reiste er weiter in die USA und so weiter». Die Forscher verglichen die genomischen Sequenzen lokaler Patienten mit rund 4700 genomischen Sequenzen, die von Patienten in aller Welt genommen worden sind. Bis jetzt basierte jede Vermutung der Ausbreitung der Infektion auf solch subjektiven Parametern wie dem Feedback von Patienten. Stern bemerkte, dass ein anderes wichtiges Resultat war, dass «wir vom 20. März an sehr klar eine Reduktion in der Transmission sehen. Dann wurde der Lockdown in Israel verkündet. Das heisst, dass die gesellschaftlichen Distanzierungsmassnahmen wirkten... Der Lockdown rettete Leben».

Überdies zeigt die Studie, dass die «Super-Verbreiter» verantwortlich waren für die meisten Coronavirus-Fälle in Israel. Rund 80 Prozent der Coronavirus-Fälle in Israel stammen von zwischen 5-10 Prozent der Patienten oder Super-verbreitenden Veranstaltungen, wie grossen Partys oder anderen gesellschaftlichen Anlässen. Dr. Stern sagte, dass sie glaubte, dass nicht mehr als 1 Prozent der Bevölkerung in Israel sich mit dem Virus infiziert hat - «ein Riesenunterschied zur Herdenimmunität», wie sie sagte. Ferner, seihen die Grenzschliessung und die soziale Distanzierung zwei offensichtliche und sehr wichtige Massnahmen, die bei jedem wiederkehrenden Rückfall angewendet werden müssten. Jedoch bemerkte sie: «Wir haben Instrumente entwickelt, die uns erlauben werden, in «real time» mit dem nächsten Ausbruch fertig zu werden, den es geben könnte». JU
 

8.30 Uhr
Weitere Erleichterungen
Seit Ausbruch der Coronaviruskrise wurden in Israel insgesamt 17617 Personen positiv auf den Virus getestet. Die Zahl der Todesfälle liegt bei 272. Die Zahl der aktiven Fälle sank auf 3403, von diesen Fällen sind 55 in schwierigem Zustand, und 44 von ihnen mussten beatmet werden.

Die israelische Regierung hat inzwischen weitere Schritte zur Lockerung der Restriktionsmassnahmen unternommen. So wurden Gruppengebete gestattet, und die Wirtschaft ist geprägt durch eine partielle Wiedereröffnung von Geschäften und Bussen für das Nichttragen von Schutzmasken im öffentlichen Bereich. Es werden weitere Coronavirus-Abteilungen in Krankenhäusern aufgrund von Unterbelegung geschlossen. Yaakov Litzman, der bisherige Gesundheitsminister und heutige Wohnbauminister, liess aufhorchen durch die Bemerkung, es sei «zu viel Panik» gemacht worden rund um den Ausbruch des Coronavirus in Israel. «Kaum hatte mein Generaldirektor (der inzwischen zurückgetretene Moshe Barsimantov) gesagt, er fürchte, dass zehntausende Menschen sterben würden, schrie ich an einer Regierungssitzung, dass ich mit dieser Übertreibung nicht übereinstimmen würde», sagte Litzman in einem Radiointerview. Der Premierminister habe, so meinte Litzman, diese Übertreibungen akzeptiert, und er reagierte auf die Ängste des Generaldirektors. Ich konnte nicht viel dagegen sagen, denn wir weinen um jede verlorene Seele. Effektiv waren es aber nur 250».

Offizielle des Israelischen Nationalen Sicherheitsrates, des Gesundheitsministeriums und ein Vertreter von Innenminister Arieh Deri, haben sich auf die Grundsätze zur Wiedereröffnung von Gebetsräumen und Synagogen geeinigt. So müssen Teilnehmer eines Gottesdienstes zwischen sich einen Sitz leer lassen, während des ganzen Gottesdienstes Schutzmasken tragen, und die Gebetsutensilien müssen von zu Hause mitgebracht werden. In jeder Synagoge wird ein so genannter Coronavirus-Beamter bestimmt, der für das Einhalten der Vorkehrungen zu sorgen hat. JU

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SONNTAG, 17. Mai 2020 

10.35 Uhr
«75 Prozent der behandelten Covid-19-Patienten nach 28 Tagen ohne Beatmungsgerät»
«Pluristem Therapeutics», eine Haifaer Gesellschaft für regenerative Medizin, die mit ihren biologisch-therapeutischen Produkten Covid-19-Patienten behandelt hat, berichtet, dass 75 Prozent der Behandelten innerhalb 28 Tagen auf Beatmungsgeräte verzichten konnten.
Pluristem Therapeutics entwickelte PLX-Zellen, welche die natürlich regulatorischen T Zellen und M2 Makrophage induzierten, die in früheren vorklinischen Studien an Tieren therapeutische Vorteile gegen pulmonale Hypertension, Lungenfibrosen, akute Nierenverwundungen und gastrointestinale Verwundungen zeigten – alles potentielle Komplikationen einer schwerwiegenden Covid-19 Erkrankung.

Im letzten Monat begann Pluristem, seine PLX-Zellen an Patienten mit Covid-19 zu testen in der Hoffnung, die Virusinduzierten Auswirkungen von Lungenentzündungen oder lungenentzündungsähnlicher Erkrankungen zu reduzieren und zu einer besseren Prognose zu führen. 18 Patienten wurden unter einem besonderen Programm in Israel und dem «FDA single Patient Expanded Access Program» behandelt. Sie waren alle in Intesivpflegeeinheiten, an Beatmungsgeräten und litten währen der Zeit der Behandlung an akutem Atmungssyndrom.

Bis jetzt haben acht der Patienten eine 28-tägige Folgeperiode beendet. Die Übelebensrate der acht Patienten liegt bei 87,5 Prozent. Im Gegensatz dazu starben fast 90 Prozent der Coronavirus-Patienten, die im grössten Gesundheitssystem von New York (Northwell Health) beatmet werden mussten. Das ist einem Bericht des Journal of the American Medical Association zu entnehmen.

«Wir sind hoch ermutigt von diesen Daten», sagte Pluristem CEO Yaky Yanay, der betonte, dass die Gesellschaft letzte Woche die Zustimmung der US Food and Drug Administration (FDA) für eine Phase II-Studie bei der Behandlung von schweren Covid-19-Fällen, komplitziert durch ARDS, erhalten hat. Die Forschungen dauern an. JU

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SAMSTAG, 16. Mai 2020 

20.50 Uhr
«Bernie-Welt» versinkt in Zank und Streit
Seit der Einstellung seiner Kandidatur für die US-Präsidentschaft im März hat Bernie Sanders seine Aufgaben als Senator von Vermont wieder aufgenommen und etwa Gesetzesentwürfe eingebracht und Onlinediskussionen zu Covid-19 mit Anhängern veranstaltet. Daneben hat Sanders Verhandlungen mit Joe Biden über die Wahlplattform der Demokraten im November aufgenommen und dazu Vertreter an ein halbes Dutzend Arbeitsgruppen entsandt (nytimes). Biden scheint bereit, bei Themen wie Klimawandel, Krankenversicherungen oder Studienschulden auf Sanders und den progressiven Flügel der Partei zuzugehen. 

Gleichzeitig aber bleibt eine für die gesamte Partei wichtige Frage offen: Was wird aus Bernies Bewegung und speziell aus der Datenbank mit den Kontaktinformationen zu Millionen Anhängern, die ihn als Freiwillige und Spender so stark unterstützt haben? Darauf geht ein aktueller Report von «Politico» ein. Demnach hat Sanders die Aktivitäten seiner Wahlorganisation «Our Revolution» weitgehend eingestellt. Und er zeigt anhin auch keine Sympathien für von Anhängern gegründete Nachfolgeorganisationen «Once Again» und «A Future to Believe in». Dieses «politische Aktionskomitee» (PAC) hatte der langjährige Sanders-Vertraute Jeff Weaver im April gegründet. Ziel soll die Unterstützung linker Kandidaten in Kongressbezirken sein. Aber Sanders war anscheinend derart über die Verwendung dieses von ihm geprägten Slogans empört, dass Weaver den Verband nun in «America’s Promise PAC» umgetauft hat (thehill).

Doch Bernie hat diesen Gruppen anhin nicht die wertvollen Datensätze überlassen. Unklar bleibt, ob er damit Joe Biden aushelfen will. Der 78-Jährige hat bislang auch noch keine klaren Ansagen gemacht, ob er «Our Revolution» weiterführen oder mit einer neuen Organisation fortsetzen will. Versuche der Gruppe, bei den Kongresswahlen 2018 linken Kandidaten zu Mandaten zu verhelfen, sind ebenso gescheitert, wie die Unterstützung von Gesinnungsgenossen bei den Vorwahlen für den US-Kongress oder regionale Sitze. Dennoch gründen Bernie-Anhänger nun neue Gruppen. So steht laut «Politico» kommende Woche der Launch von «Reclaim Rhode Island» an (politico).AM
 

20.45 Uhr
New York City: die Reichen sind früh geflohen
Recherchen der «New York Times» zeigen, wie Einkommensunterschiede auch während einer Virus-Pandemie enorme Differenzen produzieren. Laut einer auf Handydaten basierenden Studie mit Analytikern von «Descartes Lab», haben zwischen dem 1. März und Ende April 420.000 der rund neun Millionen New Yorker die City verlassen, also fünf Prozent. Je höher die Durchschnittseinkommen eines Viertels, desto mehr Einwohner sind vor Covid-19 geflohen. In der Upper East Side, der Upper West Side, SoHo, dem West Village oder Brooklyn Heights erreicht die Abwanderung bis zu 50 Prozent. Diese setzte schon vor der offiziellen Ausgangssperre und den Schulschliessungen Mitte März ein. 

Der Times-Beitrag enthält zahlreiche Karten, die auch über die Ziele der Covid-Flüchtlinge Auskunft geben. Demnach waren benachbarte Landkreise in Connecticut, Upstate New York oder New Jersey bevorzugte Ziele. Wohlhabende New Yorker verfügen dort entweder über Ferienwohnungen oder Freunde und Kollegen, die Unterschlupf gewährt haben dürften. Gerade im Landkreis Fairfield County, Connecticut, hat die Zuwanderung mit einiger Wahrscheinlichkeit zu den hohen Infektionsraten und Sterbezahlen in Folge des Virus beigetragen. Grundlage der Studie waren Daten von 140.000 Handys (nytimes). 

Im gesamten Gliedstaat wurden bis Freitag über 350.000 Fälle und knapp 28.000 Todesopfer gezählt, mindestens drei Viertel davon in der City. Die Zahlen gehen zwar seit Ende April stetig zurück. Aber der Gliedstaat verliert weiterhin rund 170 Menschen täglich an die Pandemie (nytimes). AM
 

20.35 Uhr
Regierung genehmigt Anlässe in offenen Raum
Die israelische Regierung gestattet im Rahmen ihrer sukzessiven Erleichterungen der Corona-Einschränkungen das Abhalten von Anlässen im offenen Raum. Das heisst in Veranstaltungsgärten oder im öffentlichen Raum, vorausgesetzt, die vom Gesundheitsministerium vorgegebenen Richtlinien werden eingehalten. Dieser am Freitag im Rahmen einer Telefonkonferenz gefasste Beschluss, kam auf Grund eines Ersuchens von Innenminister Arie Deri (Shas) und wegen der stetig sinkenden Krankheitsfälle in Israel. Die Zahl der Coronavirus-Todesfälle betrug am Freitagabend 268, und am Samstag gab es insgesamt 3485 aktive Krankheitsfälle. Von diesen mussten 49 intubiert werden. Die eingangs genannten Anlässe im offenen Raum dürfen von maximal 50 Gästen besucht werden. Der Raum muss weit genug sein, um zu gewährleisten, dass die Zweimeter-Distanz von Person zu Person eingehalten werden kann. JU
 

14.50 Uhr
Bloomberg vor Spendenentscheidung für Biden
Der Medienunternehmer und ehemalige Bürgermeister von New York hat sich die im März gescheiterte Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten, die Rekordsumme von einer Milliarde Dollar kosten lassen. Bereits damals haben Mike Bloomberg und enge Mitarbeiter erklärt, er werde in jedem Fall den tatsächlichen Herausforderer von Donald Trump massiv unterstützen. Nun steht Bloomberg laut dem Wirtschaftssender CNBC vor der Entscheidung über den Umfang und die Logistik dieses Engagements. Demnach erwarten Insider Spenden von rund 250 Millionen Dollar von Bloomberg für Joe Biden. Dazu sollen Hilfen für andere demokratische Bewerber für Parlamentsmandate kommen. Offen ist momentan noch, wie diese Mittel eingesetzt werden sollen. 

Im Gespräch sind Spenden an nominell von Biden unabhängige Political Actions Committees» (PAC), die für den demokratischen Champion Anzeigen schalten oder Wähler mobilisieren; oder aber Überweisungen an die Parteiführung, das «Democratic National Committee» (DNC). Bloomberg hat dem DNC im März bereits 18 Millionen Dollar überwiesen – dies aber anscheinend unter der Bedingung, dass die Organisation ex-Mitarbeiter von Bloombergs eigener Kampagne anstellt. Er hatte diesen rund 2000 Personen eigentlich Beschäftigungsgarantien bis zu den Wahlen im November gegeben, brach die Zusage dann aber nach der Aufgabe seiner Bewerbung. Möglich ist aber weiterhin, dass Bloombergs für den Wahlkampf gegründete Daten-Firma «Hawkfish» in die Dienste Bidens tritt. 

Jedenfalls kann Biden Unterstützung gebrauchen. Er führt seine Kampagne vom Keller seines Hauses in Delaware aus, ist kaum auf Social Media präsent und hinkt beim Spendensammeln hinter Donald Trump her. Dieser verfügt über eine Kriegskasse von 255 Millionen Dollar gegenüber Biden mit lediglich 103 Millionen Dollar. Dabei liegt Biden zwar bei Umfragen vor Trump, dies aber trotz der nun fast 1,5 Millionen Fälle und 90.000 Todesopfer von Covid-19 in den USA nur mit fünf Prozent. Trump dominiert mit neuen Ablenkungsmanövern wie Attacken auf Barack Obama und der Verhöhnung Bidens als geistesschwach die Öffentlichkeit. Doch anscheinend erkennen die Demokraten nun zumindest die Notwendigkeit einer Gegenoffensive: Biden hat am Donnerstag eine Internetkonferenz zur Virusbekämpfung mit 350 Bürgermeistern und sonstigen Parteivertretern geführt. Daran nahm auch Bloomberg teil und fand lobende Worte für Biden: der sei ein grosser Patriot und Diener des Vaterlandes (cnbc). AM
 

14.40 Uhr
Teva in «hochriskantem Spiel» mit US-Justiz
Der israelische Pharmakonzern ist ein weltweit führender Hersteller von Generika. In den USA gehen das Justizministerium und einige Gliedstaaten seit Jahren gegen Teva und andere Unternehmen wegen Preisabsprachen bei populären Medikamenten vor. Dabei haben Sandoz, Apotex und zwei weitere beklagte Firmen bereits Vereinbarungen über Strafgelder von 224 Millionen Dollar getroffen. Auch Teva stand anscheinend kurz vor einem Vergleich. Die Firma hält einen Marktanteil von zehn Prozent in den USA in ihrem Segment und gilt daher als wichtiger Player. Doch nun hat der Konzern die Gespräche mit dem Justizministerium dazu abgebrochen. Die Hintergründe erklärt die «New York Times» in einem aktuellen Bericht. Einer der Beteiligten nennt das Vorgehen von Teva «ein hochriskantes Spiel» (nytimes).

Am 24. März soll Roberto Mignone aus dem Teva-Vorstand einen Mitarbeiter von Jared Kushner im Weissen Haus kontaktiert haben, den er aus Studienzeiten kannte. Donald Trump propagierte seinerzeit das Malariamedikament Hydroxychloroquine als Wundermittel gegen Covid-19. Mignone hat dem Weissen Haus anscheinend vorgeschlagen, von Teva produziertes Hydroxychloroquine in grossen Mengen aus Indien einzuführen. Da das Mittel bei Versuchen keine erkennbaren Erfolge bei der Behandlung des Virus zeigt, redet Trump inzwischen nicht mehr davon. Aber aus dem ersten Kontakt im März sollen weitere Gespräche über eine Zusammenarbeit bei der Virusbekämpfung zwischen Teva und dem Weissen Haus hervorgegangen sein. Und diese Kontakte geben dem Konzern nun womöglich den Mut zu einem gewagten Manöver: Teva hofft anscheinend, dass das Weisse Haus die Justiz zu einem Verzicht auf eine Anklage bewegt. 

Dabei spielt auch die Zeit eine Rolle: In zwei Wochen laufen Verjährungsfristen ab, innert deren das Justizministerium über eine formelle Anklage gegen Teva entscheiden muss. AM

 

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FREITAG, 15. Mai 2020

19.10 Uhr
Synagogenvorstand in Florida: harsche Rüge für «abtrünnigen Minyan»
Bereits am Dienstag hat eine orthodoxe Gemeinde in Florida die Bestrafung von Mitgliedern angeordnet, welche gegen die Auflagen von Behörden und einen Erlass orthodoxer Dachorganisationen verstossen und insgeheim gemeinsam gebetet hatten. Die Leitung von «Young Israel of Deerfield Beach» im südlichen Florida, hatte die Synagoge im März aufgrund von Covid-19 geschlossen und jüngst geheime Zusammenkünfte in Wohnungen von Mitgliedern entdeckt. Daraufhin formulierten Rabbiner Yisroel Edelman, Gemeindepräsident Dr. Martin Schloss und der gesamte Vorstand ein offenes Schreiben an die Mitglieder. Darin heisst es: «Dieses Ausmass von unverfrorener Chutzpah und gefährlicher Sofek Pikuach Nefashot [Gefährdung von Leben] kann nicht toleriert werden». Deshalb werde den Teilnehmern der geheimen Treffen nach Wiedereröffnung der Synagoge Ehren wie das Leiten von Gebeten vorenthalten werden. Das Schreiben schliesst mit einem Appell zu Geschlossenheit: «In einer Zeit, welche die gesamte Welt und auch Klal Yisroel mit einer solch dramatischen und tragischen Herausforderung konfrontiert, müssen wir zusammen kommen und uns hinter unserer rabbinischen und medizinischen Führung vereinen. Wir hoffen wirklich, dass wir einen solchen Brief in Zukunft nicht mehr schreiben müssen» (forward). AM
 

19.00 Uhr
Senatorin Feinstein ruft nach «Virus-Friedensplan» mit Iran
Im US-Senat gilt die kalifornische Demokratin Dianne Feinstein bei der Sicherheitspolitik als Hardliner. Dies speziell für Nahost, wo die 86-Jährige stets als energische Unterstützerin Israels aufgetreten ist und Iran nicht allein als Bedrohung des jüdischen Staates, sondern der regionalen Stabilität kritisiert hat. Doch nun schlägt Feinstein neue Töne an. In einem Meinungsbeitrag für «Bloomberg News» ruft sie nach einem «Virus-Friedensplan» mit der Islamischen Republik (bloomberg).

Die Senatorin wirft der Trump-Regierung Planlosigkeit vor. Dem Weissen Haus fehlten offenkundig Ziele und eine umfassende Strategie gegenüber Iran. Der Präsident habe jüngst ein Veto gegen ein von beiden Parteien im Senat getragenes Gesetz eingelegt, dass einen Krieg mit Iran nur nach Zustimmung des Parlaments erlaubt. Zudem steigere Trump Embargo-Massnahmen gegen Teheran. Eine klare Absicht sei dabei jedoch nicht zu erkennen. Doch Iran handle ebenfalls zunehmend provokant. Damit drohe inmitten der Viruspandemie eine militärische Eskalation zwischen den USA und Iran. 

Feinberg fordert daher die sofortige Aufnahme von direkten Verhandlungen zwischen führenden Vertretern beider Staaten. Dabei solle Washington die vorübergehende Aufhebung von Wirtschaftssanktionen gegen Teheran anbieten. So würde Iran zusätzliche Mittel für die Virusbekämpfung erhalten und dringend benötigte, medizinische Güter einführen können. Neben Erträgen aus Öl-Verkäufen nennt Feinstein dabei auch einen Antrag Irans auf fünf Milliarden Dollar an Nothilfen vom Internationalen Währungsfonds. Dies könne ihm Rahmen des «Swiss Humanitarian Trade Arrangements» (link) abgewickelt werden. 

Die Senatorin betrachtet eine solche Initiative als ersten Schritt zu einer breiter aufgestellten, diplomatischen Offensive: Washington solle erneut mit europäischen Verbündeten zusammenspannen und Iran in ein regionales Abkommen einbinden. Nicht zuletzt, sollte dabei die Islamische Republik zur Aufgabe ihrer aggressiven Expansionspolitik im Jemen verpflichtet werden. AM  
 

16.35 Uhr
52 Schüler in Selbstisolation
Alle 52 israelischen Schüler, die mit ihrem auf Covid-19 positiv getesteten Lehrer aus der Stadt Rechovot in Kontakt gekommen sind, befinden sich in Selbstisolation. Das berichtete am Freitag die Nachrichtenagentur N12. Zusätzlich zu den Schülern werden auch die Angestellten der Schule in Selbstisolation gehen müssen. Die Schule selber wird für zwei Wochen den Betrieb einstellen. Die Isolationsfrist beträgt 14 Tage. JU
 

9.25 Uhr
Vorkämpfer für Juden in der Sowjetunion: Martin Wenick verstorben 
Geboren in eine säkulare, jüdische Familie in New Jersey, hat Martin Wenick an der elitären Brown University in Rhode Island Geschichte studiert und ein lebenslanges Interesse an Russland entwickelt. Wenick lernte die Sprache und verbrachte 1960 einen kurzen Studienaufenthalt in Moskau. Nach dem Abschluss trat er 1962 in das State Department ein. Eine 27-jährige Karriere brachte ihn 1970-74 erneut nach Moskau, wo er auf die Not der Juden in der Sowjetunion aufmerksam wurde. Das Regime erhöhte nach den Nahostkriegen von 1967 und 1973 den Druck auf die als «Zionisten» und Staatsfeinde verteufelten Juden, verwehrte diesen aber eine Ausreise. Die Nixon-Regierung strebte damals jedoch eine Annäherung an Moskau an und ignorierte diese Problematik. Wenick setzt sich über die offizielle Linie hinweg und traf «Refusenicks», also systemkritische Juden. Von Kollegen und Zeitzeugen als warmherziger und energischer Mann geschildert, schmuggelte er dabei sogar Kontakte in seinem Dienstwagen für private Gespräche in die US-Botschaft (jta). 

Wenick trat 1989 in den Ruhestand und übernahm den Vorsitz der Hilfsorganisation «National Conference for Soviet Jewry». Drei Jahre später wurde er Geschäftsführer der traditionsreichen «Hebrew Immigrant Aid Society» (HIAS), die eine tragende Rolle bei der Ansiedlung von 140.000 Juden aus der ehemaligen Sowjetunion in den USA gespielt hat. Bis zu seiner Pensionierung 1998 hat sich Wenick als unermüdlicher Advokat und Helfer von Flüchtlingen und Zuwanderern aus aller Herren Länder bewährt. Am 7. Mai erlag er in Washington Covid-19. Er hinterlässt seine langjährige Gattin Alice Tetelman (hias). AM

9.20 Uhr
Jerzy Glowczewski verstorben: das letzte Fliegerass aus Polen
Er war ein schwieriger Teenager und rebellierte gegen Lehrer wie Eltern. Doch mit 16 kam eine Wende im Leben von Jerzy Glowczewski. Mit knapper Not konnte er gemeinsam mit dem Stiefvater im September 1939 vor den anrückenden Deutschen aus Warschau fliehen. Die Beiden erreichten über Bukarest schliesslich Tel Aviv. Von dort meldete sich der Teenager freiwillig zu der Anfang 1940 in Syrien von den Briten formierten «Polish Independent Carpathian Rifle Brigade», die sich 1941-43 gegen Rommels «Afrikacorps» in Libyen ausgezeichnet hat. Glowczewski ging anschliessend nach England und liess sich dort zum Kampfpiloten ausbilden. Er trat dem aus polnischen Exilanten rekrutierten Kampfgeschwader No. 308 «City of Krakow» bei und flog 100 Einätze gegen die deutsche Luftwaffe an der Westfront. Vielfach ausgezeichnet, tat sich Glowczewski bei dem alliierten Gegenstoss nach der Ardennenoffensive hervor und schoss am Neujahrstag 1945 mit seiner Spitfire eine deutsche Focke-Wulf 190 über Belgien ab. Das Duell gilt als einer der letzten, klassischen Luftkämpfe im Westen (youtube).

Nach dem Krieg kehrte Glowczewski nach Polen zurück, studierte Architektur und wurde als solcher aktiv beim Wiederaufbau der im Krieg weitgehend zerstörten Hauptstadt. 1961 zog er einem Stipendium der Ford Foundation folgend zunächst in die USA, dann aber nach Ägypten, wo er am Bau des gigantischen Assuan-Staudammes beteiligt war. Der Sieben-Tage-Krieg zwangen ihn und seine Frau im Juni 1967 nach Israel. Die Familie ging jedoch zurück in die USA, wo am renommierten Pratt Institute in New York lehrte und 2007 den umfangreichen Memoirenband «The Accidental Immigrant» veröffentlichte. Von der «New York Times» als «letztes Fliegerass aus Polen» gewürdigt, ist diese heroische Persönlichkeit am 13. April im Alter von 97 Jahren in New York Covid-19 erlegen (nytimes). AM

9.05 Uhr
Rafael Kugielsky in Buenos Aires verstorben
Am 25. April erlag im Alter von 90 Jahren Rafael Kugielsky der Virus-Pandemie. In Buenos Aires beruflich als Zahnarzt aktiv, galt Kugielsky über Jahrzehnte als führender Exponent der Orthodoxie in Argentinien. Er hatte 1966 den lokalen Ableger der Dachorganisation Agudath Israel gegründet und war eine stete Präsenz im Vorstand des jüdischen Dachverbandes AMIA, der jüdische Friedhöfe im Lande verwaltet und Bildungseinrichtungen der Gemeinden subventioniert. Kugielsky war zudem Eigner der Zeitung «La Voz Judia» (Die jüdische Stimme). Der Vater von fünf Kindern war bei AMIA in den 1990er Jahren Leiter des Sozialressorts und wurde weithin für sein Engagement beim Wiederaufbau des Hauptquartiers der Organisation geschätzt, das 1994 bei einem Bombenanschlag zerstört worden ist (jta). AM

9.00 Uhr
«Quiz Kid» Joel Kupperman verstorben
In der Öffentlichkeit «Baby Einstein» genannt, war Joel Kupperman als Junge zehn Jahre lang eine der bekanntesten Persönlichkeiten Amerikas. 1937 in Chicago als Sohn eines Ingenieurs und einer Hausfrau geboren, fiel er schon als Kleinkind durch eine enorme Intelligenz auf. Der Vater führte früh in die Mathematik ein und als Sechsjähriger war Joel erfolgreich mit einer Bewerbung bei der in Chicago produzierten Radioshow «The Quiz Kids». Sponsor war lange Alka Seltzer. Das fünfköpfige Rateteam bestand vorwiegend aus jüdischen Kids und wurde mit von Zuschauern eingesandten Fragen zu einer breiten Palette von Themen konfrontiert. Kupperman war die Mathematikkoryphäe der Truppe und wurde durch seine erstaunliche Kompetenz ebenso beim Publikum beliebt, wie durch sein Lispeln. Nach dem Krieg zog die Show nach New York um. 1949 folgte der Wechsel ins neue Medium Fernsehen. Kupperman machte den Übergang mit, wirkte vor Kameras aber eher unbeholfen und emotionslos. Er trat 1953 aus dem Team aus und studierte anschliessend als 16-jähriger Philosophie. 

Kulturhistorisch waren die «Quiz Kids» enorm bedeutsam, da hier jüdische Jugendliche ganz selbstverständlich als normale, wenn auch ausserordentlich begabte, Amerikaner zu sehen waren. Allerdings erlebten die Kids eben deshalb im Krieg bei Reisen durch die USA immer wieder auch antisemitische Ressentiments. Die jungen Talente warben für den Kauf von Kriegsanleihen und brachten 120 Millionen Dollar zusammen, auf heute umgerechnet etwa 1,7 Milliarden Dollar. Die «Quiz Kids» kamen häufig mit Berühmtheiten wie Orson Welles, Marlene Dietrich oder Eleanor Roosevelt zusammen. Kupperman wurde später ein angesehener Philosophie-Professor an der University of Connecticut und heiratete die Historikerin Karen Ordahl. 

Über seine Dekade als «Quiz Kid» hat er später jedoch nie gesprochen. Wie sein Sohn Michael Joel Kupperman herausfand, empfand es Kupperman zunehmend belastend, als kleiner Einstein vorgeführt zu werden. Michael Kupperman hat dem Vater 2018 die graphische Novelle «All the Answers» gewidmet. Viele seiner Fragen blieben jedoch ohne Antwort, da Kupperman zunehmend in Demenz versank. Er ist am 8. April in Brooklyn in einem Pflegeheim Covid-19 erlegen (nytimes).  AM

8.55 Uhr
Krankenstatistik
Bis Donnerstagabend wurden in Israel total 16579 Personen mit Coronavirus diagnostiziert, 31 von ihnen am Donnerstag. Damit hat die Zahl der neuen Patienten im Vergleich zum Mittwoch (19) wieder zugenommen. 50 der Patienten befinden sich in schwierigem Zustand, 50 von ihnen mussten beatmet werden. Die Zahl der aktiv kranken Patienten lag mit 3793 klar unter 4000. 12521 der seit dem Ausbruch der Krise als Patienten registrierten Personen, konnten inzwischen die Krankenhäuser als geheilt verlassen. Die Zahl der Todesfälle stellte sich bis Donnerstagabend auf 265. JU

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  • Sekretariat der Jüdischen Liberalen Gemeinde Zürich 043 322 03 14 oder info@jlg.ch
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  • Corona Task Force Agudas Achim / Israelitische Religionsgesellschaft Zürich: waad@agudasachim.ch oder SMS / Whatsapp 077 500 98 63 (für nicht-medizinische Fragen)

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DONNERSTAG, 14. Mai 2020 

13.30 Uhr
Auf der Suche nach einem Impfstoff: TAU-Team und Schweizer Firma
Ein Team von Akademikern der Tel Aviv Universität (TAU) hat sich auf der Suche nach einem Impfstoff gegen den Coronavirus mit der Schweizer Firma Neovii aus dem St. Gallischen Rapperswil zusammengetan. Beiden Einrichtungen ist gemeinsam, dass sie sich schon seit Jahren mit dem Studium der Coronaviren befassen. Gegenüber der «Jerusalem Post» erklärte Professor Jonathan Gershoni von der TAU-Schule für molekulare Zellbiologie und Biotechnologie unter anderem, die Forscher hätten sich seit 2004 auf Coronaviren konzentriert, kurz nach dem Auftauchen des SARS-CoV-2 (Severe acute respiratory syndrome coronavirus 2). «Unser Studienbereich ist derjenige der Interaktion zwischen Viren und den Zellen, die sie infizieren», sagte er. «Wenn wir an die Bilder des Coronavirus denken, die so oft in den Medien erscheinen, dann sehen wir einen grauen Ball mit vielen Vorsprüngen an der Oberfläche. Das verleiht den Eindruck einer Krone, die den Virus umgibt».

Während der Durchbruch für einen Impfstoff wahrscheinlich mindestens ein Jahr bedarf, sagte Gershoni, sei er sehr beeindruckt von der Neovii-Methode, sich mögliche Applikationen der Technologie in Zwischenstadien vorzustellen, um den Patienten Erleichterung zu verschaffen.

