Schwache Resonanz muslimischer Staaten auf Forderung nach Anschluss an Abraham-Abkommen.
Bei seinen Telefonaten mit Staatschefs muslimischer Staaten zum Iran-Krieg am Wochenende hat Trump die Forderung als «unabdingbar» vorgebracht, dass sich weitere Länder den Abraham-Abkommen anschliessen und Israel anerkennen. Laut Medienberichtet hat der US-Präsident damit anschliessend Gelächter und Ablehnung, bei den Telefonaten jedoch erstauntes Schweigen geerntet.
Nahöstliche und Regierungskreise in Pakistan nehmen Trumps Forderung anscheinend nicht sonderlich ernst, sondern als Versuch, «Iran-Falken» unter den Republikanern zu besänftigen. Trumps Forderung hat dennoch für zusätzliche Unsicherheit in einer ohnehin schon instabilen Lage gesorgt und verstärkt Sorgen um einen Kollaps des fragilen Waffenstillstands zwischen den USA, Israel und Iran.
Ex-Offizielle in den USA zitieren arabische Gesprächspartner, die Trumps Forderung als eine «verblüffende und frustrierende» «Giftpille» bezeichnen, die «neue Bedingungen für den Frieden schaffe, die weder der Iran noch die betreffenden Staaten akzeptieren werden».
Am Montag legte Trump auf Truth Social nach und erklärte, er «fordere verbindlich», dass sich Länder wie Pakistan, Ägypten, die Türkei, Katar und Saudi-Arabien den Abkommen anschliessen. Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate sind bereits Teil der Abraham-Abkommen. Ägypten und Jordanien haben Friedensverträge oder andere Vereinbarungen mit Israel getroffen.
Saudi-Arabien hat indes angesichts des Gaza-Krieges erklärt, man werde Beziehungen zu Israel erst dann aufnehmen, wenn dessen Führung ernsthafte Anstalten zur Schaffung eines palästinensischen Staates treffe. Auch Pakistan, das bei den Gesprächen zwischen den USA und dem Iran vermittelt, wird den Abraham-Abkommen voraussichtlich nicht beitreten. Wie in vielen mehrheitlich muslimischen Staaten sympathisiert dort die Bevölkerung mit den Palästinensern. Verteidigungsminister Khawaja Asif schloss nun in einem TV-Interview einen Beitritt zu den Abkommen aus, stellte dies jedoch als seine persönliche Meinung dar (Link).