Hackney will Städtepartnerschaft nach 58 Jahren beenden.
Der Londoner Bezirk Hackney hat den ersten Schritt zur Beendigung seiner seit 1968 bestehenden Städtepartnerschaft mit der israelischen Hafenstadt Haifa beschlossen. Nach einer emotionalen und teils hitzigen Debatte stimmte der von den Grünen geführte Bezirksrat dafür, das formelle Verfahren zur Auflösung der Partnerschaft einzuleiten. Eine endgültige Entscheidung steht allerdings noch aus. Zuvor sollen die Stadt Haifa angehört, eine öffentliche Konsultation durchgeführt und die Auswirkungen auf verschiedene Bevölkerungsgruppen geprüft werden.
Die Grünen begründeten den Vorstoss mit dem Gaza-Krieg und erklärten, die internationalen Beziehungen des Bezirks müssten den eigenen Werten in Bezug auf Menschenrechte und Völkerrecht entsprechen. Bürgermeisterin Zoë Garbett sprach von «ethischen Partnerschaften», die Frieden und Gerechtigkeit fördern sollten. Die Beendigung der Verbindung mit Haifa war bereits Teil des Wahlprogramms der Grünen, die im Mai die Kontrolle über den Bezirksrat übernommen hatten.
Der Beschluss stiess auf heftigen Widerstand. Vertreter der jüdischen Gemeinde sowie Ratsmitglieder von Labour und den Konservativen warfen der neuen Ratsmehrheit Symbolpolitik vor. Sie betonten, Haifa gelte als eine der wenigen gemischt jüdisch-arabischen Städte Israels und als Modell des Zusammenlebens. Zudem erinnerten sie daran, dass die Partnerschaft jahrzehntelang medizinische und kulturelle Austauschprogramme ermöglicht habe, insbesondere zwischen dem Homerton University Hospital in London und dem Rambam Medical Center in Haifa.
Vor dem Rathaus demonstrierten sowohl pro-palästinensische als auch pro-israelische Gruppen. Die Atmosphäre war angespannt; Medien berichteten von lautstarken Protesten und einzelnen Zwischenfällen. Die endgültige Entscheidung über das Ende der Städtepartnerschaft soll nach Abschluss der Konsultationen zu einem späteren Zeitpunkt fallen.