In einer gemeinsamen Pressemeldung sagte Neovii-CEO Jürgen Pohl: «Der Ausbruch der Covid-19-Pandämie hat demonstriert, wie fragil und verletzlich unsere Gesellschaften gegenüber der Pandämie sind. Wir sind extrem erfreut über unsere Kooperation mit Professor Gershoni und der TAU, die Neovii eine erstklassige Plattform für die rasche Entwicklung vielversprechender Impfstoffkandidaten vermittelt in Bezug auf jedes künftige Auftauchen einer Pandämie, einschliesslich Covid-19. Ferner ist der Covid-19-Impfstoff höchst synergetisch zu Neoviis Expertise bei der Entwicklung und Herstellung passiver polyclonaler Antikörperchen. Das eröffnet die Gelegenheit, eine Covid-19-Immuntherapie in einer raschen Manier zu bringen». JU
 

9.00 Uhr
Zehn Israeli in Marokko am Coronavirus gestorben
Am Donnerstagmorgen landete in Israel eine Gruppe von 26 Israeli aus Marokko, wo sie anderthalb Monate lang gestrandet waren. Anfänglich umfasste die Gruppe 36 Mitglieder, doch zehn waren in Marokko an den Folgen des Coronavirus gestorben. Die «philantropische Luftoperation» kam zustande, obwohl israelische Maschinen technisch in Marokko nicht landen dürfen. Vor fast zwei Monaten war der Knessetabgeordnete Nir Barkat (Likud, ehemaliger Bürgermeister von Jerusalem) mit der Bitte kontaktiert worden, trotz allem zu versuchen, die in diesem nordafrikanischen Land gestrandeten israelischen Zivilisten zu retten, die in verschiedenen Hotels in Marrakesch und Casablanca untergebracht waren. Nachdem zehn Mitglieder der Gruppe an Covid-19 gestorben waren, begann der Plan Formen anzunehmen, wie die israelischen Medien berichteten. Dazu benutzte man eine Privatmaschine des Philanthropen-Ehepaares Miriam und Sheldon Adelson. Daneben fand eine geheime, aber wirkungsvolle diplomatische Kooperation mit den Marokkanern statt. Die Aktion geschah unter anderem mit Hilfe von Premierminister Netanyahu, der seine diplomatischen Kanäle einsetzte, um das Ganze erfolgreich zu gestalten. Zum Schluss wurden die Israeli mit ihrer traurigen Fracht via Paris nach Hause geflogen. «Sogar in Zeiten des Coronavirus lässt Israel seine Bürger nicht im Stich und unternimmt die grössten Anstrengungen, um sie nach Israel bringen», sagte Nir Barkat. «Drei Monate lang habe ich meine Familie mit meinen drei Kindern nicht gesehen», sagte Ilan Hatuel, einer der Passagiere. «Ich danke dem Nationalen Sicherheitsrat von Israel und Miriam und Sheldon Adelson, Nir Barkat und dem ganzen Personal für unsere Heimschaffung». Die Gruppe hätte ursprünglich bereits zu Pessach wieder in der Heimat sein sollen, doch die Regierung von Rabat zog ihre ursprüngliche Erlaubnis für die Aktion wieder zurück, da sie, wie der Radiosender der israelischen Armee meldete, bei der Vorbereitung der Aktion nicht begrüsst worden sei. JU

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MITTWOCH, 13. Mai 2020 

19.55 Uhr
Krankenstatistik
Die Zahl der aktiven Corona-Kranken in Israel sinkt weiter. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Mittwochabend gibt es derzeit 4052 aktive Kranke. 12232 Patienten konnten die Krankenhäuser bisher als geheilt verlassen. Von den Schwerkranken müssen 52 Patienten beatmet werden. Bis Mittwochabend sind 264 Israeli gestorben. JU

13.10 Uhr
Brasilianer treten gerne ins Fettnäpfchen
Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro ist den Kritikern aufgelaufen, nachdem er einen neuen Slogan für den Kampf gegen den Coronavirus benutzt hat, der dem berüchtigten Nazi-Slogan «Arbeit macht frei» am Eingang zum KZ Auschwitz verdächtig ähnelt. Die Botschaft «Arbeit, Einheit und die Wahrheit werden Brasilien frei machen» befindet sich in einem Video, das Bolsonaro am Sonntag in Umlauf gebracht hat. Das berichtete als erstes die Zeitung «Folha de S. Paulo». Es sei unglücklich, hiess es, dass ein Mal mehr Themen, die dem Judentum und der Menschheit allgemein teuer seien, trivialisiert und nachgeeifert werden. «Dadurch wird die Erinnerung an Opfer und Überlebende in einer so schwierigen Zeit wie der unsrigen für unser Land und die Welt beleidigt», sagte Fernando Lottenberg, Präsident des Jüdischen Gemeindebundes von Brasilien, der Dachorganisation der jüdischen Gemeinden des Landes. Letzte Woche hatte Bolsonaro jüdische Gruppen verärgert, als er in Brasilia neben einer Israelflagge eine Rede hielt. Er sprach an einer Veranstaltung, an der einige der Teilnehmer sich für die Auflösung der Gerichte des Landes aussprachen und für die Rückkehr zu einem Staat mit autoritären Regeln. Am 22. April verlangte das Amerikanisch-Jüdische Komitee eine Entschuldigung vom brasilianischen Aussenminister Ernesto Araujo, der die gesellschaftliche Distanzierung des Covid-19 mit Konzentrationslagern verglichen hatte. Nach einer Welle internationaler Medienreaktionen meinte der Minister, er sei «missverstanden» worden. JU
 

8.30 Uhr
Krankenstatistik
Seit Ausbruch der Coronavirus-Krise wurden in Israel total 16529 angesteckte Patienten registriert, 23 von ihnen am Dienstag. Der leichte Abwärtstrend bei den Neueingängen hielt auch am Dienstag an. Von den Infizierten befinden sich 66 in einem schwierigen Zustand, 55 mussten beatmet werden. Derzeit zählt die Patientenliste 4186 Namen. Insgesamt wurden bis Mittwochmorgen 12083 Kranke als geheilt aus den Krankenhäusern entlassen. Die Zahl der Todesfälle stellte sich bis Dienstagabend auf 260. JU
 

8.15 Uhr
Forscher arbeiten an Simulator für Ausgangsstrategien
Israelische Forscher, unter anderem des Haifaer Technion Instituts für Technologie, arbeiten gegenwärtig an der Entwicklung eines wirtschaftlich orientierten Simulators. Dieser zielt darauf ab, den Entscheidungsträgern bei der Verwirklichung einer erfolgreichen Ausgangsstrategie aus dem Coronavirus-Lockdown zu helfen. Der Simulator soll über eine gebraucherfreundliche Interface-linking Politik sowie über Kostenindikatoren sowohl kurz- als auch langfristiger Natur verfügen. Gegenwärtig wird der Simulator von verschiedenen Körperschaften getestet. Er geniesst die Unterstützung innerhalb der israelischen Regierung. «Verschiedene Pläne für das Verlassen des Lockdowns sind kürzlich der Öffentlichkeit präsentiert worden», meinte einer der Technion-Forscher, «von denen einige einander sogar widersprachen, doch die mathematischen Modelle, auf welchen sie basierten, wurden nicht präsentiert». Das Teilen von Information über diese Instrumente und die Daten, auf welchen sie basieren, würden es ermöglichen, eine pragmatische Diskussion über die Ausgangsstrategien zu führen, und würden der wissenschaftlichen Gemeinschaft helfen, zum Entscheidungsfindungsprozess beizutragen. Ein anderer Forscher fügte hinzu: «Transparenz ist einer unserer grundsätzlichen Werte». Das bedeute so viel wie den Einschluss der Öffentlichkeit: «Der Simulator wird Jedermann zur Verfügung stehen, der ihn benutzen will. So wird die Öffentlichkeit im Stande sein, zu verstehen weshalb bestimmte Entscheidungen anderen vorgezogen worden sind. Das wird das Vertrauen der Öffentlichkeit stärken, was unserer Meinung nach eine beinahe so wichtige Ressource ist wie Spitalbetten. Auf Transparenz basierendes Vertrauen wird das Einverständnis mit Richtlinien fördern und wird dadurch letztlich uns allen zugutekommen». Der Simulator ist noch in der Entwicklungsphase, doch bis jetzt ist es ihm gelungen, den Prozess sowohl personeller als auch demografischer Isolationsprinzipien erfolgreich zu vollenden. Einer der Forscher meinte: «Sogar nach seiner Vollendung wird der Simulator den Entscheidungsprozess nicht ersetzen, und er wird auch keine eindeutigen operationellen Antworten liefern». Der Simulator werde keine umfassende Antwort auf alle Fragen liefern, doch er werde den Entscheidungsträgern erlauben, die verschiedenen Optionen zu evaluieren und sie den zu erwarteten Konsequenzen gegenüberzustellen. JU

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DIENSTAG, 12. Mai 2020 

7.50 Uhr
Charedim ignorieren Lag baOmer-Feuerverbot
In Bne Berak versammelten sich am Montagabend hunderte von ultra-orthodoxe (charedische) Menschen rund um ein Feuer in der zentralen Damesek-Eliezer-Stasse. Dies geschah trotz des ausdrücklichen Befehls der Behörden, wegen der Coronavirus-Krise dieses Jahr an dem Tag beziehungsweise in der Nacht auf das Entzünden jeglichen Feuers in der Öffentlichkeit zu verzichten. Die Polizei war rasch zur Stelle, löschte die Flammen aus und zerstreute die Anwesenden ohne grösseren Widerstand. Auch im  ultra-orthodoxen Viertel von Mea Shearim in Jerusalem mussten an verschiedenen Orten Gesetzesübertreter beachtet werden, welche sich um die Anordnungen der Behörden foutierten. In TV-Reportagen musste man zahlreiche tanzende und singende Gruppen beobachten, die sich wenig um die Vorschriften der gesellschaftlichen Distanzierung kümmerten und grösstenteils auch keine Schutzmasken trugen. Ein Polizeisprecher erklärte, dass man in Mea Shearim einige hundert Einwohner zerstreute, die sich nicht an die Vorschriften des Gesundheitsministeriums gehalten hatten. Premier Netanyahu verurteilte die Feuerentzünder. Er plane nach Rücksprachen mit zuständigen Ministern, Polizeistellen und anderen Sicherheitsorganen, die Zerstreuung von Massen konsequenter durchführen zu lassen und die Polizeieinsätze konsequenter zu gestalten.
Die ultra-orthodoxe Bevölkerung in Städten wie Bne Berak und Jerusalem wurde besonders hart getroffen vom Coronavirus-Ausbruch.

Die Zahl der Corona-Todesfälle stieg in Israel am Montag auf 258, wobei 29 Patienten bis Montagabend neu registriert worden sind, sechs mehr als am Tag davor. Total gab es 4406 Patienten, während 11843 Personen die Krankenhäuser als geheilt verlassen konnten. 66 der Patienten befinden sich in schwerem Zustand, und 58 von ihnen mussten beatmet werden. JU

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MONTAG, 11. Mai 2020

10.45 Uhr
Neue Intensivpflegestationen
Unter der Annahme, dass ein zweiter Ausbruch des Coronavirus irgendwann in der nächsten Zeit bevorsteht, hat die Bau- und Ingenieurabteilung des israelischen Verteidigungsministeriums mit dem Bau von vier Intensivpflegestationen (ICU) für Coronavirus-Patienten begonnen. Die ICU-Einheiten kommen auf das Parkplatzgelände des Rabin Medical-Center-Beilinson-Campus in Petach Tikvah. Die Einrichtung wird zwei Stockwerke des Untergrund-Parkplatzes besetzen. In sechs Wochen wird sie zum Krankenhaus werden mit 206 Betten für Intensivpflege. Die medizinische Ausrüstung wird sehr fortschrittlich sein. «Die vom Verteidigungsministerium errichtete Infrastruktur wird dem Krankenhaus ermöglichen, künftig auch in einem geschützten Raumverhältnis für jeden anderen Notfall den Betrieb aufzunehmen», heisst es in einer Pressemitteilung. Das Projekt kostet rund 30 Millionen Schekel. Die Einrichtung wird dem Krankenhaus erlauben, Coronavirus-Patienten zu behandeln, sowie Patienten, die nicht infiziert sind, aber eine fortgeschrittene medizinische Dienstleistung erfordern. 

Der Beilinson-Campus ist eines der grössten Krankenhäuser in Israel. Es beschäftigt die besten Ärzte des Landes. Seit zwei Monaten steht das Krankenhaus an vorderster Front im Kampf gegen Covid-19. JU
 

8.30 Uhr
Erleichterung für Rückkehrer
Im Rahmen der Erleichterung für Israeli, die aus dem Ausland zurückkehren, hat die israelische Regierung am späten Sonntagabend weitere Schritte beschlossen. So dürfen Rückkehrer ab sofort für 14 Tage in ihren Heimen in Selbst-Isolation gehen und müssen sich nicht mehr wie bis anhin in vom Staat zur Verfügung gestellte Unterkünfte zurückziehen. Die Regierung stellt zudem gemäss einem Pressecommuniqué ein Hilfsbudget von sechs Millionen Schekel für heimkehrende Reisende bereit. Bedingung für die Erleichterung ist allerdings, dass der zurückkehrende Reisende für die passende Unterkunft bei sich sorgen kann (Studio oder separate Wohneinheit). Zurückkehrende dürfen für ihre Heimfahrt mit Ausnahme von Taxis auch keine öffentlichen Verkehrsmittel benutzen. Zudem gelten Verfügungen wie die Einhaltung der Entfernung von zwei Metern von der nächsten Person und das tragen von Schutzmasken auch für Rückkehrer. Ferner wurden Freiluft-Fitnesseinrichtungen, wie sie in Israel oft anzutreffen sind, zur Benutzung freigegeben, allerdings nur unter Aufsicht der Stadtverwaltungen. Diese müssen die Gesundheit der Benutzer und die Sterilisierung der Gegenstände gewährleisten können. JU

8.30 Uhr
Krankenstatistik
Total zählte man in Israel am Sonntag 16477 vom Coronavirus angesteckte Israeli. Von diesen sind 23 am Sonntag neu hinzugekommen. 74 der kranken Patienten sind in schwerem Zustand, und 65 von ihnen müssen beatmet werden. Die aktiven Fälle betragen nach Angaben des Gesundheitsministeriums 4795, die Zahl der als geheilt Entlassenen 11430. Die Zahl der frisch Angesteckten ist von Samstag auf Sonntag von 18 auf 23 gestiegen, während die Zahl der Beatmeten mit 65 praktisch unverändert geblieben ist. Bis Sonntagabend wurden in Israel 252 Todesfälle registriert. JU

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SONNTAG, 10. Mai 2020

14.25 Uhr
Golfstaaten suchen Corona-Kooperation mit Israel
Die Hälfte der arabische Golfstaaten suchen angeblich nach Möglichkeiten der Kooperation mit Israel in der Bekämpfung des Coronavirus und der Erforschung eines geeigneten Impfstoffes. In den letzten Wochen soll es bereits zu Kontakten in der Sache gekommen sein. Bahrain und ein weiterer Golfstaat haben sich an das Sheba Medical Center in Tel Hashomer gewendet. Diese Staaten haben dem Vernehmen nach ihr Interesse an Israels Reaktion auf die Pandämie bekundet. Die Uno-Botschafterin der Vereinigten Arabischen Emirate sagte in aller Öffentlichkeit, ihre Regierung sei gewillt, bei der Suche nach einem Impfstoff mit Israel zusammenzuarbeiten. 

«Ich habe politische Führer am Golf immer wieder sagen hören, dass wir mit unserem Reichtum und Wohlstand und Israels Innovationen einen Impfstoff und Heilung schaffen können», sagte Rabbi Marc Schneier, der als Präsident der ökumenischen Dialog-Organisation «Foundation for Ethnic Understanding» über ausgedehnte Beziehungen am Golf verfügt. «Hier besteht eine Gelegenheit zum Fortschritt durch eine Zusammenlegung der Kräfte. So viele Dinge im Nahen Osten gehen über die Politik hinaus», sagte Rabbi Schneier. Er und Yoel Hareven,  Direktor von Shebas internationaler Division, sagten, dass Bahrain und ein anderer Golfstaat sich interessiert gezeigt hätten an den telemedizinischen Innovationen in Israel und die Art, wie Israel auf die Coronavirus-Pandämie reagiert habe. «Wir haben ihnen alle Hilfe offeriert, die sie benötigen könnten, auch wenn es sich darum handelt, Ärzte oder Krankenschwestern in Verbindung zu bringen, oder ihnen Teams zu schicken und dabei logistisches Knowhow zu teilen», sagte Hareven. «Jede Hilfe, die wir unseren Nachbarn entbieten können – wir würden es gerne tun».

Das nicht genannte Land ist laut Hareven «zentral und unterschiedlich im Golf» und kein Land von welchem Israel bisher zu hören pflegte. Allgemein weiss man nichts von Verbindungen Israels zu diesem Land, weshalb die Sache auf kleiner Flamme behandelt werde. In der Gegend geschehe viel über und unter der Oberfläche», sagte Hareven. Die dortigen Regierungen seien sehr zentralisiert, was soviel heisst, dass die Führungen über die Kontakte mit Sheba informiert seien und sie billigen würden. «Sie glauben sehr stark an die Verbindung mit der israelischen Medizin und mit Israel im Allgemeinen». JU
 

11.00 Uhr
Kommt die zweite Welle im Sommer?
Professor Itamar Grotto, stellvertretender Generaldirektor des israelischen Gesundheitsministeriums, besteht hartnäckig darauf, dass das Land trotz der verschiedenen Verbesserungen der Lage bereits im nächsten Sommer mit der zweiten Welle der Coronaviruskrise zu rechnen haben wird. In einem Interview mit dem Armeeradio meinte Grotto am Sonntag, das Land solle sich vor dem Hintergrund weiterer Erleichterungen auf eine zweite Welle des Coronavirus im Sommer vorbereiten. Gleichzeitig betonte er, Israel dürfe zufrieden sein mit den gegenwärtigen Ergebnissen der Coronavirus-Richtlinien, die sein Ministerium herausgegeben habe. «Ich hoffe wirklich», sagte er, angesprochen auf die Anzahl von Fällen «dass wir keinen weiteren Anstieg sehen werden. Ich vertraue der Öffentlichkeit. Ich denke, man kann ihr vertrauen, was das Verständnis für das Notwendige betrifft». Dessen ungeachtet, verdeutlichte Grotto, müsse das Land sich auf die Möglichkeit vorbereiten, dass «sich im Sommer irgendetwas zeigen wird». Man baue derzeit an verschiedenen Szenarien. «Eines wäre, das bis zum Winter alles beim Gleichen bleiben wird». Es gebe aber die zusätzliche Option einer Coronavirus-Welle im Sommer. Der letzte Tag, an dem über 100 neue Fälle identifiziert worden seien, war laut Grotto der 1. Mai. Derzeit liegen in den Krankenhäusern 241 Corona-Patienten. Von diesen befinden sich 79 in ernstem Zustand, und 64 sind intubiert. JU

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SAMSTAG, 9. Mai 2020 

20.55 Uhr
Todesfall 247
Nach Angaben des israelischen Gesundheitsministeriums stieg die Zahl der israelischen Corona-Toten am Samstagabend um einen Fall auf total 247 Todesfälle. Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Erkrankungen stieg am Samstag um 35 auf total 16454. Das Ministerium betonte, dass nur 4831 dieser Fälle aktiver Natur sind, während 11376 als geheilt aus dem Krankenhaus entlassen werden konnten. Am Samstagmorgen mussten 65 Patienten intubiert werden. Derzeit liegen 79 Patienten in schwierigem Zustand in den Krankenhäusern. In Bnei Berak erreichte die Zahl der Infizierten gemäss Auskunft des Ministeriums am Samstag 2895, während in Jerusalem, dem grössten Coronavirus-Epizentrum des Landes, derzeit 3635 Fälle gemeldet sind. JU

10.15 Uhr
Gattin von Stephen Miller positiv getestet
Am Donnerstag wurde ein Kammerdiener von Präsident Donald Trump positiv auf Covid-19 getestet. Der Mann war traditionsgemäss vom Militär an das Weisse Haus abgestellt worden. Am Freitag wurde zunächst bekannt, dass bei einer Person aus dem Stab von Vizepräsident Mike Pence ebenfalls eine Virusinfektion festgestellt worden ist. Nun steht fest: es handelt sich dabei um Katie Miller, die der Presseabteilung von Pence angehört. Miller hat vor wenigen Wochen Stephen Miller geheiratet, einer der engsten Berater von Trump. Der 34-jährige gilt als Architekt der restriktiven Immigrationspolitik des Präsidenten. 

Trump erklärte zu den Tests, der Kammerdiener sei ihm nicht nahe gekommen und er habe ebenfalls keinen direkten Kontakt zu Katie Miller gehabt. Ihr Gatte ist jedoch nicht nur eine ständige Präsenz in der Umgebung Trumps, sondern auch von Jared Kushner und Ivanka Trump (politico).

Der Präsident trägt ostentativ keine Gesichtsmaske, um eine Fassade der «Normalität» zu inszenieren. Er hat diese Übung Anfang der Woche auch bei einem Besuch einer Fabrik für medizinische Gesichtsmasken in Arizona fortgesetzt. Trump drängt auf eine «Wiedereröffnung der Wirtschaft», während die Infektions- und Sterbefälle ausserhalb von New York, New Jersey und Connecticut landesweit weiterhin auf zuletzt 1,3 Millionen und 79.000 steigen.
  
Wie hier berichtet, hat Trump für sich und engere Mitarbeiter zudem tägliche Tests angeordnet, während es landesweit immer noch selbst an Tests für medizinisches Personal hapert. Wer keine Symptome für Covid-19 aufweist, kann in manchen Gliedstaaten immerhin hoffen, auf ärztliche Empfehlung getestet zu werden. 

Katie Miller arbeitet seit Oktober für Pence. Sie war zuvor im Heimatschutz-Ministerium bei Immigrationsfragen aktiv (forward). AM

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FREITAG, 8. Mai 2020 

13.15 Uhr
Fünf weitere Corona-Tote
Mit dem Hinschied von fünf weiteren israelischen Corona-Patienten ist deren Zahl am Freitag gemäss Angaben des Gesundheitsministeriums auf total 245 gestiegen. Insgesamt sind bisher 16409 Personen positiv auf den Coronavirus diagnostiziert worden. 77 sind in ernsthaftem Zustand, 64 von ihnen wurden intubiert. 11007 von ihnen haben sich inzwischen erholt. 

Die israelische Regierung hat diese Woche eine Reihe von Schritten zur Erleichterung der Restriktionen genehmigt. Unter diese Massnahmen fallen die Erlaubnis für Gruppengebete, die partielle Wiederbelebung der Wirtschaft und von Geschäften, sowie Bussen für das Unterlassen des Tragens von Gesichtsmasken in der Öffentlichkeit. Wegen des Rückgangs der Todesfälle haben gewisse Coronavirus-Abteilungen in Krankenhäusern mit der Schliessung begonnen. JU
 

8.25 Uhr
Dr. Fauci appelliert an Orthodoxe
Laut einer Meldung der Nachrichtenagentur JTA hat Dr. Anthony Fauci auf Ersuchen des Dachverbandes «Orthodox Union» am Donnerstag ein Webcast für Mitglieder dieser Gemeinschaften in den USA aufgenommen. Der Epidemiologe und medizinische Ratgeber von Präsident Donald Trump sprach dabei mit Rabbiner Moshe Hauer, dem Geschäftsführer der «Orthodox Union». 

Fauci bat Strenggläubige um besondere Vorsicht bei der nun in vielen Gliedstaaten anlaufenden Aufhebung der Distanzierungsauflagen. Dies gelte speziell für gemeinsames Beten. Dabei sollten die staatlich verordneten Abstände von knapp zwei Metern eingehalten werden und es sei ratsam, «die Zahl der täglichen Zusammenkünfte zunächst auf ein Treffen fünf Mal die Woche zu beschränken – statt drei mal am Tag die ganze Woche über». Er verstehe sehr wohl, wie wichtig diese soziale Interaktion sei, so Fauci: «Dies liegt im Kern der Schönheit ihrer Kultur, aber genau dies hat leider zu höheren Risiken geführt». Damit nahm der 78-jährige Bezug auf die hohen Ansteckungs- und Opferzahlen in orthodoxen Nachbarschaften wie Williamsburg und Brooklyn. Fauci betonte, bei der Rückkehr zum Alltag seien unbedingt lokale Umstände zu beachten. 

Laut Rabbiner Hauer hat sein Verband Mitglieds-Gemeinden angewiesen, Synagogen frühestens zwei Wochen nach der Lockerung von Ausgangssperren wieder zu eröffnen. Zudem seien Abstandsregeln weiterhin einzuhalten. Fauci ergänzte mit dem Rat, ältere Gläubige und solche mit Gesundheitsproblemen sollten weiterhin auf Synagogenbesuche und gemeinsames Beten verzichten. Dann warnte der Arzt vor einem Rückkehr des Virus in der kalten Jahreszeit und bat: «Aber schliessen Sie mich auf jeden Fall in ihre Gebete ein!» (jta). AM
 

8.15 Uhr
«Geht weiter! Geht weiter!» 
Barbra Streisand zeigt durch eine musikalische Botschaft Solidarität mit Arbeitskräften an den Frontlinien gegen Covid-19. Sie hat eine neue Version des Broadway-Klassikers «You´ll Never Walk Alone» aufgenommen und auf ihrem YouTube-Kanal hochgeladen. Direkt daneben ist ein Link für Spenden (directrelief). Am Ende des Videos wiederholt sie diese Bitte, um Schutzkleidung und -Masken für medizinisches Personal zu erwerben.

Auf dem Clip ist die 78-jährige persönlich singend zu sehen. Doch weitgehend überlässt sie Verkäuferinnen, Ärzten, Krankenschwestern, Polizeikräften oder Feuerwehrleuten die Bühne – Amerikanerinnen und Amerikanern also, die ständig in ihren für das Funktionieren der Gesellschaft und die Bekämpfung der Pandemie essentiellen Positionen Gesundheit und Leben riskieren. Als Zeichen der Hoffnung sind jedoch auch Neugeborene und Menschen zu sehen, die aus Spitälern entlassen werden (youtube).
 
1945 von dem legendären Team Rodgers and Hammerstein für das Broadway-Musical «Carousel» komponiert und getextet, wurde das Stück ein Evergreen mit hunderten von Cover-Versionen und eine Hymne für Sportteams, aber auch Soldaten und Freiheitskämpfer wie Nelson Mandela. Streisand hat den Song bereits nach 9-11 zur Unterstützung der Rettungsmassnahmen in ihrer Geburtsstadt aufgenommen. Der Text sei hier im Original wiedergegeben: 

When you walk through a storm
Hold your head up high
And don't be afraid of the dark

At the end of a storm
There's a golden sky
And the sweet silver song of a lark

Walk on through the wind
Walk on through the rain
Though your dreams be tossed and blown

Walk on, walk on
With hope in your heart
And you'll never walk alone
You'll never walk alone

Der «Forward» liegt richtig mit der Einschätzung, der Song werde die Herzen von Zuhörern schmelzen lassen (forward). AM
 

8.00 Uhr
Krankenstatistik
Die Zahl der 10873 Patienten, die in Israel vom Coronavirus geheilt worden sind, ist mehr als doppelt so hoch wie die Zahl der aktiven Fälle (5228), wie das israelische Gesundheitsministerium am Donnerstagabend bekanntgab. In den letzten 24 Stunden erhöhte sich zudem die Zahl der Todesfälle um eine Person auf 240. Die Zahl der effektiv Kranken steht derzeit bei 5268 Personen. Von diesen sind 83 in einem ernsthaften Zustand, einschliesslich 68, die intubiert werden mussten. Der einzige negative Punkt in der heutigen Statistik sind die neu angesteckten Patienten, die vom 6. zum 7. Mai von 21 auf 71 gestiegen ist. JU
 

7.55 Uhr
Museen gehen wieder auf
Das Jüdische Museum von München und das Jüdische Museum von Wien haben Pläne verkündet, im Verlauf des Monats Mai ihre Tore wieder zu öffnen. Damit wären diese beiden Institutionen die beiden ersten jüdischen Museen Europas, die diesen Schritt ankünden. Beide Häuser sind seit dem Ausbruch der Coronaviruskrise im März geschlossen. Das Münchner Museum nannte den 10. Mai als Wiedereröffnungstermin, und das Wiener Haus wird am 31. Mai folgen. Sein Café Eskeles ist bereits seit dem 4. Mai für Take-out Bestellungen geöffnet. Die Wiedereröffnungen der Museen sind dank der Erleichterungen der gesellschaftlichen Distanzierungsregeln in Österreich und Deutschland möglich geworden. Österreich und Deutschland haben derzeit 68 und 86 Tote per Millionen Einwohner. Belgien, Spanien, Italien, Grossbritannien, Frankreich, die Niederlande, Schweden und Irland haben alle eine Todesrate, die drei Mal höher ist als jene von Deutschland. JU

SCHWEIZ

  • Permanente Notfallnummer Care-Team des Verbands Schweizerischer Jüdischer Fürsorgen (VSJF): 044 206 30 67.

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  • Die Israelitische Cultusgemeinde Zürich (ICZ) empfiehlt die Infoline Bundesamt für Gesundheit (24h) 058 463 00 00 sowie das Ärztetelefon für medizinische Fragen zum Coronavirus (24h) 0800 33 66 55. ICZ-Telefonnummer: 044 283 22 22
  • Sekretariat der Jüdischen Liberalen Gemeinde Zürich 043 322 03 14 oder info@jlg.ch
  • Sekretariat der Israelitischen Religionsgesellschaft Zürich: 044 241 80 57
  • Jüdischer Rettungsdienst Hazoloh in Zürich: 044 202 30 60. 
     
  • Corona Task Force Agudas Achim / Israelitische Religionsgesellschaft Zürich: waad@agudasachim.ch oder SMS / Whatsapp 077 500 98 63 (für nicht-medizinische Fragen)

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DONNERSTAG, 7. Mai 2020 

21.30 Uhr
Keine Corona-Toten innert 24 Stunden
In Israel wurden in den letzten 24 Stunden keine neuen Corona-Toten registriert. Die Zahl von 239 Toten seit Ausbruch der Krise, die schon am Mittwochabend gegolten hatte, galt auch am Donnerstag kurz vor 19 Uhr Lokalzeit noch. Die Zahl von 10737 erholt entlassenen Patienten ist in etwa doppelt so hoch wie die Zahl der aktiven Fälle (5370). Das teilte das israelische Gesundheitsministerium mit. Die Zahl der hospitalisierten Patienten stellte sich am Donnerstagabend auf 245. 83 von ihnen befanden sich in kritischem Zustand, einschliesslich 69 intubierten Patienten. Der stetige Rückgang der Infektion bestätigte sich an dem Tag, der den zweiten Tag des Beginns der Ausgangsstrategie des Landes markierte, und der Aktivitäten in offenen Märkten, Einkaufszentren und Fitnesszentren den schrittweisen Rückgang zur – strikt kontrollierten – Geschäftsaktivität erblicken liess. Der Zuspruch der potentiellen Kunden war vorhanden, bewegte sich zunächst aber in eher zögernden Bahnen. Die Zahl der Kunden die die diversen Läden betraten, wurde sorgfältig kontrolliert, und wer eine Bäckerei, ein Fischgeschäft oder auch einen Frischgemüsestand frequentieren wollte, musste sich zuvor die Temperatur messen lassen. Am weiteren Firmament kündigt sich immer konkreter ein anderes, nicht direkt mit dem Coronavirus in Verbindung stehendes Ereignis an: Am 24. Mai soll der erste Prozesstag gegen Premier Netanyahu stattfinden. Vorerst sonnt der Premier sich aber in der Tatsache, dass 72 der 120 Abgeordneten sich am Donnerstag für Netanyahu als Kandidat für den Posten des Regierungschefs entschieden haben. JU

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MITTWOCH, 6. Mai 2020

21.15 Uhr
Corona-Vorbereitungen für Lag baOmer
Das offizielle Israel scheut keine Vorbereitungen, um am kommenden Feiertag von Lag baOmer (12. Mai) möglichst alle Risiken auszuräumen, die einer Ausbreitung beziehungsweise einem Wiederaufflammen des Coronavirus einen Riegel vorschieben können. So dürfen am Har Meron in Galiläa nur drei der sonst so beliebten Höhenfeuer entzündet werden: Eines für die aschkenasische Judenheit, eines für die Sefardim, und ein drittes für die religiös-zionistische Gemeinschaft. Rabbi Haim Druckman wird das Entzünden des Feuers für die letztgenannte Gemenischaft leiten, das Höhenfeuer für die aschkenasischen Juden werden die Boyaner Chassidim unter Rabbi Nachum Dov Brayer entzünden, während das Feuer für die sefardischen Juden von Shlomo Amar, dem sefardischen Oberrabbiner von Jerusalem geleitet werden wird. Weitere pyromanische Kundgebungen sind am diesjährigen Tag der sonstigen Freude strikt untersagt, auch wenn die Regierung nach gewalteter Diskussion auf die Verhängung eines landesweiten Lockdowns verzichten wird. Wer daran zurückdenkt, wie in einem normalen Jahr hunderttausende von Israeli an Lag baOmer die ganze Nacht durchzufeiern pflegen, und zwar nicht nur auf dem Meron-Berg, sondern wie in praktisch jedem Quartier des Landes insgesamt tausende von Feuer angezündet werden, kommen leise Zweifel daran auf, ob im laufenden, vom Coronavirus geprägten Jahr die offiziellen Aufrufe und Appelle an die Vernunft ausreichen werden, um keine Massenversammlungen entstehen zu lassen, die zwangsläufig zu katastrophalen, gesundheitlichen Unglücken führen können. Man muss sich fragen, ob das geplante landesweite Grossaufgebot an Polizei, Feuerwehr, Militär und medizinische Notdienste die ungewünschten Auswirkungen der spontanen Begeisterung verhindern werden oder sie wenigstens auf ein kontrollierbares Minimalmass beschränken können. JU
 

18.45 Uhr
Schockierende Enthüllungen um Covid-19-Taskforce
Dienstagabend hat Präsident Donald Trump Medienberichte über seine Absicht bestätigt, den Einsatzstab seiner Regierung für Covid-19 Anfang Juni aufzulösen. Die «Task Force» solle durch neue Experten und den Rückgriff auf etablierte Institutionen abgelöst werden (nytimes)... Artikel in voller Länge (tachles).

