USA – Politik 15. Jul 2026

Brad Lander unterstützt Abdul El-Sayed

Abdul El-Sayed in einem Wahlkampfspot, der mit dem Slogan «Kein Geld von Unternehmens-PACs» wirbt. (Screenshot: YouTube)  

Der progressive Demokrat aus New York solidarisiert sich mit dem ausgesprochenen Israel-Kritiker bei Senats-Vorwahlen in Michigan.

Unterstützt von Bürgermeister Zohran Mamdani, hat Brad Lander im Juni bei den demokratischen Vorwahlen für den US-Kongress in einem Bezirk von New York City den bisherigen Amtsinhaber Dan Goldman geschlagen. Lander bezeichnet sich selbst als Zionisten, lehnt jedoch US-Militärhilfen für Israel ab und hat dem Land Völkermord an den Palästinensern in Gaza vorgeworfen. Nun stellt sich der ehemalige Stadtkämmerer von New York bei den demokratischen Vorwahl für den US-Senat in Michigan offiziell hinter Abdul El-Sayed.

Der 42-jährige Arzt wurde als Sohn ägyptischer Immigranten in Detroit geboren und war an der Columbia University Mailman School of Public Health in Manhattan tätig, ehe er 2023 die Leitung der Gesundheitsbehörde im Landkreis Wayne County in und um Detroit übernahm. Er hat den Posten 2025 für die Senatsbewerbung aufgegeben und gilt nun als einer der schärfsten Kritiker Israels auf der amerikanischen Linken.

So gab El-Sayed jüngst auf CNN zu der Frage, ob man gleichzeitig Zionist und progressiv sein könne, zurück: «Jede Definition eines jüdischen Staates mündet letztlich in illiberale Werte – jede einzelne.» Unterstützung für Israel sei letztlich «Geld» geschuldet – ein altes antisemitisches Klischee und Verweis auf Parteispenden von Gruppen wie AIPAC. Wer «Demokrat ist und an Menschenrechte glaubt», könne Israel nicht unterstützen. So hat er seine pro-israelische Konkurrentin Haley Stevens als «Anzugträgerin mit einem dicken AIPAC-Bankkonto» diffamiert. El-Sayed liegt bei Umfragen momentan Kopf an Kopf mit Stevens – ein Zeichen für die zunehmende Ablehnung Israels bei den engagierten Teilen der demokratischen Basis, die bei Vorwahlen oft den Ausschlag gibt.

Lander sagt, er und El-Sayed würden bei dessen Sieg in Washington Verbündete sein: «Abdul und ich werden auch Partner bei der Neuausrichtung der US-Aussenpolitik sein, um einen gerechten Frieden für Palästinenser und Israelis zu erreichen – angefangen mit der Einstellung der US-Militärhilfe für Israel, solange dieses gegen Völkerrecht und die Menschenrechte der Palästinenser verstösst.» Lander gilt in seinem links orientierten Bezirk als klarer Favorit bei der Wahl im November (Link).

Andreas Mink