Epstein-Affäre 10. Apr 2026

Überraschender Auftritt der First Lady

Melania Trump

Melania Trump betont, sie habe keinerlei Beziehung zu Jeffrey Epstein gehabt.  

Am Donnerstagnachmittag hat Melania Trump die Presse für eine überraschende Erklärung zu Jeffrey Epstein ins Weisse Haus geladen. Die First Lady betonte, sie habe keinerlei Beziehung zu dem 2019 verstorbenen Sexualverbrecher gehabt, sei kein Opfer von ihm geworden und habe keinerlei Kenntnis von seinen Verbrechen gehabt. Sie wolle nun «ihren guten Namen» rein waschen und Gerüchte über die Umstände ihrer ersten Begegnung mit ihrem späteren Ehemann – dem heutigen US-Präsidenten – ausräumen: «Die Lügen, die mich mit dem schändlichen Jeffrey Epstein in Verbindung bringen, müssen heute ein Ende haben.» Sie sprach von «zahlreichen gefälschten Bildern und Aussagen über Epstein und mich… die nun schon seit Jahren kursieren».

Die Motive für den Zeitpunkt blieb ebenso unklar, wie die Berichte, auf welche sie sich dabei bezog. Laut einem Sprecher der First Lady hatte sie den Präsidenten über diese Erklärung zuvor informiert. Sie beendete ihren Auftritt mit der Forderung an den US-Kongress, Epstein-Opfern eine Anhörung zu gewähren.

Melania Trump erzählte: «Donald und ich waren hin und wieder zu denselben Partys eingeladen wie Epstein, da sich soziale Kreise in New York City häufig überschneiden.» Das erste Mal sei sie «Epstein im Jahr 2000 über den Weg gelaufen – bei einer Veranstaltung, die Donald und ich gemeinsam besuchten.»

Im Gegensatz zu Gerüchten habe Epstein sie «nicht Donald Trump vorgestellt. Ich habe meinen Mann durch Zufall kennengelernt.» Diese Geschichte ist wohl bekannt und soll 1998 im «Kit Kat Club» stattgefunden haben, wo der italienische Model-Agent Paolo Zampolli sie Trump vorgestellt haben soll. Zampolli unterhielt geschäftliche Beziehungen zu Epstein und taucht mehrfach in den Epstein-Akten auf.

Dort taucht auch der Name Melania auf. In einer E-Mail aus dem Jahr 2002, die an Ghislaine Maxwell gerichtet war, schrieb eine «Melania», um ein Epstein-Profil im «New York Magazine» zu loben. Maxwell nannte «Melania» dabei vertraulich «Sweet Pea» und «Melania» unterzeichnete ihre E-Mail mit «Alles Liebe».

Am Donnerstag erklärte die First Lady dazu: «Ich hatte niemals eine Beziehung zu Epstein oder seiner Komplizin Maxwell. Meine E-Mail-Antwort an Maxwell war nicht als mehr als ein oberflächlicher Austausch von Freundlichkeiten» (Link).

Der Zeitpunkt des Auftritts ist für Trump alles andere als günstig. Kritiker charakterisieren seinen Iran-Krieg als Ablenkung von seiner Verwicklung in die Epstein-Affäre – dazu sind neuerliche Anschuldigungen einer Frau bekannt geworden, die ihm Missbrauch an ihr als Teen vorwirft. Nun da der Krieg in einer Feuerpause mündet, holt die Affäre Trump nicht allein durch seine jüngste Entlassung der Justizministerin Pam Bondi über deren Handling der Epstein-Akten ein. Jetzt stellt seine Gattin sicher, dass nicht allein die für Trump offenkundig unliebsame Causa wieder in den Vordergrund rückt – sondern auch der Zustand seiner Ehe.

Andreas Mink