13.21 Uhr
Israels Marine nicht an der RIMPAC 2020-05-06
Wegen der unaufhaltsamen Ausbreitung der gefährlichen Coronavirus-Krise wird die israelische Marine nicht, wie geplant, an der RIMPAC 2020 teilnehmen. Das all zwei Jahre stattfindende multinationale Marinemanöver im August unter der Führung der 3. US-Flotte vor der Küste von Hawaii und Süd-Kaliforniens, findet seit den frühen 1970er Jahre statt und gilt als das weltgrösste maritime Manöver. Israel hat 2018 erstmals an dem Anlass zusammen mit 26 anderen Nationen an den Manövern teilgenommen. Zugegen waren 47 Oberflächenschiffe, fünf Unterseeboote, 18 nationale Landkräfte und über 200 Flugzeuge sowie 25000 Mann. Wegen des Ausbruchs der Pandämie hat Israels Armee bereits im März alle Teilnahmen abgesagt. Gegenüber der «Jerusalem Post» meinte ein Sprecher, dass das Militär trotz des Rückgangs der Fälle in Israel die Situation erst im Juli wieder prüfen wird. Wie schon 2018 hätte Israel auch dieses Jahr keine Schiffe an das Manöver schicken sollen, sondern Truppen, die an Übungen entlang des Ufers hätten teilnehmen sollen. JU
 

8.40 Uhr
Abwärtstendenz dauert an
Bis Mittwochfrüh sind in Israel total 16289 Menschen mit dem Coronavirus diagnostiziert worden, 43 von ihnen am Mittwoch. Das ist ein wenig mehr als am Dienstag (38). Derzeit liegen in israelischen Krankenhäusern 5586 Patienten, 91 von ihnen in ernstem Zustand. 70 mussten am Dienstag beatmet werden, gleichviel wie am Vortag. Die Zahl der als geheilt aus den Krankenhäusern entlassenen Patienten wird vom Gesundheitsministerium mit 10465 beziffert. Die Zahl der israelischen Todesfälle stieg bis Mittwochfrüh um zwei auf 238. JU

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DIENSTAG, 5. Mai 2020

11.20 Uhr
Coronaviruskrise gibt nach
Auch am Dienstag fährt die Coronaviruskrise fort, nachzugeben, wie das israelische Gesundheitsministerium mitteilt. Die Zahl der mit dem Virus infizierten Personen sank um 75 auf 5808, und die Zahl der erholten Personen stieg um 81 auf 10233. Derzeit sind noch 66 Personen intubiert, und die Zahl der Todesfälle stellte sich kurz vor Dienstagmittag auf 237. Diese Entwicklung unterstützt den Beschluss der Regierung, die Restriktionen der Bevölkerung langsam abzubauen. Ab sofort dürfen sich Gruppen von maximal 20 Menschen versammeln, und Verwandte ersten Grades haben die Erlaubnis, sich zu treffen. Das schliesst auch Treffen von Grosseltern mit ihren Kindern und Enkelkindern ein. Ferner gibt es keine Distanzbeschränkungen für Menschen mehr, was ihre Entfernung von ihren Wohnstätten betrifft. Zudem erhöht sich die Zahl von Geschäften und Betrieben, die ihre Tore wieder öffnen dürfen. Das gilt für Hotels, Gästezimmer, Bibliotheken, Naturreservate und Stätten des nationalen Erbes, Nationalparkanlagen und Zoologische Gärten. Ab Donnerstag dürfen zudem Einkaufszentren (Malls) und Marktplätze ihren Betrieb wieder aufnehmen. Hochzeiten dürfen ab Lag baOmer (12. Mai) wieder maximal 50 Gäste haben, und an Beschneidungszeremonien dürfen maximal 19 Personen teilnehmen. Diese Zahlen sind natürlich im Vergleich zur Prä-Corona-Situation weniger als bescheiden, doch spricht aus ihnen der Wille der Entscheidungsträger, nichts übereilt zu machen. Dessen ungeachtet bleiben die sozialen Einschränkungen vorerst noch in Kraft: Personen müssen voneinander auf einen Abstand von mindestens 2 Metern achten, und in der Öffentlichkeit sind die Israeli aufgefordert, Gesichtsmasken zu tragen. JU
 

8.30 Uhr
Explosive Studie der US-Regierung
Die «New York Times» hat vor wenigen Minuten eine interne Studie der «Centers for Disease Control» über den weiteren Verlauf der Virus-Pandemie in den USA publiziert. Demnach erwarten die Regierungsexperten bis Ende Mai nahezu eine Verdoppelung der täglichen Todesfälle von derzeit rund 1750 auf 3000. Artikel in voller Länge: (tachles).

8.20 Uhr
Krankenstatistik
Die Zahl der am Coronavirus gestorbenen Israeli ist bis Montagabend auf 235 leicht gestiegen. Laut Angaben des Gesundheitsministeriums sind in Israel bisher total 16246 Menschen positiv mit dem Virus diagnostiziert worden. Gegenwärtig befinden sich in den Krankenhäusern 5947 Patienten, während 10064 Patienten als geheilt entlassen werden konnten. Die Zahl der frisch Diagnostizierten ist von Sonntag bis Montag um 15 auf 38 gestiegen, während die Zahl der Beatmeten von 76 auf 70 gesunken ist. Von den diagnostizierten Patienten sind 90 in schwierigem Zustand. 

Das israelische Kabinett beschloss am Montag, die Märkte, Einkaufszentren und Fitnesszentren am Donnerstag wieder zu öffnen, allerdings mit strikten gesundheitlichen Sicherheits- und Kontrollvorkehrungen. Zudem werden Israeli ihre Wohnstätten ohne Beschränkung der Distanz verlassen und auch betagte Verwandte besuchen dürfen, ohne deswegen allerdings die sozialen Beschränkungen zu ignorieren (Anstand von 2 Metern von einer Person zur anderen, Vermeidung von körperlichen Kontakten wie Umarmungen und so weiter). Andererseits wird nicht ausgeschlossen, dass das Land am Feiertag des Lag BaOmer nächste Woche wieder einem vollständigen Lockdown unterworfen werden wird, um auf diese Weise das dem Kampf gegen den Coronavirus sehr abträgliche massenweise Errichten von Feuerstellen im ganzen Land ebenso zu verhindern, wie das Entstehen von Versammlungen von dutzenden bis hunderten von Menschen wie etwa beim im Volk an jenem Tag so beliebten Grillieren im Freien. JU
 

8.15 Uhr
Israel will erste Impfstofffabrik errichten
In der Kleinstadt Yeruham im Süden des Landes will Israel in Zusammenarbeit mit dem Israelischen Institut für Biologische Forschung (IIBR) und eine von zwei prospektiven internationalen pharmazeutischen Konzernen, seine erste Impfstofffabrik errichten. Das bestätigte ein Sprecher des Lokalrats von Yeruham. Gemäss dem Modell, von dem die ersten Berichte am Dienstagmorgen in den Medien zu finden waren, sollen dort Millionen Impfeinheiten der verschiedensten Sorten produziert werden. Das würde Israel die Selbstversorgung sowohl für Routineaufgaben als auch in Zeiten einer Pandämie sichern. In einem Treffen zwischen den leitenden Persönlichkeiten von IIBR, dem Lokalrat von Yeruham und einem internationalen Pharmakonzern wurde ein Modell präsentiert, das die rasche Errichtung einer solchen Fabrik erlauben würde, sobald die Bewilligung der israelischen Regierung vorliegt. Die Fabrik könnte dem Vernehmen nach «in sehr naher Zukunft» schon errichtet werden. Ein lebensfähiger aktiver Impfstoff, würde nach Angaben von IIBR anfangs 2021 zur Verfügung stehen. Pläne für die Errichtung einer israelischen Impfstofffabrik bestehen schon seit 2016, sind aber bis jetzt noch nicht über das theoretische Stadium hinausgeraten. JU 

 

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MONTAG, 4. Mai 2020 

12.20 Uhr
Weitere Erleichterungen stehen zur Diskussion
Die israelische Regierung wird sich im Laufe des Montags zu weiteren Coronavirus-Erleichterungen beraten. Zur Diskussion stehen die Eröffnung von Einkaufszentren, Märkten, Bibliotheken, Fitness-Zentren, Wassersporteinrichtungen und nicht-medizinische Behandlungsanlagen, die am Freitag ihren Betrieb wieder aufnehmen könnten. Die Benutzung von Sportgeräten in Parkanlagen und das Sitzen am Strand werden vorläufig nicht gestattet sein. Das Justizministerium bestätigte am Montag, dass Einkaufszentren nach ihrer Eröffnung von den Kunden, bei deren Eintritt Informationen sammeln müssen, um eine spätere Wiederausbreitung des Virus zu vermeiden. 

Die Zahl der aktiven Krankheitsfälle sank in Israel am Montag auf 6145, einschliesslich 93 Patienten in schwierigen Verhältnissen und 72 intubierte Kranke. Bis Mittag sind 234 Einwohner am Virus gestorben, und 9858 konnten die Krankenhäuser als geheilt verlassen. Offizielle machen sich aber trotz des allgemein herrschenden Optimismus Sorgen, dass eine zu rasch betriebene Erleichterung die Rückkehr zu den höheren statistischen Zahlen fördern könnte. Der Plan des Finanzministeriums läuft darauf hinaus, dass die Einkaufszentren und Märkte ab dem 17. Mai geöffnet werden, vorausgesetzt, dass nie mehr als eine Person pro 15 Quadratmeter reingelassen wird. Dieses Ziel tönt für Einkaufszentren noch einigermassen realistisch, doch wie man sich dessen Verwirklichung in offenen Märkten vorstellt, bleibt vorerst noch fragwürdig. JU
 

7.50 Uhr
Endlich wieder bei den Grosseltern
Nach einigen Monaten, in denen die Enkelkinder in Israel sich wegen des Coronavirus mit Zoom-Gesprächen oder lauten Rufen vom Fenster begnügen mussten, wenn sie mit den Grosseltern kommunizieren wollten, war es am Sonntag endlich wieder so weit: Die betagten Leute durften mit Erlaubnis des Generaldirektors des Gesundheitsministeriums ihre Enkelkinder erneut persönlich treffen. Auf beiden Seiten herrschte dabei vor allem grosse Erleichterung, dass die Kinder endlich wieder die Süssigkeiten vom Opa oder der Oma persönlich empfangen durften. Zunächst durften nur die Grosseltern im Risikoalter besucht werden. Am wichtigsten war auf beiden Seiten die Erlaubnis, sich wieder umarmen zu dürfen. Auch für die «Grossen» brachte der Sonntag recht zuversichtliche Entwicklungen: So wurden nur gerade 23 Neuerkrankte an einem Tag registriert. Noch Ende April hatte diese Zahl über 100 betragen. Auch die Zahl der Beatmeten war am Sonntag mit 76 auf einem neuen Tiefstand angelangt. Insgesamt betrug am Sonntag die Zahl der Untersuchten in Israel 16206. Von diesen konnten die Krankenhäuser 9749 wieder als geheilt entlassen, während es 6227 effektiv Kranke gab. 94 von diesen waren schwerkrank, 69 mittelschwer. Die Zahl der Toten belief sich am Sonntagabend auf 232. JU

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SONNTAG, 3. Mai 2020

21.00 Uhr
Die britisch-jüdische Gemeinde
Die Zahl jüdischer Opfer von Covid-19 entspricht 1,8 Prozent aller Covid-19-Todesfälle in der britischen Bevölkerung. Eine jüdische Ärztin, die in der Covid-19-Intensivstation eines renommierten Londoner Universitätsspitals tätig ist, erzählt tachles über ihre Arbeit und Erlebnisse mit ihren jüdischen Patienten. Artikel in voller Länge: (tachles).

19.55 Uhr
Das Weisse Haus als «Blase der Sicherheit»
Präsident Trump präsentiert sich stets in grösseren Gruppen und ohne Maske und suggeriert so, dass die Notstandsmassnhamen im Weissen Haus nicht gelten. Dies sei nur möglich, da Trump und seine Umgebung ständig auf Covid-19 getestet werden. Jedoch ist bekannt, dass es einen Mangel an Testgeräten gibt. Artikel in voller Länge: (tachles).

19.55 uhr
Demonstranten agitieren mit Hakenkreuzen für «Normalisierung»
Bei Demonstrationen für die «Wiedereröffnung» von Gliedstaaten in den USA kommt es immer wieder zur Verwendung von Nazi-Symbolen. In Illinois waren Plakate mit Aufschriften wie: «Heil, Pritzker» und «Arbeit macht frei, JB», zu sehen. Artikel in voller Länge: (tachles).

16.25 Uhr
Israelischer Normalisierungs-Kalender
In Israel arbeiten die massgeblichen Politiker bereits emsig an den Terminen für die nächste Normalisierungswelle. Dabei ist weder medizinisch noch psychologisch bisher irgendwelche Gewähr dafür gegeben, dass diese Politik dem Virus und seinen Nachwirkungen  auch genügend Rechnung trägt. Der vom Finanzministerium unterbreitete Normalisierungs-Kalender für die nächste Zeit sieht jedenfalls wie folgt aus: Am kommenden Dienstag sollen die Shopping Malls, Universitäten, Naturreservate und Parkanlagen zugänglich gemacht werden. Am 10. Mai werden dann Mittelschulen, Kindergärten und Tageszentren folgen. Als nächstes an der Reihe sind am 17. Mai Hotels, Fitnessstudios, Bibliotheken, Museen, kulturelle Einrichtungen und Gemeindezentren. Die israelische Regierung genehmigte ferner einige weitere Schritte zur Erleichterung der Lockdown-Bestimmungen. So sollen bald Gruppen-Gebete von mehr als zehn Teilnehmern erlaubt werden, und zur Ankurbelung der Wirtschaft sollen vermehrt Geschäfte teilweise wieder geöffnet werden. Dann ist daran gedacht, Bussen für das Nichttragen von Gesichtsmasken in öffentlichen Bereichen nicht mehr zu verteilen. Wegen des sinkenden Bedarfs wurden zudem bereits einige Corona-Stationen in Krankenhäusern und Kliniken geschlossen. Liebhaber von Restaurantbesuchen werden noch bis mindestens Ende Mai darauf warten müssen, ihr Hobby wieder aufzunehmen. JU
 

10.15 Uhr
Gemeindeverbände sagen Sommercamps ab
Es ist seit Generationen eine jüdisch-amerikanische Tradition: Eltern entsenden ihren Nachwuchs in «Summer Camps» in der grünen Natur, die sie häufig selbst schon als Kinder und Jugendliche besucht haben. Doch am Donnerstag hat die « Union for Reform Judaism» (URJ) als Betreiberin des grössten Netzwerkes jüdischer Sommercamps beschlossen, diese Saison aufgrund von Covid-19 abzusagen. Betroffen sind rund 10.000 Kinder und Jugendliche, sowie 3000 von Freiwilligen und Angestellten. 

Verantwortlich bei der URJ ist Vizepräsident Ruben Arquilevich. Die Entscheidung sei ihm und seinen Kollegen ausserordentlich schwer gefallen. Schliesslich verbindet er nicht nur die schönsten Jugenderinnerungen mit Sommerfrischen an idyllischen Bergseen – Kids mit Camp-Erfahrung bleiben zudem als Erwachsene in überdurchschnittlich starker Zahl jüdischen Organisationen jeder Art verbunden. Diese Institutionen wirken daher als Kitt der jüdisch-amerikanischen Gemeinschaft ausserhalb der Orthodoxie (forward).

Der Entscheid stösst unter Offiziellen auf Zustimmung, löst aber doch tiefe Emotionen aus. So erklärte Rabbinerin Allie Fischman als Direktorin von Camp Newman nahe San Francisco, sie habe die Tränen nicht zurückhalten können (forward).

Der «Forward» bittet Eltern und Jugendliche um Reaktionen (forward). Die Zuschriften dürften ein spannendes und aufschlussreiches Zeitdokument für das jüdische Amerika im Frühjahr und Sommer von Covid-19 ergeben. AM
 

10.12 Uhr
«Du weisst, dass ich dich liebe?»
Eine anrührende Begebenheit wird aus dem kanadischen Winnipeg vermeldet. Dort erscheint der 93-jährige Sam Kleiman seit sechs Wochen an jedem Nachmittag an dem Zimmer seiner Frau Shirley im jüdischen Pflegeheim «Saul and Claribel Simkin Centre» (simkincentre). Das Paar ist seit 70 Jahren verheiratet. Shirley erlitt vor drei Jahren einen Schlaganfall und lebt seitdem in dem Heim. Anhin hatte Sam sie täglich besucht und seine geliebte Gattin für Ausflüge im Auto abgeholt. Doch am 17. März hat die Regierung in der Provinz Manitoba den Zugang zu Alten- und Pflegeheimen gesperrt, die global zu Brennpunkten der Pandemie geworden sind.

Daher erscheint Sam nun Nachmittags vor dem Fenster, winkt Shirley zu und wartet ab, bis eine Krankenschwester ihr ein Telefon reicht. Dann ruft Sam an und stellt immer die gleiche Frage: «Hi, Sweetheart – du weisst doch, dass ich dich liebe?» Shirley kann nicht mehr gut sprechen, aber sie quittiert die Worte immer mit einem strahlenden Lächeln. Sam rühmt die Willenskraft seiner Frau und sagt, ihre gemeinsame Liebe werde auch den Virus überstehen (cbc). AM
 

9.55 Uhr
Corona-Statistik
Die Zahl der aktiven Coronavirus-Krankenfälle in Israel sinkt weiter. Am Samstagabend zählte das Gesundheitsministerium noch 6363 aktive Fälle, einschliesslich 105 Patienten in ernstem Zustand. 82 von ihnen mussten intubiert werden. Auch dies deutet auf einen stetigen Rückgang hin. Am Wochenende sind 239 Personen mit dem Virus diagnostiziert worden. Insgesamt sind in Israel bisher 16185 Personen untersucht worden. Bis zum Stichdatum sind 9593 Patienten als geheilt aus den Krankenhäusern entlassen worden, und es mussten total 229 Todesfälle registriert werden. Die überwiegende Mehrheit der Lokalverwaltungen hat in den letzten drei Tagen keine neuen Fälle von Coronavirus registriert, wie das Gesundheitsministerium am Samstag mitteilte. Die meisten neuen Fälle vemeldete Jerusalem mit 99 oder einer Zunahme von 2,9 Prozent. Der Lockdown im Jerusalemer Quartier Romema Merkas endet, unerwartete Entwicklungen vorbehalten, am Sonntag um Mitternacht. JU

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SAMSTAG, 2. Mai 2020 

8.20 Uhr
Satmar-Exponenten nehmen Bürgermeister Bill de Blasio in Schutz
Wie hier mehrfach berichtet, steigen in den orthodoxen Nachbarschaften Williamsburg und Borough Park in Brooklyn Spannungen zwischen Behörden und Charedim, die sich heimlich in Synagogen und öffentlich für Beisetzungen prominenter Rabbiner versammeln, die Covid-19 zum Opfer gefallen sind. Nun haben sich führende Vertreter der Satmar-Gemeinschaft in öffentlichen Briefen hinter Bürgermeister Bill de Blasio gestellt. Die Schreiben betonen die enge, langjährige Beziehung zu dem Demokraten und bezeichnen ihn als «lieben Freund», für den man bete. Zudem verurteilen beide Satmar-Fraktionen jeden Verstoss gegen die Ausgangssperren, Distanzierungsgebote und andere Notstandsmassnahmen von Stadt und Gliedstaat New York (jta). 

Die Schreiben sind auch deshalb bemerkenswert, weil zahlreiche Vertreter jüdischer Gemeinden und Organisationen ausserhalb der Orthodoxie den Bürgermeister nach der Auflösung einer Begräbnisfeier und anschliessenden Tweets in einem offenen Brief harsch kritisiert hatten. In New York sinkt die Zahl der Ansteckungen und Todesfälle derweil weiter. Letztere sind zum Freitag auf 289 und damit die niedrigste Rate seid dem 30. März gesunken. 900 Bürger wurden in Spitäler eingewiesen, was nur einen geringen Rückgang bedeutet. Gouverneur Andrew Cuomo hat am Freitag jedoch eine Wiedereröffnung der Schulen im Gliedstaat in diesem Semester ausgeschlossen, das im Juni endet (nytimes).

Insgesamt stagnieren die Zahlen für die USA insgesamt seit Anfang April auf einem Plateau. Dazu hat der Georgetown Professor Jeremy Konyndyk am Freitag einen absolut lesenswerten Twitter-Thread publiziert (twitter): Sein Fazit ist eindeutig: Wie praktisch alle Experten hält er eine rasche Aufhebung der Notstandsmassnahmen, wie sie nun in zahlreichen, republikanisch geführten Gliedstaaten anlaufen, für höchst gefährlich. Während auch in den USA Diskussionen über eine mögliche «zweite Welle» von Covid-19 im Herbst anlaufen, hat die «erste Welle» ihren landesweiten Hochpunkt womöglich noch gar nicht erreicht. AM

8.15 Uhr
Florida: besorgter Jurist als Sensenmann
Daniel Uhlfelder hat Jus an der elitären Stanford University studiert und war für einen Bundesrichter und eine grosse Anwaltskanzlei in Miami tätig, ehe er sich in Santa Rosa, Florida, selbstständig gemacht hat. Seit einigen Jahren ist der Jurist zudem als Aktivist tätig und engagiert sich für die Bewahrung der Strände im «Sunshine State» vor einer dort – wie vielerorts in den USA – ständig drohenden Privatisierung (link). Das hat ihm über 100.000 «Follower» auf Twitter eingebracht (twitter). 

Doch zum 1. Mai wechselt Uhlfelder dramatisch den Kurs: Die republikanische Staatsregion hat die Strände wieder zugänglich gemacht, obwohl die Zahl der Covid-19-Fälle und -Opfer in Florida keineswegs zurückgeht. Für Uhlfelder Anlass einer dramatischen Aktion, die ihm nun einige Medienaufmerksamkeit einbringt: Er marschiert als «Sensenmann» maskiert – und inklusive einer Plastiksense über Strände und warnt Besucher vor der ihnen drohenden Gefahr durch die Pandemie (twitter). So wird klar, dass Vernunft in Zeiten von Covid-19 die merkwürdigsten Verkleidungen wählen muss. AM 

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FREITAG, 1. Mai 2020

18.40 Uhr
Eskalierende Spannungen zwischen Orthodoxen und Behörden in NYC
Zwei Tage nach einer von Bürgermeister Bill de Blasio persönlich geleiteten Polizeiaktion gegen die Beisetzungsfeier für den orthodoxen Rabbiner Chaim Mertz in Williamsburg sind Sicherheitskräfte am Donnerstagabend erneut gegen eine Menschenansammlung in einer chassidischen Nachbarschaft in Brooklyn vorgegangen. Dabei waren in Borough Park 150 Menschen zusammengekommen, um einem weiteren Rabbiner das letzte Geleit zu geben. Das Eingreifen der Polizei löste Presseberichten zufolge heftige Emotionen unter Trauernden aus (twitter). 

Daneben ging die Polizei in Williamsburg gegen orthodoxe Synagogen vor und gab insgesamt 75 Vorladungen aus. In den Tempeln Congregation Yetev Lev D’Satmar und Congregation Darkei Tshivo of Dinov fanden Beamte hinter mit Ketten verschlossenen Türen eine grössere Anzahl von Betenden in Räumen vor, deren Fenster mit Plastikmüllsäcken verdunkelt worden waren. Die Polizei gab auch hier Vorladungen und Strafzettel für die Verletzung von Auflagen der Feuerwehr aus (nytimes). 

Die Polizeiaktionen lösten in den Nachbarschaften gemischte Reaktionen aus. Neben Kritik an übergriffigem Verhalten von Beamten wurden Dankbarkeit und Erleichterung laut (forward).

Inzwischen wurde bekannt, dass Rabbiner Mertz am 24. März – also schon unter dem Ausnahmezustand – an einer Trauerfeier teilgenommen und sich dabei angesteckt hat. Es mutet ebenso tragisch wie widersinnig an, dass die Beisetzung des angesehenen Geistlichen nun womöglich Covid-19 weiter in der orthodoxen Community verbreitet hat.
 
Die orthodoxe Dachorganisation Agudath Israel veröffentlichte derweil ein Video des Novominsker Rebbe Yaakov Perlow, der kurz vor seinem Tod durch Covid-19 am 7. April den dringend Wunsch an Charedim äusserte: «wir müssen uns über diese Krankheit informieren und auf Ärzte hören, wir können unser Leben nicht mehr führen, wie noch vor einer Woche». Sichtbar erschöpft, führt der ehemalige Präsident von Agudath Israel dann detaillierte Verhaltensregeln für den Alltag unter dem Notstand auf (twitter). AM
 

13.00 Uhr
Covid-19-Pandämie während zwei Jahren?
Mit einiger Nervosität dürfte man in Israel auf eine am Freitag erschienene neue Studie des Forschungs- und Politikzentrums für Infektionskrankheiten der Universität von Minnesota (CIDRAP) reagieren. Während einige Beobachter der Hoffnung Ausdruck verliehen, dass der neue Coronavirus sich im Sommer abschwächen könnte, betont der Bericht, dass die acht Pandämien seit den frühen 1700er Jahren zum grössten Teil kein saisonales Muster ergeben haben. Sieben der Pandämieviren verschwanden ohne bedeutsame menschliche Intervention, kehrten aber dann sechs Monate später mit einem zweiten, substantiellen Höhepunkt zurück. Einige Pandämien zeigten kleinere Wellen von Fällen im Verlauf von zwei Jahren nach der ersten Welle. Nur eine Pandämie folgte 1968 dem traditionellen Influenza-ähnlichen Saisonmuster. In einigen Regionen, vor allem in Europa, war die Mortalität im Zusammenhang mit der Pandämie im zweiten Jahr höher. Die CIDRAP-Studie vertritt die Ansicht, dass eine Reihe von Schlüsselpunkten von der Epidemiologie vergangener Influenza-Pandämien aus gesehen Einsicht gewähren könnten in den gegenwärtigen Coronavirus-Ausbruch. Zuerst wird die Pandämie 18-24 Monate dauern, und generell entwickelt sich eine Herdenimmunität. Für 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung könnte es sich als notwendig erweisen, immun zu sein, um eine Herdenimmunität zu erhalten, die hoch genug wäre, um die Pandämie zu stoppen. 

Über die Dauer der Immunität gegen natürliche Infektionen weiss man auch noch zu wenig. Das könnte irgendwo zwischen einigen Monaten bis zwei Jahren liegen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnte davor, dass es gegenwärtig «keine Beweise» dafür gebe, dass Menschen, die Covid-19 geheilt überstanden haben und Antikörper besitzen, vor einer zweiten Coronavirus-Infektion geschützt wären. Eine Impfung könnte den Verlauf der Pandämie beeinflussen, doch ein solcher Stoff dürfte kaum vor 2021 verfügbar sein, und könnte sich laut dem Bericht durch unerwartete Herausforderungen verzögern. (JU, Auszug aus einem in der «Jerusalem Post» erschienenen Artikel)

8.45 Uhr
Bald 16000 diagnostizierte Patienten
Am Donnerstagabend zählte man in Israel total 15946 auf Coronavirus untersuchte Patienten. Deutlich besser präsentiert sich das Bild allerdings, wenn man diese Zahl zwischen effektiv Kranken und geheilten Patienten unterteilt: Dann verteilt sich nämlich eine deutliche Mehrheit von 8516 Personen auf die Kategorie der geheilt aus dem Krankenhaus entlassenen Personen, während die Zahl der effektiv Kranken bei derzeit 7163 steht. 112 wurden am Donnerstag diagnostiziert. Von den Kranken befinden sich 105 in schwierigem Zustand, und 82 von ihnen mussten beatmet werden. Diese Zahl weist einen stetigen Abwärtstrend auf. Nachdem am Donnerstag drei Patienten dem Virus erlegen sind, bezifferte sich am Freitagmorgen die Zahl der Todesfälle auf 222. JU

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DONNERSTAG, 30. April 2020 

11.20 Uhr
«Zu früh um Bildungswesen und Kindergärten zu öffnen»
Der israelische Energieminister Yuval Steinitz, ein Mitglied des Sicherheitskabinetts, nahm am Donnerstag Stellung in der Diskussion rund um die grundsätzlich für Sonntag geplante partielle Wiederöffnung von Schulklassen und Kindergärten. Diese Institutionen sind in Israel seit Ausbruch der Coronakrise geschlossen, und in der Regierung herrscht grundsätzlich die Meinung vor, ab Sonntag zumindest teilweise den Unterricht für gewisse Altersstufen wieder durchzuführen. Diese Meinung teilt nun Minister Steinitz offenbar nicht. Es sei zu früh, sagte er gegenüber der Website Ynet, Kindergärten und Schulen wieder zu öffnen. «Dazu brauchen wir eine klare Meinung, basierend auf klarer Forschung», sagte der Minister. An Spannungsmomenten wird es gewiss nicht fehlen, wenn die Minister unter Premier Netanyahu am Freitag einen Beschluss in dieser umstrittenen Sache fällen. JU

8.45 Uhr
Diskussion um Wiedereröffnung der Schulen
Politiker und Gesundheitsexperten in Israel führen derzeit eine lebhafte Diskussion, in welchem Masse die bereits angekündigte Wiedereröffnung des Schulwesens Tatsache werden soll. Entscheidungen sollen bis Freitagnachmittag getroffen werden. Die «Jerusalem Post» schrieb am Donnerstag, dass schon etwas Extremes geschehen müsste, damit die Schulen nicht wie geplant ihren Betrieb wieder aufnehmen sollten. Allerdings wird nicht übersehen, dass tausende von Eltern Petitionen unterschrieben haben gegen eine Wiedereröffnung am Sonntag, solange wie das Bildungsministerium die Gesundheit der Schüler nicht garantieren könne. Prof. Gabi Barabash, ehemaliger Generaldirektor des Gesundheitsministeriums und fast täglicher Gast in den Corona-TV-Sendungen, hat hier eine ganz spezifische Ansicht: «Die Zahl der Kranken geht zurück, und das ist gut», sagte er, doch die Zahl der Patienten, die sich erholt hätte, würde ihn nicht beeindrucken. «Wir bekämpfen den Virus seit über drei Monaten, und da ist es nur logisch, dass sich im Verlauf der Zeit mehr und mehr Leute erholen». Wichtiger sei die durchschnittliche Zahl per Tag der neu infizierten Patienten. Diese Zahl belaufe sich für die letzten 24 Stunden auf 106. Am Mittwoch waren laut Gesundheitsministerium rund 115 Patienten in schwierigem Zustand, einschliesslich 90, die intubiert werden mussten. Bis jetzt sind in Israel 215 Kranke am Virus gestorben. «Wir müssen sehr vorsichtig sein in den kommenden 10-20 Tagen», sagte Barabash zur «Post», «und sehen was vor sich geht, und ob es Reaktionen auf die von uns getroffenen Massnahmen gibt». Das Land sei vom Stadium der Panik zur Selbstgefälligkeit übergegangen, während das Verhalten laut Barabash irgendwo in der Mitte sein müsste. «Wir wissen, dass die Zahlen der Patienten wieder zunehmen werden», warnte der für seine konservativen Ansichten bekannte ausgewiesene Experte. JU
 

8.35 Uhr
Kushner: «Wir haben die notwendigen Meilensteine erreicht»
Am Mittwoch haben die USA offiziell die Millionenmarke von Infektionen mit Covid-19 passiert. Die Zahl der durch Tests bestätigten Todesopfer hat die 60.000 überschritten. Dazu kommen mit hoher Sicherheit mindestens 15.000 weitere Sterbefälle im März. Dies legt nun auch eine Analyse der «New York Times» nahe (nytimes). Zwar sprechen die Daten etwa in New York für ein Abklingen der Pandemie dank strikter Ausgangssperren. Der Gliedstaat hat auf den Mittwoch 330 Todesopfer registriert und damit einen leichten Rückgang gegenüber Montag und Dienstag. 

