Disput mit Papst Leo XIV. und ein KI-Bild auf Social Media bringen dem US-Präsidenten auch harsche Proteste aus evangelikalen Kreisen ein.
In ungewöhnlicher Manier hat Trump am Montagmorgen einen Rückzieher unternommen und ein offenbar KI-generiertes Bild, das ihn selbst als eine Jesus-Figur darstellt von seiner Plattform Truth Social genommen. Christliche-konservative Stimmen hatten das Bild als « UNVERSCHÄMTE Gotteslästerung» verdammt. Das Machwerk zeigt Trump in antikem Gewand als Heiler eines Kranken, hinter und über ihm sind Kampfflugzeuge, die Freiheitsstatue, das Sternenbanner, Weisskopfadler und das US-Kapitol zu sehen, umringt wird der himmlische Heiler von durchweg weissen Anbetern in Schwesterntracht oder Uniform und obendrein glüht in seiner linken Hand ein blendendes Licht, das den Kopf des Kranken on der rechten Hand aus in eine strahlende Aura taucht.
Trump hatte das Bild während eines Post-Sturms in der Nacht von Sonntag auf Montag geteilt und dann am Montagmorgen wieder gelöscht. Das Weisse Haus reagierte zunächst nicht auf Anfragen um Stellungnahme. Trump bestritt später jeglichen Bezug zu Jesus und liess die Presse wissen, er habe geglaubt, das Bild stelle ihn als Arzt dar und habe mit dem Roten Kreuz zu tun.
In der gleichen Nacht war Trump über Papst Leo XIV. hergefallen, der am Samstag «Allmachtsfantasien» als Motiv für den von Trump und Netanyahu begonnenen Krieg gegen Iran bezeichnet verantwortlich gemacht hatte. Trump bezeichnete das Kirchenoberhaupt als «SCHWACH im Kampf gegen das Verbrechen» und als «katastrophal für die Aussenpolitik» und hat diese Äusserungen später gegenüber Reportern bekräftigt.
Die Posts und Äusserungen bringen Trump breite Kritik ein. Mit Ari Fleischer, ex-Pressesprecher unter George W. Bush, bezeichnete ein dezidierter Unterstützer den Post als «unangebracht, peinlich und anstössig», brachte dafür aber «das Team von Präsident Trump» als mögliche Verantwortliche ins Spiel: Mitarbeiter «hätten dieses Bild niemals posten dürfen».
Die Welle der Empörung ist bemerkenswert angesichts der wachsenden Kritik auch katholischer Bischöfe in den USA, während Trump und sein «Kriegsminister» Hegseth den Krieg gegen Iran zu einer Art Kreuzzug mit Segen Jesu hochreden.
Papst Leo erklärt am Montag gegenüber Reportern an Bord eines Flugzeugs auf dem Weg nach Algerien, er habe keinerlei Angst vor der Trump-Regierung (Link).