Ein Chorprojekt bringt Israelis und Palästinenser in den Schweizer Bergen zusammen. Auf Einladung des Bündner Ensembles «choR inteR kultuR» unter Leitung des Komponisten Fortunat Frölich trafen sich Sänger aus Tel Aviv und Ostjerusalem in St. Antönien. Gemeinsam bilden sie den rund 70-köpfigen Projektchor «Wind of Change». Gesungen wird auf Hebräisch, Arabisch, Englisch und Rätoromanisch, mit Werken jüdisch-israelischer, arabischer und Schweizer Komponisten. Teil des Programms ist die Neukomposition «Hudumiya» des israelischen Komponisten Udi Perlman. Darin verbindet er hebräische und arabische Begriffe für Stille und Schweigen und thematisiert das Verschweigen des Leids der jeweils anderen Seite. Die Begegnung beschränkt sich jedoch nicht auf die Proben: Die Teilnehmer wandern gemeinsam, spielen Karten oder feiern abends zu Schweizer Volksmusik. Die israelische Sängerin Maya beschreibt die Erfahrung mit den Worten: «Jetzt entdecken wir, wie ähnlich wir uns sind.» Die Vorbereitung des Projekts war laut Frölich schwierig. Es habe Zeit gebraucht, Chöre zu finden, die angesichts des Nahostkonflikts zu einer solchen Begegnung bereit waren. Zum Projekt gehören der mehrheitlich christliche Jerusalem Knights Choir aus Ostjerusalem, in dem auch Muslime mitsingen, das Ensemble Sonora aus Tel Aviv sowie Schweizer Sänger. Nach dem Probencamp führte eine Konzerttour nach Chur, St. Gallen, Basel, Bern und Zürich.
St. Antönien
28. Aug 2026
Gemeinsam singen für Frieden
Emily Langloh