Entscheid bei der Park Slope Food Coop.
Die Mitglieder der Park Slope Food Coop stimmten Dienstagnacht mit überwältigender Mehrheit on 2 zu 1 für einen Boykott israelischer Produkte. Von 17'000 Mitgliedern nahmen 8400 an einer Zoom-Diskussion und Abstimmung teil. Befürworter feierten die Massnahme als moralisches Bekenntnis zur Verteidigung palästinensischer Rechte. Gegner sehen Unterstützung einer antisemitischen Bewegung zur Vernichtung Israels.
Die Entscheidung spiegelt laut der «New York Times» die tiefe Bestürzung in einem der fortschrittlichsten und wohlhabendsten Viertel New Yorks über Israels Umgang mit den Palästinensern wider. 67 Prozent der Abstimmenden befürworteten den Boykott, 31 Prozent lehnten ihn ab, und 2 Prozent enthielten sich. Die Nachbarschaft ist Heimat einer grossen, jüdischen Community, die auch im Coop stark vertreten ist.
Die Genossenschaft verkörpert die politischen Anliegen und Konsumgewohnheiten vieler liberaler Brooklyner und wird mitunter als das politisch-korrektes «Über-Ich» eines der teuersten Viertel der Stadt verspottet. Die Debatte um den Entscheid wurde weithin wahrgenommen und diskutiert. Das Coop wird Waren aus israelischer Produktion sowie israelische Produkte aus den besetzten palästinensischen Gebieten boykottieren, «bis Israel das Völkerrecht einhält und die diskriminierende Behandlung von Palästinensern in allen von Israel kontrollierten Gebieten beendet». Der Boykott betrifft nur eine kleine Anzahl von Produkten, darunter Obst- und Gemüsesorten sowie verschiedene Tahini-, Olivenöl- und Haarpflegeprodukte.
Die Mitglieder der Genossenschaft diskutieren seit Jahren immer wieder über ein Verbot israelischer Waren. Während des Gaza-Krieges gewann die Kampagne jedoch neuen Auftrieb. In den letzten Wochen eskalierte die Debatte zu Handgreiflichkeiten vor dem Laden. In einer Predigt Anfang des Monats erklärte Rabbinerin Rachel Timoner von der Gemeinde Beth Elohim in Park Slope, die Boykott-, Desinvestitions- und Sanktionsbewegung (BDS) strebe die «Vernichtung Israels» an.
Nach der Abstimmung am Dienstag sagte Timoner: «Das war ein wirklich trauriger Abend für viele Juden in Park Slope» und kündigte ihren Austritt aus dem Coop an: «BDS ist eine Bewegung zur Vernichtung Israels, und ich denke, viele meiner Gemeindemitglieder werden spüren, dass Antisemitismus eine wirklich wichtige lokale Institution infiziert hat – und das in einer Zeit, in der Antisemitismus überall zunimmt (Link).