Aber die Nation navigiert weiterhin im Dunkeln, da wichtige Informationen über den Virus wie die Immunisierung von Opfern fehlen. Und womöglich gibt es bereits unterschiedliche Varianten an Ost- und Westküste. Gravierender sind die schleppenden Fortschritte bei Tests, die allein Aufschluss über die wahre Verbreitung von Covid-19 geben könnten. So hat der New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo jüngst erklärt, 10 Prozent der Polizisten und 17 Prozent der Feuerwehrleute in New York City wiesen Antikörper auf, die für eine Infektion sprechen (twitter).

Doch all dies ficht die Trump-Regierung nicht an. Nachdem sein Schwiegervater an täglichen Pressekonferenzen ins Straucheln geriet, springt Jared Kushner in die Bresche und gibt Interviews. Dabei erklärte er am Mittwoch auf FoxNews, Amerika werde im Juni «weitgehend zur Normalität zurück gekehrt» sein (thehill) und überhaupt sei die Reaktion des Weissen Hauses auf Covid-19 ein Ruhmesblatt: «Wir haben alle notwendigen Meilensteine erreicht. Damit hat sich die Bundesregierung der Herausforderung als ebenbürtig erwiesen und das ist tatsächlich eine grosse Erfolgsgeschichte, die erzählt werden muss» (twitter). Gleichzeitig warnen führende Regierungsexperten vor einer übereilten «Wiedereröffnung der Wirtschaft» und einer «zweiten Welle» der Pandemie. Dies sei laut dem Epidemie-Spezialisten Dr. Anthony Fauci sogar «unvermeidlich» (msn).

Hier wird ein seit Anfang Jahr fortlaufendes Chaos deutlich, dass letztlich von Trump ausgeht. Aber nach drei Jahren noch im Weissen Haus verbliebene Berater wie Kushner haben ihr Schicksal an jenes des Präsidenten gekettet und unterstützen seine halbgaren Ideen und ständigen Kurswechsel. Dies zeigt ein neuer Hintergrundbericht in «Vanity Fair» (vanityfair). 

Eben dieses Chaos aber lädt gut gemeinte Initiativen für den Kampf gegen die Pandemie in Wirtschaft und Forschung ein. Dazu zählt «Scientists to Stop Covid-19». Anfang März von dem 33-jährigen Mediziner und Venture-Kapitalisten Tom Cahill angestossen, arbeiten hochkarätige Wissenschaftler dabei vertraulich mit Investoren wie Michael Milken, Peter Thiel und dem Goldman Sachs-CEO David Solomon zusammen. Das «Wall Street Journal» hat die Existenz der Gruppe Anfang Woche enthüllt und deren 17-seitiges Memo für eine Kampagne gegen die Pandemie publiziert, die über Vizepräsident Mike Pence auch dem Weissen Haus vorliegt (wsj). 

Inzwischen hat die Geschichte den Weg in deutschsprachige Medien gefunden. Dort verkünden Schlagzeilen: «Sie operieren unter dem Radar gegen Trump!» Aber die Lektüre des anscheinend etliche Wochen alten Memos zeigt, dass die «Scientists to Stop Covid-19» zwar in etlichen Punkten auf einer Linie mit Experten wie Dr. Scott Gottlieb liegen (twitter). Aber Vorschläge wie die Einrichtung von 3000 Testzentren landesweit für wöchentliche Tests jedes Amerikaners muten noch unrealistischer an als die Idee, dass im Weissen Haus – und sei es auch «unter dem Radar» – ein Weg der Vernunft an Trump vorbeiführen könnte (link)

So ist eine Initiative wie die «Scientists» eher ein Symptom für die momentane Führungskrise in den USA. Covid-19 ruft letztlich wohl viel eher nach einer globalen Kooperation auf Regierungsebene, die Forschern und der Pharmaindustrie Spielräume und Garantien etwa für allfällige Verluste bei der Entwicklung von Medikamenten und Impfstoffen gibt, sowie Fragen rund um Patente und Tantiemen grosszügig und simpel regelt.   

Um noch einmal auf Kushners «Meilensteine» zurück zu kommen: Hier sprechen aktuelle Umfragen für eine Vertrauenskrise in der amerikanischen Bevölkerung. Bereits die Hälfte der Bevölkerung spürt negative, wirtschaftliche Auswirkung der Pandemie und hat die Arbeit ganz oder teilweise verloren. Besonders hart betroffen sind hier (wie bei den Erkrankungen und Todesfällen) Minoritäten. Knapp ein Drittel lehnt eine Wiedereröffnung der Wirtschaft ohne ein umfassendes Testprogramm ab. Bei der Rückkehr zum regulären Schulunterricht liegt dieser Anteil nur bei 14 und bei Massenveranstaltungen bei acht Prozent. Und 55 Prozent der US-Bürger geben Trump schlechte Noten für sein Agieren in der Krise. Bei Unabhängigen und Demokraten sind es 58 und 87 Prozent. Besonders negativ sind Weisse mit Universitätsbildung und Frauen eingestellt – eben jene Wählerschichten also, die den Demokraten bei den Kongresswahlen 2018 zu einem historischen Erfolg im Repräsentantenhaus verholfen haben. (npr). AM 
 

8. 20 Uhr
Professor Burton Rose im Alter von 77 Jahren verstorben
Fachleute werden es gewusst haben. Aber die breitere Öffentlichkeit erfährt erst aus einer tragischen Schlagzeile, dass auch die amerikanische Medizin einen «Steve Jobs» vorweisen konnte. Diesen Ehrentitel in Anspielung auf den «Apple»-Gründer verliehen Kollegen dem Nieren-Spezialisten und langjährigen Professor an der Harvard Medical School, Burton David Rose. Er ist am 24. April in Wellesley, Massachusetts, Covid-19 erlegen. 

Der Sohn einer jüdischen Familie in Brooklyn hatte vor dem Militärdienst bei der US-Navy an der New York University Medizin studiert und dort seine Frau Gloria kennengelernt, eine Sozialarbeiterin. Das Paar zog später nach Massachusetts, wo Rose eine glanzvolle Karriere begann. Neben anderen Publikationen wurde sein klinisches Handbuch «Clinical Physiology of Acid-Base and Electrolyte Disorders» ein Klassiker für Praktiker. Aber sein Verlag lehnte Ende der 1980er Jahre eine elektronische Variante ab. 

So ergriff Rose die Initiative und gründete die digitale Plattform «UpToDate», die zu einer ständig erweiterten Datenbank für Mediziner wuchs und 2008 verkauft wurde (uptodate). Rose litt in den letzten Jahren unter Alzheimer´s (statnews). Aber er bleibt Kollegen, Patienten und den Mitgliedern der Gemeinde «Temple Beth Elohim» in Wellesley als selbstloser, mitfühlender und kompetenter Arzt und Lehrer, aber auch als Synagogenpräsident in Erinnerung (jta). AM
 

8.15 Uhr
Rabbiner Kenneth Roseman in Texas verstorben
Sein Vater war Diplomat. Daher wuchs Kenneth Roseman in der Schweiz und Griechenland auf. Eine gewisse, geistige, wie geographische Wanderlust zeichnete ihn für den Rest des 80 Jahre währenden Lebens aus, das am 26. April der Viruspandemie zum Opfer fiel. Roseman studierte am Hebrew Union College in Cincinnatti, Ohio, und wurde 1966 zum Rabbiner ordiniert. Daneben errang er einen Doktortitel in jüdischer Geschichte. Roseman blieb acht Jahre als Lehrer und Dekan an dieser Hochburg der Reformbewegung, ehe er einem Ruf an den Temple Beth-El in Madison, Wisconsin folgte. 

Anschliessend diente Roseman als Senior Rabbi am Temple Shalom in Dallas, wo er auch amerikanisch-jüdische Geschichte an der Southern Methodist University lehrte. Von 2002 bis 2014 wirkte Roseman am Temple Beth El in Corpus Christi, Texas. Er hat daneben historische Werke wie «Lone Stars of David: The Jews of Texas» geschrieben (mit Hollace Ava Weiner), nicht zuletzt aber beliebte Reihen religiöser Bücher für die Jugend wie «Of Tribes and Tribulations» und «Do-It-Yourself Jewish Adventure» geschrieben. Roseman hinterlässt neben seiner Frau Phyllis sechs Kinder und mehrere Enkel. AM

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MITTWOCH, 29. April 2020

19.30 Uhr
IRG Basel warnt Mitglieder 
Der Vorstand der Israelitischen Religionsgesellschaft mahnt die Mitglieder der Gemeinde an sich an die Corona-Verordnungen zu halten. «Es wird uns immer wieder berichtet, dass die Schul noch weiterhin benutzt wird. Kürzlich waren auch viele Fenster und die innere Türe über Nacht weit offen gelassen. Wir müssen Sie erinnern, dass die Benutzung der Schul bis auf hoffentlich eine baldige Besserung nicht benutzt werden darf! Wir bitten Sie zu Hause oder anderswo zu lernen und zu dawenen.» Und weiter heisst es im Schreiben unter Androhung von Konsequenzen: « Sollte es nicht besser werden, müssten wir gezwungen sein, den unangenehmsten Schritt zu tun und die Schul gänzlich abschliessen.» Weltweit kämpft die jüdische Gemeinschaft mit den Grenzübertretungen von charedischen Juden in Israel, Europa und USA, die jeweils die gesamte Gemeinschaft in Mitleidenschaft ziehen (Link).

19.10 Uhr
Bürgermeister Bill de Blasio kritisiert «die jüdische Gemeinschaft»
In der Nacht zum Mittwoch hat Bürgermeister Bill de Blasio persönlich eine Polizeiaktion gegen eine Beisetzungsfeier in Williamsburg geleitet. In der Brooklyner Nachbarschaft waren Hunderte von Chassidim zusammengekommen, um den Rabbiner Chaim Mertz die letzte Ehre zu erweisen. Der Leiter der Gemeinde Toa’as Yaakov war Covid-19 erlegen. Nachdem die Polizei die Veranstaltung ohne Zwischenfälle aufgelöst hatte, setzte de Blasio eine Serie zorniger Tweets ab: In Williamsburg sei es zu einem absolut inakzeptablen Vorfall gekommen – ein grosses Begräbnis mitten in der Pandemie: «Ich bin persönlich dorthin gegangen, um die Auflösung der Menge sicher zu stellen. Was ich gesehen habe, WIRD NICHT toleriert werden, solange wir den Coronavirus bekämpfen» (twitter). Weiter postete de Blasio: «Meine Botschaft an die jüdische Gemeinschaft und alle Gemeinschaften ist simpel: die Zeit für Warnungen ist abgelaufen…». Er habe die Polizei angewiesen, Menschenansammlungen jeder Art umgehend aufzulösen und wenn nötig dabei auch Verhaftungen vorzunehmen (twitter).

Mehr noch als die Polizeiaktion werden die Tweets als direkte Attacke des Bürgermeisters auf Juden und speziell Orthodoxe wahrgenommen. So wirft die religiöse Plattform «Yeshiva World» de Blasio einen «doppelten Standard» und die «Aussonderung von Juden» vor. Dies grenze an Antisemitismus. Denn de Blasio habe am Dienstag zugelassen, dass Tausende New Yorker auf Strassen und an Parks zusammenkamen, um einen vom Weissen Haus arrangierten Überflug der US-Luftwaffe zu beobachten. Dabei seien Distanzauflagen und der Maskenzwang in der Öffentlichkeit missachtet worden (link). Ähnlich äusserte sich der der Stadtrat Chaim Deutsch als Vertreter von Williamsburg: die Tweets seien unglaublich – der Bürgermeister nehme eine Gemeinschaft ins Visier, die gerade in seiner eigenen Stadt Opfer einer Welle von Hassverbrechen geworden sei. Zudem sei de Blasio selbst in Parks fernab seiner Wohnung beobachtet worden, was ebenfalls gegen die von ihm selbst erlassenen Quarantänemassnahmen verstosse (nytimes).

Daneben werden jedoch ruhigere Töne laut. So erliess die Gemeinde des verschiedenen Rabbiners Mertz eine Erklärung zu dem Vorfall: Man bedaure, dass die Feier in Chaos und Kontroversen ausgeartet sei. Die Gemeinde habe Strassen sperren und Gesichtsmasken an Teilnehmer austeilen wollen. Denn damit es sei schliesslich erlaubt, auf der Strasse unterwegs zu sein. Dieses Konzept sei jedoch bedauerlicherweise nicht aufgegangen. Die Gemeinde verstehe die Frustration des Bürgermeisters: «Aber es verletzt, dass dies zu einer Fokussierung auf die jüdische Gemeinschaft geführt hat. Und dafür entschuldigen wir uns bei sämtlichen Juden. Wir wissen aber, dass die Reaktion des Bürgermeisters aus seiner Sorge um die Gesundheit unserer Gemeinschaft und die ganze Stadt hervorgegangen ist und dahinter keine böse Absicht steht. Wir teilen diese Sorge. Gesundheit und Leben haben absoluten Vorrang und wir werden Alle diesen Regeln folgen» (link). AM
 

12.55 Uhr
Mehr Erholungen als aktive Fälle
Bei aller Zurückhaltung und wahrscheinlich berechtigten Warnungen vor übereiligem Frohlocken, darf man doch mit sachlicher Befriedigung feststellen, dass die Zahl der Erholungen vom Coronavirus mit 7929 am Mittwoch die Zahl der aktiven Fälle (7641) übertroffen hat. Die restlichen Zahlen der aktuellen Statistik für Israel: Nach Angaben des Gesundheitsministeriums total 15782 diagnostizierte Coronavirus-Fälle. In den 24 Stunden bis Mittwochmorgen wurden 193 neue Fälle diagnostiziert, 93 Patienten befinden sich am Ventilator, während 352 Personen hospitalisiert wurden. Die Zahl der Todesfälle lag am Mittwochmittag bei 212. JU
 

9.25 Uhr
Marc Benioff als Retter in der Not
Die «New York Times» wirft mit einer tief recherchierten Geschichte ein Schlaglicht auf die Versorgungskrise in den USA bei der Bekämpfung von Covid-19. Alarmiert über Engpässe bei Schutzmasken und -kleidung für medizinisches Personal, hatte sich am 19. März Sam Hawgood, der Kanzler der University of California, San Francisco, an den Softwareunternehmer Marc Benioff gewandt. Der Gründer von «Sales Force» hatte die Universität im Jahr 2010 mit einer Spende von 100 Millionen Dollar beim Bau eines Kinderspitals unterstützt. 

Nun suchte Hawgood erneut Hilfe bei dem weltweit exzellent vernetzten Milliardär: Dem Universitätsspital ging das «Personal Protective Equipment» aus und die üblichen Zulieferer standen vor leeren Lagern. Benioff wurde umgehend aktiv. Er stellte ein Team zusammen, liess Kontakte zu Konzernen wie Fedex, Walmart, Uber oder Alibaba spielen und binnen weniger Wochen stand eine Versorgungspipeline für 50 Millionen Schutzartikel. Ein Drittel ist bereits eingetroffen und nachdem das Universitätsspital seinen Bedarf decken konnte, liefert das Benioff-Netzwerke Material landesweit an andere Spitäler in Not. 

Die spannenden Details sind der lesenswerten Reportage zu entnehmen. Wichtiger ist die Erkenntnis der Times-Redakteure: Eine landesweite, von der Regierung in Washington zu Beginn der Pandemie im Januar aufgegleiste Allianz aus Wirtschaft, Politik und Gesundheitswesen für die Virusbekämpfung, hätte Engpässe vermeiden und eine Katastrophe mit anhin offiziell einer Million Fällen und 57.000 Todesopfern verhindern können. Gleichzeitig spricht der Report für die Dynamik und die Potentiale der amerikanischen Gesellschaft (nytimes). AM 
 

9.15 Uhr
Weitere Hintergründe zu Massenmord in Nova Scotia
In Kanada wurden neue Details zu dem Amoklauf des 51-jährigen Gabriel Wortman in der Nacht vom 18. auf den 19. April bekannt. Laut der Royal Canadian Mounted Police hat Wortman dabei insgesamt 22. Menschen getötet, darunter eine Polizeibeamtin. Begonnen hat sein Amoklauf in dem Küstenstädtchen Portapique, wo der Betreiber einer erfolgreichen Klinik für Zahnersatz ein Strandhaus besessen hat. Wortman hatte dort zunächst eine Auseinandersetzung mit seiner langjährigen Freundin. Als er gewalttätig zu werden drohte, floh die Frau in ein nahegelegenes Waldgebiet. Bekannte des Paares berichten, Wortman sei kontrollierend und eifersüchtig gewesen. Es habe immer wieder Streit zwischen ihm und der Freundin gegeben. 

Wortman suchte dann Häuser in der Nachbarschaft auf, wo Bekannte des Paares lebten. Anscheinend hat er dazu eine Polizeiuniform angezogen und ein ausgedientes Polizeifahrzeug benutzt. Wortman soll ein Faible für die Mounties gehabt haben und sammelte deren Ausrüstung. 
Er hat 13 Menschen erschossen und mehrere Gebäude angezündet. Anschliessend suchte er in der weiteren Umgebung Anwesen von Personen auf, die mit ihm bekannt waren und setzte dort seinen Amoklauf fort. Sein jüngstes Opfer war 17 Jahre alt. Gegen 6.30 am Sonntag alarmierte seine Freundin schliesslich die Polizei, die in der dünn besiedelten und von einer Ausgangssperre in Folge von Covid-19 betroffenen Region nur schwach präsent ist (cbc).  

Es dauerte daher weitere fünf Stunden, ehe die Polizei Wortman an einer Tankstelle fassen konnte. Er starb bei einem Schusswechsel mit den Mounties. Als Tatwaffen benutzte Wortman eine in Kanada erworbene Pistole und Gewehre, die er in den USA gekauft hatte. Damit mehren sich Hinweise, dass Wortman die Tat vorbereitet hat. Aber seine tieferliegenden Motive bleiben unklar (firstpost). AM

9.10 Uhr
Altamiro Zimerfogel in Rio De Janeiro verstorben
Laut der «Jewish Telegraphic Agency» hat Covid-19 am gestrigen Dienstag in Rio De Janeiro das Leben des Gemeindeaktivisten Altamiro Zimerfogel gefordert. Zimerfogel war als Sohn polnisch-jüdischer Emigranten in der brasilianischen Metropole geboren worden und hatte dort im Viertel Copacabana den «Brazilian Israelite Club» (CIB) geleitet, ein Zentrum jüdischen Lebens. Zimerfogel hatte nach dem Militärdienst für jüdische Organisationen gearbeitet und bewies sich als tatkräftiger und innovativer Administrator. So richtete der CIB unter seiner Leitung auch eine Apotheke für die jüdische Gemeinde ein. Dabei vermied er Mitgliedern zufolge Aufsehen um die eigene Person. Zimerfogel sei an Ergebnissen bedacht gewesen und nicht auf Fotos oder Zitate von ihm in der Presse (jta). AM
 

9.05 Uhr
Hochdekorierter Kriegsveteran Sidney Fleischer verstorben
Sidney Fleischer hat seinen vier Kindern und neun Enkeln nie erzählt, dass er als Angehöriger der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg mit acht «Battle Stars» ausgezeichnet worden ist, also meist als MG-Schütze eines B-17-Bombers an acht verschiedenen Feldzügen von Nordafrika bis Italien teilgenommen hat. Dies gilt als Seltenheit. Seine Angehörigen fanden erst vor wenigen Jahren Informationen dazu, als sie nach einem Sturz Fleischers dessen Papiere durchsuchten und dabei Dokumente aus seiner Militärzeit fanden.

Am 17. April ist Fleischer in seiner Heimatstadt Boston Covid-19 erlegen (jta). Fleischer wuchs in der Gegend von Boston auf und bewies Talent als Baseballspieler. Um in ein katholisches Jugendteam aufgenommen zu werden, gab er sich als «O´Fleischer» und damit irischer Herkunft aus. Fleischer studierte an der Boston University, als die USA in den Zweiten Weltkrieg eintraten. Empört über die Judenverfolgung der Nazis, meldete er sich umgehend freiwillig zum Militär und kam nach einer Grundausbildung als Infanterist zu der seinerzeit noch dem Heer angegliederten Air Force. Dort wurde er als Bordschütze ausgebildet und diente anschliessend unter dem legendären General George S. Patton. 

Nach Kriegsende wurde Fleischer im Schuhgrosshandel tätig. Er ging erst 2005 in Ruhestand und galt in seiner Bostoner Nachbarschaft als grossherziger und hilfreicher Mann, der sich besonders für Immigranten mit geringen Englischkenntnisse eingesetzt hat (link). AM

9.00 Uhr
Holocaust-Überlebende Tedje van der Sluis verstorben
Seit sie einander nach Kriegsende in Amsterdam in einem Waisenhaus für jüdische Kinder begegnet sind, hatten sich Tedje und Meijer van der Sluis nie wieder getrennt. Doch am 11. April ist die Auschwitzüberlebende in dem jüdischen Altenheim Beth Shalom in Amsterdam Covid-19 erlegen. Die Pandemie hat insgesamt 26 Menschenleben unter Bewohnern des Heims gefordert. Sie wurde 93 Jahre alt und hiess eigentlich Rika – Tedje (für «Teddybär») war Meijers Spitzname für seine geliebte Frau (jta).

Tedje van der Sluis war in den letzten Jahren in Demenz versunken und ihr Mann hatte sich liebevoll um sie gekümmert. Das niederländische Fernsehen hat die bewegende Geschichte 2018 in der Dokumentation «Tedje & Meijer: The Promise of Love» festgehalten. Meijer war im Januar verstorben. Die Nazis hatten Tedje mit dem Vater und ihrer Schwester in das Internierungslager Westerbork und von dort in verschiedene Lager deportiert. Das Mädchen kam schliesslich wie ihre Angehörigen nach Auschwitz, überlebte aber. Die Mutter war bereits vor dem Krieg verstorben. Das Paar hatte zwei Kinder. Der Sohn Ruben wurde Rabbiner und zog nach Zürich (link). Am gestrigen 28. April war der Hochzeitstag des Paares. AM

8.55 Uhr
Engpässe bei Nahrungshilfen in New York City
Wie der «Forward» vermeldet, hat die Stadt New York von Mitte bis Ende letzter Woche erstmals koschere Mahlzeiten an Bedürftige in den orthodoxen Nachbarschaften Borough Park und Williamsburg ausgegeben. Die Verteilung der rund 32.000 Speisen verlief jedoch alles andere als glatt. Lange Schlangen und ein unterschätzter Bedarf sorgten für Frustrationen. Verantwortlich ist das Schulamt, das zu normalen Zeiten bis zu drei Mahlzeiten für rund 70 Prozent der Schuljugend in der Metropole bereitstellt. Nun liefert die Behörde auch Mahlzeiten für bedürftige Erwachsene. Insgesamt lieferte das Amt den April über 10 Millionen Essen aus. 

Koschere Mahlzeiten gehören erst seit dem Ende von Passover dazu. Laut dem «Forward» hat Covid-19 die Not in den orthodoxen Quartieren von Brooklyn deutlich verschärft. Schon zuvor galten 55 Prozent der Familien in Borough Park und 44 Prozent in Williamsburg als arm. Das orthodoxe Wohlfahrtsnetzwerk MASBIA versorgt aus eigenen Suppenküchen daher nun 7000 Familien, statt wie bislang 2000 (forward). 

Während die USA offiziell die Marke von einer Million Infizierten (und 57.000 Todesfällen) überschritten haben, konnte Gouverneur Andrew Cuomo zum Dienstag erneut eine relativ niedrige Rate von 335 Todesopfern in New York State bekannt gegeben, nach 337 zum Montag. Vor zwei Wochen hat Covid-19 in New York State noch täglich bis zu 800 Menschenleben gefordert. Auch die Einlieferungen in Spitäler sind nun um 70 Prozent gegenüber den Höchstwerten und bei rund 20 Millionen Bürgern erstmals seit Anfang Monat unter 1000 täglich gefallen. Cuomo sorgte indes für Empörung unter Journalisten, als er Medien vorwarf, Anfang Jahr nicht früh genug über die anlaufende Pandemie berichtet zu haben. Dies trifft keineswegs zu (twitter). 

Schlagzeilen macht der Gouverneur zudem durch sein Eingreifen in eine Debatte über die U-Bahn in New York City. Cuomo sagte, es sei «ekelhaft», dass Obdachlose in Waggons übernachten. Diese würden gerade spätnachts und am frühen Morgen von medizinischem Personal und anderen öffentlichen Bediensteten im Einsatz gegen Covid-19 benutzt. Weitgehend ungetestete Obdachlose würden ein hohes Ansteckungsrisiko für diese essentiellen Arbeitskräfte darstellen. Aktivisten für Arme und Bedürftige haben gegen diesen Wortgebrauch protestiert (nytimes). AM
 

8.45 Uhr
US-Finanzministerium will «Notkredite» zurückfordern
Das Rettungsprogramm der Trump-Regierung für den Mittelstand wird zur Blamage. Ein Topf mit 660 Milliarden Dollar sollte notleidenden oder stillgelegten Kleinbetrieben mit weniger als 500 Beschäftigten die Auszahlung von Gehältern ermöglichen. Doch das Weisse Haus übergab die Vergabe der entsprechenden Kredite an Grossbanken. Und diese bevorzugten wichtige Klienten wie Bürgerketten oder das Basketballteam «Los Angeles Lakers» bei der Verteilung. Nun will Finanzminister Steven Mnuchin 100 Millionen Dollar an Krediten zurückfordern. Jede Firma, die mehr als zwei Millionen Dollar erhalten hat, soll auf Anspruchsberechtigung überprüft werden. Wie hier bereits berichtet, haben grosse Hotelunternehmen ebenfalls Hilfsmittel erhalten. Firmen klagen derweil über umständliche Antragsdokumente auf der überlasteten Website der beim Staat zuständigen «Small Business Administration» (nytimes). 

Unter dem Druck negativer Schlagzeilen haben die «Lakers» ihre «Nothilfe» von 4,6 Millionen Dollar inzwischen zurückgegeben. Das erfolgreiche Team zahlt Spielern wie LeBron James knapp 40 Millionen Dollar jährlich. Noch krasser wirkt das Drängeln von Grossunternehmen um Finanzhilfen aus Washington. Lobbygruppen fordern laut der «New York Times» 150 Milliarden Dollar. Gleichzeitig haben US-Konzerne in den letzten drei Jahren mindestens zwei Billionen Dollar für den Kauf eigener Aktien verwandt, statt Rücklagen zu bilden, Löhne zu erhöhen oder Dividenden auszuschütten. Prominent darunter sind Airlines (nytimes). Trump will dem Vernehmen nach auch der Kreuzfahrtindustrie unter die Arme greifen, deren Schiffe weltweit Brutstätten für Covid-19 geworden sind. AM
 

8.45 Uhr
«Lockdown» am Unabhängigkeitstag
Im Bestreben, den Autoverkehr der Öffentlichkeit auf ein Minimum zu beschränken, hat die israelische Polizei am Dienstagnachmittag einen «Lockdown» über das ganze Land verhängt, der während des Unabhängigkeitstages am Mittwoch bis am Abend 20 Uhr gelten wird. In dieser Zeit sind die Einwohner angehalten, sich zu Hause aufzuhalten und sich nicht mehr als 100 Meter ausserhalb ihrer Wohnungen zu bewegen. Für sportliche Betätigungen ist ein Radius von 500 Meter gestattet. Diese Massnahme soll mithelfen, die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern und den gegenwärtigen Trend der Abschwächung der Krankheit zu stärken. Zu diesem Zweck hat die Polizei 40 Kontrollstellen an wichtigen Kreuzungen errichtet. Autofahrer werden angehalten und kontrolliert, um festzustellen, dass sie sich nur zu den von den Behörden gestatteten Zwecken in der Öffentlichkeit bewegen. Durch die landesweite Schliessung aller Lebensmittelgeschäfte, einschlisslich der Supermärkte, wurde dem Volk rechtzeitig ein Grossteil der Motivation für den Aufenthalt ausserhalb der Behausungen genommen.

Bis Mittwochmorgen sind in Israel 210 Personen an dem Virus gestorben. Bis Dienstagnacht gab es 7772 aktive Fälle in Israel, einschliesslich 116 Personen in schwieriger Verfassung. 92 von ihnen mussten intubiert werden. Insgesamt zählte man  bis Mittwochfrüh 15728 Personen die sich infiziert hatten. JU

 

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DIENSTAG, 28. April 2020 

9.20 Uhr
Vier neue Todesfälle am Dienstag
Nach Angaben des israelischen Gesundheitsministeriums zählte man am Dienstagmorgen 8006 aktive Corona-Krankheitsfälle. Das bringt die Gesamtzahl der positiv Diagnostizierten auf 15589. Von diesen sind 94 am Ventilator, während 117 sich in ernsthaftem Zustand befinden. Die Zahl der Todesfälle ist am Dienstag um vier auf 208 gestiegen, die der Erkrankten um 123 innert einem Tag. Ob es sich hierbei um eine einmalige Zunahme handelt, oder um eine gewiss unerwünschte Trendumkehr, wird sich erst noch zeigen müssen. Das elfjährige Mädchen, das sich seit Sonntag in ernsthaftem Zustand im Krankenhaus befand, hat sich am Dienstag stabilisiert. Sie leidet laut Angaben des Krankenhauses an verschiedenen Nebenerkrankungen, nicht aber am Virus. Sie wird immer noch beatmet. JU
 

8.35 Uhr
Harvard-Experten warnen vor Aufhebung des Ausnahmezustandes
31 der 50 US-Gliedstaaten hinken teilweise deutlich hinter der für eine Aufhebung von Ausgangssperren notwendigen Zahl von Tests auf Covid-19 her. Dies ergibt eine Untersuchung von Experten des «Harvard Global Health Institute». Quelle ist STATNews, ein Nachrichtendienst für medizinische Fragen. Die Fachleute erinnern an das Versagen von Gliedstaaten und der Trump-Regierung auf diesem Gebiet: In den USA wurde zu spät mit Tests begonnen, inzwischen ist der Markt mit 80 verschiedenen und teilweise unbrauchbaren Test-Produkten überschwemmt und gleichzeitig bestehen weiterhin Engpässe bei Materialien für Tests und deren Auswertung. Insgesamt wurden anhin etwa 1,5 Prozent der 330 Millionen Amerikaner auf Covid-19 getestet. 

Gleichzeitig werden die Rufe nach einer Aufhebung der Notstandsmassnahmen lauter und auch demokratisch geführte Gliedstaaten wie Colorado beginnen bereits mit einer schrittweisen Rückkehr zur Normalität. Das Harvard-Team hält dies jedoch für einen gravierenden Fehler. Erst eine Verdoppelung der täglichen Tests könne eine Datengrundlage für eine Normalisierung schaffen. So wurde vergangene Woche zwar ein bisheriger Rekord von 1,6 Millionen Tests landesweit erreicht. Aber die Experten haben die Daten auf Gliedstaaten herunter gebrochen und tägliche Defizite an Tests errechnet. Diese sind auf einer anschaulichen Grafik zu studieren. So müsste selbst ein Gliedstaat wie New York, der energisch gegen die Pandemie vorgeht, Testraten von täglich 20.000 auf mindestens 130.000 erhöhen. 

