Paris 19. Apr 2026

Verdächtiger des Pariser Anschlags von 1982 ausgeliefert

Pariser am 11. August 1982 vor dem Restaurant Jo Goldenberg, zwei Tage nachdem es bei einem palästinensischen Terroranschlag verwüstet wurde.  

Mehr als vier Jahrzehnte nach einem der schwersten antisemitischen Anschläge in Frankreich ist ein mutmasslicher Hauptverdächtiger an die französischen Behörden überstellt worden.  

Frankreich hat einen zentralen Verdächtigen des antisemitischen Anschlags auf ein jüdisches Restaurant in Paris im Jahr 1982 zur Strafverfolgung ausgeliefert bekommen. Wie französische Behörden mitteilten, wurde der heute über 70-jährige Mann von der Palästinensischen Autonomiebehörde übergeben und nach Frankreich gebracht. 

Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, den Angriff auf das Restaurant «Jo Goldenberg» im Pariser Marais-Viertel mitorganisiert zu haben. Bei dem Attentat am 9. August 1982 warfen Angreifer eine Granate in den Gastraum und eröffneten anschliessend das Feuer auf Gäste – sechs Menschen wurden getötet, mehr als 20 verletzt. 

Die französische Anti-Terror-Staatsanwaltschaft bestätigte, dass der Mann nach seiner Ankunft in Gewahrsam genommen wurde und nun einem Ermittlungsrichter vorgeführt werden soll. Grundlage ist ein internationaler Haftbefehl, der im Zuge der seit Jahren laufenden Ermittlungen erlassen wurde. 

Der Fall gilt als eines der schwersten antisemitischen Gewaltverbrechen in Frankreich seit dem Zweiten Weltkrieg. Jahrzehntelang war keiner der mutmasslichen Täter vor Gericht gestellt worden. Die Auslieferung wird daher als bedeutender Schritt für die Aufarbeitung und für die Angehörigen der Opfer gewertet. 

Die französische Regierung sprach von einem Durchbruch nach jahrelanger internationaler Zusammenarbeit und kündigte an, den Fall nun zügig vor Gericht zu bringen. 

Redaktion