Der Mann, der Ende Januar mit seinem Auto wiederholt in das weltweite Hauptquartier der Chabad-Lubavitch-Bewegung in Brooklyn (New York City) gefahren ist, hat sich nach Angaben seiner Anwältin als jüdische Person identifiziert.
Dan Sohail (36) steht wegen Beschädigung religiöser Anlagen vor einem Bundesgericht in Brooklyn; die Anklage ergänzt mehrere bereits erhobene Vorwürfe, die als Hassverbrechen eingestuft werden. Laut einer am Montag öffentlich gewordenen Bundesklage hat Sohail erklärt, er habe kürzlich von angeblicher jüdischer Herkunft erfahren und sei am Abend des Vorfalls zu einer Chabad-Veranstaltung eingeladen gewesen. Seine Familie und lokale Rabbiner hätten ausgesagt, er habe kein Feindbild gegen Juden gezeigt und Interesse an einer Konversion zum Judentum bekundet.
Während der Anhörung trug Sohail eine schwarzsamtene Kippa. Seine Verteidigerin Mia Eisner Grynberg betonte vor Gericht, ihr Mandant identifiziere sich als jüdische Person und bat darum, weiterhin im Gefängnis auf Rikers Island bleiben zu dürfen, um das Purim-Fest zu beginnen. Richter Clay H. Kaminsky ordnete jedoch seine Überstellung in das Metropolitan Detention Center in Brooklyn an, wo eine weitere Anhörung zur Haftfrage geplant ist.
Staatsanwälte wiesen zudem auf erheblichen psychischen Belastungen des Angeklagten hin und hielten eine psychiatrische Begutachtung für angezeigt. Die weitere Anhörung zu seiner Situation ist für Mittwoch angesetzt.
Bei der Tat am 28. Januar war niemand verletzt worden, doch das Fahrzeug beschädigte einen Eingangsbereich des bedeutenden jüdischen Zentrums während einer zeitgleich stattfindenden Feier zum 75. Jahrestag der Lubavitch-Bewegung. Untersuchungen und Anklagen sowohl auf Bundes- als auch auf Staatsebene dauern an.