Bei den Empfehlungen spielt das Ausmass von Infektionen in den einzelnen Gliedstaaten eine zentrale Rolle: Je stärker die Verbreitung, desto mehr Tests sollten durchgeführt werden. Diese Kalkulation wirkt rückwärtsgewandt, da das wahre Ausmass der Verbreitung von Covid-19 in den USA eben aufgrund der niedrigen Testquoten immer noch unbekannt ist. So hat Gouverneur Andrew Cuomo am Montag auf Grundlage einer neuen Testreihe erklärt, in New York State könnten bis zu 25 Prozent der Bürger bereits infiziert worden sein. 

Von daher gesehen, ist grosse Vorsicht bei der Aufhebung von Notstandsmassnahmen geboten. Dies gilt laut den Harvard-Experten speziell für Gliedstaaten wie Georgia. Dort greifen bereits Lockerungen, während es dafür eigentlich erst eine Verdoppelung der Testraten bräuchte (statnews). 

Konsequenzen einer solchen Hast sind an einer Meldung aus North Carolina erkennbar. Dort erklärte die konservative Aktivistin Audrey Whitlock auf Facebook, sie sei positiv auf Covid-19 getestet worden, habe jedoch keine Krankheitssymptome. Whitlock spielt eine führende Rolle bei der Bewegung «ReOpen NC», die eine sofortige Aufhebung der Notstandsmassnahmen fordert (cbs17). AM
 

8.35 Uhr
«Zeide Ernie» Einzig verstorben
Wie die «Jewish Telegrafic Agency» (JTA) vermeldet, hat Covid-19 am 5. April das Leben von Ernest Einzig in Queens gefordert. Einzig wurde 97 Jahre alt und hat seinen ungarischen Akzent nie abgelegt. Er wurde in Budapest geboren, lernte dort das Schneiderhandwerk und wanderte bereits vor dem Zweiten Weltkrieg in die USA aus. Nach Kriegsbeginn diente Einzig als Artillerist und wurde dafür mit einem «Purple Heart» ausgezeichnet. Der junge Immigrant war zuvor in einer Fabrik für Lampen und Metallteile tätig, die seinem Bruder gehörte. Nach 1945 nahm Enzig diese Arbeit wieder auf. Seine Familie rühmt ihn als handwerklich ausserordentlich begabten und kenntnisreichen Mann, der rundherum Haushaltsgeräte jeder Art dauerhaft repariert habe. Nach seiner Pensionierung war Einzig an der «Yeshiva Har Torah» in Queens als «Grossvater für Alles» aktiv und hat dort als «Zeide Ernie» Generationen von Zöglingen beeindruckt. Einzig hinterlässt laut JTA rund 30 Enkel, über 100 Urenkel und etliche Ururenkel (jta). AM
 

8.30 Uhr
Sprunghafter Anstieg der Sterbefälle in den USA zu Jahresbeginn
Ein Team der «Yale School of Public Health» hat im Auftrag der «Washington Post» neue Daten amerikanischer Behörden über Sterbefälle im ersten Quartal 2020 analysiert. Demnach sind im März und in den ersten April Tagen landesweit 15.400 Todesfälle mehr aufgetreten, als im langjährigen Durchschnitt für diese Jahreszeit. Im gleichen Zeitraum haben Behörden 8128 Todesopfer von Covid-19 registriert. 

Die Spezialisten führen die aus dem statistischen Rahmen fallende «Überzahl» von Sterbefällen nicht direkt auf den Virus zurück: Darunter könnten auch Menschen gewesen sein, die andere Gesundheitsprobleme hatten, aus Furcht vor einer Virusinfektion jedoch einen Arztbesuch oder eine notwendige Prozedur vermieden haben. Quelle der Studie sind Daten des «Center for Health Statistics» (NCHS) vom Freitag. Sollten die Kalkulationen der Yale-Experten zutreffen, hätte die Pandemie in den USA nun bereits über 70.000 Menschenleben gefordert (washingtonpost). AM
 

8.15 Uhr
Bürgerrechtler Richard Sobol verstorben
Der Jurist hat wichtige Erfolge in den Südstaaten erzielt und wurde 82 Jahre alt.
Wie erst dieser Tage vermeldet, ist am 24. März im kalifornischen Sebastopol der Bürgerrechtsanwalt Richard Sobol einer Lungenentzündung erlegen. Der Jurist hatte schon in jungen Jahren bedeutende Erfolge im Kampf gegen die systematische Unterdrückung von Schwarzen im amerikanischen Süden errungen. Im Gegensatz zu vielen Aktivisten seiner Generation aus dem Norden hat Sobol anschliessend einen Grossteil seiner Karriere in Louisiana und anderen Südstaaten verbracht.

Er wurde 1937 in Manhattan als Sohn eines Anwaltes und einer Mathematiklehrerin geboren. Sobol studierte Jus an der Columbia Law School und trat nach seinem Abschluss 1961 bei der renommierten Kanzlei Arnold, Fortas and Porter in Washington, DC, ein. Unter dem Eindruck der von Polizei und Politik der Südstaaten mit brutaler Gewalt geführten Kampagne gegen die Gleichberechtigung von Schwarzen schloss sich Sobol 1965 dem «Lawyers Constitutional Defense Committee» an. Die Organisation entsandte Juristen in den Süden, um dort Aktivisten zu verteidigen. Sobol wurde nach New Orleans geschickt und gab seine vielversprechende Karriere in DC binnen Wochen auf. 

1966 übernahm er die Verteidigung des schwarzen Teenager Gary Duncan, der einen weissen Jungen am Arm berührt hatte und deshalb zu 60 Tagen Haft wegen Körperverletzung verurteilt worden war. Sobol brachte den Fall bis zum Verfassungsgericht und errang dort 1968 einen wegweisenden Erfolg: Neben Gerechtigkeit für Duncan erwirkte Sobol die grundsätzliche Einführung von Verhandlungen vor Jurys bei Strafrechtsfällen auf Gliedstaatsebene. Seine Arbeit forderte von ihm persönlich einen hohen Preis: Sobol wurde immer wieder bedroht und im Rahmen des Duncan-Falles aufgrund fadenscheiniger Anschuldigungen inhaftiert. Dass er seine Freisetzung erwirken konnte, wurde zum Modell für andere Bürgerrechtler. In Washington arbeitete Sobol ab Ende der 1960er Jahre mit der Aktivistin Marian Wright Edelman bei der Gründung der Kinderschutz-Organisation «Children´s Defense Fund» zusammen (link).  

Es war Sobol nicht vergönnt, die Premiere der Dokumentation «A Crime on the Bayou» von Nancy Buirski und des Buches «Deep Delta Justice» von Matthew Van Meter über sein Wirken zu erleben. Beide sollen in den kommenden Wochen erscheinen. Sein ehemaliger Mandant Gary Duncan teilte der «New York Times» mit, er und Sobol seien seit dem damaligen Fall Freunde gewesen (nytimes). AM

7.45 Uhr
Krankenstatistik
In der statistischen Zusammenstellung für Dienstag sticht der Rückgang der Zahl der Beatmeten zwischen dem 23. bis zum 27. April von 109 auf 96 Patienten ebenso hervor wie die Tatsache, dass von 15555 positiv diagnostizierten Patienten, 7200 als geheilt galten, was die Zahl der aktiven Patienten auf 8355 reduzierte. Von diesen wurden am Montag 112 diagnostiziert, und 96 mussten beatmet werden. 126 sind in einem schweren, 78 in einem mittelschweren Zustand. Bis Dienstagfrüh registrierte man in Israel total 204 Todesfälle. Als Präventivmassnahme gegen eine weitere Ausbreitung des Coronavirus wird das Land von Dienstag Nachmittag bis Mittwochabend einem fast totalen «Lockdown» unterstellt. Der öffentliche Verkehr wird eingestellt, Lebensmittel gibt es während der Zeit der Abriegelung (dem 72. Unabhängigkeitstag) nicht zu kaufen, und der einzige Grund für die Israeli, ihre Behausungen zu verlassen, ist die dringende Notwendigkeit, sich Medikamente zu besorgen. JU

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MONTAG, 27. April 2020 

17.55 Uhr
Barry Diller: «Wir haben einen Hexendoktor als Präsident»
In einem Interview mit dem Sender CBS hat der Medienunternehmer Barry Diller am Sonntag harsche Kritik an Donald Trump geübt und eine rasche Erholung der amerikanischen Wirtschaft von den Auswirkungen der Pandemie für unrealistisch erklärt. Covid-19 habe die Nation in eine «existentielle Krise» gestürzt und es bestehe im Gegensatz zu den rosigen Prognosen der US-Regierung «keine Chance» auf ein Comeback: «Wir werden eine massive Zahl von Unternehmen haben, die sich nicht werden erholen können, die in Konkurs gehen.» Dies sei angesichts der katastrophalen Auswirkungen der Pandemie unvermeidlich. Diller sieht nur einen Ausweg: Washington müsse weitere Notpakete für die Rettung der Volkswirtschaft schnüren. Dabei komme es auf Tempo an. Es sei besser, rasch zu handeln und Fehler zu begehen, als lange abzuwarten.

Der 78-jährige wirft der Trump-Regierung zudem Planlosigkeit vor. Diller fordert klare, wissenschaftlich fundierte Vorgaben für eine Aufhebung von Ausgangssperren. Es sei «wahnsinnig», Bürger mit wechselnden Informationen über die Notwendigkeit des «social distancing» in Unsicherheit zu stürzen. Massnahmen wie das Tragen von Gesichtsmasken seien nur dann effektiv, wenn diese im Alltag strikt und umfassend eingehalten werden. 

Überrascht vom chaotischen Agieren der Regierung ist Diller nicht: Trump habe kein Verständnis für Wissenschaft. Dann nahm Diller auf Vorschläge Trumps vom Donnerstag Bezug, den Virus mit Bleichmittel-Injektionen und der Einbringung starken Lichts in den Körper zu bekämpfen: «Leider haben wir einen Hexendoktor als Präsidenten» (link)

Diller ist seit Jahrzehnten eine wichtige Figur in der Entertainment-Branche. Der Sohn einer jüdischen Familie in San Francisco hat eine Bilderbuch-Karriere absolviert, die ihn vom Laufburschen bei der Talentagentur William Morris in Hollywood an die Spitze von Filmstudios und TV-Kanälen geführt hat. Ende der 1990er Jahre erkannte der mit der Modeschöpferin Diane von Fürstenberg verheiratete Diller die Chancen des Internets und baute die IAC/InterActiveCorp. als Multimediakonzern mit einem von Frank Gehry entworfenen Hauptquartier an der High Line in Manhattan auf. Zuvor hat Diller als Chef von Paramount Pictures enorm erfolgreiche Serien wie «Taxi», «Saturday Night Fever», «Beverly Hills Cop» und den ersten Indiana Jones-Filmen Kino-Klassiker verantwortet. Anschliessend hat er die Menschheit als Leiter des Medienkonzerns Fox mit den «Simpsons» beglückt. AM
 

17.50 Uhr
Erstaunliche Umfragewerte für Andrew Cuomo
Bewohner von New York State stellen ihrem Gouverneur ausserordentlich gute Noten für seine Bemühungen um die Bewältigung von Covid-19 aus. Laut einer aktuellen Umfrage unterstützen 84 Prozent der Befragten das Vorgehen von Andrew Cuomo. Nur 15 Prozent bewerten den Demokraten negativ. Die Ergebnisse für Donald Trump bei der gleichen Frage sind umgekehrt: 34 Prozent Zustimmung, 65 Prozent Ablehnung. Erstaunlich an der Umfrage ist die Haltung republikanischer New Yorker. 74 Prozent schätzen Cuomo positiv ein. Trump liegt bei seinen Anhängern nur bei 72 Prozent (twitter). 

Die Werte sind auch deshalb bemerkenswert, weil Cuomo und der New Yorker Bürgermeister Bill de Blasio im Gegensatz zu Seattle an der Westküste noch Anfang März mit der Verhängung von Notstandsmassnahmen gezögert und Bürgern geraten haben, ihr «normales Leben zu leben». Dies zeigt ein aktueller Hintergrundbericht im «New Yorker» (newyorker). Dabei wurde inzwischen bekannt, dass Covid-19 seit Mitte Februar in New York City präsent war und rasant um sich gegriffen hat. 

Seit etwa einer Woche zeigen Daten jedoch einen deutlichen Rückgang bei Neuinfektionen und Todesopfern in New York State und speziell der City. Dies ist eindeutig dem energischen Handeln von Cuomo zu verdanken. Schockierend sind die knapp 300.000 Fälle und bis zu 22.000 Opfer jedoch allemal (nytimes). AM

9.45 Uhr
Erziehung rückt in den Mittelpunkt
Neben den rein medizinischen Aspekten der Corona-Krise rücken immer mehr indirekt mit ihr zusammenhängende Themen ins Zentrum des öffentlichen Interesses. So wird die Regierung am Montagnachmittag ihre Strategie für eine schrittweise Reaktivierung des Bildungssystems diskutieren. Dieser Schritt wird als eine entscheidende Phase zur erfolgreichen Wiederherstellung der Wirtschaft des Landes angesehen. Eine immer regelmässigere Beschäftigung der Kinder der verschiedensten Altersstufen im Bildungswesen bedeutet für die Eltern unter anderem die Möglichkeit, sich vermehrt wieder ihrer Integrierung in den Arbeitsprozess widmen zu können. Die Debatte wird sich vor den Hintergrund einer sich stets verlangsamenden Coronavirus-Infektionsrate abspielen. Bis Montagmorgen sind 202 Israeli am Virus gestorben, und 15466 Patienten sind bisher positiv diagnostiziert worden. Derzeit sind 129 Kranke in schlechtem Zustand, 96 von ihnen benötigen eine Ventilation. Bisher konnten 6796 Patienten geheilt entlassen werden, was 8760 aktive Fälle übrig lässt. 

Der vom Bildungsministerium für Montagnachmittag vorbereitete Plan variiert je nach Altersgruppe, basiert aber auf der Trennung von Klassen in zwei «organische Gruppen», begleitet von den bisher schon bekannten Mitgliedern des pädagogischen Personals. Auf Kindergartenniveau soll eine Zweiteilung in Gruppen von je 15 Kindern stattfinden. Jede Gruppe lernt die halbe Woche im Kindergarten und die zweite Hälfte zu Hause bei «entferntem Lernen». Für Kinder in den Klassen 1-3 findet der Unterricht während der ganzen Woche in der Schule statt, wobei die Kinder in zwei Gruppen eingeteilt sein werden, die in getrennten Klassen lernen. Die Kinder treffen sich in den gestaffelten Pausen nicht. Schüler in den Klassen 4-10 lernen fürs Erste am Computer und mit Internet. Laut Schätzungen der Bank of Israel verursachen Eltern, die in Zeiten des geschlossenen Bildungssystems nicht an ihrem Arbeitsplatz erscheinen können, der Wirtschaft Kosten von rund 2,6 Milliarden Schekel pro Woche. Heute gibt es in Israel laut der Bank of Israel rund 400000 Haushalte, in denen ein arbeitendes Elternteil zu Hause bleiben muss, um Kinder zu beaufsichtigen, die sonst im Kindergarten oder in der Schule wären. JU
 

8.20 Uhr 
Neue Immigrations-Order: Triumph für Stephen Miller
Vergangene Woche hat Donald Trump die Ausgabe von «Green Cards» – langjährige Aufenthaltsgenehmigungen für Ausländer – auf 60 Tage gestoppt. Die Massnahme soll angeblich, die von einem historisch einzigartigen Wirtschaftseinbruch in Folge von Covid-19 betroffenen Arbeitnehmer in den USA, vor der Konkurrenz von Nichtbürgern bewahren. Doch bei einer vertraulichen Telefonkonferenz mit Trump Anhängern hat Stephen Miller den Erlass als Teil einer umfassenderen Kampagne für einen weitgehenden Immigrations-Stop dargestellt. Ein Mitschnitt der Konferenz wurde der «New York Times» zugespielt. Miller sagte: «Der erste und wichtigste Punkt ist es, den Hahn für neue Arbeits-Immigranten zuzudrehen – diese Mission haben wir erreicht.» Der Präsident habe ihn angewiesen, weitere Schritte für die Beschränkung der Einwanderung vorzubereiten, etwa für Saisonarbeiter. 

Diese sind jedoch für die ohnehin von Covid-19 schwer betroffene Landwirtschaft in Gliedstaaten von Florida bis Kalifornien essentiell. Miller strebt zudem ein Verbot der «Kettenmigration» an, also die Nachholung von Angehörigen durch Neubürger. Trump agitiert seit dem Wahlkampf 2016 gegen «Chain Migration» und Hasspropaganda gegen Immigranten war und bleibt ein Eckpfeiler seiner politischen Rhetorik. Der «Times»-Beitrag zu der Telefonkonferenz macht jedoch deutlich, dass neben der Agrarindustrie auch die HighTech Branche einen Immigrations-Stop vehement ablehnt. Angeblich teilt Trumps Schwiegersohn Jared Kushner diese Haltung und übt entsprechend Einfluss auf den Präsidenten aus (nytimes).  

Miller hat als einer der ganz wenigen Trump-Berater der ersten Stunde bis heute im Weissen Haus durchgehalten. Der 34-jährige schreibt Reden für den Präsidenten und gilt neben der restriktiven Immigrationspolitik auch als Architekt des «Muslim-Banns» der Trump-Regierung. Dabei hat es der Kalifornier jüdischer Herkunft verstanden, sich im Hintergrund zu halten. Im letzten Herbst waren Emails von Miller an die rechtspopulistische Medienplattform «Breitbart News» von 2015-16 bekannt geworden. Miller war damals zunächst noch im Stab des republikanischen Senators (und späteren Justizministers unter Trump) Jeff Sessions tätig und hatte enge Kontakte zu dem Breitbart-Chef und Trump-Berater Steve Bannon aufgebaut. Anfang 2016 wechselte Miller dann in das Wahlkampf-Team von Trump (link). 

In den Mails fütterte Miller die Redakteure mit nationalistischen Verschwörungstheorien und Informationen von rassistischen Websites als Vorlage oder Inspiration für Artikel (link). Er plädierte bereits für ein Muslim-Verbot bei der Immigration, warnte vor der «Überflutung» Amerikas durch geistig minderbemittelte, zentralamerikanische Migranten und empfahl Beiträge der Website «VDARE», welche die «Weissen-Genozid»-Theorie verbreitet: demnach wollten Juden und Linke Amerika und europäische Staaten mit «Farbigen» überfluten, um deren «überlegene, weisse Kultur» zu zerstören (link).

Miller empfahl Breitbart zudem den Roman «Heerlager der Heiligen» des französischen Romanciers Jean Raspail über eine Invasion von Indern in Europa, der eine ähnliche Stossrichtung hat link).

Linke wie Alexandria Ocasio-Cortez nahmen die Emails zum Anlass, den Rücktritt Millers aus dem Regierungsdienst zu fordern: Dieser sei ein Rassist und nicht tragbar (twitter). Ein Erfolg war diesen Rufen nicht beschieden. AM


8.15 Uhr 
Brüder zwischen Spanischer Grippe und Covid-19
Wie jüngst in der «New York Times» vermeldet, ist der Kriegsveteran Philip Kahn am 17. April an seinem Haus in Westbury auf Long Island Covid-19 erlegen. Er wurde 100 Jahre alt. Unter den nun fast 55.000 Opfern der Pandemie in den USA fällt Kahn nicht allein durch sein hohes Sterbealter auf: Er hat seinen Zwillingsbruder Samuel während der Spanischen Grippe 1918-19 verloren. Angehörige teilten der Times mit, Kahn sei ein «sehr gesunder Hundertjähriger» gewesen und habe das Zeitgeschehen stets aufmerksam verfolgt. Er sei auch über die Pandemie informiert gewesen und habe deshalb die möglichen Konsequenzen verstanden, als er die ersten Anzeichen einer Virusinfektion bei sich selbst festgestellt habe: Nun werde sich die Geschichte wiederholen und wie schon vor 100 Jahren hätten die USA viel bessere Vorkehrungsmassnahmen gegen die Pandemie treffen können. 

Die Kahn-Zwillinge wurden am 15. Dezember 1915 in Manhattan als Söhne eines Bäckers geboren. Samuel starb wenige Wochen später. Philip Kahn diente im Zweiten Weltkrieg bei der Luftwaffe im Pazifik und wurde mehrfach dekoriert. Er war später als Elektriker in der Baubranche tätig und war unter anderem an der Konstruktion des World Trade Center beteiligt. Kahn galt als Mann mit Herz und Humor, zudem war er ein leidenschaftlicher Tänzer. Er hinterlässt eine Tochter, sechs Enkel und sechs Urenkel. Neben ihm wurde in den USA ein anderer Fall von Geschwistern bekannt, die der Spanischen Grippe und Covid-19 erlegen sind (nytimes). AM 

 

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SONNTAG, 26. April 2020 

22.15 Uhr
Tauziehen wegen 500 Metern
Ein Paradebeispiel für Entscheidungsunfähigkeit unter Druck legte die formell noch gar nicht gebildete israelische Regierung am Sonntagabend ab. Zuerst hob sie die Beschränkung auf, dass Jogger nur in einem Radius von maximal 500 Metern von ihrer Wohnung aus Sport betreiben durften. Dann aber geriet das Gesundheitsministerium in Panik und wies darauf hin, dass zu viele echte und angebliche Sportler die Aufhebung der Beschränkung ausnutzen könnten, um am Unabhängigkeitstag vom Mittwoch ins Freie zu strömen. Das könnte zum völligen Zusammenbruch der sozialen Trennungen und des Verbots der Gruppenbildung führen, weshalb der Beschluss rückgängig zu machen sei. Die Regierung folgte dem Wunsch des Gesundheitsministeriums und widerrief die Lockerung. Neu gilt nun die Aufhebung ab den 30. April, um 8 Uhr morgens, also nach dem Unabhängigkeitstag. 

Auf der ernsthafteren Seite präsentierte sich am Sonntagabend in Israel folgendes Zahlenbild des Coronavirus: 201 Tote, 15433 diagnostizierte Fälle, von diesen 133 in ernsthaftem Zustand, und 99, die intubiert werden mussten. JU

21.50 Uhr
Schlechte Umfragen für Republikaner
Die Aussichten für Donald Trump und Republikaner im US-Senat für die Wahlen im November werden trüber. Dies ergeben interne Umfragen der Partei in «Schlachtfeld-Staaten» wie Arizona, Florida, Michigan, North Carolina oder Pennsylvania. Die Resultate werden nun von «Politico» und der «New York Times» vermeldet. Erhebungen von unabhängigen Demoskopen kommen weitgehend zu gleichen Ergebnissen: Stand heute würden die Republikaner ihre Mehrheit von vier Sitzen im Senat und das Weisse Haus verlieren (link). Offenkundig dämpft das chaotische Vorgehen von Donald Trump bei der Virus-Pandemie den Enthusiasmus der rechten Basis, treibt Unabhängige in die Arme der Demokraten und mobilisiert das linke Lager. 

Trump hatte sich am Donnerstag bekanntlich selbst mit der ebenso debilen wie lebensgefährlichen Idee überboten, Virusinfektionen mit Injektionen von Chlorbleiche oder anderen Desinfektionsmitteln zu heilen. Die Reaktion auf diese Demonstration von Inkompetenz ist derart überwältigend, dass Trump seine täglichen Pressekonferenzen zu Covid-19 nun vorerst ausgesetzt hat. Diese dienten ihm seit März als Propagandaplattform und Ersatz für die Massenveranstaltungen, die er dank der Pandemie nicht mehr abhalten kann (nytimes).

Bemerkenswert ist zudem, dass innerhalb der «Grand Old Party» ein Konflikt über die angemessene Reaktion auf die schlechten Umfragewerte ausgebrochen ist. Anscheinend wollen Strategen in der Partei, Wähler mit den Leistungen Trumps überzeugen. Das «Republican National Committee» hat jüngst entsprechende Anzeigen lanciert. Das Weisse Haus setzt dagegen auf brutale Attacken gegen Joe Biden (politico).

Selbstverständlich sind die Umfragen und Berichte mit Vorsicht zu geniessen. Zum gleichen Zeitpunkt im Wahljahr 2016 lag Hillary Clinton in vielen «Swing States» deutlicher vor Trump, als Biden heute. Aber nun würde die Antwort von Bürgern auf die wichtigste Frage bei jeder Wahl eindeutig anders ausfallen: «Geht es Ihnen und dem Land besser als vor vier Jahren?» AM  

21.45 Uhr
Gouverneur Cuomo stellt Lockerung von Ausgangssperren in Aussicht
In seiner täglichen Pressekonferenz zu Covid-19 hat Andrew Cuomo am Sonntagmittag für den Staat New York die schrittweise Aufhebung von Ausgangssperren nach dem 15. Mai in Aussicht gestellt. Dies soll zunächst in dünner besiedelten und weniger von der Pandemie betroffenen Regionen beginnen und betrifft Fabriken und das Baugewerbe (nytimes). Der Gouverneur hat seit Ende März keine derart konkreten Angaben für eine Rückkehr von New York State zur Normalität gemacht. Anlass ist der stetige Rückgang der Todeszahlen und Ansteckungen. Auf den Sonntag hat Covid-19 das Leben von 367 New Yorkern gefordert, die niedrigste Tagesrate seit Ende März. 

Allerdings stieg die Zahl der Einlieferungen in Spitäler am 25. April um 1087 auf 12.839 – eine Zunahme um 685 Patienten gegenüber dem Freitag. Cuomo ist jedoch optimistisch, da die Ansteckungsrate im Gliedstaat bei 0,8 Prozent liegt und rückläufig ist: Auf je zehn Covid-Fälle kämen nur acht Neuinfektionen (twitter). Der Gouverneur kündigte zudem eine neue Initiative mit 5000 Drogerien in New York State an. Diese bieten ab sofort Virus-Tests an. 

Insgesamt geht die offizielle Zahl für Infektionen in den USA, bei anhaltend niedrigen Testzahlen von rund 16.000 täglich, auf eine Million zu (ein Drittel der Fälle weltweit) und jene der Opfer auf 55.000 (über ein Viertel der 206.000 weltweit) (link). New York bleibt mit knapp 300.000 Fällen und 23.000 Todesopfern (über drei Viertel davon in NYC) der Hot Spot in den USA. AM 

17.25 Uhr 
Elfjähriges Mädchen hat den Virus
Der Gesundheitszustand eines vom Coronavirus befallenen elfjährigen israelischen Mädchens verschlechterte sich am Sonntag zusehends. Wie das Baruch Padeh Medical Center am Sonntagnachmittag erklärte, wurde das Kind inzwischen unter Betäubung intubiert. Das Kind war am Freitag in das Zentrum eingeliefert worden, ist inzwischen aber auf den Gesundheitspflege-Campus des Haifaer Rambam-Krankenhauses eingeliefert worden. Am Samstag begann ihr Gesundheitszustand sich zu verschlechtern. JU

17.23 Uhr
Neuer Eckwert: 200 Tote
Die Zahl der israelischen Corona-Toten ist am Sonntag auf 200 gestiegen. Gleichzeitig zählte man 15398 Patienten, die in verschiedenen Gesundheitszuständen im Krankenhaus liegen. Der Zuwachs hält sich mit 100 neuen Kranken bis Sonntagmorgen in Grenzen. Gegenwärtig befinden sich 132 Patienten in schwierigen Zuständen. 100 von ihnen mussten intubiert werden. 6602 Patienten konnten das Krankenhaus geheilt verlassen. Für die bis zum 3. Mai gültigen Erleichterungen gilt folgendes: Sollte der gegenwärtige Trend anhalten, würden die Restriktionen weiter gelockert werden. Sollte hingegen die Zahl der Neuerkrankungen auf über 300 pro Tag steigen, oder die Zahl der infizierten Personen sich innert zehn Tagen mehr als verdoppeln, dann würden die Restriktionen wieder zunehmen. Der Beschluss, genauere Kriterien einzuführen, kam auf die Kritik von General-Staatsawalt Avichai Mendelblit, wonach das Kabinett Entscheidungen «arbiträr, ohne klare Kriterien und transparente Indizien» treffen würde. Zum jetzigen Zeitpunkt, liess Mendelblit durchblicken, würde der Oberste Gerichtshof nicht intervenieren, doch falls Notstandsregulierungen weiter auf diese Art und Weise getroffen werden sollten, würde das Gericht vielleicht nicht widerstehen können. JU

9.40 Uhr
Mossad bringt Coronavirus-Ausrüstung nach Israel
Der israelische Geheimdienst Mossad hat weitere medizinische Ausrüstung nach Israel gebracht, unter anderem Untersuchungseinheiten, die gestatten, 1000 weitere Corona-Test pro Tag durchzuführen. Das berichtete der israelische TV-Kanal 12. Die Lieferungen enthalten demnach ferner Ventilatoren, Fläschchen zur Produktion von Hand-Reiniger, Reagenzien aus Südkorea und ein HIV-Medikament aus Indien, das derzeit experimentweise an Coronapatienten angewendet wird. Ferner bemüht das israelische Gesundheitsministerium sich derzeit um den Kauf von 47 verschiedenen Medikamenten und Anästhetika, die in Israel derzeit fehlen. Mossad-Chef Yossi Cohen leitet gegenwärtig zusammen mit anderen Sicherheitseinheiten und dem Gesundheitsministerium ein spezielles Kommandozentrum zur Durchführung der genannten Aktionen. Im Rahmen einer solchen Aktion hatte der Mossad schon im März über 100000 Coronavirus-Untersuchungseinheiten nach Israel gebracht, doch konnten diese wegen des Fehlens einer Komponente zunächst nicht eingesetzt werden. Erst als diese nachgeliefert wurde, konnten die Einheiten ihrer Aufgabe zugeführt werden. JU
 

9.35 Uhr
JC trotzt Coronavirus
Der Londoner «Jewish Chronicle», die weltweit älteste jüdische Publikation, ist laut Berichten aus Grossbritannien vor der  Liquidation bewahrt worden. Im Rahmen dieser Bemühungen wurde das Blatt neuen Eigentümern zugeführt. Ein breit gestreutes Konsortium hat mit den bisherigen Eigentümern, der Kessler Foundation, eine Vereinbarung erzielt, den JC zu übernehmen mit dem letztlichen Ziel zur Errichtung eines Wohltätigkeitstrusts zwecks Gewährung der lagfristigen Stabilität des Blattes. Das teilte JC-Chefredakteur Stephen Pollard in einer Verlautbarung mit. Die bisherigen Besitzer des Blattes hatten sich gezwungen gesehen, wegen der durch den Coronavirus verursachten wirtschaftlichen Krise das Blatt einzustellen. Zusammen mit dem JC retteten die neuen Eigentümer auch die «Jewish News», die gemäss ursprünglichen Plänen mit dem JC hätten fusionieren sollen. Das Rettungs-Konsortium wird angeführt von Robbie Gibb, dem ehemaligen Chef des politischen Programms der BBC und ein früherer Berater der damaligen Premierministerin Theresa May. Dem Konsortium gehören unter anderem ferner an: Der BBC-Journalist John Ware, der Radio-Journalist Jonathan Sacerdoti, Rabbi Jonathan Hughes, John Woodcock, ein Sprecher des ehemaligen Premierministers Gordon Brown, und William Shawcross, ein früherer Vorsitzender der Charity Commission. Die neuen Eigentümer haben zugesagt, in die redaktionelle Unabhängitkeit des «Jewish Chronicle» nicht eingreifen zu wollen. «Zum ersten Mal in vielen Jahren werden wir unterstützt durch Personen, die entschlossen sind, in Journalismus zu investieren und den JC und die jc.com zu einem noch besseren und essentielleren Lesestoff zu machen», schrieb Pollard. TA

