USA – Politik 28. Mai 2026

Gelingt den Demokraten in Texas nun ein politisches Wunder?

Bekannter Analyst erkennt gute Aussichten für Sieg in Senat-Rennen.  

Wie zahlreiche Fachleute nahm gestern Mittwoch auch Nate Cohn zum Sieg des Trump-Favoriten Ken Paxton über den Amtsinhaber John Cornyn bei den Senatsvorwahlen der Republikaner in Texas Stellung. Cohn schreibt für die «New York Times» und hat einen guten Ruf als Wahl-Analytiker. Er mahnt zwar zu Skepsis, da die Demokraten zuletzt vor drei Jahrzehnten ein Mandat für den gesamten Gliedstaat (also etwa für den US-Senat oder als Gouverneur) gewonnen hätten.

Aber Paxton sei ein derart radikaler Rechtsausleger und zudem in Skandale verwickelt, was seine Chancen gegen den jungen Demokraten James Talarico untergrabe. Dazu komme jedoch ein neuer Trend: Texas zähle zu den vielfältigsten Bundesstaaten des Landes. Landesweit zeigten Umfragen zeigen, dass jungen und nicht-weissen Wählerschaften – und hier insbesondere solche hispanischer Herkunft nach einer Unterstützung Trumps 2024 seither in hellen Scharen wieder zu den Linksliberalen zurück kehren.

Der Status von Texas als verlässlich republikanischer Bundesstaat hänge nun massgeblich von einem überdurchschnittlich hohen Zuspruch unter Wählern hispanischer Herkunft ab. Doch inzwischen liegen die Demokraten bei «Latinos» 30 Prozentpunkten vor Trump und seiner Partei – 54 Prozent gegenüber 24 Prozent. Seit 2024 haben die Demokraten bei Sonderwahlen – unter anderem in Texas – sowie bei den regulären Wahlen in Virginia und New Jersey in Gebieten mit hohem hispanischem Bevölkerungsanteil deutlich besser abgeschnitten als Kamala Harris gegen Trump 2024.

Dazu könnten laut Cohn noch Zugewinne der Partei bei anderen demographischen Gruppen – einschliesslich weisser Wählerschaften – vor dem Hintergrund der rasant gegen Trump drehenden Stimmung landesweit kommen. Obendrein habe Paxton seit Januar in keiner einzigen Umfrage zur Hauptwahl vor Talarico rangiert (Link).

Andreas Mink