In Zürich hat eine Drohung gegen einen koscheren Supermarkt am Samstagabend einen grösseren Polizeieinsatz ausgelöst. Schwer bewaffnete Polizisten waren zeitweise vor mehreren jüdischen Einrichtungen in der Stadt präsent, darunter auch Synagogen. Auslöser war eine anonyme Drohung, die bei einem koscheren Supermarkt im Zürcher Stadtteil Wiedikon eingegangen war. Die Stadtpolizei Zürich bestätigte den Vorfall am Sonntag. Aus Sicherheitsgründen leitete die Polizei umgehend Massnahmen ein und verstärkte die Präsenz rund um jüdische Einrichtungen. Der sichtbare Einsatz wurde jedoch noch am selben Abend wieder beendet. Zu möglichen Hintergründen der Drohung machte die Polizei zunächst keine weiteren Angaben. Auch ob ein Zusammenhang mit der aktuellen Lage im Nahen Osten besteht, blieb offen. Die Ermittlungen laufen weiterhin. Der betroffene Stadtteil Wiedikon gilt als Zentrum der orthodoxen jüdischen Gemeinschaft in Zürich. In der Vergangenheit kam es dort wiederholt zu antisemitischen Vorfällen. Erst Anfang Februar wurde ein als orthodox erkennbarer jüdischer Mann auf offener Strasse angegriffen und zusammengeschlagen. Auch ein früherer schwerer Angriff wirkt noch nach: Vor zwei Jahren wurde ein orthodoxer Mann nach dem Besuch einer Synagoge mit einem Messer attackiert und lebensgefährlich verletzt. Der Täter soll dabei antisemitische Parolen gerufen haben. Die erneute Drohung zeigt, dass die Sicherheitslage für jüdische Einrichtungen in Zürich weiterhin angespannt bleibt. Die Behörden untersuchen nun, von wem die Drohung ausging und ob weitere Massnahmen nötig sind.
zürich
06. Mär 2026
Drohung löst Polizeieinsatz aus
Emily Langloh