Jerusalem 16. Aug 2026

Streit um Rückkehr von Auslandisraelis zur Wahl

Miriam Adelson bei einer Veranstaltung der Friends of the IDF 2014 in Beverly Hills, Kalifornien.   

Die geplante Einreise Tausender im Ausland lebender Israelis zur Knessetwahl sorgt für politische Spannungen. Kritiker aus dem rechten Lager befürchten eine organisierte Mobilisierung gegen Binyamin Netanyahu.

Der Chefredaktor der rechtskonservativen Wochenzeitung «Makor Rischon», Kalman Liebskind, hat Pläne kritisiert, im Ausland lebende Israelis zur Wahl am 27. Oktober nach Israel zu bringen. Hinter der Initiative vermutet er den Versuch, gezielt Gegner des Netanyahu-Lagers zu mobilisieren.

Die Zeitung «Haaretz» wirft Liebskind jedoch Doppelmoral vor: «Makor Rischon» gehört der israelisch-amerikanischen Milliardärin Miriam Adelson, die überwiegend in den USA lebt, seit Jahrzehnten in die israelische Politik eingreift und zu den wichtigsten Unterstützerinnen Netanyahus zählt. Offen bleibt nach Darstellung der Zeitung, ob Liebskind auch Adelsons Einreise zur Stimmabgabe problematisch fände.

Israel kennt – abgesehen von wenigen Ausnahmen für Diplomaten und Staatsbedienstete – keine Stimmabgabe im Ausland. Wahlberechtigte Israelis müssen deshalb zur Abstimmung persönlich ins Land reisen. Nach früheren Berichten prüft die Netanyahu-Regierung Möglichkeiten, organisierte Wahlreisen von Auslandisraelis zu begrenzen. Kritiker sehen darin den Versuch, oppositionelle Stimmen fernzuhalten.  

Redaktion