9.30 Uhr 
Litzman hat genug
Der nicht sonderlich beliebte israelische Gesundheitsminister Yaakov Litzman (Vereinigtes Tora-Judentum) hat sich noch vor dem Wochenende endgültig entschlossen, seinen derzeitigen Posten aufzugeben. Er will stattdessen, wie er Premierminister Netanyahu schon am Freitag bekanntgab, das Portefeuille des Wohnbauministeriums übernehmen, vorausgesetzt, dieses würde auch die einflussreiche Israelische Bodenbehörde enthalten. Litzmans Rabbi, der chassidische Rebbe Yaacov Arie Alter (der Gerrer Rebbe), hatte seinem «Jünger» klargemacht, dass seine charedische (ultra-orthodoxe) Wahlbevölkerung dieses Ressort benötige. Laut israelischen Medienberichten dürfte Blauweiss sich für das Gesundheitsressort interessieren. Zuerst war Gabi Ashkenazi, der eigentlich als Aussenminister vorgesehen ist, als Nachfolger Litzmans genannt worden, doch am Samstag erklärte Ashkenasi, seine Partei würde einen professionellen Nachfolger vorziehen. Im Gespräch ist unter anderem Dr. Yitzchak Kreiss, Generaldirektor des Sheba Medical Centers. JU

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FREITAG, 24. April 2020

21.20 Uhr
Behörden-Sprecher hat antisemitische Propaganda verbreitet
Wie bereits vermeldet, hat CNN am Donnerstag rassistische Hass-Propaganda auf dem Twitter-Konto des langjährigen Trump-Getreuen Michael Caputo publik gemacht. Der Republikaner aus New York wurde unlängst zum Sprecher des Gesundheitsministeriums berufen und hatte daraufhin sein Twitter-Konto gelöscht. Unter den Einträgen sind neben Attacken auf Chinesen auch antisemitische Verschwörungstheorien zu finden. So reagierte Caputo am 17. März auf eine Trump-kritische Botschaft des Ökonomen, Rothschild sei ein «Ergebnis von Inzucht und ein elitärer Schliessmuskel, dessen Familie nach Kontrolle giert. Das ist ein Grund, weshalb er ständig über Präsident Trump liegt.» Rothschild ist allerdings nicht mit der berühmten Bankiers-Dynastie verwandet, die seit Jahrhunderten im Zentrum antisemitischer Verschwörungstheorien steht. So ist es nicht verwunderlich, dass Caputo auch den aktuellen Favoriten von Hass-Propagandisten denunziert hat. Am 15. März hat er getweetet, George Soros «BRAUCHT eine Pandemie für seine politische Agenda». Am 27. März folgte ein Foto von Soros mit der Unterschrift: «Der wahre Virus hinter allem» mitsamt einem Totenknopf und gekreuzten Knochen (forward). 
Caputo streitet die Tweets nicht ab und erklärte CNN, deren Publikation sei ihm völlig gleichgültig (cnn). Das Weisse Haus hat dazu anhin keine Position bezogen. AM
 

21.15 Uhr 
Positive Nachrichten aus New York
In den USA wurden bis Freitagnachmittag rund 900.000 Fälle von Covid-19 registriert. Offiziell forderte die Pandemie nun über 50.000 Menschenleben. New York bleibt dabei ein Zentrum. Doch wie Gouverneur Andrew Cuomo am Mittag erklärte, sanken die Todeszahlen seit Donnerstag erneut deutlich auf 422, den niedrigsten Stand seit Anfang April. Im gesamten Gliedstaat hat der Virus bei über 270.000 Fällen rund 21.000 Menschenleben gefordert, davon drei Viertel in New York City (link). Cuomo war zudem über den anhaltenden Rückgang von Covid-Patienten in Spitälern um 3000 seit dem letzten Freitag erleichtert. Allerdings verzeichnet der Gliedstaat weiterhin 6000 neue Fälle täglich, was nicht zuletzt auf die Expansion von Virus-Tests zurückgeht (nytimes). AM
 

16.15 Uhr
Tally Weijl vor dem Aus
Die Schweizer Modekette Tally Weijl musste aufgrund der Corona-Krise europaweit ihre Filialen schliessen. Nun benötigt das Unternehmen mit Sitz in Basel einen Kredit in der Höhe von 25.7 Millionen Franken, um den Lockdown zu überstehen. Das Unternehmen hofft, die Unterstützung der Banken für die beim Bund beantragten Covid-19-Kredite zu erhalten. Trotz der weitgehenden Kreditgarantien der Gründer und Hauptaktionäre Tally Elfassi-Weijl und Beat Grüring hat das Unternehmen noch keinen Kreditgeber gefunden. Von Italien erhält das Unternehmen 700000 Euro Unterstützung, die französische Regierung sprach 2 Millionen Euro. Die Modekette versucht ihre Abhängigkeit vom stationären Handel mit einem 2018 gestarteten Transformation zu verringern und möchte sich stärker auf den Online-Handel konzentrieren. Für einen Teil der Kosten von 60 Millionen Franken war das Unternehmen 2019 auf der Suche nach Investoren. Tally Weijl beschäftigt weltweit rund 2700 Mitarbeiter, davon 620 in der Schweiz. SD

14.00 Uhr
Lockerungsbeschlüsse der Regierung
Am Freitagmorgen einigte die israelische Regierung im Verlaufe einer Telefonkonferenz auf diverse Lockerungsbeschlüsse, die vor allem den Klein- und Mittelbetrieben entgegenkommen sollen. So sollen Coiffeur- und Schönheitssalons wieder arbeiten dürfen, während Restaurants und Cafés, sowie die Betriebe in Einkaufszentren ohne direkte Verbindung zu den Strassen noch auf das «grüne Licht» warten müssen, ausgenommen für Pickup- und Take-away-Betriebe. Mit zur flexibleren Haltung der Regierung hat auch die Angst davor beigetragen, dass bei anhaltendem Arbeitsverbot diverse Betriebe «schwarz» arbeiten und sich dadurch der staatlichen Aufsicht natürlich entziehen würden. Zu den Geschäften, die Gnade vor der Obrigkeit gefunden haben, zählen laut Medienberichten auch Blumenläden, Schmuckgeschäfte und Geldwechsler. Die Regierung Netanyahu fällte ihre Beschlüsse vor dem Hintergrund des weiterhin aktiven Coronavirus. So stieg am Freitag bis Mittag die Zahl der Todesopfer auf 193, und 14882 Krankheitsfälle wurden registriert. Am Freitag befanden sich 139 Patienten in schlechtem Zustand. 107 von ihnen mussten intubiert werden. Total 5685 Patienten konnten die Krankenhäuser als geheilt verlassen. – Zu Beginn der Regierungssitzung wurden weitere 8 Milliarden Schekel als Finanzhilfe für Kleinbetriebe und Selbständigerwerbende bewilligt. Für Geschäfte mit einem Maximalumsatz von 20 Millionen Schekel, die in den Monaten März und April «wesentlichen Schaden» wegen des Coronavirus erlitten haben, wurde eine Soforthilfe von total 5,2 Milliarden Schekel bereitgestellt. – Die Arbeitslosenrate in Israel liegt heute bei über 27 Prozent; rund 1,1 Millionen Erwerbstätige sind derzeit ohne Arbeit. Die Wiederaufnahme der Arbeit in den offenen Märkten, wie Carmel in Tel Aviv und Machane Jehuda in Jerusalem, ist gegenwärtig noch Gegenstand von Untersuchungen. JU
 

10.45 Uhr
Gouverneur von Ohio verurteilt antisemitische Zeichen und Kommentare
In einer Reihe von Tweets hat Mike DeWine Mittwochnacht Äusserungen eines republikanischen Senators im Parlament von Ohio, sowie ein antisemitisches Plakat an einer Demonstration für die Aufhebung von Ausgangssperren hart verurteilt (twitter). Gouverneur DeWine ist ebenfalls Republikaner, orientiert sich bei Covid-19 jedoch im Gegensatz zu Donald Trump und konservativen Agitatoren an Wissenschaft und Vernunft. 

Staatssenator Andrew Brenner hatte auf Facebook einen Kommentar seiner Frau unterstützt, die der Gesundheitsministerin Amy Acton, mit Hitler-Deutschland vergleichbare Massnahmen vorgeworfen hatte. Acton ist jüdisch und hatte Unterstützung für Ausweise signalisiert, die an Bürger vergeben werden könnten, die auf Covid-19 immun getestet worden sind. Brenners Frau postete dazu, dies gleiche einem Sonderstatus wie für Menschen mit blauen Augen und Blondhaar unter dem Nazi-Regime. Der Senator reagierte: «So etwas werden wir in Ohio nicht zulassen.» Brenner hat sich anschliessend bei Acton entschuldigt, sagte aber, seine Worte seien von Medien verdreht worden. 
Vergangene Woche waren an Demonstrationen für eine rasche Aufhebung der Ausgangssperren in Ohio gedruckte Plakate mit der Aufschrift «The Real Plague» (die wahre Seuche) und einer Ratte mit Davidstern zu sehen (link). DeWine hat dies ebenfalls als abstossend und übel verurteilt (wahsingtonpost)
 

10.35 Uhr
Rabbi Yeshayahu Haber gestorben
Am Donnerstagabend ist im Jerusalemer Krankenhaus Hadassah En Karem Rabbi Yehoshua Haber gestorben, der ultra-orthodoxe Gründer der NGO «Matnat Chaim» (Geschenk des Lebens). Haber verstarb im Alter von nur 55 Jahren, nachdem er vor einer Woche positiv mit Covid-19 diagnostiziert worden war. Mit dem Hinschied des Rabbis erhöhte sich die Zahl der Todesfälle in Israel auf 193. In den letzten zehn Jahren war Haber zu einem allseits beliebten Verfechter der Nierenspenden von lebenden Personen geworden: Menschen, die eine ihrer Nieren einem unbekannten Empfänger überlassen, der an Nierenkrankheiten und –versagen gelitten hat. Durch seine Organisation konnte rund 800 Familien geholfen werden. Zwischen der Organisation Habers und dem Hadassah-Krankenhaus hatte sich im Laufe der Jahre eine sehr enge Beziehung entwickelt. Viele lebensrettende Transplantationen konnten in dem medizinischen Zentrum mit Hilfe der Organisation durchgeführt werden. «Ich selber habe ein Nierentransplantat erhalten, und Rabbi Haber hat mein Leben gerettet. Heute Abend fühle ich mich wie ein Waisenkind», sagte Rabbi Moshe Klein, Rabbiner des Hadassah Medical Centers auf dem Scopusberg. «Die Ärzte kämpften bis zuletzt um sein Leben. Er machte nie einen Unterschied zwischen einem Menschen und dem anderen». – Auch Regierungschef Netanyahu, Gesundheitsminister Yaakov Litzman (man munkelt über seinen bevorstehenden Rücktritt) und Arie Deri, Chef der sefardisch-religiösen Shas-Partei, veröffentlichten Beileidsbotschaften. JU
 

10.30 Uhr
Amerikaner verlieren das Vertrauen in Trump
Laut einer neuen Umfrage der Nachrichtenagentur AP haben nur 23 Prozent der Amerikaner ein hohes Mass an Vertrauen in die Aussagen ihres Präsidenten zu Covid-19. Weitere 21 Prozent trauen Trump immerhin ein Stück weit über den Weg. Doch selbst ein Fünftel der Republikaner schenkt ihm keinen Glauben. Und so schizophren dies auch klingen mag: Trump findet trotzdem bei 82 Prozent der Konservativen weiterhin Beifall für sein Agieren in der Pandemie (apnews). Zum Thema Glaubwürdigkeit passt eine Enthüllung von CNN. Der Sender hat rassistische Hass-Propaganda auf dem Twitter-Konto des langjährigen Trump-Getreuen Michael Caputo ausgegraben. Der Republikaner aus New York wurde unlängst zum Sprecher des Gesundheitsministeriums berufen und hatte daraufhin sein Twitter-Konto gelöscht. Wie CNN herausfand, hatte Caputo noch im März übelste Propaganda über China verbreitet: Millionen Chinesen würden « tollwütigen Fledermäusen das Blut als Appetithappen aussaugen und die Ärsche von Ameisenbären essen». Daneben warf Caputo den Demokraten vor, die Virus-Gefahr hochzuspielen und so Donald Trump durch einen Börsencrash um seine Wiederwahl zu bringen. Darauf angesprochen, stritt Caputo die Tweets nicht ab und erklärte, deren Publikation sei ihm völlig gleichgültig (cnn). AM
 

10.25 Uhr 
Trump-Unterstützer sahnen bei Virus-Stützen ab
Der US-Kongress hat gestern Donnerstag ein zweites Stabilisierungs-Paket für die US-Wirtschaft über 484 Milliarden Dollar geschnürt. Wichtigster Teil sind 320 Milliarden Dollar an Krediten für Selbstständige und Kleinunternehmen, die bei einer Verwendung als Lohnzahlungen und für sonstige Betriebskosten nicht zurückgezahlt werden müssen. Ein erster Notfonds von knapp 350 Milliarden Dollar von Anfang April wurde binnen Tagen ausgeschöpft. Dabei wird immer offensichtlicher, dass die mit der Verteilung der Mittel betrauten Banken wichtige Kunden bevorzugt haben. Dabei handelt es sich um Grosskunden wie Kohlegruben oder Restaurant-Ketten, die kaum als Kleinunternehmen definiert werden können. 

Wie «Bloomberg News» vermeldet, kamen auch Spender für Donald Trump in den Genuss der Geschenke aus Washington. So erhielt der in Dallas lebende Hotelunternehmer Monty Bennett insgesamt 59 Millionen Dollar für seine Unternehmen, die Nobelherbergen wie das Ritz-Carlton auf der Karibikinsel St. Thomas betreiben. Bennett hat Trump allein in den letzten sechs Monaten 150.000 Dollar gespendet und 2016 prominente Republikaner wie den Senator Lindsey Graham unterstützt. Daneben hat Gordon Sondland einen Millionenkredit für seine Kette «Provenance Hotels» erhalten. Sondland war 2016 ein wichtiger Trump-Spender und wurde dafür mit dem Posten des EU-Botschafters belohnt. Als solcher wurde er 2018-19 in die Ukraine-Affäre verwickelt und fiel bei dem Präsidenten in Ungnade. Dem Bericht zufolge haben die Unternehmen jedoch völlig legal gehandelt, da Lobbyisten bei Republikanern wie dem Senator Marco Rubio erfolgreich für Sonderklauseln für die Branche geworben haben (bloomberg). AM

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DONNERSTAG, 23. April 2020

21.25 Uhr
Mehrheit für Erleichterung der Restriktionen
60 Prozent der israelischen Bevölkerung befürworten eine Lockerung der Restriktionen in der Hoffnung, dass ein solcher Schritt die Erholung der Wirtschaft des Landes beschleunigen würde. 30 Prozent der Israeli fürchten hingegen, dass eine Erleichterung der Restriktionen die Infektionsrate im Volk erhöhen würde. Diese Resultate ergaben eine Umfrage des Guttman-Zentrums für öffentliche Meinung und Politik-Forschung am Israelischen Demokratie-Institut (IDI). Vor allem ältere Jahrgänge befürworten eher eine Rückkehr zur Arbeit (63,5 Prozent unter den 35-54-jährigen, 71 Prozent bei den über 55-jährigen, verglichen mit 48 Prozent bei den unter 34-jährigen Israeli). 26 Prozent der jüdischen Israeli sind gegen eine Lockerung, verglichen mit 50 Prozent unter den arabischen Israeli. Auf die Frage der IDI-Studie, ob die Palästinensische Behörde (PA) in der Westbank auch finanzielle Hilfe erhalten sollte, antworteten 52 Prozent der Israeli positiv (46 Prozent der jüdischen Landesbürger und 78 Prozent der arabischen). 41 Prozent der Antwortenden meinten, der PA solle nur wenig oder überhaupt keine Hilfe geleistet werden. Eine essentiell andere Antwort ergab die Frage, ob Israel dem Gazastreifen finanziell unter die Arme greifen sollte, im Austausch gegen israelische Gefangene oder deren sterbliche Überreste. 68 Prozent der Israeli befürworten humanitäre Hilfe an dem Gazastreifen im Austausch für ein Abkommen mit der Hamas, über die im Gazastreifen vermissten IDF-Soldaten und dort gefangen gehaltene Zivilisten. 19,5 Prozent widersetzen sich einem solchen Abkommen. JU
 

13.30 Uhr
Warnung vor dem nächsten Winter
Die Israeli sollten sich auf ein Wiederaufbäumen des Coronavirus im kommenden Winter vorbereiten. Diese düstere Prognose machte Moshe Bar Simantov, Generaldirektor des israelischen Gesundheitsministeriums, am Donnerstag in einem Gespräch mit der israelischen Nachrichtenagentur N!2. Wörtlich meinte er: «Wir versuchen, ein Gleichgewicht zu finden zwischen den wirtschaftlichen Bedürfnissen und den Bedürfnissen des Volkes, doch die öffentliche Gesundheit muss bewahrt werden. Weitere Diskussionen über eine Lockerungen der Regulierungen werden stattfinden, doch es  muss betont werden, dass wir nicht sagen können, die Gefahr sei schon hinter uns. Wir können sogar der Äusserung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zustimmen, wonach der Höhepunkt noch vor uns liegt. Das sollten wir sorgfältig beachten». Israel sei in einer «Zwischenpause, die uns gestattet, weitere Aktionen auf verschiedenen Ebenen zu planen. Wirtschaftlich  müssen wir jene Systeme verbessern, die besser funktionieren müssen. Daran arbeiten wir gerade jetzt, und wir werden es im Wissen weiter tun, dass wir uns in der Gefahr einer zweiten Welle befinden». Es gebe Befürchtungen, betonte der Generaldirektor, dass wir uns auf eine Welle im kommenden Winter vorbereiten sollten, die sich aus dem Coronavirus und der Grippe zusammensetzen wird». Eines Tages würden die Israeli laut Simantov herausfinden, dass der Coronavirus gegangen sei und man zur Routine zurückkehren könnte. Die israelische Öffentlichkeit werde sich an «eine neue Routine gewöhnen müssen. Ich schaue auf diesen Fotografen und jene Leute, die mit ihren Gesichtsmasken herumgehen und ihre Hygiene beachten: Wenn wir die Regulierungen beachten, werden wir im Stande sein, in einer Coronavirus-Routine zu leben ohne in diesem strikten Lockdown zu sein». JU
 

8.05 Uhr
Impfstoff: Vortests an Menschen
Wissenschaftler, die sich in der israelischen Firma MigVax in Kyriat Shmoneh im Norden mit der Suche nach einem Impfstoff gegen Covid-19 befassen, werden in den Sommermonaten mit Tests an Menschen beginnen. Das eröffnete ein Offizieller der Firma am Mittwoch gegenüber der «Jerusalem Post». Die mit dem Migal Galilee Research Institute affillierte MigVax arbeitet dem Bericht zu Folge daran, einen in den letzten vier Jahren gegen den infektiösen Bronchitis-Virus (IBV) entwickelten Impfstoff – einer coronaviralen Krankheit, die an Hühnern eine bronchia Krankheit entwickelt – am Menschen in Anwendung zu bringen. Die Phase 1-2 der klinischen Tests an Menschen wird im Sommer 2020 beginnen und 6-9 Monate dauern. Prof. Itamar Shalit, ein hochrangiger Forscher von MigVax, meinte zum Projekt: «Die Leute glauben, der Gewinner würde alles für sich beanspruchen. Wir brauchen aber viel mehr als nur einen Impfstoff. Die Herstellung der benötigten Quantität für die ganze Welt wird verschiedene Typen von Impfstoffen erforderlich machen». Shalit ist auf infektiöse Krankheiten spezialisiert. Die Forscher von MigVax sind bestrebt, den Impfstoff für den Vogel-Coronavirus in eine neue Sub-Einheit des Impfstoffs für Covid-19 an Menschen zu modifizieren. Das basiert auf dessen grosser genetischen Ähnlichkeit und identischem Infektions-Mechanismus. Abgesehen von gewissen genetischen Einstellungen sollten nach Ansicht der Forscher die gleichen Impf-Konzepte auch für Menschen anwendbar sein. «Man muss unbedingt verstehen», sagte Shalit, «dass wir zur Unterdrückung des Coronavirus und zur Rückkehr zu einem normalen Leben in einen wirksamen Impfstoff investieren müssen. Sobald wir diesen Stoff haben, wird der Zeitpunkt gekommen sein, diese pandämische Situation zu verlassen und zum normalen Leben zurückzukehren». JU
 

8.00 Uhr
5215 als geheilt entlassen
Als erfreulichstes Detail in der aktuellen Krankenstatistik Israels sind sicher die 5215 Personen zu vermerken, die bis Mittwochabend das Krankenhaus als vom Coronavirus geheilt verlassen konnten. Die weiteren statistischen Ergebnisse bewegen sich im bisherigen Rahmen, was die Entwicklung angeht. So wurden bisher 14498 Personen als positiv diagnostiziert, was die Ansteckung mit dem Virus betrifft. Von diesen Leuten sind gegenwärtig 470 hospitalisiert. Der Anstieg der positiven Diagnosen ist nach Ansichten von Experten zum Teil auf eine nachlassende Disziplin im Volk wegen der Lockerung gewisser Massnahmen zurückzuführen. Die Zahl der Todesfälle hat am Mittwochmorgen nach Angaben des Gesundheitsministeriums 189 erreicht. In den letzten 24 Stunden sind damit sechs Corona-Opfer hinzugekommen. 141 Israeli liegen gegenwärtig in kritischem Zustand in den Krankenhäusern. 106 von diesen  mussten intubiert werden. Die Zahl der Patienten in seriösem Zustand war damit seit einigen Tagen vom letzten Höhepunkt von 182 am 17. April stetig rückläufig. Am Dienstag führte das Gesundheitsministerium eine Rekordzahl von 13342 Untersuchungen durch, fast 2000 mehr als am Vortag. – Die Regierung beschloss, am israelischen Unabhängigkeitstag, vom 28. April, 17 Uhr, bis zum 29. April, 20 Uhr eine völlige Abriegelung über das Land zu verhängen. Die Bürgerinnen und Bürger dürfen in dieser Zeit ihre Wohnungen nur für medizinische und andere essentielle Dienstleistungen verlassen. Die Supermärkte werden geschlossen sein, und die Leute sind angewiesen, den 72. Unabhängigkeitstag zu Hause zu feiern. Die Wohnungen dürfen für Entspannungsübungen oder kurze Spaziergänge gemäss Anweisungen des Gesundheitsministeriums verlassen werden. JU

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MITTWOCH, 22. April, 2020 

9.15 Uhr
New York City geht gegen «Untergrund-Yeshiva» vor
Ein Bericht im «Forward» vom Montag brachte eine rasche Reaktion der New Yorker Stadtverwaltung. Das Traditionsblatt hatte vermeldet, dass Mitglieder der Satmar-Gemeinschaft im Brooklyner Viertel Williamsburg gegen die amtliche Distanzierungs-Regeln verstossen und insgeheim den Betrieb von Yeshivas aufrecht erhalten. Nun haben Behörden Kontakt zu der Gemeinschaft aufgenommen und die Stilllegung einer «Untergrund-Yeshiva» erwirkt. Laut dem «Forward» genügte dazu eine «verbale Verwarnung». Am gestrigen Dienstag erhielten Chassidim in Williamsburg zudem vorab aufgenommene Anrufe auf Jiddisch, die eine Sanktionierung der geheimen Schulen durch Yeshiva-Verwalter abstritten. Eine Sprecherin von Bürgermeister Bill de Blasio erklärte dazu, die Behörden würden die Problematik weiter beobachten, gingen dabei derzeit aber von Regelverstössen einzelner Lehrer und Eltern aus, die nicht von Satmar-Rabbinern sanktioniert worden seien (forward). 

In diesem Zusammenhang ist ein umfangreicher Bericht der «New York Times» über die Lage in chassidischen Nachbarschaften unter der Pandemie insgesamt empfehlenswert. Der von zahlreichen Fotos begleitete Report macht die enorme Bedeutung persönlicher Nähe und Geselligkeit unter diesen Gemeinschaften anschaulich, zeigt aber zudem eine grosse Bereitschaft und Kreativität, den traditionellen Lebensstil der aktuellen Ausnahmesituation anzupassen (nytimes).  AM

9.10 Uhr
Biden-Kampagne: Streit um «Hawkfish»
Seine Umfragewerte sind relativ gut. Im Rennen gegen Donald Trump liegt Joe Biden etwa sechs Punkte vorn (link). Aber sicher ist ein Erfolg des Demokraten im November trotz der katastrophalen Folgen von Covid-19 in den USA keineswegs. Biden hat weiterhin Probleme, junge Wähler und Latinos für sich zu begeistern. Und er hinkt nicht nur beim Spendensammeln deutlich hinter Trump her: Biden hat eine deutlich schwächere Präsenz im Internet und dort speziell auf Social Media. Laut «Politico» ist sein Stab für diesen Bereich 25 Mitarbeiter stark. Die Trump-Kampagne beschäftigt derweil 100 Online-Spezialisten. Dem könnte eine Firma abhelfen, die nicht einmal eine eigene Website betreibt. Aber umso prominenter ist der Gründer und Eigentümer von «Hawkfish»: Michael Bloomberg. 

Der ehemalige Bürgermeister von New York hat sein Technik-Team für die im März gescheiterte Kampagne um die Präsidentschafts-Bewerbung der Demokraten in eine eigene Firma ausgelagert und diese «Hawkfish» benannt. Bloomberg hat dazu hochkarätiges Personal etwa von Facebook und Foursquare angeworben (twitter). Die Experten haben immense Mengen an Daten zu einzelnen Bürgern gekauft und gesammelt, die mögliche Unterstützer und Wege identifizieren, diese gezielt über Social Media oder das Fernsehen anzusprechen. Auf dieser Grundlage hat «Hawkfish» eine Flut von Werbe-Clips hergestellt und platziert. Die Annoncen attackierten Trump hart als pathologischen Lügner, der die Umwelt ruiniert und nach der Pfeife von Lobbys für Waffen, fossile Energieträger und die Pharma-Industrie tanzt. 

Bloomberg hat nach dem Ende seiner Kandidatur noch einmal 20 Millionen Dollar in «Hawkfish» investiert und ist dem Vernehmen nach bereit, die Firma für ein geringes Entgelt in den Dienst von Biden zu stellen (cnbc). Doch in der Umgebung des ex-Vizepräsidenten ist darüber ein heftiger Streit entbrannt. Befürworter weisen auf die hohe Kompetenz des ehemaligen Bloomberg-Teams hin und betrachten die Übernahme von «Hawkfish» als schnellsten und günstigsten Weg, digital gleichauf mit Trump zu ziehen. Vertraute Bidens wollen das Schicksal der Kampagne jedoch nicht einer Gruppe von Aussenseitern und vorgeblichen Genies aus dem Silicon Valley überantworten (politico). 

Dazu kommt auch, dass Bloomberg sein Versprechen auf flagrante Weise gebrochen hat, Gehälter und Krankenversicherungen von über 2000 Kampagnen-Mitarbeitern unabhängig vom Ausgang seiner Bewerbung bis zum November zu bezahlen. Nachdem er sich die Kandidatur über eine Milliarde Dollar hat kosten lassen, hat Bloomberg mitten in der anlaufenden Virus-Pandemie im März sämtlichen Mitarbeitern fristlos gekündigt. Speziell auf der Parteilinken hat der Multimilliardär damit grosse Entrüstung ausgelöst. AM

11.30 Uhr
Sechs Tote in 24 Stunden
Nach Angaben des israelischen Gesundheitsministeriums am Mittwoch, haben die sechs Todesfälle der letzten 24 Stunden die Gesamtzahl der israelischen Corona-Toten auf 187 erhöht. Abgesehen davon wurde bisher bei 14326 Patienten der Virus diagnostiziert, 443 mehr seit Dienstagfrüh. Von diesen sind derzeit 483 hospitalisiert. 148 Israeli sind in kritischem Zustand, einschliesslich 111, die intubiert werden mussten. Die Zahl der Patienten in ernsthaftem Zustand ist in den letzten Tagen rückläufig, nachdem sie am 17. April noch bei 182 lag. Über 75 Prozent der Personen, die dem Virus bis jetzt erlegen sind, waren über 70 Jahre alt, 25,54 Prozent waren zwischen 70 und 79 Prozent und 33,19 Prozent zwischen 80 und 89. Zwischen 90 und 99 Jahre alt waren 29,9 Prozent. Bis Mittwochmittag konnten 4961 Patienten die Krankenhäuser als geheilt verlassen. Prof. Itamar Grotto, stellvertretender Generaldirektor des Gesundheitsministeriums, bezeichnete die gegenwärtige Welle des Virus-Ausbruchs in Israel als beendet. Aus Anlass der kommenden Feier- und Gedenktage, einschliesslich des Gedenktages für die gefallenen Soldaten und des 72. Unabhängigkeitstages, würden noch Massnahmen zur Anwendung gelangen, um die Menschen daran zu hindern, an Massenversammlungen teilzunehmen oder Reisen zu tätigen. Im Vordergrund stehen strikte Abriegelungen wie bei den vergangenen Pessachtagen. Das gilt auch für den derzeit laufenden, einmonatigen Fasttag des Ramadans. JU
 

8.10 Uhr
Krankenstatistik
Unter den Corona-Todesfällen des Dienstags fallen zwei besonders tragische auf: Der 48-jährige Rabbi Chaim Aaron Turzin, Vater von 14 Kindern aus der Stadt Bne Berak, der im Tel Aviver Medical Center Sourasky starb, und dann eine 100-jährige Grossmutter äthiopischen Ursprungs aus Rechovot, die am Pessach mit dem Virus diagnostiziert worden war. Sie hinterlässt neun Kinder und 30 Enkelkinder. Insgesamt sind bis jetzt 184 Israeli am Virus gestorben, und am Dienstagabend waren total 13942 Personen mit dem Coronavirus diagnostiziert. Unter ihnen befanden sich 139 in ernster Verfassung, unter ihnen 113, die intubiert werden mussten. 4507 Patienten konnten die Krankenhäuser als geheilt verlassen. Das Gesundheitsministerium hat es zur Aufgabe gemacht, die Zahl der täglichen Untersuchungen zu erhöhen. So wurden am Sonntag 12281 Tests durchgeführt. JU

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DIENSTAG, 21. April 2020 

20.40 Uhr
ADL: Über die Hälfte amerikanischer Juden hat Antisemitismus persönlich erlebt
63 Prozent der Juden in den USA fühlen sich persönlich weniger sicher, als noch vor einem Jahr. Und über die Hälfte der rund sechs Millionen Mitglieder umfassenden Bevölkerungsgruppe hat Antisemitismus entweder als Form verbaler oder handgreiflicher Attacken persönlich erlebt oder zumindest unmittelbar beobachtet. Dies ergibt eine neue Studie der Anti Defamation League (ADL). Die Erhebung wurde jedoch im Januar durchgeführt, also vor Beginn der Covid-19-Epidemie in den USA. 
Doch gerade Ende 2019 und Anfang diesen Jahres machte eine Welle von Gewalttaten gegen Juden und jüdische Einrichtungen in den USA Schlagzeilen. Die Pandemie gibt antisemitischen Verschwörungstheorien Auftrieb und an den Demonstrationen von Trump-Anhängern in Gliedstaaten wie Colorado, Ohio oder Pennsylvania tauchen antisemitische Plakate auf. 

Laut der ADL-Umfrage haben fünf Prozent der Befragten persönlich körperliche Angriffe erlebt. Bei Online-Attacken sind es 14 Prozent. Rund ein Viertel reagiert auf die zunehmende Bedrohung durch den Verzicht auf Symbole für eine jüdische Identität wie das Tragen eines Davidsterns (jta). AM
 

20.37 Uhr
«Geheime Yeshivas» in Williamsburg?
Die Satmar-Gemeinschaft soll in ihrem Viertel in der Bronx insgeheim den Betrieb von Yeshivas aufrechterhalten und damit gegen die strikten Ausgangssperren von Stadt und Staat New York verstossen. Dies vermeldet der «Forward». Demnach führt die chassidische Sekte in Apartment-Gebäuden und Synagogen den Unterricht für ihren männlichen Nachwuchs fort. Der «Forward» beruft sich auf anonyme Quellen aus der Satmar-Gemeinschaft und konnte dazu WhatsApp-Kommunikationen zwischen Eltern einsehen. Die «Klassen» umfassen angeblich etwa ein Dutzend Schüler, sollen aber auf bis zu 24 oder 26 Lernende kommen. Die New Yorker Gesundheitsbehörde hat zu einer Anfrage der Zeitung über diese Informationen anhin noch keine Stellung genommen. Auf Verstösse gegen die Distanzierungs-Auflagen von knapp zwei Metern zwischen Individuen, stehen in New York Geldbussen von 1000 Dollar (forward). AM
 

20.35 Uhr
New York: «Center for Jewish History» entlässt ein Drittel der Belegschaft
Wie zuerst von der «Jewish Week» vermeldet, entlässt das «Center for Jewish History» (CJH) an der 16. Strasse in Manhattan mit sofortiger Wirkung 20 Angestellte aus allen Bereichen. Dies entspricht einem Drittel der Belegschaft. Nicht betroffen sind die unter dem Dach des CJH operierenden Institutionen: YIVO Institute for Jewish Research, American Sephardi Federation, Yeshiva University Museum, Leo Baeck Institute und American Jewish Historical Society. CJH-Präsident Bernard Michael will den Betrieb reduzieren, nicht aber ganz einstellen und gab der «Jewish Week» gegenüber der Hoffnung Ausdruck, die entlassenen Angestellten bei einer Besserung der Wirtschaftslage und nach der Aufhebung der Ausgangssperren wieder einstellen zu können (jewishweek).

