Formelle Unterzeichnung am Freitag in Genf; Haltung Israels unklar; zentraler Konfliktstoff ungelöst.
Wie beide Seiten am Sonntagabend (US-Zeit) mitteilten, haben die USA und der Iran eine Vereinbarung über einenWaffenstillstand getroffen, der die bestehende, zunehmend fragile Feuerpause um 60 Tage verlängert. In dieser Frist sollen zentrale Streitpunkte wie die Zukunft des iranischen Atomprogramms und die Aufhebung internationaler und amerikanischer Sanktionen gegen Teheran in weiteren Verhandlungen gelöst werden.
Der Tag – an dem Trump 80 Jahre alt wurde – war von neuen Spannungen gezeichnet, ausgelöst von israelischen Angriffen auf Beirut und weitere Ziele im Libanon. Dort feuerte die Hisbollah Raketen auf Israel ab und attackierte im Süden des Landes operierende IDF-Einheiten. Teheran drohte darauf hin mit Angriffen gegen Israel und einem Abbruch der über regionale Vermittler geführten Verhandlungen mit Washington. In Teheran wurde speziell die Tatsache gewürdigt, dass Pakistan, aber auch Katar und Ägypten wichtige Rollen als Vermittler gespielt haben – während die Europäer sich nicht eingeschaltet und vielmehr die USA und Israel in ihrer Aggression unterstützt hätten. In der Nacht zum Montag hat auch die Türkei das Rahmenabkommen begrüsst (Link).
Am Ende schienen Washington und Teheran doch nicht gewillt, den Konflikt weiter zu führen. Unklar bleibt, ob Israel dem Abkommen mehr oder weniger stillschweigend beitritt und Attacken im Libanon einstellt. Iran fordert letztlich auch einen Abzug der IDF aus dem gesamten Libanon.
Bis Freitag soll indes die Strasse von Hormus wieder geöffnet und die amerikanische Blockade iranischer Häfen aufgehoben werden. In der Meerenge ist eine aufwendige Minenräumung notwendig, während die Öl- und Erdgas-Förderung rund um den Golf erhebliche Kriegsschäden davon getragen hat.
Trump schrieb auf «Truth Social»: «Das Abkommen mit der Islamischen Republik Iran ist nun besiegelt. Glückwunsch an alle! Hiermit gebe ich die Strasse von Hormus für die freie Durchfahrt frei und ordne gleichzeitig die sofortige Aufhebung der Seeblockade durch die US-Marine an. Schiffe der Welt, startet eure Motoren.»
Wenige Minuten zuvor hatte der pakistanische Aussenminister Shehbaz Sharif auf X die Einigung auf ein Friedensabkommen verkündet und hinzugefügt: «Beide Seiten haben die sofortige und dauerhafte Einstellung der militärischen Operationen an allen Fronten, einschliesslich des Libanons, erklärt» (Link).