Iran-Krieg 17. Mär 2026

Weitere Umfrage zeigt Wende gegen Israel in den USA

Knapper Vorteil für Palästinenser.  

Eine neue Umfrage von NBC News bestätigt einen seit der israelischen Reaktion auf den 7. Oktober 2023 laufenden Trend: Inzwischen sehen mehr registrierte Wähler Israel negativ. Dieser Wandel ist insbesondere bei Unabhängigen und Demokraten ausgeprägt, und dürfte daher laut NBC News auch auf die bereits laufenden Vorwahlen für Kongress-Mandate durchschlagen, über die das Wahlvolk im November entscheiden wird.

Auf die Fragen nach Sympathien geben 40 Prozent der registrierten Wähler an, dass sie eher auf der Seite der Palästinenser stehen, während sich 39 Prozent für die Israelis entscheiden. Im November 2013 lag das Verhältnis bei einer Umfrage des Senders noch bei 45 zu 13 Prozent zugunsten der Israelis. Damals wie heute standen zwei Drittel der Republikaner auf der Seite Israels. Heute sympathisieren zwei Drittel der Demokraten mit den Palästinensern.

Fast 60 Prozent der Demokraten und knapp 50 Prozent der unabhängigen Wähler stehen Israel negativ gegenüber. Bei der letzten Erhebung von NBC News im November 2023 – also kurz nach dem 7. Oktober – war die Haltung dieser Populationen gegenüber Israel noch positiv. Die Umfrage wurde vom 27. Februar bis zum 3. März durchgeführt, also zu Beginn der neuen Angriffe Israels und der USA auf Iran, jedoch vor dem Terrorangriff eines eingebürgerten Libanesen auf die grosse Reform-Synagoge Temple Israel nahe Detroit, Michigan, in der vergangenen Woche, den das FBI als «gezielte Gewalttat gegen die jüdische Gemeinschaft» einstuft.

Besonders Jüngere sehen Israel immer negativer. Unter 35-Jährige hatten bereits 2023 nur ein Viertel eine positive, 37 Prozent dagegen eine negative Einstellung. Heute ist dieser Wert auf knapp zwei Drittel gestiegen und 60 Prozent sympathisieren eher mit den Palästinensern als Israel. Dieser dramatische Umschwung wurde bereits beim Wahlsieg des Israel-Kritiker Zohran Mamdani bei den Bürgermeisterwahlen in New York City im letzten November evident. 

Verantwortlich für die Umfrage waren die von dem Republikaner Bill McInturff geführte Firma Public Opinion Strategies und der Demokrat Jeff Horwitt und Hart Research Associates. McInturff erklärte, die Präsidentschafts-Vorwahlen der Demokraten für 2028 würden «beim Thema Israel auf einem ganz, ganz anderen Terrain ausgetragen werden.» Horwitt sieht die auf den 7. Oktober folgende israelische Militäroffensive als «Wendepunkt für viele Wähler: Israel mag im Krieg gegen die Hamas grosse militärische Erfolge erzielt haben, doch sein Vorgehen hat seinem Ansehen in der amerikanischen Bevölkerung schwer geschadet» (Link).

Andreas Mink