Reaktion auf die Ausladung des pro-palästinensischen Rappers Macklemore.
Am Mittwoch haben sämtliche Performer im Vorprogramm der «Loop»-Tournee von Ed Sheeran durch amerikanische Stadien ihre Teilnahme abgesagt. Sie protestieren damit gegen die Streichung des pro-palästinensischen Rappers Macklemore aus dem Programm am Montag, nachdem Robert Kraft – Eigentümer der New England Patriots – und andere Stadion-Eigner Druck auf die Veranstalter ausgeübt hatten.
So schrieb der Singer-Songwriter Finneas auf Instagram, er stehe «an der Seite Palästinas und seiner Bevölkerung»: «Künstler dürfen nicht zum Schweigen gebracht werden, wenn sie für Unterdrückte eintreten», so der Bruder von Billie Eilish. Die Geschwister hatten sich 2025 anderen Prominenten für das Benefizkonzert «Together for Palestine» angeschlossen.
Kurz zuvor hatte der irische Sänger Aaron Rowe seinen Ausstieg bekannt gegeben. Er könne nicht tatenlos zusehen, wie Milliardäre Stimmen zum Schweigen brächten, die sich gegen den «israelischen Völkermord» aussprächen und auf die «grausame Ermordung von Kindern» hinwiesen: «Als Iren wissen wir nur zu gut, was Völkermord, erzwungene Hungersnöte und gewaltsame Besatzung bedeuten.»
Auch Sheerans Hausband Beoga verlässt die Tour. Die irische Band betonte: «Wir hätten uns nie träumen lassen, in Stadien dieser Grösse zu spielen, und wir wissen diese Chance sehr zu schätzen.» Es sei aber «wichtig, dass alle wissen: Der wahre Feind ist die zionistische Lobby. Sie haben unermüdlich daran gearbeitet, Künstler zum Schweigen zu bringen, die frei über einen Völkermord sprechen wollen, der sich direkt vor unseren Augen abspielt.»
Die Band kritisiert Kraft, bekundet Unterstützung für Macklemore und dessen Botschaft und erklärt, das eigentliche Problem sei die Tötung von Palästinensern. Auch die dänische Band Lukas Graham verlässt die Tournee. In ihrer kleinen dänischen Gemeinde gehöre es zum Alltag, «seine Meinung offen zu sagen»: «Mehr Geld zu haben, machte die eigene Meinung nicht wertvoller als die eines anderen. Geld gibt einem nicht das Recht, das Gespräch zu bestimmen.»
Zudem «sollten wir über Krieg sprechen können, über die Tötung von Zivilisten, über Kinder, die es verdienen, aufzuwachsen. Ganz gleich, wo sie leben. Ganz gleich, welche Flagge über ihnen weht» (Link).