USA – Medien 22. Sep 2026

Einigung im Kartell-Streit um Paramount–Warner

Das Warner Bros-Logo zu sehen in Cannes. 

Kalifornien handelt Abkommen ohne einschneidende Zugeständnisse von Paramount aus.  

Gestern Montag hat der Medienkonzern Paramount eine Einigung zur Beilegung einer von Kalifornien und anderen, von Demokraten regierten US-Gliedstaaten eingereichten Kartellklage gegen die Übernahme von Warner Bros. Discovery für 111 Milliarden Dollar erzielt. Die Gliedstaaten unter Führung des kalifornischen Generalstaatsanwalts Rob Bonta argumentierten, die Übernahme würde zu einer gefährlichen Machtkonzentration beim Kabelfernsehen und Kino führen.

Nach Einreichung der Klage im Juni hatten Bonta und das von David Ellison geführte Paramount-Management Vergleichsverhandlungen begonnen. Bonta gab sich am Montag zufrieden über das Abkommen, das noch vom zuständigen Gericht bewilligt werden muss. Der Konzern will ein Gremium zur Sicherung der redaktionellen Unabhängigkeit von CNN und CBS News einrichten und jährlich 30 Filme in die Kinos zu bringen. Zudem sagte das Unternehmen zu, in den kommenden fünf Jahren zusätzlich 1,5 Milliarden Dollar in die Filmproduktion zu investieren, und garantierte einen höheren Anteil an in den USA produzierten Filmen.

Damit scheint der Standort Hollywood vorerst gesichert. Ellison hatte nach Einreichung der Klage mit einer Abwanderung aus Kalifornien gedroht. Dies erschien der dortigen Politik angefangen bei Gouverneur Gavin Newsom anscheinend so bedrohlich, dass Bonta bereit war, etwa die Forderung nach einem Verkauf von CNN als Teil von Warner aufzugeben. David Ellison wird damit laut der «New York Times» zu einer der mächtigsten Persönlichkeiten der Unterhaltungsbranche. Hinter ihm stehen das Vermögen und der Einfluss seines Vaters, des Milliardärs und Oracle-Mitgründers Larry Ellison. Die Ellisons stehen zudem Trump nahe. David Ellison hatte im Frühjahr ein Dinner «zu Ehren des Weissen Hauses unter Trump» ausgerichtet. Damit gab er Befürchtungen über eine konservative Ausrichtung von CNN unter Paramount-Kontrolle weiter Auftrieb. Denn ein politischer Kurswechsel war nach der Übernahme von CBS News durch Paramount im Vorjahr geschehen. 

Der Vergleich wird deshalb von William Tong kritisiert, dem demokratische Generalstaatsanwalt von Connecticut. Er habe als Mitkläger «eine vollständige Veräusserung von CNN und CBS News im Rahmen der Fusion gefordert» und sei über das Ergebnis «zutiefst enttäuscht» (Link).

Andreas Mink