Dienstagvormittag gab Gouverneur Andrew Cuomo 481 neue Todesopfer von Covid-19 im Gliedstaat New York seit Montag bekannt. Dies entspricht einem deutlichen Rückgang gegenüber den ersten April-Wochen mit täglich bis zu 800 Sterbefällen. Insgesamt wurden in New York State bei knapp 20.000 Todesopfern über 250.000 Fälle festgestellt. Landesweit gehen die Zahlen auf 45.000 Verstorbene und 800.000 Fälle zu (link). AM
 

20.30 Uhr
Amokläufer von Monsey verhandlungsunfähig
Wende im Fall Grafton Thomas, der Ende Dezember fünf Gäste einer Hannukah-Feier mit einem Buschmesser verletzt hatte.

Der Angeklagte sei durch eine mentale Krankheit oder Defekt derart beeinträchtigt, dass er nicht verhandlungsfähig ist. Zu diesem Befund kam am Montag das für die Bluttat von Grafton Thomas zuständige Gericht in New York. Der 37-jährige Afroamerikaner war am 28. Dezember aus Harlem in die orthodoxe Gemeinde Monsey eine Stunde nördlich von Manhattan gefahren und dort mit einem Buschmesser bewaffnet in die Hannukah-Feier eines Rabbiners eingedrungen. Dort verletzte Grafton fünf Gäste. Er konnte zunächst fliehen, wurde aber bald darauf in Harlem festgenommen und wegen Hassverbrechen und Mordversuch angeklagt worden. 

Ein Opfer, der 72-jährige Josef Neuman, erlag im März den Folgen seiner Verletzungen. Grafton droht deshalb zudem eine Mordanklage. Doch nun hat der Richter die Einlieferung des Täters in ein Spital für Geistesgestörte zur weiteren Beobachtung angeordnet (nbcnews).

Bereits Anfang des Jahres war bekannt geworden, dass Grafton schizophren sei und antisemitische Wahnvorstellungen entwickelt habe. AM

13.10 Uhr
Saudis suspendieren Gebete in den zwei bekanntesten Moscheen
Am Montag hat Saudi-Arabien die Suspendierung der Gebete in der Propheten-Moschee und der Grossen-Moschee während des soeben begonnenen Fastenmonats Ramadan verlängert. Das tweetete die Präsidentschaft der beiden Moscheen, die damit nach eigenen Angaben einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus einen Riegel vorschieben will. Die beiden Moscheen, die als die heiligsten Plätze des Islams gelten, werden während des Ramadans zwar Gebete durchführen, aber ohne die Anwesenheit von Gläubigen. Das gilt als Vorischtsmassnahme, wie es heisst. JU
 

13.05 Uhr
Restriktionen für Rückkehrer verlängert
Am Dienstag hat die israelische Regierung die Verlängerung der von Dringlichkeits-Coronavirus-Regulierungen betreffend Quarantäne-Unterkünfte für aus dem Ausland nach Hause zurückkehrenden Personen und für andere Leute bewilligt, die sich selber quarantieren müssen. Die Verlängerung gilt vorerst bis zum 6. Mai. JU
 

8.30 Uhr
Erstes jüngeres Opfer ohne Begleiterscheinungen
Ein 48-jähriger Israeli, der in der Nacht auf den Dienstag im Tel Aviver Sourasky Medical Center am Coronavirus starb, ist das bisher jüngste Opfer, das ohne medizinische Nebenerscheinungen gestorben ist. Insgesamt waren am Dienstagmorgen 13883 Menschen mit dem Virus diagnostiziert, 142 von ihnen in ernsthaftem Zustand, einschliesslich 113, die intubiert werden mussten. Damit sind bis Dienstagmorgen total 181 Patienten am Virus gestorben, während 4353 die Krankenhäuser als geheilt verlassen konnten. Bisher sind in Israel erst zwei unter 50 Jahre alte Patienten am Coronavirus gestorben. Die Mehrheit der bisherigen Todesfälle war über 80 Jahre alt, einschliesslich über 60, die krank waren und in einem der Altersheime des Landes lebten. JU

8.00 Uhr
Sehr langsame Abflachung
Die Krankenstatistik der israelischen Coronafälle weist für Dienstagmogen insgesamt 177 Todesfälle auf, drei mehr als am Vortag. 13713 Fälle wurden bis Dienstag als Coronavirus-Fälle diagnostiziert, und 149 als ernste Fälle. Total 4049 Israeli konnten bisher die Krankenhäuser als geheilt entlassen. JU

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MONTAG, 20. April 2020 

22.25 Uhr
New Yorker Verfassungsrichter Noach Dear verstorben
Am Sonntag ist in Brooklyn der Verfassungsrichter und ehemalige Abgeordnete Noach Dear Covid-19 erlegen. Er wurde 66 Jahre alt. Dear wuchs in einer orthodoxen Nachbarschaft in Brooklyn auf, besuchte dort eine Yeshiva, dann die Yeshiva University im nördlichen Manhattan und studierte schliesslich Jus. Er schlug eine zweigleisige Karriere ein und vertrat als Abgeordneter von 1983 bis 2001 Teile Brooklyns mit orthodoxen Vierteln wie Borough Park im Stadtrat, war jedoch auch als Jurist tätig. Ab 2002 diente Dear der City als Kommissar für Taxi- und Fuhrunternehmen, ehe er 2008 die Wahlen für ein Richteramt in Brooklyn gewann. Zwei Jahre später wurde der Demokrat zudem an das Verfassungsgericht des Gliedstaates berufen. Dear galt als eigenwillig und streitbar, aber auch als warmherzig und humorvoll. Nachdem er als Zivilrichter in Brooklyn immer wieder übermässig milde mit verschuldeten Chassidim verfahren hatte, entzog ihm die zuständige Behörde dieses Mandat. Sein Tod wurde auch von langjährigen politischen Opponenten wie Dov Hikind als Tragödie aufgenommen. Hikind erklärte, «Noach hat sich insbesondere für Mitmenschen ohne Macht und Stimme eingesetzt und jeden Tag darauf verwandt, die Welt einen besseren Ort zu machen» (nypost). 
Gleichzeitig gehen die Todesfälle in Stadt und Staat New York weiter zurück. Gouverneur Andrew Cuomo gab zur Mittagszeit 478 neue Todesfälle gegenüber dem Vortag bekannt. Vor wenigen Tagen lag die Zahl noch bei knapp 800. Insgesamt sind im Gliedstaat anhin 14.347 Menschen dem Virus erlegen. Dazu kommen laut der «New York Times» mindestens 3700 weitere Fälle von Menschen in der City, die nicht auf Covid-19 getestet worden, dem Virus aber mit hoher Wahrscheinlichkeit ebenfalls erlegen sind (nytimes). Cuomo gab weiters bekannt, dass der Gliedstaat nun 500.000 Gesichtsmasken und grosse Mengen Desinfektionsmittel an Bewohner von Sozialwohnungen in Ballungszentren ausgibt (twitter).

Am Montag wurde in New York City zudem der Tod von Mindella Lamm infolge von Covid-19 am 16. April bekannt. Die Tochter einer religiösen Familie aus dem Viertel Midwood in Brooklyn wurde 88 Jahre alt und hatte 1954 den Rabbiner Norman Lamm geheiratet, der von 1976 bis 2013 als Präsident der Yeshiva University wirkte. Allgemein «Mindy» genannt, hatte sie am Hunter College in Manhattan Pädagogik studiert. Während der Zeit ihres Gatten als Präsident war Mindella Lamm an der «Yeshiva University Women’s Organization» aktiv und an dieser Hochburg der Modernen Orthodoxie nicht zuletzt für ihre Sorge um Studierende aus ärmeren Familien ausserordentlich beliebt. Sie hinterlässt neben ihrem Gatten drei Kinder, 17 Enkel und 22 Urenkel (jta). AM
 

17.15 Uhr
Labormaterial aus China eingetroffen
Zehntausende von Untersuchungs- und Verarbeitungseinheiten für den Coronavirus sind Sonntagnacht aus China eingetroffen. Vorangegangen waren Verhandlungen zwischen dem israelischen Aussenministerium und dem Beijing Genomics Institute (BGI), einer in Shenzhen domizilierten, auf die benötigten Aufgaben spezialisierten Firma. Verschiedene weitere Lieferungen, die von AID Genomics, BGIs strategischem israelischen Partner organisiert worden sind, sollen in den kommenden Tagen erfolgen. Sie enthalten Coronavirus-Untersuchungseinheiten sowie die Ausrüstung zur Herstellung von RNA-Covid-19 Untersuchungseinheiten. Zusätzlich sollen noch diese Woche die Komponenten für ein in Israel zu errichtendes Labor eintreffen, das pro Tag über 12000 Coronavirus-Untersuchungen durchführen kann. Chinesische Techniker, die das Labor zusammensetzen sollen, dürften am Dienstag in Richtung Israel abreisen, wobei sie eine Sondergenehmigung von Israel benötigen, da das Land normalerweise für Ausländer momentan gesperrt ist. Die mandatorische zweiwöchige Selbst-Quarantäne für jede aus dem Ausland einreisende Person wird der chinesischen Gruppe erlassen. Stattdessen bringen sie Bestätigungen der chinesischen Behörden mit, wonach sie negativ auf Covid-19 untersucht worden seien. Die israelischen Ministerien für Verteidigung und Gesundheit haben einen 90-Millionen-Schekel-Vertrag mit BGI unterschrieben, der weltgrössten DNA- und genetischen Firma, um die Untersuchungseinheiten und das Labor nach Israel zu bringen, die das tägliche Ausmass der in Israel durchgeführten Coronavirus-Untersuchungen gewaltig erhöhen werden. Das Material hätte schon am 9. April eintreffen sollen, doch es gab Verzögerungen. JU
 

11.30 Uhr
Yom HaShoah über YouTube
Das Comité Intercommunautaire pour l’organisation de Yom Hashoah musste aufgrund der Weisungen der Regierung bezüglich Covid 19 die für den 21. April geplante Gedenkfeier im Théâtre du Léman absagen. Um die universelle Botschaft der Shoah dennoch verbreiten zu können, hat das Komitee entschieden, am Yom HaShoah über die sozialen Medien zu gedenken. Die Gedenkzeremonie wird auf dem YouTube-Kanal Genève Yom HaShoah übertragen.

Dienstag, 21. April, 17.30 Uhr. Ungefähr 45 Minuten.

11.25 Uhr
Traditioneller Flugzeug-Überflug abgesagt
Der traditionelle Überflug, den die Israelische Luftwaffe (IAF) jedes Jahr anlässlich des Jom Haazmauts (Unabhängigkeitstag) veranstaltet, fällt dieses Jahr aus Angst vor einem Ausbruch des Coronavirus flach. Das gaben die IDF am Montag bekannt. Grössere Versammlungen, wie sie bei einem Anlass wie dem erwähnten unausweichlich sind, müssen nach den geltenden Regelungen unbedingt vermieden werden. Statt des landesweiten Überflugs findet eine kleinere Version von vier IAF Akrobatik-Flugzeugen statt. Aus Solidarität mit dem medizinischen Personal, das Tag und Nacht gegen den Coronavirus kämpft, sollen Krankenhäuser überflogen werden. Dessen ungeachtet hat die IAF am Montag Übungsflüge als Vorbereitung für den 72. Jom Haatzmaut absolviert. Er beginnt dieses Jahr am Abend des Dienstags, 28. April und endet am Mittwoch, 29. April. JU

8.40 Uhr
Krankenstatistik
Bis Sonntagabend registrierte man in Israel gesamt 172 Corona-Tote. Darunter befindet sich auch das bisher jüngste Opfer: Eine 29-jährige Frau, die schon vor dem Coronavirus an verschiedenen ernsten medizinischen Konditionen gelitten hatte. Bis Sonntagnacht wurden total 13491 Patienten offiziell als Covid-19-Patienten diagnostiziert. 146 von ihnen waren schwer krank, eingeschlossen 109, die intubiert werden mussten. Insgesamt 3754 Patienten konnten bis Sonntagabend als geheilt entlassen werden. Zwischen dem 15.und dem 19. April sank die Zahl der täglich neu Diagnostizierten von 455 auf 226, und die Zahl der beatmeten Patienten von 133 auf 109. JU

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SONNTAG, 19. April 2020

21.50 Uhr
Fortschritt bei Suche nach Impfstoff
Die Arbeit, die sein Labor derzeit an der Corona-Familie von Viren durchführe, sei schon «zwei Drittel des Weges» durch den Prozess der Entwicklung eines Impfstoffs für Covid-19 hindurch. Das erklärte am Sonntag Nachmittag gegenüber der «Jerusalem Post» Professor Jonathan Gershoni von der Schule für Molekular-Zellbiologie und Biotechnologie der Tel Aviv Universität (TAU). Prof. Gershoni, der kürzlich vom United States Patent and Trademark Office (USPTO) ein Patent erhalten hat für sein Impfmuster für den Coronavirus, nachdem er die Familie der Viren während 15 Jahren studiert hatte, erklärte, dass der Impfstoff beabsichtige, das Reizempfänger-Bindemotiv (RBM) ins Visier zu nehmen. Dabei handelt es sich um einen kritischen Schwachpunkt, der dem Virus gestattet, sich festzumachen und eine Zielzelle zu attackieren. Das RBM benutzt viele verschiedene Proteine zur Replizierung und um in Zellen einzudringen. Das «Spitzen-Protein» jedoch sei das grösste Oberflächen-Protein, denn es benutzt, um sich an einen Reizempfänger zu binden – ein anderes Protein, das laut der TAU wie ein richtungsweisender Pfad in eine menschliche Zelle handelt. Die Idee ist, wie Gershoni der «Post» gegenüber sagte, die Rekreierung des  RBM eines Covid-19-Virus und es als Impfstoff zu benutzen. «Man würde eine kleine Sequenz von 50 amino-acid injizieren, die unserem Immunsystem erlauben würde, sich auf es zu konzentrieren und Antikörper zu schaffen, die direkt den Virus als seinen schwachen Punkt ins Visier nehmen». – Infolge der Grösse des RBM, das eine höchst komplexe dreidimensionale Struktur ist von einer Länge von nur 50 amino-acids, wäre es jedoch sehr herausfordernd, es funktionell zu rekonstruieren. «Je kleiner das Ziel und der Fokus der Attacke sind, umso grösser ist die Wirksamkeit des Impfstoffes», sagte Gershoni. «Das Virus ergreift weitreichende Massnahmen, um sein RBM vom menschlichen Immunsystem zu verbergen. Der beste Weg aber, um ‚den Krieg zu gewinnen‘, wäre die Entwicklung eines Impfstoffs, der spezifisch den RBM des Virus ins Visier nimmt». – Gershoni nennt seine Arbeit einen Prozess von mehreren Schritten. «Ich würde sagen, wir haben zwei Drittel des Weges hinter uns», meinte er sachlich-optimistisch. Sollte seine Arbeit erfolgreich sein, würde Prof. Gershoni in der Lage sein, ein funktionales RBM zu isolieren und zu rekonstruieren. Das wiederum würde der Industrie gestatten, es «in einen Impfstoff zu inkorporieren, der von einer pharmazeutischen Firma produziert werden würde. Die Entwicklung eines solchen RBM-basierten Impfstoffs sollte einige Monate beanspruchen. Die dann zwangsweise folgenden klinischen Tests würden bis zu einem Jahr beanspruchen – aber auch Rom entstand ja nicht über Nacht. JU
 

9.05 Uhr
Verschiedene Kennziffern sind rückläufig
Die kontrollierten Erleichterungen der Restriktionen im Zusammenhang mit der Coronavirus-Krise, die nach einer Marathonsitzung der Regierung am Sonntagmorgen bekanntgegeben worden sind, wurden vor dem Hintergrund von 13265 offiziell Corona-diagnostizierten Patienten beschlossen. Experten weisen darauf hin, dass die Verbreitung abzuflachen beginnt. Bis Sonntagmorgen registrierte man in Israel 167 Todesfälle und 164 Patienten, die sich in kritischem Zustand befinden. 113 von ihnen mussten intubiert werden. Diese Zahl bedeutet ein Rückgang um 7,4 Prozent gegenüber dem Vortag, und der Rückgang der ernsthaft erkrankten Patienten beträgt gegenüber Freitag 2,4 Prozent. Bereits im Vergleich zum Donnerstag wurde ein Rückgang von 8,6 Prozent registriert. Die Regierung unterstrich die Pflicht das Maskentragens im öffentlichen Bereich und führte Geldstrafen für die Nichtbeachtung der Vorschrift ein. Regierungschef Netanyahu fasste nach Ende der Sitzung am Sonntagmorgen die Situation wie folgt zusammen: «Wenn die Infektionsrate weiter langsamer wird und die Zahl der Schwerkranken sich weiter stabilisiert, wird es weitere Erleichterungen geben. Wenn nicht, werden wir zusätzliche harsche Massnahmen ergreifen». JU
 

9.00 Uhr 
Kriegsveteran mobilisiert Millionen
Captain Tom Moore, ein 99-jähriger britischer Veteran des Zweiten Weltkrieges, der mit 100 Runden in seinem Garten umgerechnet über 29 Millionen Dollar für den Gesundheitsdienst erlaufen hat, wird nächste Woche Ehrengast bei der Eröffnung eines neuen Feld-Krankenhauses in Harrogate in Nordengland sein. Das Krankenhaus ist errichtet worden, um die Folgen des Coronavirus-Ausbruchs lindern zu helfen. Moore, der für seine Leistung wegen einer gebrochenen Hüfte einen Gehrahmen benutzte, hatte sich zum Ziel gesetzt, vor seinem 100. Geburtstag am 30. April die 25 Meter rund um seinen Garten 100 Mal zu bewältigen. Ursprünglich wollte er damit nur 1000 Pfund mobilisieren, doch sein Projekt fand weltweit eine derartig grosse Beachtung, dass sein Garten in Bedfordshire in Zentralengland nicht mehr aus den Medien herauskam. Moore ist jetzt sogar Kandidat für den Titel «Sportspersönlichkeit des Jahres» zu werden, und Prinz William, der Enkel der Königin, hat ihn als «absolute Legende» bezeichnet. TA
 

8.45 Uhr 
Gewisse Erleichterungen der Restriktionen
Vor dem Hintergrund von 165 Corona-Toten, die am späten Samstagabend in Israel gezählt wurden, den 13265 Patienten, die bis dann offiziell mit dem Virus diagnostiziert worden waren, und den 3456 Patienten, die sich von der Krankheit erholt haben, hatte die Regierung unter Premier Netanyahu sich zu einer Dringlichkeitssitzung getroffen. Sie verlief nicht nur aussergewöhnlich lebhaft bis stürmisch, sondern wollte auch kein Ende nehmen. Erst um fünf Uhr am Sonntagmorgen fand die nötige Abstimmung statt. Die Tendenz war aber schon vorher klar ersichtlich: Die Regierung und die Generaldirektoren der Ministerien waren mehrheitlich entschlossen, verschiedene Erleichterungen der bisherigen Restriktionen zur Bekämpfung des Coronavirus zu unterstützen, und zwar angesichts des «verantwortungsbewussten Benehmens der Mehrheit des Volkes», wie Premier Netanyahu sagte. Verbunden mit diesem Kompliment war jedoch die Warnung, dass im Falle einer Lockerung der Disziplin oder gar dem Einzug von Gleichgültigkeit die Erleichterungen sofort wieder rückgängig gemacht würden. Netanyahu räumten den Erleichterungen eine Bewährungsfrist von zwei Wochen ein.

Das Gesundheitsministerium und andere Minister bemängelten den Umstand, dass die einzuschlagenden Schritte vor der Abstimmung im Kabinett bekanntgegeben worden seien. Nicht ausgeschlossen, aber kaum eindeutig zu beweisen ist die Vermutung, dass Netanyahu die vorzeitige Veröffentlichung der geplanten Erleichterungen im Hinblick auf die sich offenbar einer Lösung nähernden Koalitionsverhandlungen zwischen dem Likud und Blauweiss bewilligt hatte. Dabei könnte er von der Hoffnung ausgegangen sein, so die Stimmung zu seinen Gunsten beeinflussen zu können. – In der Sitzung über die Erleichterungsbeschlüsse sprach Netanyahu der Wiedereröffnung gewisser Geschäfte unter Einhaltung strikter Bedingungen das Wort. Unter anderem müssten die Geschäftsräume sich zur Strasse öffnen, was den erneuten Betrieb von Einkaufszentren vorerst weitgehend ausschliessen würde. Dann sollen sportliche Betätigungen von maximal zwei Personen gemeinsam in einem Radius von neun bis zu 500 Metern von der Wohnung anstatt bisher nur 100 Metern gestattet sein. Gebete dürfen ferner mit einer Maximalbeteiligung von zehn Personen im offenen Gelände stattfinden, vorausgesetzt, die Teilnehmer halten einen Mindestabstand von zwei Metern voneinander ein. Dann dürfen gemäss den Vorschlägen, die Geschäfte, denen die Öffnung gestattet wird, die Zahl der anwesenden Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von bisher 15 auf 30 Prozent des Personalbestands verdoppeln. JU

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SAMSTAG, 18. April 2020

21.30 Uhr
Trump hetzt seine Basis gegen demokratische Gouverneure
Präsident Trump hetzt seine Basis skrupellos gegen demokratische Gouverneure auf und fordert seit Donnerstag auf Twitter, die «Befreiung» demokratisch geführter Gliedstaaten wie Michigan, Minnesota und Virginia. Damit versucht er die öffentliche Diskussion zu kontrollieren und sein eigenes Fehlverhalten zu Beginn der Corona-Krise zu vertuschen. Artikel in Vollänge (link).

18.35 Uhr
«Bande des Lebens»
Die Nachrichtenagentur JTA und jüdische Medien in England und den USA haben die Rubrik «Bonds of Life» eingerichtet, die Nachrufe auf jüdische Persönlichkeiten unter den weltweit nun 155.000 Opfern von Covid-19 (link) sammelt. Hier eine aktuelle Übersicht (jta).

John Adler: Spross einer chassidischen Dynastie in Bristol
Wie erst vor wenigen Tagen bekannt wurde, ist Ende März an einem Spital in Bristol, England, der Literaturwissenschaftler John Adler verstorben. Er war Anfang 70. Adler entstammte einer Dynastie chassidischer Rabbiner, die auf Samuel Schmelke Horowitz von Nikolsburg (1726-1778) zurückkehrt. Laut Mitgliedern der jüdischen Gemeinde in Bristol wandte sich Adler jedoch erst als Erwachsener dem Judentum zu und wurde ein ebenso aktiver, wie hilfreicher und beliebter Pfeiler der Community. Adler hielt dabei streng auf religiöse Regeln, war aber zudem kompetent auf einer breiten Palette von der griechischen Antike, Shakespeare und der Kultur der Tudor-Ära in England über modernes Theater hin zu Umweltpolitik und Gartenbau. Adler hatte bis zu seiner Pensionierung 1999 drei Jahrzehnte an der University of Bristol Literaturwissenschaft gelehrt und betrieb neben den Verlagen Pomegranate Books und Herbert Adler Publishing auch eine im Kunstbetrieb aktive Marketingfirma (link).


Isaiah Kuperstein: Mitbegründer des Holocaust Museum in Washington
Am 4. April ist auf einer Intensivstation in Indianapolis, Indiana, im Alter von 70 Jahren Isaiah Kuperstein verstorben. Der Nachkomme von Holocaust-Überlebenden ist in jungen Jahren mit den Eltern in die USA übergesiedelt und studierte Geschichte mit Schwerpunkt auf das Judentum an der Johns Hopkins University in Baltimore und der Columbia University in Manhattan. Kuperstein brachte seine Kenntnisse an jüdischen Institutionen ein und gehörte während der 1980er Jahre zum Gründungsteam des Holocaust-Museums in Washington. Als Erziehungs-Direktor hat er dort die Dauerausstellung «Remember the Children: Daniel’s Story» für Kinder und Jugendliche mit konzipiert. Er war zudem Gründungsdirektor des «Holocaust Center of Greater Pittsburgh» in Pennsylvania und während seiner Zeit in Baltimore Geschäftsführer der lokalen Abteilung der «Zionist Organization of America». In den letzten Jahren hatte Kuperstein in Carmel, Indiana, gelebt, wo er seit 2017 als Forschungs-Fellow für jüdische Studien an der Indiana University gewirkt hat. Seine Schwerpunkte war Galizien im 18. Jahrhundert und die Zeugenberichte von Holocaust-Überlebenden. Bekannt für eine kräftige Stimme, positive Lebenshaltung und Menschlichkeit, war Kuperstein vielseitig an jüdischen Institutionen und im gesellschaftlichen Alltag engagiert. Er hat in Indianapolis zudem die Führung der lokalen Lebensmittel-Kette «Double 8 Foods» übernommen, die der in Ungarn geborene Holocaust-Überlebende Zoltan Weisz 1957 gegründet hatte. Weisz war ein Grossonkel seiner in Israel geborenen Frau Elena. Sie und die ganze Familie konnten nicht mehr persönlich, sondern nurmehr telefonisch von Kuperstein Abschied nehmen, als dieser isoliert auf der Intensivstation lag (link). 


Alby Kass: Musiker im Norden Kaliforniens
Am 31. März ist Alby Kass im Alter von 89 Jahren, in Guerneville am Russian River nördlich von San Francisco, verstorben. Er war Eigentümer eines Ferien-Ressorts in dem Weinbau-Gebiet, Mitgründer der dortigen jüdischen Gemeinde in den 1980er Jahren und zudem als Klezmer-Musiker aktiv. Seine Leidenschaft waren traditionelle, jiddische Lieder, die er mit einer kräftigen Bariton-Stimme zu intonieren wusste. Kass verstarb auf einer Intensivstation, hatte zuvor aber in dem regionalen Pflegeheim «Gateway Care and Rehabilitation Center» gelebt. Dort befiel Covid-19 bereits Ende März binnen Tagen mindestens 70 Patienten und Angestellte. Anhin sind davon mindestens neun verstorben. Landesweit werden Senioren- und Pflegeheime mit rund einem Fünftel der derzeit 35.000 Todesfälle als Brennpunkt der Pandemie in den USA erkennbar (nytimes). 
Kass wurde in der Bronx geboren, wuchs in der jiddischen Tradition seiner osteuropäischen Vorfahren auf und musste bereits als Neunjähriger nach dem frühen Tod des Vaters zum Lebensunterhalt der Familie beitragen. Kass trat als 18-jähriger in die Luftwaffe ein und blieb anschliessend nach einer Stationierung in Kalifornien an der Westküste. Er war über Jahrzehnte als Lehrer tätig und zog 1974 mit seiner Frau Wallie nach Guerneville. Dort übernahmen sie das idyllische «Riverlane Resort» mit einem kleinen Campus von Holzhäuschen (riverlaneresort), wovon das Paar mit zwei Söhnen und einer Tochter eines bezog. Kass trat daneben häufig als Sänger auf und war in der regionalen Musik- und Kulturszene aktiv (link).


Helène Aylon, Avantgarde-Künstlerin in New York City
Unter den 731 Todesopfern von Covid-19 in New York City am 6. April war die 89-jährige Künstlerin Helène Aylon. Sie wuchs als Helene Greenfield in einer orthodoxen Familie in Borough Park, Brooklyn, auf und entwickelte früh künstlerische Ambitionen. Aber der Direktor ihrer religiösen Mädchenschule riet den Eltern davon ab, sie an eine High School mit Schwerpunkt auf Kunst und Kultur in Manhattan gehen zu lassen. So heiratete Aylon als 18-jährige den jungen Rabbiner Mandel Fisch und folgte diesem an einen Posten im kanadischen Montreal. Das Paar hatte zwei Kinder und kehrte nach wenigen Jahren zurück an den Hudson. Dort nahm die junge Frau Kunstkurse am Brooklyn College unter anderem bei Ad Reinhardt. Ein dortiger Lehrer machte sie mit dem Künstler Mark Rothko bekannt, mit dem die junge Frau auch ein tiefes Interesse an der jüdischen Tradition verband. Sie verlor ihren Mann als 30-jährige an ein Krebsleiden, konnte sich und die Kinder jedoch mit ersten Aufträgen über Wasser halten. Dabei nahm sie den Künstlernamen Aylon an. Eine wichtige Kommission war 1965 ein grosses Wandgemälde an der Synagoge des JFK-Flughafens in New York mit dem Titel «Rauch (Spirit, Wind, Breath)» – ein Versuch, jüdische Geschichte aus weiblicher Perspektive darzustellen (jta). Aylon gewann rasch als vielseitige und politisch engagierte Künstlerin Ansehen. In den 1980er Jahren wurde ihre Aktion «Earth Ambulance» Symbol der Anti-Atom-Bewegung: ein als Krankenwagen ausstaffierter Laster, mit dem Aylon Stätten der Nuklear-Industrie und Militärbasen in den USA besuchte, um dort Aktionen zu veranstalten. Gleichzeitig blieb sie ihrer Auseinandersetzung mit dem Feminismus und ihrer eigenen Tradition treu. Zu ihren Ausstellungs-Eröffnungen gehörte in der Regel auch eine Diskussion mit einem Rabbiner (link).  AM
 

09.50 Uhr
UNO gegen Covid-Antisemitismus
Covid-19 schürt weltweit antisemitische Hass-Propaganda. Dies erklärte am Freitag in Genf der UN-Beauftragte für Religions- und Glaubensfreiheit, Ahmed Shaheed. Ohne Namen zu nennen, wirft der ehemalige Aussenminister der Malediven religiösen und politischen Führungspersönlichkeiten vor, die momentanen Herausforderungen für die Verbreitung von Hass gegen Juden und andere Minderheiten auszuschlachten. Die internationale Gemeinschaft müsse Antisemitismus und andere Formen von Intoleranz und Diskriminierung gemeinsam zurückweisen. Shaheen nahm dabei speziell auf Verschwörungstheorien Bezug, die Juden und Israel als Urheber des Virus diffamieren. Regierungen weltweit sollten daher in vorbeugende Sicherheitsmassnahmen investieren und entsprechende Gesetze gegen Hass-Rhetorik und -Verbrechen stärken. Dabei sei die Zusammenarbeit mit lokalen, jüdischen Gemeinschaften erforderlich, aber auch eine intensivere, internationale Kooperation. Shaheen hielt zudem Social Media Unternehmen an, energischer als bisher gegen antisemitische Propaganda Online vorzugehen (link). AM

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FREITAG, 17. April 2020

19.50 Uhr
«Abflachende Kurve» in Amerika dank mangelnder Tests?
Mit seinem am Donnerstag vorgestellten «Richtlinien» für eine Aufhebung der Restriktionen in der Wirtschaft und Gesellschaft Amerikas hat sich Donald Trump praktisch von jeder Verantwortung für eine nationale Bekämpfung von Covid-19 verabschiedet. Der Präsident verneinte speziell eine Rolle bei der Durchführung von Tests: Es sei lächerlich, dass die Bundesregierung dabei «aus 2000 Meilen Entfernung» (3200 Kilometer) Gliedstaaten beistehen solle (twitter). Dies tönt ebenso grausam, wie bizarr. Denn Trump betreibt gleichzeitig eine «Normalisierung», die sämtlichen Experten zufolge nur auf Grundlage umfassender und anhaltender Tests möglich sein kann. Ansonsten droht der Rücksturz in eine noch schlimmere Pandemie mit den entsprechenden Kosten an Menschenleben und für die Wirtschaft.
Zu dieser Problematik legt «The Atlantic» eine wertvolle Analyse vor. Demnach sind neuerdings stagnierende Zuwachsraten an Virus-Fällen primär die Folge von Problemen bei Tests, die nicht nur verabreicht, sondern eben auch transportiert und ausgewertet werden müssen. Anhin wurden in den USA 3,3 Millionen Tests vorgenommen, was einem Prozent der Bevölkerung entspricht. In vielen Gliedstaaten liegt der Anteil jedoch deutlich darunter. Laut dem Bericht sprechen zahlreiche Informationen für eine deutliche höhere Zahl von Ansteckungen als den anhin registrierten, 675.000 Fällen. Gleiches gilt für die Todesopfer, die offiziell auf 35.000 zugehen (link). Neben Schlamperei und durch die Pandemie überlasteten Behörden und Spitälern sind politisch motivierte Manipulationen eine Ursache für unrealistische Zahlen. Wie hier bereits vermeldet, versucht etwa der republikanische Gouverneur von Florida, Ron DeSantis, Daten zu Virus-Opfern in Alters- und Pflegeheimen geheim zu halten. Je näher die Wahlen im November rücken, desto skrupelloser dürften gerade Konservative in Gliedstaaten und Washington mit Informationen über das Ausmass der Pandemie operieren. Dies legt zumindest der Bericht nahe (theatlantic).
Viele Gliedstaaten weiten Tests dagegen unter eigener Regie und mit grossem Elan aus. So eröffnet in Connecticut nun ein erstes «Drive Through»-Zentrum für Tests in New Haven. New York City richtet Test-Büros in fünf Nachbarschaften mit vorwiegend farbiger Bevölkerung ein, die besonders hart betroffen sind. Im Gliedstaat stiegen die diagnostizierten Fälle von Donnerstag auf Freitagmittag um knapp 8000 auf bislang 220.000, jene der Todesopfer um 660 auf über 12.000. Beide Werte sprechen für ein Abflachen der Kurve von Erkrankungen infolge der Stilllegung der Wirtschaft. Aber sowohl Bürgermeister Bill de Blasio, als auch Gouverneur Andrew Cuomo warnten am Freitag erneut vor einer überhasteten Aufhebung der Restriktionen, um ein neues Aufflammen von Covid-19 in Stadt und Staat zu vermeiden (nytimes).

