Endgültiger Bruch nach zunehmender Agitation des Medien-Matadors gegen sein einstiges Idol.
Tucker Carlson hat schon Monate vor dem laufenden Krieg der USA und Israels mit Iran gegen den angeblich übergrossen Einfluss des jüdischen Staates und dessen Unterstützer in den USA agitiert. Seit Ende Februar wurden diese von antisemitischen Tönen durchzogenen Attacken – demnach verfiel Trump den Einflüsterungen Netanyahus bei seinem Kriegs-Entschluss – das wichtigste Thema des einflussreichen Medien-Matadors.
Nun vollzieht Carlson einen überfällig erscheinenden Schritt und zeigte am Montag auf seinem Podcast «Reue» für seine lautstarke Unterstützung Trumps zumal im Wahlkampf 2024: «Es reicht nicht aus zu sagen: `Nun ja, ich habe meine Meinung geändert´ … Dies ist ein Moment, um mit unserem eigenen Gewissen zu ringen», so Carlson im Dialog mit seinem Bruder Buckley – ein ehemaliger Redenschreiber für Trump: «Wir werden noch lange darunter leiden. … Und ich möchte sagen, dass es mir leid tut, die Menschen in die Irre geführt zu haben.»
Als Grund für seinen Kurswechsel gab Carlson den Krieg Trumps gegen Iran an. Er hatte sich besonders über Trumps Drohung am Ostersonntag empört, Iran mittels der Bombardierung auch der zivilen Infrastruktur in die «Hölle zu senden».
Trump gab umgehend Kontra und scholt Carlson und andere konservative Kritiker des Krieges auf «Truth Social» als «Narren». Carlson solle einen guten Psychiater aufsuchen. Am Freitag legte der Präsident nach: «Tucker ist eine Person mit niedrigem IQ – immer leicht zu schlagen und stark überbewertet.»
Der Bruch spricht für die wachsende Kluft zwischen Trump und Loyalisten, die ihrerseits als Trommler für ihn an Prominenz und wohl auch Einkommen gewonnen haben. Carlson hatte während Trumps erster Amtszeit als beliebtester Moderator auf Fox News unermüdlich für ihn geworben und wurde 2021 entlassen, nachdem der Sender eine Schuldvereinbarung zu Lügen über Wahlmanipulationen des Unternehmens Dominion Voting System über 787,5 Millionen Dollar eingegangen war. Dabei wurden interne Kommunikationen bekannt, in denen Carlson Abscheu über Trump Ausdruck gab und etwa am 4. Januar 2021 textete: «Ich hasse ihn leidenschaftlich.»
Nachdem Carlson als Solo-Podcaster erfolgreich wurde, versöhnten sich beide. Carlson fand wieder Gehör bei Trump und drängte diesen dazu, seinen Freund JD Vance zu seinem Vizepräsidentschaftskandidaten zu ernennen. Am Wahlparteitag der Republikaner 2024 trat Carlson als Redner auf und bezeichnete Trump als «den lustigsten Menschen, dem ich je in meinem Leben begegnet bin… Er ist ein wunderbarer Mensch»; und: «Ich kenne ihn gut» (Link).