Der britischen Gruppe drohen Sanktionen wie gegen Hamas und den Islamischen Staat; dazu kämen Einreise-Verbote in die USA.
Gemäss Informationen des britischen «Telegraph» plant die Trump-Regierung die Einstufung der in Grossbritannien ansässigen «Palestine Action» als globale Terrororganisation. Damit würde Washington die Gruppe auf eine Stufe mit der Hamas, Al-Qaida und dem Islamischen Staat stellen. Zu den Konsequenzen würden lebenslange Einreiseverbote in die USA für Mitglieder und Unterstützer zählen.
Die angeblich geplante Massnahme steht im Einklang mit einer von Aussenminister Marco Rubio betriebenen Offensive gegen «linksextremistischen Terror» weltweit, würde erstmals aber auch linke Aktivisten in Grossbritannien mit amerikanischen Anti-Terror-Sanktionen belegen. Dazu zählen das Einfrieren ihrer Vermögenswerte in den USA, einschliesslich Bankkonten und Immobilien. US-Bürgern wären wirtschaftliche Kontakte mit der Gruppe verboten. Überdies untersagen Sanktionen die Bereitstellung von Geldern, Gütern oder Dienstleistungen an «Palestine Action», was auf eine faktische Abschneidung vom globalen Finanzsystem hinauslaufen würde.
Britische Staatsbürger, welche die Organisation weiterhin finanzieren oder an Protesten teilnehmen, riskieren damit, keine Bankkonten mehr eröffnen oder Hypothekenkredite aufnehmen zu können. Zur Begründung teilten amerikanische Regierungskreise mit, «Palestine Action» habe ihre «terroristischen Aktionen in den sozialen Medien propagiert und zur Anwendung ähnlicher Taktiken auf internationaler Ebene ermutigt, unter anderem in den USA und entlang der Grenze zwischen den USA und Mexiko».
Die Pläne Washingtons folgen einer Entscheidung der britischen Regierung, «Palestine Action» als Terrororganisation einzustufen, nachdem Aktivisten im Juni 2025 in den Luftwaffenstützpunkt RAF Brize Norton eingedrungen waren und Militärflugzeuge beschädigt hatten.
Seit dem Terror-Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 fährt «Palestine Action» eine Kampagne aus Hausfriedensbruch, Vandalismus und Sachbeschädigung gegen Unternehmen und Gebäude in Grossbritannien, die nach Ansicht der Gruppe mit dem «Zionismus» in Verbindung stehen. Im August 2024 rammten mehr als ein Dutzend Aktivisten mit einem Gefangenentransportfahrzeug das «Horizon»-Gelände des israelischen Rüstungsunternehmens Elbit Systems in der Nähe von Bristol. Nach Angaben der Polizei griffen die Aktivisten Polizeibeamte mit Vorschlaghämmern an.
Im November desselben Jahres stahlen Demonstranten an der Universität von Manchester zwei Büsten des ersten israelischen Präsidenten und beschmierten Gebäude auf dem Campus, ein Forschungszentrum sowie das Büro einer jüdischen Wohltätigkeitsorganisation mit roter Farbe, um an den 107. Jahrestag der Balfour-Deklaration zu erinnern.
Der amerikanische Ableger der Gruppe, «Palestine Action US», wurde mit ähnlichen Zielen gegründet. Unternehmen und Rüstungsfirmen mit Verbindungen zu Israel ins Visier zu nehmen, deren Betrieb zu stören und sie zu beschädigen (Link).