Zwölf Punkte erhielt der israelische Sänger Noam Bettan im ESC-Finale von Wien (Foto) und belegte nach dem Public-Voting schliesslich den zweiten Platz hinter Bulgarien. Damit wird wohl die Schweizer Sängerin Kings Elliot gar nicht glücklich gewesen sein. Sie hat offenbar aus Protest gegen die Teilnahme Israels auf eine Bewerbung für den Eurovision Song Contest verzichtet. Kurz nach dem ESC-Finale veröffentlichte die Musikerin auf Instagram ein Video eines angeblich geplanten Auftritts und bezeichnete die Aufnahme als «secret footage». Laut Berichten wollte Kings Elliot ursprünglich mit einem eigenen Song für die Schweiz am Wettbewerb teilnehmen. Nachdem die European Broadcasting Union entschieden hatte, Israel trotz internationaler Proteste weiterhin zum ESC zuzulassen, habe sie ihre Bewerbung jedoch zurückgezogen. In der Bildunterschrift zu dem veröffentlichten Video schrieb die Sängerin scherzhaft, sie hoffe, wegen des Leaks nicht verklagt zu werden. Gleichzeitig erklärte sie, der Song sei «zu gut», um ihn nicht mit der Öffentlichkeit zu teilen. Die Musikerin, die bürgerlich Anja Gmür heisst, wuchs in Wilen bei Wollerau sowie in Altendorf auf und lebt heute in London. In den vergangenen Jahren machte sie sich international mit emotionalen Indie-Pop-Songs einen Namen. 2025 veröffentlichte sie ihr Debütalbum «Born Blue» und gewann bei den Swiss Music Awards die Auszeichnung als Best Breaking Act. Der diesjährige Eurovision Song Contest war erneut von Debatten über Israels Teilnahme überschattet. Mehrere Länder und Künstler hatten Kritik an der Teilnahme Israels geäussert oder Boykottforderungen unterstützt.
Schwyz
21. Mai 2026
Eurovision-Verzicht wegen Israel
Emily Langloh