Mitteilung der Vereinten Nationen macht diplomatische Komplexität des Konfliktes deutlich.
Dass neben den vorerst stornierten Verhandlungen zwischen Washington und Teheran in Pakistan derzeit eine Vielzahl diplomatischer Manöver laufen, wird durch eine dürre Mitteilung des UN-Sondergesandten für Jemen (OSESGY) von gestern Dienstag deutlich. Demnach hat vom 19. bis 20. April im jordanischen Amman im Rahmen des Militärischen Koordinierungsausschusses (MCC) zwischen dem von Saudi-Arabien unterstützen «Joint Forces Command» im Jemen und der offiziellen Regierung in Sanaa eine neue Runde technischer Treffen stattgefunden.
Dieses sei früheren Treffen von Militärs beider Seiten gefolgt und die Teilnehmer hätten «die aktuelle Lage im Jemen und in der Region erörtert und Möglichkeiten sondiert, die Sicherheit der jemenitischen Bevölkerung durch Deeskalation und fortgesetzten Dialog zu verbessern». Das OSESGY will nun bei einer nächsten Runde auch Vertreter der Houthi-Rebellen zu MCC-Treffen einladen (Link).
Dies könnte mittelbar für eine allmähliche Entspannung zwischen Riad und Teheran sprechen. Laut Experten sucht das Königshaus ebenso eine Dominanz Israels in der Region, wie eine Vorherrschaft – und dauerhafte Konfrontation mit – der Islamischen Republik zu verhindern. Zudem wolle Riad die Abhängigkeit von den neuerdings als unzuverlässig eingestuften Amerikanern abbauen und stattdessen stärkere Bande mit Ägypten, Pakistan und der Türkei – aber auch China entwickeln (Link).