Glänzende Umfragewerte des demokratischen Gouverneurs von Pennsylvania.
Laut einer Umfrage der New York Times, des Philadelphia Inquirer und der Siena University findet Josh Shapiro als Gouverneur von Pennsylvania starken Zuspruch. Offenkundig kommt der Demokrat mit seiner der betont pragmatischen und moderaten Linie in dem ewigen «Schlachtfeld-Staat» gut an.
Shapiro führt im laufenden Wahlkampf um seinen Posten mit 16 Prozentpunkten vor der republikanischen Finanzministerin Stacy Garrity. Er liegt bei nahezu allen demografischen Gruppen in Führung und kann sogar auf elf Prozent der Trump-Wähler von 2024 zählen. Trump hatte Pennsylvania mit knapp zwei Prozent vor Kamala Harris gewonnen.
Shapiro war seit 2022 als Gouverneur primär auf lokale Probleme fokussiert, erwies sich etwa bei dem Kollaps von Autobahnbrücken in Philadelphia als effektiver Krisenmanager, hat aber auch die Trump-Regierung wiederholt kritisiert und damit ein nationales Profil erworben. Er gilt als stark an einer Präsidentschafts-Kandidatur für 2028 interessiert.
Laut der Umfrage schneidet Shapiro in Pennsylvania besser ab, als seine Partei: die Demokraten liegen nur mit sechs Prozentpunkten vor den Konservativen – was allerdings ein erheblicher Sprung gegenüber 2024 ist. Heute liegt Trumps Zustimmung knapp 20 Punkte im Minus. Rund die Hälfte der Befragten hält die Demokratische Partei für «zu weit links» – bei Shapiro sind nur 29 Prozent dieser Ansicht.
Gut schneidet er zudem beim Umgang mit KI-Daten-Zentren ab, die sich landesweit rasch zum wichtigsten Thema dieser Zwischenwahlen entwickeln. Shapiro hat jüngst die nach seinen Angaben «strengsten Richtlinien des Landes» für den Bau der gigantischen Anlagen erlassen und damit eine deutliche Kehrtwende gegenüber dem Vorjahr vollzogen, als er Pläne von Amazon gelobt hat, 20 Milliarden Dollar in die KI-Infrastruktur des Gliedstaates zu investieren. Damit liegt Shapiro auf der Wellenlänge der Wählerschaft: Fast zwei Drittel – darunter 42 Prozent der Republikaner – sprachen sich gegen den Bau weiterer Zentren aus
Eine Ausnahme bildet Shapiros Haltung gegenüber Israel. Während 14 Prozent der Befragten ihn zu freundlich halten, steigt dieser Anteil bei den unter 30-Jährigen auf 40 Prozent – derselbe Wert wie bei seiner Konkurrentin Garrity. Shapiro hat stets seine jüdische Herkunft und Unterstützung für Israel betont. In seinen Anfang des Jahres erschienenen Memoiren schrieb er, dies hätte ihm bei Interviews zu einer allfälligen Nominierung als als Vizepräsidentschafts-Kandidat neben Harris Misstrauen eingebracht, was er als beleidigend empfand (Link). Für das Wahlvolk in Pennsylvania scheint das Thema insgesamt kein Problem darzustellen.