New York – Politik 14. Apr 2026

Zunehmende Opposition gegen Unterstützung für Israel

Zohran Mamdani und Brad Lander.

J Street und der jüdische Demokrat Brad Lander als Teil eines breiteren Trends.  

Brad Lander war Stadtkämmerer von New York City, unterlag Zohran Mamdani bei den Bürgermeisterwahlen und tritt derzeit bei demokratischen Vorwahlen gegen den Amtsinhaber Dan Goldman für ein Kongress-Mandat in der City an. Lander bezeichnet sich als liberalen Zionisten und hat sich Parteilinken im US-Repräsentantenhaus angeschlossen, die rundweg ein Ende von US-Hilfe für Israel auch für Abwehrsysteme wie «Iron Dome» fordern.

Lander gab an einer Presse-Diskussion an, er stimme Alexandria Ocasio-Cortez zu: «Wir müssen  … unsere gesamte aussenpolitische Hilfe an die Einhaltung der Menschenrechte und des Völkerrechts knüpfen. Israel ist derzeit weit davon entfernt, Menschenrechte und Völkerrecht einzuhalten. Daher würde ich momentan keiner weiteren Hilfe zustimmen.» Er hoffe jedoch, «dass sich das ändert.»

Ocasio-Cortez hat ihre Ablehnung erst vor wenigen Wochen auf Iron Dome ausgedehnt, Israel sei durchaus in der Lage, das System selbst zu finanzieren. Während des Bürgermeisterwahlkampfs im vergangenen Jahr hatte Lander noch erklärt, er befürworte die Fortsetzung der US-Finanzierung für Iron Dome und andere Verteidigungssysteme. Allerdings wollen linke Demokraten Israel nicht vom Kauf amerikanischer Waffen abhalten. 

Die Wende gegen Waffenhilfen geht Hand in Hand mit einbrechenden Werten für Trump und auf ein Fünftel sinkenden Sympathien für Israel unter Demokraten. Landers Haltung verdeutlicht zudem die Spaltungen innerhalb der Partei in Bezug auf Israel. Goldman vertritt den 10. Kongresswahlbezirk, der Borough Park und Park Slope in Brooklyn sowie Teile von Lower Manhattan umfasst. Die Gegenden stimmten mehrheitlich für Mamdani.

Goldman vertritt indes traditionelle Positionen zu Israel: Er unterstützt Israels Sicherheit und sucht gleichzeitig nach einem Weg zu einer Zwei-Staaten-Lösung, kritisiert die rechtsgerichtete Netanyahu-Regierung scharf und lehnt den Siedlungsbau und die Gewalt von Siedlern ab. Goldman hält an der amerikanischen Finanzierung von Iron Dome fest. Allerdings hat er jüngst auf einem Fragebogen der «Brooklyn Young Democrats» die Ansicht bekundet, dass die US-Militärhilfe für Israel «sicherlich an die Einhaltung der Menschenrechte geknüpft sein sollte». Er könne sich «nicht auf ein pauschales Verbot der Hilfsleistungen für Israel festlegen, das losgelöst von den jeweiligen Umständen betrachtet wird – insbesondere angesichts des erklärten Ziels des Iran, Israel auszulöschen». 

Jahr 2023 hatte Goldman noch jegliche Bedingungen für US-Hilfen an Israel abgelehnt (Link).
 

Andreas Mink