London 30. Jul 2026

«Ihr sagt Genozid, ich sage Krieg»

Boy George verteidigt Israel - hier bei einem Auftritt in Tel Aviv.

Boy George sorgt mit Pro-Israel-Song für internationale Kontroverse.  

Der britische Popstar Boy George hat mit seinem neuen Song «We Will Dance Again» eine internationale Debatte ausgelöst. Das Lied ist den Opfern des Hamas-Massakers vom 7. Oktober 2023 gewidmet und stellt sich demonstrativ an die Seite Israels und der jüdischen Gemeinschaft. In einer Zeit, in der zahlreiche Künstler die israelische Regierung kritisieren oder zum kulturellen Boykott des Landes aufrufen, setzt der Sänger damit ein bewusstes politisches Zeichen.
Im Song greift Boy George die Auseinandersetzung um den Gaza-Krieg direkt auf. Mit Zeilen wie «You say genocide, I say war» weist er den Genozid-Vorwurf gegen Israel zurück und wirft Kritikern vor, die Verbrechen der Hamas vom 7. Oktober auszublenden. Mehrfach erinnert der Text an die Ermordung und Entführung von Besucherinnen und Besuchern des Nova-Musikfestivals und endet mit der Botschaft: «I stand with the Jews.»
Die Veröffentlichung stiess auf ein geteiltes Echo. Die israelische Zeitung The Times of Israel und die britische Jewish Chronicle würdigten den Song als ungewöhnlich deutliche Solidaritätsbekundung eines international bekannten Popstars. Beide Medien verweisen darauf, dass Boy George seit dem 7. Oktober wiederholt gegen Antisemitismus Stellung bezogen und sich öffentlich gegen Forderungen ausgesprochen habe, Israel vom Eurovision Song Contest auszuschliessen.
Internationale Medien wie The Guardian und Euronews berichteten hingegen vor allem über die heftigen Reaktionen in den sozialen Medien. Kritiker werfen Boy George vor, mit dem Song den Krieg in Gaza zu verharmlosen und die humanitäre Lage der palästinensischen Bevölkerung auszublenden. Unterstützer sehen darin dagegen eine selten gewordene öffentliche Solidarität mit den Opfern des Hamas-Massakers und der jüdischen Gemeinschaft.
Für zusätzliche Diskussionen sorgt die Entstehung des Songs. Boy George erklärte, Text und Musik mithilfe künstlicher Intelligenz entwickelt zu haben. Auf der Plattform Threads bezeichnete er das Projekt als «AI for good» und erklärte, ein derart politischer Song wäre mit menschlichen Co-Autoren kaum zustande gekommen. Gerade die Verbindung einer klaren politischen Botschaft mit KI-Technologie macht «We Will Dance Again» zu einer der meistdiskutierten Musikveröffentlichungen der vergangenen Tage.
 

Redaktion