2025 war tödlichstes Jahr für Juden in der Diaspora seit Jahrzehnten
2025 sind ausserhalb Israels so viele Juden durch antisemitische Gewalt getötet worden wie seit mehr als drei Jahrzehnten nicht mehr. Zu diesem Schluss kommt der neue Jahresbericht der J7 Large Communities’ Task Force Against Antisemitism, einem Zusammenschluss führender jüdischer Organisationen aus Argentinien, Australien, Kanada, Frankreich, Deutschland, Grossbritannien und den USA.
Dem Bericht zufolge wurden im vergangenen Jahr 20 Menschen bei antisemitischen Anschlägen in Australien, Grossbritannien und den USA ermordet. Insgesamt registrierten die sieben Länder rund 23'000 antisemitische Vorfälle – ein Anstieg von 136 Prozent gegenüber 2022. Die Zahl der gewalttätigen Angriffe nahm im gleichen Zeitraum um 97 Prozent zu.
Besonders alarmierend sei, dass sich Antisemitismus auf einem dauerhaft hohen Niveau etabliert habe. Die Task Force spricht von einer «neuen Normalität» und fordert Regierungen auf, jüdische Einrichtungen besser zu schützen, Strafverfolgung konsequenter durchzusetzen und soziale Netzwerke stärker in die Pflicht zu nehmen.
Die Entwicklung unterscheidet sich je nach Land. Deutschland verzeichnete die höchste Zahl antisemitischer Vorfälle pro 1'000 jüdische Einwohner, während Australien den stärksten prozentualen Anstieg seit 2022 registrierte. In Grossbritannien gingen die Gesamtzahlen zwar leicht zurück, blieben aber auf historisch hohem Niveau.
Die J7 betont, dass sich der drastische Anstieg seit dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 nicht als kurzfristige Reaktion erwiesen habe. Vielmehr habe sich antisemitische Gewalt in vielen westlichen Demokratien verfestigt. Die Autoren warnen, dass ohne entschlossenes politisches Handeln weitere Eskalationen drohten.
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