18.25 Uhr
Michael Cohen wird vorzeitig aus Haft entlassen
Wie ein Anwalt von Michael Cohen mitteilt, kann der einstige Vertraute und «Fixer» von Donald Trump in den kommenden Stunden vorzeitig aus der Haft entlassen werden. Es handele sich dabei um eine Massnahme des Mitleids, da Cohen an Gesundheitsproblemen leide, die Covid-19 besonders gefährlich für ihn werden lassen. Cohen hatte ein Ansuchen dazu eingereicht und das zuständige «Bureau of Prisons» in Washington hat diesem nun zugestimmt. Der 53-Jährige habe sich jedoch in Hausarrest zu begeben. Cohen war 2018 in zwei Verfahren zu drei Jahren Haft verurteilt worden, da er gegen das Wahlrecht verstossen und den US-Kongress über einen Immobilien-Deal Trumps in Moskau belogen hatte. 2016 hatte Cohen einer Porno-Darstellerin und einer «Playmate» Bestechungsgelder Trumps zugeleitet. Damit konnte er in der Endphase des damaligen Präsidentschafts-Wahlkampfes das Schweigen beider Frauen über Affären mit Trump erkaufen. Cohen wurde nach dem Urteil an das Bundesgefängnis in Otisville, New York eingewiesen. Sein Anwalt hatte dem zuständigen Richter vor einem Monat geschrieben, das «Bureau of Prisons» sei unfähig, die Gesundheit von Insassen zu garantieren. Tatsächlich haben sich Haftanstalten landesweit zu «Hotspots» der Pandemie entwickelt und vielerorts werden Sträflinge mit leichteren Vergehen vorzeitig entlassen (washingtonpost). AM

18.20 Uhr
«New York Times» berichtet aus orthodoxen Nachbarschaften
Chassidische Gemeinschaften in New Yorker Vierteln wie Borough Park und Crown Heights (beide in Brooklyn) sind besonders schwer von Covid-19 betroffen. Die «New York Times» gibt in einer anrührenden Video-Reportage Einblicke in die drastischen Veränderungen im Leben dieser traditionsgebundenen Gemeinschaften. Gottesdienste, Heiratsfeiern und immer wieder Trauerfeiern finden nurmehr Online oder als «Drive Bye» von Autos statt. Es ist den Gemeinschaften zunächst schwer gefallen, die auf persönliche Nähe gegründete Lebensweise den neuen Umständen anzupassen. Doch inzwischen zeigen Chassidim Initiative etwa beim Umgang mit lokalen Spitälern, wo das überlastete Personal nur selten Jiddisch versteht oder spricht. Hier springen neue Telefondienste ein, die isolierten Patienten auch in ihren letzten Momenten mit Gebeten beistehen (nytimes). AM

18.15 Uhr
Lee Konitz verstorben
Covid-19 fordert weiterhin auch das Leben zahlreicher Künstler. Am Mittwoch ist dem Virus in Manhattan Lee Konitz erlegen, für Fans, Kritiker, nicht zuletzt aber andere Musiker eine der wichtigsten Figuren des Jazz in der Nachkriegszeit. Der Saxophonist wurde 92 Jahre alt. Konitz wurde in Chicago als jüngster Sohn jüdischer Immigranten aus dem Zaren- und dem österreichischen Kaiserreich geboren. Früh von Benny Goodman begeistert, überredete er die Eltern – die eine Wäscherei betrieben, ihm eine Klarinette zu kaufen. Konitz wechselte später zum Saxophon und bewies ausreichend Talent, um schon als 18-jähriger in Orchestern Anstellung zu finden. Wie so viele Jazzer seiner Generation stand er zunächst unter dem Einfluss des Bebop-Giganten Charlie Parker, fand jedoch bald in überraschenden Improvisationen einen eigenen, zurück genommenen, gleichzeitig aber virtuosen Stil. Ein Ortswechsel nach New York brachte Konitz Ende der 1940er Jahre mit Miles Davis und dem Pianisten Lenny Tristano zusammen. Er wurde Mitglied des legendären, neunköpfigen Orchesters von Davis, das als Wiege des Cool Jazz gilt. Konitz spielte auch mit eigenen Bands Aufnahmen ein, fand aber aufgrund seiner zerebralen und anspruchsvollen Musik nie ein grosses Publikum. In den 1960er Jahren gab er das Saxophon deshalb zeitweise sogar auf. Aber neues Interesse in New York und Fans in Europa verhalfen im ab den 1970er Jahren zu einem anhaltenden Comeback. Konitz trat bis in die letzten Monate auf. Von Lungenproblemen geplagt, unterbrach er dabei mitunter sein Spiel und setzte Improvisationen mit der eigenen Stimme fort. Er hat dazu bereits an einem Interview in den 1970er Jahren erklärt: «Ich bin für jede Auftrittsmöglichkeit dankbar» (nytimes).
 

18.10 Uhr
Enrique Múgica Herzog ist tot
Der spanisch-jüdische Politiker Enrique Múgica Herzog starb 88-jährig an den Folgen einer COVID-19 Erkrankung. Herzog war einer der Anführer der Spanischen Sozialistischen Arbeiter Partei (PSOE) und kämpfte gegen die Diktatur Francisco Francos an. Nach der Wiederherstellung der Demokratie setzte sich Enrique Múgica Herzog für den Beitritt Spaniens zur Europäischen Union und der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu Israel ein. Zwischen 1988 und 1991 war Herzog spanischer Justizminister. 1997 ernannte ihn die spanische Regierung zum Präsidenten der Kommission, welche Gold- und Handelstransaktionen zwischen Spanien und dem Dritten Reich untersuchte. Isaac Querub Caro, Präsident des Verband der Jüdischen Gemeinden in Spanien (FCJE) schrieb in einem Nachruf: « Enrique Múgica Herzog war ein guter, intelligenter und gebildeter Mann. Er sprach immer liebevoll von seinem dreifach Zustand als Jude, Baske und Spanier. […] Er verurteilte unmissverständlich Rassismus und Antisemitismus.»

 

11.15 Uhr
Die Kurven beginnen sich anzugleichen
Das israelische Gesundheitsministerium stellte am Freitagmorgen eine allmähliche Angleichung der Coronafälle fest: 12855 Fälle wurden positiv mit dem Virus diagnostiziert, unter ihnen 9740 aktive Fälle. Bis jetzt sind in Israel 148 Patienten am Coronavirus gestorben, während 2967 Patienten sich erholt haben. Von den 182 ernsten Fällen im Lande mussten 129 intubiert werden – acht Prozent weniger als am Vortag. Mit 2477 hat Jerusalem als Stadt weiterhin die höchste Zahl an Patienten, wobei das Gesundheitsministerium dort total 24092 Untersuchungen durchgeführt hat. An zweiter Stelle folgt Bne Berak (2201 Fälle und 10395 Untersuchungen). Alle anderen Städte haben weniger als je 1000 Fälle. JU
 

9.20 Uhr
143 Todesfälle in Israel
Bis Donnerstagabend sind in Israel 143 Personen am Coronavirus gestorben. Die Zahl der offiziell diagnostizierten Patienten ist auf 12758 gestiegen, 181 befinden sich in ernsthaftem Zustand, und 137 von ihnen mussten intubiert werden. Diese Zahlen stehen vor dem Hintergrund eines Beschlusses der israelischen Regierung, schon ab Sonntag die Wirtschaft des Landes allmählich, kontrolliert und in kleinen Schritten wieder zu öffnen. Die letzten Diskussionen im Rahmen der Regierung und die definitiven Abstimmungen sollen am Samstagabend durchgeführt werden. Ein für Naturfreunde wichtiger Entscheid ist aber schon an die Öffentlichkeit gelangt. Der Radius für Spaziergänge (maximal zwei Personen gemeinsam) im Freien soll von jetzt 100 auf 500 Meter erweitert werden. Für die schrittweise Öffnung gewisser Geschäfte wird das Gesundheitsministerium am Samstagabend Direktiven und Einschränkungen zur Abstimmung vorlegen. Die Wiedereröffnung von Kindergärten und Schulen wird aber kaum vor Mitte Mai in Angriff genommen werden. JU

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DONNERSTAG, 16. April 2020

20.25 Uhr
Probleme bei Tests – gemischtes Bild in Stadt und Staat New York
Donald Trump hat am Mittwoch erklärt, der Höhepunkt der Pandemie sei überschritten. Gleichzeitig erreichten die Opferzahlen in den letzten zwei Tagen mit je rund 2300 einen neuen Rekord (nytimes). Insgesamt hat Covid-19 in den USA bis Donnerstagmittag bei 650.000 Fällen mindestens 33.000 Menschenleben gefordert. Bei 330 Millionen Bewohnern wurden über drei Millionen Tests vorgenommen. Der Präsident behauptet, dies stelle einen Weltrekord dar. Aber pro Kopf gerechnet liegen die USA weit hinter Südkorea oder Deutschland zurück (link).  

Laut einer Analyse der «Washington Post» kommt das Testen in den USA nun sogar ins Stocken. Zu der von Konservativen immer lauter geforderten «Wiedereröffnung von Wirtschaft und Gesellschaft» sind laut Experten umfassende Tests notwendig. Von Ballungszentren ausgehend, müssten dazu täglich eine Million Tests verabreicht, aber auch zügig ausgewertet werden. Davon kann aufgrund der chaotischen und in lokale, regionale und föderale, sowie Initiativen von Wirtschaft und Zivilgesellschaft zersplitterten Reaktion auf Covid-19 in den USA keine Rede sein (washingtonpost). 

Staat und Stadt New York bieten derweil ein gemischtes Bild. Laut Gouverneur Andrew Cuomo gehen die Zahlen insgesamt deutlich und auf eine ermutigende Weise zurück. Bei rund 220.000 Fällen nahmen Sterbefälle von Mittwoch auf Donnerstag um 606 auf 12.200 zu. Anfang der Woche lagen die täglichen Zahlen noch deutlich über 700. Auch die Einlieferungen in Spitäler und Patienten auf Intensivstationen zeigen klar rückläufige Tendenz. In New York City ist der Trend nun jedoch negativ. Wie Bürgermeister Bill de Blasio erklärte, wurden gegenüber 370 am Vortag bis Donnerstagmittag 386 Patienten mit Covid-19-Verdacht in Spitäler der City eingeliefert. Auf Intensivstationen liegen nun 887 gegenüber 868 Virus-Patienten und der Anteil der positiven Tests ist von 53 auf 55 Prozent gestiegen. (AM)

20.05 Uhr
Brennpunkt USA: Seniorenheime
Alters- und Pflegeheime werden zunehmend zu Brennpunkten der Virus-Pandemie in den USA. Allein im Staat Massachusetts wurden bis Mittwoch 4200 Erkrankungen und mindestens 540 Todesfälle an diesen Einrichtungen festgestellt. Betroffen sind Angestellte wie Heimbewohner (link). Hunderte dieser Einrichtungen weisen inzwischen zumindest einen Fall auf. Der Gliedstaat hat nun ein Notprogramm für Tests und eine bessere, medizinische Versorgung von Heimen aufgelegt. Doch wie landesweit, fehlt es an Tests und bei deren Auswertung treten Engpässe auf. 

In den USA insgesamt gab es laut dem öffentlich-rechtlichen TV-Sender PBS bis Dienstag über 3600 Sterbefälle an Alters- und Pflegeheimen – bei rund 27.000 Todesopfern landesweit. Dort leben mindestens eine Million ältere Amerikaner. Obwohl diese zumeist staatliche Renten und Krankenversicherungen beziehen, sammelt die Regierung in Washington keine gesonderten Zahlen über diese Fälle. Experten müssen daher auf regionale und lokale Angaben zurückgreifen. Die Ursachen der zunehmenden Virus-Infektionen liegen auf der Hand: Menschen in Hochrisiko-Gruppen sind dort auf engstem Raum untergebracht und werden von bereits unter normalen Umständen überfordertem und mitunter schlecht ausgebildetem Pflegepersonal versorgt. Effektive Abhilfen sind daher kaum erkennbar (link).

Die Problematik hat selbstverständlich auch politische Dimensionen. Dies gilt speziell für Florida als beliebtestes Ziel nicht zuletzt jüdischer Senioren aus New York und dem Nordosten generell. Dort bilden die rund 700 Alters- und Pflegeheime einen wichtigen Wirtschaftszweig. Die Branche verfügt daher auch über eine mächtige Lobby. Unter deren Einfluss verweigert der republikanische Gouverneur Ron DeSantis die Veröffentlichung von Informationen über Virus-Fälle an Senioren-Heimen. Dagegen klagen lokale Medien bereits. Nun wird bekannt, dass Heimbetreiber von DeSantis auch ein neues Gesetz verlangen, das sie weitgehend vor Schadensersatzklagen von Heimbewohnern und deren Angehörigen schützt (link). AM
 

17.20 Uhr
Israeli sitzen in Marokko fest
Ein Zerwürfnis zwischen Marokko und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) führte dazu, dass israelische Bürger in Marokko festsitzen. Grund für das Zerwürfnis ist, dass die VAE und Israel sich einigten, ihre Bürger auf einem Flug gemeinsam aus Marokko zu evakuieren. Dabei wurde jedoch, wie das israelische Armeeradio berichtete, vergessen, die marokkanischen Behörden zumindest zu informieren, wenn nicht gar um Erlaubnis zu bitten. Es soll nicht vergessen werden, dass die VAE und Israel sich offiziell immer noch im Kriegszustand befinden, Coronavirus hin oder her. Marokkos Ärger dürfte vielleicht auch damit zusammenhängen, dass die VAE offeriert haben sollen, die israelischen Bürger zusammen mit den eigenen auf einem Flug ausser Landes zu fliegen, nachdem die israelische ElAl ja trotz des bis vor kurzem noch blühenden Tourismus zwischen Tel Aviv und Rabat nicht auf marokkanischen Flugplätzen landen darf. Bis zur endgültigen Lösung sind die israelischen Touristen aufgeteilt auf Hotels in Marrakesch und auf Mitglieder der Jüdischen Gemeinde von Casablanca. Das israelische Aussenministerium ist vor dem Hintergrund der Corona-Krise seit Wochen damit beschäftigt, eigene Bürger zwischen Brasilien und Neuseeland nach Hause zu fliegen. Sicher werden die Offiziellen da auch Zeit finden, sich um festsitzende Landsleute in Marokko zu kümmern. JU
 

14.00 Uhr
Israels charedim missachten Verordnungen 
Weite Teile der Ultraorthodoxie haben sich wochenlang nicht einmal im Ansatz um die Verordnungen der israelischen Regierung gekümmert und die Infektionszahlen sprechen für sich. Doch immer noch sind Teile der haredischen Welt uneinsichtig. Am Abend des siebten Tages von Pessach versammelten sich Hunderte Anhänger von Toldos Avrom Jitzchok in Mea Shearim zu einem sogenannten „Tisch“ auf der Straße, um dort gemeinsam das Lied von der Teilung des Roten Meeres zu singen. Artikel in Vollänge: (link).

13.35 Uhr 
Englands jüdische Gemeinde verliert eine bedeutende Grösse 
Rabbiner Avroham Pinter, eine der prominentesten rabbinischen Persönlichkeiten in der nordenglischen Haredi-Gemeinschaft von Stamford Hill, ist im Alter von 71 Jahren an Sars-CoV-2 gestorben. Artikel in Vollänge: (link)

13.30 Uhr 
Roman Grinberg sing für Gesundheit und Hoffnung
Roman Grinberg, eine bekannte Größe in der jüdischen Kulturszene Europas, hat in der Quarantäne eine musikalische Antwort auf Covid-19 komponiert. Das Ergebnis heisst «Lomir Zayn Gezint!», und ist auf Youtube zu sehen. Artikel in Vollänge: (link).

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MITTWOCH, 15. April 2020

9.50 Uhr
New York City vermeldet über 10.000 Todesopfer
Am Dienstagnachmittag hat die Stadt New York schockierende, neue Angaben über die Opfer von Covid-19 gemacht: Demnach hat die Pandemie allein im Stadtgebiet über 10.000 Menschenleben gefordert, im Gliedstaat beinahe 15.000. Dies stellt einen Anstieg um 3700 Opfer seit Montag dar. Dahinter steht die Entscheidung der Kommune, nun auch Verstorbene als Opfer von Covid-19 zu zählen, die nicht auf den Virus getestet worden sind. Gleichwohl wiesen diese Patienten Symptome einer Virus-Erkrankung auf und können dank ihrer Krankengeschichte in die Kategorie der Covid-19-Fälle gerechnet werden. New York City weist damit weltweit den höchsten Anteil von Virus-Opfern an der Gesamtbevölkerung auf, liegt also beispielsweise vor Hot Spots in Italien (nytimes).

Die neuen Zahlen sind in mehrfacher Hinsicht von grosser Bedeutung. Zunächst werden Kalkulationen etwa in der «Washington Post» (topnews berichtete) bestätigt, dass die wahren Zahlen in den USA deutlich oder sogar um ein Vielfaches über den nun offiziell auf knapp 30.000 gestiegenen Opfern liegen (link). Dies rührt primär aus einem anhaltenden Mangel an Tests. Brennpunkt der Problematik bleiben auf Profit abgestellte, privatwirtschaftliche Alters- und Pflegeheime, wo das Personal aus Kostengründen bereits unter normalen Umständen vielerorts überlastet ist. Dank enger Wohnverhältnisse breitet sich der Virus in diesen Anstalten besonders schnell aus. Ein aktueller Bericht von «ProPublica» erhärtet diese Vermutung: Demnach hat in den USA die Zahl der Sterbefälle ausserhalb von Spitälern –vorwiegend in Privatwohnungen – seit Beginn der Pandemie deutlich zugenommen (propublica). 

Letztlich aber werfen die neuen Zahlen einen Schatten auf die nun voll entbrannte Auseinandersetzung über eine Rückkehr Amerikas zur Normalität. Dabei möchte Donald Trump das Ruder übernehmen, obwohl er im März Gouverneuren und Kommunen gerne die Federführung bei der Virus-Bekämpfung überlassen und die Bundesregierung auf eine Rolle als «Backup» beschränken wollte. Ohne eine massive Ausdehnung von Tests auf den Virus und solche auf Anti-Körper nach einer Infektion ist eine Normalisierung offenkundig nicht zu verantworten. AM

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DIENSTAG, 14. April 2020

18.50 Uhr
New York City will Virus-Tests produzieren
Zur Mittagszeit zeichnet sich in New York State bei insgesamt knapp 200.000 Erkrankungen und über 10.000 Toten ein Abflachen der Kurve von Infektionen mit Covid-19 ab. Gleichzeitig werden die politischen Fronten härter. Weniger angewiesen auf Hilfen der Bundesregierung, schlägt Gouverneur Andrew Cuomo härtere Töne gegen den Präsidenten an. Wie hier berichtet, hat Cuomo gestern an der Gründung einer Gruppe von sechs Gliedstaaten im Nordosten partizipiert, die gemeinsam eine Aufhebung der Notstandsmassnahmen koordinieren soll. Nun will auch der republikanische Gouverneur von Massachusetts diesem Pakt demokratisch geführter Gliedstaaten beitreten. Trump will dagegen den Gliedstaaten vorschreiben, wie diese zur Normalität zurückkehren. Cuomo sagte Dienstagmorgen dazu, er könne Trumps Behauptung, als Präsident über «totale Vollmachten» zu verfügen, nicht nachvollziehen: «Wir haben eine Verfassung. Und die gründet auf Gewalten-Teilung». Cuomo sagte zudem, er werde Anweisungen Trumps keine Folge leisten, wenn er selbst diese für verfehlt und riskant hält. Der Präsident sei gut beraten, sich nicht wie ein Diktator aufzuführen. Bürgermeister Bill de Blasio hat derweil bekannt gegeben, dass New York City fortan in eigener Regie monatlich 400.000 Tests auf Covid-19 herstellen lässt. Ein Teil wird ab kommender Woche von einem Unternehmen in Indiana geliefert. Ab Mai sollen Firmen und Labore in der City wöchentlich 50.000 Test-Geräte produzieren. Auch diese Nachricht dokumentiert das Fehlen einer nationalen Strategie bei der Bekämpfung von Covid-19 einschliesslich einer Rückkehr zu normalen Lebensverhältnissen in den USA (nytimes). AM
 

18.45 Uhr
Trump-Regierung lockert Russ-Emissionen
Die US-Umweltbehörde EPA hat am Dienstag eine seit Monaten geplante Verschärfung der Auflagen bei der Emission von Russ abgesagt. Als Begründung gab die Behörde an, die 2012 eingeführten, derzeitigen Limits seien ausreichend. Öl-Konzerne und Industrie-Unternehmen begrüssen die Stornierung neuer Regelungen. Bei Gesundheits-Experten löst die Massnahme jedoch harte Kritik aus: Laut einer neuen Studie der Harvard University erhöht eine starke Verschmutzung der Luft mit feinen Russ-Partikeln das Sterberisiko bei einer Erkrankung mit Covid-19 um 15 Prozent. Dabei habe die Russ-Verschmutzung in den USA bereits vor der Virus-Pandemie jährlich rund 45.000 Menschenleben gefordert (nytimes). AM

18.40 Uhr
Amerikas Post vor dem Aus?
Die Virus-Pandemie zeigt in den USA komplexe Folgen. Nun scheint davon eine der ältesten, nationalen Institutionen existentiell bedroht: Der «United States Postal Service» (USPS). Eingezwängt zwischen der Verpflichtung zur Bedienung noch der obskursten Adresse im Hinterland, der Konkurrenz kommerzieller Dienstleister wie Fedex und UPS, sowie der epochalen Verlegung der Kommunikation in digitale Sphären, driftet die amerikanische Post immer tiefer in eine Krise. Seit der Jahrtausendwende ist der Brief- und Päckchen-Verkehr um die Hälfte auf 57 Milliarden Sendungen kollabiert.

Konservative blockierten staatliche Sanierungsmassnahmen und drängen stattdessen auf die vollständige Privatisierung des Brief- und Paketverkehrs. Nun bringt Covid-19 den USPS an den Abgrund: Die Post-Chefin Megan Brennan erwartet aufgrund deutlich zurückgehenden Volumens bis Ende 2021 Verluste von 22 Milliarden Dollar. Im Vergleich zum Vorjahr ist das Aufkommen an Postsendungen bereits um ein Drittel eingebrochen und der USPS erwartet weitere Rückgänge. Dies nach Verlusten von knapp 80 Milliarden Dollar seit der grossen Rezession 2008. Dazu kommen ungedeckte Pensions-Verpflichtungen für die 600.000 gewerkschaftlich organisierten Mitarbeiter von derzeit 140 Milliarden Dollar. Diese erfüllen weiter ihre Pflicht, obwohl ihr Job riskant ist: Dutzende Angestellte sind erkrankt und lange war die Verwaltung unfähig, Briefträger oder Sortierer mit Gesichtsmasken und Handschuhen auszurüsten (nytimes). 

Post-Chefin fordert nun 13 Milliarden Dollar als staatliche Soforthilfe und einen Schuldenerlass von 11 Milliarden Dollar. Doch obwohl Republikaner im Senat das Begehren im Rahmen einer nächsten Runde von Notmassnahmen unterstützen, lehnt das Weisse Haus dies ab. Donald Trump ist der USPS ein Dorn im Auge. Der Präsident wirft der Post Paketlieferungen für Amazon unter Selbstkosten vor. Damit begünstige die staatliche Institution den Amazon-Gründer Jeff Bezos, den Trump als Feind betrachtet. Schliesslich ist Bezos auch Eigentümer der von Trump als «Fake News» diffamierten «Washington Post». Der nationale Notstand hat an dieser Haltung des Präsidenten offenkundig nichts geändert. Im Gegenteil: Trump scheint Covid-19 nutzen zu wollen, um reale oder auch imaginäre Gegner zu schädigen (washingtonpost). AM
 

16.50 Uhr 
Achttägiges Baby mit Coronavirus
Das Wolfson Medical Center in der Stadt Holon bestätigte am Dienstag, dass ein acht Tage junges Baby eingeliefert worden ist, das positiv auf den Coronavirus getestet wurde. Der zweifelsohne jüngste Patient in dieser Krise war wegen seiner erhöhten Temperatur vom Jerusalemer Hadassa Medical Center auf dem Scopus-Berg ins Wolfson-Krankenhaus gebracht worden. Das Kind ist in guter medizinischer Verfassung, und die Mutter, die mit dem Corona-Baby mitkam, zeigte bei der Einlieferung keinerlei Symptome für den Coronavirus. Sie befindet sich nun mit ihrem Kind in einer speziellen Abteilung, die eigens für solche Fälle hergerichtet worden ist. JU

11.45 Uhr
Krankenstatistik
Der Tod eines 81-jährigen Mannes im Ichilov-Krankenhaus brachte am Dienstag die Gesamtzahl der israelischen Corona-Toten auf 118. Insgesamt wurden bis dahin 11686 Fälle positiv diagnostiziert, einschliesslich 181 Patienten in kritischem Zustand. 136 von ihnen mussten intubiert werden. Rund 2000 Personen haben sich von der Krankheit erholt. JU
 

8.55 Uhr
Todesfall Nummer 117
Ein weiterer Corona-Todesfall hat am Dienstagmorgen die Gesamtzahl der israelischen Todesfälle auf 117 erhöht. Die Zahl der positiv Diagnostizierten stieg auf 11868. Von diesen befinden sich laut dem israelischen Gesundheitsministerium 181 in seriösem Zustand, und 132 von ihnen waren auf das Beatmungsgerät angewiesen. Rund 1855 Individuen konnten die Krankenhäuser als geheilt verlassen. Rund 7680 Untersuchungen wurden laut Gesundheitsministerium zwischen Sonntag und Montagmorgen vorgenommen, verglichen mit weniger als 6000 ein paar Tage zuvor. Das Ministerium ist weiter bestrebt, eine Tagesmarke von 10000 Untersuchungen zu erreichen. Landesweit bleiben die Städte Jerusalem und Bne Berak weiterhin die Hauptzentren der Corona-Fälle mit einem Total von 2093 beziehungsweise 1888 Fällen. Die Angst vor einer fortgesetzten Ausbreitung des Virus in charedischen Kreisen wird gestärkt durch die Erkenntnis, dass die am härtesten getroffenen Gegenden auf einer pro-Kopf-Basis sind: Bne Berak (mit 967 Fälle pro 100000 Einwohner), Kiryat Yearim (683), Kfar Chabad (654) und Kochav Yaacov (651). JU
 

8.40 Uhr
Marathonläufer mit eisernem Willen
Der französische Jude Elisha Nochomovitz, 32, hätte an sich zusammen mit 17000 anderen Sportler am 15. März den populären Marathon von Barcelona rennen sollen. Der Coronavirus machte den Marathonfans aber einen Strich durch die Rechnung. Nochomovitz, der seit einem Monat in seiner Wohnung bei Toulouse in Quarantäne sitzt, fand aber einen originellen Weg, um das lange, harte Training doch noch zu verwerten: Er rannte den ganzen Marathon auf seinem Balkon von nur gut 6,5 Metern Länge. Für dieses Unternehmen benötigte der Mann, der bisher schon bei 36 Marathonrennen mitgemacht hatte, 6 Stunden und 48 Minuten. Das war mehr als das Doppelte seiner sonstigen Zeit. Elisha erklärte dies damit, dass er auf dem Balkon alle paar Sekunden eine zeit- und kräfteraubende Kehrtwende einlegen musste. Die Initiative seiner Freundin Marie aber, die den Balkon-Marathon filmte und dann auf YouTube auflud, machte Nochomovitz über Nacht zum internationalen Symbol. CNN und CNBC berichteten über ihn, ebenso wie dutzende von Publikationen wie «The Guardian», «Time» und «Newsweek». «Ich betrachtete meine Aktion als den besten Weg», sagte Elisha in einem Interview mit «Le Parisien», «um etwas Herausforderndes auf dem Balkon zu tun, aber auch als Geste der Unterstützung für die medizinischen Teams». – Nochomovitz gab  zwei weitere Marathonläufe zum Besten, wobei er die Zeit jedes Mal wesentlich verbessern konnte, wie die niederländische Zeitung «Handelsblad» berichtete. Die Nachbarn applaudierten, und Marie offerierte Getränke, T-Shirts und Süssigkeiten. In Toulouse hätte das Gesetz ihm übrigens erlaubt, Runden im Freien zu laufen. Er zog aber seinen künstlichen «Rasen» vor, weil das die Sache «viel herausfordernder» gestaltet habe. Und zudem offeriert sein Balkon eine unbehinderte Sicht auf die Pyrenäen. JU
 

00.15 Uhr
Wiederum strikte Abriegelung
Für Dienstagabend, wenn in Israel der letzte Tag des Pessachfestes beginnt, kündete Premier Netanyahu erneut ein striktes Regime der Restriktionen und Abriegelungen an. Das Fest darf nur im Rahmen der Kernfamilie, in der eigenen Wohnung gefeiert werden, ohne Gäste von aussen einzuladen. Und am Mittwochabend, wenn normalerweise das marokkanische Fest der Mimouna den Übergang von der ungesäuerten Matza zum «normalen» Brot markiert, wird dieses Jahr angesichts der Corona-Krise ausserhalb der Wohnungstüre gar nicht gefeiert. Aus Angst vor einem Überborden der Stimmung, ein Nachlassen der Befolgung der harten Anweisungen des Gesundheitsministeriums und der wegen der Ansteckungsgefahr potentiell todgefährlichen Situation, wurden alle Feierlichkeiten auf den Strassen und in den öffentlichen Parkanlagen gestrichen. Tausende von Polizisten sind aufgeboten worden, um das Volk, wenn nötig, in Schranken zu halten. Auch die am Montagabend veröffentlichen aktuellen Zahlen der Krankenstatistik verdeutlichen, dass alle Spekulationen von einer schrittweisen Rückkehr zur industriellen Normalität