Georges Hill 06. Mär 2026

Geburtstag

Der Berner Georges Hill feiert heute Freitag seinen 80. Geburtstag. Der in Ostermundigen lebende Fotograf hat das jüdische Leben in Bern über Jahrzehnte hinweg begleitet und dokumentiert. Bereits vor zehn Jahren blickte er auf 45 Jahre Tätigkeit für die «Jüdische Rundschau» und später für tachles zurück. Inhaltlich habe sich sein Metier «nicht so viel, aber technisch» verändert, sagte er damals; die Benützung von Computern und E-Mail habe einen «Quantensprung» bedeutet. Als Dokumentarfotograf sei es ihm stets darum gegangen, «möglichst wertfreie Bilder aufzunehmen», auch wenn eigene Emotionen dem gelegentlich entgegenstanden. Mit der Auswahl der Bilder habe man dies wieder ausgleichen können. «Unbefangenheit, Wahrheit, Distanz und Fairness» seien für ihn die Grundlagen des Journalismus. Selbst wenn er sich bei prominenten Persönlichkeiten einmal wie ein Paparazzo habe verhalten müssen, sei eine Veröffentlichung bei sichtbar emotionalen Reaktionen für ihn ein No-Go gewesen. Geprägt wurde Hill durch ein «streng zionistisches Umfeld»; Israel sei für ihn «nach wie vor zentral». Bedeutende Ereignisse wie die Delegiertenversammlung des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes oder der Besuch von Itzhak Rabin in Bern machten ihm bewusst, dass seine Bilder Teil der Zeitgeschichte wurden. Zusammen mit dem tachles-Korrespondenten Berns Peter Abelin erschuf er über Jahrzehnte eine Chronik des jüdischen Lebens im Kanton Bern. Die Arbeit habe ihm «sehr viel gegeben», sagte er im Rückblick. Er habe Menschen kennengelernt, mit denen er weiterhin in Kontakt bleibe. Heute blickt er auf ein Leben zurück, das eng mit der jüdischen Gemeinschaft verbunden ist, aufmerksam, engagiert und mit einer Haltung, die von Klarheit und Fairness geprägt ist.

Emily Langloh